Kenda John Tomac Signature Series Reifen im Test

Einer der größten Reifen- und Schlauchhersteller der Welt ist die taiwanische Firma Kenda. Bereits seit 1962 fertigt Kenda Reifen und Schläuche für Fahrräder. Mit der „John Tomac Signature Series“ strebt Kenda nun endgültig in den Bereich der High-End-Reifen vor. Grund genug für das Team der FRAKTUR, zwei Vertreter dieser Serie mal genauer unter die Stollen zu schauen.

Kenda Nevegal

Der Hersteller Kenda strotzt geradezu vor Selbstvertrauen. Das drückt sich auch in der Namensgebung der Reifen aus. Mit dem Namen Nevegal verbindet man natürlich die legendäre Downhillstrecke in Italien, bekannt durch viele großartige Rennen. Somit ist die Erwartung an den gleichnamigen Reifen immens groß. Den Kenda Nevegal haben wir auf diversen Downhillpisten wie zum Beispiel in Innsbruck, Winterberg und Chaudefontaine getestet. Der faltbare Reifen in der Größe 26×2.35 ist mit knapp 800 Gramm Gewicht relativ leicht. Dennoch überzeugt der Kenda Nevegal in Verbindung mit Downhillschläuchen durch eine bemerkenswerte Pannensicherheit. Der Rollwiderstand des Nevegal ist recht hoch, was bei einem Downhillschluffen jedoch nicht unbedingt so ein großer Nachteil ist.

Sehr gut gefiel uns das Dämpfungsverhalten des Nevegal. Das Zauberwort heißt STICK-E, einer speziellen Gummimischung, welche die Rückstoßgeschwindigkeit des Reifens verlangsamt. Die Traktion auf Strecken mit Waldboden ist genial. Der Nevegal leistet sich hier keinerlei Schwächen, auch nicht bei schlechten, sprich nassen, Witterungsverhältnissen. Die Selbstreinigung des Reifens funktioniert ebenfalls vortrefflich. Auch Wurzelpassagen meistert der Nevegal vorbildlich und ohne Probleme. Leichte Schwächen zeigte der Nevegal lediglich bei Regen auf der nassen steinigen Strecke in Chaudefontaine. Hier büßte der Nevegal etwas an Grip ein.

Fazit: Der Kenda Nevegal ist eine sehr gute Alternative zu den bekannten Downhillreifen der Konkurrenz. Trotz der griffigen Gummimischung ist der Nevegal recht langlebig. Nachteil ist sicherlich der etwas hohe Preis. Den Reifen gibt es in allen möglichen Breiten und Ausführungen. Für Freunde des 24 Zoll Laufrades gibt es den Kenda Nevegal auch in einer 24 Zoll Ausführung.
Preis des Kenda Nevegal 26×2.35: 49,99 USD

Kenda Blue Groove

Das niedrige Stollenprofil des Kenda Blue Groove wurde speziell für den Einsatz auf hartem und steinigem Untergrund entwickelt. Wir haben den Blue Groove beim Crosscountry, auf leichten Downhillpassagen und beim Urbanriding getestet. Der erste Blick auf den Blue Groove ließ etwas unsere Augenbraue beben. Der fabrikneue Reifen sieht mit der niedrigen Stollenhöhe fast wie ein abgefahrener Reifen aus. Genau wie der Kenda Nevegal verfügt der Blue Groove über die spezielle Gummimischung STICK-E, als auch über L3R Pro, welche den Rollwiderstand, speziell für den Einsatz beim Crosscountry, verringern soll. Der faltbare Kenda Blue Groove in der Lite Version bringt in der Größe 26×2.00 knapp 600 Gramm auf die Waage. Wie schon der Kenda Nevegal überzeugt der Blue Groove durch perfekten Grip auf Strecken mit Waldboden.

Die Traktion in Kurven ist hervorragend, und im Grenzbereich läßt sich der Kenda sehr gut beherrschen. Selbst beim Antritt auf matschigem Untergrund überzeugt der Blue Groove durch gute Traktion. Trotz der geringen Stollenhöhe verbeißt sich der Blue Groove in den Untergrund. Die Selbstreinigung des Kendas läßt keine Wünsche offen. Lediglich auf grobschottrigem Untergrund schlichen sich leichte Schwächen ein. Der Rollwiderstand des Kenda Blue Groove bewegt sich trotz L3R Pro nur im Bereich des Akzeptablen. Richtig Fun brachte der Kenda auch nach der Montage auf ein Dualslalombike. Hier bekamen wir auf der Straße beim Urbanriding und auf Slalomkursen richtig Spaß in den Backen.

