Procraft Anatomic Sattel (Men) – Der Trekking Sattel im Test

Nicht jeder Biker kommt mit den sportlichen und harten Sitzschalen klar, die meist bei Mountainbikes verbaut werden. Schmerzhafte Druckstellen sind noch das kleinste Übel, welches dem geschundenen Biker widerfahren kann. Guter Rat ist teuer, wenn man mit Problemen in diesem Bereich konfrontiert wird. Eine allgemeine Lösung können auch wir nicht anbieten, aber mit dem Test des Procraft Anatomic Sattels einen Lösungsansatz offerieren.

Den richtigen und passenden Sattel zu finden ist eine Wissenschaft für sich. Jeder Mensch ist ein Individuum und viele Faktoren beeinflussen somit die Wahl des Sattels. Ein ganz wichtiger Faktor ist der Abstand der Sitzknochen – hier finden sich im Internet zum Teil ziemlich abenteuerliche Methoden zur Ermittlung des Abstands. Einige Hersteller bieten diesbezüglich Sättel mit verschiedenen Sitzbreiten an. Doch nicht immer entspricht die Theorie der Praxis – da hilft dann leider doch nur der Test in der Praxis. Procraft bietet mit dem Anatomic Sattel einen Sattel für den Bereich Trekking an. Der Sattel ist in zwei Ausführungen erhältlich: Men und Lady. Der Sattel wirkt trotz der angenehmen Polsterung nicht klobig und passt somit auch optisch gut zum MTB. Der Procraft Anatomic Sattel Men wiegt knapp 460 Gramm und baut etwa 6,5 Zentimeter hoch. An der breitesten Stelle ist der Sattel etwa 16 Zentimeter breit, die Länge des Procraft Anatomic beträgt etwa 27 Zentimeter. Die Oberfläche besteht aus Skai, einem Kunstleder. Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick hochwertig. Wir haben den anatomisch geformten Sattel auf einer harten und langen Tour mit mächtig Höhenmetern im deutschen Mittelgebirge getestet – auf ruppigen Wanderwegen als auch auf Straße.

Der Procraft Anatomic hat sich für uns als gute Wahl herausgestellt. Der Aufbau des Sattels verhindert ein Taubheitsgefühl, die Druckstellen wurden auf jeden Fall minimiert – trotz des Tragens eines schweren Rucksacks. Die Verarbeitung kann ebenfalls überzeugen. Keine Naht löste sich und der Sattel wies nach dem Test weder Verschleißspuren noch Beschädigungen auf. Auch nach stundenlangem Sitzen zeigte der Sattel keine Verformungen oder gar eine Faltenbildung. Die Bewegungsfreiheit ist voll gegeben und man kann auf dem Bike, wie gewohnt, agieren. Die Wahl des Sattels ist, wie schon beschrieben, eine sehr individuelle Sache! Der Procraft Anatomic Sattel (Men als auch Lady) ist für günstige 23,90 Euro erhältlich – also einen Versuch wert! Ein Trekking Sattel, der uns als MTB Tourensattel überzeugen konnte!

Farbe: Schwarz
Preis: 23,90 Euro

Schwalbe Snow Stud – Der Schnee-Experte im Alltagsstress – Test

Wo ist der schöne Winter am Niederrhein geblieben? Nieselregen bei acht Grad über dem Gefrierpunkt sorgten immer für eine durchgehende Bikesaison ohne Unterbrechung. Jetzt avanciert der Niederhein seit zwei Jahren zum Wintersportgebiet mit einer über mehrere Wochen bestehenden Schneegarantie! Somit sind auch wir gezwungen, das Bike den Umständen entsprechend anzupassen! Hauptaugenmerk soll in diesem Fall nicht der Spaß auf dem Spot sein, sondern die Alltagstauglichkeit.

Wir wollen uns dem Alltagsbiker widmen, der tagtäglich mit dem Rad zur Arbeit unterwegs ist. Auf einer geschlossenen Schneedecke haben wir mit einem DH-Reifen zwar Grip, aber wer einige Kilometer zurücklegen muss, wird schnell verzweifeln. Somit gilt ein guter Kompromiss aus Haftung und Rollwiderstand zu finden. Der Reifen für den urbanen Biker sollte also relativ schmal sein, aber dennoch den winterlichen Bedingungen gewachsen sein. Wie immer ist alles relativ und eine Faustformel lässt sich auch in diesem Fall nicht eindeutig aufstellen – zumindest aber lassen sich grob die Eckpunkte definieren.

