AXO Basic Protectoren Weste im Test

Es ist nicht von der Hand zu weisen. Der Frühling ist da. Gerne erinnert man sich an die letzte Saison zurück. Vor dem geistigen Auge spiegeln sich rasante Abfahrten und unendlich schöne Trails wieder. Aber wer erinnert sich nicht auch an die Stürze. Stürze, die oft nicht zu verhindern sind. Stürze gehören zum Mountainbiken wie das Salz in die Suppe. Umso wichtiger ist daher ein guter Schutz vor Verletzungen. Der Helm gehört zum Glück mittlerweile zur Standardausrüstung, genauso wie Handschuhe. Aber dennoch reichen diese Schützer manchmal nicht aus. Besonders übel sind Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule.

Jeder Biker sollte, den Gegebenheiten und dem Risiko entsprechend, die für ihn sinnvolle Schutzkleidung tragen. Downhiller haben es da relativ einfach. Eine Protektorenjacke ist ein unverzichtbares Muss! Aber wie verhält es sich zum Beispiel auf einer Freeridetour? Nicht jeder Biker hat die Muße, ein komplettes Downhillprotektorenset mit sich rumzuschleppen, die spätestens beim Bergauffahren, nicht nur bei sommerlichen Temperaturen, zur Qual werden. Es muss ein Schutz her, der wenig wiegt und dennoch weitreichend Schutz bietet. Er sollte gut und bequem zu tragen sein, auch unter normalen Shirts jenseits der Größe XXL. AXO hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet in seinem Sortiment eine Protektorenweste an. Genau rechtzeitig zum Beginn des Frühlings und den Start in die neue Saison 🙂

Die Protektorenweste AXO Basic Protector Weste dürfte besonders für Freerider in Frage kommen, oder alle, die einfach ihren Rücken und ihren Brustkorb schützen wollen. Die Hartschalen an Rücken und Brustkorb schützen vor stumpfen und spitzen Aufschlägen. Die ineinander geschachtelten Kunststofflamellen des Rückenprotektors passen sich perfekt der Krümmung des Rückens an, egal ob man sich aufrecht stehend im Wiegetritt den Berg raufquält, oder aber geduckt wie eine Raubkatze eine Abfahrt runtershreddert. Fixiert wird die Weste durch einen Nierengurt. Die Weste könnte unseres Erachtens etwas enger und straffer am Körper anliegen. Somit könnte noch besser ein Verrutschen der Protektoren, bei leicht seitlichen Aufschägen, verhindert werden.

Das direkt auf dem Körper liegende Innenteil des Rückenschutzes kann durch Klettverschluss vom Rückenprotektor entfernt werden, und lässt sich somit hervorragend reinigen. Zimperlich, wie wir nicht sind, haben wir die komplette Weste, und nicht nur das Innenteil, einer Waschmaschinenattacke unterworfen. Auch wenn man dies im Normalfall nicht tun sollte, überstand die Weste unseren Waschmaschinentest ohne Probleme. Sollten sich die Nieten der Kunststoffkappen des Rückenprotektors lösen, liefert AXO, im Gegensatz zu anderen Herstellern von Protektorenjacken, Ersatznieten mit.

Primär wird durch die Weste die Brustwirbelsäule, die Lendenwirbelsäule und der Brustkorb geschützt. Die meisten Stürze sollten so mit der AXO Basic Protector Weste glimpflich verlaufen. Zu einem Preis von unter 110 Euro bekommt man einen guten Kompromiss aus Tragekomfort und Sicherheit. Für radikale Abfahrten und Hardcoreeinsätze empfehlen wir allerdings eine radikalere Jacke mit Ellbogen- und Schulterprotektoren.

Fazit:

Die Weste lässt sich sehr unauffällig tragen und schränkt den Fahrer in keinster Weise ein. Durch die Verwendung von Lycra als Trägermaterial passt sich die Weste allen nur erdenklichen Körperstellungen an. Empfehlenswert vor allem für leichte Downhillabfahrten und Freeridetouren.

Preis: 109,90 Euro
Größen : S, M, L, XL

Mehr Infos unter: www.axosport.de

Kaufberatung MTB Helme

Schon die alten Römer waren sich der positiven Eigenschaft bewußt, die das Tragen eines Helmes mit sich brachte. Den einst gefürchteten Gegner, den gemeinen Gallier, müssen die Römer heutzutage nicht mehr fürchten. Aber in weiser Voraussicht, welche Gefahren in der Zukunft auf die Menschen lauern werden, trugen die damals geprägten Menschen ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. Die Helme wurden verfeinert, und so kommen wir heute beim Biken in den Genuss eines guten Kopfschutzes. Worauf sollte der Mountainbiker beim Kauf eines Nußschälchens, der liebevollen Bezeichnung für einen Crosscountryhelm, allerdings achten? Die Fraktur führt euch durch den Helmdschungel.

Selbstverständlich sollte beim Kauf eines Helms sein, daß dieser Helm gewisse Normen erfüllt, die dementsprechend ausgewiesen sind. Allen voran ist natürlich die Norm CE EN 1078 zu nennen, der DIN von Helmen für Radfahrer und Benutzer von Skateboards und Rollschuhen, welche sich unter anderem mit der Konstruktion des Helmes, dem Kinnriemen und der stoßdämpfenden Eigenschaft befaßt. Ein Helm, der nicht diese Mindestanforderung erfüllt, darf zwar getrost als Blumentopf verwendet werden, nur auf dem Kopf hat solch ein Helm nichts verloren! Also Finger weg von Helmen ohne Prüfzeichen! Dieses Prüfzeichen und ein korrekter Sitz des Helmes sind schon das A und O für den Kauf eines Helmes!

Ein guter Helm nützt natürlich nichts, wenn er im Falle eines Sturzes verrutscht. Prinzipiell ist nichts gegen preiswerte Helme einzuwenden, sofern diese das CE Prüfzeichen vorweisen und perfekt auf dem Haupt sitzen. Doch was heißt perfekter Sitz? Damit ist sicherlich nicht die oft zu beobachtende Trageweise des Helms am Lenker zu verstehen. Ein Mitführen des Helms jenseits des Kopfes ist sicherlich nett, aber wenig sinnvoll. Der Helm sollte schon auf dem Kopf Platz finden, auch wenn man sich dabei die Frisur ruiniert. Auch die weit in den Nacken gezogene Trageweise des Helms mit der daraus resultierenden freien Stirn, oft bei Kids zu beobachten, ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Es ist zwar lobenswert, daß die Eltern dieser Kinder darauf achten, daß die Schützlinge einen Helm auf dem Schädel haben, aber so nützt der Helm nicht wirklich viel! Ferner sollte die Längenverstellung des Kinnriemens einfach an den jeweiligen Kopf anzupassen sein, und es sollte darauf geachtet werden, daß die Kinnriemen weder die Ohren abschneiden, abquetschen, verdecken, noch andere Dinge mit den Ohren machen, die uns nicht gefallen. Sollte dies alles gegeben sein, ist man helmtechnisch schon auf der sicheren Seite.

