Marzocchi 66 RC – Freeridegabel im Langzeittest

Hohoho…es ist schon wieder soweit. Wem die Bude nicht durch den Gebrauch eines Adventskranzes abgefackelt ist, wird sich sicherlich auf Weihnachten freuen. Vielen wird der Weihnachtsstress durch allerlei Geschenke, welche liebevoll unter dem Weihnachtsbaum gestapelt werden, versüßt. Im Einklang mit dem Klang friedvoller Weihnachtsmusik, wie zum Beispiel Motörhead, schwelgt man in Erinnerungen und freut sich auf das neue kommende Jahr. Ja, es ist soweit. 2006 steht vor der Türe. Natürlich hat Marzocchi auch für 2006 feine neue Federgabeln im Sortiment. Darunter auch den Nachfolger der Marzocchi 66 RC. Wir hatten die 2005er Gabel in der vergangenen Saison im Einsatz. Zeit für ein Resümee und einen Blick auf die Neuerungen des 2006er Modells. Wo sind die Unterschiede und für wen lohnt sich die Marzocchi 66 RC?

Die Marzocchi 66 RC wendet sich vor allem an Freunde des harten Freeridens. Selbst Kritiker von Einbrückengabeln müssen einsehen, dass diese Gabeln auch Vorteile gegenüber Doppelbrückengabel bieten, wie zum Beispiel der nicht eingeschränkte Lenkradius. Die Einbrückengabel Marzocchi 66 RC mit 170mm Federweg besticht vor allem mit einer Eigenschaft: Dem typischen butterweichen Ansprechverhalten einer Marzocchi. Dieses ist in unseren Augen perfekt. Verantwortlich hierfür ist bei der 66 RC der Aufbau und das Innenleben der 888 Triple, quasi dem großen Bruder. Die Einstellung von Zugstufe und Druckstufe wird durch edel wirkende, jedoch sehr hohen Alueinstellköpfen oberhalb der Gabelkrone ermöglicht. Der Einstellbereich lässt sich perfekt an das jeweilige Fahrverhalten des Bikers und des Geländes anpassen.

Wir sind die Gabel sowohl bei sommerlichsten Temperaturen in Südfrankreich als auch bei winterlichen Temperaturen gefahren. Die Gabel funzt! Die 66 RC hinterließ auf den schnellen, mit phatten losen Steinen gespickten Abfahrten in der Provence einen ebenso souveränen Eindruck wie auch auf heimischen Wurzelpassagen. Phatte Drops steckt die Gabel mit einem soften „Schmatzer“ weg. Die 20mm Steckachse sorgt für ein verwindungsteifes Ansprechen selbst bei harten Bremsmanövern. Leichtgewichte sind sie allerdings nicht, die Gabeln von Marzocchi. Etwa 2,8 Kilogramm bringt die 66 RC auf die Waage. Die mit Aluschaft ausgestattetete 66 VF2 des 2006er Sortiments wiegt etwa 2,4 Kilogramm.

Dem Kritikpunkt der hohen Einbauhöhe von 592mm haben sich die Ingeneure von Marzocchi gestellt und offerieren die 2006er, dank einer neuen Gabelkrone und neuen Tauchrohren, mit einer Einbauhöhe von 555 mm. Auch die Aufnahme des Bremssattels wurde für 2006 geändert. Das 2005er Modell bietet noch den IS2000, die neue Gabel kommt mit dem „Post Mount“ Standard daher. Ebenfalls geändert hat sich das Innenleben. Die etwas teureren HSCV-Kartuschen werden in den 2006er Modellen nicht mehr verbaut. Wem die 170mm Federweg der 66 RC zu viel sind, kann diese auf 150mm umbauen.

Fazit:

Perfekte Funktion, zuverlässig und robust. Die 2005er Marzocchi 66 RC ist ein Juwel für den ambitionierten Freerider. Es ist eigentlich gar nicht vorstellbar, solch eine Gabel noch zu verbessern. Die Neuerungen werden aber sicherlich der Gabel gut zu Gesicht stehen.

Preis: etwa 749 Euro
Gewicht: etwa 2800 Gramm

Mehr Infos unter: www.cosmicsports.de

Adidas Response Windpro Jacket – Des Bikers edler Zwirn

Es ist mal wieder soweit…nicht nur Matsch und Schnee, sondern vor allem die früh hereinbrechende Nacht sorgen für das alljährliche Trainingsdefizit im Winter. Wer rastet der rostet, und so sollte trotz Eiseskälte und Dunkelheit das Bike nicht in der Ecke verstauben. Wer jedoch kältegeplagt mit seinen Zähnen lauter klappert als die Naben von Hügi klackern, wird nicht viel Spaß beim winterlichen Ausflug in den Wald haben. Die oft gepredigte Weisheit der Motorradfahrer „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Adidas hat sich das Leiden der Biker zu Herzen genommen und bietet die, speziell für Mountainbiker entwickelte, „Response Windpro Jacket“ an.

