Tatze Sport Grip Lenkergriffe im Test: Die besten MTB Griffe überhaupt?

Tatze Sport Grip 3-Zone Concept Lenkergriffe im Test

Die besten MTB Griffe überhaupt: das behauptet zumindest der in Tirol ansässige Komponentenhersteller Tatze über seine Sport Grip MTB Griffe. Der in drei Griff-Zonen aufgeteilte Lenkergriff soll dem Rider maximale Dämpfung mit minimalem Kraftaufwand gewährleisten. Wir sind mit dem Design & Innovation Award 2024 prämierten MTB Lenkergriff auf Tuchfühlung gegangen.

Trotz der vielen emotionalen Berührungspunkte hält sich die Anzahl der physischen Verbindungen zu unserem Bike tatsächlich stark in Grenzen. Pedale, Sattel und Lenker bzw. Lenkergriffe – das war es auch schon. Umso wichtiger ist es natürlich, diese wenigen Kontaktpunkte für ein optimales Fahrerlebnis ideal abzustimmen. Wieso aber lange nach dem perfekten Lenkergriff suchen, wenn der Komponentenhersteller Tatze mit dem Sport Grip Lenkergriffen nach eigenen Angaben die besten MTB Griffe überhaupt anbietet? Selbstbewusst sind die Tiroler jedenfalls.

Aufbau der Tatze Sport Grip 3-Zone Concept Lenkergriffe

Aufgeteilt ist der Tatze Sport Grip Lenkergriff in drei unterschiedliche Zonen. Die abgeflachte, mit Lamellen besetzte obere Druckzone soll Kraftspitzen und Vibrationen abbauen. Der nach außen hin zunehmende Flügel vergrößert die Druckzone, wodurch der Effekt weiter verstärkt werden soll. Die vorne befindliche Henkelzone ist ebenfalls leicht ergonomisch geformt und verfügt über spezielle Einkerbungen für die mittleren Fingerglieder. Die Klemmzone an der Unterseite des Griffes soll den Fingerspitzen einen sehr guten Halt sowie eine effektive Umschließung des Griffs gewährleisten.

Die Kontaktfläche des Griffs weist eine Breite von etwa 133 Millimetern auf, der Durchmesser liegt im Bereich zwischen 32 und 34 Millimetern. Für eine sichere Fixierung der Griffe sorgt die vom Lenkerende abgewandte Klemmung. Das Gewicht des Pärchens beziffert unsere Waage mit 110 Gramm. Angeboten werden die Tatze Sport Grip 3-Zone Concept Lenkergriffe zum Preis von 29,50 Euro als Pärchen in den Farben Schwarz, Blau, Rot oder Orange sowie als Bi-Color-Set mit unterschiedlichen Farben für den rechten und linken Griff.

Getestet haben wir die Tatze Sport Grip 3-Zone Concept Lenkergriffe in den Bereichen Trail und Tour. Da es sich um eine sehr individuelle Komponente handelt, darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Lenkergriffe mit relativ großen Händen (Handschuhgröße 9) getestet wurden. Bei kleineren Händen kann sich eventuell ein anderes Fahrgefühl einstellen. Letztendlich kann mit den Tatze Lenkergriffen kein Fehler gemacht werden: sollte der Griff nicht überzeugen, kann dieser im Rahmen der erweiterten Garantie selbst mit geringen Gebrauchsspuren zurückgeschickt werden.

Die Lenkergriffe von Tatze im Test

Die Montage der Griffe ist dank der Klemmung mit wenigen Handgriffen erledigt. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die Griffe seitenspezifisch sind. Aufgrund des ergonomischen Designs müssen die Griffe zudem individuell ausgerichtet werden. Das war es dann aber schon. Eine Lenkerendkappe wird nicht benötigt, da der Griff an der Außenseite des Lenkers geschlossen ist. Die Klemmung mit 3 Nm gewährleistet einen sicheren Sitz der Griffe – unabhängig von der Krafteinwirkung und den Witterungsverhältnissen

Der Griff liegt gut in der Hand und die Finger finden sich sofort in den Fingermulden ein. Aufgrund der Lamellen ist das Griffvolumen etwas höher als bei herkömmlichen Lenkergriffen, was wir aber weder auf dem Trail noch auf Touren als negativ empfanden. Im Gegenteil: die Dämpfung sorgt für ein sehr angenehmes Fahren, ohne dass sich hierbei ein schwammiges Gefühl bemerkbar macht. Das Lenkfeeling ist also immer noch on point, aber mit etwas mehr Komfort als bei herkömmlichen Griffen.

Tatze Sport Grip 3-Zone Concept Lenkergriffe im Test

Unterstützend wirkt hier besonders auf Touren der Flügel zur Abstützung der Handfläche und Entlastung des Handgelenks. Rider mit Handgelenksproblemen könnten hier eine Lösung für ihr Problem finden. Wichtig ist auf jeden Fall die optimale Ausrichtung der Griffe. Das angenehme Griffgefühl setzt sich auch mit Blick auf die Gummimischung fort. Die Griffe bieten enormen Grip egal ob mit oder ohne Handschuhen. In Kombination mit der Belüftung des Griffs wird selbst bei schwitzigen Händen optimaler Halt gewährleistet.

Fazit

Wer die Vorteile eines ergonomischen Griffs sucht, aber gleichzeitig auf eine dezente Formgebung wert legt, sollte die Tatze Sport Grip 3-Zone Concept Lenkergriffe genauer ins Visier nehmen. Das Griffgefühl ist trotz des etwas dickeren Umfangs sehr gut. Wer auf dünne Griffe steht, könnte mit den Tatze Lenkergriffen allerdings Probleme bekommen – gleiches gilt für Rider mit kleineren Händen. Leider wird der Griff nur in einer Größe angeboten. Da Tatze allerdings eine erweiterte Garantie auf das Produkt gibt, kann beim Kauf eigentlich nichts falsch gemacht werden.  