Zu verschieden und gleichzeitig ineinander überlaufend sind die winterlichen Bedingungen und Umstände. Wie hoch ist die Schneedecke, handelt es sich um Pulverschnee oder pappigen Schnee? Ist der Schnee festgefahren oder übergefroren? Handelt es sich um Neuschnee und wie ist der Untergrund? Gefroren oder nicht? Befindet man sich direkt auf einer dicken Eisschicht? Für den urbanen Vortrieb sind natürlich auch andere Faktoren wichtig wie die Tatsache, dass die Straße geräumt sein kann. Natürlich muss das Fahren mit den Schneereifen auf Asphalt in diesem Fall möglich sein – nicht alle Städte zeigen sich so chaotisch und überfordert wie Moers! Wir haben, kurz vor Einsetzen der winterlichen Bedingungen, den Schwalbe Snow Stud aufgezogen. Interessant beim Schwalbe ist die Verwendung von 100 Metallstiften (Spikes), die versetzt in die Außenstollen eingelassen sind. Die Lauffläche in der Mitte ist spikefrei und das Profil ist – zumindest für urbane Verhältnisse – grob ausgelegt. Der Reifen ist in der 26 Zoll Version als 1.9 erhältlich.

Der seitliche durchgehende Reflexstreifen sorgt dafür, dass man bei Dunkelheit rechtzeitig wahrgenommen wird. Wenn ihr, so wie wir, nie mit solch schmalen Pellen unterwegs seid, dann denkt beim Kauf dieses Reifens an einen Schlauch! Der dicke DH- oder FR-Schlauch ist zu groß dimensioniert und für diesen Einsatzbereich zu schwer. Im Schnee fahren kostet schon genug Körner! Wir haben diesbezüglich direkt leichte und schmale Schwalbe Schläuche verbaut. Beim Neureifen ist es wichtig, dass dieser eingefahren wird, weshalb man den Reifen nicht erst bei bereits einsetzendem Schneefall montieren sollte. Durch das Einfahren „setzen“ sich die Metallstifte und es wird somit verhindert, dass sich die Spikes vorzeitig von dannen machen. Wichtig während dieser Zeit ist: Keine (unnötigen!) brachialen Bremsmanöver oder Beschleunigungen. Laut Schwalbe soll der Reifen 40 Kilometer eingefahren werden, was wir etwas großzügiger ausgelegt haben. Wir haben uns zum Einfahren auf einen mittleren Luftdruck von 2,8 bar geeinigt und soviel sei jetzt bereits verraten: Bis zum Testende haben wir keinen Spike verloren! Bereits beim Einfahren zeigt der Schwalbe Snow Stud seine urbanen Fähigkeiten.

Der Reifen rollt auf Asphalt erstaunlich gut, zwar vernimmt man akustisch die Spikes, aber sehr leise. Es hört sich in etwa an, als würde man über einen Weg mit Rollsplitt fahren. Der Reifen vermittelt absolut kein kippeliges Gefühl und auch in der Kurve zeigt sich der leicht rollende Snow Stud erstaunlich unauffällig – wenn man erst mal seine Bedenken abgelegt hat. Der erste Schnee ließ nicht lange auf sich warten und endlich konnten wir den Reifen in seinem angedachten Einsatzbereich testen. Um den Grip zu erhöhen, sind wir sehr schnell von dem anfänglichen Luftdruck abgewichen. Für uns lag der optimale Kompromiss aus Haftung (primär) und Vortrieb (sekundär) bei 1,8 bar. Dieser Wert ist natürlich rein subjektiv zu betrachten, da hier jeder selber entscheiden muss, wo er seine Prioritäten setzt. Natürlich spielen auch Faktoren wie die Fitness, das Körpergewicht und nicht zuletzt die Straßen- und Wetterverhältnisse eine Rolle. Da sich diese im Winter innerhalb eines Tages wandeln, darf gerne experimentiert werden. Auf festem Schnee und bei leichten bis mittleren Schneedecken auf festem Untergrund kann der Schwalbe seine Trümpfe voll ausspielen. Durch die Absenkung des Luftdrucks packt der Reifen schon bei der Beschleunigung und bietet ein sehr gutes Bremsverhalten. Der schmale Reifen bahnt sich seinen Weg durch den Schnee und bietet sehr guten Grip und ein gutes Kurvenfeeling. Natürlich kann der Schwalbe Snow Stud nicht zaubern – zu heimtückisch können die Verhältnisse im Winter sein. Ein großes Problem sind immer die festgefrorenen Spurrillen , vor allem dann, wenn diese nicht sichbar unter einer Schneedecke liegen. Der Reifen rutscht, beißt sich dann aber schnell fest! So wird zwar für einen Adrenalinschub gesorgt, die Situation bleibt aber beherrschbar. Hier kommen die Metallstifte zum Tragen und demonstrieren den klaren Vorteil gegenüber Reifen ohne metallische Unterstützung. Wunder darf man aber auch hier nicht erwarten, dafür müsste der Reifen mehr Spikes aufweisen – aber wie gesagt, es muss immer ein Kompromiss gefunden werden, was Schwalbe mit dem Snow Stud auch gelungen ist.

