Die letzte Etappe unserer Niederrhein Haldenrunde bringt uns zurück zum Startpunkt an der Halde Rheinpreußen in Moers. Drei Halden haben wir absolviert, dabei über 40 Kilometer zurückgelegt und den Niederrhein von einer seiner schönsten Seiten kennengelernt.
Skizze Tourenverlauf Halde Pattberg – Halde Rheinpreußen
Mit äußerster Vorsicht überqueren wir die Straße und gelangen durch den kurzen Verbindungsweg gegenüber zum Weg „Im Hochfeld“. Wir folgen jetzt wieder der NiederRheinroute, die uns fast autofrei über asphaltierte Feldwege leitet. Links sehen wir bereits eine spätere Fortsetzung unseres Haldenabenteuers, eine neue Aufschüttung. Da diese aber noch nicht freigegeben ist, merken wir uns diese neue Halde erstmal nur vor. Die NiederRheinroute führt uns ein kleines Stück über die L10, die Landstraße „Hoher Weg“. Zum Glück sind es nur wenige Meter, bevor uns die NiederRheinroute wieder auf eine weitgehend autofreie Straße führt. Wir durchqueren mit der Rheinkamper Straße eine kleine Siedlung und gelangen zur ehemaligen Bundesstraße B57, der jetzigen L137. Wir biegen dem Radweg Richtung Rheinberg folgend links ab.
Nur wenige hundert Meter bleiben wir an dieser sehr stark befahrenen Straße, bevor wir diese überqueren müssen und in die gegenüberliegende Frietstraße fahren. Dort überqueren wir dann die Bahnschienen. Vorsicht, hier fahren tatsächlich Züge, es ist die Zugverbindung zwischen Duisburg und Xanten! Wir erreichen die Straße „Im Krähenfeld“ und biegen rechts ab. Wir bewegen uns hier wieder auf asphaltierten Feldwegen mit nur wenigen Autos. Parallel zu den Schienen nähern wir uns dem Reitweg, der L10. Wir folgen am Reitweg jetzt wieder der Route „Landschaftspark NiederRhein Projekt: Baumkreis“ und biegen rechts in die Baggerstraße ab. Einige Zeit bewegen wir uns jetzt in einem Gebiet mit sehr vielen Baggerseen. Diese Baggerseen sind aber gesperrt. Eine Ausnahme bildet hier der Lohheider See, welcher direkt an Duisburg-Baerl angrenzt. Bei schönem Wetter kann der Lohheider See für eine willkommene nasse Abkühlung sorgen und wird deswegen stark von Badegästen frequentiert. Da der Weg am See dann nur in Slalom-Manier gemeistert werden kann, haben wir den Badesee nicht in die Runde einbezogen.
Wir folgen der kleinen Straße bis unmittelbar vor der Eisenbahnbrücke und wählen dann den Weg links in den Wald hinein, entlang der ehemaligen Bahngleise. Wir fahren jetzt ohne eine Kennzeichnung der Waldwege, sollten uns aber immer rechts halten, um in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Bahnschienen zu bleiben.
Somit erreichen wir nach einiger Zeit den Hauptwanderweg A7, dem wir nach rechts folgen. Mit viel Vorsicht überqueren wir jetzt die Verbandsstraße L287, welche Duisburg-Baerl und Kamp-Lintfort verbindet. Die Überquerung der Autobahn ist sicherer: Hierfür haben wir eine Brücke zur Verfügung. Wir folgen dem Wanderweg A7 bis zu dem Punkt, wo der Asphalt beginnt. An dieser Waldkreuzung könnte man rechts abbiegen – dort sind wir zu Beginn unserer Niederrhein Haldenrunde gefahren, wir wählen daher den Weg nach links in Richtung des Waldsees. Wir halten uns links und umfahren den Waldsee auf dem Wanderweg A9. Am Ende des Waldsees treffen wir wieder auf den Wanderweg A7/A9. Hier gibt es wiederum eine Besonderheit! Wir treffen auf die Route unseres Haldencrosses von der Halde Rheinpreußen zum Alsumer Berg. Würden wir den Haldencross an dieser Stelle fortsetzen wollen, könnte man an dieser Stelle jetzt auch nach links abbiegen und der Kennzeichnung des Wanderweges A7/A9 folgen.
Wir wollen jedoch zum Ausgangspunkt der Niederrhein Haldenrunde zurückkehren und folgen der A7/A9 nach rechts. Wir erreichen die Verlängerung der kleinen Anliegerstraße „Im Rehwinkel“, wenn rechts der See einer kleinen Anhöhe weicht. An diesem Punkt biegen wir links ab und sind wieder am Startpunkt unserer Niederrhein Haldenrunde.
