Schwalbe Racing Ralph 26×2.25 EVO – Reifentest

Schon seit einigen Jahren gehört der Schwalbe Racing Ralph zu den etablierten Wettkampfreifen. Mit unserem Test wollen wir den derzeitigen Stand des Reifens ermitteln, der von Schwalbe immer weiter entwickelt und verfeinert wird. Dem Endkunden steht der Reifen mittlerweile in vielen Variationen zur Verfügung. Im Test hatten wir den Racing Ralph in der Ausführung 26×2.25, SnakeSkin, TL-Ready und PaceStar Compound, kurz PSC. Der Reifen bringt bei uns 546 Gramm auf die Waage und bleibt damit sogar knapp unter dem von Schwalbe angegebenen Gewicht. Der Faltreifen ist, wie man der Bezeichnung entnehmen kann, für den schlauchlosen Einsatz geeignet. Ungeachtet dessen sind wir den Reifen allerdings mit Schlauch gefahren!

Geliefert wird der Reifen mit der internen Bezeichnung HS425 gefaltet in einem kleinen und platzsparenden Karton. Die Montage des Reifens gestaltet sich ohne Probleme und auch der gute Sitz des Reifens auf der Felge kann überzeugen. Für den Test haben wir uns auf unsere heimischen Trails im deutschen Mittelgebirge gewagt und zusätzlich etliche Kilometer auf Asphalt runtergespult. Wie nicht anders zu erwarten war glänzt der Schwalbe Racing Ralph mit einem sehr guten Rollverhalten. Durch den niedrigen Rollwiderstand fährt sich der Racing Ralph sehr kraftsparend und bestätigt somit seine Beliebtheit im Bereich Crosscountry. Der Leisetreter fällt akustisch durch seine sehr leisen Laufgeräusche kaum auf, lediglich auf asphaltiertem Untergrund ist ein leichtes Surren zu vernehmen.

Bei steilen Uphills überzeugt der Reifen mit einer sehr guten Performance, selbst auf losem Untergrund bietet der Racing Ralph eine sehr gute Traktion. Der optisch eher unauffällige Reifen begeistert allerdings nicht nur mit seinem Vortrieb. Eine sehr gute Performance zeigt der Reifen auch beim Bremsen, starke Verzögerungen bringen den Racing Ralph nicht aus der Ruhe. Die Seitenstollen sorgen für den nötigen Grip in den Kurven und erlauben besonders auf trockenen bis feuchten Waldböden hohe Geschwindigkeiten. Erstaunlicherweise beißt der Reifen auch bei schlammigeren Untergründen und bei nassen Wurzeln noch recht kräftig zu, kann aber natürlich nicht mit einem Nobby Nic oder Hans Dampf aus dem gleichen Hause mithalten. Die Pannensicherheit des Reifens ist gut, wenngleich auch nicht perfekt.

Fazit:

Der Schwalbe Racing Ralph stellt sich uns in der von uns getesteten Ausführung als idealer Reifen für leichtes Gelände dar. Der Reifen rollt sehr gut, begeistert durch einen sehr guten Vortrieb und bietet zudem ausreichend Grip auf Trails.

Hutchinson Squale – Test – Allround-Reifen mit speziellem Einsatzgebiet

Einen weiteren Allrounder verspricht Hutchinson mit dem Squale. Bei dem von uns getesteten Reifen handelt es sich um die 2.5er Pelle. Der Squale ist ein reinrassiger DH Reifen, was natürlich heißt, dass der Reifen eine Fahrtrichtung klar bevorzugt: Bergab! Uns soll’s recht sein!

Auffallend ist die sehr steife und feste Karkasse des Reifens. Die macht schon vor der Montage des Reifens mächtig Eindruck! Der Reifen, der auch tubeless gefahren werden kann, macht auch bei Fahrten mit wenig Druck in den Reifen nicht schlapp. Der Squale ist als Vorderrad- und Hinterradreifen ausgelegt, man muss bei der Montage lediglich auf die Laufrichtung achten, die auf der Karkasse angegeben ist. Das in Frankreich hergestellte Stück Gummi wiegt um die 1300 Gramm (bei uns schwankte das Gewicht zwischen 1290 Gramm und 1305 Gramm) – pro Reifen!

