Fahrradträger für die Anhängerkupplung: Uebler und Thule im Vergleich

Der Markt an Fahrradträgern für die Anhängerkupplung ist riesig. Besonders zwei Themen bereiten Bikern vor der Anschaffung eines neuen Modells regelrecht Kopfzerbrechen: Das hohe Gewicht von E-Bikes und die Empfindlichkeit moderner Carbonrahmen. Pünktlich zum Ferienstart in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben wir uns vier Top-Modelle für den Transport von zwei Fahrrädern der großen Hersteller Uebler und Thule herausgepickt. Welcher Träger schützt eure teuren Bikes am besten und worauf müsst ihr beim Kauf unbedingt achten?

Fahrradträgern für die Anhängerkupplung

Die Carbon-Falle: Klemmen vs. Zahnbänder

Carbonrohre sind extrem empfindlich gegen punktuellen Druck (Quetschen). Wer eine klassische Schraub-Klemme ohne Gefühl zuknallt, riskiert unsichtbare Risse im Rahmen. Träger mit normalen Klemmen erfordern bei Carbonrahmen daher zwingend einen speziellen Rahmenschutz. Eine gute Lösung moderner Fahrradträger ist die Fixierung mittels flexibler Zahnbänder mit Ratschenfunktion, die das Rohr gleichmäßig und schonend umschließen. Einen besonders materialschonenden Transport verspricht eine rahmenlose Befestigung beispielsweise an der Sattelstütze.

Das Problem mit dem Schienenabstand

Ein schweres E-MTB wiegt ohne Akku meist immer noch 22 bis 25 kg. Der Träger muss daher eine Zuladung von 60 kg insgesamt (30 kg pro Schiene) stemmen können. Doch Hand aufs Herz: Habt ihr beim Kauf schon mal auf den Schienenabstand geachtet? Liegt dieser unter 22 cm, wird es bei modernen, bulligen Boost-Hinterbauten und fetten Federgabeln verdammt eng. Unser Redaktions-Bike zeigt es schmerzhaft: Fette Scheuerstellen an der Kettenstrebe, nur weil die Räder auf einem zu schmalen Träger zu eng beieinanderstanden. Achtet also penibel auf den Abstand!

Fahrradträgern für die Anhängerkupplung
Lackabplatzer und Scheuerstellen durch zu geringen Schienenabstand

Blindflug mit der Rückfahrkamera

Ein Problem, das fast alle Kupplungsträger teilen: Sobald Fahrräder montiert sind, ist die werksseitige Rückfahrkamera des Autos im Grunde blind. Doch auch im leeren Zustand gibt es massive Unterschiede, je nachdem, wie kompakt oder offen ein Träger gebaut ist. Einen besonders innovativen Weg beschreitet Uebler bei der i-Serie, die als spezielle „DC“-Version (Distance Control) angeboten wird. Hier ist eine eigene Einparkhilfe mit Warnsensoren direkt im Kennzeichenhalter des Trägers integriert.

Die Kandidaten im Detail

Uebler – Die Leichtbau-Könige

Uebler i21 (Modelle: S / Z60 / Z90)

Das absolute Flaggschiff von Uebler besticht durch die patentierte, hebellose IQ-Kupplung: Der Träger wird einfach gerade aufgesteckt, nach unten geklappt – fest. Mit nur rund 13 kg Eigengewicht ist er ein Traum beim Handling.

  • Carbon-Check: Vorsicht beim i21 S (nutzt klassische Klemmen). Die moderneren Versionen i21 Z60 und Z90 setzen auf die materialschonenden Zahnbänder mit Ratschenfunktion – absolut ideal für Carbon! Zudem bieten die Z-Modelle satte 24 cm Schienenabstand – damit ist die Gefahr von Scheuerstellen gebannt. Die numerische Bezeichnung bei den Z-Varianten steht übrigens für den Abklappwinkel (60 Grad für normale Heckklappen, 90 Grad für tief reichende Heckklappen bei Vans / Bussen).
  • Kamera-Check: Durch die extrem filigrane, offene Bauweise bleibt die Sicht der Autokamera im leeren Zustand meist frei. Uebler bietet die i-Serie zudem als „DC“-Version (Distance Control) mit integrierten Warnsensoren im Kennzeichenhalter des Trägers an – so piept es auch dann zuverlässig, wenn Fahrräder die Sicht des Autos blockieren.

Uebler X21 S

Der bewährte, faltbare Klassiker im Sortiment. Er wird im Gegensatz zur i-Serie mit einem klassischen, großen Spannhebel auf der Kupplung fixiert.

  • Carbon-Check: Der X21 S nutzt die bekannten, abnehmbaren Abstandshalter mit Schraub-Klemmen. Wer hier ein Carbonbike transportiert, sollte unbedingt den optionalen Uebler-Rahmenschutz verwenden.
  • E-Bike- & Kamera-Check: Voll E-Bike-tauglich (60 kg Zuladung). Er lässt sich extrem kompakt zusammenfalten, verdeckt im zusammengeklappten Zustand am Heck die Rückfahrkamera des Autos im Leerlauf jedoch deutlicher als die i-Serie.