Dennoch sind einige Feinheiten nicht zu unterschätzen. Frei nach dem Motto „alles kann, nichts muß“ sollte man diese Punkte abwägen. Ein Schlagwort der Industrie ist In-Molding. In-Molding bezeichnet das Verfahren, bei dem die Schale und der Hartschaum miteinander verpresst werden. Im Gegensatz zu den „herkömmlichen“ Helmen, wo der Hartschaum mit der Helmschale nur punktweise verklebt wird, ist das Resultat des In-Molding Verfahrens eine vollständige(!) Verbindung und bietet daher eine superstabile Helmkonstruktion bei einem geringen Gewicht. Ein wichtiges Kriterium, welches ein Mehrgewinnn an Sicherheit gegenüber den Billighelmen bietet. Eine Sekundenschnelle und vor allem unkomplizierte Anpassung an die Kopfgröße ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Wie komfortabel dies geschieht, ist von den Firmen und deren jeweiligen Philosophie abhängig. Uvex zum Beispiel nennt sein System IAS, „individual adapting system“, bei Alpina kommt das „Run System“ zum Einsatz, ein leicht und schnell zu bedienendes System.

Die Kühlung des Kopfes ist gerade im Sommer ein wichtiger Aspekt. Großvolumige Belüftungslöcher sorgen für frischen Wind und ausreichend Kühlung. Wer im Sommer durch Mückenschwärme gleitet, wird die Insektengitter in den Belüftungslöchern zu schätzen lernen. Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit der Entfernung der Pads zum Reinigen. Dies erreichen die Hersteller durch Klettsysteme. Relativ wichtig sind auch unkomplizierte Verschlüsse. Wer erst stundenlang an seinem Helm rumhantieren muß, bis dieser auf dem Kopf fixiert ist, dem kann schon mal die Lust auf das Tragen eines Helmes vergehen. Dies trifft besonders auf Kids zu. Firmen wie zum Beispiel Specialized setzen, ähnlich wie beim Sicherheitsgurt im Auto, auf einen Schnappverschluß. Alpina setzt dagegen auf ein Ratschensystem mit dem schönen Namen „CHIN STRAP RATCHET“. Beide Verschlußsysteme funktionieren einwandfrei und können uneingeschränkt empfohlen werden.

Das Gewicht des Helms spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Lange Touren werden zur Tortour, wenn der Nacken anfängt zu schmerzen. Ein Helm sollte deshalb im Idealfall ein Gewicht von 300 Gramm nicht überschreiten. Dies gilt natürlich nur für die sogenannten Nußschälchen. Fullfacehelme oder Helme mit Kinnschutz wiegen produktionstechnisch mehr. Wenn einem die Sonne den Blick raubt, und man geblendet einen 300 Meter Absatz runterfällt, wird einem wahrscheinlich noch nicht einmal das Tragen eines MTB Helms vor Kopfschmerzen bewahren können. Hier könnte ein Helmschild Abhilfe schaffen. Am Besten eignet sich ein Helmschild, der per Klick angebracht werden kann. Im Falle eines Falles läßt sich dieser bequem gegen einen neuen austauschen. In Punkto passive Sicherheit wären reflektierende Aufkleber ein nicht zu unterschätzender Punkt. Nachträglich aufgebrachte reflektierende Aufkleber wären eine Alternative zu den Werksaufklebern. Es ist aber in diesem Fall Vorsicht geboten! Viele Helme vertragen nicht die Lösungsmittel von Aufklebern! Last but not least: Hersteller, die etwas auf sich halten, bieten eine oder sogar mehrere Produktlinien speziell für Kids an.

AXO G-Force Helmtest

Die stark im Mountainbikebereich tätige Firma AXO gibt auch im Jahr 2005 wieder mächtig Gas. Rechtzeitig zur Saison präsentiert sich AXO nicht nur als Hauptsponsor des AXO-Dual Cup 2005, sondern hat für all diejenigen, die ihr Leben und ihre Gesundheit auf dem Bike riskieren, einen Fullfacehelm zu einem unglaublichen Preis im Sortiment. Grund genug für das Team der FRAKTUR, sich den Kopfschützer mal genauer anzuschauen.

Fernab des allgemeinen Trends der Fiberglashelme handelt es sich bei dem AXO G-Force um einen Helm aus Thermoplast. Der G-Force hat im Gegensatz zu Fiberglashelmen den Nachteil, daß der Helm weder beklebt noch lackiert werden darf. Lösungsmittel sind für das bei dem AXO verwendete Thermoplast Gift. Allerdings würden wir das Design ohnehin als recht gelungen bewerten. Somit wäre eine Neulackierung auch nicht wirklich zwingend nötig. Optisch abgerundet wird der G-Force durch ein Chrome-Helmschild. Für den Fall der Fälle bietet sich hier immer noch Platz für Sponsoraufkleber. Ein Kompromiß, den man guten Gewissens eingehen kann.

Nicht nur optisch, sondern auch funktionell gefällt der G-Force. Der Helm sitzt hervorragend. Selbst nach einigen Stunden tragen auf dem Haupte zwickt und beißt der etwa 1100 Gramm schwere Helm nicht. Die Polsterung empfinden wir als sehr angenehm und die Ohren erfreuen sich über den ihnen zugedachten Freiraum. Das Gewicht des AXO Helms würden wir als akzeptabel bewerten, bewegt es sich gerade noch im Rahmen der für Downhiller angebotenen Helme der Konkurrenz. Sehr gut ist die Verwendung von Insektenschutzgittern bei den gut funktionierenden Belüftungslöchern, um lästiges Viehzeugs fernzuhalten.

Nicht nur der Blick auf den Helm, sondern auch der Blick aus dem Helm überzeugt. Das Gesichtsfeld ist sehr gut ausgeschnitten und läßt somit auch genug Platz für das Tragen einer Motocrossbrille. Nur die akustische Wahrnehmung ist durch das Fehlen von Hörschlitzen leider etwas gedämpft. Wer vorher einen Helm mit Schnappverschluß hatte, muß sich bei dem Doppel D-Verschluß etwas umgewöhnen. Die wenigen Handgriffe sitzen aber nach einer kurzen Zeit wie aus dem „effeff“. Nachteil des G-Force ist, daß sich das Polster zur Reinigung leider nicht entfernen läßt.

