Stevens S-7 Pro 2005 – Definition von Reinkultur?! Test

Puristik läßt sich definieren als die Konzentration auf das Wesentliche, frei von Spielerei und unnötigem Beiwerk. Frei übersetzt könnte man auch das Motto „weniger ist manchmal mehr“ anwenden. Selbst Comicheld Superman zeigte schon, daß es nicht unbedingt eines Batmobils bedarf, um überragendes leisten zu können. In der heutigen Zeit wird durch die Werbung oft der Blick auf das Wesentliche getrübt.

„Darf es auch etwas mehr sein?“ ist nicht mehr nur ein Spruch vom Metzger nebenan. Und jedes Kind weiß, daß jedes „etwas mehr“ auch immer etwas mehr kostet. Ob man das etwas mehr nun benötigt oder nicht, sollte der Käufer im Vorfeld genau abchecken. Wo macht das „mehr“ einen Sinn, wo ist es nur eine unnötige Geldausgabe?! Mit dem Stevens S-7 Pro 2005 steht dem Biker ein Mountainbike ohne unnötiges Geschnörkel zur Verfügung. Stevens beschreibt das S-7 selber als „Stevens-Konzept in Reinkultur“. Der Blick auf das S-7 mit den verbauten Parts scheint Stevens recht zu geben. Das Bike wirkt nicht aufdringlich, sondern schon fast Understatement. Keine blitzenden Scheibenbremsen zieren das Stevens, sondern der Klassiker Magura HS11 ist für die Verzögerung zuständig. Die schmalen Mavic XM117 Felgen fallen ebenso wenig auf wie die bewährte Schaltkombination Deore / Deore LX von Shimano. Und dennoch besticht das Bike durch sein Herzstück, dem Rahmen in der „Laguna Blue“ Lackierung. Ist das Konzept eines Bikes der Reinkultur zeitgemäß? Wir werden sehen…

Das Herzstück des S-7 ist zweifelsohne der sauber verschweißte Rahmen. Mit der Lackierung in „Laguna Blue“ wird nicht nur optisch ein Highlight gesetzt. Bestückt mit einer Scheibenbremsaufnahme, ist man für das eventuelle spätere Nachrüsten einer Scheibenbremsanlage gewappnet. Die Geometrie des Rahmens ist definitiv als sportlich einzustufen. Der steife Rahmen sorgt für einen guten und direkten Vortrieb. Die Qualität der Lackierung kann man als zufriedenstellend bewerten. Lediglich an der Kettenstrebe fanden sich nach dem Test einige unschöne Macken. Sehr schön finden wir die vom Werk aus angebrachten Klebestreifen an den üblichen Scheuerstellen, um den Lack zu schonen. Fahrtechnisch gut zum Rahmen paßt die Manitou Gabel Splice Elite mit 80mm Federweg. Die 80mm Federweg stellten sich als völlig ausreichend raus. Allerdings bedarf die Gabel einer Einstellung der Zugstufe und Federvorspannung, um ihr Potential in Verbindung mit dem Rahmen und des Geländes voll auszuschöpfen. Dies kann direkt vor Ort geschehen, notfalls sogar während der Fahrt. Werkzeug wird nicht benötigt, die Drehknöpfe sind so groß, daß man sie sogar mit dem Fuß bedienen könnte.

Optisch passen die großen Plastikdrehknöpfe nicht ganz zum zierlich wirkenden Bike, sind aber dafür ziemlich praktisch. Hat man für sich die optimale Einstellung der Manitou erstmal ermittelt, funktioniert die Splice sogar recht gut. Selbst eine Lockout-Funktion bietet diese Gabel und läßt somit das S-7 noch besser die Berge erklimmen. Am Stevens S-7 Pro wurde, wie bereits erwähnt, die bewährten Hydraulikbremsen HS11 von Magura verbaut. Wartungsarm und mit einer überzeugenden Bremsleistung bei einem geringen Gewicht sprechen schon seit Jahren für diese Felgenbremse. Nur bei Schlammfahrten treibt die Bremse, typisch für Felgenkneifer, dem Biker so manch Angstschweiß auf die Stirn. Die Bremsleistung bei eingesauten Felgen ist sehr dürftig. Wer viel im Regen und Schlamm unterwegs und dabei auf beste Bremsleistung angewiesen ist, kann im Bedarfsfall die Bremsgummis ohne großen Aufwand gegen spezielle Regengummis austauschen.

Nicht überzeugen konnte uns die Bereifung des Stevens. Die Continental Vapor Pro in der Breite 2.1 enttäuschten auf nassem lehmigen Untergrund genauso wie auf nassem Asphalt. Deshalb montierten wir für den weiteren Testverlauf die Blue Groove von Kenda. Zu der montierten Schaltgruppe muß man eigentlich keine großen Worte verlieren. Der Riese aus Japan stellt mit der Deore LX- und Deore-Gruppe schon seit Jahren eine feste und beständige Größe bereit. Shimano schaltet, schaltet und schaltet. Sorge hatten wir wegen der sehr schmalen Felgen. Die Mavic XM117 würde man von der Breite eher an einem Tourenbike vermuten.