Wir folgen dem Radweg stromabwärts und lassen den Alsumer Berg rechts an uns vorbeiziehen. Wir werfen einen letzten Blick über den Rhein auf den linken Niederrhein und die auf dem Rhein fahrenden Schiffe. Die folgenden Kilometer sind vom Blickpunkt eines Mountainbikers zwar wenig erquickend, zeigen aber, wie sehr in dieser Gegend die Schwerindustrie mit den hier lebenden Menschen verknüpft ist. Der Weg an den Industrieanlagen vorbei bestätigt das allgemeine Klischee des Ruhrgebietes, auch deshalb wollen wir diese Strecke in den Haldencross integrieren.
Der Ruhrpott…so wie man ihn sich vorstellt
Die Schwerindustrie ist allgegenwärtig, die Straßen sind mit Industriestaub benetzt und die Luft ist alles andere als frisch und sauber. Außenstehende und Fremde mögen kaum glauben wollen, dass hier Menschen wohnen können. Wir folgen dem Radweg an der Straße und kommen am Schwelgernpark vorbei. Wer sich einen Teil der Straße ersparen will, kann auch parallel zur Straße ein Stück durch den Schwelgernpark fahren. Interessant ist der Schwelgernpark nicht nur für Erholungssuchende, sondern auch für sportlich aktive Menschen. Kaum zu glauben, dass hier im Park ein großer und sehr gepflegter Dirtspot zu finden ist! Uns zieht es aber weiter. Wir erreichen die Weseler Straße, die links nach Walsum und rechts nach Marxloh führt. Nach dem Überqueren der stark befahrenen Straße fahren wir wenige Meter nach rechts, also Richtung Marxloh und nicht Richtung Walsum! Vielleicht 20 Meter, dann biegen wir links in einen kleinen Weg ab. Vor uns eröffnet sich ein Park, der uns fernab von Autos durch diesen Duisburger Stadtteil führen wird. Parallel zu den Bahnschienen – zu unserer linken Seite – durchqueren wir den Park und zwischendurch auch einen kleinen Wendehammer. Wir halten uns in diesem Park immer links – linker Hand ist immer ein Zaun – und passieren die größte Moschee Deutschlands, das Wunder von Duisburg-Marxloh.
Beim Vorbeifahren ist man erstaunt, wie hell, freundlich und – durch die vielen Fenster – offen diese Moschee gestaltet ist. Die folgende Prinz-Eugen-Straße wird überquert und entlang einer ehemaligen Bahntrasse folgen wir weiter dem befestigten Radweg. So unterqueren wir die Autobahn A59 – ansonsten haben wir auch weiterhin mit Autos nichts zu tun. An der Abzweigung folgen wir dem Radweg Richtung Oberhausen-Sterkrade bzw. Mattlerbusch. Wir befinden uns auf dem Wanderweg DU und folgen diesem – auch dort, wo wir auf die Straße treffen und den Kanal überqueren. Wir bleiben auf dem Wanderweg DU, der uns zum Freizeitpark Hamborn und Revierpark Mattlerbusch bringt. Sobald der Radweg auf die Richtung Oberhausen-Sterkrade/Holten hinweist, folgen wir diesem. Wir passieren das Schwimm-und Freizeitbad Niederrhein-Therme. Am Ende des Mattlerbuschs folgen wir dem Radweg an der Straße Richtung Sterkrade/Schmachtendorf. Am Marktplatz angekommen fahren wir den Radweg nach links zum Kastell Holten.
Die Holtener Burg in Oberhausen
Durch eine kleine Anliegerstraße gelangen wir zu der mittelalterlichen ehemaligen Wasserburg, die gerne auch Holtener Burg genannt wird Im Jahre 1307 wurde die Burg als Grenzwehranlage errichtet, heute ist nur noch der wiedererrichtete Ostflügel erhalten. Durch den Park fahrend umrunden wir die Holtener Burg und gelangen wieder zum eben schon passierten Gasthof „Alt Holten“ zurück. Hier bietet sich ein Biergarten zur Einkehr und in der Pension ein Bett für die Nacht an. Weiter geht es auf der Wasser Straße nach links. Zur Orientierung: Wenn man von der Wasser Straße aus in Richtung des Kastells schaut, befindet sich der Gasthof auf der rechten Seite gegenüber. Wir fahren also zwischen dem Gasthof und der Kirche hindurch. An der Abbiegung der Wasser Straße in die Elisenstraße fahren wir geradeaus auf den kleinen Weg. Unbedingt auf entgegenkommende Fußgänger und Radfahrer achten, da der Weg eng und winkelig ist! Der Wanderweg O. bleibt erstmal unser Wegweiser und bringt uns direkt zur Emscher, der wir kanalabwärts nach links folgen.