Atmungsaktives und windabweisendes Material mit verlängertem Rückenteil und aufgebrachten Rückentaschen bilden die Basis für diese Jacke. Die elastischen Einsätze an der Seite und den Ärmeln sorgen für optimale Bewegungsfreiheit und gute Passform. Bei unseren Einsätzen um den Gefrierpunkt konnte die Jacke mit dem „climawarm“ Thermofutter absolut überzeugen. Frieren gehört dank „climawarm“ der Vergangenheit an. Durch das atmungsaktive Material und dem guten Schnitt der Jacke fühlt man sich selbst bei übelsten Tretpassagen noch wohl. Damit man auf dem Heimweg nicht noch vom Auto überfahren wird, was ja dann doch sehr ärgerlich wäre, sorgen die vielen aufgedruckten Reflektoren für gute Sichtbarkeit im Dunkeln. Vom Scheinwerfer angestrahlt erleuchtet man, passend zur Jahreszeit, wie ein Weihnachtsbaum. Den Pflegehinweisen von Adidas sollte man allerdings Beachtung schenken. Die Reflektoren leiden etwas unter der Wäsche mit der Waschmaschine. Die gute Verarbeitung und die Funktionalität wissen zu begeistern. Soviel Zufriedenheit und Qualität lässt sich Adidas aber auch bezahlen: Knapp 140 Euro für das „Response Windpro Jacket“ sind kein Pappenstiel!

Fazit:

Die ideale Jacke für die Übergangszeit. Qualität und Funktion die begeistern, aber das Portemonnaie auch enorm erleichtern!

Erhältliche Farben: poppy/schwarz, lagoon/schwarz, sun/schwarz
Material: 50% Polyester, 34% Plyamid, 16% Polyurethan
Preis: etwa 139 Euro

Mehr Infos unter: www.adidas-cycling.de

Schwalbe Al Mighty und Big Betty – Kampf der Geschlechter – Test

Seit jeher plagt den Menschen die Frage über den kleinen, aber dennoch entscheidenden Unterschied zwischen den Geschlechtern. In heiligen Schriften wird die Rolle den Geschlechtern strikt zugewiesen. Heutzutage flimmern abendfüllende Fernsehsendungen, eigens diesem Thema gewidmet, über die Mattscheibe. Ja, so ist es, und nun scheinen wir seit Tausenden von Jahren zu wissen, daß der Mann für das Grobe im Alltag zuständig ist und die Frau mehr für die feinen Dinge des Lebens.

Auch bei Schwalbe tobte anscheinend der Geschlechterkampf und hat vorsorglich beiden Geschlechtern einen Reifen gewidmet. Der „Al Mighty“, den Schwalbe als den „allmächtigen Herrscher über alle Downhill-Hänge“ propagandiert, soll für den optimalen Run beim Downhill sorgen. Die „Big Betty“, „the Queen of Freeride“, soll dagegen den Freerider beglücken. Die in unserem Test befindliche Betty ist wirklich „Big“! Mit einer Breite von 2.40 macht diese Dame dennoch eine sehr gute Figur. Der Al Mighty kommt in unserem Test mit einer Breite von 2.35 daher. Schwalbe bietet diese beiden Reifen in zwei unterschiedlichen Gummimischungen an. Neben der „normalen“ ORC Gummimischung (Offroad Racing Compound) können Adrenalinjunkies auch noch auf die etwas weichere Gooey Gluey Gummimischung zurückgreifen.

Big Betty

Feststellen sollte man zuerst die Kriterien, die ein Reifen erfülle sollte. Für den Freerider ist sicherlich ein Reifen sinnvoll, der guten Grip mit einem guten Rollwiderstand vereint. Schließlich geht es ja auch mal bergauf oder über Singletrails. Dies soll aber nicht heißen, daß der Downhiller auf den Rollwiderstand „pfeift“. Im Gegenteil, auch hier ist ein guter Rollwiderstand sehr wichtig, nur wird etwas mehr Wert auf die Traktion gelegt. Es geht, ganz plumb gesagt, nunmal bergab und beim wettkampforientierten Downhiller ist der Kampf um den Bruchteil einer Sekunde oberste Priorität. Würde man dies in Prozenten ausdrücken wollen, würde das Verhältnis Traktion/Rollwiderstand beim Freerider vielleicht bei 40/60 liegen, beim Downhiller dagegen eher bei 60/40. Von persönlichen Vorlieben mal abgesehen.

Al Mighty

Tatsächlich ist das Rollverhalten des Schwalbe Big Betty deutlich besser als das Rollverhalten des Al Mighty. Tretpassagen sind definitiv nicht das Einsatzgebiet des Al Mighty. Wird dann noch die Gooey Gluey Mischung gefahren, artet die Treterei regelrecht in Stress aus. Allerdings wird der hohe Rollwiderstand mit einer erstklassigen Traktion belohnt. Schon die ORC Mischung kann überzeugen, die sich in Waldboden, auf Steine und Wurzeln verbeißt. Die Gooey Gluey Mischung kann noch einen „Ticken“ drauflegen. Den besten Kompromiss zwischen Traktion und Rollverhalten erreichten wir bei einem Luftdruck von etwa 1,6 bar. Ein Wert, der sicherlich von Fahrer zu Fahrer abweicht. Auch den Big Betty sind wir mit einem Luftdruck von etwa 1,6 bar gefahren. Der Vortrieb des Faltreifens ist deutlich besser als der des Al Mighty, der im Gegesatz zum Big Betty als Drahreifen ausgeliefert wird. Wer meint, mit dem Freeridereifen müsse man deutlich kürzer treten, der irrt. Der Big Betty beißt sich phänomenal in den Boden fest, selbst in der ORC Mischung.