Allerdings bewies die schmale Felge im Test erstaunliche Nehmerqualitäten. Selbst harte Kanten und so manchen Jump verkraftet die Mavic XM117 zu unserem Erstaunen. Etwas Schwächen zeigte das Laufrad in Bezug auf die Speichen. Diese lockerten sich, was aber bei vielen Neurädern zu beobachten ist. Unsere nicht gerade zimperliche Fahrweise beschleunigte diesen Vorgang, was eine der Speichen mit dem Ende ihres Lebens quittierte. Der Käufer sollte auf jeden Fall die vorgeschriebenen (empfohlenen) Inspektionen, zumindest die Erstinspektion, einhalten. Das Ganze geschnürt zu einem Paket läßt sich wirklich als Reinkultur ansehen. Die Sitzposition ist sportlich, wie der Einsatzbereich des S-7 Pro auch. Das Bike ist sehr agil, neigt aber etwas zur Nervosität. Das Stevens folgt prompt jeder Lenkbewegung, tendiert dabei im Grenzbereich zum Untersteuern. Durch das agile Handling motiviert das Stevens sogar zum Spielen, was man aber immer in gewissen Grenzen tun sollte. Der Wermutstropfen an dem Bike ist so klein, aber nicht minder ärgerlich. Die Sattelklemme. Ohne Werkzeug ist kein verstellen möglich. Ärgerlich wenn man unterwegs ist und nach einem Uphill den Sattel für die bevorstehende technische Abfahrt absenken will. Hier sollte auf jeden Fall eine Sattelklemme mit Schnellverschluß Anwendung finden.

Fazit:

Stevens ist für sein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis schon seit Jahren bekannt. Auch das S-7 Pro 2005 reiht sich nahtlos in dieser Tradition ein. Für sein Geld bekommt man ein gutes und töchtiges Bike. Das Stevens S-7 Pro eignet sich besonders für diejenigen, die irgendwie alles mit einem Bike machen wollen bzw. ein gutes Allroundbike suchen. Das Konzept der Reinkultur geht auf: Weniger sollte es nicht sein, mehr muß es nicht sein. Ein großes Lob gebührt auch dem Online-Auftritt von Stevens. Gute Informationen mit Preisangaben und einem individuellen Bikekonfigurator runden das gute Gesamtbild von Stevens ab.

Farbe: Laguna Blue
Erhältliche Größen: 17, 19, 21 Zoll
Preis: 899 Euro
Gewicht: etwa 12,2 kg

Mehr Infos unter www.stevensbikes.de

Kenda John Tomac Signature Series Reifen im Test

Einer der größten Reifen- und Schlauchhersteller der Welt ist die taiwanische Firma Kenda. Bereits seit 1962 fertigt Kenda Reifen und Schläuche für Fahrräder. Mit der „John Tomac Signature Series“ strebt Kenda nun endgültig in den Bereich der High-End-Reifen vor. Grund genug für das Team der FRAKTUR, zwei Vertreter dieser Serie mal genauer unter die Stollen zu schauen.

Kenda Nevegal

Der Hersteller Kenda strotzt geradezu vor Selbstvertrauen. Das drückt sich auch in der Namensgebung der Reifen aus. Mit dem Namen Nevegal verbindet man natürlich die legendäre Downhillstrecke in Italien, bekannt durch viele großartige Rennen. Somit ist die Erwartung an den gleichnamigen Reifen immens groß. Den Kenda Nevegal haben wir auf diversen Downhillpisten wie zum Beispiel in Innsbruck, Winterberg und Chaudefontaine getestet. Der faltbare Reifen in der Größe 26×2.35 ist mit knapp 800 Gramm Gewicht relativ leicht. Dennoch überzeugt der Kenda Nevegal in Verbindung mit Downhillschläuchen durch eine bemerkenswerte Pannensicherheit. Der Rollwiderstand des Nevegal ist recht hoch, was bei einem Downhillschluffen jedoch nicht unbedingt so ein großer Nachteil ist.

Sehr gut gefiel uns das Dämpfungsverhalten des Nevegal. Das Zauberwort heißt STICK-E, einer speziellen Gummimischung, welche die Rückstoßgeschwindigkeit des Reifens verlangsamt. Die Traktion auf Strecken mit Waldboden ist genial. Der Nevegal leistet sich hier keinerlei Schwächen, auch nicht bei schlechten, sprich nassen, Witterungsverhältnissen. Die Selbstreinigung des Reifens funktioniert ebenfalls vortrefflich. Auch Wurzelpassagen meistert der Nevegal vorbildlich und ohne Probleme. Leichte Schwächen zeigte der Nevegal lediglich bei Regen auf der nassen steinigen Strecke in Chaudefontaine. Hier büßte der Nevegal etwas an Grip ein.