Das Rollverhalten des Hutchinson Squale ist eher schwerfällig und erfordert beim Pedallieren einen erhöhten Kraftaufwand. Besonders auf wechselhaftem Untergrund spielt der Hutchinson Squale seine Stärken aus. Trockene schnelle Pisten mit Steinen, Wurzeln und Dreck liegen dem Squale ebenso wie feuchte Strecken bzw. Streckenabschnitte, wo der Reifen immer noch mit mächtig Grip überzeugen kann. Selbst auf feuchten Wurzeln geht der Reifen noch ziemlich gut und man kann somit weiterhin an schnellen Turns basteln.

Bei den von uns gefahrenen Reifen der Firma Hutchinson zeigt sich bis jetzt eine Gemeinsamkeit: Die Gutmütigkeit der Reifen und somit auch das sichere Fahrgefühl. Die Reifen brechen nicht unvorhersehbar aus, vielmehr ist der Übergang fließend und weich. Diese Gutmütigkeit weist auch der Squale auf. Dieses gutmütige Verhalten kann man als schneller Fahrer natürlich hervorragend auskosten und ausnutzen. Probleme hatten wir bei längerem Regen und den damit verbundenen matschigen Verhältnissen, hier bietet uns der Reifen definitiv nicht genug Grip.

Ein Problem sehen wir auch bei der Selbstreinigung. Für die widrigen Verhältnisse gibt es aus dem gleichen Hause allerdings den DZO. Wer den Hutchinson Squale bei trockenen bis nassen Bedingungen einsetzt, wird die größte Freude mit dem Squale haben. Die Gutmütigkeit des Reifens gepaart mit dem Biss lässt mächtig Spaß aufkommen. Das Lenkverhalten des Vorradreifens gibt keinen Grund zum Meckern und auch das Bremsverhalten ist zufriedenstellend, selbst beim Anbremsen in Kurven. Eben ein Allround-Reifen mit speziellem Einsatzgebiet.

Preis: Etwa 50 Euro

Webseite des Herstellers: www.hutchinsontires.com

Reverse Escape Pedale – Test Plattformpedale

Die Pedale wiegt genau 200 Gramm – pro Stück natürlich. Für Plattformpedalen in dieser Kampfklasse – sprich für den ernsthaften Einsatz im Bereich Enduro, Freeride und DH – ein durchaus guter Wert. Die 400 Gramm für das Paar beinhalten alles, was man von einer guten Plattformpedale erwartet: Eine Vielzahl austauschbarer Pins, gedichtete Achse aus Cro-Mo und ein cooler stabiler Pedalkörper aus Alu.

Der Pedalkörper ist mit 10 cm x 10 cm großflächig gestaltet und bietet somit eine gute Trittfläche. Für den nötigen Biss sorgen 12 Pins je Pedalseite – 8 Pins aus Stahl und 4 Pins aus Alu. Die unempfindlichen Stahlpins werden von innen nach außen verschraubt, die empfindlicheren Alupins werden von oben verschraubt und lassen sich somit auch noch stark ramponiert auswechseln.Witzig ist, dass bei Solid Bikes die Alupins als Ersatzteile in anderen Farben erhältlich sind, so zum Beispiel in grün, blau oder gelb. Wer neben den Pins andere Ersatzteile für die Reverse Pedale benötigen sollte, wird bei Solid Bikes ebenso fündig.

Doch wollen wir uns wieder der eigentlichen Pedale widmen. Die Reverse Escape Pedals bieten einen sehr zornigen Grip, ein Abrutschen ist nicht zu befürchten, sei es bei Tricks, in Wurzelpassagen oder sonstwo, wo man einen sicheren Halt benötigt. Auch bei Nässe beeindruckt der Grip, lediglich bei Schneefahrten musste der Grip auf der Pedale nach einer Weile passen: Eisplanken hatten sich gebildet, wahrlich aber keine Schwäche der Reverse Escape Pedale.

Auffallend ist, dass der Pedalkörper sich nicht so leicht drehen lässt, wie man es von anderen Pedalen kennt. Der Grund ist eine Extradichtung, die bewusst Reibung produziert. Damit soll bei Tricks verhindert werden, dass man die Pedale durch ein Weiterdrehen verfehlt. Wir hatten die Pedale den Winter über im Einsatz und können bis dato kein Klackern, Knacken oder Spiel feststellen. Knapp 80 Euro, die sicherlich gut angelegt sind.