Vor dem Kauf des AXO sollte man sich Gedanken über seine Schädelgröße machen. Anders als bei so manch Konkurrenzprodukt wird der Helm nicht in einer Standardgröße, sondern in vier verschiedenen Größen angeboten. Laut AXO erfüllt der G-Force die Europäische Norm 89/686/EEC und DIN EN1078, der DIN von Helmen für Radfahrer und Benutzer von Skateboards und Rollschuhen, welche sich unter anderem mit der Konstruktion des Helmes, dem Kinnriemen und der stoßdämpfenden Eigenschaft befaßt. Somit steht auch dem sicherheitsspezifischen Aspekt nichts mehr im Wege.

Preis: 109,90 Euro
Größen : S, M, L, XL

Mehr Infos unter: www.axosport.de

Fahrradflickzeug – Mehr als nur Flickwerk? Test

Jede noch so schöne Tour oder Abfahrt wird dem Biker vermiest durch den Verlust des Luftdrucks der Reifen. Nicht selten bedeutet es das Aus für diese Unternehmung. Nicht jeder Biker möchte direkt zu einem Ersatzschlauch greifen, sei es aus ökonomischen oder aus ökologischen Gründen. Der Handel überschüttet den Hilfesuchenden mit Produkten aller Art zum Flicken des in Mitleidenschaft gezogenen Schlauchs. Wir haben einige dieser Vertreter unter die Lupe genommen, um zu testen, ob es sich bei der Reparatur letztendlich nur um ein Provisorium handelt oder um eine dauerhafte Lösung.

Dabei haben wir auf die verschiedensten Vertreter von Flickzeug zurückgegriffen. Darunter befinden sich nicht nur die herkömmlichen Flickenpflaster, sondern auch selbstklebende Flicken und ein Reifenpannenspray. Um die Alltagstauglichkeit zu überprüfen, haben wir diesen Versuch nicht in einem sterilen Labor, sondern direkt bei Tour und Training durchgeführt. Also immer dann, wenn nicht uns, sondern dem Reifen wirklich die Luft ausging.

Im Test:

Selbstklebende Flicken:

  • Prophete 5101

Pannenspray:

  • Prophete 5210

Flickmatten:

  • Prophete 5106

Fahrradflickzeug Kombiboxen/Reparaturboxen:

  • Prophete 5043
  • Victoria Flickzeug
  • Victoria Flickzeug super + air
  • TIP TOP TT 05 / TIP TOP TT 05 Profi
  • TIP TOP TT 06

Selbstklebende Flicken:

Prophete 5101

Wenn es besonders schnell gehen soll, bietet der Handel unter dem Begriff „selbstklebende Flicken“, wie der Name schon besagt, selbstklebende Flicken an. Der Einsatz dieser Flicken soll dabei besonders einfach von statten gehen. Das Aufbringen geschieht völlig ohne Einsatz externer Vulkanisierlösung, die sonst ein wesentlicher Bestandteil zur Flickenmontage ist. Einfach das Loch im Schlauch lokalisieren, den selbstklebenden Flicken aufkleben und gut ist. Keine Wartezeiten, kein Geschmiere mit der Vulkanisierlösung. Prophete bietet unter der Artikelnummer 5101 solch einen Wunderflicken an. Dieser Flicken ist 5-schichtig aufgebaut und verspricht somit ein langes Flickenleben. Selbst ein Aufrauhen soll laut Anleitung nicht nötig sein. Leider bestätigte sich dies im Test nicht. Ohne ein Aufrauhen des Schlauches konnten wir keine befriedigende Verbindung des Flickens mit dem Schlauch feststellen. Nach einem Aufrauhen des Schlauches saß der Flicken aber erstaunlich fest. Im Laufe der Zeit, das bezieht sich hier auf mehrere Tage, unterwandert aber die zurückgehaltene Luft den Flicken nach und nach, bis dieser die Luft wieder freigibt. Letztendlich kann man festhalten, das die selbstklebenden Reifenflicken als Notreparatur bestens geeignet sind, wenn man den Schlauch vor der Flickenmontage ein bißchen aufrauht. Allerdings sollte der Schlauch nach dem Einsatz gewechselt, oder der Flicken entfernt werden und durch einen „normalen“ Flicken ausgetauscht werden.

Fazit: Für die schnelle und unkomplizierte Notreparatur für Unterwegs, jedoch keine dauerhafte Lösung

Inhalt: 4 Flicken
Preis: 3,49 Euro
Mehr Infos unter www.prophete.de

Pannenspray

Prophete 5210

Noch einfacher als der Einsatz von selbstklebenden Flicken versprechen Pannensprays. Hierzu muß noch nicht einmal das Laufrad ausgebaut werden oder der Mantel von der Felge gezogen werden, vorausgesetzt, die Pannenursache steckt nicht noch im Schlauch oder Mantel. Prophete bietet in seinem Sortiment ein Pannenspray dieser Art an. Hierbei muß man nur das Ventil der Dose auf das Schlauchventil setzen, egal ob es sich um ein Auto- oder französisches Ventil handelt. Die anschließend frei werdende „Flickmasse“ strömt in den Schlauch und muß nur durch das Drehen des Rades im Schlauch verteilt werden. Dabei entfällt sogar ein späteres Aufpumpen. Soweit die Theorie. Klappt auch ganz gut, wenn ein kleines Loch im Schlauch ist. Bei einem phatten Snakebite ist das Projekt zum Scheitern verurteilt, und die entstehende Sauerei bedeutet mehr Frust als alles andere. Auf jeden Fall klebt das Zeug wie Teufel. Auch dort, wo es nicht kleben soll.

Fazit: Für uns stellt Pannenspray keine Alternative dar

Inhalt: 50ml
Preis: 4,95 Euro
Mehr Infos unter www.prophete.de

Flickmatten

Prophete 5106

Eine preiswerte Möglichkeit bieten Flickmatten zum selber Schneiden. Der Vorteil liegt darin, daß neben des günstigen Preises, eine individuelle Größe der Flicken möglich ist. Nachteil ist, daß man natürlich unterwegs nicht immer eine Schere oder Messer mit sich führt, um die Flicken zu schneiden. Dementsprechend muß man Schneidzeug mit sich führen, die Flicken vor der Tour schneiden oder die Flicken für die Reparatur zu Hause verwenden. Ein weiterer Nachteil dieser Flicken besteht darin, daß die Flicken zum Rand hin nicht flacher werden. Dadurch bildet sich eine Angriffsstelle für Reibung. Auch dem Ausdehnungsdrang des Schlauches können die selfmade Flicken aufgrund ihres Aufbaus nicht ganz folgen. Die Verbindung des Flickens zum Schlauch konnte uns aber überzeugen. Nur das Lösen des Flickens von der Trägerfolie zauberte uns manchmal die Zornesfalte auf die Stirn. Das Set 5106 von Prophete beinhaltet neben den Flickmatten auch Vulkanisierlösung.

