Focus Zonukwa – Yes Sir, I am a Lady – Test

Vorsichtig und leise wird die Türe des Arbeitszimmers geöffnet. Behutsam schleicht ein Mann im Morgengrauen durch das Zimmer, um am anderen Ende des Zimmers das Objekt seiner Begierde vorsichtig vom Radständer zu nehmen. Leise, das Bike schiebend, wird der Weg zur Haustüre eingeschlagen. Erst als die Haustüre wieder mit einem „Klack“ ins Schloss fällt, atmet der Mann auf. Diese Szene entstammt keinem Tatort, sondern der Realität. Das Bike, ein Focus Zonukwa, gehört der besseren Hälfte des vermeintlichen Diebes. Und diese schläft noch tief und fest an diesem Morgen.

Brav sieht es nicht aus, das Focus Zonukwa. Die giftige Lackierung passt zum Charakter des kleinen Focus. Durch das kurze Oberrohr und den kleinen Radstand ist das Zonukwa ein Genuss auf verwinkelten Trails. Wo andere Bikes sich schwerfällig durch enge Serpentinen quälen, zirkelt das Focus leichtfüßig von Spitzkehre zu Spitzkehre. Diese Wendigkeit wird allerdings durch ein unruhiges Fahrverhalten auf schnellen Trails „erkauft“. Die Frage, ob das Zonukwa auch als 2006er Modell noch als „ladylike“ bezeichnet werden darf, ist Ansichtssache. Unsere Testfahrerin kritisierte das unruhige und nervöse Fahrverhalten des kleinen Bikes. Das Zonukwa braucht eine starke Führungshand. Mit dieser ist Fahrspaß allerdings garantiert. Die Magura Julie Scheibenbremse hält das knapp 13 Kilogramm wiegende Zonukwa gut im Zaum. Die Bremshebel können auch an kleinere Hände und Finger angepasst werden. Der Gelsattel „Speed She Pro“ von WTB ist definitiv „ladylike“. Aber auch die Herren der Schöpfung können auf diesem Sattel bequem Platz nehmen.

Die Ausstattung des Focus ist solide. Alle verbauten Komponenten erwiesen sich trotz härterer Einsätze als absolut zuverlässig. Der Rahmen des Zonukwa überzeugte nicht nur durch Stabilität und Optik, sondern auch von der Verarbeitung. Nicht ganz überzeugen konnte die Federgabel. Die Manitou Splice Comp Air mit 100 mm Federweg verhielt sich vom Ansprechverhalten etwas „bockig“ und trug sicherlich ihren Teil zu dem unruhigen Fahrverhalten des Zonukwa auf schnellen Trails bei. Für Straßenracer und Uphiller lohnt der Griff zum Lockout-Schalter der Gabel. Die Einstellung der Zugstufe sucht man allerdings vergeblich.

Das Zonukwa läßt sich erstklassig beschleunigen. Der steife Rahmen überträgt die Muskelkraft konsequent in Vorwärtsbewegung. Bei steilen Uphills sorgt der kurze Rahmen allerdings für ein schnelles Abheben des Vorderrades. Eine Gewichtsverlagerung des Bikers oder der Bikerin in Richung Front des Zonukwa ist für steile Uphills unerlässlich. Die verbaute Deore/LX-Kombination von Shimano funktioniert zufriedenstellend. Der gekröpfte Lenker von Ritchey sorgt für eine gute sportliche Sitzhaltung, mit der auch lange Touren nicht zur Tortur werden. Die Bereifung mit Schwalbes Smart Sam darf als ein Kompromiss aus Rollverhalten und Traktion angesehen werden und wurde im Verlauf des Tests durch griffigere Reifen ausgetauscht. Der angebrachte „Rockring“, normalerweise mit der Funktion zum Schutze des Kettenblattes, ist mehr Schein als Sein und musste direkt nach der ersten Ausfahrt mit „Fremdkontakt“ demontiert werden.

Zufrieden kehrt der vermeintliche Dieb nach Hause zurück. Das kurze Oberrohr und die niedrige Rahmenhöhe scheinen eine gute Basis für ein Ladybike zu sein. Die aufrechte Sitzposition sorgt für ein entspanntes Biken. Der Sattel trägt sein Übriges dazu bei. Das Zonukwa ist keine Lady, sondern eher eine fauchende Wildkatze, die es zu zähmen gilt. Wer das Kätzchen im Griff hat, egal ob Herrchen oder Frauchen, wird mit dem Zonukwa sehr viel Spaß haben. Vor allem auf technisch verwinkelten Trails, mit engen heftigen Wendemanövern, kann das Zonukwa seine Stärken voll ausspielen. Geradezu mit einem Trialcharakter ist es das Spaßmobil für technische Highlights. Problem bereitet der kurze Radstand bei schnellen Passagen. Dort reagiert das Zonukwa etwas nervös. Das tief liegende Tretlager führt zu häufigen und ungewollten Bodenkontakten.

Fazit:

Robuste und superwendige Singletrailrakete. Auf technisch verwinktelten Trails kann das Focus Zonukwa seine Stärken voll ausspielen.

Gewicht: etwa 12,9 Kilogramm
Farbe: pisabeige/santosorange
Erhältliche Rahmengrößen: 40, 45 und 50cm
Preis: 899, 00 Euro

Mehr Infos unter: www.focus-bikes.de

Rose Red Bull MTB Tandem – Geteiltes Leid ist halbes Leid! Test

Es ist ein wunderbarer Sonntagmorgen. Die Sonne entfaltet gerade ihre Kraft und die Vögel zwitschern. In einer deutschen Küche kaut ein Mann nachdenklich auf seinem Brötchen rum. Als leidenschaftlicher Biker gleitet sein Blick immer zum Fenster hinaus in die Ferne. Wie gerne würde er jetzt auf das Bike steigen, um die Natur zu genießen. Der Grund, weshalb er nicht schon längst mit dem Bike unterwegs ist, sitzt im gegenüber. Seine Frau, die mit dem Mountainbike so viel am Hut hat wie der Papst mit Gina Wilde. Eine Frage bohrt sich immerzu pochend in sein Hirn: „Wie komme ich zum Biken, ohne direkt einen Ehekrach zu verursachen?“. Eine zufriedenstellende Antwort scheint es auf diese Frage für ihn nicht zu geben.