Fazit: Der Kenda Nevegal ist eine sehr gute Alternative zu den bekannten Downhillreifen der Konkurrenz. Trotz der griffigen Gummimischung ist der Nevegal recht langlebig. Nachteil ist sicherlich der etwas hohe Preis. Den Reifen gibt es in allen möglichen Breiten und Ausführungen. Für Freunde des 24 Zoll Laufrades gibt es den Kenda Nevegal auch in einer 24 Zoll Ausführung.
Preis des Kenda Nevegal 26×2.35: 49,99 USD

Kenda Blue Groove

Das niedrige Stollenprofil des Kenda Blue Groove wurde speziell für den Einsatz auf hartem und steinigem Untergrund entwickelt. Wir haben den Blue Groove beim Crosscountry, auf leichten Downhillpassagen und beim Urbanriding getestet. Der erste Blick auf den Blue Groove ließ etwas unsere Augenbraue beben. Der fabrikneue Reifen sieht mit der niedrigen Stollenhöhe fast wie ein abgefahrener Reifen aus. Genau wie der Kenda Nevegal verfügt der Blue Groove über die spezielle Gummimischung STICK-E, als auch über L3R Pro, welche den Rollwiderstand, speziell für den Einsatz beim Crosscountry, verringern soll. Der faltbare Kenda Blue Groove in der Lite Version bringt in der Größe 26×2.00 knapp 600 Gramm auf die Waage. Wie schon der Kenda Nevegal überzeugt der Blue Groove durch perfekten Grip auf Strecken mit Waldboden.

Die Traktion in Kurven ist hervorragend, und im Grenzbereich läßt sich der Kenda sehr gut beherrschen. Selbst beim Antritt auf matschigem Untergrund überzeugt der Blue Groove durch gute Traktion. Trotz der geringen Stollenhöhe verbeißt sich der Blue Groove in den Untergrund. Die Selbstreinigung des Kendas läßt keine Wünsche offen. Lediglich auf grobschottrigem Untergrund schlichen sich leichte Schwächen ein. Der Rollwiderstand des Kenda Blue Groove bewegt sich trotz L3R Pro nur im Bereich des Akzeptablen. Richtig Fun brachte der Kenda auch nach der Montage auf ein Dualslalombike. Hier bekamen wir auf der Straße beim Urbanriding und auf Slalomkursen richtig Spaß in den Backen.

Fazit: Ein downhill-/ dualslalomorientierter Reifen für den Einsatz beim Crosscountry, Urbanriding und Slalom/BMX. Nachteil ist auch hier der recht hohe Preis. Dafür bekommt man aber auch einen sehr guten und langlebigen Reifen. Der Blue Groove wird ebenfalls in allen möglichen Breiten und Ausführungen, auch in einer 24 Zoll Version, angeboten.

Preis des Kenda Blue Groove 26×2.00: 44,99 USD

Fazit:

Mit der John Tomac Signature Series ist Kenda zweifelsohne ein großer Wurf gelungen. Die Reifen sind nicht unbedingt billig, dennoch preiswert, was heißen soll, daß diese Reifen ihr Geld wert sind. Inwieweit sich Kenda gegen die großen Konkurenten, die beide mit M anfangen, durchsetzen kann, wird sicherlich mit Interesse zu verfolgen sein.

Vertrieb: Messingschlager GmbH & Co. KG
Mehr Infos unter: www.messingschlager.com

Poison Mescalin – Two in One – Test

Bereits in grauer Vorzeit war bekannt, daß eine Verbindung zweier oder mehrerer unterschiedlicher Stoffe ein Ergebnis besonderer Güte hervorbringen kann. So entstand aus den Metallen Kupfer und Zinn die Legierung Bronze, nach der prompt eine ganze Zeitepoche benannt wurde. Auch der Druide Miraculix, stellvertretend für eine ganze Berufssparte, zeigte, wie man durch gekonntes Mischen von sonst recht harmlosen Einzelstoffen ein Ergebnis zauberte, welches die Römer buchstäblich aus den Socken haute. Verbinden mehrerer Einzelstoffe zum Maximieren des Zieles. Diesen Weg beschreitet auch das Poison Mescalin.

Das Poison Mescalin wartet durch einen sauber verarbeiteten Alurahmen auf, an dessen Heck ein Carbonhinterbau mit CNC Ausfallenden klebt. Ein Schnippen des Fingers vor die Rohre des Alurahmens mit dem daraus resultierenden blechernen Klang, welcher stark an die Akkustik einer Coladose erinnert, der Blick auf die gelochte Gabelkrone der Marzocchi MX Comp ETA und die filigranen CNC Ausfallenden trieben uns vor Beginn des Tests etwas Angstschweiß auf die Stirn. Ob das hält? Das geht doch bestimmt kaputt, oder…? Werden die verklebten Verbindungen zwischen Alu und Carbon halten oder sich gar lösen? Fragen, die das Team der Fraktur zu beantworten hatte. Die Schonfrist für das Mescalin war abgelaufen…

Schon nach den ersten Metern zaubert das Mescalin ein Leuchten in die Augen des Bikers. Leichtfüßig gleitet das Mescalin über die Straße. Ein Gang runter, antreten, Lenker ziehen und mit einem Wheelie zieht man von dannen. Die Continental Explorer Pro in der Breite 2.1 überzeugen durch guten Grip, nicht nur auf der Straße, wie sich später herausstellen sollte. Auch auf Waldwegen und unebenem Terrain kann man mit dem Poison unglaubliche Geschwindigkeiten vorlegen. Die Verbindung der gut rollenden Contis mit dem nicht unbedingt ganz leichten, aber agilen Rahmen erweist sich als weiser Griff der Macher von Poison.