Fazit: Gute und preiswerte Alternative

Inhalt: 2 Flickgummis 80x65mm, Vulkanisierlösung 10g
Preis: 1,49 Euro
Mehr Infos unter www.prophete.de

Fahrradflickzeug Kombiboxen / Reparaturboxen

Prophete 5043

Prophete bietet unter der Artikelnummer 5043 eine Box mit Fahrradflickzeug an. Diese beinhaltet neben der Vulkanisierlösung und verschiedenen Flicken auch zwei Reifenheber aus Kunststoff. Die Qualität der Flicken als auch der Reifenheber sind sehr gut. Die aus Kunststoff bestehenden Reifenheber helfen Kratzer in der Felge zu vermeiden. Die Flicken verflachen zum Flickenrand und gehen eine hartnäckige Verbindung mit dem Schlauch ein. Das Dehnungsverhalten der Flicken konnte uns ebenfalls überzeugen. Da die Flicken in schwarz gehalten sind, sieht ein Schlauch auch nach mehreren Reparaturen nicht nach einem Flickwerk aus.

Fazit: Diese Box gefiel uns sehr gut und kann ohne Einschränkung empfohlen werden.

Inhalt: 4 Flicken in 3 Größen, Vulkanisierlösung 5g, 2 Reifenheber, u.a.
Preis: 2,79 Euro
Mehr Infos unter www.prophete.de

Victoria Flickzeug

Die Albert Kienzle GmbH & Co. KG bietet unter dem schlichten Namen „Victoria Flickzeug“ eine Box mit Flicken und Vulkanisierlösung an. Die Flicken überzeugen. Eine sehr gute Verbindung mit dem Schlauch und die Verflachung zum Flickenrand bedeuten ein langes Flickenleben. Die Flicken sind in schwarz gehalten und lassen den Schlauch auch nach der Reparatur nicht als Flickwerk erscheinen. Die Flicken lassen sich sehr gut vom Trägermaterial lösen und verhindern somit unnötige Knibbelarbeit. Auch bei den Victoria Flicken kann uns das Dehnungsverhalten überzeugen.

Fazit: Das Flickzeug von Victoria weiß zu überzeugen

Inhalt: 6 Flicken in 3 Größen, Vulkanisierlösung 5g , u.a.
Mehr Infos bei A. Kienzle GmbH & Co. KG, Industriestraße 2, 74321 Bietigheim-Bissingen

Victoria Flickzeug super + air

Passend zum kleinen Bruder „Victoria Flickzeug“ bietet die Albert Kienzle GmbH & C. KG die Reparaturbox „Victoria Flickzeug super + air“ an. Bei der großen Box handelt es sich um ein komplettes Reparaturkit für die Tour. Komplett heißt in diesem Fall wirklich komplett. Angefangen von den Flicken und der Vulkanisierlösung bis hin zu den beiden Füllpatronen. Auch hier überzeugen die Flicken und die Verbindung, welche die Flicken mit dem Schlauch eingehen. Kein Wunder, denn es handelt sich um die gleichen Flicken wie beim kleinen Bruder, allerdings in etwas anderen Maßen und Mengen. Lediglich die im großen Set beigelegten Reifenheber kosten Minuspunkte. Diese sind zwar superstabil, aber leider vermackt man sich mit den Hebern aus Metall schnell die Felge.

Fazit: Komplett, kompakt, gut

Inhalt: 7 Flicken in 3 Größen,Vulkanisierlösung 5g, 2 Füllpatronen nebst Zubehör, Ventilaufsätze, 2 Reifenheber aus Metall, u.a.
Mehr Infos bei A. Kienzle GmbH & Co. KG, Industriestraße 2, 74321 Bietigheim-Bissingen

TIP TOP TT 05 / TT 05 Profi

Die Palette der vom Unternehmensbereich TIP TOP angebotenen Produkte der STAHLGRUBER Otto Gruber GmbH & Co KG ist so umfangreich, daß wir Jahre bräuchten, die komplette Palette der Reparaturmittel sowie des Zubehörs vorzustellen. Wir beschränken uns somit auf eine kleine Auswahl von TIP TOP Produkten. Das Schlauch-Reparatur-Set TT 05 beinhaltet neben den gebräuchlichsten Flickengrößen zwei Reifenheber aus Kunststoff. In der praktischen Plastikdose findet man somit das Notwendigste für die Reparatur eines Schlauches. Nur für Luft muß man bei diesem Set selber sorgen, oder man greift auf die größere Ausführung TT 05 Profi zurück, welche zusätzlich eine Füllpatrone enthält. Die Flicken sind, wie schon zu Großvaters Zeiten gewohnt, möchte man sagen, erstklassig. Die Flicken mit dem flachen und gezahnten Flickenrand gehen eine hartnäckige Verbindung mit dem Schlauch ein, bei einem sehr guten Dehnungsverhalten. Die Reifenheber aus Kunststoff schonen Schlauch und Felge. Lobenswert ist die Beigabe eines Mantelflickens für den Fall aller Fälle.

Fazit: Die Flicken von TIP TOP stellen für uns nach wie vor die Referenz unter den Flicken dar.

Inhalt: 4 Flicken in 3 Größen, 1 Mantelflicken, Vulkanisierlösung 5g , 2 Reifenheber aus Kunststoff, u.a. , 1 Füllpatrone nebst Zubehör (nur TT05 Profi)
Preis: 3,99 Euro (TT 05), 9,99 Euro (TT 05 Profi)
Mehr Infos unter www.rema-tiptop.de

TIP TOP TT 06

Die große Reparaturbox TT 06 weiß zu überzeugen. Zu den für eine Reparatur eines Schlauches notwendigen Flicken, Reifenhebern aus Kunststoff und der Vulkanisierlösung findet man noch einen Mantelflicken. Somit kann man der nächsten Tour ohne Angst entgegentreten. Die Luft geht einem dabei auch nicht aus, weil zum Lieferumfang noch zwei Füllpatronen gehören. Das ganze ist in einer praktischen Reparaturbox verstaut. Die Qualität der Flicken ist wie bereits erwähnt erstklassig und läßt in Puncto Verbindung zum Schlauch und Dehnverhalten keine Wünsche offen.