Big Betty

Die Traktion ist zwar nicht so gut wie die des Al Mighty, aber dennoch erstklassig. Die Gooey Gluey Mischung des Big Betty büßt zum Big Betty in der ORC Mischung merklich an Rollwiderstand ein, bietet aber dafür etwas mehr Traktion. Überzeugend ist auch der Grip der beiden Schwalbe Reifen auf seitlich abfallenden Trails und das Bremsverhalten. Selbst harte Bremsmanöver in Kurven bringen weder den Big Betty noch den Al Mighty aus dem Konzept. Ein wichtiges Plus an Sicherheit. Was uns bei den Schwalbe Reifen ebenfalls überzeugen konnte war die Pannensicherheit. Selbst der Faltreifen ließ uns während des langen Tests nicht im Stich.

Al Mighty

Unserer Meinung nach wird der Big Betty in der ORC Mischung für die meisten Freerider eine sehr gute Wahl sein. Der gute Grip gepaart mit einem guten Rollverhalten und Langlebigkeit machen diesen Reifen zum perfekten Allrounder. Wer einen Ticken mehr Gas geben will auf der Abfahrt, sollte sich die Gooey Gluey Mischung gönnen, wenngleich die Traktion mit einem merklich höheren Rollwiderstand erkauft wird. Der relativ schwere Al Mighty bleibt in unseren Augen definitiv den Abfahrtsfahrern vorbehalten. Das mühselige Bergaufkurbeln mit dem Al Mighty, ganz gleich in welcher Mischung, kann und darf man keinem Freerider antun. Sessellift oder Shuttleservice sind hier ein Muss. Auch die Langlebigkeit kann dem Big Betty nicht das Wasser reichen. Aber dafür rockt der Al Mighty bergab. Die Gooey Gluey Mischung lohnt sich nur für den Raceeinsatz im Kampf um den Bruchteil einer Sekunde, zumal diese Gummimischung einiges kurzlebiger ist als ORC Gummimischung. Neben 26 Zoll ist der Al Mighty auch in 24 Zoll erhältlich!

Fazit:

Mit dem Schwalbe Al Mighty und dem Schwalbe Big Betty kommen Downhiller und Freerider voll auf ihre Kosten. Selbst Grenzgänger dürfen sich an diesen Reifen erfreuen, zumal neben der „normalen“ ORC Mischung noch die weiche Gooey Gluey Mischung erhältlich ist.

Erhältliche Größen:
Al Mighty: 24×2.35, 24×2.60, 26×2.35, 26×2.60
Big Betty: 26×2.40

Gewicht:
Al Mighty: um die 1200 Gramm
Big Betty: etwa 890 Gramm

Preise:
Al Mighty: 44,90 Euro
Big Betty: 39,90 Euro

Mehr Infos unter www.schwalbe.de

Boppard Bikepark – Spot-Check

An Europas größter Rheinschleife läßt es sich gut leben. Die Einwohner der Stadt Boppard, etwa 20 Kilometer von Koblenz entfernt gelegen, werden mit einem herrlichen Blick auf eine geradezu bezaubernde Landschaft verwöhnt. Für den kulinarischen Genuß sorgt der in der Gegend angebaute Wein mit den obligatorischen Weinfesten im Spätsommer. Diese Tatsache lockt sehr viele Touristen in die Stadt, die trotz des starken Tourismus nichts von ihrem Charme eingebüßt hat. Der Blick in die Straßen läßt das Durchschnittsalter der Besucher auf über fünfzig vermuten.

Das könnte und sollte sich in Zukunft ändern. Grund dafür ist der Bikepark Boppard. Mit Erschaffung eines Erlebnisparks für Mountainbiker könnte in Zukunft ein frischer Wind durch Boppards Gassen wehen. Wie schon die Bikeparks im Sauerland zeigen, läßt es sich mit Mountainbiker gut leben. Netter Nebeneffekt für die Stadtherren und die Tourismusbranche ist das Klingeln in der Kasse. Wir haben uns am ersten Septemberwochenende 2005 auf den Weg nach Boppard gemacht, um die aktuelle Lage des Bikeparks abzuchecken.