Erhältliche Farben: Grau, silber, grün, weiß, rot, schwarz, blau, purple und orange
Preis: 79,90 Euro

Procraft Pedale Freeride Pro – Das schlanke Pedal im Test

Sie ist schlank und schwarz: Was sicherlich auch auf das eine oder andere Model zutrifft, beschreibt hier die Procraft Pedale Freeride Pro. Der aus Aluminium gefräste Pedalkörper sorgt mit einer Trittfläche von über 90 Millimeter x 90 Millimeter für mächtig Halt. Die Pedale bietet auf jeder Seite zehn Pins, die danach gieren, sich zornig in die Sohle des Schuhs zu beißen.

Die in schwarz gehaltene Pedale wiegt 220 Gramm, macht bei dem Pärchen also 440 Gramm. Damit deckt sich die Herstellerangabe zu 100 Prozent mit unserer Messung. Die Pedale ist schön schlank gestaltet und weist gerade mal eine Höhe von etwa 17 Millimeter auf. Die Montage der Pedale erfolgt ausschließlich mit einem Innensechskantschlüssel. Die Pins lassen sich, ebenfalls mit einem Innensechskantschlüssel, bequem austauschen. Ein großer Vorteil der Procraft Pedale Freeride Pro ist, dass selbst bei verbogenen Pins der Austausch selbiger ohne Probleme möglich ist. Leider liefert Procraft jedoch keine Ersatzpins mit. Wieso das so ist, wissen wir allerdings auch nicht. Schade eigentlich! Doch widmen wir uns jetzt der Praxis…

Ein Abrutschen von der Pedale ist Dank der zornigen Pins nahezu ausgeschlossen. Selbst bei widrigsten Bedingungen mit Nässe und Matsch bot uns die Procraft Pedale erstklassigen Halt. Durch die großzügigen Aussparungen der Pedale können sich keine Lehm- und Schlammplatten unter der Sohle bilden. Trotz der Aussparungen ist der Pedalkörper sehr solide und robust. Weder der Pedalkörper, noch die gedichteten Industriekugellager oder die Achse aus CroMo bereitete uns während des Tests Kopfzerbrechen. Egal ob wildes Beschleunigen aus Anliegern, die ruppige Fahrt über Wurzelteppiche oder Jumpen angesagt ist – wer eine Pedale für diese Bereiche sucht, sollte die Procraft Pedale Freeride Pro in die engere Wahl ziehen.

Preis: 69,90 Euro (Preisvergleich lohnt!)

Procraft H-Lifter – Die höhenverstellbare Sattelstütze im Test

Sie gehört an ein Enduro und Allmountain Bike wie das Salz in die Suppe. Die Rede ist natürlich von einer Vario-Sattelstütze, die ein Plus an Fahrsicherheit (optimale Sattelhöhe bei verschiedenen Gegebenheiten) und Komfort (Anpassung der Sattelhöhe während der Fahrt) bedeutet. Der zum Teil immer noch sehr hohe Anschaffungspreis schreckt viele Biker allerdings vor einem Kauf ab. Nicht nur bei den Freunden des überschaubaren Preises haben sich die Komponenten von Procraft einen Namen gemacht. Procraft bietet mit der H-Lifter eine höhenverstellbare Sattelstütze an, die eine Höhenverstellung von bis zu 95 Millimeter verspricht.

Procraft hält es mit der H-Lifter ähnlich wie damals Henry Ford bei der Tin Lizzie – die Auswahl beschränkt sich genau auf eine Ausführung! Bei der Procraft H-Lifter Sattelstütze bedeutet das genau: Der Durchmesser beträgt 31,6 mm und die lieferbare Farbe beschränkt sich natürlich auf schwarz. Ohne wenn und aber! Wer bzw. welches Bike mit diesen Parametern kompatibel ist, darf sich an einer Sattelstütze erfreuen, die einen Verstellbereich von 95 mm bietet – und das bei einem Preis von 139,90 Euro. Vor dem Einbau gilt der erste prüfende Blick selbstverständlich der Waage: 670 Gramm! Kein Leichtgewicht, aber noch okay!