Fazit: Die Referenz der Fraktur praktisch verpackt

Inhalt: 6 Flicken in 3 Größen, 1 Mantelflicken, Vulkanisierlösung 5g, 2 Füllpatronen nebst Zubehör, Ventilaufsätze, 2 Reifenheber aus Kunststoff, u.a.
Preis: 15,99 Euro
Mehr Infos unter www.rema-tiptop.de

Fazit des Tests:

Das wichtigste bei einer Reparatur ist eine gute und saubere Vorbereitung. Jeder noch so gute Flicken hat keine Chance mit dem Schlauch eine dauerhafte Verbindung einzugehen, wenn die Vorbereitung schlecht ist. Ein sauber aufgebrachter Flicken kann bis zum Lebensende des Schlauches halten. Auf jeden Fall lohnt sich ein Preisvergleich. Die Firma Prophete zum Beispiel vertreibt neben ihrem eigenen Flickzeug auch Reparaturmaterial von Tip-Top und Victoria.

Stevens S-7 Pro 2005 – Definition von Reinkultur?! Test

Puristik läßt sich definieren als die Konzentration auf das Wesentliche, frei von Spielerei und unnötigem Beiwerk. Frei übersetzt könnte man auch das Motto „weniger ist manchmal mehr“ anwenden. Selbst Comicheld Superman zeigte schon, daß es nicht unbedingt eines Batmobils bedarf, um überragendes leisten zu können. In der heutigen Zeit wird durch die Werbung oft der Blick auf das Wesentliche getrübt.

„Darf es auch etwas mehr sein?“ ist nicht mehr nur ein Spruch vom Metzger nebenan. Und jedes Kind weiß, daß jedes „etwas mehr“ auch immer etwas mehr kostet. Ob man das etwas mehr nun benötigt oder nicht, sollte der Käufer im Vorfeld genau abchecken. Wo macht das „mehr“ einen Sinn, wo ist es nur eine unnötige Geldausgabe?! Mit dem Stevens S-7 Pro 2005 steht dem Biker ein Mountainbike ohne unnötiges Geschnörkel zur Verfügung. Stevens beschreibt das S-7 selber als „Stevens-Konzept in Reinkultur“. Der Blick auf das S-7 mit den verbauten Parts scheint Stevens recht zu geben. Das Bike wirkt nicht aufdringlich, sondern schon fast Understatement. Keine blitzenden Scheibenbremsen zieren das Stevens, sondern der Klassiker Magura HS11 ist für die Verzögerung zuständig. Die schmalen Mavic XM117 Felgen fallen ebenso wenig auf wie die bewährte Schaltkombination Deore / Deore LX von Shimano. Und dennoch besticht das Bike durch sein Herzstück, dem Rahmen in der „Laguna Blue“ Lackierung. Ist das Konzept eines Bikes der Reinkultur zeitgemäß? Wir werden sehen…

Das Herzstück des S-7 ist zweifelsohne der sauber verschweißte Rahmen. Mit der Lackierung in „Laguna Blue“ wird nicht nur optisch ein Highlight gesetzt. Bestückt mit einer Scheibenbremsaufnahme, ist man für das eventuelle spätere Nachrüsten einer Scheibenbremsanlage gewappnet. Die Geometrie des Rahmens ist definitiv als sportlich einzustufen. Der steife Rahmen sorgt für einen guten und direkten Vortrieb. Die Qualität der Lackierung kann man als zufriedenstellend bewerten. Lediglich an der Kettenstrebe fanden sich nach dem Test einige unschöne Macken. Sehr schön finden wir die vom Werk aus angebrachten Klebestreifen an den üblichen Scheuerstellen, um den Lack zu schonen. Fahrtechnisch gut zum Rahmen paßt die Manitou Gabel Splice Elite mit 80mm Federweg. Die 80mm Federweg stellten sich als völlig ausreichend raus. Allerdings bedarf die Gabel einer Einstellung der Zugstufe und Federvorspannung, um ihr Potential in Verbindung mit dem Rahmen und des Geländes voll auszuschöpfen. Dies kann direkt vor Ort geschehen, notfalls sogar während der Fahrt. Werkzeug wird nicht benötigt, die Drehknöpfe sind so groß, daß man sie sogar mit dem Fuß bedienen könnte.

Optisch passen die großen Plastikdrehknöpfe nicht ganz zum zierlich wirkenden Bike, sind aber dafür ziemlich praktisch. Hat man für sich die optimale Einstellung der Manitou erstmal ermittelt, funktioniert die Splice sogar recht gut. Selbst eine Lockout-Funktion bietet diese Gabel und läßt somit das S-7 noch besser die Berge erklimmen. Am Stevens S-7 Pro wurde, wie bereits erwähnt, die bewährten Hydraulikbremsen HS11 von Magura verbaut. Wartungsarm und mit einer überzeugenden Bremsleistung bei einem geringen Gewicht sprechen schon seit Jahren für diese Felgenbremse. Nur bei Schlammfahrten treibt die Bremse, typisch für Felgenkneifer, dem Biker so manch Angstschweiß auf die Stirn. Die Bremsleistung bei eingesauten Felgen ist sehr dürftig. Wer viel im Regen und Schlamm unterwegs und dabei auf beste Bremsleistung angewiesen ist, kann im Bedarfsfall die Bremsgummis ohne großen Aufwand gegen spezielle Regengummis austauschen.

Nicht überzeugen konnte uns die Bereifung des Stevens. Die Continental Vapor Pro in der Breite 2.1 enttäuschten auf nassem lehmigen Untergrund genauso wie auf nassem Asphalt. Deshalb montierten wir für den weiteren Testverlauf die Blue Groove von Kenda. Zu der montierten Schaltgruppe muß man eigentlich keine großen Worte verlieren. Der Riese aus Japan stellt mit der Deore LX- und Deore-Gruppe schon seit Jahren eine feste und beständige Größe bereit. Shimano schaltet, schaltet und schaltet. Sorge hatten wir wegen der sehr schmalen Felgen. Die Mavic XM117 würde man von der Breite eher an einem Tourenbike vermuten.