Thule – Die robusten Allrounder

Thule EasyFold XT 2

Der absolute Bestseller von Thule ist extrem robust gebaut, bringt dafür mit knapp 17 bis 18 kg aber auch deutlich mehr Gewicht auf die Waage als die Uebler-Konkurrenz. Er bietet 22 cm Schienenabstand und 60 kg Zuladung.

  • Carbon-Check: Die Haltearme verfügen über die AcuTight-Knöpfe, die beim Erreichen des maximalen Drehmoments „klicken“. Für Carbonrahmen schreibt Thule dennoch den Einsatz des Carbon Frame Protector (Zubehör) vor.
  • Kamera-Check: Der EasyFold klappt sich wie ein geschlossener Koffer zusammen. Dadurch blockiert er die Rückfahrkamera im leeren Zustand am Auto fast vollständig.

Hinweis: Aufgepasst bei Bezeichnungen wie EasyFold XT F 2. Das „F“ steht für das spezielle Fix4Bike-System. Diese Träger passen ausschließlich auf spezielle Anhängerkupplungen, die zwei zusätzliche Zapfen am Kupplungshals besitzen!

Thule Epos 2

Das innovative High-End-Modell von Thule und der absolute Champion für Carbonrahmen. Thule verzichtet hier auf starre Haltearme und nutzt stattdessen teleskopierbare Arme mit verstärkten, flexiblen Riemen.

  • Carbon-Check: Perfekt gelöst. Ihr müsst den empfindlichen Rahmen überhaupt nicht mehr einspannen. Der Arm kann vollkommen frei und materialschonend an der Sattelstütze oder einfach am Hinterrad fixiert werden. Dazu kommt ein gigantischer Schienenabstand von 25 cm – ideal für die fettesten E-MTBs.
  • Kamera-Check: Da die Haltearme flach umgeklappt werden können, steht im leeren Zustand weniger im Weg, was natürlich der Rückfahrkamera zugutekommt.

Übersicht Fahrradträger für die Anhängerkupplung

KriteriumUebler i21 (Z-Serie)Uebler X21 SThule EasyFold XT 2Thule Epos 2
Max. Zuladung60 kg (E-Bike-ready)60 kg (E-Bike-ready)60 kg (E-Bike-ready)60 kg (E-Bike-ready)
Schienenabstand24 cm (sehr groß)22 cm22 cm25 cm (maximal)
KupplungssystemIQ-Kupplung (hebellos)SpannhebelSpannhebel (auch als Fix4Bike „F“)Spannhebel
Carbon-EignungSehr gut (Zahnbänder)Nur mit ProtektorNur mit ProtektorHervorragend (Rahmenlos)
RückfahrkameraSehr gut / Option auf eigene Sensoren (DC)Befriedigend (im Leerbetrieb)Eingeschränkt (Kofferform)Gut (Arme klappbar)

Moderner E-MTB-Dreikampf: Die E-Bike Top-Antriebe der Oberklasse im System-Check

Die E-Bike Top-Antriebe der Oberklasse im System-Check

Wer sich heute ein neues E-Mountainbike in der gehobenen Klasse zulegt, steht vor einer gewaltigen Entscheidung. Der Markt wird nicht mehr nur von einem einzigen Platzhirsch dominiert, sondern hat sich zu einem echten Dreikampf entwickelt. Auf der einen Seite steht die Evolution des unangefochtenen Marktführers, auf der anderen der ewige, sportliche Jäger – und ganz neu im Ring der E-Bike Top-Antriebe mischt ein wilder Tech-Rebell die Szene auf.

Wenn man die aktuellen E-Bike Top-Systeme vergleicht, sieht man eine extrem spannende Entwicklung: Auf der einen Seite steht die etablierte Evolution mit immer feinerer Sensorik, auf der anderen Seite brachiale Kraftpakete von Quereinsteigern. Gerade weil Bosch für die Saison 2026 mit dem großen „Performance Upgrade 2.0“ per Software-Update mächtig nachgelegt hat, brennt E-Bikern eine Frage unter den Nägeln: Brauche ich überhaupt den Newcomer, wenn die Platzhirsche so aufrüsten?“  

Wir schauen uns bewusst nur die drei allgegenwärtigen Kraftpakete von Bosch, Shimano und DJI an, welche die Oberklasse aktuell bestimmen. Yamaha baut zwar technisch hervorragende, extrem langlebige Motoren (wie den PW-X3), aber auf dem europäischen Markt spielen sie im High-End-E-MTB-Bereich eher eine weniger dominante Rolle. Abseits von Giant (die den Motor als Basis für ihren eigenen „SyncDrive“ nutzen) oder Marken wie Raymon sieht man sie deutlich seltener als Bosch oder Shimano.

Die drei Kontrahenten im Überblick

TriebwerkMax. DrehmomentSpitzenleistungCharakter & Fokus
Bosch Performance Line CX (Gen 5)85 Nm (bis 120 Nm via Update)~750 WDer Marktführer: Das smarte, extrem feinfühlige Rundum-sorglos-Paket.
Shimano EP80185 Nm~600 WDer ewige Jäger: Die sportliche, natürliche Alternative für hohe Trittfrequenzen.
DJI Avinox M2S130 Nm (150 Nm im Boost)1500 WDer wilde Newcomer: Brachiale Power und Smartphone-Tech aus der Drohnenwelt.
Die E-Bike Top-Antriebe der Oberklasse im System-Check
Echte Praxis statt cleaner Hochglanz-Prospekte: Die modernen E-Bike Kraftpakete müssen auf dem Trail abliefern – und genau da fühlen sie sich auch am wohlsten.