Optisch kann die Verarbeitung überzeugen, obwohl uns die Machart und Optik der Sattelstütze sehr an andere auf dem Markt erhältliche konkurrierende Sattelstützen erinnert. Der maximale Einschub der Sattelstütze in das Sattelrohr liegt bei 230 mm und die maximale Sattelstützenlänge beträgt 400 mm. Die Bedienung ist denkbar einfach. Mit einem Griff unter den Sattel lässt sich die Sattelhöhe bequem und unkompliziert einstellen. Sicherlich verspricht eine Fernbedienung am Lenker mehr Komfort und Sicherheit, da man nicht die Hand vom Lenker nehmen muss um die Sattelstütze zu bedienen, allerdings kann auch die Handhabe der Procraft H-Lifter überzeugen.

Die Montage des Sattels ist schnell erledigt, da die Sattelklemmung nur eine Schraube aufweist. Die Kreisbahn der Sattelklemme ermöglicht eine stufenlose Einstellung des Sattel-Neigungswinkels. Durch die fehlende Verzahnung kann der Sattel allerdings auch leichter verrutschen. Bauartbedingt lässt sich die Sattelstütze natürlich nicht kürzen. Durch die pneumatische Federung lässt sich der Sattel ohne großen Druck absenken. Das Ausfahren des Sattels ist gedämpft, womit einem schmerzhafte Erfahrungen im Bereich des Unterleibs erspart bleiben. Fixiert wird die Sattelstütze übrigens hydraulisch – in jeder gewünschten Höhe.

In der Praxis weiß die Procraft H-Lifter absolut zu überzeugen. Die Absenkung von 95 mm reicht für den Bereich Allmountain und Enduro zum größten Teil aus, wobei persönliche Vorlieben natürlich auch eine große Rolle spielen. Die Verarbeitung zeigt sich nicht nur optisch gut – wir konnten keine Auffälligkeiten feststellen. Auch nach dem Test konnten wir kein Spiel an der Procraft H-Lifter ausmachen. Die unkomplizierte Handhabe weiß ebenso zu überzeugen wie die Funktion. Der Griff unter dem Sattel wird schnell zur Routine. Der Nachteil der Procraft H-Lifter ist die alleinige Verfügbarkeit des Durchmessers von 31,6 mm. Damit ist der Kreis der Interessenten natürlich leider schon eingeschränkt.

Preis: 139,90 Euro

Xpedo Utmost XMX16AC – Die Plattformpedale im Test

Xpedo?! Sind das nicht die mit der stoßabsorbierenden Pedale? Richtig! In der Tat bietet der taiwanesische Hersteller mit dem XMX18AC Modell eine mit MDU-Elastomeren ausgestattete Pedale an. Wir wollen uns in diesem Test allerdings der harten Schwester XMX16AC widmen, die aufgrund ihrer Bauweise zu den herkömmlichen Plattformpedalen gezählt wird. Der Blick auf die Plattformpedale zeigt pro Seite zehn auswechselbare Pins, die sinnig angeordnet sind. Die Pedalen sind großzügig ausgespart, womit Lehmklumpen keine Chance haben, sich festzusetzen. Der Käfig aus 6061 Alu dreht sich um eine CroMo-Achse.

Die Größe der Trittfläche beträgt etwa 97 mm in der Länge und 90 mm in der Breite, die Dicke der Pedale etwa 20 mm. Der Lieferumfang der Pedalen zeigt sich sehr großzügig. Neben den zehn Ersatzpins liegt noch ein winziger Maul- und Ringschlüssel bei, um die Pins wechseln zu können. Das Gewicht der beiden Pedalen beträgt zusammen knapp 340 Gramm – ein hervorragender Wert! Die auswechselbaren Pins haben einen Durchmesser von etwa 3,5 mm bei einer Höhe von etwa 4 mm. Der Durchmesser der Pins ist groß genug, um nicht direkt bei Bodenkontakt zu verbiegen, auf der anderen Seite ist der Durchmesser klein genug, um sich genussvoll in das Muster der Schuhsohle zu graben.