Wir fädeln uns jetzt in die Rotbach-Route ein, ein ausgeschilderter Radweg dem wir jetzt öfters begegnen werden. So gelangen wir zur Graßhofstraße. Geradeaus führt der Weg der HOAG-Bahn, eine stillgelegte und umgebaute Bahntrasse. Ungeachtet dessen folgen wir allerdings links der Rotbach-Route. Nach kurzer Zeit ist die kleine Anliegerstraße „Brusbachstraße“ erreicht, in die wir nach rechts abbiegen. Kaum zu glauben, wie ländlich es auf einmal zu sein scheint. Aber auch diese Idylle hat schnell ein Ende und wir folgen wieder der Rotbach-Route und dem Radweg R21. Wir überqueren die Schienen und an der Straßenecke „Genterstraße/Hühnerstraße“ widmen wir uns der kleinen Halde zu unserer linken Seite. Wir fahren auf die kleine Halde zu und nehmen den linken Weg, der uns um die kleine Halde herum und direkt zur Deponie Hühnerheide führt, welche direkt dahinter liegt. Die kleine Halde kann übrigens auch mit dem Weg nach rechts oben erklommen werden – so können zusätzlich 25 Höhenmeter gemacht werden. Allerdings ist der weiterführende Weg von der kleinen Halde abwärts sehr schmal und dornig.
Viele kennen den Alsumer Berg unter dem Namen Beecker Halde. Die ehemalige Schutthalde ist vollständig renaturiert und der Öffentlichkeit zugänglich. Wir folgen am Fuße der Halde dem ausgeschilderten Radweg „Alsumer Berg“. Verfahren kann man sich kaum! Es gibt nur einen Weg bergauf – und runter.
Blick vom Alsumer Berg auf die Kokerei
Der Hauptweg ist asphaltiert und wir schrauben uns etwa 44 Höhenmeter bis an den höchsten Punkt. Der Weg teilt sich und wir fahren die Halde rechter Hand weiter bis zum Gipfelkreuz. Wir schauen direkt in den Schlund einer Kokerei. Passend hierzu darf man sich an der Luft erfreuen. Ein Ausblick der dennoch lohnt! Welcher Alpencrosser kann von sich behaupten, solch einen Ausblick schon mal erlebt zu haben?! In der Ferne erblicken wir die Umrisse der Halde Haniel – ein weiteres Etappenziel unseres Haldencrosses, aber nicht das nächste Ziel. Unsere nächsten Ziele sind erstmal das Kastell Holten in Oberhausen-Holten und die Deponie Hühnerheide in Oberhausen-Schmachtendorf. Wie schon erwähnt wurde, müssen wir für die Abfahrt der Halde den gleichen Weg wählen, den wir auch für die Auffahrt genutzt haben. Wir befinden uns wieder am Fuße der Halde mit dem Blick auf den Rhein und den linken Niederrhein.
Die Fahrt von der Halde Rheinpreußen bis zum Alsumer Berg ist eine Visitenkarte für den Rhein. Es geht über eine gigantische Rheinbrücke, womit wir auch dem linken Niederrhein entgültig den Rücken kehren. Der weitere Verlauf führt entlang saftiger Wiesen.
Fahrt von der Rheinbrücke bis zum Alsumer Berg
Wir befinden uns wieder an der Stelle, wo der Weg zur Halde Rheinpreußen hoch führt, also der Verlängerung der kleinen Anliegerstraße „Im Rehwinkel“. Diesmal folgen wir dem kleinen Weg weiter, fahren also die Halde herunter kommend links. Nach wenigen Metern stehen wir direkt vor dem Waldsee und damit auf dem Hauptwanderweg A7 und A9. Diesem folgen wir nach rechts und überqueren, auf dem Wanderweg A7 bleibend, die Autobahn A42 und die Verbandsstraße.