1. Der Marktführer: Bosch Performance Line CX (Gen 5)

Bosch baut keine Motoren für Nischen, sondern liefert den absoluten Standard für die Masse auf allerhöchstem Niveau.

  • Der Charakter: Das sprichwörtliche „Rundum-sorglos-Paket“. In der neuesten Generation glänzt der CX vor allem durch seine sensorische Intelligenz. Der Motor liest das Gelände und den Fahrerwunsch so präzise aus, dass er quasi die Gedanken erahnt. Er schiebt extrem kraftvoll, überrascht den Fahrer aber nie mit unkontrollierten Ausbrüchen.
  • Die Akku-Philosophie: Striktes, geschlossenes System. Bosch setzt voll auf „Alles aus einer Hand“ mit den neuen, leichten PowerTubes (z. B. 600 oder 800 Wh). Das System läuft absolut stabil, zwingt die Bike-Hersteller aber, ihre Rahmen millimetergenau um die Bosch-Maße herumzubauen.
  • Der Service-Faktor: Unschlagbar. Wer im Urlaub ein Problem hat, findet an fast jeder Ecke in Europa einen Bosch-zertifizierten Händler mit passendem Diagnosegerät.

2. Der ewige Jäger: Shimano EP801

Shimano will das klassische, mechanische Mountainbike-Gefühl nicht durch reine Moped-Power ersetzen, sondern sportlich unterstützen. (Wichtig für Kenner: Die Power-Daten gelten eins zu eins auch für den etwas schwereren Aluminium-Bruder EP6!).

  • Der Charakter: Der „Sportler für Selbermacher“. Der EP801 belohnt eine aktive Fahrweise und hohe Trittfrequenzen. Die mechanische Integration ist phänomenal: Der Motor baut extrem kompakt, was den Herstellern erlaubt, E-MTBs mit einer verdammt schlanken, agilen Silhouette zu bauen.
  • Die Akku-Philosophie: Die totale Freiheit (Open Source). Shimano erlaubt den Herstellern explizit, zertifizierte Akkus von Drittanbietern zu verbauen. Dadurch gibt es am Markt Shimano-Bikes mit gewaltigen 750-Wh- oder sogar über 800-Wh-Akkus. Wer maximalen Spielraum oder optionale Range Extender (Zusatz-Akkus für die Trinkflaschenhalterung) sucht, wird hier fündig.
  • Der Service-Faktor: Extrem stark. Da fast jeder Radladen ohnehin Shimano-Komponenten repariert, ist die Hemmschwelle und die Ersatzteilversorgung im Fachhandel gigantisch hoch.

3. Der wilde Newcomer: DJI Avinox M2S

DJI kommt aus der Drohnenwelt, schert sich nicht um die alten Gesetze der Bike-Branche und wirbelt den Markt aktuell mächtig auf.

  • Der Charakter: Der „Tech-Rebell“. Wer auf nackte Zahlen steht, kriegt hier feuchte Augen. 150 Nm Drehmoment im Boost und bis zu 1500 Watt Spitzenleistung lassen die Konkurrenz auf dem Papier alt aussehen. Gesteuert wird das Ganze über ein knallhartes Smartphone-Display im Oberrohr. Ein Motor für die „Ich will das Neueste und Schnellste“-Fraktion.
  • Die Akku-Philosophie: Das Power-Ökosystem. Um diese brutale Leistung überhaupt abrufen zu können, benötigt das System spezielle Hochleistungszellen. DJI liefert hier hauseigene 700- oder 800-Wh-Akkus, die perfekt auf den enormen Durst des Triebwerks abgestimmt sind.
  • Der Service-Faktor: Das aktuelle Fragezeichen. DJI hat kein gewachsenes, flächendeckendes Händlernetz im Fahrradbereich. Im Servicefall läuft vieles noch direkt über den jeweiligen Bike-Hersteller. Hier bezahlt man den technischen Hype mit dem Risiko von längeren Wartezeiten im Ernstfall.

Fazit für den Kaufentscheid

Es gibt heute nicht mehr den einen besten Motor, sondern das passende System für das eigene Fahrprofil. Bosch bleibt die sicherste Bank für die breite Masse mit perfektem Service. Shimano ist die erste Wahl für sportliche Fahrer, die maximale Flexibilität bei der Akku-Größe und ein natürliches Fahrverhalten suchen. DJI ist das unvernünftige, faszinierende Kraftpaket für absolute Tech-Nerds, die den Status Quo auf den Trails brechen wollen.

TPU-Schlauch und Akku-Pumpe: Hitze-Falle im Pannen-Set

TPU-Schlauch und Akku-Pumpe: Hitze-Falle im Pannen-Set

Um für den Fall der Fälle eines Plattens Gewicht und Platz zu sparen, greifen immer mehr Biker zum thermoplastischen Polyurethan-Schlauch (TPU-Schlauch) statt zu schwerem Butyl. Kombiniert mit einer modernen, elektrischen Mini-Akkupumpe steht somit das vermeintlich perfekte, federleichte Notfall-Set parat. Doch Vorsicht: Wer hier nicht aufpasst, schmilzt sich im Ernstfall das Ventil weg, bevor der Reifen voll ist.