Der Bikepark ist anhand des ortsansässigen Sessellitftes leicht zu finden. Wer nach Hinweisschildern zum Bikepark sucht, kann lange suchen. Es gibt keine. Auch die Anfrage beim Personal des Sesselliftes, bezüglich Mitnahme der Bikes, sorgt für lange Gesichter. Die Mitnahme der Bikes per Sessellift ist noch nicht bewilligt, da der Bikepark offiziell noch gar nicht eröffnet wurde. Schon im Mai hätte der Park, nach Aussage des Personals, eröffnet werden sollen. Bisher Fehlanzeige. Im Gespräch mit den Locals, den Erbauern der Strecke, zeigte sich leichte Frustration. Das ganze Projekt läuft mittlerweile fast zwei Jahre, die Abnahme der Strecke scheiterte, nach deren Aussage, bisher an Kleinigkeiten.

Tatsächlich zeigt sich bei der Begutachtung der Strecke die professionelle Bauweise der Rampen, Wallrides und Northshores. Wir haben schon offizielle Strecken gesehen, die im Vergleich zu Boppard geradezu aberteuerlich zusammengeschustert wurden und dennoch den Segen bei der Streckenabnahme fanden. Wir konnten in Boppard definitiv keine Mängel feststellen. Die Freeridestrecke, welche etwa 250 Höhenmeter Abfahrtsspaß bietet, ist mit Sinn und Verstand angelegt. Dabei bieten jede Menge Sprünge, Rampen, Wallrides und Anlieger Spaß für Anfänger als auch Pros.

Alle Teilstücke lassen sich umfahren und können daher auch von Novizen, mit entsprechender Vorsicht, unter die Räder genommen werden. Der staubige Untergrund bietet allerdings keinerlei Wurzeln oder Steinpassagen. Die Bezeichnung als Freeridestrecke, mit den zum Teil recht hohen Sprüngen, ist gerechtfertigt. Abseits des Bikeparks verläuft unter dem Sessellift ein steiniger und technisch anspruchsvoller alpiner Wanderweg, der des Downhillers Herz höher schlagen läßt. Da dieser Weg aber eigentlich nicht befahren werden sollte, werden wir hier nicht weiter ins Detail gehen.

Auf dem Berg, am Start des Freerides, können sich auch Dirtjumper heftigst austoben. Mehrere Dirtlines locken die Herren und Damen der Lüfte. Die über drei Meter hohe Startrampe sorgt für den nötigen Speed. Auch die Freerider kommen in den Genuß einer eigenen, etwa drei Meter hohen Startrampe. Man sieht, in diesem Park steckt Geld. Und sehr viel Arbeit. Das Hinhalten der Locals bezüglich einer offiziellen Eröffnung des Parks bedeutet natürlich Frust.
Unglaublich, wenn man sieht, daß der Park eigentlich fertig ist.

Da der Sessellift uns Biker nicht befördern darf, bietet sich eine kleine asphaltierte Straße, die auch mit dem PKW befahren werden darf, zum Shutteln an. Die Straße läßt sich zur Not sogar mit einem DH-Boliden hochkurbeln. Das kostet natürlich Körner, die man eher für die Abfahrt gebrauchen könnte. Im Gespräch mit verschiedenen Bikern mischt sich die Begeisterung für diesen Park mit der Enttäuschung über den fehlenden Biketransport per Sessellift. Eine Tatsache, die sicherlich viele Biker von einem Besuch dieses schönen Bikeparks abhalten wird.

Also ihr Herren Stadträte und Verantwortlichen der Stadt Boppard, gebt den Bikepark, der ohnehin bereits kräftig befahren wird, und die Benutzung des Sesselliftes für den Biketransport, zu angemessenen und realistischen Preisen, offiziell endlich frei!

Fazit:

Sehr geiler Spot zum Austoben! Durchdacht und mit Sinn umgesetzt. Flow garantiert! Einzig die fehlende Transportmöglichkeit des Bikes mit dem Sessellift mindert den Spaß! Wir kommen auf jeden Fall wieder! Mit oder ohne Sessellift!

Anfahrt:
In Boppard am Sessellift der Straße bis zum Kyfhäuser Weg folgen, danach den Kyfhäuser Weg in Richtung Vierseenblick einschlagen. Etwa 1,5 Kilometer Anstieg.

Update Bikepark Boppard 05.10.2006: Sesselliftbetrieb für MTB

Seit Juni 2006 bietet der Bikepark Boppard endlich einen Sesselliftbetrieb auch für uns Biker an. Der Preis für den Transport eines Erwachsenen beträgt für die Tageskarte 20 Euro und für die 10er-Karte 37 Euro. Allerdings sollte man etwas Zeit mitbringen. Die Auffahrt dauert etwa 20 Minuten, dazu kommt natürlich noch die Wartezeit am Lift. Der ist zwar meist nicht überfüllt, aber für Mountainbikes gibt es nicht so viele Haken. Biker mit extremer Höhenangst können sich auf harte Zeiten einrichten! Der Sessellift erreicht eine Höhe von etwa 20 Metern. Der Sesselliftbetrieb läuft bis Ende Oktober. Viel Spaß!