Details Tatze Sport Grip Lenkergriffe

  • Verfügbare Farben: Vier Farboptionen sowie sechs Bi-Color-Varianten
  • Durchmesser: 32 – 34 mm
  • Kontaktflächenbreite: 133 mm
  • Gewicht: 110 Gramm
  • Preis: 29,50 Euro (30 Tage erweitertes Rückgaberecht)

Web: www.tatze-bike.com

Werkstatt: CO2-Kartuschen Reifenluftdruck-Tabelle

Sie sind klein, leicht und stecken voller „Power“: CO2-Kartuschen. In Kombination mit einem entsprechenden Adapter lassen sich Reifen mit wenigen Handgriffen in kürzester Zeit aufpumpen. Die Zeitersparnis gegenüber einer Minipumpe ist enorm, weshalb besonders bei Radrennen eigentlich kein Weg an der CO2-Kartusche vorbeiführt.

Werkstatt: CO2-Kartuschen Reifenluftdruck-Tabelle

Die CO2-Kartusche bietet viele Vorteile, aber auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählen das geringe Gewicht und die kompakte Größe, wodurch die Kartusche überall Platz findet – in der Mini-Satteltasche ebenso wie in der Trikottasche. Während das Aufpumpen eines Fahrradreifens mit einer Minipumpe eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit ist, geschieht dies mit der kleinen Patrone nicht nur extrem schnell, sondern zugleich ohne Kraftaufwand. Wichtige Voraussetzung: der zum Ventil passende Adapter muss natürlich an Bord sein.

Die Frage, ob eine CO2-Patrone bei der Montage eines Tubeless-Reifens einen Kompressor ersetzen kann, würden wir eher mit nein beantworten. Mit Hilfe einiger Tricks kann es unter Umständen möglich sein, aber prinzipiell reicht das Volumen nicht aus. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kommt daher nicht an einem Kompressor oder einem speziellen Booster vorbei. Daher bietet die CO2-Kartusche bei der Montage eines TL-Reifens gegenüber einer Mini-Handpumpe keine Vorteile und ist in diesem Fall eher ein Schuss in den Ofen.

CO2-Kartusche: Viele Vorteile, aber auch Nachteile

Die CO2-Kartusche hat auch Nachteile gegenüber einer Mini-Handpumpe. So begrenzt die Anzahl der mitgeführten Patronen die maximal möglichen Reifenpannen. Eine angestochene Patrone kann zwar weiterverwendet werden, sollte diese aber leer sein, ist natürlich Ende im Gelände. Es macht also durchaus Sinn, mehr als nur eine Kartusche mitzuführen. Das geht wiederum zu Lasten des Gewichts. Bei Verwendung von Dichtmilch sollte zudem eine Freigabe des Herstellers für die Nutzung von CO2-Patronen vorliegen.

Der größte Nachteil ist allerdings der entstehende Müll. Die leeren Kartuschen können zwar als Altmetall entsorgt und hierdurch recycelt werden, aber letztendlich kann dies durch Nutzung einer Handpumpe komplett vermieden werden. Wer sich für CO2-Patronen entscheidet, sollte darauf achten, ob es sich um Ausführungen mit oder ohne Gewinde handelt. Im Fahrradbereich kommen üblicherweise Gewinde-Kartuschen zum Einsatz. Neulinge sollten zudem den Umgang vorher üben. Eine Patronen-Umhüllung und Handschuhe schützen die Finger vor der beim Gebrauch der Kartusche entstehenden Kälte.

CO2-Kartuschen Tabelle: möglicher Reifenluftdruck mit 16 g / 25 g Patrone

Wie hoch der mögliche Reifenluftdruck mit einer CO2-Kartusche ist, hängt natürlich vom Inhalt ab. Im Radbereich kommen meist 16 oder 25 Gramm Kartuschen mit Gewinde zum Einsatz. Bei den in der Tabelle angegebenen Werten handelt es sich nur um ungefähre Angaben. Der mögliche Reifenluftdruck ist auch vom Hersteller, Adapter, der Dichtigkeit der Verbindung, dem Ventil und nicht zuletzt vom Reifen selbst abhängig. Viele Faktoren also, die eine genaue Bestimmung unmöglich machen. Daher sollte bei der Berechnung der benötigten Kartusche(n) immer eine Abweichung berücksichtigt werden.

Reifengröße16 g Kartusche25 g Kartusche
700x23c~ 8,5 bar 
700x25c~ 7,5 bar 
700x28c~ 6,0 bar~ 8,5 bar
700x35c~ 4,1bar~ 5,7 bar
700x38c~ 3,8 bar~ 5,2 bar
700x40c~ 3,5 bar~ 4,7 bar
26×2.2~ 2,5 bar~ 3,0 bar
26×2.4~ 1,9 bar~ 2,8 bar
27.5×2.4~ 1,6 bar~ 2,7 bar
27.5×2.8~ 1,0 bar~ 2,1 bar
27.5×3.0~ 0,7 bar~ 1,8 bar
29×2.25~ 1,6 bar~ 2,8 bar
29×2.4~ 1,5 bar~ 1,9 bar

Werkstatt: Radumfang messen / Tabelle

Wer seinem Bike-Computer zuverlässige Fahrwerte und Tourendaten entlocken möchte, muss vorab den Radumfang abspeichern. Je präziser diese Angabe ist, desto genauer sind natürlich die Fahrdaten. Eine pauschale Antwort gibt es diesbezüglich leider nicht, da verschiedene Faktoren den Reifenumfang maßgeblich beeinflussen. So spielt nicht nur der verwendete Reifen selbst eine große Rolle, sondern auch der Luftdruck sowie das Gewicht des Bikes mit Rider.