Das gute und ausgewogene Fahrverhalten des Mescalin verdrängt nach und nach die am Anfang geäußerten Bedenken. Das Gelände wird härter und manchmal vergißt man, auf welch filigranem Bike man die eine oder andere mit Wurzeln gespickte Abfahrt gerade hinter sich gelassen hat. Durch den Carbonhinterbau sind selbst Rüttelpisten angenehm im Sitzen zu absolvieren. Auch die Traktion profitiert von dem leicht nachgebenden Carbonhinterbau. Bergauf kommt das Mescalin in Hochform. Das Motto heißt sitzenbleiben, Gang runter und sich die Berge hochschrauben. Selbst bei kürzester Übersetzung bleibt das Vorderrad kontrolliert am Boden, ohne zusätzlich Gewicht auf die Frontpartie des Mescalin legen zu müssen.

Schwächen zeigt das Mescalin dafür im Wiegetritt. Wie heißt es so schön, ohne Licht kein Schatten. Der fürs Sitzen so angenehme Carbonhinterbau verleiht dem Mescalin beim Wiegetritt ein schwammiges Fahrverhalten. Ein Reduzieren des Federwegs der Gabel durch die ETA Lockout-Funktion mit der daraus resultierenden Versteifung bringt etwas Besserung. Negativ aufgefallen ist uns kurioserweise die Shimano HG Kette, die trotz guter Kettenlinie nach kurzem Einsatz im Bereich der Vernietung auseinanderging. Im Gegensatz zu Miraculix Zaubertrank sind die Bestandteile des Mescalin bekannt. Alles in allem ein feiner und gut abgestimmter Mix. Die Magura Luise funktioniert wie gewohnt perfekt.

Auch hier erwies sich der Griff der Poison Leute zur Magura als gute Entscheidung, so wie die Wahl der Federgabel, einer Marzocchi MX Comp ETA. Zugegebenermaßen deuchten die Bohrungen in der Gabelkrone nichts Gutes, aber sie hielt. Die Gabel flext beim harten Bremsen durch die bissige Magura zwar etwas, aber das liegt im Rahmen des Akzeptablen. Das Ansprechverhalten der MX Comp ETA ist typisch für Marzocchi sehr gut, und auch die Dämpfung läßt keine Wünsche offen. Stahlfeder und offenes Ölbad sei Dank. Als Felgen wurden der Klassiker Mavix X 223 Disc verbaut, gespickt mit den Cerit Naben von DT Swiss. 2004er Shimano XT Schaltung, Umwerfer und Hollowtech2 Kurbeln runden das sehr gute Gesamtbild ab.

Miraculix hätte es nicht besser machen können, abgesehen von den Lenkergriffen. Wie von uns schon am Poison Taxin bemerkt, haben die Amoeba Lenkergriffe einen unglaublichen Drang zum Wandern. Unsere Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Was wir dem Mescalin auch antaten, es hielt…bis auf…den Amoeba Vorbau. Ein Riss an der Lenkerklemme bedeutete das Aus für diese Komponente. Sollte nicht passieren, kann aber passieren. Hier ist vielmehr ausschlaggebend, was der Hersteller oder Vertrieb, in diesem Fall Poison, daraus macht. Wir müssen Poison die Note 1 für Kundenservice verleihen. Nur wenige Tage nach Reklamation lag ein nagelneuer Vorbau vor. Ohne Murren, ohne Knurren. Wir haben bei so manch „großen namhaften alteingesessenen“ Firmen auch schon das Gegenteil erlebt. Das es auch anders geht zeigt die Firma Poison.

Das Poison Mescalin hat eindeutig Racecharacter. Die Seitensteifigkeit kann allerdings nicht so recht überzeugen. Kein Bike für den Artisten auf dem Zweirad, sondern für Leute mit Ambitionen schnell beim CC unterwegs zu sein und sich die Berge hochzuschrauben. Ohne wenn und aber…und das zu einem sehr fairen Preis.

Preis: in der Ausstattung des Mescalin mit XT-Ausstattung 1499 Euro (ohne Pedalen)
Gewicht: etwa 11,2 Kilogramm (ohne Pedalen)

Mehr Infos: www.poison-bikes.de

Focus Black Forest – German Lightweight Technology – Fahrtest

Nur allzu oft schaut man über den großen Teich, wo Träume zur Realität werden. Hört man sich in Deutschland um, könnte wirklich der Eindruck entstehen, nur in den USA wäre das Verwirklichen von Träumen möglich. Die Präsenz der großen Marken aus Übersee und der Einfluss der US-amerikanischen Fahrer auf bestimmte Produktlinien, und damit deren Erfolg, unterstützen diese Meinung. Doch so weit muss man gar nicht schauen. Auch Deutschland bietet erstklassige Sportler und Bikeschmieden, sowie den Willen des Individuums, bereits bestehendes mit eigenen Ideen und Erfahrungen zu verfeinern und zu verbessern oder gar neue Wege zu beschreiten.