Erzeugen mächtig Hitze im Einsatz: Moderne, leistungsfähige Mini-Akkupumpen können Kunststoffventile beschädigen

Das Problem: Radikaler Leichtbau mit Leichtbau-Kunststoff

Das Prinzip von TPU-Schläuchen basiert auf radikalem Leichtbau. Um jedes Gramm einzusparen, setzen viele Hersteller auf Ventilschäfte aus speziellem Kunststoff, anstatt aus schwerem Messing oder Aluminium. Doch nicht nur beim Schlauch lässt sich ordentlich Gewicht sparen. Die immer beliebter werdenden Mini-E-Akkupumpen kombinieren ihrerseits ein niedriges Gewicht mit einem ultrakompakten, handlichen Gehäuse. Ein scheinbar unschlagbares Duo also?!

Ja, wenn eine sehr wichtige Sache bedacht wird. Mini-E-Akkupumpen entwickeln beim schnellen Aufpumpen systembedingt enorme Hitze am Pumpenkopf. Wird die Pumpe direkt ohne Zwischenstück auf das Kunststoffventil gesetzt, wandert die Hitze ungebremst in das Material. Die Folge: Das Ventil verformt sich, wird undicht und / oder der Kleber an der sensiblen Übergangsstelle zum Schlauch schmilzt. Die vermeintlich schnelle und unkomplizierte Pannen-Hilfe endet damit im Totalschaden.

TPU-Schlauch und Akku-Pumpe: Mit diesen 3 Tipps gehst du auf Nummer sicher

Wer TPU-Schläuche fährt und mobil elektrisch pumpen will, sollte sich daher unbedingt an die Vorgaben der Hersteller halten. Diese weisen in ihren Manuals meist auf die hohe Hitzeentwicklung hin. Sollte kein Verlängerungsschlauch im Lieferumfang enthalten sein, ist dieser oft optional im jeweiligen Shop erhältlich.

  • Den Verlängerungsschlauch nutzen: Niemals die Akkupumpe direkt auf das Kunststoffventil setzen. Ein kleiner, flexibler Zwischenschlauch (Extension Hose) sorgt dafür, dass sich die Hitze auf dem Weg zum Ventil abkühlen kann.
  • Auf das Ventilmaterial achten: Wer ohnehin plant, mit E-Pumpen zu arbeiten, sollte beim Kauf von TPU-Schläuchen gezielt zu Varianten mit verstärkten Metall-Ventilschäften greifen. Diese vertragen die thermische Belastung deutlich besser.
  • Im Notfall pausieren: Wird der Pumpenkopf spürbar heiß, den Pumpvorgang kurz unterbrechen und die Pumpe sowie das Ventil abkühlen lassen.

Special: Euer Klick-Barometer – Was die Fraktur-Community dieses Wochenende bewegt

Der Sommer läuft auf Hochtouren, die Bikes stehen bereit und ein Blick in unsere aktuellen Fraktur Leser-Charts zeigt: Ihr seid mitten in den Vorbereitungen für die nächste große Runde. Egal ob Trail oder schneller Check in der heimischen Werkstatt – diese Themen stehen bei der Fraktur-Community gerade ganz oben auf der Liste. Hier ist unser schneller Samstags-Wegweiser zu euren aktuellen Lieblings-Beiträgen.

1. Im Werkstatt-Visier: Luftdruck und Radumfang

Bevor es auf den Trail geht, wird anscheinend noch ordentlich optimiert. Besonders heiß begehrt sind aktuell unsere praktischen Spickzettel aus der Fraktur-Werkstatt. Habt ihr euren Druck für die nächste Ausfahrt schon gecheckt?

2. Ausrüstung im Fokus: Fahrrad-Brillen und Grip am Lenker

Die staubigen Trails verlangen dem Material gerade alles ab. In unseren Testberichten klickt ihr euch besonders stark durch die Themen Bekleidung, Brillen und Protektoren. Hoch im Kurs stehen dabei diese Praxischecks:

3. Kostengünstiger und schneller Reifen (nicht nur) für Eifel-Trails

Auch unser ganz frischer Test zum Schwalbe X-One Speed schießt in den Charts direkt nach oben. Wer sein Gravelbike für die anspruchsvollen Wege der Region kostengünstig und schnell aufrüsten will, sollte sich den Express-Check auf der Startseite nicht entgehen lassen!

Und jetzt: Helm auf und ab auf die Trails – wir sehen uns irgendwo da draußen!

Schwalbe X-One Speed (HS 483) Dauertest: Eifel-Express im Schnäppchen-Check

Wer sein Gravelbike für die anspruchsvollen Wege der Eifel rüstet, muss nicht immer tief in die Tasche greifen und das neueste High-End-Material kaufen. Im Online-Handel und bei Restposten-Händlern taucht aktuell immer wieder ein alter Bekannter zu echten Kampfpreisen auf: der Schwalbe X-One Speed mit dem bewährten Profil HS 483. ​Wir haben den Reifen in unserem Archiv – gefahren von unserer unvergessenen Gravelspezialistin Andrea (Kimpi), hat dieses Modell nichts geschenkt bekommen.

