Centurion Trailbanger Ultimate 3 – Ein Name, ein Bike, ein Wort! Test

Die Marke Centurion begleitet uns schon seit den 80er Jahren! Auch wenn wir persönlich damals beim BMX klar auf die amerikanischen Bikes gesetzt haben, die deutsche Marke war immer präsent! Der Blick in die Historie von Centurion lässt längst Vergessenes wieder aufleben. Viele große Unternehmen versäumen es leider, neue Wege zu beschreiten – Centurion wagte es immer, einen Schritt forscher an die Sache zu gehen. So löste sich Centurion teilweise auch vom altbewährten LRS System. Viel Zeit zur Trauer blieb allerdings nicht, da bereits das Centurion Trailbanger Ultimate 3 auf seinen Einsatz bei uns wartete.

Der Rahmen ist sehr ansprechend und macht einen durchdachten Eindruck. Die verbauten Komponenten wirken auf den ersten Blick sehr stimmig und eines wird direkt klar: Das Bike ist exklusiv – so wie der Preis auch! Knapp 4000 Euro muss der Käufer für das Centurion Trailbanger Ultimate 3 auf den Tisch legen. Etwas preisgünstiger zeigt sich das Ultimate 1 mit weniger kostspieligen Komponenten. Dafür spart man über 1400 Euro gegenüber dem Ultimate 3. Doch nicht das Centurion Trailbanger Ultimate 1, sondern das Ultimate 3 wollte und sollte uns überzeugen. Beim Trailbanger setzt Centurion auf das VPP System. Das System mit dem virtuellen Drehpunkt hat sich bereits bei vielen Marken und Bikern durchgesetzt.

Das Gewicht des Centurion Trailbanger Ultimate 3 beträgt schlanke 14,6 Kilogramm – und das mit den von uns verbauten Plattformpedalen! Für gute Rolleigenschaften und somit effektives Vorankommen sorgen die Nobby Nic von Schwalbe. Centurion spendiert dem Trailbanger diesen Reifen in 2.4 und stellt für den herkömmlichen Einsatz sicherlich eine gute Wahl dar, beim Shreddern durch die Kurven kommt man allerdings schnell an die Grenzen des Reifens. Wir haben uns im weiteren Verlauf des Tests für den Schwalbe Muddy Mary Freeride entschieden, der zwar nicht so gut rollt wie der Nobby Nic, aber bedeutend mehr Spaß und letztendlich auch Sicherheit bietet.

Auffallend ist beim Hinterbau nicht nur das VPP System. Der Hinterbau arbeitet sehr gut, vermittelt aber kein zu softes Feeling. Trotz aller Schluckfreudigkeit zeigt sich der Hinterbau straff und gibt dem Fahrer immer ein direktes Feedback, egal ob man über Wurzeln fliegt oder Steinteppiche ebnet. Die 16 Zentimeter am Heck bieten ebenso viel Reserven wie die 16 Zentimeter der Fox 160 Talas R. Der Hinterbau wirkt, von oben auf das Bike blickend, sehr großzügig gestaltet. Bei der Montage des Hinterradreifens wird man eines Besseren belehrt. Der Abstand des Reifens ist zur unteren kettenzugewandten Strebe sehr knapp bemessen.

Im Klartext bedeutete das für uns, dass wir den Muddy Mary Freeride in 2.5 nicht montieren konnten und uns somit für die Muddy Mary Kombination 2.5 vorne und 2.35 hinten entschieden haben. Ebenfalls auffallend war, dass mit dieser Bestückung die Kette bei „Kette links“ leicht an den Stollen rieb. Das Steckachsensystem ist natürlich nicht nur praktisch, sondern bringt auch Steifheit – wobei das hintere Laufrad leicht friemelig eingesetzt werden muss. Das Trailbanger wird mit drei Kettenblättern ausgeliefert, womit der Einsatzbereich sehr breit gefächert wird.

Oftmals wird bei VPP Systemen der Pedalrückschlag bemängelt, der mal mehr oder mal weniger „schlimm“ ausfällt. Beim Trailbanger ist auf dem kleinsten Kettenblatt pedalierend nur ein ganz minimaler unrunder Tritt bemerkbar und ist somit eigentlich nicht der Rede wert. Dafür bekommt man mit dem VPP des Trailbanger ein System, welches wie gesagt im Centurion zwar straff, aber dennoch sauber agiert. Der Hinterbau arbeitet leicht beim Uphill, kann aber mit den zur Verfügung stehenden Dämpfereinstellungen des Fox Dämpfers minimiert werden. Bei steileren Uphills lohnt der Griff zur Gabel, um diese von 160mm auf 130 mm oder besser noch 100 mm abzusenken, weil sonst die Nase leicht wird.

Die Wahl der Komponenten ist gut, besonders die Kind Shock i-950 Vario-Sattelstütze verdient hier Lob! Ein Griff unter den Sattel und man kann den Sattel stufenlos absenken oder wieder nach oben bewegen. Die Shimano XT Schaltung als auch die Formula RX Bremsen versehen zuverlässig ihren Dienst. Die Bremsen machen sich bei Nässe akustisch stark bemerkbar, was aber nichts an der Bremsleistung ändert. Die Reifen sollte man seinen Bedürfnissen entsprechend wählen. Nicht verständlich ist für uns die Wahl der Lenkergriffe, die wir direkt gegen die UMF Jelly Schraubgriffe – quasi aus dem gleichen Haus – getauscht haben. Der Sattel von Fizik war für uns sehr angenehm, sogar beim Touren.