Wir folgen dem Wanderweg A7. Etwa 100 Meter, bevor der Waldweg auf eine asphaltierte Straße trifft (Schlagbaum), biegen wir rechts in einen ungekennzeichneten Wanderweg ab. Wir befinden uns jetzt parallel zur Autobahn bzw. der Verbandsstraße. Wir gelangen zur Jakob-Schroer-Straße und halten uns links. Nach etwa 100 Metern treffen wir auf die Heinrich-Kerlen-Straße. Auf der linken Seite befindet sich der Baerler Bahnhof, eine nette Kneipe und ein schöner Biergarten. Wir biegen nach rechts auf die Heinrich-Kerlen-Straße ab und folgen dieser bis zur Grafschafter Straße, auf die wir nach links abbiegen.
Der Blick nach rechts gleitet über schöne und saftige grüne Wiesen, auf denen Kühe weiden. Zu sehr sollte man sich aber nicht an diesem Anblick erfreuen, da wir uns auf der Hauptstraße durch den Duisburger Stadtteil Baerl befinden und angesichts der Autos etwas wachsamer sein sollten. Wir bleiben bis zum Niederhalener Dorfweg auf der Hauptstraße und biegen, dem Niederhalener Dorfweg folgend, rechts ab in Richtung des Rheins. An diesem Punkt bietet sich die Gelegenheit zur Einkehr im Restaurant Bellini – falls man sich stärken möchte. Der Niederhalener Dorfweg bietet uns vom Untergrund zwar auch nur Asphalt, allerdings handelt es sich hier wenigstens um eine Fahrradstraße – so manchen Autofahrer scheint es leider nicht weiter zu interessieren.
Der Alsumer Berg in Duisburg
Am Rhein angekommen werden wir aber endlich auch von diesen letzten Nervensägen erlöst – ab hier fahren keine Autos mehr. Im Sommer steht an dieser Stelle übrigens ein kleiner Eiswagen mit ganz hervorragendem Eis. Rechter Hand befindet sich ein Speiselokal mit angeschlossenem Biergarten. Wir folgen der Rheinstraße auf dem Wanderweg DU nach rechts und der Rhein schwimmt uns quasi entgegen. Der Blick gleitet auf die Brücke der A42, die den Rhein überspannt und die Duisburger Stadtteile Baerl und Beeckerwerth verbindet. Die Brücke, eine sogenannte Schrägseilbrücke, stammt übrigens aus dem Jahre 1990. Unzählige Autos überqueren hier den Rhein und genau das werden wir gleich auch machen! Doch erstmal werden wir diese Brücke unterqueren. Wir folgen nach der Brücke dem Radweg nach rechts mit der treffenden und einprägsamen Kennzeichnung: Brücke. So einfach und eindeutig können Kennzeichnungen sein!
Wir befinden uns jetzt auf der NiederRheinroute und folgen dem Radwanderweg. Ziemlich unspektakulär wird der Rhein überquert. Man ist erstaunt, wie sehr sich diese Brücke in die Länge zieht. Unser Ausflug am linken Niederrhein ist somit beendet. Bis zum Ende unseres Haldencrosses werden wir nun auf der rechten Rheinseite bleiben. Wir folgen dem Radweg die Brücke herunter und schauen direkt auf den Rhein. Der Alsumer Berg ist bereits ausgeschildert und wir folgen der Beschilderung. Stromabwärts an Thyssen Krupp Steel vorbei nähern wir uns immer mehr der Halde. Außer dem Rauschen der Autobahn vernehmen wir nichts, was irgendwie von einer Straße oder Autos herrühren könnte. Der Radweg ist ein breiter und befestigter Weg und auf diesem rollt es sich verdammt gut. Schnell erreichen wir die kleine Halde.
Skizze Tourenverlauf Halde Rheinpreußen – Alsumer Berg
Der Startpunkt in Duisburg bestätigt viele Gerüchte und Vorurteile, die sich um diese Stadt ranken. Mit über einer halben Millionen Einwohner darf sich Duisburg zu Recht als Großstadt betiteln – mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Vorteil ist die sehr gute Erreichbarkeit mit der Bahn. Egal ob von München, Hannover, Dortmund oder Düsseldorf kommend, Duisburg ist ohne Probleme und zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Der Nachteil Duisburgs ist natürlich der Großstadtverkehr, den wir am Anfang dieser Tour kurz ertragen müssen.