reifenumfang-fraktur-magazin

Radumfang messen

Am genauesten ist die Ermittlung des Radumfangs durch individuelles Nachmessen. Neben dem verwendeten Reifen fließen so auch der Luftdruck und das Gesamtgewicht (Bike und Rider) ins Messergebnis ein. Für die Ermittlung des Reifenumfangs muss auf ebener Strecke eine komplette Radumdrehung zurückgelegt werden. Die „Fahrt“ muss stehend oder sitzend erfolgen, zudem darf hierbei keine Lenkbewegung das Ergebnis verfälschen. Vor der Messung mit Kreide den tiefsten Punkt des Reifens sowie den Boden mit einem Strich markieren, danach genau eine Radumdrehung zurücklegen – die Markierung des Reifens muss wieder am tiefsten Punkt sein. Boden markieren und die Distanz zwischen den Bodenmarkierungen in mm messen. Voila, das war’s!

Radumfang Tabelle

Wer keine Lust oder Zeit hat, den Reifenumfang zu messen, kann auch auf die Werte in unserer Tabelle zurückgreifen. Hierzu wird lediglich die ETRTO Angabe auf der Reifenflanke benötigt. Die Bezeichnung beinhaltet die Breite (erster Wert) und den Innendurchmesser (zweiter Wert) des Reifens. Auch so lässt sich der Reifenumfang bestimmen. Allerdings handelt es sich nur um ungefähre Werte, die in der Praxis abweichen können.

26 Zoll

35-559: 1990 mm
37-590: 2100 mm
40-559: 2030 mm
47-559: 2050 mm
50-559: 2075 mm
52-559: 2085 mm
54-559: 2100 mm
57-559: 2120 mm
60-559: 2160 mm
62-559: 2170 mm

26 Zoll – Fatbike

110-559: 2320 mm

27,5 Zoll

54-584: 2195 mm
57-584: 2215 mm
60-584: 2240 mm

28 Zoll

20-622: 2110 mm
23-622: 2125 mm
25-622: 2135 mm
28-622: 2150 mm
30-622: 2160 mm
32-622: 2170 mm
32-630: 2220 mm
35-622: 2185 mm
37-622: 2200 mm
40-622: 2220 mm
40-635: 2250 mm
42-622: 2230 mm
47-622: 2250 mm
50-622: 2280 mm
54-622: 2295 mm
60-622: 2350 mm

29 Zoll

54-622: 2310 mm
57-622: 2330 mm
60-622: 2340 mm

VEE Tire Crown GEM Reifen für XC und Trail: Die schnelle Pelle im Test

VEE Tire Crown GEM Reifen für XC und Trail: Die schnelle Pelle im Test

Nach dem VEE Tire Flow Snap hatten wir mit dem VEE Tire Crown GEM einen weiteren MTB Reifen des taiwanischen Herstellers im Test. Empfohlen wird der Reifen für Tour und All Mountain, knifflige Cross-Country Strecken, technische Enduro-Trails sowie Down-Country. Fast schon zu schön und vielseitig, um wahr zu sein. Kurze Rede, langer Sinn: wir haben den Reifen aufgezogen und in unterschiedlichsten Bereichen getestet.

Vor wenigen Wochen hatten wir mit dem VEE Tire Flow Snap bereits einen Reifen des aus Taiwan stammenden Herstellers im Test. Die Allroundeigenschaften des Reifens konnten uns im Bereich All Mountain und Enduro absolut überzeugen, und das sogar bei matschigen Bodenverhältnissen. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen an den Crown GEM Reifen, der laut VEE Tire in jeder Situation funktioniert – egal bei welchem Wetter, egal in welchem Gelände. Das breite Einsatzspektrum von Tour und All Mountain über für knifflige Cross-Country Strecken bis hin zu technischen Enduro-Trails lässt aufhorchen.

Flaches Profil mit eng angeordneten kleinen Stollen

Angeboten wird der VEE Tire Crown GEM in unterschiedlichsten Größen, Breiten und Ausführungen. Das Spektrum reicht von 26“ bis 29“ – und wird durch Plus-Reifen und E-Bike Ready Versionen ergänzt. Die Auswahl ist also groß und spricht somit eine große Nutzerschicht an. Wir hatten im Test den Reifen in den Größen 29×2.30 und 27.5×2.35 mit Dual Control Compound und Skinwall Synthesis. Das Gewicht der 90 TPI Reifen liegt bei 851 Gramm (27.5“) bzw. 973 Gramm (29“). Beide Reifen sind natürlich Tubeless-Ready und kosten in der uns vorliegenden Version jeweils 24,95 Euro.

Wie der VEE Tire Flow Snap baut auch der VEE Tire Crown GEM relativ breit und wirkt somit im Vergleich zu Reifen anderer Hersteller mit gleichen Maßen sehr voluminös. Das flache Profil mit den eng angeordneten kleinen Stollen sorgt nicht nur für ein niedriges Gewicht, sondern verspricht zudem wenig Rollwiderstand. Die Reifen lassen sich mit wenig Kraftaufwand montieren und sitzen sofort ohne Unwucht passgenau auf der Felge. Um die Pannenanfälligkeit des Reifens zu testen, sind wir den Crown GEM mit Schläuchen gefahren. Getestet haben wir den Reifen auf verschiedenen Untergründen wie Asphalt, Waldboden und Schotter bei Regen sowie im Trockenen.