Die Stärke des Trailbanger ist das spielerisch gute Handling. Jede Lenkbewegung wird sofort – wie gewünscht – in Richtungsänderung umgesetzt. Das Trailbanger macht seinem Namen alle Ehre: Die Spielwiese des Centurion ist der Trail! Das Bike verhält sich auf dem Trail sehr agil, in der Luft dagegen etwas träge und bedarf etwas Kraft. Wer einen schmalen Trail befahren will – gerne mit Anliegern gespickt oder dort, wo im Laufe der Zeit Anlieger entstanden sind – darf sich eines Bikes erfreuen, mit dem man richtig Gas geben kann. Das Bike lässt sich um die Ecke peitschen und hinterlässt auf dem Gesicht des Fahrers ein häßliches Grinsen.

Wir hatten anfangs Probleme mit dem Abspringen der Kette – ein Problem, welches wir durch Kürzung der Kette eliminieren konnten. Das Trailbanger erwies sich bei uns im Test als tolles Enduro für den Trail – egal ob durch den Wald oder die Hatz auf anspruchsvollen Pisten. Das Centurion scheut sich auch nicht davor, eine weite Tour oder eine ruppige Abfahrt anzugehen. Bergauf als auch bergab macht das ausgewogene Bike eine gute Figur, setzt aber seinen Glanzpunkt als Trailbanger. In diesem Fall kann man wirklich mal behaupten: Hier passt der Name wie die Faust auf’s Auge. Leider reißt der Anschaffungspreis aber auch ein faustgroßes Loch in die Haushaltskasse.

Preis: 3999 Euro
Farbe: weiß
Größen: 41, 46, 51, 56 cm

Uvex Radical Pro – Let’s get radical! Test Sportbrille

Manche Dinge sind manchmal wirklich fast zu schade, um sie selbst zu benutzen! Mit dem Test der Sportbrille uvex radical pro in der Ausführung green-white ist es uns ähnlich ergangen! Die Brille auf dem Riechorgan durch die Gegend transportierend, beneidet man eigentlich irgendwie die Leute, die einem zusehen. Die Sportbrille von uvex ist ein absoluter Blickfang. Doch nicht nur Außenstehende haben einen Nutzen von dieser Brille, sondern auch der Träger selbst – wie wir während des Tests herausgefunden haben.

Ausgeliefert wird die sehr leichte Brille in einem festen Brillenetui, welches die Brille beim Transport in einem Koffer oder Rucksack zuverlässig vor äußerer Gewalt schützt. Neben der Brille finden in dem Etui zwei Paar Wechselgläser Platz, welche lobenswerterweise direkt mitgeliefert werden. So hat man, den Witterungsverhältnissen entsprechend, die Scheibenfarben Mirror Green (stark verspiegelt – Schutzstufe S3), Litemirror Green (leicht grünlich – Schutzstufe S1) und die klaren Scheiben (Schutzstufe S0) zur Auswahl. Das ebenfalls im Etui befindliche Brillensäckchen kann zusätzlich als Putztuch für die Brille verwendet werden.

Der Austausch der Gläser gestaltet sich denkbar einfach. Allerdings muss man hierzu auf die Scheiben greifen – kein wirklicher Nachteil, da man die Scheiben mit dem Brillensäckchen ja wieder putzen kann. Die Passform der Sportbrille ist optimal. Eine Verstellung der Bügel bietet die uvex radical pro allerdings nicht. Die Brille sitzt sehr angenehm und stört nicht, obwohl sie selbst bei ruppigen Passagen nicht verrutscht. Die weichen Bügel passen sich gut dem Kopf an und die griffige Beschichtung auf der Bügelinnenseite tut ihr Übriges.

Der softe und gummierte Nasenbügel lässt sich leicht dem Riechorgan anpassen. Die Sicht ist absolut verzerrungsfrei – für uns eine Selbstverständlichkeit bei uvex! Ebenso selbstverständlich bei uvex ist, dass alle Gläser 100% UV-Schutz bieten und sich an der Brille keine scharfen Kanten finden. Die Scheiben sind gut belüftet, ohne dass ein Windzug die empfindlichen Augen belastet. Die Brillenscheiben sind relativ unempfindlich – obwohl man es auch hier nicht übertreiben sollte mit der Handhabung. So… und jetzt bitte ein Foto, damit wir auch optisch etwas von der Brille haben 😉

Ausführungen: green-white, black-mat, white-lilac, white-red, black
Preis: 79,95 Euro

Rose Beef Cake FR SL 8 – Das leichte Freeride-Bike im Test

Bereits vor knapp zwei Jahren hatten wir das Rose Beef Cake im Test. Damals handelte es sich um die erste Generation des von Rose geschaffenen Freeriders. Zwei Jahre sind, bei der rasanten Entwicklung im Bereich der Mountainbikes, geradezu eine Ewigkeit. Auf jeden Fall hat Rose das Sortiment um einen wichtigen Punkt erweitert. So findet sich neben dem Beef Cake DH für den abfahrtsorientierten Fahrer und neben dem Beef Cake FR für den nach Grenzen suchenden Freerider jetzt die Klasse des leichten Freeriders. Ob man diese Klasse nun Super-Enduro oder Freeride Light nennt, ist eigentlich uninteressant. Interessant ist der enorm breite und zum Teil recht grobe Einsatzbereich, den ein Bike in dieser Klasse verspricht. Mit einem Bike in dieser Klasse mag man als Fahrer kaum noch Kompromisse eingehen – was den Fun betrifft.