Eifel-Express im Schnäppchen-Check: Dauertest Schwalbe X-One Speed (HS 483)

​Schwalbe X-One Speed: wenig Widerstand, überraschender Grip

​Schaut man sich das HS 483 Profil aus der Nähe an, fällt sofort die flache, runde Anordnung der Profilblöcke auf der Lauffläche auf. Schwalbe setzt hier auf flache Multi-Rip-Blöcke, die auf hartem Untergrund und trockenem Schotter für einen extrem geringen Rollwiderstand sorgen. Man fliegt förmlich über die Waldwege. ​Für die nötige Sicherheit in den Kurven sorgen die etwas ausgeprägteren Stollen an den Reifenflanken. Gerade auf losem Untergrund krallen sich diese Stollen in den Boden, sobald man das Bike in die Kurve legt. ​Dass es sich beim X-One Speed um einen reinrassigen Rennreifen handelt, spürt man, sobald sich das Wetter ändert. Solange es trocken ist, glänzt das feine Profil. Sobald aber Regen einsetzt und die tiefen Waldböden in matschige Rutschbahnen verwandelt, schwindet der Grip im Gelände spürbar. Die flach profilierte Lauffläche bietet dann kaum noch Führung.

Der Schlüssel zum Erfolg: der richtige Luftdruck

Als waschechter Cross-Reifen ist der X-One Speed traditionell in der schmalen Wettkampfbreite von 33 mm (33-622) erhältlich. Wer den Komfort eines fetten 45 mm Gravelreifens sucht, wird daher definitiv Dämpfung vermissen. Der Reifen will aktiv und präzise gefahren werden. ​Weil der Reifen recht schmal ausfällt, ist der richtige Luftdruck extrem wichtig. Schwalbe gibt hier einen Bereich von 2,8 bis 4,8 Bar an. Wer den Reifen mit Schlauch fährt, sollte sich eher im mittleren bis oberen Bereich bewegen, um Durchschläge (Snakebites) auf groben Wegstrecken zu vermeiden. ​Seine wahre Stärke spielt der Reifen aus, wenn er tubeless gefahren wird. In dem Fall kann der Druck im Gelände getrost bei 3 Bar oder sogar knapp darunter liegen. Das erhöht die Reifenauflagefläche massiv, bringt den nötigen Komfort zurück ins Cockpit und bietet auch auf feuchtem Untergrund mehr Grip.

​Schwalbe X-One RS Evolution Super Race: Der Nachfolger

​Auf der Waage kann der Pneu seine Herkunft aus dem Rennsport nicht verleugnen: In der klassischen Evolution-Variante wiegt der Reifen gerade einmal schlanke ca. 380 Gramm. Das ist im Vergleich zu typischen, schweren Gravel-Reifen (die oft bei 450 bis 550 Gramm liegen) eine echte Ansage und sorgt für eine spürbar agilere Beschleunigung am Berg. ​Wer den Reifen heute nicht mehr als Restposten ergattern kann, findet die moderne Weiterentwicklung dieses Konzepts unter neuem Namen im Laden: Schwalbe X-One RS Evolution Super Race. Er setzt auf eine nochmals überarbeitete, schuppenartige Lauffläche und die modernere Addix-Race-Gummimischung samt „Super Race“-Karkasse für ein noch geschmeidigeres Abrollverhalten. Das extrem niedrige Gewicht von rund 380 Gramm ist geblieben.

Fazit Schwalbe X-One Speed (HS 483)

​Wer den Schwalbe X-One Speed (HS 483) als günstiges Schnäppchen im Netz entdeckt, kann für die trockene Saison, das späte Frühjahr und den goldenen Herbst bedenkenlos zugreifen. Kein Reifen für den tiefen Wintermatsch, aber eine absolute Rakete für schnelle, sportliche Runden in Mittelgebirgen wie der Eifel – und der Beweis, dass man nicht immer das teuerste und neueste Modell braucht, um brutalen Vortrieb und ordentlich Grip zu haben.

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB? Der ultimative Bikevergleich für das Prümtal und die Umgebung

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB?

Wer die schöne Westeifel mit dem Rad erkunden möchte, findet in Prüm die perfekte Ausgangsbasis. Von der geschichtsträchtigen Abteistadt aus eröffnen sich Strecken, die gegensätzlicher kaum sein könnten: von flachen, schnellen Ex-Bahntrassen im Tal bis hin zu den rauen, steilen Höhenzügen des Schneifel-Rückens kommt jeder Radfahrer auf seine Kosten. ​Doch wer hier auf Tour geht, steht unweigerlich vor der Frage, ob eher das sportliche, leichte Gravelbike oder das kraftvolle E-MTB die bessere Wahl ist. ​Wir haben den Härtetest rund um unsere Base in Prüm gemacht und zeigen dir, wo welches Bike die Nase vorn hat.