Winterliche Idylle: Der zugefrorene Waldsee im Baerler Busch / Moers
Duisburg ist eine Industriestadt, aber ganz so dramatisch und grau wie in den Tatort Krimis mit Schimanski ist es zum Glück nicht mehr. Duisburg mausert sich immer mehr zu einer ansehnlichen Stadt – nicht nur die Restaurant- und Kneipenmeile Innenhafen trägt ihren Teil dazu bei. Duisburg liegt aber nicht nur am Rhein, sondern auch an der Ruhr und kennzeichnet sogar das Ende des Ruhrtal-Radweges. Von Duisburg aus lassen sich viele Radtouren starten und auch unser Haldencross startet in dieser Stadt. Da wir den Stadtteil Ruhrort passieren werden, kann auch eine Anreise mit der Bahn bis zur Bahnhaltestelle Duisburg-Ruhrort erfolgen. Dieser Zug verkehrt allerdings nur von Oberhausen aus kommend.
Vom Bahnhof aus orientieren wir uns in Richtung der Duisburger City. Wir folgen dem ausgewiesenen Fahrradweg in Richtung Moers durch die Fußgängerzone. Wir bleiben auf dem Fahrradweg bis zum Schwanentor. Der Fahrradweg nach Moers biegt im weiteren Verlauf nach links ab, wir fahren allerdings auf dem Fahrradweg geradeaus weiter und folgen somit der Ruhrorter Straße bis zum Kreisverkehr. Wir verlassen den Kreisverkehr geradeaus und überqueren in Folge die Oberbürgermeister-Lehr-Brücke und die Brücke über den Vincke-Kanal. Nach dem Vincke-Kanal biegen wir links in die Krausstraße ab und fahren durch das Hafengebiet des Ruhrgebietes. Wir folgen der Dammstraße, unterqueren die Rheindeichstraße und fahren rechts die Brücke hoch, um zur Rheindeichstraße zu gelangen. Mit der Friedrich-Ebert-Brücke überqueren wir den Rhein. Beeindruckend sind die Brückentürme der Friedrich-Ebert-Brücke, wo in der Vergangenheit ein Brückenzoll erhoben wurde. Diese Abgabe bleibt den Reisenden heutzutage zum Glück erspart und wir können mit vollem Geldbeutel weiterfahren. Hinter der Brücke führt ein schmaler Weg rechts bergab, dem wir folgen. Wir gelangen zum Fuße der Brücke und folgen jetzt dem Wanderweg mit der Kennzeichnung <.
Stromabwärts folgen wir dem Rhein. Die Fahrt über den Deich führt uns in Richtung Duisburg-Baerl. Auf der anderen Seite des Rheins erstreckt sich Thyssen-Krupp-Stahl. Vor uns erkennen wir die alte mächtige Eisenbahnbrücke, die sich über den Rhein spannt. Hinter der Eisenbahnbrücke sehen wir die moderne Autobahnbrücke der A42, welche uns nach dem Besuch der Halde Rheinpreußen wieder über den Rhein führen wird. Der Weg auf dem Deich ist sehr gut befestigt und wird am Wochenende von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt. Der Weg bleibt allerdings nicht auf dem Damm, sondern führt im weiteren Verlauf rechts den Damm hinunter und begleitet den Rhein in unmittelbarer Nähe – immer noch der Kennzeichnung < folgend. Auf den Rheinwiesen tummeln sich bei schönem Wetter unzählige Erholungssuchende. Der Weg bleibt gut befestigt, nur bei Überschwemmung kann der Weg unpassierbar sein – kommt nicht oft vor, aber hin und wieder muss man dem Rhein weichen. Dann bleibt leider nur der Weg an der Rheindeichstraße entlang. Noch bevor wir die alte Eisenbahnbrücke erreichen, gelangen wir von dem Wanderweg auf die kleine asphaltierte Rheinstraße, die für den Autoverkehr gesperrt ist. Wir biegen links ab und fahren einige wenige Meter hoch zur Rheindeichstraße. Gegenüber liegt die Kohlenstraße, die für kurze Zeit unser Begleiter sein wird. Wir folgen der Kohlenstraße und biegen vor den Bahnschienen rechts ab. Der Sackgasse wird bis zum Ende gefolgt.
Wir überqueren die Bahnschienen und folgen dem Weg in Richtung der Eisenbahnbrücke. Rechts orientierend folgen wir den Schienen bis zum Ende des Weges. Wir treffen auf einen asphaltieren Rad- und Fußgängerweg und biegen links ab. Wir überqueren nach wenigen hundert Metern die Grafschafter Straße, die Verbindungsstraße zwischen Moers-Meerbeck und Duisburg-Baerl. Wir tauchen, den Radweg nutzend, in das gegenüberliegende kleine Gewerbegebiet ein. Vor uns eröffnet sich langsam der Blick auf die Halde Rheinpreußen. Kurz vor der Halde biegen wir rechts in die kleine Anliegerstraße „Im Rehwinkel“ ab. Die kleine Straße biegt im weiteren Verlauf rechts ab, wir fahren aber weiter in den Wald hinein, genauer gesagt in den Baerler Busch Richtung Waldsee. Die Halde Rheinpreußen liegt direkt links neben uns und so langsam müssen wir uns seelisch auf die Auffahrt vorbereiten.