Gerade an einem Sonntag getrennte Wege zu gehen, könnte zu einem handfesten Streit führen. Seine Gedankengänge werden jäh unterbrochen, als seine Frau ihm den Katalog des Versandhandels Rose rüberschiebt. Ihre Worte, „Schau mal Schatz, wäre das nichts für uns?“, lassen seine Augen verdrehen. Als das Wort Tandem über ihre Lippen gleitet, fängt er an zu hüsteln. „Tandem??? Wie Oma und Opa durch die Gegend tuckeln? Das ist ja fast noch schlimmer als gar nicht zu fahren!“ denkt er still fluchend. Widerwillig gleitet sein Blick auf die Katalogseiten. Er schiebt den Katalog wieder weg, um ihn im gleichen Moment wieder zu sich ran zu ziehen. Was er auf den farbigen Katalogseiten erblickt, gefällt ihm. Eine Marzocchi Dirt Jumper 1 QR 20 mit 110 mm Federweg, phatte Magura Scheibenbremsen und scheinbar unkaputtbare Felgen mit dicken Reifen, zieren hier ein Tandem, welches ohne Zweifel Blicke auf sich zieht. Seine Miene hellt sich auf. Selbstlos wie er ist, beantwortet er ihren fragenden Blick mit „Wäre ja einen Versuch wert!“.

Tandem fährt man zu zweit. Sollte man auch, schließlich ist das der Sinn des Tandemfahrens. Dennoch waren wir überrascht, als wir zum Eingewöhnen die ersten Meter alleine gefahren sind, wie gut sich das doch recht lange Bike im Solobetrieb beschleunigen und auf Tempo halten läßt. Die ersten Meter zu zweit sind etwas gewöhnungsbedürftig. Man agiert nicht mehr als Solist, sondern als Team. Das nötige Zusammenspiel zwischen dem Fahrer und dem Beifahrer, auch Stroker genannt, ist schnell gefunden. Gewöhnlich sollte der schwere der beiden Biker, als sogenannter Capitain, vorne sitzen. Das mögliche Tempo eines Tandems, mit der Kraft zweier Beinpaare, ist beeindruckend. Doppelte Power bei weniger Luftwiderstand, im Vergleich zu zwei getrennten Bikes, sowie das nur etwas höhere Gewicht des Tandems gegenüber eines Einzelbikes, läßt die meisten Solofahrer „alt“ aussehen. Wer meint, das Gewicht des Rose Tandems von etwa 20 Kilogramm wäre viel höher als das Gewicht eines normalen Bikes, sollte die Wahl der Ausstattung bedenken.

Die Marzocchi Dirt Jumper 1 und die an unserem Tandem verbauten Magura Gustav M zählen sicherlich nicht zu den Leichtgewichten ihrer Art, machen aber an einem Tandem durchaus Sinn. Nur wenige Federgabeln dürfen aufgrund des extremen Schubs, welches ein Tandem vorweist, verbaut werden. Die extreme Belastung der Komponenten ist mit der am normalen Mountainbikes auftretenden Belastung nicht mehr zu vergleichen. Hierbei zeigt auch die Gustav M, daß sie zu Recht zu den besten Scheibenbremsen der Welt gehört. Die mögliche Verzögerung und die gute Dosierbarkeit lassen keine Wünsche offen. Wie jedes normale Mountainbike muß auch das Tandem auf die Biker eingestellt werden. Dazu zählt auch die Sitzposition des Strokers, welche aufgrund der verschiedenen Einstellmöglichkeiten perfekt angepasst werden kann.

Ungewöhnlich ist für den „normalen“ Mountainbiker das Handling eines Tandems. Im Vergleich zu einem normalen Bike ist das Handling des Tandems sehr träge und neigt zum Untersteuern. Besonders anspruchsvoll wird es auf technischen Passagen. Da die Kurbeln 1:1 übersetzt sind, müssen die beiden Biker gleichzeitig die nötige Pedalstellung finden. Nicht einfach, aber durchaus machbar. Wenn es dann klappt, bestätigt sich ein weiteres mal das Zusammenspiel des Teams. Wenn es nicht klappt, leiden besonders die Pedalen durch das Aufsetzen auf Wurzeln und Steinen. Keinerlei Probleme gibt es mit der Schaltung. Diese funktioniert präzise und leichtgängig, wie man es auch von seinem Solobike gewohnt ist.

Durch die 1:1 Übersetzung des Rose Tandems muß der Hintermann mitkurbeln. Ausruhen fällt auf! Abfahrten werden für Capitain und Stroker zur Herausforderung. Für den Fahrer, aber noch viel mehr für den Hintensitzenden, der keinerlei Einfluß auf die Fahrweise des Vordermanns hat. Vertrauen zum Capitain sollte nicht nur, sondern muß vorhanden sein. Geht es nicht steil bergab, sieht die hinten sitzende Person auch meist nur den Rücken des Capitains. Dafür kann der Stroker den Blick zur Seite genießen, während der Capitain sich konzentrieren muß. Kamikazefahrten sollte sich dieser aber verkneifen, es sei denn, er spekuliert auf das Erbe 😉

Fazit:

Ein Tandem, welches zu Recht die Bezeichnung des Mountainbiketandems tragen darf. Robust und zuverlässig ist das Rose Tandem nicht nur ein Spaßmobil für die Ausfahrten zu zweit, sondern definitiv eine Bereicherung für die Partnerschaft. Nur eines leidet am Tandem enorm: Die Pedalen.

Das Bike für den Spaß zu zweit findet ihr unter www.roseversand.de

Poison Zyankali Light – Arsen und Spitzenhäubchen

Oh Mortimer! Auf den ersten Blick sehen seine unauffälligen und liebenswerten Tantchen geradezu harmlos aus. Der Blick hinter die Kulissen offenbart aber zwei Damen, die es faustdick hinter den Ohren haben. So harmlos wie die zwei Tantchen, scheint auch der von ihnen an Gäste ausgeschenkte Cocktail zu sein. In dem Filmklassiker „Arsen und Spitzenhäubchen“ wird Cary Grant Zeuge dessen, welch „umwerfende“ Wirkung die richtige Mischung erzielen kann. Die zwei älteren Damen in dieser erstklassigen Komödie waren sich der Wirkung ihres Cocktails bewußt. Die Firma Poison setzt ebenfalls bewußt auf den Einsatz von Arsen und Zyankali, allerdings bezieht sich das mehr auf die gleichnamigen Bikes.

Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, die Funktionalität und Zuverlässigkeit eines Bikes zu testen. Aussagekräftig sind sehr viele Tests, unumstritten sicherlich der Test bei einem Alpencross. Knackige Downhills und kernige Uphills bei allen erdenklichen Wetterlagen und Bodenbeschaffenheiten sollten die Qualitäten des Poison Zyankali auf die Probe stellen. Dabei mußte das Poison alleine beim Alpencross über 19000 Höhenmeter zurücklegen, von den Strapazen auf heimischen Trails ganz abgesehen. Von Poison angepriesen als ein „Muß“ für Crosscountryfahrer, wurde das Zyankali im Test dementsprechend hart rangenommen.