Dual Control Compound aus zwei Arten von Materialien

Neben dem Profil spielt natürlich die Gummimischung eine entscheidende Rolle bezüglich des Grips, der Traktion, des Rollwiderstandes und der Haltbarkeit. Für Geschwindigkeit und Kontrolle besteht Dual Control Compound aus zwei Arten von Materialien. Mit einer Härte von 56a in der Mitte und einer weicheren 48a an den Seiten soll der Crown GEM Mountainbike-Reifen wenig Rollwiderstand mit ausgezeichneten Kurveneigenschaften kombinieren. Damit unterscheidet sich das von uns getestete DCC Modell deutlich von dem ebenfalls mit Tackee Compound erhältlichen Reifen. TC weist eine Härte von 48a sowohl in der Mitte als auch an den Seiten auf.

VEE Tire Crown GEM Reifen für XC und Trail: Die schnelle Pelle im Test

Die flache Profilgestaltung mit den eng angeordneten kleinen Stollen ermöglicht in Verbindung mit der festeren Gummimischung in der Mitte der Lauffläche auf harten und trockenen Trails ein sehr effizientes Vorankommen. Dank des geringen Rollwiderstandes lässt sich das Bike nicht nur schnell beschleunigen, sondern ebenso mit maximaler Warp-Geschwindigkeit die Berge hochtreten. Das gilt für Asphalt ebenso wie für harte Waldböden und Feldwege. Die weicheren Stollen am Rand sorgen für ausreichend Grip in den Kurven. Bezüglich des Bremsverhaltens weiß der VEE Tire Crown GEM ebenso zu begeistern.

Anders sieht es hingegen bei Nässe und vor allem auf losen oder matschigen Untergründen auf. Hier reißt der Grip ohne Vorwarnung abrupt ab und lässt den Reifen unter diesen Gegebenheiten unberechenbar werden. Bei diesen Bedingungen zeigen sich die Nachteile des Reifen-Designs – was im Trockenen zu begeistern vermag, kehrt sich bei Nässe ins Gegenteil um. Auf schlammigen Trails, wo der VEE Tire Flow Snap in einem vorherigen Test der Fraktur unfassbar gut war, waren wir mit dem VEE Tire Crown GEM selbst nach mehrmaligem Absenken des Reifenluftdrucks teilweise lost. Zum Abschluss des Tests dann aber noch zwei sehr positive Eigenschaften: der Verschleiß des Reifens ist absolut vernachlässigbar und auch die Pannensicherheit ist top.

Fazit

Auf trockenen und harten Böden kann der VEE Tire Crown GEM seine Stärken voll ausspielen: der Reifen eignet sich perfekt für XC- und Trail-Runden, wo es auf schnelle Zeiten und hohe Effizienz ankommt. Allerdings konnte uns der Crown GEM mit DCC bei nassen und matschigen Verhältnissen nicht überzeugen. Auch auf losen Schotterwegen ist der Reifen weit weg von einem souveränen Fahrverhalten. Unserer Meinung nach handelt es sich somit nicht um einen Allrounder, sondern um einen Spezialisten für trockene, harte Untergründe – und hier schlägt sich die schnelle Pelle von VEE Tire hervorragend. Sehr großes Potential sehen wir dank der Verfügbarkeit in 26″ ebenfalls im Bereich Pumptrack und 4X.

VEE Tire Crown GEM: Details

  • Gummimischung: Dual Control Compound
  • Karkasse: Skinwall Synthesis
  • Eigenschaften: TLR, 90 TPI
  • Gewicht: 851 Gramm (27.5 x 2.35), 973 Gramm (29 x 2.30)
  • Preis: 24,95 Euro

Webwww.veetireco.de

VEE Tire Flow Snap Reifen im Test: Der perfekte Allrounder?

Wer alle möglichen Streckeneigenschaften in kompakter Form auf einem einzigen Trail vorfinden möchte, der ist in den deutschen Mittelgebirgen wie der Eifel goldrichtig. Schlammige Passagen wechseln sich mit trockenen ab, Laub- und Mischwälder gehen harmonisch ineinander über und der Boden geizt nicht mit Wurzeln und Steinen. Keine Frage, hier braucht es den perfekten Allrounder. Kann der VEE Tire Flow Snap Reifen die hohen Anforderungen erfüllen?

VEE Tire Flow Snap Reifen im Test: Der perfekte Allrounder?

Für klar definierte Anforderungen bieten sich Spezialisten an, die einen ganz bestimmten Bereich perfekt abdecken. Bei der Entwicklung neuer Reifen-Modelle können die Ingenieure auf feste Parameter zurückgreifen und dementsprechend agieren. Nicht so bei Allroundern. Diese müssen unterschiedlichste Anforderungen erfüllen – und das so gut wie möglich. Das gelingt den Reifen-Herstellern mal mehr, aber auch mal weniger gut. Auf der Suche nach dem perfekten Allrounder sind wir auf den VEE Tire Flow Snap Reifen gestoßen. Auf der Internetseite bezeichnet der aus Taiwan stammende Hersteller den Reifen als Enduro-König. Das lässt aufhorchen.

Reifen mit Tackee Compound und Enduro Core Karkasse

Angeboten wird der Flow Snap in unterschiedlichen Ausführungen und Größen als universeller Gravityreifen von Schlamm über trockenes bis hin zu losem Gelände. Der Reifen ist sogar als 26″ Variante verfügbar. Im Rahmen des Tests haben wir uns für den Reifen mit Tackee Compound und Enduro Core Karkasse in Skinwall-Ausführung entschieden. Enduro Core ist laut VEE Tire die richtige Wahl, um Abfahrten standzuhalten und gleichzeitig die Klettereigenschaften zu erhalten. Die 1-lagige Ummantelung in Verbindung mit der reduzierten Apex-Festigkeit soll der perfekte Gewichtskompromiss für die Anforderungen im Bereich Enduro und Super Trail sein.