Poison Zyankali Light – Arsen und Spitzenhäubchen

Oh Mortimer! Auf den ersten Blick sehen seine unauffälligen und liebenswerten Tantchen geradezu harmlos aus. Der Blick hinter die Kulissen offenbart aber zwei Damen, die es faustdick hinter den Ohren haben. So harmlos wie die zwei Tantchen, scheint auch der von ihnen an Gäste ausgeschenkte Cocktail zu sein. In dem Filmklassiker „Arsen und Spitzenhäubchen“ wird Cary Grant Zeuge dessen, welch „umwerfende“ Wirkung die richtige Mischung erzielen kann. Die zwei älteren Damen in dieser erstklassigen Komödie waren sich der Wirkung ihres Cocktails bewußt. Die Firma Poison setzt ebenfalls bewußt auf den Einsatz von Arsen und Zyankali, allerdings bezieht sich das mehr auf die gleichnamigen Bikes.

Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, die Funktionalität und Zuverlässigkeit eines Bikes zu testen. Aussagekräftig sind sehr viele Tests, unumstritten sicherlich der Test bei einem Alpencross. Knackige Downhills und kernige Uphills bei allen erdenklichen Wetterlagen und Bodenbeschaffenheiten sollten die Qualitäten des Poison Zyankali auf die Probe stellen. Dabei mußte das Poison alleine beim Alpencross über 19000 Höhenmeter zurücklegen, von den Strapazen auf heimischen Trails ganz abgesehen. Von Poison angepriesen als ein „Muß“ für Crosscountryfahrer, wurde das Zyankali im Test dementsprechend hart rangenommen.

Das gewisse Etwas des Zyankali läßt sich bereits an der Form des Ober- und Unterrohrs erkennen. Nicht schnöde Rundrohre werden verwendet, sondern zum Steuerrohr dreieck und zum Sattelrohr flach zulaufende Rohre aus 7005er Alu finden am Zyankali Verwendung. Dies bewirkt neben Stabilität vor allem eines: Steifheit. Ein weiteres kleines, aber bedeutendes Schmankerl, ist das Gusset am Steuerrohr. Die Verarbeitung des Gusset am Steuerrohr ist ein anerkennendes Nicken wert. Überhaupt macht die Verarbeitung des Zyankali einen sehr guten Eindruck. Dies spiegelt sich nicht nur bei den Schweißnähten wieder, sondern auch bei der Qualität des Lackes.

Der erste Fahreindruck bestätigt die Steifheit des Rahmens. Ein Sänfte ist das Zyankali nicht und macht somit dem Begriff „harter Bock“ alle Ehre. Dabei ist diese Begriffsbezeichnung keinesfalls negativ zu deuten, sondern es bezeugt den supersteifen Rahmen dieses Hardtails. Eine Eigenschaft, die sich beim Antritt und im Wiegetritt sofort bemerkbar macht. Das Lossprinten mit dem Zyankali gleicht der Betätigung einer Turbo-Taste. Vehemment schießt das Poison nach vorne und verärgert auf der Straße so manchen Rennradfahrer. Die sportlich angenehme Sitzposition ermöglicht zudem lange Touren.

Auf Singletrails weiß das gute Handling des Poison zu begeistern. Negativ fällt jedoch auf ruppigen Abfahrten das leicht nervöse Fahrverhalten des Zyankali auf. Leichte Fahrwerksschwächen schleichen sich auch bei steileren Uphills ein. Hier neigt die Front etwas zu schnell zum Steigen. Enge Kurven bei steilen Auffahrten werden somit zum Geduldsspiel. Im Grenzbereich der Traktion reagiert das Zyankali mit leichtem, aber gut beherrschbarem Untersteuern. Aufgrund der vielen ruppigen und harten Abfahrten während des Testes, kann man dem Poison eine herausragende Eigenschaft besonders bestätigen: Zuverlässigkeit. Ohne Zwischenfälle verrichtet das Poison, zur Freude des Besitzers, seinen Dienst.

Die Mavic XM 117 Disc Felgen können dem Rahmen in Punkto Stabilität nicht ganz Paroli bieten. Der Griff zum Speichenschlüssel behebte aber diese kleine Unstimmigkeit der Mavic Felgen während des Testes. Angesichts der ruppigen Abfahrten dennoch erstaunlich, wieviel die dünnen Mavic Felgen einstecken können. Die an unserem Bike verbauten Magura HS 33 Bremsen sind für uns, in der Sparte der Felgenbremsen, weiterhin die Referenz. Der Klassiker bietet perfekte Bremsleistung bei Trockenheit, mit leichten Schwächen bei Nässe. Für 999,00 Euro wird das Poison Zyankali allerdings mit der Scheibenbremse Magura Julie ausgeliefert. Damit steht dem Biker eine gleichbleibende und gut dosierbare Bremsleistung, bei jedem Wetter, zur Verfügung.