Das gewisse Etwas des Zyankali läßt sich bereits an der Form des Ober- und Unterrohrs erkennen. Nicht schnöde Rundrohre werden verwendet, sondern zum Steuerrohr dreieck und zum Sattelrohr flach zulaufende Rohre aus 7005er Alu finden am Zyankali Verwendung. Dies bewirkt neben Stabilität vor allem eines: Steifheit. Ein weiteres kleines, aber bedeutendes Schmankerl, ist das Gusset am Steuerrohr. Die Verarbeitung des Gusset am Steuerrohr ist ein anerkennendes Nicken wert. Überhaupt macht die Verarbeitung des Zyankali einen sehr guten Eindruck. Dies spiegelt sich nicht nur bei den Schweißnähten wieder, sondern auch bei der Qualität des Lackes.

Der erste Fahreindruck bestätigt die Steifheit des Rahmens. Ein Sänfte ist das Zyankali nicht und macht somit dem Begriff „harter Bock“ alle Ehre. Dabei ist diese Begriffsbezeichnung keinesfalls negativ zu deuten, sondern es bezeugt den supersteifen Rahmen dieses Hardtails. Eine Eigenschaft, die sich beim Antritt und im Wiegetritt sofort bemerkbar macht. Das Lossprinten mit dem Zyankali gleicht der Betätigung einer Turbo-Taste. Vehemment schießt das Poison nach vorne und verärgert auf der Straße so manchen Rennradfahrer. Die sportlich angenehme Sitzposition ermöglicht zudem lange Touren.

Auf Singletrails weiß das gute Handling des Poison zu begeistern. Negativ fällt jedoch auf ruppigen Abfahrten das leicht nervöse Fahrverhalten des Zyankali auf. Leichte Fahrwerksschwächen schleichen sich auch bei steileren Uphills ein. Hier neigt die Front etwas zu schnell zum Steigen. Enge Kurven bei steilen Auffahrten werden somit zum Geduldsspiel. Im Grenzbereich der Traktion reagiert das Zyankali mit leichtem, aber gut beherrschbarem Untersteuern. Aufgrund der vielen ruppigen und harten Abfahrten während des Testes, kann man dem Poison eine herausragende Eigenschaft besonders bestätigen: Zuverlässigkeit. Ohne Zwischenfälle verrichtet das Poison, zur Freude des Besitzers, seinen Dienst.

Die Mavic XM 117 Disc Felgen können dem Rahmen in Punkto Stabilität nicht ganz Paroli bieten. Der Griff zum Speichenschlüssel behebte aber diese kleine Unstimmigkeit der Mavic Felgen während des Testes. Angesichts der ruppigen Abfahrten dennoch erstaunlich, wieviel die dünnen Mavic Felgen einstecken können. Die an unserem Bike verbauten Magura HS 33 Bremsen sind für uns, in der Sparte der Felgenbremsen, weiterhin die Referenz. Der Klassiker bietet perfekte Bremsleistung bei Trockenheit, mit leichten Schwächen bei Nässe. Für 999,00 Euro wird das Poison Zyankali allerdings mit der Scheibenbremse Magura Julie ausgeliefert. Damit steht dem Biker eine gleichbleibende und gut dosierbare Bremsleistung, bei jedem Wetter, zur Verfügung.

Die Marzocchi MX Comp ETA verrichtet unauffällig, aber gut ihren Dienst. Die Aktivierung des ETA System läßt den verfügbaren Federweg von 105 mm um etwa 40 mm schrumpfen und wird dabei vom Ansprechverhalten deutlich straffer. Die Einstellung der Zugstufe bedarf leider eines internen Eingriffs. Die Gabel spricht hervorragend an und leistet sich keine Schwächen. Schwächen leisten sich dagegen die Reifen. Die Continental Explorer in der Breite 2.1 rollen zwar sehr gut, vermitteln auf nassem Untergrund, vor allem auf nassen Wurzeln und Steinen, alles andere als ein sicheres Fahrgefühl. Bei Schaltung und Tretlager wurde die solide Shimano LX-Gruppe verbaut, unterstützt durch ein Shimano XT-Schaltwerk. Selbst nach dem harten Einsatz beim Alpencross funktionierte dieser Shimano-Mix perfekt und ohne Makel.

Ärgerlich sind indes die verbauten Lenkergriffe. Mal wieder möchte man sagen. Das Eigenleben dieser Griffe haben wir in vorangegangenen Tests wiederholt kritisiert. Besserung dagegen beim Vorbau. Die bei einem Bike in einem früheren Test beanstandete Vorbauklemmung wurde gegen eine durchgehende Vorbauklemmung ausgetauscht. Wichtig ist bei einem Kauf der Gedanke an Pedalen. Poison liefert die Komplettbikes ohne Pedalen aus. Somit kann der Biker diese Komponente direkt an seine Bedürfnisse anpassen.

Es gibt sie doch, die Parellelen. Scheinbar unauffällig, weiß das Poison Zyankali durch Leistung und Zuverlässigkeit zu überzeugen. Der phantastische Vortrieb und die Steifheit des Rahmens lassen das Poison XC-Race-Ambitionen entwickeln. Aber auch auf Touren und beim Marathon fühlt sich das Poison mitsamt Biker wohl. Der Alpencross bewies es. Den harten Test in den Alpen absolvierte das Poison mit Bravour. Bei der Wahl der verbauten Komponenten bewies Poison ein gutes Händchen. Kleine Abstriche muß man in Bezug auf das leicht nervöse Fahrverhalten machen. Das Poison hat es auf jeden Fall faustdick hinter den Ohren! Gift ist das Poison Zyankali nur für die Gegner 🙂

Fazit:

Poison beweist es mal wieder: Gutes muß nicht teuer sein. Das Zyankali besticht neben einem guten Preis-/Leistungsverhältnis durch Zuverlässigkeit und Funktionalität. Nur das leicht nervöse Fahrverhalten kostet Minuspunkte.

Gewicht: etwa 11,7 Kilogramm (ohne Pedalen)
Preis: 999,00 Euro (mit Magura Julie Scheibenbremse)
Erhältliche Größen: 33 – 58
Farben: Rot, Schwarz, Blau Metallic, Silber Metallic

Mehr Infos unter: www.poison-bikes.de

Steppenwolf Twixter Team – Der mit dem Steppenwolf tanzt – Test

Das Western-Epos „Der mit dem Wolf tanzt“ von und mit Kevin Costner überzeugt nicht nur durch eine ergreifende Geschichte über das Leben der Indianer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Beeindruckende Landschaftsaufnahmen zeigen das Land der Sioux mit einer unglaublichen Vielfalt von Farben und Szenarien. Naturverbundenheit und Individualität, Merkmale, die auch auf die meisten Mountainbiker zutreffen.