Auf rauen Pisten hoch über dem Prümtal – wie hier von unserer unvergessenen Andrea zelebriert

​1. Das Revier für Gravel-Spezialisten: Bahntrassen-Flug und breite Forstwege

​Das absolute Filetstück der Region Prüm liegt direkt vor der Haustür: ​Das Pronsfelder „Action-Kreuz“ und der Prümtal-Radweg. Von Prüm aus führt der Radweg flussabwärts über das historische Eisenbahnerdorf Pronsfeld. Bis nach Waxweiler ist die ehemalige Bahntrasse komplett asphaltiert und verläuft wunderschön parallel zur Prüm. Hier fliegt das Gravelbike förmlich dahin.

Unsere Gravel-Tipps für dich:

Prümtal-Radweg: Fahr genau bis Waxweiler! Weiter flussabwärts verläuft der Radweg teilweise über die hügelige Landstraße ohne separaten Radweg – das macht mit dem Rad deutlich weniger Spaß.

Abstecher nach Bleialf: Ab Pronsfeld zweigt eine weitere geniale Bahntrasse ab. Der Weg Richtung Bleialf ist ebenfalls komplett asphaltiert, extrem naturnah und bietet Gravel-Genuss pur. Extrem beliebt ist die Fahrt weiter bis ins belgische St. Vith.

Alternative Nimstal: Wer eine Alternative sucht, wechselt ins benachbarte Nimstal. Auch hier verläuft ein hervorragender Radweg, der sich mit seinem Mix aus feinem Asphalt und perfekt gepflegten Schotterabschnitten („Gravel“) ideal für sportliche Runden eignet.

Der sportliche Uphill: Da die Landstraßen auf die Hochebenen oft keinen Radweg haben, nutzen Graveler abseits der Täler die meist breiten und gut ausgebauten Forst- und Wirtschaftswege – es lohnt sich, sowohl landschaftlich als auch fahrtechnisch.

​2. Das E-MTB-Revier rund um Prüm: Wurzeln, Höhenmeter und das Pronsfelder „Action-Kreuz“

​Sobald man den feinen Asphalt der Täler verlässt und die echten Höhenmeter der Eifel bezwingen will, verschieben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten des E-MTBs. Hier knacken die giftigen Rampen locker die 10 % bis 15 % Steigung – perfekt für satten Motor-Support.

Unsere E-MTB-Tipps für dich:

Pronsfeld Pumptrack und Hochbergtrail: Pronsfeld ist nicht nur für Graveler ein Knotenpunkt. ​Richtung Bleialf wartet ein Pumptrack inklusive Jumpline auf euch. In Richtung Waxweiler kommst du am Ziel des Hochbergtrails vorbei. Wer die Herausforderung sucht, folgt der Beschilderung zum Einstieg. Die Abfahrt ist extremst steil und mit engen Kehren gespickt – hier ist eine sehr gute Fahrtechnik Voraussetzung! Für Gravelbike absolut ungeeignet!

Schönecker Schweiz (Nimstal): Dieses Highlight liegt im benachbarten Nimstal! Dort findest du offiziell ausgewiesene Mountainbikerouten durch eine faszinierende Landschaft. Aber Achtung: Die Strecken sind teilweise mit schönen Wurzelpassagen gespickt. Mit dem Gravelbike macht das hier – abgesehen vom unteren, sehr gut ausgebauten Talweg – schlicht keinen Sinn. Für das E-MTB ist die Schönecker Schweiz ein Traumrevier.

Der Schwarze Mann: Der Höhenzug bei Prüm ist ein Eldorado für Mountainbiker. Wer die breiten, gut ausgebauten Waldwege im Express-Tempo nehmen oder die raueren Naturpfade unter die Stollen nehmen will, ist mit dem E-MTB bestens bedient. Ein beliebtes Ziel ist das Blockhaus oben am Skilift.

Die Wolfsschlucht, der „Hausberg“ direkt vor der Tür: Auf den breiten Waldwegen direkt bei Prüm kann man zwar auch mit dem Gravelbike Spaß haben, aber mit dem Mountainbike erwacht das Gebiet erst richtig zum Leben, weil du spontan jeden Trail links und rechts mitnehmen kannst.

3. Das Angebot für Radfahrer in und um Prüm wächst weiter


​Prüm-Wolfsschlucht: Downhill-Strecke im Bau

In der Wolfsschlucht bei Prüm tut sich was: Hier entsteht aktuell eine offizielle Downhill-Strecke mit Anliegern, Sprüngen und weiteren Spaß-Faktoren. Bis zur Fertigstellung wird es zwar noch etwas dauern, aber Enduro- und Downhill-Fans sollten den Spot definitiv schon jetzt auf dem Schirm haben. Wir bleiben für euch dran!

Radweg-Lückenschluss von Prüm nach Gerolstein im Bau

Neben den bestehenden Routen entsteht gerade ein weiteres Highlight für die Rad-Infrastruktur der Eifel. ​Auf einer Länge von rund 22 Kilometern wird die stillgelegte Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein im Rahmen des Eifel-Ardennen-Radwegs komplett ausgebaut. Nach der geplanten feierlichen Eröffnung im Frühjahr 2028 wird die alte Abteistadt unumstritten DIE Rad-Hauptstadt der Westeifel sein.