Allerdings bewies die schmale Felge im Test erstaunliche Nehmerqualitäten. Selbst harte Kanten und so manchen Jump verkraftet die Mavic XM117 zu unserem Erstaunen. Etwas Schwächen zeigte das Laufrad in Bezug auf die Speichen. Diese lockerten sich, was aber bei vielen Neurädern zu beobachten ist. Unsere nicht gerade zimperliche Fahrweise beschleunigte diesen Vorgang, was eine der Speichen mit dem Ende ihres Lebens quittierte. Der Käufer sollte auf jeden Fall die vorgeschriebenen (empfohlenen) Inspektionen, zumindest die Erstinspektion, einhalten. Das Ganze geschnürt zu einem Paket läßt sich wirklich als Reinkultur ansehen. Die Sitzposition ist sportlich, wie der Einsatzbereich des S-7 Pro auch. Das Bike ist sehr agil, neigt aber etwas zur Nervosität. Das Stevens folgt prompt jeder Lenkbewegung, tendiert dabei im Grenzbereich zum Untersteuern. Durch das agile Handling motiviert das Stevens sogar zum Spielen, was man aber immer in gewissen Grenzen tun sollte. Der Wermutstropfen an dem Bike ist so klein, aber nicht minder ärgerlich. Die Sattelklemme. Ohne Werkzeug ist kein verstellen möglich. Ärgerlich wenn man unterwegs ist und nach einem Uphill den Sattel für die bevorstehende technische Abfahrt absenken will. Hier sollte auf jeden Fall eine Sattelklemme mit Schnellverschluß Anwendung finden.

Fazit:

Stevens ist für sein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis schon seit Jahren bekannt. Auch das S-7 Pro 2005 reiht sich nahtlos in dieser Tradition ein. Für sein Geld bekommt man ein gutes und töchtiges Bike. Das Stevens S-7 Pro eignet sich besonders für diejenigen, die irgendwie alles mit einem Bike machen wollen bzw. ein gutes Allroundbike suchen. Das Konzept der Reinkultur geht auf: Weniger sollte es nicht sein, mehr muß es nicht sein. Ein großes Lob gebührt auch dem Online-Auftritt von Stevens. Gute Informationen mit Preisangaben und einem individuellen Bikekonfigurator runden das gute Gesamtbild von Stevens ab.

Farbe: Laguna Blue
Erhältliche Größen: 17, 19, 21 Zoll
Preis: 899 Euro
Gewicht: etwa 12,2 kg

Mehr Infos unter www.stevensbikes.de

Kenda John Tomac Signature Series Reifen im Test

Einer der größten Reifen- und Schlauchhersteller der Welt ist die taiwanische Firma Kenda. Bereits seit 1962 fertigt Kenda Reifen und Schläuche für Fahrräder. Mit der „John Tomac Signature Series“ strebt Kenda nun endgültig in den Bereich der High-End-Reifen vor. Grund genug für das Team der FRAKTUR, zwei Vertreter dieser Serie mal genauer unter die Stollen zu schauen.

Kenda Nevegal

Der Hersteller Kenda strotzt geradezu vor Selbstvertrauen. Das drückt sich auch in der Namensgebung der Reifen aus. Mit dem Namen Nevegal verbindet man natürlich die legendäre Downhillstrecke in Italien, bekannt durch viele großartige Rennen. Somit ist die Erwartung an den gleichnamigen Reifen immens groß. Den Kenda Nevegal haben wir auf diversen Downhillpisten wie zum Beispiel in Innsbruck, Winterberg und Chaudefontaine getestet. Der faltbare Reifen in der Größe 26×2.35 ist mit knapp 800 Gramm Gewicht relativ leicht. Dennoch überzeugt der Kenda Nevegal in Verbindung mit Downhillschläuchen durch eine bemerkenswerte Pannensicherheit. Der Rollwiderstand des Nevegal ist recht hoch, was bei einem Downhillschluffen jedoch nicht unbedingt so ein großer Nachteil ist.

Sehr gut gefiel uns das Dämpfungsverhalten des Nevegal. Das Zauberwort heißt STICK-E, einer speziellen Gummimischung, welche die Rückstoßgeschwindigkeit des Reifens verlangsamt. Die Traktion auf Strecken mit Waldboden ist genial. Der Nevegal leistet sich hier keinerlei Schwächen, auch nicht bei schlechten, sprich nassen, Witterungsverhältnissen. Die Selbstreinigung des Reifens funktioniert ebenfalls vortrefflich. Auch Wurzelpassagen meistert der Nevegal vorbildlich und ohne Probleme. Leichte Schwächen zeigte der Nevegal lediglich bei Regen auf der nassen steinigen Strecke in Chaudefontaine. Hier büßte der Nevegal etwas an Grip ein.

Fazit: Der Kenda Nevegal ist eine sehr gute Alternative zu den bekannten Downhillreifen der Konkurrenz. Trotz der griffigen Gummimischung ist der Nevegal recht langlebig. Nachteil ist sicherlich der etwas hohe Preis. Den Reifen gibt es in allen möglichen Breiten und Ausführungen. Für Freunde des 24 Zoll Laufrades gibt es den Kenda Nevegal auch in einer 24 Zoll Ausführung.
Preis des Kenda Nevegal 26×2.35: 49,99 USD

Kenda Blue Groove

Das niedrige Stollenprofil des Kenda Blue Groove wurde speziell für den Einsatz auf hartem und steinigem Untergrund entwickelt. Wir haben den Blue Groove beim Crosscountry, auf leichten Downhillpassagen und beim Urbanriding getestet. Der erste Blick auf den Blue Groove ließ etwas unsere Augenbraue beben. Der fabrikneue Reifen sieht mit der niedrigen Stollenhöhe fast wie ein abgefahrener Reifen aus. Genau wie der Kenda Nevegal verfügt der Blue Groove über die spezielle Gummimischung STICK-E, als auch über L3R Pro, welche den Rollwiderstand, speziell für den Einsatz beim Crosscountry, verringern soll. Der faltbare Kenda Blue Groove in der Lite Version bringt in der Größe 26×2.00 knapp 600 Gramm auf die Waage. Wie schon der Kenda Nevegal überzeugt der Blue Groove durch perfekten Grip auf Strecken mit Waldboden.

Die Traktion in Kurven ist hervorragend, und im Grenzbereich läßt sich der Kenda sehr gut beherrschen. Selbst beim Antritt auf matschigem Untergrund überzeugt der Blue Groove durch gute Traktion. Trotz der geringen Stollenhöhe verbeißt sich der Blue Groove in den Untergrund. Die Selbstreinigung des Kendas läßt keine Wünsche offen. Lediglich auf grobschottrigem Untergrund schlichen sich leichte Schwächen ein. Der Rollwiderstand des Kenda Blue Groove bewegt sich trotz L3R Pro nur im Bereich des Akzeptablen. Richtig Fun brachte der Kenda auch nach der Montage auf ein Dualslalombike. Hier bekamen wir auf der Straße beim Urbanriding und auf Slalomkursen richtig Spaß in den Backen.