Viele große und namhafte Hersteller von Bikes haben leider den Blick für diese Vielfalt verloren oder zumindest den Gedanken daran verdrängt. So werden oft Bikes nur in zwei oder drei, manchmal sogar nur in einer Farbe angeboten. Von verschiedenen Ausstattungen keine Spur. Entweder es paßt, oder man hat im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt. Oft bleibt dem geplagten Biker nur der Gang zum Lackierer, um das Bike zumindest farblich an seine Wünsche anzupassen. Auch das Ummontieren von Komponenten ist zeitaufwendig und recht kostspielig.

Eine andere Möglichkeit wäre die Anschaffung eines Custom Made Bikes. Bikes kundenindividuell anzubieten, wo sich das Bike an den Biker anpaßt, und nicht der Biker an das Bike, ist eine der Philosophien der vor über 10 Jahren gegründeten Firma Steppenwolf. Alleine an Farbkombinationen bietet Steppenwolf nicht weniger als 23 an. Die verschiedensten Ausstattungen ermöglichen es jedem Biker, das Bike an seine Bedürfnisse anzupassen. Beeindruckt von dieser Individualität hat sich das FRAKTUR-Team für das Steppenwolf Twixter Team mit der Ausstattung Deore und Magura Julie entschieden. Ferner wurden bei dem Twixter Truvativ Innenlager und eine Truvativ Kurbelgarnitur verbaut. Als Gabel versah bei unserem Bike eine Manitou Stance Static mit 100mm Federweg ihren Dienst.

Die abweichende Optik unseres Twixter Teams zum Twixter Team des Onlineauftritts von Steppenwolf begründet Steppenwolf mit einem überarbeitenden Rahmen. Das Bike unserer Wahl kommt in einer unauffällig matten olivgrünen Lackierung zum Einsatz. Individuell wie das Bike darf beim Twixter Team der Biker sein. Die Ausstattung macht es möglich. Die Komponenten wären für ein „reines“ Dirtbike bisweilen etwas fragwürdig, glänzen dafür aber mit Vielseitigkeit. Vielseitigkeit, die bei unserem Test auf das Äußerste ausgreizt wurde.

Natürlich wollten wir die Flugeigenschaften des Twixter testen. So besuchten wir neben heimischen Spots auch eine BMX Bahn in den Niederlanden. Das Grinsen der Tester verriet es. Das Twixter fliegt gut, sehr gut sogar. Leichtfüßig läßt es sich über die Jumps bewegen und vermittelt dabei ein sehr gutes Feeling. Das Bike läßt sich gut in der Luft manövrieren und in die Landung pressen. Bereits hier überzeugt das Twixter neben der guten Flugeigenschaften durch ein enormes Beschleunigungsverhalten. Phänomenal ist die Kraftübertragung auf das Hinterrad. Blitzschnell schießt das verwindungssteife Twixter durch Anlieger, um im Speedwheelie aus dem Anlieger zu schießen. Nur in langgezogenen Kurven neigt das Twixter etwas zum Untersteuern und quittiert dies durch ein leichtes Rutschen über das Vorderrad. Abhilfe könnte hier ein Vorderreifen mit einer weicheren Gummimischung gegenüber der hinteren Bereifung schaffen.

Auffällig ist die Verwendung zweier Kettenblätter in Verbindung mit einem Rockring. Für den Einsatz beim Dirten eine eher ungewöhnliche Wahl. Der „reine“ Dirtjumper wird früher oder später um eine Kettenführung nicht drumherum kommen. Dennoch macht der Einsatz von zwei Kettenblätter einen Sinn, auch für Dirtjumper. Nicht jeder hat einen Spot vor der Haustüre oder wohnt im Flachland. Der Sattelschnellspanner erlaubt zudem eine schnelle Anpassung der Sattelhöhe für die Fahrt bergauf. So gewappnet lassen sich mit dem Twixter sogar recht weite Touren fahren. Die an unserem Bike montierten Schwalbe Albert Reifen erwiesen sich als guter Allroundreifen mit akzeptabler Traktion und gutem Rollverhalten. Die Pannensicherheit kann man allerdings etwas in Frage stellen.

Neben kleineren und größeren Uphills sowie Downhills wählten wir zusätzlich ein besonderes Schmankerl aus. Nicht irgendein Berg sollte die Qualität des Steppenwolf Twixter jenseits von Menschenhand erschaffener Spots auf die Probe stellen. Der in Südfrankreich liegende über 1900 Höhenmeter messende Mont Vetoux, bekannt als Bestandteil der Tour de France, sollte als ideales Testterrain dienen. Bergauf wie auch bergab. Testfahrer Markus wurde unter Androhung der schlimmsten Peinigungen gezwungen, diesen Berg mit dem Twixter zu erklimmen. Über 1400 Höhenmeter mit einem hohen Anteil an sehr technischem Uphill, welche zum Teil auch über Schneefelder führten. Hier bestätigten sich nochmals die recht guten Klettereigenschaften des Twixter, auch wenn man zugeben muß, daß das Twixter sicherlich keine Uphillrakete ist.

Bergab wurde Markus für die Strapazen belohnt. Das Twixter liegt auf Abfahrten recht gut, nur der steile Lenkwinkel sorgt für etwas Unruhe. Dennoch bleibt das Twixter jederzeit gut beherschbar. Die Manitou Stance Static konnte uns nicht ganz überzeugen. In unseren Augen ist diese Federgabel eindeutig überdämpft. Leider bietet die Stance auch keinerlei Möglichkeiten, zum Beispiel bequem per Drehknopf, diesen Umstand zu ändern. Ein weiterer Schwachpunkt waren an unserem Bike die Speichen. Wir hatten, vielleicht auch aufgrund der vielen Rüttelpassagen beim Downhill, eine relativ starke Neigung der Speichen zum Lockern festgestellt. Allerdings sollten auch beim Twixter die im Fachhandel üblichen angebotenen Wartungsintervalle eingehalten werden.