Fun bedeutet bei einem Big Bike eindeutig die kompromisslose Abfahrt, der Spaß im Bikepark und am Spot – aber auch die Möglichkeit, den entferntesten Winkel der Welt per Muskelkraft zu erreichen, um die schönsten Spots fernab des Bike-Massentourismus erleben zu können und zu dürfen. Ein Bike, welches für uns von der Fraktur quasi wie geschaffen ist. Genau das brauchen wir, genau so etwas suchen wir! Dass Rose alleine schon bei den Komponenten kein Risiko eingeht, verrät der Blick auf die Komponentenliste. So verrichtet für die zuverlässige Verzögerung die Formula The One mit 203er Scheiben ihren Dienst. Der DT Swiss EX 1750 Laufradsatz wurde mit 2.4er Schwalbe Big Betty Evo Reifen bestückt. Dazu gesellen sich viele Parts von Syncros – schon recht nobel der Hobel!

Jede Pore des Beef Cake offenbart einen Freerider! Die fette Optik des Rahmens mit der voluminösen Fox Talas 36 RC2 mit 180 mm Federweg, der Lenkwinkel von 66 Grad, der Fox DHX 5.0 Dämpfer, der 710 mm breite Lenker – unbestreitbar ein imposantes Erscheinungsbild. Dass das Rose Beef Cake FR SL 8 in der Größe S mit den von uns montierten Plattformpedalen dennoch unterhalb der 15 Kilogramm Marke bleibt, mag man kaum glauben. Bewerkstelligt hat Rose das mit exklusiven Parts wie zum Beispiel der Sram X0 Schaltgruppe mit 30 Gängen. Trotz des geringen Gewichts, immerhin handelt es sich hier um ein Bike in der Klasse der Big Bikes, muss man sich wegen der Stabilität keine Sorgen machen. Was auch kommen und sich in den Weg stellen mag, das Rose bietet nicht nur bei der Stabilität genug Reserven – die Grenze ist definitiv eher beim Fahrer zu suchen. Die Grenze des Machbaren scheint beim Rose zu verwischen, da das Bike nicht nur für die nach Adrenalin schreienden Biker ein Volltreffer ist.

Auffallend ist der tiefe Schwerpunkt des Bikes. In Verbindung mit dem sehr gut ansprechenden Hinterbau und der ohne Tadel arbeitenden sensiblen Gabel ballert man verblockte Trails runter, als gäbe es kein Morgen. Um das Potential des Rose perfekt nutzen zu können, sollte man mit möglichst viel Sag unterwegs sein. Die spürbare Progression des Dämpfers gefällt uns wirklich sehr gut. Das Bike bleibt über den gesamten Federweg souverän und immer beherrschbar. Jede Lenkbewegung, jede Richtungsänderung wird vom Rose unmittelbar umgesetzt. Hier gefällt uns auch der sehr steife Rahmen. Aufpassen muss man allerdings beim Pedalieren in den Kurven oder am Hang – gerne setzt da mal die Pedale auf. Für uns kein Grund zur Kritik, sondern einfach nur Gewöhnung. Wer schon mal ein betagteres Kona Stab bewegt hat, wird das kennen. Doch nicht nur der Abwärtsdrang des Beef Cake mag zu begeistern. Die Beschleunigung des Big Bikes gleicht einem leichten Enduro – in Verbindung mit den guten Flugeigenschaften des Bikes ein Garant für den Spaß am Spot zu Hause.

Das Bike lässt sich hervorragend um die Ecken peitschen – wir hatten erst leichte Bedenken wegen des doch flachen Lenkwinkels. Vom Charakter her mag das Beef Cake eher flüssige Trails als enge Serpentinen. Auf unseren heimischen schmalen Spots ist der Lenker etwas breit und auch beim Jumpen würden wir einen schmaleren Lenker bevorzugen – aber das liegt wieder im Auge des Betrachters und ist ebenfalls nicht kritikwürdig. Ebenfalls sehr überrascht waren wir von der Tourentauglichkeit des Beef Cake FR SL. Das Bike ist natürlich bergauf kein Sprinter, aber man kann ohne Probleme genüsslich bergan kurbeln. Vor langen Touren muss man sich also nicht fürchten, man sollte sich halt nur nicht einer Gruppe Biker mit XC-Rennpfeilen anschließen. Lobenswert ist auch die voll versenkbare Sattelstütze. Die Innen durch den Rahmen verlegten Züge haben uns schon vor zwei Jahren begeistert – mittlerweile rutschen diese auch nicht mehr durch. Uns gefällt aber nicht nur der Rahmen, sondern das Gesamtkonzept des Beef Cake FR SL. Das Bike ist stimmig, durchdacht und passt einfach – zu uns, zu euch! Ein endgeiles Gerät!