Einer der herausragendsten Sportler, die Deutschland zu bieten hat, ist Mike Kluge. Die gewonnenen Titel lassen sich an einer Hand nicht mehr abzählen: Mehrfacher Weltmeister und deutscher Meister im Querfeldein sowie mehrere Titel beim Mountainbiken einschließlich Sieg in Kaprun beim Worldcup im Downhill. Es kam wie es kommen musste. Anfang der neunziger Jahre gründete „Mike the bike“ eine eigene Fahrradmarke mit dem Namen Focus. Die Erfahrung von Mike Kluge und deutsche Ingenieurskunst bescherten der Marke Focus schnell große Beliebtheit und Ansehen. Letztendlich profitieren aber nicht nur die gefertigten Bikes von diesem Know-How, sondern speziell die Biker, die diese Geräte bewegen.

Ein Bike, welches dies besonders gut wiederspiegelt, ist das Black Forest aus der Sport Series. Zugegebenermaßen war die Erwartungshaltung der mtb-extreme an das Black Forest sehr hoch. Ein langer Praxistest sollte zeigen, ob sich das Focus behaupten können wird. Bevor man mit dem „Black Forest“ zu Land und Tal zieht, sollte bei der verbauten Gabel, einer Suntour Axon (SF-AXO-E LO), auf den richtigen Luftdruck geachtet werden. Ein zu geringer Luftdruck lässt die Gabel schnell in die Knie gehen und ein Durchschlagen ist vorprogrammiert. Die Gabel mit den schwarzen Standrohren lässt sich mit der Lockout-Funktion zum Uphillen oder Straßenfahren blockieren.

Somit reduziert sich der Federweg von 100mm auf quasi 0. Ein minimaler Restfederweg bleibt als Reserve bestehen. Die Funktion und das Flexverhalten der Suntour kann man als akzeptabel bewerten. Die schmalen Little Albert von Schwalbe in der Breite 2.1 bieten wenig Rollwiderstand bei weitgehendst guter Haftung. Schwächen leistet sich der Reifen im nassen Terrain, hier schmiert er schon mal gerne weg. Das Herzstück des Black Forest, der superleichte und steife Rahmen, überzeugt durch gute Verarbeitung und einer erstklassigen Lackierung. Die Schlagworte heissen „German Lightweight Technology“ und „Superlight Double-Butted 7005 Alloy bioval tubing“.

Die Liebe steckt im Detail. Kabelbindersockel zur Befestigung der Bremsleitung, der integrierte Steuersatz und die edel wirkende matte Lackierung. In Verbindung mit den eingesetzten Komponenten wird die auf die Pedalen gebrachte Energie prompt in Vorwärtsbewegung umgesetzt. Beim steilen Klettern ist allerdings ein leichter Druck des Fahrers auf die Front des Black Forest nötig, weil es sonst die Nase hebt. Etwas Nervosität tritt auf ruppigem Untergrund auf. Das Bike fährt sich ansonsten sehr kontrolliert und die Magura Julie lassen das leichtgewichtige Bike schnell und gut dosierbar verzögern. Die Sitzposition ist sportlich entspannt und auch bei längeren Fahrten verkrampft sich der Biker nicht.

Das Black Forest passt einfach. Rahmengeometrie, Sitzposition, Lenker und Vorbau bilden ein hervorragendes Gesamtkonzept. Eine sechs Stunden andauernde Fahrt quer durch das Ruhrgebiet hinterließ bei mir, abgesehen von meinem Allerwertesten, keinerlei Spuren. Das beim Black Forest eine erstklassige Schaltung wie die Shimano XT verbaut wird, bedarf keiner weiteren Ausführung. Auch die Verwendung von Shimano LX Komponenten wie Umwerfer und Hollowtech Kurbeln bedürfen keiner weiteren Erläuterung. Das Bike fährt und fährt und fährt. Keines der angebauten Teile bereitete während des Tests irgendwelche Probleme, mit Ausnahme der Pedalen.

Aber eingefleischte XC-Biker werden sich wahrscheinlich sowieso Klickpedalen montieren. Auch eine ruppige Fahrweise und kleinere Jumps toleriert das Leichtgewicht, aber hier bitte in Maßen. Das Black Forest will dem Namen gerecht eingesetzt werden. Ein Bike mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis, welches XC- und Tourenfahrten zum Spaß werden lässt. Wald, Felder und Straße sind die Domänen, wo sich das Bike und der darauf befindliche Biker pudelwohl fühlen. Auf beiden Rädern oder auch mal auf einem Rad im Wheelie fahrend 🙂

Preis: 999,00 Euro
Gewicht: etwa 12,6 kg

Mehr Infos unter www.focus-bikes.de

HAI Dirt – Vorsicht Bissig! Test

Nicht erst seit Disneys „Findet Nemo“ oder Steven Spielbergs „Der weisse Hai“ ist das leicht bissige Verhalten dieser possierlichen Raubfische bekannt. Wie jeder weiss, besitzt der Hai mehrere, hintereinanderliegende Zahnreihen, um bei Bedarf, wenn ein Zahn abgebrochen ist, einfach den Zahn der hinteren Reihe nach vorne zu schieben…somit hat der Hai immer, in jeder Situation, den richtigen Biss…der Natur sei Dank.