4. ​Fazit: Die Base steht – du wählst das Werkzeug

​Rund um Prüm gibt es kein „besser“ oder „schlechter“ zwischen Gravelbike und E-MTB. Wer das entspannte, schnelle Dahingleiten auf den perfekt asphaltierten Ex-Bahntrassen bis Waxweiler oder Bleialf sucht, greift zum Gravelbike. Wer dagegen den Pumptrack testen, sich den extrem steilen Hochbergtrail hinabstürzen, die wurzeligen MTB-Routen der Schönecker Schweiz bezwingen oder die Wolfsschlucht erkunden will, findet im E-MTB die ultimative Allzweckwaffe für die Westeifel.

Respektiere die Natur!

Die Westeifel ist ein sensibler Naturraum. Egal ob mit oder ohne Motor: Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wald-, Forst- und offiziellen Mountainbikewegen, meide illegale Pfade und nimm Rücksicht auf Wanderer und Wildtiere. Das Befahren und die Auswahl der Strecken erfolgt auf eigene Gefahr und sollte immer den persönlichen Grenzen entsprechend angepasst werden.

Werkstatt: Die wichtigsten Drehmomente für dein Mountainbike / E-Bike als Spickzettel

Die wichtigsten Drehmomente für dein Mountainbike

Wer an seinem Fahrrad schraubt, kommt nicht an dem Thema „Drehmoment“ vorbei. Während früher in der Hobbywerkstatt noch oft nach dem Prinzip „Nach fest kommt ab“ gearbeitet wurde, verlangen moderne High-Tech-Komponenten heute höchste Präzision. Zu locker angezogene Schrauben können lebensgefährlich werden, zu fest angezogene jedoch teure Bauteile – insbesondere die aus Carbon – beschädigen. ​Wir haben für dich die wichtigsten Drehmomentvorgaben (Nm) in einem praktischen Spickzettel zusammengefasst.

Die wichtigsten Drehmomente für dein Mountainbike

Drehmoment-Richtwerte für moderne Fahrräder

1. Antrieb und Schaltung

  • SRAM Eagle Transmission (Full-Mount-Schaltwerk): 35 Nm
  • Klassische Schaltwerke am Schaltauge (Shimano & SRAM): 8–10 Nm
  • Kassette (Lockring auf HG-, XD- oder XDR-Freilauf): 40 Nm
  • Shimano Hollowtech-II-Kurbelarm (Klemmschrauben): 12–14 Nm (abwechselnd und gleichmäßig anziehen)
  • Pedale im Kurbelarm: 35–40 Nm (linkes Pedal hat Linksgewinde)

2. Bremsanlage

  • Bremssattel an Gabel oder Rahmen (Postmount): 6–8 Nm
  • Bremsscheibe (6-Loch-Befestigung): 4–6 Nm (über Kreuz anziehen)
  • Bremsscheibe (Centerlock-Verschlussring): 40 Nm

3. Cockpit und Lenkerbereich

  • Bremshebel am Lenker: meist 4–6 Nm
  • Schalthebel am Lenker: meist 3–5 Nm
  • Lenkerklemmung am Vorbau (4-Schrauben-System): 5–6 Nm (über Kreuz und gleichmäßig anziehen)
  • Vorbauklemmung am Gabelschaft: meist 5–6 Nm
  • Lock-On-Griffe mit Klemmring: 1,5–2,5 Nm
Die wichtigsten Drehmomente für dein Mountainbike

Wichtiger Hinweis

Die von uns angegebenen Werte dienen als allgemeine Richtwerte für moderne Mountainbikes, Gravelbikes, Trekkingräder und E-Bikes. Je nach Hersteller, Modelljahr und Bauteil können die vorgeschriebenen Drehmomente abweichen. Alle Angaben sind daher ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Maßgeblich sind immer die Angaben des jeweiligen Komponenten- oder Fahrradherstellers. Insbesondere bei Carbonbauteilen sollten die vom Hersteller vorgegebenen Drehmomente strikt eingehalten und ein kalibrierter Drehmomentschlüssel verwendet werden.

Für sicherheitsrelevante Bauteile wie Bremsen, Lenker, Vorbau und Kurbeln gelten stets die Herstellerangaben als verbindlich.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test: Bezaubernde Mary

Im vergangenen Winter stand bei uns der Test von Mountainbike-Reifen im Fokus. Nasskalte Witterungsbedingungen und die damit verbundenen schwierigen Streckenverhältnisse stellten in Kombination mit wechselnden Untergründen höchste Anforderungen an die Reifen – perfekte Bedingungen also für einen Praxischeck. Einer dieser Reifen war der speziell für den Gravity-Bereich entwickelte Schwalbe Magic Mary Radial Gravity.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test: Bezaubernde Mary

Mit den Radialreifen hat Schwalbe für mächtig Wirbel im Fahrradbereich gesorgt. Das grundlegende Merkmal der neuen Reifen ist die komplett neu gedachte Konstruktion der Karkasse. Die Karkassenfäden, die bei herkömmlichen Fahrradreifen diagonal im 45°-Winkel über den Reifen laufen, sind bei den Radialreifen in einem deutlich stumpferen Winkel angeordnet. Hierdurch wird das Karkassenmaterial kürzer, was wiederum dafür sorgt, dass sich die Karkassenfäden mit weniger Spannung überlappen. Der Reifen verformt sich punktueller und reagiert bei Unebenheiten deutlich flexibler und anpassungsfähiger. Laut Schwalbe bieten die Radialreifen bei gleichem Luftdruck etwa 30 % mehr Auflagefläche als ein vergleichbarer herkömmlicher Reifen. So viel zur Theorie.