Die Montage des VEE Tire Flow Snap geht sehr fix von der Hand. Ohne großen Kraftakt lässt sich der Reifen unkompliziert auf die Felge hieven. Hilfe in Form eines Reifenmontagemittels wird nicht benötigt. Der Reifen sitzt sofort passgenau ohne Unwucht in der Felge. Montiert haben wir den Reifen in zwei Ausführungen: vorne den Flow Snap in der Dimension 29 x 2.35, hinten in 27,5 x 2.35. Weitere Eigenschaften sind TLR und 72 TPI, das von uns gemessene Gewicht liegt bei 1079 Gramm (27,5 x 2.35) bzw. 1280 Gramm (29 x 2.35). Montiert baut der Reifen recht breit und steht 2.4er Modellen anderer Hersteller (auf der gleichen Felge) in nichts nach.

VEE Tire Flow Snap: Besonders souverän auf Waldböden

Auf dem Trail wurden wir von den Fahreigenschaften des VEE Tire Flow Snap regelrecht geflasht. Mit der weichen Tackee Compound Gummimischung verspricht der taiwanische Hersteller nicht zu viel. Die markanten Mittelstollen und die äußeren, seitlich versetzten Stollen, die nicht weniger markant designt sind, beißen sich regelrecht im Trail fest. Selbst bei Nässe überzeugt der Reifen durch eine überdurchschnittlich gute Fahrperformance. Spurtreu lässt sich der VEE Tire Flow Snap über den Trail lenken. Im Grenzbereich verliert der Reifen kurzzeitig den Grip, packt dann aber sofort wieder und ermöglicht so das Beibehalten der Linie.

Sein Potential musste der Flow Snap auf unterschiedlichsten Untergründen und Witterungsverhältnissen unter Beweis stellen. Besonders souverän verhält sich der Reifen auf Waldböden – egal ob trocken, halbtrocken oder nass. Das offene Profil gewährleistet bei schlammigen Böden zudem eine gute Selbstreinigung und trägt somit zum Grip und zur Traktion bei. Ebenfalls überzeugend sind die vorbildlichen Eigenschaften beim Bremsen. Selbst bei harten Bremsmanövern weiß der Reifen durch Spurtreue zu überzeugen. Auf Schotterpisten schwimmt der Reifen allerdings etwas auf, bleibt dabei aber dennoch gut beherrschbar.

Begeistert hat uns der hohe Durchschlagsschutz, dem sogar kernige Wurzelpassagen nichts anhaben können. Plattenanfälligkeit ist für den VEE Tire Flow Snap ein Fremdwort. Doch nicht nur bergab, sondern auch bergauf kann der Reifen punkten. Auf Enduro-Touren gewährleistet der Flow Snap bei Uphills in schwierigen Passagen eine gute Traktion. Trotz der weichen Gummimischung lässt sich der Reifen gut bergauf treten, wobei natürlich nicht die Leichtfüßigkeit einer XC-Rennpelle erwartet werden darf. Dann wäre natürlich noch der Punkt Verschleiß. Weiche Gummimischungen neigen zum hohen Abrieb, aber selbst hier überrascht der VEE Tire Flow Snap. Der Verschleiß hält sich absolut in Grenzen und rundet den sehr guten Eindruck des Reifens ab.

Fazit

Der perfekte Allrounder? Nach dem Test können wir sagen: verdammt nah dran! Der VEE Tire Flow Snap bietet auf nahezu allen Böden unglaublichen Grip. Egal ob trocken, halbtrocken oder nass, auf den Reifen ist Verlass. Ganz leichte Schwächen leistet sich der Reifen lediglich auf Schotterpisten, bleibt aber dennoch immer kontrollierbar. Der Rollwiderstand ist angesichts des enormen Grips erstaunlich gut und ermöglicht so auch anspruchsvollere Enduro-Touren. Mit seinem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis ist der VEE Tire Flow Snap die ideale Wahl für alle Rider, die einen zuverlässigen Reifen mit Top-Performance suchen.

VEE Tire Flow Snap: Details

  • Gummimischung: TC – Tackee Compound
  • Karkasse: Enduro Core (Skinwall),
  • Eigenschaften: TLR, 72 TPI
  • Gewicht: 1079 Gramm (27.5 x 2.35), 1280 Gramm (29 x 2.35)
  • Preis: 49,95 Euro

Web: www.veetireco.de

Never2Far RNG Drop Bar Bell: Die Lenkerend-Klingel für Road und Gravel im Test

Laut StVZO müssen Fahrräder mit mindestens einer helltönenden Glocke ausgestattet sein – so besagt es jedenfalls § 64a Einrichtungen für Schallzeichen. Am Rennrad und am Gravelbike wirkt eine herkömmliche Fahrradklingel jedoch eher wie ein störender Fremdkörper, der die cleane Optik beeinträchtigt. Eine gute Lösung verspricht die Never2Far RNG Drop Bar Bell dank cleverer Montage-Idee.

Never2Far RNG Drop Bar Bell: Die Lenkerend-Klingel für Road und Gravel im Test

Wie man’s auch macht, ist es ja bekanntlich falsch. Bin ich mit meinem Gravelbike zügig auf dem Radweg oder im Gelände unterwegs, kommt es unweigerlich zu Situationen, in denen ich mich bemerkbar machen muss oder möchte. Sei es einfach, um auf mich aufmerksam zu machen, sei es, um den Hundehalter vorzuwarnen oder das Ehepaar, das sich über die gesamte Breite des Weges verteilt hat, um mehr Platz zu bitten.