Fazit: Ein downhill-/ dualslalomorientierter Reifen für den Einsatz beim Crosscountry, Urbanriding und Slalom/BMX. Nachteil ist auch hier der recht hohe Preis. Dafür bekommt man aber auch einen sehr guten und langlebigen Reifen. Der Blue Groove wird ebenfalls in allen möglichen Breiten und Ausführungen, auch in einer 24 Zoll Version, angeboten.

Preis des Kenda Blue Groove 26×2.00: 44,99 USD

Fazit:

Mit der John Tomac Signature Series ist Kenda zweifelsohne ein großer Wurf gelungen. Die Reifen sind nicht unbedingt billig, dennoch preiswert, was heißen soll, daß diese Reifen ihr Geld wert sind. Inwieweit sich Kenda gegen die großen Konkurenten, die beide mit M anfangen, durchsetzen kann, wird sicherlich mit Interesse zu verfolgen sein.

Vertrieb: Messingschlager GmbH & Co. KG
Mehr Infos unter: www.messingschlager.com

Brave Killah Plattformpedale im Test: Vorsicht bissig!

Man nehme edles 4130 CroMo, fertige daraus eine Achse, ferner nehme man feinstes Aluminium, fräse es CNC gesteuert zu einem Alublock mit 33 zornigen Zähnen je Seite, und baue daraus unter Verwendung von hochwertigen Industrielagern eine Plattformpedale, die den Namen trägt, den sie auch verdient: KILLAH.

Alleine das blosse Handauflegen auf die Pedale dürfte jeden Fakir entzücken. Da wir nicht nur über die Produkte schreiben, sondern diese auch testen, haben wir die Killah flux ans Bike geschraubt. Mit der DMR Plattformpedale aus dem letzten Test wurde die Messlatte sehr hoch gesteckt. Kann die Killah der DMR Paroli bieten? Wir werden sehen…

Unter die Sohle genommen machen die Pedalen eine sehr gute Figur. Auch hier haben wir wieder unter Verwendung von abgewetzten VANS den Biss der Pedale getestet. Der Grip ist sehr gut, aber nicht ganz so brutal wie die Optik vermuten lässt. Im Gegensatz zu anderen Plattformpedalen lassen sich die Pins nicht austauschen, da keine Pins die Pedale zieren, sondern die etwas mehr an die Bärentatzen angelehnten gefrästen Zähne. Da derer aber 33 je Seite vorhanden sind, ist dieser Punkt absolut kein Manko.

Bei Nässe haben die Killah bauartbedingt das Nachsehen gegenüber der DMR. Durch die grosse Auflagefläche ohne Zwischenräume setzen sich die Killah relativ schnell zu, besonders bei pappigem Boden. Die Pedale eignet sich somit besonders gut für Dirt und Slalom, wird aber auch von einigen Fahrern beim Downhill eingesetzt. Somit gilt die DMR nachwievor als das Nonplusultra was Plattformpedalen angeht, als Pedale, die es zu schlagen gilt.

Und wer nach einem anstrengenden Tag ausspannen möchte, für den hält die KILLAH noch eine Überraschung bereit: den integrierten Flaschenöffner. Nicht nur Werbegag, es funktioniert tatsächlich 🙂 Und da man ja bekanntlich immer zwei Pedalen am Bike hat, braucht man auch nicht alleine zu trinken.

Die BRAVE KILLAH Pedale ist erhältlich für MTB, als auch für BMX. Der Preis liegt so um die 129 Euro.

Auch hier gilt wie immer: Tragt Protection, Eure Schienbeine werden es Euch danken.

Vertrieb: Cosmic Sports GmbH, Ipsheimer Str. 15-17, D-90431 Nürnberg

Mehr Informationen unter www.cosmicsports.de

DMR V8 und DMR V12 Plattformpedale im Test

Die Geschichte der Plattformpedalen reicht weit zurück. Der Urvater aller Plattformpedalen sind die mittlerweile legendären Shimano DX. Bereits in den achtziger Jahren waren die meisten BMX-Bikes mit den Pedalen von Shimano ausgestattet. Zu dieser Zeit gab es aber auch eine weitere Entwicklung im Pedalenbereich, die den furchteinflössenden Namen „Bärentatze“ trug. Der grösste Unterschied zwischen den Bärentatzen und Plattformpedalen liegt im Aufbau der Pedale selbst und ist keine Erfindung der Werbeindustrie.