Preis: 3199 Euro
Erhältliche Farben: anodized black, pearl-orange/pearl-white
Größen: S, M, L

Schwalbe Snow Stud – Der Schnee-Experte im Alltagsstress – Test

Wo ist der schöne Winter am Niederrhein geblieben? Nieselregen bei acht Grad über dem Gefrierpunkt sorgten immer für eine durchgehende Bikesaison ohne Unterbrechung. Jetzt avanciert der Niederhein seit zwei Jahren zum Wintersportgebiet mit einer über mehrere Wochen bestehenden Schneegarantie! Somit sind auch wir gezwungen, das Bike den Umständen entsprechend anzupassen! Hauptaugenmerk soll in diesem Fall nicht der Spaß auf dem Spot sein, sondern die Alltagstauglichkeit.

Wir wollen uns dem Alltagsbiker widmen, der tagtäglich mit dem Rad zur Arbeit unterwegs ist. Auf einer geschlossenen Schneedecke haben wir mit einem DH-Reifen zwar Grip, aber wer einige Kilometer zurücklegen muss, wird schnell verzweifeln. Somit gilt ein guter Kompromiss aus Haftung und Rollwiderstand zu finden. Der Reifen für den urbanen Biker sollte also relativ schmal sein, aber dennoch den winterlichen Bedingungen gewachsen sein. Wie immer ist alles relativ und eine Faustformel lässt sich auch in diesem Fall nicht eindeutig aufstellen – zumindest aber lassen sich grob die Eckpunkte definieren.

Zu verschieden und gleichzeitig ineinander überlaufend sind die winterlichen Bedingungen und Umstände. Wie hoch ist die Schneedecke, handelt es sich um Pulverschnee oder pappigen Schnee? Ist der Schnee festgefahren oder übergefroren? Handelt es sich um Neuschnee und wie ist der Untergrund? Gefroren oder nicht? Befindet man sich direkt auf einer dicken Eisschicht? Für den urbanen Vortrieb sind natürlich auch andere Faktoren wichtig wie die Tatsache, dass die Straße geräumt sein kann. Natürlich muss das Fahren mit den Schneereifen auf Asphalt in diesem Fall möglich sein – nicht alle Städte zeigen sich so chaotisch und überfordert wie Moers! Wir haben, kurz vor Einsetzen der winterlichen Bedingungen, den Schwalbe Snow Stud aufgezogen. Interessant beim Schwalbe ist die Verwendung von 100 Metallstiften (Spikes), die versetzt in die Außenstollen eingelassen sind. Die Lauffläche in der Mitte ist spikefrei und das Profil ist – zumindest für urbane Verhältnisse – grob ausgelegt. Der Reifen ist in der 26 Zoll Version als 1.9 erhältlich.

Der seitliche durchgehende Reflexstreifen sorgt dafür, dass man bei Dunkelheit rechtzeitig wahrgenommen wird. Wenn ihr, so wie wir, nie mit solch schmalen Pellen unterwegs seid, dann denkt beim Kauf dieses Reifens an einen Schlauch! Der dicke DH- oder FR-Schlauch ist zu groß dimensioniert und für diesen Einsatzbereich zu schwer. Im Schnee fahren kostet schon genug Körner! Wir haben diesbezüglich direkt leichte und schmale Schwalbe Schläuche verbaut. Beim Neureifen ist es wichtig, dass dieser eingefahren wird, weshalb man den Reifen nicht erst bei bereits einsetzendem Schneefall montieren sollte. Durch das Einfahren „setzen“ sich die Metallstifte und es wird somit verhindert, dass sich die Spikes vorzeitig von dannen machen. Wichtig während dieser Zeit ist: Keine (unnötigen!) brachialen Bremsmanöver oder Beschleunigungen. Laut Schwalbe soll der Reifen 40 Kilometer eingefahren werden, was wir etwas großzügiger ausgelegt haben. Wir haben uns zum Einfahren auf einen mittleren Luftdruck von 2,8 bar geeinigt und soviel sei jetzt bereits verraten: Bis zum Testende haben wir keinen Spike verloren! Bereits beim Einfahren zeigt der Schwalbe Snow Stud seine urbanen Fähigkeiten.

Der Reifen rollt auf Asphalt erstaunlich gut, zwar vernimmt man akustisch die Spikes, aber sehr leise. Es hört sich in etwa an, als würde man über einen Weg mit Rollsplitt fahren. Der Reifen vermittelt absolut kein kippeliges Gefühl und auch in der Kurve zeigt sich der leicht rollende Snow Stud erstaunlich unauffällig – wenn man erst mal seine Bedenken abgelegt hat. Der erste Schnee ließ nicht lange auf sich warten und endlich konnten wir den Reifen in seinem angedachten Einsatzbereich testen. Um den Grip zu erhöhen, sind wir sehr schnell von dem anfänglichen Luftdruck abgewichen. Für uns lag der optimale Kompromiss aus Haftung (primär) und Vortrieb (sekundär) bei 1,8 bar. Dieser Wert ist natürlich rein subjektiv zu betrachten, da hier jeder selber entscheiden muss, wo er seine Prioritäten setzt. Natürlich spielen auch Faktoren wie die Fitness, das Körpergewicht und nicht zuletzt die Straßen- und Wetterverhältnisse eine Rolle. Da sich diese im Winter innerhalb eines Tages wandeln, darf gerne experimentiert werden. Auf festem Schnee und bei leichten bis mittleren Schneedecken auf festem Untergrund kann der Schwalbe seine Trümpfe voll ausspielen. Durch die Absenkung des Luftdrucks packt der Reifen schon bei der Beschleunigung und bietet ein sehr gutes Bremsverhalten. Der schmale Reifen bahnt sich seinen Weg durch den Schnee und bietet sehr guten Grip und ein gutes Kurvenfeeling. Natürlich kann der Schwalbe Snow Stud nicht zaubern – zu heimtückisch können die Verhältnisse im Winter sein. Ein großes Problem sind immer die festgefrorenen Spurrillen , vor allem dann, wenn diese nicht sichbar unter einer Schneedecke liegen. Der Reifen rutscht, beißt sich dann aber schnell fest! So wird zwar für einen Adrenalinschub gesorgt, die Situation bleibt aber beherrschbar. Hier kommen die Metallstifte zum Tragen und demonstrieren den klaren Vorteil gegenüber Reifen ohne metallische Unterstützung. Wunder darf man aber auch hier nicht erwarten, dafür müsste der Reifen mehr Spikes aufweisen – aber wie gesagt, es muss immer ein Kompromiss gefunden werden, was Schwalbe mit dem Snow Stud auch gelungen ist.