Fazit: Ein downhill-/ dualslalomorientierter Reifen für den Einsatz beim Crosscountry, Urbanriding und Slalom/BMX. Nachteil ist auch hier der recht hohe Preis. Dafür bekommt man aber auch einen sehr guten und langlebigen Reifen. Der Blue Groove wird ebenfalls in allen möglichen Breiten und Ausführungen, auch in einer 24 Zoll Version, angeboten.

Preis des Kenda Blue Groove 26×2.00: 44,99 USD

Fazit:

Mit der John Tomac Signature Series ist Kenda zweifelsohne ein großer Wurf gelungen. Die Reifen sind nicht unbedingt billig, dennoch preiswert, was heißen soll, daß diese Reifen ihr Geld wert sind. Inwieweit sich Kenda gegen die großen Konkurenten, die beide mit M anfangen, durchsetzen kann, wird sicherlich mit Interesse zu verfolgen sein.

Vertrieb: Messingschlager GmbH & Co. KG
Mehr Infos unter: www.messingschlager.com

Poison Mescalin – Two in One – Test

Bereits in grauer Vorzeit war bekannt, daß eine Verbindung zweier oder mehrerer unterschiedlicher Stoffe ein Ergebnis besonderer Güte hervorbringen kann. So entstand aus den Metallen Kupfer und Zinn die Legierung Bronze, nach der prompt eine ganze Zeitepoche benannt wurde. Auch der Druide Miraculix, stellvertretend für eine ganze Berufssparte, zeigte, wie man durch gekonntes Mischen von sonst recht harmlosen Einzelstoffen ein Ergebnis zauberte, welches die Römer buchstäblich aus den Socken haute. Verbinden mehrerer Einzelstoffe zum Maximieren des Zieles. Diesen Weg beschreitet auch das Poison Mescalin.

Das Poison Mescalin wartet durch einen sauber verarbeiteten Alurahmen auf, an dessen Heck ein Carbonhinterbau mit CNC Ausfallenden klebt. Ein Schnippen des Fingers vor die Rohre des Alurahmens mit dem daraus resultierenden blechernen Klang, welcher stark an die Akkustik einer Coladose erinnert, der Blick auf die gelochte Gabelkrone der Marzocchi MX Comp ETA und die filigranen CNC Ausfallenden trieben uns vor Beginn des Tests etwas Angstschweiß auf die Stirn. Ob das hält? Das geht doch bestimmt kaputt, oder…? Werden die verklebten Verbindungen zwischen Alu und Carbon halten oder sich gar lösen? Fragen, die das Team der Fraktur zu beantworten hatte. Die Schonfrist für das Mescalin war abgelaufen…

Schon nach den ersten Metern zaubert das Mescalin ein Leuchten in die Augen des Bikers. Leichtfüßig gleitet das Mescalin über die Straße. Ein Gang runter, antreten, Lenker ziehen und mit einem Wheelie zieht man von dannen. Die Continental Explorer Pro in der Breite 2.1 überzeugen durch guten Grip, nicht nur auf der Straße, wie sich später herausstellen sollte. Auch auf Waldwegen und unebenem Terrain kann man mit dem Poison unglaubliche Geschwindigkeiten vorlegen. Die Verbindung der gut rollenden Contis mit dem nicht unbedingt ganz leichten, aber agilen Rahmen erweist sich als weiser Griff der Macher von Poison.

Das gute und ausgewogene Fahrverhalten des Mescalin verdrängt nach und nach die am Anfang geäußerten Bedenken. Das Gelände wird härter und manchmal vergißt man, auf welch filigranem Bike man die eine oder andere mit Wurzeln gespickte Abfahrt gerade hinter sich gelassen hat. Durch den Carbonhinterbau sind selbst Rüttelpisten angenehm im Sitzen zu absolvieren. Auch die Traktion profitiert von dem leicht nachgebenden Carbonhinterbau. Bergauf kommt das Mescalin in Hochform. Das Motto heißt sitzenbleiben, Gang runter und sich die Berge hochschrauben. Selbst bei kürzester Übersetzung bleibt das Vorderrad kontrolliert am Boden, ohne zusätzlich Gewicht auf die Frontpartie des Mescalin legen zu müssen.

Schwächen zeigt das Mescalin dafür im Wiegetritt. Wie heißt es so schön, ohne Licht kein Schatten. Der fürs Sitzen so angenehme Carbonhinterbau verleiht dem Mescalin beim Wiegetritt ein schwammiges Fahrverhalten. Ein Reduzieren des Federwegs der Gabel durch die ETA Lockout-Funktion mit der daraus resultierenden Versteifung bringt etwas Besserung. Negativ aufgefallen ist uns kurioserweise die Shimano HG Kette, die trotz guter Kettenlinie nach kurzem Einsatz im Bereich der Vernietung auseinanderging. Im Gegensatz zu Miraculix Zaubertrank sind die Bestandteile des Mescalin bekannt. Alles in allem ein feiner und gut abgestimmter Mix. Die Magura Luise funktioniert wie gewohnt perfekt.

Auch hier erwies sich der Griff der Poison Leute zur Magura als gute Entscheidung, so wie die Wahl der Federgabel, einer Marzocchi MX Comp ETA. Zugegebenermaßen deuchten die Bohrungen in der Gabelkrone nichts Gutes, aber sie hielt. Die Gabel flext beim harten Bremsen durch die bissige Magura zwar etwas, aber das liegt im Rahmen des Akzeptablen. Das Ansprechverhalten der MX Comp ETA ist typisch für Marzocchi sehr gut, und auch die Dämpfung läßt keine Wünsche offen. Stahlfeder und offenes Ölbad sei Dank. Als Felgen wurden der Klassiker Mavix X 223 Disc verbaut, gespickt mit den Cerit Naben von DT Swiss. 2004er Shimano XT Schaltung, Umwerfer und Hollowtech2 Kurbeln runden das sehr gute Gesamtbild ab.