Doch soll diese kleine Exkursion ins Tierreich nicht die Leser zum kleinen Tierfreund ausbilden, sondern über höchst bemerkenswerte Gemeinsamkeiten zwischen Natur und Technik zeigen. Schon alleine vom Namen her bietet sich hier das HAI Dirt an. Sogar die Farbe des HAI Dirt weist enorme Ähnlichkeiten mit dem gefürchteten Fisch auf. Schauen wir uns die Kettenblätter des HAI Dirt an, so erspähen wir auch dort mehrere Zahnreihen, genauer gesagt drei. Diese sorgen in Verbindung mit der XT-Schaltung für genialen und immer passenden Vortrieb, sei es bergauf oder bergab. Die Gänge sitzen, wie von XT gewohnt, perfekt. Durch das breite Schaltungsspektrum von 27 Gängen wird das Einsatzgebiet sehr weit gestreut.

Auch wenn die Bezeichnung auf den Spaß in der Luft hinweist, macht das HAI Dirt als Kletterziege eine ganz ordentliche Figur. So lässt man sich mit dem Bike auch schon mal zu einer CrossCountry-Tour hinreissen. Hier scheint auch das ideale Einsatzgebiet der Suntour XC Pro-D (SF-XC-PRO-NS-TD) mit 10 cm Federweg zu liegen. Zu Beginn des Tests konnte die Federgabel in keinster Weise überzeugen. Sie federte nicht wirklich soverän und sensibel Schläge weg. Die Federung war defentiv zu hart und die Zugstufe überdämpft. Downhillpassagen wurden mit der Suntour zur Mutprobe. Allerdings verbesserte die Suntour ihre Fahreigenschaften im Laufe des Tests. Durch das offene Ölbad könnte ein Befüllen der Gabel mit einem Öl niedrigerer Viskosität der Suntour von Anfang an ein besseres Ansprechverhalten geben. Die bordeigenen Mittel zum Einstellen der Gabel beschränken sich ausschliesslich auf die Federvorspannung mittels Plastikdrehknopf. Die Stabilität der Gabel mit den CroMo-Standrohren konnte uns voll überzeugen.

Enttäuscht haben uns in Punkto Stabilität die Rodi Excalibur Freeride Felgen. In Zeiten, wo die Anforderung an das Material der Freerider immer höher wird, enttäuscht uns hier das Label Freeride. Nachdem wir uns dreimal hintereinander eine ergonomisch gestylte Acht in das Hinterrad gefahren haben, können wir bei den Rodi Excalibur Freeride Felgen nur achselzuckend resignieren. Dafür enttäuschte das auf der Felge angebrachte Label „Antisnakebite“ nicht. Die Kurbeln und Lager von Truvativ überzeugten auf der ganzen Linie, ebenso die XLC Freeride Pedalen, welche wir Anfangs zugegebenerweise sehr argwöhnisch betrachtet haben. Selbst nach zahllosen Schlamm- und Regenschlachten liefen die Pedalen wie geschmiert. Kein Knacken, kein Knarzen. Von der Firma XLC stammen auch der Lenker und der Vorbau. Witzig ist hier, das auf dem Vorbau vor Downhilleinsätzen, Stunts und extremen Offroadeinsätzen gewarnt wird. Die Klemmung mit drei Schrauben erscheint wirklich nicht sehr vertrauenserweckend, hielt im Test aber ohne Probleme.

Auch wenn Downhillpassagen in der hier getesteten Version des Komplettbikes nicht zur Stärke des HAI Dirt gehören, überzeugt das HAI Dirt durch agiles Handling, vorausgesetzt, der Vorbau wird so tief wie möglich montiert. Ein Vorbau mit weniger Steigung würde dem Bike sehr gut stehen. Durch das gute Handling macht das Bike auf Dualpisten richtig Spaß. Die Michelin Hot Wildgripper haften genial und lassen eine gute Verzögerung der beschleunigten Masse zu. Die Magura Julie sind für den Einsatz im Dual und beim Dirten mehr als ausreichend.

Das Herz des Bikes, der Rahmen, ist vom Feinsten. Nicht nur optisch ansprechend, sondern auch sehr gut verarbeitet. Der von Hand geschweißte Rahmen aus 7005er Aluminium verleiht dem Bike Exklusivität. Im Steuerrohrbereich sorgt neben einem Gusset mit dem HAI-Schriftzug ein Tiger Teeth Gusset für extreme Verstärkung. Der Hinterbau ist nach BMX Vorbild gebaut. Die Lackierung des HAI Dirt sieht nicht nur gut aus, sie ist es auch. Die Lackierung ist ziemlich schlag- und scheuerfest. Das der Rahmen Disc als auch V-Brake kompatibel ist und ein austauschbares Schaltauge besitzt, muss wohl kaum erwähnt werden.