Das Steppenwolf Twixter leistet sich bis auf die bisher genannten Punkte keinerlei Schwächen. Die Verarbeitung des Rahmens ist sehr gut, und die Qualität der Lackierung kann man als „erste Sahne“ bezeichnen. Der verwindungssteife Rahmen ermöglicht regelrecht Beschleunigungsorgien. Das gute Handling in der Luft zahlt sich nicht nur beim Dirten aus. Auch bei Sprüngen auf Trails profitiert man von den guten Flugeigenschaften. Die Anbauteile und somit das Einsatzgebiet des Twixter bestimmt der Biker selbst. Spaß ist mit dem Steppenwolf garantiert 🙂

Fazit:

Ein Dirtbike mit sehr guten Allroundeigenschaften. Für alle, die ihre Ambitionen beim Dirten sehen, aber dennoch ein Bike brauchen, welches sie noch voranbringt. Individuell wie das Bike darf beim Twixter der Biker sein. Das Custom Made System von Steppenwolf macht es möglich.

Mehr Infos unter: www.steppenwolf-bikes.de

Norco Fluid 1.0 im Test – Die kanadische Umsetzung eines Freeriders

Der Schweiß rinnt von der Stirn. Langsam, aber unaufhaltsam, kurbelt sich der Fahrer des strahlend blauen Gefährts den La Grande Montagne. Ein blau, welches perfekt zum strahlend blauen südfranzösischen Himmel paßt. Jenseits der Straße sprießen aus der kargen Felslandschaft Gebüsche und Bäume hervor. Noch immer kurbelt sich der Biker diesen herrlichen Berg hoch, überglücklich solch eine Landschaft bei schönstem Wetter genießen zu dürfen. Der Blick gleitet nach links über das unter ihm liegende Tal hinweg und läßt in greifbarer Nähe den Grand Luberon erkennen. Bereits jetzt hat das blaue Gefährt, ein Norco Fluid 1.0, bewiesen, wie perfekt die Kanadier die Kriterien an einen Freerider in die Praxis umgesetzt haben.

Das Team der FRAKTUR auf dem Weg zum letzten großen Test des Norco Fluid. Die über den Rucksack gestülpte Protektorenjacke und der Fullfacehelm lassen erahnen, welch schwere Disziplin das Norco an diesem Tage zu bewältigen hat. Abgesehen von den Tests in heimischen Gefilden, absolvierte das Norco Fluid alleine in den letzten drei Tagen Aufenthalt in Südfrankreich über 5000 Höhenmeter. 5000 Höhenmeter harter Uphill, sowohl über Straße als auch über höchst technisch Trails mit Wurzeln und Steinen. Das Norco ist trotz des relativ hohen Gewichts von etwa 15,8 Kilogramm erstaunlich flink beim Uphill, benötigt aber auch schon mal, bei sehr technischen Passagen, harten Körpereinsatz. Die Fahrten bergab sind ein Genuß. Unbeirrt gleitet das extrem wendige Norco über Kanten und Wurzeln. Sprungeinlagen nimmt das Fluid gelassen entgegen.

Der Hinterbau, der von Specialized entwickelte und patentierte Horstlink, arbeitet perfekt. Anders kann man es nicht sagen. Der Viergelenker spricht sensibel auf alle Unebenheiten an. Die Verwendung von Industrielagern zahlt sich nicht nur beim Ansprechverhalten des Viergelenkers aus, sondern auch in Bezug auf Langlebigkeit. Der Luftdämpfer, ein Float RP3 von Fox, steckt auch heftige Schläge weg und erwies sich im Test als überrraschend hart im Nehmen. Die etwa 141mm Federweg, oder bei Bedarf einstellbaren etwa 115mm Federweg, erwiesen sich für den Freerider meist als ausreichend.

Das Konzept des Fluid erweist sich als sehr ausgeklügelt. Der Hinterbau nimmt Reifen von einer Breite bis zu 2.3 ohne Probleme auf. Probleme gibt es nur, wenn sich der Reifen bei Schlammfahrten enorm zusetzt. Wer meint, durch das Schleifen von Steinen in solch einem Fall dem Rahmen Schaden zuzufügen, wird eines besseren belehrt. Klever haben die Kanadier ein Extrablech im unteren Bereich der Schwinge für solche Fälle aufgebracht. Ein kleiner Nachteil des Norco ist das konstruktionsbedingt superkurze Sitzrohr. Aber auch hier dachten die Kanadier weiter. Eine Teleskopsattelstütze läßt den Biker die Sattelhöhe an den jeweiligen Trail anpassen. Nur bei Tragepassagen muß der Besitzer des Norco passen. Ein Schultern des Bikes ist nicht möglich. Aber wer mag schon sein Bike tragen?!

Vor dem Einsatz in Südfrankreich mußte das Bike bereits sein Können auf heimischen Trails beweisen. Die erste positive Überraschung war das gute Handling beim Jumpen. Der Fahrer eines Fluid ist sicherlich nicht in der Kategorie Dirtjumper einzuordnen, es geht ihm viel mehr um die gute Kontrolle bei Sprüngen auf Trails. Das Fluid läßt sich hervorragend in der Luft manovrieren und in die Landung dirigieren. Das Fluid liebt Singletrails, sei es bergauf oder bergab. Wer hohe Kanten oder mächtige Gaps springen möchte, sollte sich aber nicht für ein Fluid entscheiden. Der Luftdämper und der Federweg lassen Bigairs nicht zu. Norco gibt an, daß 90% aller Trails mit dem Fluid machbar oder fahrbar sind. Wir können dies nach dem Test bestätigen. Bigairs und phatte Dirts zählen definitiv zu den anderen 10%.

Der stolze Besitzer eines Fluid kann sich an einem hervorragend funktionierenden Freerider erfreuen, der recht hart im Nehmen ist. Der harte Test in Südfrankreich untermauert nochmal dieses Fazit. Das gut durchdachte Konzept des Norco zeigt sich auch in der Wahl der verwendeten Anbauteile. Die Hayes HFX-9 Bremse konnte auch bei Dauerbelastung überzeugen. Ein knackiger dauerhafter Druckpunkt sprechen für diese perfekt funktionierende Bremse. Die Manitou Nixon, ebenfalls in einer strahlend blauen Lackierung, paßt sich hervorragend in das Gesamtgefüge des Fluid ein.

Auch hier erwiesen sich die 145 mm Federweg meist als ausreichend, auch wenn das eine oder andere mal die Gabel bis zum Anschlag eintauchte. Die Verstellmöglichkeiten der Nixon sind immens, nur eine Lockout-Funktion fehlt. So läßt sich der Federweg unkompliziert per Drehschalter von 115 bis 145 mm einstellen. Genauso hervorragend ist der für den Hinterbau verantwortliche Luftdämpfer mit Propedal-Hebel. Dieser bewirkt bei Wunsch eine Versteifung des Hinterbaus beim Uphill, und ein sanfteres Ansprechen beim Downhill. Auch bei den Felgen wurde nicht gespart. Nicht weniger als die CrossLand von Mavic finden an dem Fluid Verwendung.