An seine Grenzen kommt der Reifen auf Eispisten und bei seifigem Schneematsch. Die in das Profil eingelassenen Metallstifte können sich nicht tief genug ins Eis bohren, in diesem Fall muss man zu einem reinen Eisreifen zurückgreifen. Auf seifigem Schneematsch bietet das Vorderrad nicht genug Spurstabilität und das Bike fängt an, über das Vorderrad zu schieben. Wir sind den Reifen in der Stadt, auf Wald- und Forstwegen sowie im Bergischen auf Trails gefahren. Verbaut war der Reifen an einem Kona CoilAir und an einem Cruiser. Der Reifen zeigte seinen Stärken vor allem im Stadtbetrieb und auf Forstwegen. Trotz des groben Profils mit einer guten Selbstreinigung ist der Einsatz auf Trails und Wurzeln eher nicht seine Stärke. Den Weg zur Arbeit oder der Schule kann einem der Schwalbe Snow Stud auch nicht nehmen, aber definitiv etwas angenehmer und vor allem sicherer gestalten. Erstaunt waren wir nach dem Test darüber, dass der Reifen und die Spikes, die übrigens noch alle vorhanden waren, kaum Verschleißspuren zeigten – trotz der vielen Kilometer auch auf Asphalt!

Fazit Schwalbe Snow Stud

Wunder kann auch der Schwalbe Snow Stud nicht vollbringen! Den Weg zur Arbeit oder der Schule kann einem der Schwalbe Snow Stud auch nicht nehmen, aber definitiv etwas angenehmer und vor allem sicherer gestalten. Selbst auf dem Bike können Winterreifen tatsächlich Sinn machen!

Preis: 39,90 Euro

Continental TourRide Reifen – Schnelles Facelift für den Cruiser

Wer seinen Cruiser pimpt, der baut auf phatte Reifen! Dick und voluminös müssen sie sein! Etwas anderes kommt gar nicht in Frage! Keiner käme freiwillig auf die Idee, Reifen mit der Dicke einer Parkscheibe zu montieren. In unserer Redaktionswerkstatt haben wir zum Werkzeug gegriffen und unseren Redaktionscruiser ordentlich gepimpt: Anstatt der vorher montierten Reifen eines taiwanesischen Herstellers mit den Eckdaten 26×2.3 haben wir den Continental TourRide in 26×1.75 mit einer weißen Seitenwand montiert! Im wahrsten Sinne des Wortes ein „schnelles“ Facelift!