Die Marzocchi MX Comp ETA verrichtet unauffällig, aber gut ihren Dienst. Die Aktivierung des ETA System läßt den verfügbaren Federweg von 105 mm um etwa 40 mm schrumpfen und wird dabei vom Ansprechverhalten deutlich straffer. Die Einstellung der Zugstufe bedarf leider eines internen Eingriffs. Die Gabel spricht hervorragend an und leistet sich keine Schwächen. Schwächen leisten sich dagegen die Reifen. Die Continental Explorer in der Breite 2.1 rollen zwar sehr gut, vermitteln auf nassem Untergrund, vor allem auf nassen Wurzeln und Steinen, alles andere als ein sicheres Fahrgefühl. Bei Schaltung und Tretlager wurde die solide Shimano LX-Gruppe verbaut, unterstützt durch ein Shimano XT-Schaltwerk. Selbst nach dem harten Einsatz beim Alpencross funktionierte dieser Shimano-Mix perfekt und ohne Makel.

Ärgerlich sind indes die verbauten Lenkergriffe. Mal wieder möchte man sagen. Das Eigenleben dieser Griffe haben wir in vorangegangenen Tests wiederholt kritisiert. Besserung dagegen beim Vorbau. Die bei einem Bike in einem früheren Test beanstandete Vorbauklemmung wurde gegen eine durchgehende Vorbauklemmung ausgetauscht. Wichtig ist bei einem Kauf der Gedanke an Pedalen. Poison liefert die Komplettbikes ohne Pedalen aus. Somit kann der Biker diese Komponente direkt an seine Bedürfnisse anpassen.

Es gibt sie doch, die Parellelen. Scheinbar unauffällig, weiß das Poison Zyankali durch Leistung und Zuverlässigkeit zu überzeugen. Der phantastische Vortrieb und die Steifheit des Rahmens lassen das Poison XC-Race-Ambitionen entwickeln. Aber auch auf Touren und beim Marathon fühlt sich das Poison mitsamt Biker wohl. Der Alpencross bewies es. Den harten Test in den Alpen absolvierte das Poison mit Bravour. Bei der Wahl der verbauten Komponenten bewies Poison ein gutes Händchen. Kleine Abstriche muß man in Bezug auf das leicht nervöse Fahrverhalten machen. Das Poison hat es auf jeden Fall faustdick hinter den Ohren! Gift ist das Poison Zyankali nur für die Gegner 🙂

Fazit:

Poison beweist es mal wieder: Gutes muß nicht teuer sein. Das Zyankali besticht neben einem guten Preis-/Leistungsverhältnis durch Zuverlässigkeit und Funktionalität. Nur das leicht nervöse Fahrverhalten kostet Minuspunkte.

Gewicht: etwa 11,7 Kilogramm (ohne Pedalen)
Preis: 999,00 Euro (mit Magura Julie Scheibenbremse)
Erhältliche Größen: 33 – 58
Farben: Rot, Schwarz, Blau Metallic, Silber Metallic

Mehr Infos unter: www.poison-bikes.de

BikeBuch Europa – Herbert Lindenberg – Buch Vorstellung

„Per aspera ad astra – Auf rauhen Wegen zu den Sternen“. Ob der Weg rauh, glatt wie ein Kinderpopo, steinig oder sandig ist, eines ist klar: Europa ist schön wie auch vielseitig zugleich. Egal, ob es sich um die schroffen Pässe der Alpen handelt, die mit Lavendelfelder überzogene Provence oder die mit Flüssen und Kanälen durchzogene Niederlande. Europa ist ein Paradies für alle Arten von Biker. Der Tourenfahrer, der mit Rucksack ausgestattet Tage oder Wochen unterwegs ist, kommt genauso auf seine Kosten wie der ambitionierte Downhiller, der seinen Thrill in der Abfahrt sucht.

Jeder findet in Europa seinen Spot und seine Region zum Austoben und Verwirklichen seiner Träume. Und das meist zuhauf. Man sollte nur wissen, wo man sein El Dorado findet. Herbert Lindenberg hat in dem beim Reise Know-How Verlag erschienenen „BikeBuch Europa“ alle wichtigen Informationen zu allen europäischen Ländern zusammengefaßt. Ergebnis ist ein knapp 600 Seiten umfassendes Nachschlagewerk von A wie Albanien bis Z wie Zypern. Selbst auf nicht alltägliche Reiseziele wie die Inselgruppen der Färöer und das der GUS zugehörende Moldawien wird in diesem Buch eingegangen. So finden sich neben allgemeinen Informationen, wie zum Beipiel der Landesgröße und Einwohnerzahl, unter anderem auch wichtige Informationen bezüglich Währung, Sprache, Einreisebestimmungen, Reisezeit und Transportmöglichkeiten. Übersichtlich und gut lesbar sind auch die Beschreibungen der einzelnen Länder und deren Regionen. Wir lernen etwas über Land und Leute, und selbst Geschichtliches wird teilweise aufgegriffen.