Das Ruhrgebiet wäre ohne Halden ebenso undenkbar wie das Ruhrgebiet ohne Industrie und Fördertürme. Die Halden bzw. Bergehalden und die Deponien bilden das markante Gesicht des Ruhrgebietes. Eine faszinierende Region, die wir mit dem MTB Haldencross auf unsere Art und Weise huldigen wollen. Auf unserer Reise durch den Ruhrpott werden wir knapp 200 Kilometer und über 2.000 Höhenmeter zurücklegen. Dabei werden wir nicht weniger als 19 Halden erklimmen – mit der Niederrhein Haldenrunde sogar 21 Halden!
Der Pott kocht – Das Ruhrgebiet bei Nacht
Früher nur als Anhäufung des Abraums gedacht, dienen viele Bergehalden im Ruhrgebiet und am Niederrhein mittlerweile als beliebte Naherholungsgebiete. Die Halden und Deponien des Ruhrgebietes erscheinen dem Betrachter fast als „natürliche“ Berge und werden auch genau so genutzt. Die Halde Norddeutschland bietet für Nordic Walker angelegte Touren und die Halde Hoppenbruch begeistert durch die MTB Strecken.
Doch nicht alle Halden und Deponien werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So finden sich hin und wieder abgesperrte Halden und das meistens nicht ohne Grund! Sehr oft handelt es sich hierbei um brennende Halden, was nicht heißen soll, dass die Halde in Flammen steht! Durch den Anteil der Restkohle ist eine Selbstentzündung und dadurch ein Schwelbrand im Innern der Halde möglich. Erstaunlich ist, dass diese Brände über 100 Jahre andauern können. Nicht jede brennende Halde wird allerdings gesperrt. Ein Beispiel für eine brennende und dennoch nicht gesperrte Halde ist die Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen.
Neben den Bergehalden, die aus dem Abraum des Bergbaus entstanden sind, existieren noch Deponien. Diese Deponien bestehen oftmals aus Bauschutt oder aus Müll. Hier unterscheidet sich für uns Biker vor allem der Untergrund, auf dem sich unsere Stollen in den Boden beißen. Natürlich werden auch die Deponien renaturiert und über Müll muss man (meistens) nicht rollen – zumindest nicht offensichtlich. Besonders bei Nässe zeigt sich der Untergrund aus dem Abraum sehr unberechenbar. Während bei Trockenheit der Untergrund der Halden meist hart wie Beton ist, zeigt sich der Untergrund bei längerem Regen sehr glitschig. Das gilt besonders auf Wegen, die nicht befestigt sind. Hier also besonders aufpassen!
Die Halden – Das markante Gesicht des Ruhrpotts
Eine Halde oder eine Deponie ist allerdings nicht einfach nur eine simple Aufschüttung. Der Blick auf die verschiedenen Halden zeigt, dass die künstlichen Berge sich optisch meist sehr stark unterscheiden. So wird bei den Halden zwischen Spitzkegelhalden, Landschaftsbauwerken, Tafelbergen und Großhalden unterschieden. Die älteste Form der Halden stellt die Spitzkegelhalde dar, die modernste und natürlichste Form ist das Landschaftsbauwerk.
Die Halden werden meist aber nicht einfach nur der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern auch touristisch stark in Szene gesetzt. So trifft man auf der Route Industriekultur Halden wie die Halde Rheinelbe und den Tippelsberg. Viele Halden werden auch zu sogenannten Landmarken ausgebaut. Kunstobjekte werden zum Wahrzeichen der Halde wie zum Beispiel die Bramme der Schurenbachhalde oder das Geleucht der Halde Rheinpreußen. Eine sehr bekannte und weithin sichtbare Landmarke ist natürlich auch das Tetraeder der Halde Beckstraße in Bottrop.
Eine Besonderheit für die Nutzung einer Deponie ist der Deusenberg in Dortmund. Die ehemalige Müllhalde wurde gekonnt zur Mountainbike Arena umgewandelt. Der Deusenberg ist für uns natürlich das beste Beispiel für eine äußerst sinnvolle Nutzung einer Deponie. Doch auch andere Halden locken immer mehr Besucher von nah und fern an. So werden die Halden und das Umland immer öfter in Veranstaltungen einbezogen.