Miraculix hätte es nicht besser machen können, abgesehen von den Lenkergriffen. Wie von uns schon am Poison Taxin bemerkt, haben die Amoeba Lenkergriffe einen unglaublichen Drang zum Wandern. Unsere Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Was wir dem Mescalin auch antaten, es hielt…bis auf…den Amoeba Vorbau. Ein Riss an der Lenkerklemme bedeutete das Aus für diese Komponente. Sollte nicht passieren, kann aber passieren. Hier ist vielmehr ausschlaggebend, was der Hersteller oder Vertrieb, in diesem Fall Poison, daraus macht. Wir müssen Poison die Note 1 für Kundenservice verleihen. Nur wenige Tage nach Reklamation lag ein nagelneuer Vorbau vor. Ohne Murren, ohne Knurren. Wir haben bei so manch „großen namhaften alteingesessenen“ Firmen auch schon das Gegenteil erlebt. Das es auch anders geht zeigt die Firma Poison.

Das Poison Mescalin hat eindeutig Racecharacter. Die Seitensteifigkeit kann allerdings nicht so recht überzeugen. Kein Bike für den Artisten auf dem Zweirad, sondern für Leute mit Ambitionen schnell beim CC unterwegs zu sein und sich die Berge hochzuschrauben. Ohne wenn und aber…und das zu einem sehr fairen Preis.

Preis: in der Ausstattung des Mescalin mit XT-Ausstattung 1499 Euro (ohne Pedalen)
Gewicht: etwa 11,2 Kilogramm (ohne Pedalen)

Mehr Infos: www.poison-bikes.de

Focus Black Forest – German Lightweight Technology – Fahrtest

Nur allzu oft schaut man über den großen Teich, wo Träume zur Realität werden. Hört man sich in Deutschland um, könnte wirklich der Eindruck entstehen, nur in den USA wäre das Verwirklichen von Träumen möglich. Die Präsenz der großen Marken aus Übersee und der Einfluss der US-amerikanischen Fahrer auf bestimmte Produktlinien, und damit deren Erfolg, unterstützen diese Meinung. Doch so weit muss man gar nicht schauen. Auch Deutschland bietet erstklassige Sportler und Bikeschmieden, sowie den Willen des Individuums, bereits bestehendes mit eigenen Ideen und Erfahrungen zu verfeinern und zu verbessern oder gar neue Wege zu beschreiten.

Einer der herausragendsten Sportler, die Deutschland zu bieten hat, ist Mike Kluge. Die gewonnenen Titel lassen sich an einer Hand nicht mehr abzählen: Mehrfacher Weltmeister und deutscher Meister im Querfeldein sowie mehrere Titel beim Mountainbiken einschließlich Sieg in Kaprun beim Worldcup im Downhill. Es kam wie es kommen musste. Anfang der neunziger Jahre gründete „Mike the bike“ eine eigene Fahrradmarke mit dem Namen Focus. Die Erfahrung von Mike Kluge und deutsche Ingenieurskunst bescherten der Marke Focus schnell große Beliebtheit und Ansehen. Letztendlich profitieren aber nicht nur die gefertigten Bikes von diesem Know-How, sondern speziell die Biker, die diese Geräte bewegen.

Ein Bike, welches dies besonders gut wiederspiegelt, ist das Black Forest aus der Sport Series. Zugegebenermaßen war die Erwartungshaltung der mtb-extreme an das Black Forest sehr hoch. Ein langer Praxistest sollte zeigen, ob sich das Focus behaupten können wird. Bevor man mit dem „Black Forest“ zu Land und Tal zieht, sollte bei der verbauten Gabel, einer Suntour Axon (SF-AXO-E LO), auf den richtigen Luftdruck geachtet werden. Ein zu geringer Luftdruck lässt die Gabel schnell in die Knie gehen und ein Durchschlagen ist vorprogrammiert. Die Gabel mit den schwarzen Standrohren lässt sich mit der Lockout-Funktion zum Uphillen oder Straßenfahren blockieren.

Somit reduziert sich der Federweg von 100mm auf quasi 0. Ein minimaler Restfederweg bleibt als Reserve bestehen. Die Funktion und das Flexverhalten der Suntour kann man als akzeptabel bewerten. Die schmalen Little Albert von Schwalbe in der Breite 2.1 bieten wenig Rollwiderstand bei weitgehendst guter Haftung. Schwächen leistet sich der Reifen im nassen Terrain, hier schmiert er schon mal gerne weg. Das Herzstück des Black Forest, der superleichte und steife Rahmen, überzeugt durch gute Verarbeitung und einer erstklassigen Lackierung. Die Schlagworte heissen „German Lightweight Technology“ und „Superlight Double-Butted 7005 Alloy bioval tubing“.

Die Liebe steckt im Detail. Kabelbindersockel zur Befestigung der Bremsleitung, der integrierte Steuersatz und die edel wirkende matte Lackierung. In Verbindung mit den eingesetzten Komponenten wird die auf die Pedalen gebrachte Energie prompt in Vorwärtsbewegung umgesetzt. Beim steilen Klettern ist allerdings ein leichter Druck des Fahrers auf die Front des Black Forest nötig, weil es sonst die Nase hebt. Etwas Nervosität tritt auf ruppigem Untergrund auf. Das Bike fährt sich ansonsten sehr kontrolliert und die Magura Julie lassen das leichtgewichtige Bike schnell und gut dosierbar verzögern. Die Sitzposition ist sportlich entspannt und auch bei längeren Fahrten verkrampft sich der Biker nicht.

Das Black Forest passt einfach. Rahmengeometrie, Sitzposition, Lenker und Vorbau bilden ein hervorragendes Gesamtkonzept. Eine sechs Stunden andauernde Fahrt quer durch das Ruhrgebiet hinterließ bei mir, abgesehen von meinem Allerwertesten, keinerlei Spuren. Das beim Black Forest eine erstklassige Schaltung wie die Shimano XT verbaut wird, bedarf keiner weiteren Ausführung. Auch die Verwendung von Shimano LX Komponenten wie Umwerfer und Hollowtech Kurbeln bedürfen keiner weiteren Erläuterung. Das Bike fährt und fährt und fährt. Keines der angebauten Teile bereitete während des Tests irgendwelche Probleme, mit Ausnahme der Pedalen.

Aber eingefleischte XC-Biker werden sich wahrscheinlich sowieso Klickpedalen montieren. Auch eine ruppige Fahrweise und kleinere Jumps toleriert das Leichtgewicht, aber hier bitte in Maßen. Das Black Forest will dem Namen gerecht eingesetzt werden. Ein Bike mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis, welches XC- und Tourenfahrten zum Spaß werden lässt. Wald, Felder und Straße sind die Domänen, wo sich das Bike und der darauf befindliche Biker pudelwohl fühlen. Auf beiden Rädern oder auch mal auf einem Rad im Wheelie fahrend 🙂

Preis: 999,00 Euro
Gewicht: etwa 12,6 kg

Mehr Infos unter www.focus-bikes.de