Nun ist meine Stimme nicht die lauteste, und wenn ich erst einmal in Hörweite bin, ist es eh zu spät. Aber auch die Klingel war bislang nicht immer die beste Lösung – allein schon wegen der störenden Optik und der oft ungenügenden Lautstärke: Mit noch ausreichend Abstand überhört, sorgte sie beim Näherkommen eher für empörtes Erschrecken sowie unkontrollierte (und unnötige) Ausweichsprünge in alle Richtungen.

Never2Far RNG Drop Bar Bell: Die Lenkerend-Klingel für Road und Gravel im Test

Um es direkt vorweg zu nehmen: die Road’N’Gravel (RNG) Klingel von NEVER2FAR überzeugt auf ganzer Linie. Das kleine Kraftpaket mit einem Durchmesser von ca. 3 cm und einem Gewicht von nur 53 g macht einen sehr hochwertig verarbeiteten Eindruck. Mit Druck auf den gefederten Messingklöppel wird durch den Messingdom eine anhaltend laute, kaum zu überhörende Schwingung erzeugt.

Besonders clever ist die Montage-Idee: Die Never2Far RNG Drop Bar Bell wird an einem Lenkerende angebracht und ersetzt dort den Lenkerstopfen. Dank des im Lieferumfang enthaltenen Innensechskantschlüssels ist die Montage dann auch in weniger als 2 Minuten erledigt, das Lenkerband muss nicht neu gewickelt werden. Die Lenkerend-Klingel sitzt bombenfest und fügt sich schick und dennoch ganz unauffällig in die Bike-Optik ein.

Die Positionierung am Lenkerende schafft nicht nur ein sehr cleanes Erscheinungsbild am Lenker, sondern bietet darüber hinaus auch ein Plus an Sicherheit: Da ich – vor allem im Gelände – oft im Unterlenker unterwegs bin, um mehr Kontrolle über mein Bike zu haben, ist kein Umgreifen mehr notwendig, um die Klingel zu bedienen. Ich kann also wesentlich schneller reagieren wenn plötzlich ein Fußgänger auftaucht – und rechtzeitig auf mich aufmerksam machen.

Never2Far RNG Drop Bar Bell: Die Lenkerend-Klingel für Road und Gravel im Test

Fazit

Klein aber oho: Sehr feines, praktisches und StVZO konformes Sicherheitsgadget fürs Rennrad oder Gravelbike. Kinderleichte, schnelle und sichere Montage, optisch dezent am Lenkerende. Für alle gängigen Lenkerdurchmesser von 22,2 bis 23,8 mm geeignet. Lauter Klang, mit dem man sich rechtzeitig bemerkbar machen kann, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu erschrecken.

Produktdetails Never2Far RNG Drop Bar Bell

  • In verschiedenen Farben erhältlich, im Test: blau
  • Gewicht: 53 Gramm
  • Preis: 18,90 Euro

Web: www.never2far.com

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Das in Pulheim bei Köln ansässige Unternehmen GermanXia hat sich auf Mobilität im E-Bike Bereich spezialisiert. Neben Komplettbikes umfasst das Portfolio auch verschiedene Umrüstsätze, mit denen ein herkömmliches Fahrrad zum E-Bike umgerüstet werden kann. Einen besonders unkomplizierten Umbau verspricht der GermanXia E-Bike Vorderrad-Umrüstsatz, da hier grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wir wollten wissen: wie unkompliziert ist der Umbau wirklich und wie bewährt sich der Antrieb im Praxistest?

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Im Test: GermanXia Vorderrad-Antrieb mit LED Display und PAS-Sensor

Die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten der GermanXia E-Bike Umrüstsätze ermöglichen einen sehr individuellen Aufbau des Fahrrades zum Pedelec. Angeboten wird der bürstenlose, wartungsfreie 250 Watt Vorderrad-Nabenmotor in Kombination mit Laufrädern von 20 bis 28 Zoll. Der Vorderrad-Nabenmotor ist speziell auf die Laufradgröße abgestimmt. Für die Begrenzung der Unterstützung auf maximal 25 km/h sorgt ein interner Hallsensor. Wir hatten im Test die 26 Zoll Version als Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Bei der Bestellung müssen die Einbaubreite und die Möglichkeit der Scheibenbremsmontage explizit angegeben werden. Auch bei den Akkus bietet GermanXia mehrere Optionen an. Aufgrund der universellen Verwendbarkeit haben wir uns für einen 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku entschieden.

E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile

Erstaunlich ist der Blick auf die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln – das war es schon. Das Gesamtgewicht in unserer Ausführung beträgt knapp 6,6 Kilogramm, den größten Teil davon beanspruchen der Akku mit 2933 Gramm und das Laufrad mit 2891 Gramm. Die Komponenten machen einen hochwertigen Eindruck. Das Vorderrad ist sauber eingespeicht und zentriert. Die Verwendung von dickeren Speichen in Kombination mit der robusten 36-Loch Alu-Felge spricht für den Qualitätsanspruch des Herstellers. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen zudem eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht.

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Es geht los: Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers

Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der Trinkflaschenakku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Wir haben beides ausprobiert. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.

Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und definitiv Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann – wie in unserem Fall – eines individuellen Lösungsansatzes. Spätestens hier zeigt sich, dass der Umbau nicht mit wenigen Handgriffen erledigt ist.

Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung

Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Das trägt nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen werden. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.

Konfiguration des Systems entfällt

Nach dem E-Bike Umbau kann der GermanXia Vorderrad-Antrieb sofort in Betrieb genommen werden. Da eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Das Aufladen des Akkus kann direkt am Bike oder auch nach Entnahme des Akkus erfolgen. Die seitliche Entnahme aus dem Akkuhalter heraus ermöglicht selbst auf engem Raum ein unkompliziertes Handling des Energiespeichers. Durchdacht ist ebenfalls die kleine Griffmulde für ein einfacheres Tragen. Ein weiteres Feature ist die Diebstahlsicherung des Akkus per Schlüssel. Abgerundet wird der Trinkflaschenakku durch eine per Taste aktivierbare Akku-Ladezustand-Anzeige.