Im Test: Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro mit Addix Soft Compound

Für unseren Reifentest auf der Fraktur hatten wir uns für den Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro mit Addix Soft Compound entschieden. Bei Addix Soft handelt es sich um eine Gummimischung, die eine Brücke über viele Bereiche schlägt und sich somit für Enduro und Downhill ebenso eignet wie für All Mountain oder Trail. Wegen der optimierten Kälteeigenschaften ermöglicht Addix Soft zudem einen ganzjährigen Einsatz, also auch im Winter. Weitere Merkmale des Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test sind 67 EPI und TLR. In der von uns getesteten Reifengröße 27.5 x 2.5 bringt der Reifen 1258 Gramm auf die Waage – pro Stück natürlich. Der Preis für den einzelnen Reifen beträgt 79,90 Euro.

Neue Innenkonstruktion, bewährtes Profil-Design

Obwohl die Karkasse des Magic Mary völlig neu konstruiert ist, präsentiert sich das Profil im alt-bekannten Look. Die abgeschrägten Flach-Stollen im Laufflächenzentrum für ein besseres Rollverhalten haben sich ebenso bewährt wie das offene Profildesign und die bissigen Schulterstollen. Anders sieht es bei dem im Fahrrad-Bereich revolutionären Aufbau der Karkasse aus. Tatsächlich macht sich die neue Innenkonstruktion bereits bei der Montage positiv bemerkbar. Die geschmeidige Karkasse ermöglicht ein sehr unkompliziertes Aufziehen des Reifens. Rider, die noch mit Schlauch unterwegs sind und auf einer Enduro-Tour einen Platten bekommen, werden dies besonders zu schätzen wissen.

Getestet haben wir den Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro primär in seinem natürlichen Habitat, und das besonders der Schwerkraft folgend – sprich bergab. Die geschmeidige Reifenkarkasse passt sich Unebenheiten wie Steinen oder Wurzeln perfekt an, wodurch der Reifen enormen Grip aufbaut. Man hat geradezu das Gefühl, dass der Reifen sich förmlich in den Trail beißt. Die im Vergleich zu herkömmlichen Reifen höhere Auflagefläche trägt ihren Teil dazu bei, dass der Reifen gefühlt mit dem Trail verschmilzt. Ob es am Ende wirklich etwa 30 % mehr Auflagefläche ist wie von Schwalbe angegeben, können wir – zumindest was die Bezifferung angeht – nicht beurteilen.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test: Bezaubernde Mary

Auf dem Trail: Bremse auf!

Neben dem fantastischen Grip bietet der Schwalbe Radialreifen durch die geschmeidigere Karkasse eine hohe Dämpfung. Egal ob Steinfelder oder Wurzelteppiche, anvisieren und Bremse auf heißt die Devise. Das bewährte Profil und die weiche Gummimischung erledigen ihren Teil für noch mehr Speed – beim Ballern geradeaus ebenso wie in Kurven. Die spürbare flexiblere Verformbarkeit der Karkasse spricht vor allem Rider an, die bei ihren Rides einen niedrigeren Luftdruck bevorzugen. Natürlich kann der subjektiven Instabilität mit höherem Luftdruck entgegengewirkt werden, allerdings büßt der Reifen dann von seinen Vorteilen ein. Der Schwalbe bietet dann zwar immer noch guten Grip, aber die Fahrcharakteristik gleicht sich der eines herkömmlichen Diagonalreifens an.

Das Rollverhalten des Reifens ist dank der flacheren Mittelsollen für einen Reifen in dieser Klasse recht gut – mit etwas mehr Luftdruck sind sogar weitere Touren kein Problem. Die Begrifflichkeit des „Anker Werfens“ nimmt beim Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro hingegen eine neue Dimension an. Mit unfassbarer Brutalität bringt der Reifen die Bremskräfte auf den Boden. Selbst auf losen Böden beißt sich der Schwalbe Magic Mary Gravity Pro beim Bremsen regelrecht im Untergrund fest und ermöglicht so ein punktgenaues Verzögern in der sprichwörtlich letzten Sekunde. Das offene Profil sorgt zudem für eine gute Selbstreinigung, wodurch der Reifen auch bei matschigen Böden das Brems-Niveau auf Dauer hochhalten kann.

Fazit

Wollen wir nicht lange rumschwafeln: mit dem Magic Mary Radial Gravity Pro ist Schwalbe echt ein großer Wurf gelungen. Der Reifen bietet bei entsprechend geringem Luftdruck einen unfassbaren Grip und erlaubt extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten. Die Bremskraft ist geradezu brutal. Mit höherem Luftdruck büßt der Reifen zwar seine Charakteristik etwas ein, bleibt aber auch hier ganzjährig eine gute Wahl für schnelle Abfahrten.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro mit Addix Soft Compound: Details

  • Ausführung: HS447, Evo, TLR, 67EPI Radial B
  • Compound: Addix Soft
  • Gewicht: 1258 gr. / Stck. (27.5 x 2.5)
  • Preis: 79,90 Euro

Hersteller: www.schwalbe.com