Dabei spricht uns der Autor bei den Beschreibungen geradezu aus der Seele. Sei es bei der Beschreibung der Provence des Hinterlandes, dem Land der Aussteiger, die dem wahren Leben nachspüren oder der Beschreibung der Wicklow Mountains, die sich unweit von „dear dirty Dublin“ mit langgezogenen Steigungen und wunderschönen Panoramen gen Himmel erheben. Viele Abbildungen, Karten und Fotos gewähren einen weiteren Einblick in die Länder und deren Regionen. Die aufgeführten Internetadressen unterstützen bei Recherchen für die nächste Tour. Natürlich fällt das Kapitel über Deutschland dementsprechend groß aus. Selbst in Deutschland gibt es noch viel zu entdecken. Aufgelockert wird das umfangreiche Nachschlagewerk durch kurze Geschichten von anderen Bikern. Das BikeBuch spricht nicht speziell den Mountainbiker an, sondern den Fahrradfahrer allgemein. Dennoch finden sich wertvolle Informationen für uns Mountainbiker. SpezielleTips für Mountainbiker sind am Seitenrand mit einem Logo markiert. Detailierte Radtourenbeschreibungen finden sich nicht, würden aber auch den Rahmen des Werkes sprengen.

Fazit:

Viele wichtige Informationen zu Land und Leute machen dieses Buch nicht nur für Tourenfahrer zu einem wertvollen Nachschlagewerk.

Erschienen im Reise Know-How Verlag, Bielefeld

Preis: 22,50 Europa
ISBN 3-89662-306-0

Mehr Infos unter www.reise-know-how.de

Point Alien Pedalen auf den Zahn gefühlt – Test

Mit dem Headliner „Gutes muss nicht teuer sein“ trifft Point den Nerv vieler Biker. Viele preisgünstige Parts werben um die Gunst der Käufer. Die umfangreiche Palette deckt den größten Teil der Bedürfnisse eines Bikers ab. Unter dem Label „Point Racing“ wird dem Trend zu einer extremeren Gangart beim Mountainbiken Rechnung getragen. „High End for Low Budget“ soll jedem Biker, der sich der extremeren Fahrweise oder zumindest derer Komponenten verschrieben hat, auch die extremeren Parts ermöglichen. Doch was taugen die Komponenten für den Hardcorebereich, die oft billiger sind als die Produkte für Otto Normalverbraucher der mächtigen Bikekonzerne? Anhand zwei verschiedener Modelle fühlen wir Point regelrecht auf den „Zahn“…

Point Alien 2 (LU 953)

Die Point Alien 2 sind ein typischer Vertreter der sogenannten Bärentatzen. Ein um die Achse gezogener Ring mit scharfkantigen Zähnen verleiht nicht nur einen enormen Grip auf den Pedalen, er ziert auch mit seinem Abdruck so manches Schien- und Wadenbein. Die Alien 2 überzeugen durch bombastischen Grip. Egal bei welchem Wetter und welcher Bodenbeschaffenheit, auf den Point Alien 2 steht man wie festgewachsen. Ein Abrutschen von den Pedalen ist fast unmöglich. Sollte dies dennoch einmal geschehen, versteht man die Bedeutung des Wortes Bärentatze. Gleich einem Hieb eines Bären schlägt die Alien 2 eine tiefe Wunde in das ungeschützte Bein. Wer in diesem Moment einen Schienbeinschutz trägt, darf sich glücklich schätzen.

Nicht ganz so wie der Grip auf den Pedalen überzeugt uns die Stabilität der Pedale. Bereits nach kurzer Zeit verbog der zur Kurbel zeigende offene Ring des Außenkreises. Die in Fahrtrichtung zeigenden Zähnen verbogen bei Bodenkontakt. Aber selbst bei verbogenen Zähnen und Käfig überzeugen die Point Alien 2 immer noch durch Grip. Nachteil sind die starren Zähne, welche nicht ausgewechselt werden können. Sind diese abgenutzt und umgebogen, hilft nur noch der Griff zu Feile und Zange. Die Konuslager, welche nach einiger Zeit den Käfig „klackern“ lassen, können nicht mit den in anderen Pedalen verbauten Industrielagern mithalten. Der Preis von 25 Euro ist allerdings ein Hammer und läßt über diese Schwächen etwas hinwegsehen.

Preis: 25 Euro
Gewicht: etwa 540 Gramm

Fazit: Bissig, aber mit Schwächen, dafür ein Hammer beim Preis- /Leistungsverhältnis

Point Alien 1 (B57)

Die Point Alien 1 sind ein Bilderbuchvertreter der Plattformpedalen. Groß dimensionierte auswechselbare Pins und eine große Standfläche sorgen für perfekten Grip und Halt auf den Alien 1. Selbst bei Nässe kann der Grip der Pedale überzeugen. Der Einsatz von Industrie- und Gleitlagern ist für Pedalen in dieser Preisklasse üblich. Die Pedalen „laufen“ gut und selbst nach vielen harten Einsätzen konnten wir kein Gerappel des Pedalkäfigs feststellen.

Die Pins der 560 Gramm schweren Pedalen sollte allerdings öfters auf festen Sitz kontrolliert werden, da diese sich sonst schon mal verabschieden. Wer dennoch den einen oder anderen Pin verlieren sollte, kann diese auch bei Point separat nachbestellen. Der Preis von 79 Euro ist im Vergleich zu den Alien 2 recht hoch, aber gerechtfertigt. Mit der Alien 1 hat man definitiv die bessere Pedale, auch wenn der Grip der Bärentatze extremer ist.