Der GermanXia 26″ Vorderrad-Antrieb E-Bike Umbausatz im Praxistest

Die Tretunterstützung erfolgt bei Betätigung der Kurbel und setzt relativ schnell, wenn auch nicht sofort ein. Sobald das System eine Tretbewegung registriert, sorgt der GermanXia Vorderrad-Antrieb für Schub. Abhängig von der gewünschten Unterstützungsstufe kann der Vortrieb überraschend kraftvoll sein. Selbst ein schwerer Cruiser bekommt so ordentlich Beine. Die Unterstützung läuft etwas nach, das gilt ebenso, wenn die Tretbewegung beendet wird. Eine sofortige Unterbrechung der Tretunterstützung ist dennoch möglich. Hierfür muss nur einer der Bremshebel betätigt werden. Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht also absolut Sinn.

PAS-Sensor vs. Drehmomentsensor

Der Sensor hat einen entscheidenden Einfluss auf die Fahrcharakteristik. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor – der gegen Aufpreis bei GermanXia erhältlich ist – signalisiert der PAS-Sensor dem System nur, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da an setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit unabhängig vom Pedaldruck. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, das selbst bei einer abgesprungenen Kette der Antrieb für Schub sorgt – vorausgesetzt es wird weiter in die Pedale getreten. Wer sich eine natürlich wirkende Unterstützung wünscht, kommt nicht an einem Drehmomentsensor vorbei. Nachteil: Der Drehmomentsensor ist teurer und das Kabel muss aus dem Tretlager herausgeführt werden.

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Bedienung des Systems

Die übersichtliche Gestaltung des LED-Displays ermöglicht eine sehr einfache Bedienung des Systems. Zur Verfügung stehen insgesamt fünf Unterstützungsmodi, die per LED angezeigt werden. Vier LEDs geben den aktuellen Akkuzustand an. An- und Ausschalten lässt sich das System mittels eines separaten Knopfs. Die einzelnen Modi wirken sich spürbar auf den Grad der Unterstützung aus. Besonders in den beiden stärksten Modi überrascht der Antrieb durch enormen Zug – Zug deshalb, weil der Vorderradantrieb das Fahrrad zieht, und nicht schiebt wie bei einem Hinterrad- oder Mittelmotorantrieb. Wer bisher „nur“ mit einem „normalen“ Fahrrad unterwegs war, benötigt aufgrund der veränderten Fahrcharakteristik etwas Eingewöhnungszeit.

Reichweite des GermanXia Vorderrad-Antriebs mit 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku

Kaum ein Wert lässt mehr Raum für freie Interpretationen wie die Reichweite eines E-Bikes. Zu viele Faktoren haben Einfluss, um wirklich eine genaue Aussage treffen zu können. Unser Testbike verfügte nicht nur über sehr breite Reifen, sondern war mit einem Gesamtgewicht von knapp über 30 Kilogramm auch recht schwer. Hinzu kam noch das Fahrergewicht von etwa 80 Kilogramm. Dennoch waren bei günstigen Wetterverhältnissen und wenig Steigungen ohne Probleme 80 Kilometer möglich. Damit haben wir uns aber nicht begnügt und forderten das System in der Eifel heraus. Auf einer Tour, wo lediglich die beiden stärksten Unterstützungsstufen aktiviert waren, schaffte der Akku eine Reichweite von 34 Kilometern – und das mit 400 Höhenmetern.

Gewöhnungsfaktor Maximalstufe

Der PAS-Sensor ermöglicht ein sehr kraftsparendes Vorankommen mit dem Bike. Wie bereits beschrieben reicht ein leichtes Treten, und der Antrieb legt los. In der höchsten Unterstützungsstufe wird dank des maximalen Drehmoments von 42 Newtonmetern selbst schweren Stahlrössern ordentlich Leben eingehaucht. Wir waren von der Power des Antriebs wirklich überrascht. Der Unterstützungsgrad verringert sich natürlich mit steigender Fahrgeschwindigkeit progressiv und endet den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend bei 25 km/h. Um Schäden am Motor zu verhindern, verfügt das System über einen Thermoschutz. Selbst auf langen Steigungen in der Eifel mit Maximalstufe konnten wir keine Aussetzer durch eine thermische Überlastung feststellen.

Woher kommt das Knacken und Knarzen?

Allerdings ist eine andere Sache relativ schnell aufgefallen. Nach etwa 50 Kilometern machte sich der Antrieb durch ein Knacken und Knarzen bemerkbar. Die Ursache dessen war jedoch schnell ausgemacht: die Speichen hatten sich stark gelockert. Nach dem Festziehen und Zentrieren des Laufrades hatte sich das Problem erledigt. In Anbetracht der Tatsache, dass auch bei Neurädern nach kurzer Betriebszeit unbedingt eine Erstinspektion empfohlen wird, sehen wir das nicht als Minuspunkt an. Abgesehen hiervon überzeugte der GermanXia Vorderrad-Antrieb bei uns während der gesamten Testphase durch hohe Zuverlässigkeit. Dank der wasserdichten Stecker stellten selbst Fahrten bei Regen kein Problem dar.