Die Pins werden von oben in die Pedalen geschraubt, was den großen Vorteil hat, dass auch in Mitleidenschaft gezogene Pins ohne Probleme ausgetauscht werden können. Eingesetzt haben wir die Pedalen im Bereich All Mountain und Enduro. Besonders das matschige Wetter setzt dem Material um diese Jahreszeit sehr zu, allerdings kann man sehr gute Erkenntnisse sammeln. So begeistert der Halt auf den Xpedo Utmost – wie schon erwähnt stellt die Dicke der Pins einen guten Kompromiss dar. Auch bei Nässe bieten die Pedalen einen guten Halt für die Füße, Schlamm hat wegen der großen Aussparungen keine Chance sich ungebeten festzusetzen. Die im Neuzustand etwas zäher drehenden Pedalen drehen sich dank des gedichteten Cartridge-Lagers nach wenigen Einsätzen leichtgängig und sanft.

Auch bei Jumps und Kanten vermitteln die Xpedo Utmost XMX16AC ein gutes und sicheres Gefühl. Nach einigen Schlammschlachten machte sich eine der Pedalen mit einem kratzenden Geräusch bemerkbar. Allerdings kein Grund zur Sorge, es hatte sich nur etwas Dreck in der zusätzlichen Gummidichtung festgesetzt. Nach der Reinigung drehte sich die Pedale wieder geräuschlos. Zum Testende konnten wir bei den Pedalen weder ein Lagerspiel, eine übermäßige Lackabnutzung noch ein raues Drehen der Pedale feststellen. Trotz der widrigen Umstände eine saubere Vorstellung! Der Preis für das Pärchen beträgt etwa 60 Euro, ein Preisvergleich lohnt!

Erhältliche Farben: weiß, schwarz, rot
Preis: Etwa 60 Euro

XLC Pro Teleskop-Sattelstütze SP-T03 – Test

Nicht mehr wegzudenken aus dem Bereich All Mountain und Enduro sind die Vario-Sattelstützen, egal ob mit oder ohne Fernbedienung. Vorbei sind zum Glück die Zeiten, wo man nach einem Tretstück vor der kniffeligen Abfahrt stehen bleiben musste, um den Sattel abzusenken. Nach der Abfahrt erwartete einen dann das gleiche Spiel entgegengesetzt. Ein unermüdliches Auf und Ab, welches richtig nerven kann – auch die Mitfahrer! Der All Mountainbiker von heute greift entweder zur Fernbedienung am Lenker oder direkt unter den Sattel. Ohne lästigen Stopp befindet sich der Sattel sofort in der gewünschten Höhe. Auch x-cellent Components, kurz XLC, bietet mit der Pro Teleskop-Sattelstütze SP-T03 solch eine sinnvolle Komponente an.

Die Sattelstütze zeigt sich optisch sehr ansprechend. Die sichtbaren Bauteile sind edel in schwarz und blau gehalten, die Beschriftung ist grau und könnte ruhig ein wenig dezenter ausfallen. Bei einem Durchmesser von 30,9 mm bringt die Sattelstütze etwa 650 Gramm auf die Waage und ist damit nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Die SP-T03 macht einen hochwertigen Eindruck und die Verarbeitung vermag zu begeistern. Die Sattelstütze wird neben dem Durchmesser von 30,9 mm auch mit einem Durchmesser von 31,8 mm angeboten. Der maximale Einschub in das Sattelrohr beträgt 23,8 cm. Der Minimaleinschub darf 10 cm nicht unterschreiten. Kürzen lässt sich die Sattelstütze nicht. Die Sattelstütze hat im Minimalzustand eine Länge von etwa 303 mm, im Maximalzustand etwa 400 mm (Aufnahme Sattelstreben). Die maximale Höhenverstellung der bei uns im Test befindlichen Sattelstütze beträgt etwa 97 mm (Herstellerangabe: 95 mm) und ist für den Bereich All Mountain ausreichend. Für den Einsatz am Enduro spielt das bevorzugte Einsatzgebiet eine große Rolle – hier wäre manchmal eine etwas großzügigere Höhenverstellung wünschenswert. Wer auf eine Fernbedienung vom Lenker aus wert legt, muss zum Modell SP-T04 aus dem gleichen Hause greifen. Die Verstellung ist je nach Anspruch und Wunsch stufenlos in jeder Höhe möglich. Die Sattelaufnahme hat einen leichten Versatz nach hinten und entspricht somit den gängigen Sattelstützen. Die Sattelklemmung weist keine Verzahnung auf und lässt sich somit sehr genau einstellen, kann aber allerdings auch leichter verrutschen.