An seine Grenzen kommt der Reifen auf Eispisten und bei seifigem Schneematsch. Die in das Profil eingelassenen Metallstifte können sich nicht tief genug ins Eis bohren, in diesem Fall muss man zu einem reinen Eisreifen zurückgreifen. Auf seifigem Schneematsch bietet das Vorderrad nicht genug Spurstabilität und das Bike fängt an, über das Vorderrad zu schieben. Wir sind den Reifen in der Stadt, auf Wald- und Forstwegen sowie im Bergischen auf Trails gefahren. Verbaut war der Reifen an einem Kona CoilAir und an einem Cruiser. Der Reifen zeigte seinen Stärken vor allem im Stadtbetrieb und auf Forstwegen. Trotz des groben Profils mit einer guten Selbstreinigung ist der Einsatz auf Trails und Wurzeln eher nicht seine Stärke. Den Weg zur Arbeit oder der Schule kann einem der Schwalbe Snow Stud auch nicht nehmen, aber definitiv etwas angenehmer und vor allem sicherer gestalten. Erstaunt waren wir nach dem Test darüber, dass der Reifen und die Spikes, die übrigens noch alle vorhanden waren, kaum Verschleißspuren zeigten – trotz der vielen Kilometer auch auf Asphalt!

Fazit Schwalbe Snow Stud

Wunder kann auch der Schwalbe Snow Stud nicht vollbringen! Den Weg zur Arbeit oder der Schule kann einem der Schwalbe Snow Stud auch nicht nehmen, aber definitiv etwas angenehmer und vor allem sicherer gestalten. Selbst auf dem Bike können Winterreifen tatsächlich Sinn machen!

Preis: 39,90 Euro

Lezyne Caddy – Das Extra an Stauraum – Test

Wer kennt ihn nicht, den guten alten VW Caddy?! Emsig wie eine Biene versieht dieses Nutzfahrzeug seinen Dienst, doch die Lorbeeren und die gierigen Blicke der Vierradfanatiker ernten die anderen Autos. Ähnlich ergeht es den Satteltaschen am Bike. Diese sehr nützlichen Helferlein erweisen sich als treue und zuverlässige Begleiter, Beachtung finden sie dennoch kaum. Wir wollen hier eine Lanze brechen für diese kleinen Raumwunder und stellen Euch zwei Caddys von Lezyne vor!

Da haben wir es wieder! Lezyne kennt jeder! Lezyne produziert diese stylischen Hand- und Fußpumpen, die man der Optik wegen im Wohnzimmer sogar an die Wand hängen könnte. Man denke auch an die Multi-Tools und an die Rucksäcke. Egal was man sich bei Lezyne anschaut, alles erscheint sehr stylisch und durchdacht – fast schon zu schade für den täglichen Gebrauch. Aber wer weiß schon, dass eine kleine Gattung Caddys bei Lezyne um die Gunst der Käufer kämpft? Drei Caddys bietet Lezyne für den Einsatz unterm Sattel an! Das Leben eines Caddys ist wahrlich nicht schön! Erst keine Beachtung finden, und dann fast nicht wahrnehmbar unter dem Sattel festgeschnallt. Als wenn das nicht reichen würde, wird man als Caddy auch noch mit Dreck – im besten Fall – beworfen. Damit diese kleinen Helferlein dennoch zur vollsten Zufriedenheit ihren Dienst versehen, müssen die Hersteller sich einiges einfallen lassen. Das fängt bei der Befestigung an und hört beim Verschluss auf. Bei der Befestigung geht jeder Hersteller seinen eigenen Weg – oder bedient sich bestehender Klick-Systeme. Bei Lezyne geht man einen anderen Weg. Hier wird die Satteltasche durch drei Klettstreifen gesichert Zwei Klettstreifen werden für die Sattelstreben verwendet, der dritte Klettstreifen dient zur Fixierung an der Sattelstütze. Die Erstmontage geschieht deutlich schneller als bei den Systemen mit Adapter, da diese montiert werden müssen, das entfällt bei Lezyne – und zu dem komplett werkzeugfrei. Sobald das Klicksystem montiert ist, wandelt sich der Vorteil – jetzt haben die Klicksysteme die Nase vorne, beim Lösen als auch beim Befestigen. Natürlich lässt sich die Lezyne Satteltasche auch relativ unkompliziert wieder vom Bike lösen, bedarf aber etwas mehr Zeit. Der Vorteil liegt bei der von Lezyne verwendeten Befestigungsart in der Flexibilität. So kann man die Satteltasche auch an anderen Bikes verwenden, ohne jedesmal den Adapter zu montieren bzw. zu demontieren – oder sich gar kostspielig einen Zweitadapter zulegen zu müssen.