„Ganz klar ein Tipfehler!“ werden jetzt einige von euch denken. Nein, wir haben ganz bewusst zu dem schmalen Tourenreifen gegriffen um das Bike zu pimpen! Als bekennende Autohasser legen wir natürlich alle Wege, soweit es möglich ist, mit dem Bike zurück. Deko-Bikes gibt es bei uns nicht, selbst für das 30 Jahre alte Kuwahara BMX ist die Rente noch in weiter Ferne. Der Cruiser von Kona dient für die täglichen Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen oder für ein kurzes Abrocken am Spot nach Feierabend. Wir brauchten einen Reifen mit ausgezeichneten Rolleigenschaften bei gleichzeitig gutem Grip auf der Straße. Der Reifen muss natürlich als 26 Zöller erhältlich sein und trotzdem noch optisch eine gute Figur machen – nicht einfach bei so schmalbrüstigen Reifen. Wir haben uns für einen Test des Continental TourRide entschieden. Der TourRide ist mit einer weißen Seitenwand erhältlich und trägt somit besänftigend zur neuen Optik bei – immerhin muss man sich ja erst mal an die dünnen Reifen gewöhnen. Auf der Straße zeigt der TourRide direkt auf den ersten Metern seine Stärke. Mit unglaublichem und einem bisher nicht gekannten Vortrieb schießt der Cruiser wie aus der Pistole geschossen über die Asphaltdecke. Der Singlespeeder, bisher vom Gefühl her etwas zu lang übersetzt, könnte jetzt ruhig länger übersetzt sein. Der Reifen rollt unglaublich gut und der Cruiser lässt sich sehr leichtfüßig bewegen. Verwunderlich ist, dass der Reifen trotz des geringen Rollwiderstandes in den Kurven einen guten Grip bietet. Auf der Straße ist der Continental TourRide in seinem Element, selbst bei Nässe kann der Reifen mit seinem Grip und der guten Bremsleistung überzeugen. Problematischer wird es auf Forst- und Feldwegen, hier kommt man an die Grenzen des Reifens. Staub, Schotter und Schlamm sind nicht die Freunde des Contis, aber auch nicht die Freunde der meisten Cruiser-Fahrer! Deshalb wollen wir hier der Offroad-Wertung nicht zu viel Bedeutung beimessen.

Wir sind die Reifen meist mit etwa 3,5 bar gefahren – ein Wert, der natürlich den eigenen Vorlieben angepasst werden sollte. Der Verschleiss zeigte sich im Test als kaum wahrnehmbar. Bei den Schläuchen sind wir Continental treu geblieben. Der Continental TourRide zeigte sich äußerst pannensicher. Die weiße Seitenwand wirkt ziemlich Retro, passt gut zum Cruiser und bereits jetzt können wir uns gar nicht mehr vorstellen, wieder auf dicke Schluffen umzurüsten 😉 Der Reifen ist übrigens in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich, sogar als 20- und 24 Zoll-Version. Eine detailierte Auflistung findet ihr bei Continental.

Fazit:
Wer einen schmalen Reifen braucht, auf gute Fahreigenschaften auf Asphalt wert legt und dennoch optisch nicht zurückstecken will, der kann auf jeden Fall zum Continental TourRide mit der weißen Seitenwand greifen!

Geax Datura – High Performance Reifen für kleines Geld? Test

Produkttests sind ja immer so eine Sache! Besonders wenn das Wetter und die Trails hohe Ansprüche stellen, greift man gerne auf altbewährtes Material zurück. Wer will schon gerne einen sicheren Run gegen Ungewissheit eintauschen? Wir haben keine große Wahl gehabt, der GEAX Datura wartete auf seinen Einsatz – und so zogen wir aus, um bei Regen, Schnee und Matsche dem Datura auf den Zahn zu fühlen!

Der Datura besticht durch eine sehr markante Optik! Optisch unterstreicht der Datura nachdrücklich das vom Hersteller gedachte Einsatzgebiet: Nasser, feuchter, matschiger und loser Untergrund. Der erste optische Eindruck: Die groben und mittelhohen Stollen könnten in der Tat das halten, was der Hersteller verspricht. Auf einen Mittelstollen hat GEAX beim Datura verzichtet, dafür sind die Stollen versetzt angeordnet und nicht wie beispielsweise beim Schwalbe Dirty Dan als Pärchen nebeneinander. Allerdings machte sich bei uns direkt die Sorge breit, wie sehr der Vortrieb bei dem Profil zu leiden hätte. Angeboten wird der Reifen in der Breite 2.0 und 2.2 in mehreren Ausführungen, wir hatten im Test die breitere Version mit der Sticky Soft Gummimischung. Das Gewicht des Datura in dieser Ausführung liegt bei etwa 1050 Gramm. Wie gesagt, in diesem Winter boten sich alle Wetterbedingungen, die wir auch gnadenlos ausgenutzt haben. Wir hatten zwischenzeitlich dann auch noch mehr als genug Schnee, pausieren gab und gibt es nicht für uns! Richtige Biker zieht es bei jedem Wetter aufs Bike, schließlich sind wir keine Miezekätzchen! Eines haben wir bei diesem Test gelernt: Den GEAX Datura zu lieben! Das Profil sieht nicht nur zornig aus, sondern zeigt sich ebenso griffig. Alleine schon die Fahrten bei Schnee, wo viele Reifen einfach nur noch unkontrolliert hin und her glitschen, waren die reinste Freude. Mit dem Datura konnte man unbeirrt seine Bahnen ziehen, Grip und Traktion waren, den Umständen entsprechend, beeindruckend. Auf weichen feuchten Böden geht der Datura fantastisch, allerdings war hier etwas weniger Luft in den Reifen angesagt, um den maximalen Grip zu erreichen. Der Datura gräbt sich förmlich in die Strecke und vermittelt ein sehr gutes und kontrollierbares Gefühl, auch beim leicht einsetzenden Drift. Selbst in „seifigen“ vollständig durchgefrorenen Anliegern, wo bei kurzem Tauwetter nur die oberste Schicht aufweicht und diese dadurch extrem rutschig werden, überzeugt der Datura durch seinen Biss. Diese Pluspunkte gelten auch beim Beschleunigen aus dem Anlieger oder Kurven heraus. Hartes Anbremsen, auch hier keine Probleme!