Auf der Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn findet jährlich das Dong-Open-Air Festival statt und lockt unzählige Metal Fans an den idyllischen Niederrhein. In früheren Jahren fand auf dem Pattberg in Kamp-Linfort das Drachenfest statt und die Halde Rheinpreußen in Moers lockt, neben dem Geleucht, durch diverse Party Veranstaltungen. Ein Blick in den Veranstaltungskalender lohnt also immer. Zu beachten für uns Biker ist, dass die Halden an diesen Tagen für Biker meist gesperrt sind.
Das Geleucht in Moers
Der MTB Haldencross – Unser HaldenX
Wir bewegen uns bei unserem Haldencross, mit dem Startpunkt in Duisburg, vom westlichen Rand des Ruhrgebietes ostwärts Richtung Dortmund. Das Ziel unserer Reise ist Dortmund mit der unter Mountainbikern sehr beliebten EDG-Halde bzw. dem Deusenberg. Duisburg als auch Dortmund sind sehr gut mit der Bahn erreichbar, weshalb wir auch auf die Fahrt vom Duisburger Hauptbahnhof zur Halde Rheinpreußen in Moers und vom Deusenberg zum Dortmunder Hauptbahnhof kurz eingehen werden. Der Haldencross verläuft fast komplett rechtsrheinisch, nur die erste Etappe ist linksrheinisch und integriert somit die Moerser Rheinpreußen Halde. Als Alternative bzw. Erweiterung bietet sich von Moers aus die Niederrhein Haldenrunde an, auf die natürlich auch detailliert eingegangen wird.
Die einzelnen Etappen unseres Haldencrosses sind absichtlich kurz gehalten. Jeder Biker kann so nach seinen eigenen Bedürfnissen die Tour bzw. den Haldencross gestalten. Somit ist von der Eintagestour bis zur Mehrtagestour alles möglich. Gute und detaillierte Wanderkarten zeigen für einen Quereinstieg oder auch Ausstieg die verschiedenen Bahnhöfe auf. Die Verkehrsanbindung ist während der gesamten Tour relativ gut, immerhin bewegen wir uns ja in einer Metropole! Wir kreuzen auf unserer Reise mehrere Autobahnen und Bundesstraßen. Daneben bietet nahezu jede Stadt einen größeren Bahnhof. Dennoch kann es in einzelnen Bereichen zu spärlichen Bahnverbindungen kommen. Hier sollte man sich vorab informieren, wann und wo welcher Zug fährt. Nähere Informationen hierzu findet man auf der Webseite des VRR. Unsere Niederrhein Haldenrunde verläuft im Bereich der VGN. Sofern man auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen möchte, sind bei der VGN einige Besonderheiten zu berücksichtigen.
Für wen ist der Haldencross geeignet?
Im Gegensatz zum Alpencross kann man hier auch Fahranfänger auf die Reise schicken, da die Wegbeschaffenheit meistens sehr gut ist. Wir bewegen uns auf unserer Tour größtenteils auf den offiziellen Wanderwegen. Diese sind meist sehr gut ausgebaut und befestigt. Etwas kniffeliger wird es zum Beispiel auf der Halde Hoppenbruch – hier kann man aber auch den Weg für die Abfahrt wählen, den wir für die Auffahrt genutzt haben. In den entsprechenden Kapiteln gehen wir aber noch auf die Besonderheiten ein. Ein großes Problem stellte sich uns bei der Beschreibung der Halden. Der Haldencrosser wird auf seiner Tour verblüfft sein, wie oft er Downhiller und Freerider zu Gesicht bekommt. Bis auf Ausnahmen sind diese speziellen Wege aber illegal angelegt. Wir wollen natürlich nicht diese Wege bzw. Trails aufdecken! Bei der Frage, wo etwas auf den Halden geht, kann man pauschal antworten: Fast auf jeder Halde! Da stellt sich manchmal wirklich die Frage des richtigen Bikes!