Die Bärentatzen bestehen aus einem Innenkörper, der von einem Zahnkranz umfasst wird. Diesem Zahnkranz mit den zum Teil sehr mächtigen Zähnen verdankt diese Pedale ihren Namen. Auch heute noch werden die Plattformpedalen fälschlicherweise oft als Bärentatzen tituliert. Letztendlich haben sich die Plattformpedalen durchgesetzt und die klassische Shimano DX aus den frühen achtziger Jahren dient immer noch als Vorlage für die heutige Generation der Plattformpedalen. Auch wenn sich die Optik in den letzten 20 Jahren kaum verändert hat, ist die Entwicklung der Pedalen weit vorangeschritten. Aus diesem Grund haben wir für Euch die DMR V8 und die DMR V12 unter die Sohle genommen.

Da durch die mittlerweile recht hohen Preise für Pedalen kaum noch ein Biker sich neue Pedalen und gleichzeitig neue Schuhe leisten kann, mussten ein Paar ausrangierte Vans herhalten. Kurzum könnte man sowieso behaupten, daß man mit neuen Schuhen auf jeder Pedale Grip hat. Ob die Pedalen auch mit einer abgewetzten Sohle klar kommen würden war hier die grosse Frage.

Auf den Spuren Franck Romans bei Oppede wurden die Pedalen bei schönstem Sonnenschein auf einer trockenen und steinigen Strecke im Downhilleinsatz getestet. Grosse Steine, schnelle Passagen, die Füsse halten…sogar ziemlich eindrucksvoll. Die grossen und langen Madenschrauben bohren sich regelrecht in die Sohle der Vans. Es ist beeindruckend wieviel Halt man auf so einem ruppigen Untergrund haben kann. Anbremsen, das Rad stellt sich quer, rausbeschleunigen aus den Kurven mittels Wheelie. Es macht höllisch Spass, man könnte meinen die Füsse wären an den Pedalen festgeschraubt.

Da es einige Tage vorher geregnet hatte bot sich Colorado bei Rustrel als hervorragender Nass- und Matschtest an. Konstruktionsbedingt setzen sich die Pedalen, wie für Plattformpedalen üblich, nicht zu, was auch hier wieder für genug Grip auf den Pedalen sorgt. Allerdings empfehlen wir für den Einsatz der DMR Pedalen Schuhe mit nicht allzuengem Sohlenmuster.

Trotz des relativ hohen Preises ist die DMR V12 ein absoluter Tip. Man bekommt für sein Geld eine extrem gute Pedale mit extremen Grip. Der Einsatz von Industrielager, Gleitlager und einer aufwendigen Dichtung versprechen eine lange Lebensdauer, ebenso der Käfig mit der Mittelstrebe und CroMo-Achse. Ein weiterer extremer Vorteil ist die Austauschbarkeit aller(!) Pins mittels Innensechskantschlüssel. Sollte dennoch etwas als Ersatzteil benötigt werden, bekommt man im Fachhandel für die DMR V12 alle Ersatzteile, angefangen von den Lagern bis hin zu den Achsen.

Für Gewichtsfanatiker gibt es die DMR V12 auch in einer superleichten Magnesium Version. Wer nicht soviel Geld ausgeben möchte, hat mit der DMR V8 einen identischen Pedalkörper wie die V12, nur das nicht alle Pins austauschbar sind. Die in dieser Preisklasse im allgemeinen verwendeten Konuslager finden auch in der DMR V8 Verwendung. Ein grosser Vorteil gegenüber anderen Pedalen in dieser Preisklasse: das Fetten des Lagers geschieht hier über einen Abschmiernippel mittels der mitgelieferten Fettspritze. Selbst der Innensechskantschlüssel wird mitgeliefert.

Noch ein kleiner Tip am Rande: Der Aufdruck auf der Verpackung der DMR-Pedalen weist darauf hin. Tragt die erforderliche Protection! Besser ist 😉

Vertrieb: Cosmic Sports GmbH, Ipsheimer Str. 15-17, D-90431 Nürnberg

Mehr Informationen unter www.cosmicsports.de