Sollte der Boden abtrocknen braucht man sich weiterhin keine Sorgen zu machen, solange sich die Stollen irgendwo und irgendwie reingraben oder verkeilen können, so wie es bei Steinen und Wurzeln der Fall ist. Die Anpassung des Luftdrucks an die verschiedenen Anforderungen macht sich beim Datura bezahlt und man sollte sich auch die Zeit dafür nehmen – der Reifen dankt es mit einer super Performance. Weicher Waldboden ist ebenfalls ein willkommener Untergrund für den Datura, auch wenn die Strecke nach mehreren Runs aussieht, als wenn da ein MX-Hobel sein Unwesen getrieben hätte. Das würde alles natürlich nur schlecht funktionieren, wenn GEAX beim Thema Selbstreinigung geschluddert hätte…aber auch hier, ein großes Lob von unserer Seite! Erstaunt darf man über den Vortrieb sein, der Reifen schluckt weniger Energie als befürchtet. Das Einsatzgebiet des Datura liegt auf der schnellen Abfahrt als auch der Hatz über Trails, findet also am Downhillbike ebenso seinen Platz wie am Enduro. Der Verschleiß hält sich in Grenzen, wenn man die Gummimischung und den Einsatzbereich bedenkt, gibt es auch da nichts zu meckern. Der GEAX Datura – wir sind (zugegeben) mit viel Skepsis in diesen Test eingestiegen, aber vom Reifen mehr als positiv überrascht worden! Kauftipp!

Preis: etwa 25 Euro

UMF Pedal FR Pro Plattformpedale im Test

Messer, Gabel, Schere, Licht – sind für kleine Kinder nicht! Diesem bekannten Spruch, der Kinder vor Gefahren warnen soll, können wir noch eines hinzufügen: Die UMF Pedale FR Pro! Schon in der Anleitung der Pedalen wird vor den scharfen Kanten und den Schraubpins gewarnt. Das hört sich ja ganz hervorragend an! Scharfkantig und daher verletzungsgefährlich – was bei anderen Parts für hochstehende Nackenhaare sorgt, lässt bei Pedalen hoffen. Wir haben uns für euch die UMF Pedal FR Pro ans Bike geschraubt!

Wer sich ein wenig mit der Marke UMF auseinandersetzt, wird schnell merken, dass hier nicht nur feine Bikes vom Band rollen – wir hatten ja bereits einige Bikes im Test. Wir waren natürlich sehr gespannt auf die Pedalen, die in den Farben schwarz und weiß erhältlich sind. Optisch machen die Pedale, die für einen Preis von knapp 70 Euro erhältlich sind, einen guten Eindruck. Lediglich der eine oder andere bei der Herstellung entstandene Grat trübt leider ein wenig das Bild. Der CNC gefräste Pedalkörper besteht aus 6061er Alu und besticht durch seine sehr schlanke Bauform mit einer Höhe von etwa 18 mm. Verbaut sind Industrielager, bewährt und zuverlässig. Den Nachteil von Nadellagern mit dem bauartbedingten axialen Spiel ist UMF damit geschickt umgangen und bietet trotzdem diese flache Bauform.