Auf unserer Tour treffen wir gelegentlich auch auf Wanderwege, die als Gehwege gekennzeichnet sind – ein Beispiel hierfür wäre der Tippelsberg in Bochum. Die rechtliche Lage ist eindeutig: Gehwege dürfen, wenn nicht explizit das Fahrrad erlaubt wird, nicht mit dem Fahrrad befahren werden. Auf den Wanderkarten ist das nicht ersichtlich, weshalb wir diese Gehwege auch in unsere Tour integriert haben und auch nennen werden – sofern diese Gegebenheit für uns während der Tour ersichtlich war. Der Leser kann somit entspannt beim Planen seiner eigenen Tour auf diese Gegebenheiten vorab reagieren. Man sollte sich vor Augen halten, dass eine Zuwiderhandlung nicht nur eine Strafe, sondern auch im Falle eines Unfalls höchst unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen kann. Also besser das Bike schieben oder diesen Bereich umfahren! Alternativen zum Umfahren finden sich in Form von ausgewiesenen Radwegen zur Genüge. Der Blick auf unsere Tour und der Abgleich mit der Karte eures Vertrauens (bei uns war es das KOMPASS umfangreiche Wander- und Bike-Kartenset Ruhrgebiet Nr. 821) zeigen diesbezüglich direkt Alternativen auf.
Der MTB Haldencross startet im Westen……und führt östlich bis nach Dortmund
Die Frage des richtigen Bikes…
…können wir an dieser Stelle natürlich nicht eindeutig beantworten, da einige Faktoren eine große Rolle spielen. Das Wichtigste ist, dass man sich auf seinem Bike wohl fühlt und man sich auf sein Bike zu hundert Prozent verlassen kann. Unsere Tour ist so vielseitig gestaltet, dass wir einen guten Allrounder brauchen. Da wir den überwiegenden Teil der Tour auf befestigten Wegen zurücklegen, wäre ein leichtes und gut rollendes Bike empfehlenswert. Einige Trails, wie zum Beispiel auf der Halde Hoppenbruch, stellen höhere Anforderungen an den Fahrer als auch das Bike.
Nicht unerwähnt darf natürlich bleiben, dass viele Halden auch abseits der offiziellen Wege schöne Trails bieten. Diese Trails sind oftmals allerdings am Rande der Legalität entstanden und finden in diesem Werk natürlich keine Beachtung. Wer auf unserem Haldencross für diese „Eventualitäten“ allerdings gewappnet sein will, sollte zu einem guten Enduro greifen. Viele dieser Trails sind sogar im Bereich DH/Freeride anzusiedeln! So sollte man sich also nicht wundern, mit Protektoren und MX-Helm bekleidete Biker und Big Bikes zu sehen.
Die Frage der einzelnen Etappen…
…können wir ebenfalls nicht pauschal beantworten. Hier spielen natürlich die körperlichen Voraussetzungen eine ganz große Rolle. Wir haben die einzelnen Etappen absichtlich klein und übersichtlich gehalten, damit jeder für seine Planung einen guten Ansatzpunkt findet. Oft bietet sich auch ein Quereinstieg bzw. Querausstieg an, schließlich radeln wir hier quer durch eine Metropole! Man ist also nicht gezwungen, den MTB Haldencross in einem Rutsch durchzufahren.
Anmerkung zum MTB Haldencross
Die Angaben in den einzelnen Artikeln erfolgen ohne Garantie, ohne Anrecht auf Vollständigkeit und Aktualität sowie ohne jegliche Verpflichtungen seitens des Autors. Der Autor weist darauf hin, dass das Befahren der Wege nach der Beschreibung eigenverantwortlich geschieht! Die Qualität der Wege und die Fahrbarkeit, auch in Bezug auf die Gesetzeslage, ist vom Reisenden selbst zu prüfen und seinem persönlichen Können anzupassen!
Das Recht der Nutzung von Wegen und Passagen kann sich jederzeit ändern! Straßen und insbesondere Wanderwege unterliegen oftmals Änderungen in Bezug auf Streckenführung, Kennzeichnung, Beschaffenheit und Verkehrsauflagen. Die Beschreibungen der Touren befreien nicht von gesetzlichen Auflagen! Den gesetzlichen Auflagen ist unbedingt Folge zu leisten! Gesperrte Wege und Privatwege, die offensichtlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, dürfen nicht befahren/betreten werden! Sollte dieses Werk in einer Beschreibung einen dieser Punkte verletzt haben, bittet der Autor um sofortige Mitteilung, um die entsprechende Passage im Artikel zu aktualisieren.
MTB Haldencross – Die Tour über die Halden des Ruhrpotts von Andreas Waldera erschien als gedruckte Buch-Version im Jahr 2011 bei der Books on Demand GmbH, Norderstedt (ISBN 978-3-8423-5960-4).
MTB Haldencross: Die Etappen
Auf unserer Reise durch den Ruhrpott werden wir knapp 200 Kilometer und über 2.000 Höhenmeter zurücklegen. Dabei werden wir nicht weniger als 19 Halden erklimmen – mit der Niederrhein Haldenrunde sogar 21 Halden!