Sehr gut gefällt uns bei den Lezyne Caddys die Verstaumöglichkeiten mit den integrierten und angebrachten Fächern. Nur das Genie beherrscht das Chaos- alle anderen Menschen brauchen Ordnung! Mit den Lezyne Caddys kein Problem, so finden sich hier Verstaumöglichkeiten für das Minitool, Kleingeld, Ersatzschlauch und Flickzeug. Je nach Ausführung des Caddy darf es auch mal etwas mehr sein, wie zum Beispiel die Notbeleuchtung oder ein Energieriegel für den Fall der Fälle. Auch wenn man das Lezyne Caddy bis zum Bersten füllt, das Befestigungssystem mit den Klettstreifen scheint die Gedanken von Lezyne zu bestätigen. Die Satteltasche bleibt dort, wo sie hingehört. Nichts wackelt oder verrutscht, selbst das beim Einfedern an der Satteltasche nagende Hinterrad konnte im Test dem Caddy nichts anhaben. Bei sehr dünnen Sattelstützen, wie zum Beispiel bei Teleskopsattelstützen, würden wir uns einen Klett wünschen, der diese dünnen Rohrdurchmesser etwas mehr berücksichtigt. Schlimm wird es für eine Satteltasche bei Regenfahrten, das hochspritzende Wasser und der Dreck setzen der Satteltasche unentwegt zu. Um diesen Bedingungen standzuhalten, hat Lezyne den Satteltaschen einen wasserabweisenden Reißverschluss spendiert. Um es vorweg zu nehmen, das Caddy ist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Irgendwann macht sich auch hier die Nässe im Innern des Caddy breit. Für lange Regenfahrten würden wir uns dann doch einen Regenüberzieher wünschen.

Fazit Lezyne Caddy

Kleine Tasche mit sehr viel Platz und für sehr viel Ordnung! Die Montage ist denkbar einfach und komplett werkzeugfrei! Da wackelt und löst sich nichts! Lediglich bei längeren Regenfahrten wünschen wir uns einen Regenüberzieher.

Cratoni Interceptor – Der legendäre Fullfacehelm im Test

Den Cratoni Interceptor gibt es schon eine Ewigkeit – zumindest gefühlt. Ständige Weiterentwicklung in Bezug auf Materialien, Passform, Sicherheit, Komfort und Gewicht haben zu dem geführt, was uns jetzt zum Test zur Verfügung stand. Neben dem bei uns im Test befindlichen Helm in mattem White-Black ist der Interceptor auch noch invertiert in mattem Black-White erhältlich. Die Helmform knüpft mit dem kantigen Erscheinungsbild an alte Traditionen an.

Wie immer gefällt der Interceptor durch sein zeitloses Design! Um diesen Helm sein Eigen nennen zu dürfen muss man 150 Euro berappen – dafür bekommt man den Helm, einen sehr edlen silbernen Helmsack, Ersatzpads zur Größenregulierung und 5 Cent zurück. Einige Leser werden jetzt sicherlich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, aber man muss sich schon vor Augen halten, was man dafür bekommt. Beim Interceptor handelt es sich nicht um einen Helm mit einer stinknormalen Kunststoffschale, sondern um einen Helm aus handlaminiertem Carbon-Glasfaser!

Der Blick auf die Waage zeigt bei uns ziemlich genau 990 Gramm. Das ist zwar etwas mehr Gewicht als Cratoni selber angibt, aber bei einem Gewicht von unter einem Kilogramm darf sich der Helm im Bereich DH Fullface dennoch als Leichtgewicht bezeichnen. Der Vorteil gegenüber einem schwereren Helm liegt klar auf der Hand: Weniger Kräfte die auf Nacken und Hals wirken – nicht nur zum entspannteren Fahren wichtig, sondern auch im Falle eines Sturzes ein nicht unwesentlicher Vorteil!

Wir sind den Helm beim Downhill und BMX gefahren. Das Einsatzgebiet des Interceptor lässt sich einfach bestimmen: Alles was mit dem Mountainbike bzw. BMX zu tun hat und wobei man sich erbärmlich verletzen kann. Neben der Sicherheit bietet der Interceptor einen ausgezeichneten Tragekomfort. Das Innenfutter ist angenehm zur Haut, auch bei schweißtreibenden Aktionen. Der Helm sitzt wie angegossen, egal wie ruppig es auf dem Trail ist. Das Sichtfeld ist ebenfalls ausgezeichnet und das Tragen von Brillen, sei es MX-Brille oder normale Brille, bereitete uns keinerlei Probleme.

Für Frischluft sorgen zehn Belüftungslöcher, vier davon sind alleine schon im Kinnschutz untergebracht. Die im Kinnschutz integrierte Belüftung ist erstklassig, die Frischluftzufuhr im Bereich des Deckhaares erwartungsgemäß eher „knapp“ bemessen. Cratoni hat alle Belüftungslöcher, auch die im Bereich des Hinterkopfes, mit Metallgittern versehen. Diese sorgen dafür, dass der Fahrer sorgfältig gesiebte Luft zugeführt bekommt. So kommt Luft rein, unerwünschte Haustiere bleiben aber draußen!