Einziges Makel sind unserer Meinung nach die Hutchinson Scorpion Reifen. Diese rollen zwar relativ gut und lassen das Fluid beim Uphill gut klettern, enttäuschen aber durch fehlenden Grip. Besonders auf nassen Wurzeln und Steinen können diese Reifen dem guten Fahrwerk des Fluid nicht gerecht werden. Ansonsten ist Sicherheit ist für die Kanadier ein wichtiger Faktor. So spendierten die Kanadier den Mavic CrossLand, die in Verbindung mit dem Hutchinson Scorpion tubeless, also schlauchlos gefahren werden können, dennoch zusätzlich einen Schlauch. Sicher ist sicher!

Auch bei der Wahl der Schaltung gehen die Kanadier ihren eigenen Weg. Als Schalthebel dienen an dem Norco Fluid die Sram X-9 Trigger. Diese sind einzig mit dem Daumen zu bedienen und konnten absolut überzeugen. Das für die hintere Schaltung verantwortliche Sram X-9 Schaltwerk erfreut durch präzise Gangwechsel. Der Gang sitzt, egal bei welchem Wetter. Doch ganz haben sich die Kanadier nicht dem japanischen Großkonzern entzogen. Zumindest der Umwerfer ist noch von Shimano. Einige der Anbauteile stammen von Truvativ, wie zum Beispiel die Kurbeln, der Vorbau und der Lenker. Ebenfalls eine gute Wahl der Kanadier. Dies zeichnet sich auch bei der Verwendung von schraubbaren Lenkergriffen aus.

Das Team der FRAKTUR war von dem Fluid so angetan, daß wir es diesem letzten und extrem harten Test unterwarfen. Eine Abfahrt, die selbst einem schweren Downhillboliden einiges abverlangt. Ein extrem technischer, mit losem Geröll und dicken Steinen durchsetzter Trail. Im unteren Verlauf wird diese Abfahrt zunehmend schneller und verlangt ein ausgewogenes Fahrwerk. Eine Abfahrt, die das Fluid an den Rand des Machbaren brachte. Der relativ steile Lenkwinkel von 69 Grad forderte seinen Tribut. Die losen dicken Brocken dieses Downhills brachten Unruhe und Nervosität in das bis dahin absolut überzeugende Fahrwerk des Fluid. Aber auch diese Abfahrt zählt mit Sicherheit zu den übrigen 10%. Nicht nur eine Höchstanforderung an den Biker und das Fahrwerk. Auch die Lackierung mußte zeigen, welche Nehmerqualität in ihr steckt. Die wild umherfliegenden Steine ließen nicht nur einmal ein lautes „Plöng“ erklingen, wenn diese auf den Rahmen aufschlugen. Die Lackierung sieht nicht nur gut aus, sie ist es auch.

Fazit:
So macht Freeride Spaß! Gut und leichtfüßig bergauf, schnell und sicher bergab. Extrem wendig und handlich läßt sich das Norco flink über die Trails bewegen. Die gute Verarbeitung und die gut gewählten Komponenten gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Das Norco Fluid scheint uns besonders für die Biker interessant, die ihr Leben nicht im Sessellift fristen oder ihre Körner für die Suche nach einem Shuttleservice verbrauchen wollen, „nur“ um den Abfahrtsspaß zu genießen. Für das Team der FRAKTUR die perfekte Umsetzung eines Freeriders ohne spezielle Vorlieben.

Farbe: Candy Blue
Preis: 2990,00 Euro
Gewicht: etwa 15,8 kg
Größen: S, M, L

Vertrieb: Fritz Wittich GmbH, Hallenstrasse 10-14, 33609 Bielefeld

Mehr Infos unter www.norco-bikes.de

Red Bull Scandium Four-500 Test – Rendez-vous in den Alpen

Es gibt sicherlich viele Gründe nach Riva del Garda zu reisen. Sei es zum puren DH-Spaß, sich beim Crosscountry zu verausgaben oder einfach nur um den Anblick des Lago di Garda zu genießen. Der Blick von Riva über den Gardasee hinweg ist schon etwas besonderes. So läßt man abends, bei einem Vino Rosso den Blick gen Monte Altissimo gerichtet, gerne den erlebten Tag vor dem geistigen Auge Revue passieren. Diesen unvergeßlichen Augenblick genießen zu dürfen, bedarf es natürlich der Anfahrt an den Gardasee, die meist mit dem Auto aus unseren Breitengraden erfolgt. Zumindest meistens. Es geht aber auch anders.

Ein besonderes Highlight ist sicherlich die Anfahrt mit dem Mountainbike über die Alpen. Eine Herausforderung für Mensch und Material gleichermaßen. Der Rose Versand aus Bocholt vergibt für das Red Bull Scandium Four-500 volle Punktzahl bei der Einstufung des Einsatzgebietes Crosscountry/Alpencross. Eine selbstbewußte Einstufung, die unser Interesse weckte. Kann das Scandium Four-500 den Strapazen eines AlpenX tatsächlich standhalten? Das Team der mtb-extreme wollte wissen, ob diese Einstufung zu Recht erfolgt ist und bat das Red Bull um ein Rendez-vous mit einem gemeinsamen Ziel: Riva del Garda.

Bereits in der heißen Vorbereitungsphase zum Härtetest über die Alpen überzeugte das Scandium Four-500 durch einen erstklassigen Vortrieb. Das straffe, aber perfekt ansprechende Fahrwerk, wußte uns von Anfang an zu begeistern. Alleine in den Alpen mußte das Scandium über 19000 Höhenmeter zurücklegen. Selbst auf ruppigem und losem Untergrund überzeugt der Viergelenker durch Traktion und setzt die Kraft perfekt in Vorwärtsdrang um. Gerade bei technisch schwierigen Uphills schätzt man die Klettereigenschaften des verwindungssteifen Scandium.

Die Kombination des Viergelenkers mit dem verbauten Fox Float RP3 Luftdämpfer und der Federgabel Fox F80 RLT mit 80mm Federweg läßt das Scandium zu einer Einheit verschmelzen. Sowohl die Einstellmöglichkeiten an der Federgabel als auch die Einstellmöglichkeiten des Luftdämpfers sind First Class. Der Fox Float RP3 ermöglicht mit der dreifach verstellbaren Propedal-Einstellung eine blitzschnelle Anpassung des Hinterbaus an das jeweilige Gelände. Auch eine Zugstufeneinstellung ist für diesen Dämpfer selbstverständlich. Die Federgabel ist ebenfalls einen Zungenschnalzer wert.