Die Auflagefläche ist groß genug dimensioniert und die großzügigen Aussparungen sorgen, neben einem guten Matschdurchlass, für ein sehr geringes Gewicht. Das Pedalpaar bringt nur knappe 420 Gramm auf die Waage, ein sehr guter Wert für Plattformpedale. Pro Pedal und Seite sorgen zehn auswechselbare Pins für Standfestigkeit. Die Pins der Pedale verbeißen sich regelrecht in der Schuhsohle, egal ob es draußen pulvertrocken oder klatschnass war, der Grip auf den Pedalen war bombastisch. So soll es natürlich auch sein und weniger haben wir auch gar nicht erwartet! Für knappe 70 Euro bekommt man gute Pedale, die sich durch ihre flache Bauform auszeichnen und mächtig Grip bieten.

Preis: 69,90 Euro

Mehr Infos unter www.umf-bikes.com

Atomlab Pimplite Pedale 2009 im Test

Sie sind so rot wie die Feuerwehr, genauso auffallend und mindestens genauso schnell!! Was? Natürlich die im Test von uns montierten Atomlab Pimplite Pedalen! Wer es weniger auffällig mag, kann die Pedalen natürlich auch in einer dezenteren schwarzen oder weißen Ausführung an sein Bike montieren. Was die Pedale noch so drauf hat und ob wir an der Pimplite etwas auszusetzen haben, erfahrt ihr jetzt!

Atomlab ist ein Spezialist im Dirtbereich, dennoch entzücken einige Produkte auch das Herz des Racers, so wie die Atomlab Pimplite Pedale 2009. Pimplite bezeichnet direkt eine ganze Serie bei Atomlab, angefangen von der Speiche und der Felge über den Lenker bis zum Vorbau. Aus dieser Serie haben wir uns, wie gesagt, für die Pedalen entschieden, in knalligem rot! Das Gehäuse der Pimplite Pedale besteht aus Magnesium und dreht sich mit Hilfe eines hochwertigen Nadellagers um eine 12 mm 4140 CroMo-Achse.

Zehn auswechselbare Pins pro Seite sorgen dafür, dass man regelrecht an den Pedalen klebt. Sehr schön gelöst ist, dass der Schaubenkopf der Pins recht groß ausgefallen ist. Auch nach etlichen Schlammschlachten und den damit verbundenen Verschmutzungen lassen sich die Pins immer noch gut mit dem Innensechskantschlüssel packen. Ebenfalls gut gelöst ist die Farbgebung der Pedale mit der widerstandsfähigen Pulverbeschichtung.

Die großen Aussparungen des Magnesiumkörpers lassen dem Dreck erst gar keine Chance, sich unter der Schuhsohle festzusetzen – was natürlich enorm zur Sicherheit beiträgt. Auffallend ist das leichte axiale Spiel der Pedale, welches bauartbedingt durch die Verwendung der Nadellager herrührt, aber nicht weiter störend wirkt. Die Pedalen drücken mit einem Gewicht von knapp 470 Gramm auf die Waage, das ist schon ein guter Wert, obwohl wir bei einem Magnesiumkörper noch etwas weniger Gewicht erwartet hätten.

Die Bauhöhe mit etwas über 20 mm kann sich ebenfalls sehen lassen – zwar kein sensationeller Wert, aber doch flach genug um smart zu wirken. Die Pedalen verhielten sich im Test sehr unauffällig, lediglich am Anfang des Tests vergrößerte sich nach einigen Fahrten das axiale Spiel beider(!) Pedalen. Das konnte aber ohne Probleme per Innensechskantschlüssel behoben werden, eine einmalige Geschichte, weil sich das axiale Spiel im weiteren Verlauf des Tests nicht wieder vergrößerte. Die Atomlab Pimplite Pedale 2009 kostet stolze 109,00 Euro, vertrieben werden die Atomlab Produkte in Deutschland von SportsNut (www.sportsnut.de).

Preis: 109,00 Euro

Mehr Infos unter www.atomlab.com

Kona Wah Wah Pedale – Test – Das Leben einer Plattformpedale

Pedalen führen wahrlich kein beneidenswertes Leben! Aufopferungsvoll versehen sie ihren Dienst, werden getreten, mit Steinen und Wurzeln malträtiert und dennoch finden sie kaum Beachtung! Wenn sie dann ins Alter kommen und ihre Zähne verlieren, ist für die meisten Vertreter die Zeit des Abschieds gekommen! Viele Pedalen trifft bereits sehr früh dieses Schicksal, die neue Kona Wah Wah Plattformpedale steht dem gelassen gegenüber.