Die Geräuschkulisse ist gut, dafür sorgt die Aussparung des Innenfutters im Bereich der Ohren. Das Helmschild ist mit vier Schrauben fixiert und lässt sich stufenlos verstellen. Mit dem Verschlusssystem können wir uns dagegen nicht wirklich anfreunden. Auch wenn das System gut funktioniert, sehr solide und sicher ist, aber die Handhabe mit dickeren Fingern oder mit Handschuhen ist eher etwas grenzwertig. Eine Sache sehen wir am Interceptor allerdings gar nicht gerne: Die sehr spitzen Enden des Helmschilds – auch wenn diese nach hinten zeigen.

Fazit Cratoni Interceptor

Kurz nach der Jahrtausendwende schon eine Hausnummer und dank der permanenten Weiterentwicklung immer noch absolut top! Der Cratoni Interceptor vereint alle positiven Eigenschaften, die man von einem modernen DH und BMX Helm erwartet! Die Sicherheit, der gute Tragekomfort, die tolle Optik und die sehr gute Verarbeitung – nimmt man jetzt noch das Material Carbon-Glasfaser hinzu, ist der Preis wirklich gerechtfertigt. Einzig das Verschlusssystem ist nicht so ganz unser Ding!

Preis: 149,95 Euro

Continental TourRide Reifen – Schnelles Facelift für den Cruiser

Wer seinen Cruiser pimpt, der baut auf phatte Reifen! Dick und voluminös müssen sie sein! Etwas anderes kommt gar nicht in Frage! Keiner käme freiwillig auf die Idee, Reifen mit der Dicke einer Parkscheibe zu montieren. In unserer Redaktionswerkstatt haben wir zum Werkzeug gegriffen und unseren Redaktionscruiser ordentlich gepimpt: Anstatt der vorher montierten Reifen eines taiwanesischen Herstellers mit den Eckdaten 26×2.3 haben wir den Continental TourRide in 26×1.75 mit einer weißen Seitenwand montiert! Im wahrsten Sinne des Wortes ein „schnelles“ Facelift!

„Ganz klar ein Tipfehler!“ werden jetzt einige von euch denken. Nein, wir haben ganz bewusst zu dem schmalen Tourenreifen gegriffen um das Bike zu pimpen! Als bekennende Autohasser legen wir natürlich alle Wege, soweit es möglich ist, mit dem Bike zurück. Deko-Bikes gibt es bei uns nicht, selbst für das 30 Jahre alte Kuwahara BMX ist die Rente noch in weiter Ferne. Der Cruiser von Kona dient für die täglichen Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen oder für ein kurzes Abrocken am Spot nach Feierabend. Wir brauchten einen Reifen mit ausgezeichneten Rolleigenschaften bei gleichzeitig gutem Grip auf der Straße. Der Reifen muss natürlich als 26 Zöller erhältlich sein und trotzdem noch optisch eine gute Figur machen – nicht einfach bei so schmalbrüstigen Reifen. Wir haben uns für einen Test des Continental TourRide entschieden. Der TourRide ist mit einer weißen Seitenwand erhältlich und trägt somit besänftigend zur neuen Optik bei – immerhin muss man sich ja erst mal an die dünnen Reifen gewöhnen. Auf der Straße zeigt der TourRide direkt auf den ersten Metern seine Stärke. Mit unglaublichem und einem bisher nicht gekannten Vortrieb schießt der Cruiser wie aus der Pistole geschossen über die Asphaltdecke. Der Singlespeeder, bisher vom Gefühl her etwas zu lang übersetzt, könnte jetzt ruhig länger übersetzt sein. Der Reifen rollt unglaublich gut und der Cruiser lässt sich sehr leichtfüßig bewegen. Verwunderlich ist, dass der Reifen trotz des geringen Rollwiderstandes in den Kurven einen guten Grip bietet. Auf der Straße ist der Continental TourRide in seinem Element, selbst bei Nässe kann der Reifen mit seinem Grip und der guten Bremsleistung überzeugen. Problematischer wird es auf Forst- und Feldwegen, hier kommt man an die Grenzen des Reifens. Staub, Schotter und Schlamm sind nicht die Freunde des Contis, aber auch nicht die Freunde der meisten Cruiser-Fahrer! Deshalb wollen wir hier der Offroad-Wertung nicht zu viel Bedeutung beimessen.

Wir sind die Reifen meist mit etwa 3,5 bar gefahren – ein Wert, der natürlich den eigenen Vorlieben angepasst werden sollte. Der Verschleiss zeigte sich im Test als kaum wahrnehmbar. Bei den Schläuchen sind wir Continental treu geblieben. Der Continental TourRide zeigte sich äußerst pannensicher. Die weiße Seitenwand wirkt ziemlich Retro, passt gut zum Cruiser und bereits jetzt können wir uns gar nicht mehr vorstellen, wieder auf dicke Schluffen umzurüsten 😉 Der Reifen ist übrigens in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich, sogar als 20- und 24 Zoll-Version. Eine detailierte Auflistung findet ihr bei Continental.

Fazit:
Wer einen schmalen Reifen braucht, auf gute Fahreigenschaften auf Asphalt wert legt und dennoch optisch nicht zurückstecken will, der kann auf jeden Fall zum Continental TourRide mit der weißen Seitenwand greifen!