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Fazit

Der Umbau eines Fahrrades mit dem GermanXia Vorderrad-Antrieb stellt durchaus eine gute Alternative zu einem „fertigen“ E-Bike dar. Allerdings müssen einige Dinge beachtet werden, damit der Umbau nicht nur dem Gesetz entspricht, sondern auch ausreichend Fahrsicherheit bietet. Wer sich ein natürliches Fahrgefühl wünscht, sollte zudem nicht den PAS-Sensor, sondern einen Drehmomentsensor verbauen. Last but not least: Der Umbau erfordert handwerkliches Geschick, Fachkenntnisse und spezielles Werkzeug, weshalb wir für die Umrüstung unbedingt eine Fachwerkstatt empfehlen würden.

Wichtiger Hinweis: Wer sein Fahrrad mit dem Umbausatz umrüstet, wird zum Inverkehrbringer des umgerüsteten Pedelecs und steht dementsprechend auch in der Haftung!

GermanXia 26″ Vorderrad-Antrieb mit 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku: Details

  • Antriebsart: Pedelec-Antrieb mit Tretkraftunterstützung bis 25 km/h
  • Antrieb: Bürstenloser, wartungsfreier 250 Watt Vorderrad Nabenmotor
  • Spitzenleistung*: 500 Watt
  • Max. Drehmoment*: 42 Nm
  • Gewicht des Umbausets: Etwa 6,6 Kilogramm (Akku: 2933 Gramm / Laufrad: 2891 Gramm)
  • Verfügbare Laufradgrößen: 20″ bis 28″
  • Alle Komponente sind zertifiziert und entsprechen den Anforderungen der CE, EMC und RoHS
  • Preis der getesteten Ausführung komplett: 822,00 Euro
  • Web: www.germanxia.de

*Angaben des Herstellers

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Die Vorteile eines Fahrrades mit eingebautem Rückenwind liegen auf der Hand. Die Wege lassen sich nicht nur schneller, sondern vor allem kraftsparender zurücklegen. Durchaus verlockend ist natürlich der Gedanke, mit einem entsprechenden Umrüstsatz das eigene Fahrrad in ein E-Bike, genauer gesagt Pedelec, umzuwandeln. Einen besonders unkomplizierten Einbau versprechen Vorderrad-Umrüstsätze, da grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wie der Umbau funktioniert, zeigen wir hier anhand eines Umbausatzes des Kölner Unternehmens GermanXia.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile

Im Internet finden sich verschiedenste E-Bike Umbaukits von unterschiedlichsten Herstellern – darunter auch GermanXia. In diesem Werkstatt-Special greifen wir auf ein fertig eingespeichtes Vorderrad mit 250 Watt Nabenmotor mit 100 mm Einbaubreite und Scheibenbremsaufnahme des Kölner Unternehmens zurück. Unsere Wahl fiel zudem auf das Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Beim Akku haben wir uns aufgrund der universellen Verwendbarkeit für einen Trinkflaschen-Akku entschieden. Die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile sind tatsächlich sehr überschaubar. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht. Ein großer Unterschied zu Umbausätzen aus dubiosen Quellen.

Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers

Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der von uns verwendete Trinkflaschen-Akku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.

Für ein gutes Handling auf ein ausbalanciertes Gewichtsverhältnis achten

Durch den verbauten Antrieb fällt das Gesamtgewicht des Bikes natürlich höher aus. Beim Umbau sollte daher immer das zulässige Systemgewicht des Fahrrades beachtet werden. Bemerkbar macht sich das Mehrgewicht in erster Linie beim Tragen und beim Rangieren. Die Lage des Akkus sollte für ein besseres Handling daher möglichst tief und zentral gewählt werden, zum Beispiel am Sattelrohr. Am oder besser auf dem Gepäckträger macht die Platzierung ebenfalls durchaus Sinn. Für diesen Fall bietet GermanXia spezielle Gepäckträger-Akkus an. Wenig sinnvoll ist die Montage des knapp 3 Kilogramm wiegenden Akkus an der Front des Bikes wie zum Beispiel am Lenker oder in einer Lenkertasche. Hierdurch würde zu viel Gewicht auf dem Vorderrad lasten und somit die Fahreigenschaften äußerst negativ beeinflussen.

E-Bike Umrüstsatz: Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte, großdimensionierte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann eines individuellen Lösungsansatzes.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Umrüstsatz: Funktionsweise des PAS-Sensors

Mittels des PAS-Sensors registriert das System eine Tretbewegung. Der komplette Sensor besteht aus einer fest an der Kurbel montierten Scheibe mit integrierten Magneten sowie einem am Tretlagergehäuse befestigten Sensor, der beim Passieren der einzelnen Magnete einen elektrischen Impuls sendet. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor wird dem System nur signalisiert, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da ab setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit also nicht dynamisch zur einsetzenden Kraft. Das heißt im Klartext: Selbst bei einer abgesprungenen Kette sorgt der Antrieb für Fortbewegung – solange in die Pedale getreten wird.

Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung des Umrüstsatzes

Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Aufgrund des Nachlaufs des Motors trägt das nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.

Das war es schon!

Nach dem E-Bike Umbau kann der Vorderrad-Antrieb in Betrieb genommen werden. Da im Falle des GermanXia Umrüstsatzes eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Unabdingbar ist natürlich ein vorheriger gründlicher Sicherheits- und Funktionscheck des Bikes sowie des Antriebs. Funktionieren die Bremsen, sind alle Schrauben fest angezogen und lassen sich der Akku sowie das Display einschalten? Die Kabel dürfen weder die Lenkung einschränken noch zu stramm verlegt sein. Besteht die Gefahr, dass die Isolierung der Kabel im Fahrbetrieb Schaden nimmt? Auf den ersten Metern ist zudem das Ansprechverhalten des PAS-Sensors zu prüfen und bei Bedarf die Position zu korrigieren. Wichtig: Am Besten mit keiner oder nur schwacher Unterstützung anfahren und danach erst die Unterstützung stufenweise erhöhen.

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!
Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Herstellervorgaben müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.