Fazit:

Das HAI Dirt trägt den Namen zurecht, wenngleich in der angebotenen Version des Komplettbikes leichte Abstriche gemacht werden müssen. Stabilere Felgen und ein ansprechenderes Verhalten der Gabel würden dem wirklich guten Rahmen sehr gut stehen. Für 999,00 Euro ist das HAI Dirt absolut empfehlenswert. Da das HAI allerdings auch als Rahmenkit erhältlich ist, hat jeder die Möglichkeit, sein Traumbike selber zusammenzustellen. So gewappnet kann man mit dem HAI Dirt unbesorgt auf den heimischen Dirts und Dualpisten erscheinen und mächtig abrocken. Somit wäre auch das Verhalten zum gleichnamigen Raubfisch geklärt 🙂

Preis: 999 Euro

Mehr Infos unter: www.haibike.de

oder direkt bei:
Winora-Staiger GmbH
Postfach 1422
97404 Schweinfurt

Poison Taxin im Test – Schwer verdaulich oder süchtig machend?

Was haben die Eibe und Poison gemeinsam? Um die Frage noch etwas schwieriger zu gestalten, sollte bedacht werden, daß es sich bei der Eibe um einen in Europa vorkommenden Baum und bei Poison um die Firma Poison Bikes handelt. Das Zauberwort heißt Taxin. Taxin ist ein Alkaloid-Gemisch, und den meisten Alkaloiden wird ja bekanntlich Drogencharakter zugesprochen. Ob das Taxin der Firma Poison abhängig machen kann oder doch eher schwer im Magen liegt oder gar unverdaulich ist, galt rauszufinden.

Das Poison Taxin ist eine Mixtur aus allerlei Leckereien und liest sich wie ein Gourmet-Rezept aus einem Schlemmeratlas. Als Basis für dieses Mahl dient ein Double Butted Rahmen aus 7005er Alu mit verstärkten Steuerrohrbereich und Vierkanthinterbau. Als Prise Salz kommen Canti-Sockel für 24″ und 26″ Zoll Felgen zum Einsatz, so das sich eine spätere Geschmacksänderung nicht auf die Mixtur auswirken muss. Als Geschmacksverstärker dient eine Marzocchi DirtJumper3. Für den runden Geschmack sorgen Sun Double Track Felgen in 26″ Zoll. Damit das Taxin nicht schwer im Magen liegt, wird als Aperitif eine Magura Julie gereicht.

Die weiteren Zutaten sind allesamt sehr lecker und verführerisch. Und das ganze Menü ist für den unglaublichen Preis von 849 Euro erhältlich. Wir wiesen den Gaston an, uns ein Menü zu reichen, um vom Taxin zu kosten. Das Besteck müssen wir allerdings selber wählen, soll heißen, das Taxin wird ohne Pedalen ausgeliefert. Wir besannen uns der DMR und montierten die V8. Nach Anschrauben der Pedalen konnte es dann auch direkt losgehen. Das Poison Taxin ist sofort einsatzbereit. Sogar eine Kettenführung ist beim Taxin Standard. Auch wenn das Einsatzgebiet des Taxin für BikerX, Dual und Dirt angegeben wird, musste es bei uns dann doch noch einiges mehr ertragen.

Und wir waren erstaunt, wie gutmütig sich das Taxin bewegen lässt. Das Bike liegt supergut in der Luft, lässt sich hervorragend beschleunigen und driftet im Grenzbereich kontrolliert über beide Laufräder. Ein bisschen ärgerlich sind die Griffe von Amoeba. Diese sind nur für kleine Hände geeignet, ausserdem flutschen sie schon beim Erwähnen eines Wortes wie „Nässe“, „Feuchtigkeit“ oder „Regen“ vom Lenker. Ärgerlich, wenn man gerade kurz vor einer Action steht. Also haben wir andere Griffe montiert. So machte sich unter dem Helm wieder ein Grinsen breit. Die Continental Vertical 26 x 2.3 Reifen sind aufgrund ihres geringen Gewichts gut zu beschleunigen und bieten für den spezifizierten Einsatzbereich des Taxin genügend Reserven.

Wer allerdings das Taxin missbrauchen möchte, sollte Reifen und Schläuche mit mehr Pannensicherheit wählen. Es lohnt sich, weil das Taxin auch auf ruppigen Downhillpassagen und beim Freeriden eine sehr gute Figur macht. Dank des geringen Gewichts von etwa 14 kg und der ausgewogenen Rahmengeometrie lassen sich sogar Touren mit dem Taxin bewältigen. Das Taxin vermittelt dem Fahrer ein gutes und sicheres Handling. Die Magura Julie verzögert zwar nicht bissig, aber kontrolliert. Auch die Marzocchi DirtJumper3 ließ, wie nicht anders von einer Marzocchi Gabel erwartet, keine Wünsche übrig.

Egal ob Dirt, Freeride oder Downhill, die Marzocchi lässt sich so schnell nicht aus der Reserve locken. Fast alle am Taxin verbauten Anbauteile machten während des Tests eine gute bis sehr gute Figur. Wer es auf der Abfahrt sehr ruppig mag, wird sich früher oder später mit Sicherheit aber für eine andere Kettenführung entscheiden. Die Shimano Deore Schaltung reagiert leider etwas schmutz- oder, genauer gesagt, schlammempfindlich. Aber man darf natürlich auch nie den Preis aus den Augen verlieren und es ist unglaublich, wie viel Bike man für so wenig Euros bekommt. Wer meint, er wäre selber Küchenchef genug um sich selber ein leckeres Mahl zuzubereiten, der kann als Rohstoff den Taxin Rahmen für 199 Euro auch einzeln erwerben.