Cratoni Ramp – Helm für Enduro und Freeride – Test

Eine faszinierende Landschaft! Unendlich erscheinende Wälder und Bergketten erstrecken sich vor den zwei Enduropiloten und ziehen die Blicke dieser beiden Biker auf sich. Nach der mühsamen Auffahrt und der Hatz über verschlungene Singletrails stehen die beiden Biker jetzt etwas zögernd vor der nun kommenden Abfahrt. Ein mit Wurzeln und Steinen übersäter Wanderweg führt tief runter in das dunkle Herz dieses Berges. Nicht erkennbar, was auf die beiden Biker wartet – nur unendlich viele Steine und Wurzeln. Hier einen Abflug machen? Bloß nicht! Das kann man sich aber leider nie aussuchen, wohl aber den richtigen Helm! Anspruchsvolle Enduro- und Freeridetouren benötigen einen Helm, der einen Kompromiss aus einem XC-Helm und einem DH-Helm darstellt. Aber wie soll das gehen?

Enduro- und Freeridetouren im anspruchsvollen Gelände bringen ein großes Problem mit sich. Meist entscheidet man sich wegen des Tragekomforts für einen XC-Helm, welcher den größten Teil der Anforderungen meist auch völlig entspricht – gäbe es da nicht die verblockten Abfahrten oder die Schussfahrt ins Tal, die einem nicht nur das Adrenalin aus den Ohren spritzen lässt, sondern auch für das eine oder andere „Ahhhhhh“ oder „Urgghh“ sorgt. Schließlich sind wir auf einer Endurotour, mit XC hat das wirklich nichts mehr zu tun. Die Gefahr über den Lenker zu gehen ist allgegenwärtig. Hier ist ein Fullfacehelm angesagt! Aber mal ehrlich, wer mag direkt zwei Helme mit sich rumschleppen? Die Lösung des Problems könnte ein Helm wie der Cratoni Ramp sein – haben wir uns gedacht.

Der Cratoni Ramp besteht primär aus den zwei Hauptteilen Helmschale und Kinnschutz. Der Kinnschutz wird bei Bedarf mit vier Schrauben an der Helmschale fixiert. Der Cratoni ist in den Größen S/M (54-58 cm) und M/L (58-61 cm) erhältlich. Das von uns ermittelte Gewicht des Helms variiert leicht von der Werksangabe – nach oben. So bringt die Helmschale in der Größe S/M etwa 540 Gramm auf die Waage, dazu summiert sich der Kinnschutz mit etwa 190 Gramm. Auch wenn die Helmschale vergleichsweise schwer erscheint, ist das Gesamtgewicht für einen Fullfacehelm sehr niedrig. Die Helmschale strotz vor Stabilität und erinnert optisch stark an die bekannten Dirtschalen. Wie diese besitzt der Ramp kein einstellbares Kopfband, dafür werden aber wechselbare Pads mitgeliefert, damit der Helm angepasst werden kann.

Das Kinnband und die Gurtbänder lassen sich schnell und einfach anpassen. Der Klickverschluss lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Die Passform und der Tragekomfort entsprechen ebenfalls denen eines Dirthelms, das gilt auch für die Belüftung. Trotz der Ventilationsöffnungen läuft einem auf schweißtreibenden Trails die Suppe regelrecht aus dem Helm. Zum Ausgleich dafür bietet der Helm einen sehr guten Schutz. Der Helm ist im Nackenbereich tief geschnitten und bietet, abgesehen von der Belüftung, einen guten Tragekomfort. Optisch finden wir den Helm um Klassen besser als die normalen Dirtschalen, dafür sorgt neben dem Dekor vor allem die Form der Helmschale. Bevor es in den verblockten Trail mit Abfluggefahr geht, ist ein bisschen Schrauberei angesagt. Der Kinnschutz wird aufgesteckt und, wie bereits beschrieben, mit vier Schrauben fixiert.

Auf der Tour gestaltet sich diese Schrauberei wegen der relativ kleinen Schrauben als etwas umständlich, außerdem benötigt man einen Schraubendreher bzw. ein Multitool. Die Verwandlung des Helmes ist beeindruckend, der Helm wirkt jetzt optisch wie ein normaler Fullfacehelm. Der Kinnschutz ist weicher als bei einem herkömmlichen Downhillhelm, dafür lässt sich der Kinnschutz im Rucksack transportieren und platzsparend leicht zusammendrücken, ohne dass er sofort bricht. Das Gesichtsfeld ist sehr groß und das Tragen einer MX-Brille bereitet ebenfalls keinerlei Probleme – sofern die Brille ein silikonbeschichtetes Brillenband hat. Durch den weit vorstehenden Kinnschutz wird die Atmung in keinster Weise beeinträchtigt – wenn es dann doch mal wieder anstrengend wird 😉

Fazit:

Ein toller Endurohelm mit kleinen Schwächen wie zum Beispiel die Fixierung des Kinnschutzes mit den kleinen Schrauben und die Belüftung. Die Stabilität eines Downhillhelmes bietet der Ramp zwar nicht, dafür übertrumpft er aber in diesem Punkt jeden XC-Helm. Der Cratoni Ramp bietet einen guten Kompromiss und bietet sich sehr als Helm für die nächste Enduro- und Freeridetour an! Wer sich nur im Bikepark rumtummelt, sollte dann aber doch eher zum Cratoni Interceptor greifen!

Preis: Knapp 90 Euro

Mehr Infos unter www.cratoni.de