Die Wah Wah macht bereits optisch einen sehr schlanken Fuß. Gerade mal 17mm dick bei einem Gewicht von etwa 480 Gramm für das Paar und die große Standfläche lassen die Pedale sehr schlank wirken. Der Pedalkörper aus 6061 Aluminium dreht sich laufruhig und leise um eine Cromolyachse. Wer einmal in die Wah Wah Pedale reingetreten hat, wird diese Pedale direkt zu schätzen wissen. Der Grip auf der Kona Wah Wah ist exzellent. Dass dies nicht nur bei trockenem, sondern auch bei widrigen Umständen so ist, dafür sorgen zehn zornige Pins pro Seite.

Selbst bei Matschwetter verliert man nicht den Grip auf den Plattformpedalen. Im Gegensatz zu vielen anderen Pedalen, bei denen die Montage der Pins von oben nur mit einem „winzigen“ Innensechskant-Schlüssel möglich ist, bietet die Wah Wah die entspannte Montage der Pins von der geschützten Unterseite aus an. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Pedalen hervorragend an die persönlichen Bedürfnisse anpassen lassen. Noch ein „kleiner“ Unterschied zu vielen anderen Pedalen: Montiert wird die Wah Wah Pedale nicht mit einem herkömmlichen Maulschlüssel, sondern ausschließlich mit einem Innensechskant-Schlüssel.

Fazit:
Hart im Nehmen, coole Optik, gute Verarbeitung und Grip ohne Ende!

Farben: Grau und weiß
Preis: 90 Euro

Mehr Infos unter www.konaworld.com

Continental MountainKing Protection – Der All Mountain Reifen von Conti im Test

Oft locken uns, fernab der Zivilisation und von Menschenmassen, verblockte Wanderwege und herrliche Trails in verwunschenen Gegenden. Diese mit dem Bike zu erreichen sind oft schon ein Abenteuer für sich. Doch man muss nicht immer so weit in die Ferne schweifen! Auch die schnelle Runde nach Feierabend auf dem heimischen Trail mit einem Enduro-Bike ist immer wieder ein Genuss! Die Anforderung an das Material ist schnell gestellt: Locker und möglichst kraftsparend bergauf, allerdings auch schnell und sicher bergab. Doch schon bei der Wahl der Reifen stellen sich die ersten Probleme ein!

Das Problem der meisten auf dem Markt erhältlichen Reifen ist, dass sie meist nur auf einem Gebiet richtig gute Werte erzielen, auf der anderen Seite aber oft eine hohe Kompromissbereitschaft seitens des Bikers erfordern. Mit dem MountainKing aus der King-Serie bietet Continental einen Reifen mit Allroundeigenschaften an, der beide Bereiche abdecken soll. Erhältlich ist der MountainKing in der Ausführung 26×2.2 und 26×2.4, wobei das Gewicht etwa 750 bzw. 620 Gramm beträgt. Den Reifen gibt es mittlerweile in vier verschiedenen Versionen, wobei wir in diesem Test die Protection Version unter die Lupe genommen haben. Wir haben den Reifen bei Freeride-Touren in den Vogesen, in den Ardennen und in Südfrankreich getestet. Die Anforderungen an den Reifen bergab als auch bergauf waren so unterschiedlich wie die Landschaften selbst.

Waldboden mit Wurzeln malträtierten den MountainKing ebenso wie die dicken kindskopfgroßen Steinbrocken bei den Abfahrten in Südfrankreich. Das Ergebnis des Reifens kann sich zweifelsohne sehen lassen! Der MountainKing Protection bietet unglaublich guten Grip und verhält sich im Grenzbereich sehr berechnend und gutmütig. Nasse Wurzeln meistert der Reifen ebenso überzeugend wie staubige Böden. Ebenfalls überzeugend sind die Bremseigenschaften als auch der Vortrieb bergauf auf losem Untergrund. Durch das verhältnismäßig geringe Gewicht lässt sich der Reifen gut pedalieren und sorgt für ein gutes Vorankommen, auch wenn der Reifen recht rauh und laut rollt. Die Pannensicherheit ist relativ gut, lediglich auf den ruppigen Abfahrten in Südfrankreich kam der MountainKing Protection an seine Grenzen und sorgte dann doch für die eine oder andere Zwangspause.

Fazit:
Der sehr gute Grip des MountainKing Protection gepaart mit den guten Toureneigenschaften verdienen unser Lob! Ein Top-Reifen für ausgedehnte Touren im Bereich Enduro und All Mountain!

Preis: etwa 36 Euro

Mehr Infos unter www.conti.de