Die Sattelstütze weist kein nennenswertes Spiel auf – diese Eigenschaft behielt sie bis zum Testende. Die Handhabung der Sattelstütze ist denkbar einfach. Ein Griff unter den Sattel zum leichtgängigen Hebel und schon lässt sich die Höhe des Sattels mühelos und kinderleicht einstellen. Das geschieht während der Fahrt ebenso einfach und schnell wie im Stand. Das Ausfahren der Sattelstütze in die Maximalstellung geschieht – dank der pneumatischen Federung – ohne Nachdruck und ist gedämpft, so dass man nicht um seinen Unterleib fürchten muss. Fixiert wird die Sattelstütze hydraulisch. Ohne Betätigung des Hebels ändert der Sattel nicht seine eingestellte Höhe – weder beim Druck auf den Sattel (logisch!) noch beim Zug – das Bike kann also am Sattel gepackt und getragen bzw. aufgehängt werden! Wie bei allen Sattelstützen ist auch bei der XLC die Beschriftung nur bedingt haltbar. Die Montage ist kinderleicht und Bedarf eigentlich keiner Erklärung: Die alte Sattelstütze wird einfach gegen die XLC ausgetauscht, der Sattel montiert – fertig! Der Preis der XLC-Sattelstütze beträgt 139,95 Euro, allerdings lohnt auch hier der Preisvergleich! Man erhält für sein Geld eine gut funktionierende Vario-Sattelstütze mit einem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis, die nicht nur durch die Funktion überzeugt, sondern auch durch die Verarbeitung und Zuverlässigkeit. Eine sehr gute und sinnvolle Wahl für alle, die auf eine Fernbedienung verzichten können und/oder wollen.

Preis: 139,95 Euro

Hersteller: XLC x-cellent Components www.xlc-parts.com

FORCA SPS350 FreeRide Vario Sattelstütze – Test

FORCA ist für innovative und kreative Produkte bekannt. So bietet FORCA mit dem CoolStand einen faltbaren Fahrradständer an, welcher zwischen der Kurbel und den Pedalen befestigt wird. Aber auch das ElektroKlappFahrrad sorgt für Aufsehen, wenngleich das Rad natürlich nicht so ganz zu unserem Einsatzgebiet passt. Zu unserem Einsatzgebiet passt dagegen die variable Sattelstütze FORCA SPS350 – und genau diese haben wir einem harten Praxistest unterzogen!

159 Euro kostet das gute Stück und wiegt komplett mit dem Lenkerschalter und dem Zug etwa 550 Gramm. Die Höhenverstellung beträgt 90 mm (nicht 80 mm wie vom Hersteller angegeben) und ist für den Bereich All Mountain auf jeden Fall ausreichend. Der Durchmesser der Sattelstütze beträgt 27,2 mm. Adapterhülsen für 30,0 mm und 31,8 mm sind im Lieferumfang enthalten, wir empfehlen aber spezielle Reduzierhülsen. Wir haben uns für eine Reduzierhülse von Procraft entschieden. Die Auswahl an erhältlichen Außendurchmessern, selbst für Exotengrößen, lässt bei Procraft wirklich keine Wünsche offen.

Der maximale Einschub der Sattelstütze in das Sattelrohr beträgt 222 mm. Kürzen lässt sich die Sattelstütze nicht. Die Länge der Sattelstütze beträgt minimiert etwa 305 mm, maximiert etwa 395 mm (Aufnahme Sattelstreben). Der minimale Einschub der Sattelstütze sollte 90 mm nicht unterschreiten! Die Länge der Fernbedienung beträgt etwa 120 cm. Die Montage ist denkbar einfach: Alte Sattelstütze raus, die FORCA Sattelstütze rein, den Sattel sowie den Lenkerschalter montieren und den Zug befestigen. Fertig! Das war’s!