Preis: 79 Euro
Gewicht: etwa 560 Gramm

Fazit: Plattformpedale nach Maß. Guter Grip, stabil, laufen gut, und im Falle eines Falles lassen sich die Pins auswechseln.

Mehr Infos unter www.pointbike.de

Progrip MX-Brille 3400 Leopard Schwarz – Weck die Raubkatze in Dir! Test

Der Trend beim Mountainbiken geht immer mehr ins Extreme. Keine Frage. Immer extremer werdende Mountainbikevideos heizen dem Zuschauer zusätzlich ein. Doch nicht nur vom fahrtechnischen Anspruch, sondern auch in Bezug auf Kleidung geht der Trend zu dem, was extremer ist. Was bietet sich da mehr an, als sich beim MotoX-Shop um die Ecke mit Klamotten einzudecken?! Einer der ganz großen Hersteller im Bereich MotoX-Kleidung ist die italienische Firma Plastiche Cassano, bekannt durch das Markenzeichen Progrip. Die Palette reicht von Hosen und Jerseys bis zur kompletten Schutzausrüstung.

Besonders die MotoX-Brille 3400 in Leopard Schwarz fiel uns im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge. Neben der phatten Optik wirbt die Brille mit beschlagfreiem und lichtempfindlichem Glas. Der Vorteil eines „Light Sensitive“ Glases liegt auf der Hand. Durch Verwendung eines solchen, sich an das vorhandene Licht selbstständig anpassenden Glases, könnte man sich die Sammlung mehrerer Brillen mit verschieden getönten Gläsern ersparen. Auch das Horten mehrerer Ersatzgläser verschiedenster Tönungen könnte der Vergangenheit angehören. Das würde nicht nur Zeit und Nerven sparen, sondern auch Geld. Realität oder Wunschgedanke? Eine Antifogbeschichtung, also eine Beschichtung zur Vermeidung des Beschlagens der Brille, sollte zumindest für Downhiller selbstverständlich sein. Die FRAKTUR wollte wissen, ob man mit der Progrip 3400 nicht nur auf dem Trail gut aussieht, sondern auch jederzeit den Durchblick behält.

Die Progrip 3400 zeigt bereits beim Überstreifen über den Helm die Liebe zum Detail. Drei auf das Helmband aufgebrachte Silikonstreifen verhindern ein Verrutschen bzw. Abrutschen der Brille vom Helm. Die auf das Gesicht drückenden Schaumstoffeinlagen sind bequem und die Brille gefällt durch den guten Sitz. Das Sichtfeld ist gut und selbst Brillenträger können in den Genuß der Progrip 3400 kommen. Die Antifogbeschichtung funktioniert, aber nicht ganz so gut, wie wir es uns gewünscht hätten. Einmal beschlagen, dauert es zudem etwas zu lange, bis die Progrip wieder freie Sicht bietet. Grund dafür ist die schwache Belüftung der Brille, welche sicherlich aber auch auf die etwas geringeren Geschwindigkeiten gegenüber den motorangetriebenen Zweirädern zurückzuführen ist.

Die Tönung des Glases funktioniert par excellence. Innerhalb weniger Sekunden paßt sich die Tönung der Brille übergehend von dunkles in helles Terrain den veränderten Lichtverhältnissen an. Die Farbtreue kann man als recht gut bezeichnen. Auch die Stärke der Tönung für die jeweiligen Lichtverhältnisse kann überzeugen. Allerdings läßt die Enttönung der 3400 etwas auf sich warten. Ein Abtauchen von hell nach dunkel kann schon mal kurzzeitig für einen Blindflug sorgen. Allerdings war das hauptsächlich beim Downhill mit den vielen wechselnden Lichtverhältnissen der Fall. Auf BMX-Bahnen und BikerX-/Dualpisten gab es keinerlei Probleme diesbezüglich. Die Fertigungsqualität der Progrip 3400 kann voll punkten. Nach vielen Einsätzen ist der Leoparden Look auch dann noch ein Augenschmaus, wenn bei vielen Brillen anderer Hersteller schon der blanke Kunststoff zum Vorschein kommt. Auch die Unempfindlichkeit gegenüber Kratzer macht diese Brille zu einem Tip! Wem dies nicht reicht, kann die Progrip auch noch mit einem Roll Off System, ebenfalls von Progrip, nachrüsten.

Gibt es unter anderem auch in Leopard Blau, Leopard Gelb, Leopard Orange und Leopard Rot.

Fazit:

Bei nicht wechselnden Lichtverhältnissen allererste Wahl, und das bei einer Optik, welche sprichwörtlich die Raubkatze in einem weckt. Für den Einsatz bei oft wechselnden Lichtverhältnisse ist die Progrip 3400 mit dem Light Sensitive Glas aber weniger empfehlenswert.

Preis: etwa 44,90 Euro (mit Aufbewahrungsbeutel)

Generalimporteur für Deutschland:
Mefo-Sport GmbH
Mühläckerstraße 1
97520 Röthlein

Mehr Infos unter:
www.mefo.de
www.progrip.com