Die Möglichkeiten zur Abstimmung der Fox F80 RLT lassen keine Wünsche offen. Das Ansprechverhalten der Fox ist erstklassig. Zusätzlich läßt sich der Hinterbau durch eine Änderung der Dämpferanlenkung, schnell und bequem per Schnellspanner und Drehknopf, von sportlich straff auf komfortabel einstellen. Natürlich erlaubt ein solch ausgezeichnetes Fahrwerk mit der damit verbundenen Fahrsicherheit enorme Geschwindigkeiten auf Abfahrten.

Nicht selten erreichten wir beim Alpencross Geschwindigkeiten über 70 km/h. Nicht selten waren auch brutale und beherzte Bremsmanöver nötig, die bei diesen Geschwindigkeiten und plötzlich auftretenden Spitzkehren erforderlich wurden. Ein Griff in die Bremshebel, und die enorme Bremsleistung der Shimano Deore XT Scheibenbremse verzögert brachial das Bike. Das gelegentlich bei Nässe auftretende Quitschen lassen wir angesichts der überragenden Bremsleistung und der perfekten Dosierbarkeit außer acht.

Die Brems-Schalthebelkombination mit dem Namen Dual Control verdient sowieso höchstes Lob. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit möchte man diesen Bestandteil der Deore XT Gruppe kaum noch missen. Mit ihren präzisen Schaltvorgängen erfreute uns die Shimano Deore XT bis zum Ende des AlpenX. Bemerkenswert ist bei heftigen Bremsmanövern und Lastwechsel das Fahrverhalten des Red Bull Scandium. Das Scandium läßt keine Unruhe und kein Flattern aufkommen. Das Four-500 fährt sprichwörtlich wie auf Schienen.

Lediglich die Bereifung mit den Continental Explorer Protection 2.1 schränkt das Fahren am Limit ein. Den guten Grip, den die Contis auf trockenem Asphalt vorweisen, vermißt man bei Nässe. Der geringe Rollwiderstand und das geringe Gewicht sprechen dennoch für den Einsatz bei einem AlpenX. Die von Rigida hergestellten Xtreme Disc XC-1 559 Felgen steckten den harten Einsatz ohne Probleme weg. Nur kleine Macken und Dellen zeugen von dem harten Einsatz. Selbst das oft zu beobachtende Lockern der Speichen an Bikes anderer Hersteller konnten wir am Scandium nicht feststellen.

Die Wahl der verbauten Komponenten am Scandium Four-500 kann man durchweg als sehr gut bezeichnen. Vom Lenker über den integrierten Steuersatz bis zur Sattelstütze finden sich Xtreme Komponeneten, die alle perfekt ihren Dienst versahen. Lediglich der Xtreme Flaschenhalter aus Carbon, ein visueller Leckerbissen, konnte bereits im Vorfeld zum AlpenX unserem hektischen Handeln nicht standhalten. Die Wahl der Pedalen bleibt dem Biker selbst überlassen, das Scandium wird ohne Pedalen ausgeliefert.

Die Liebe zum Detail steckt im verborgenenen. Dort, wo keiner hinschaut. So sind zum Beispiel im Four-500 hochwertige Continental Schläuche verbaut. Überzeugen konnte uns auch die abschließende Überprüfung der Lager des Hinterbaus. Wir konnten weder ein Lagerspiel noch trockenlaufende Lager feststellen. Die für die Schmierung der Gleitlager veranwortlichen Nuten wiesen noch hinreichend Fettreserven auf.

Fazit:

Das perfekte Fahrwerk, erstklassige Komponenten und die Zuverlässigkeit verdienen unser höchstes Lob. Mit dem Red Bull Scandium Four-500 würden wir jederzeit wieder einen AlpenX bestreiten.

Erhältliche Größen: 17, 19 und 21 Zoll
Farbe: scotch-special-design (alu-gebürstet mit Polyurethanbeschichtung)
Gewicht: etwa 12 kg (ohne Pedalen)
Preis: 2099,00 Euro

Mehr Infos unter www.roseversand.de

Stevens S-7 Pro 2005 – Definition von Reinkultur?! Test

Puristik läßt sich definieren als die Konzentration auf das Wesentliche, frei von Spielerei und unnötigem Beiwerk. Frei übersetzt könnte man auch das Motto „weniger ist manchmal mehr“ anwenden. Selbst Comicheld Superman zeigte schon, daß es nicht unbedingt eines Batmobils bedarf, um überragendes leisten zu können. In der heutigen Zeit wird durch die Werbung oft der Blick auf das Wesentliche getrübt.

„Darf es auch etwas mehr sein?“ ist nicht mehr nur ein Spruch vom Metzger nebenan. Und jedes Kind weiß, daß jedes „etwas mehr“ auch immer etwas mehr kostet. Ob man das etwas mehr nun benötigt oder nicht, sollte der Käufer im Vorfeld genau abchecken. Wo macht das „mehr“ einen Sinn, wo ist es nur eine unnötige Geldausgabe?! Mit dem Stevens S-7 Pro 2005 steht dem Biker ein Mountainbike ohne unnötiges Geschnörkel zur Verfügung. Stevens beschreibt das S-7 selber als „Stevens-Konzept in Reinkultur“. Der Blick auf das S-7 mit den verbauten Parts scheint Stevens recht zu geben. Das Bike wirkt nicht aufdringlich, sondern schon fast Understatement. Keine blitzenden Scheibenbremsen zieren das Stevens, sondern der Klassiker Magura HS11 ist für die Verzögerung zuständig. Die schmalen Mavic XM117 Felgen fallen ebenso wenig auf wie die bewährte Schaltkombination Deore / Deore LX von Shimano. Und dennoch besticht das Bike durch sein Herzstück, dem Rahmen in der „Laguna Blue“ Lackierung. Ist das Konzept eines Bikes der Reinkultur zeitgemäß? Wir werden sehen…

Das Herzstück des S-7 ist zweifelsohne der sauber verschweißte Rahmen. Mit der Lackierung in „Laguna Blue“ wird nicht nur optisch ein Highlight gesetzt. Bestückt mit einer Scheibenbremsaufnahme, ist man für das eventuelle spätere Nachrüsten einer Scheibenbremsanlage gewappnet. Die Geometrie des Rahmens ist definitiv als sportlich einzustufen. Der steife Rahmen sorgt für einen guten und direkten Vortrieb. Die Qualität der Lackierung kann man als zufriedenstellend bewerten. Lediglich an der Kettenstrebe fanden sich nach dem Test einige unschöne Macken. Sehr schön finden wir die vom Werk aus angebrachten Klebestreifen an den üblichen Scheuerstellen, um den Lack zu schonen. Fahrtechnisch gut zum Rahmen paßt die Manitou Gabel Splice Elite mit 80mm Federweg. Die 80mm Federweg stellten sich als völlig ausreichend raus. Allerdings bedarf die Gabel einer Einstellung der Zugstufe und Federvorspannung, um ihr Potential in Verbindung mit dem Rahmen und des Geländes voll auszuschöpfen. Dies kann direkt vor Ort geschehen, notfalls sogar während der Fahrt. Werkzeug wird nicht benötigt, die Drehknöpfe sind so groß, daß man sie sogar mit dem Fuß bedienen könnte.