Die Sattelstütze bietet genau zwei Einstellhöhen an: Entweder unten oder oben, eine Zwischenhöhe gibt es nicht. Der Grund liegt im Aufbau der Sattelstütze. Ein von einer Feder gedrückter kleiner Kolben blockiert den variablen Teil der Sattelstütze, indem dieser Kolben in eines der beiden vorhandenen Löcher gedrückt wird. Das Lösen des Kolbens geschieht mittels eines Zugs. Durch das Lösen der Blockierung wird die Sattelstütze durch eine Feder nach oben gedrückt oder durch Belastung auf den Sattel nach unten bewegt. Der kleine Kolben rastet wieder in das Loch ein. Fertig!

So einfach wie dieses System montiert ist, so einfach ist auch der Aufbau, die Technik und die Wartung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sattelstützen sorgt hier die in der Sattelstütze verbaute Feder für den nötigen Auftrieb. Undicht kann das System also nicht werden! Bei dem Zug, welcher für die Fernbedienung zuständig ist, handelt es sich um einen ganz normalen Schaltzug. Sollte dieser mal reißen (was uns tatsächlich passiert ist), kann er ohne Probleme und ohne lange Wartezeiten getauscht und montiert werden.

Montiert wird die Sattelstütze mit dem Abgang nach hinten. Auch wenn es durch den Winkel des Sattelrohres nicht vorgesehen ist, eine Ausrichtung des Abgangs nach vorne ist unter Umständen auch möglich. Der Zug sitzt am fixierten Teil der Sattelstütze – sprich der Zug bleibt fix und wandert nicht. Etwas ungewohnt ist, dass die Halterung für den Sattel keinen Versatz hat, der Sattel sitzt mittig auf der Sattelstütze. Der Lenkerschalter kann Dank des Klappmechanismus ohne Demontage der Griffe, Bremsen und Schaltung montiert werden – und das rechts als auch links! Sehr schön!

Ungewöhnlich aber effektiv ist die Bedienung des Lenkerschalters. Dieser wird mit dem Daumen (oder einem beliebigen Finger) auf einer Art Teller verkantet (die Richtung spielt keine Rolle) – somit wird der Zug gezogen. Ein geniales wie auch einfaches System! Nach der Montage sollte auf jeden Fall die Vorspannung des Zuges geprüft und eingestellt werden. Dieses geschieht mittels eines 4 mm Innensechskantschlüssels innerhalb des Remotehebels. Dazu wird der Innensechskantschlüssel einfach in den Hebel eingeführt.

Frisch montiert fluppt die Sattelstütze natürlich vom Feinsten. Das Ausfedern geschieht mit mächtig Power und man sollte ein wenig auf seinen Unterleib aufpassen. Nach etlichen Einsätzen mit viel Modder und Dreck funktioniert das System immer noch sehr gut, nur ab und zu muss man beim Ausfedern ein wenig den Sattel nach oben ziehen. Unsere Sattelstütze hatte sich mittlerweile sehr viel Dreck eingefangen. Ein optional erhältlicher Faltenbalg (etwa 6 Euro) ist ratsam. Tipp: Diesen mit je einem Kabelbinder oben und unten fixieren! Das hält dicht und der Faltenbalg wandert nicht!

Wir haben die Sattelstütze komplett zerlegt, um uns einen Überblick über deren Aufbau zu verschaffen. Die einfach aufgebaute Sattelstütze begeistert uns – so schön, einfach und effektiv kann ein System sein! Beschädigungen sind nicht zu erkennen. Sorge hatten wir wegen der starken Schleifspuren an der Sattelstütze, die aber ohne Auswirkungen auf die Funktion bleiben. Ein Punkt bei den Vario-Sattelstützen ist immer das Spiel im System, aber auch hier können wir keine Verschlechterung feststellen. Nach der Wartung funktioniert die Sattelstütze wieder neu.

Für 159 Euro bekommt der Käufer eine Sattelstütze, die mit ihrer einfachen als auch genialen Umsetzung begeistert. Die Montage der Sattelstütze sowie der Fernbedienung ist kinderleicht und die Handhabung denkbar einfach. So einfach und schön kann Technik sein! Die Schleifspuren, die im Laufe der Zeit entstehen, sind zwar häßlich, beeinträchtigen aber nicht die Funktion. Die Wartung der Sattelstütze ist im gewissen Rahmen durch ambitionierte Schrauber möglich – dazu zählen das Fetten des kleinen Kolbens zur Verriegelung als auch die Pflege des Zuges.

Preis: 159 Euro