Rahmengrößen: 35cm, 40cm, 45cm, 50cm
Rahmenfarbe: schwarz-matt, moosgrün matt, grau matt, kaminrot matt, weiß matt, beige-matt, Tarnfarbe matt 50,- € Aufpreis
Preis: Komplettbike ohne Pedalen 849 Euro (Rahmen einzeln 199 Euro)

Mehr Infos unter: www.poison-bikes.de

Uvex F 501 supercross MX-Brille im Test

Eine scheinbar aussichtslose Situation. Man verharrt, hält den Atem an, doch es scheint sinnlos zu sein. Langsam, aber unaufhaltbar, scheint es dann doch zu passieren. Der Blick wandert unruhig von links nach rechts. Alle Bemühungen scheinen vergebens. Spätestens jetzt wird einem klar das man es nicht verhindern kann. Nur noch ein Gedanke brennt im Hirn: Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein?! … Mit einem wütenden Griff reißt man sich die Motocrossbrille vom Helm und das begleitende Fluchen lässt nie geahnte Worte zu Tage treten.

Schon wieder ist die Brille beschlagen! Am Start einer Abfahrt, in Tretpassagen, eigentlich immer wenn man es nicht gebrauchen kann! Jetzt bleibt nur noch die Wahl zwischen einem hastigen Putzen der Brille, die im neudeutschen auch Goggle genannt wird, und einer Abfahrt ohne Brille. Da eine Abfahrt nicht nur Dreck in die Augen schleudern kann, sondern auch den einen oder anderen Ast oder Stein, würden wir eher zur ersten Alternative neigen. Aber wie das immer so ist, hat man sich meist in der vorangegangenen Abfahrt lang gemacht und sich dementsprechend eingesaut. Somit scheidet ein sauberputzen der Brille mit den eingesauten Klamotten völlig aus. Doch Grund zum Verzweifeln gibt es nicht. Der Mensch vermag nicht nur Raumsonden zum Mars zu schießen, die dann zugegebener Weise auch mal verloren gehen, sondern die Industrie lockt auch mit Motocrossbrillen mit beschlagfreien Gläsern, die eine ungetrübte Sicht garantieren sollen. Wir wollten wissen ob dem wirklich so ist.

Es gibt nicht nur Motocrossbrillen bzw. Gläser die freie Sicht versprechen, sondern die Industrie wartet auch mit dem einen oder anderen chemischen Mittelchen auf, um mit „normalen“ Gläsern freie Sicht zu gewährleisten. Mit mehr oder weniger gutem Erfolg. Sinnvoller ist hier der Griff zu Brillen mit beschlagfreien Gläsern. Die Philosophie der Firmen unterscheidet sich aber stark. Scott bietet zum Beispiel ein Glas mit Doppelglas an, welches vom Prinzip her wie die Isolierverglasung beim Fenster funktioniert. Andere Firmen, wie zum Beispiel UVEX, setzen ein Glas mit einer speziellen Beschichtung ein, welches auch bei der „F 501 supercross“ Verwendung findet. Da uns letztere Alternative besonders durch die Optik auf Anhieb gefallen hat, haben wir uns die „F 501 supercross“ von UVEX mal genauer angeschaut. Nach einigen Fahrten wussten wir mehr. Die Brille sieht nicht nur genial aus, sie funktioniert auch genial. Der Blick durch die Brille lässt einen nicht den Durchblick verlieren. Keine Verzerrungen, keine Schlieren.

Ein Alptraum jedes Brillenträgers ist jenes ungemütliche, nasskalte Wetter, wie es in Deutschland fast normal ist. Selbst bei schauderlichen Bedingungen funktioniert die Brille hervorragend. Doch selbst diese Brille kann nicht zaubern. Ein aufkommendes Beschlagen der Brille verschwindet aber sofort wieder. Selbst in Tretpassagen behielten wir immer den Durchblick. Dies wird aber nicht nur durch das Glas erreicht, sondern auch durch eine spezielle Rahmenbelüftung. Die Fotos zeigen im Vergleich eine herkömmliche Motocrossbrille und die „F 501 supercross“ unter gleichen Bedingungen. Wie zu sehen ist, hat der Kontrahent ohne eine spezielle Vorkehrung ein Beschlagen des Glases nichts entgegenzusetzen. Anders die F 501. Überhaupt überzeugt die gute Verarbeitung der UVEX. Das Kopfband ist für diese Preisklasse üblich Silikonbeschichtet, um ein Abrutschen vom Helm zu verhindern. Farbentechnisch ist alles erhältlich, besonders hervorzuheben sind aber die Rahmenfarben chrome silver/orange und chrome silver/smoke. Optional sind für diese Brille noch erhältlich: Abrissscheibenset, roll-off system, nose protection

Fazit:

Mit Goggles wie der F 501 verliert jeder Fog seinen Grauen, und John Carpenter seinen Job 😉

Preis: etwa 49,95 Euro
Mehr Informationen unter www.uvex-sports.de

Übrigens sollte die Bezeichnung Glas nicht wörtlich genommen werden. Natürlich finden nur Gläser aus Kunststoff Verwendung in Motocross-Brillen