Optisch passen die großen Plastikdrehknöpfe nicht ganz zum zierlich wirkenden Bike, sind aber dafür ziemlich praktisch. Hat man für sich die optimale Einstellung der Manitou erstmal ermittelt, funktioniert die Splice sogar recht gut. Selbst eine Lockout-Funktion bietet diese Gabel und läßt somit das S-7 noch besser die Berge erklimmen. Am Stevens S-7 Pro wurde, wie bereits erwähnt, die bewährten Hydraulikbremsen HS11 von Magura verbaut. Wartungsarm und mit einer überzeugenden Bremsleistung bei einem geringen Gewicht sprechen schon seit Jahren für diese Felgenbremse. Nur bei Schlammfahrten treibt die Bremse, typisch für Felgenkneifer, dem Biker so manch Angstschweiß auf die Stirn. Die Bremsleistung bei eingesauten Felgen ist sehr dürftig. Wer viel im Regen und Schlamm unterwegs und dabei auf beste Bremsleistung angewiesen ist, kann im Bedarfsfall die Bremsgummis ohne großen Aufwand gegen spezielle Regengummis austauschen.

Nicht überzeugen konnte uns die Bereifung des Stevens. Die Continental Vapor Pro in der Breite 2.1 enttäuschten auf nassem lehmigen Untergrund genauso wie auf nassem Asphalt. Deshalb montierten wir für den weiteren Testverlauf die Blue Groove von Kenda. Zu der montierten Schaltgruppe muß man eigentlich keine großen Worte verlieren. Der Riese aus Japan stellt mit der Deore LX- und Deore-Gruppe schon seit Jahren eine feste und beständige Größe bereit. Shimano schaltet, schaltet und schaltet. Sorge hatten wir wegen der sehr schmalen Felgen. Die Mavic XM117 würde man von der Breite eher an einem Tourenbike vermuten.

Allerdings bewies die schmale Felge im Test erstaunliche Nehmerqualitäten. Selbst harte Kanten und so manchen Jump verkraftet die Mavic XM117 zu unserem Erstaunen. Etwas Schwächen zeigte das Laufrad in Bezug auf die Speichen. Diese lockerten sich, was aber bei vielen Neurädern zu beobachten ist. Unsere nicht gerade zimperliche Fahrweise beschleunigte diesen Vorgang, was eine der Speichen mit dem Ende ihres Lebens quittierte. Der Käufer sollte auf jeden Fall die vorgeschriebenen (empfohlenen) Inspektionen, zumindest die Erstinspektion, einhalten. Das Ganze geschnürt zu einem Paket läßt sich wirklich als Reinkultur ansehen. Die Sitzposition ist sportlich, wie der Einsatzbereich des S-7 Pro auch. Das Bike ist sehr agil, neigt aber etwas zur Nervosität. Das Stevens folgt prompt jeder Lenkbewegung, tendiert dabei im Grenzbereich zum Untersteuern. Durch das agile Handling motiviert das Stevens sogar zum Spielen, was man aber immer in gewissen Grenzen tun sollte. Der Wermutstropfen an dem Bike ist so klein, aber nicht minder ärgerlich. Die Sattelklemme. Ohne Werkzeug ist kein verstellen möglich. Ärgerlich wenn man unterwegs ist und nach einem Uphill den Sattel für die bevorstehende technische Abfahrt absenken will. Hier sollte auf jeden Fall eine Sattelklemme mit Schnellverschluß Anwendung finden.

Fazit:

Stevens ist für sein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis schon seit Jahren bekannt. Auch das S-7 Pro 2005 reiht sich nahtlos in dieser Tradition ein. Für sein Geld bekommt man ein gutes und töchtiges Bike. Das Stevens S-7 Pro eignet sich besonders für diejenigen, die irgendwie alles mit einem Bike machen wollen bzw. ein gutes Allroundbike suchen. Das Konzept der Reinkultur geht auf: Weniger sollte es nicht sein, mehr muß es nicht sein. Ein großes Lob gebührt auch dem Online-Auftritt von Stevens. Gute Informationen mit Preisangaben und einem individuellen Bikekonfigurator runden das gute Gesamtbild von Stevens ab.

Farbe: Laguna Blue
Erhältliche Größen: 17, 19, 21 Zoll
Preis: 899 Euro
Gewicht: etwa 12,2 kg

Mehr Infos unter www.stevensbikes.de

Rose Red Bull Stiffee FR-400 im Test – MTBsche Formeln: XC + DH = FR?

In den frühen neunziger Jahren erfreute sich eine Fernsehsendung mit dem Titel „Zwei Stühle, zwei Meinungen“ größter Beliebtheit. Hier fetzten sich vor Millionen von Fernsehzuschauern zwei Parteien um mehr oder weniger brisante Themen. Das Lager war gespalten, die Fronten klar. So wie in den achtziger Jahren noch alles klar getrennt wurde. Ost gegen West, Amiga gegen Atari, Tom gegen Jerry. Doch die Zeiten ändern sich. „Wieso trennen was zusammengehört?!“ fragten sich viele Menschen zu dieser Zeit. Auch am Mountainbike ging diese Bewegung nicht spurlos vorbei. Das gespaltene Lager der Crosscountryfahrer und Downhiller sollte um das Lager der Freerider erweitert werden, quasi als Schlichter der bestehenden Fronten, ein Bike für jedermann, leichtfüßig bergauf, schnell und sicher bergab. Ein schweres und nicht unproblematisches Unterfangen.

Nichts ist gegensätzlicher als die Grundgedanken der Downhill orientierten Fahrer gegenüber den der Crosscountryfahrer. Und nichts ist höher als die Erwartungen beider Fraktionen an einen Freerider. Das Red Bull Stiffee FR-400 vom Rose Versand bietet rein theoretisch die besten Voraussetzungen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Mit einem Federweg von 80mm bis zu 130 mm am Heck und einer Marzocchi Drop Off Comp Federgabel mit 130mm Federweg, kombiniert mit einem Gewicht von etwa 15 Kilogramm, sollte der Weg zum ultimativen Freerider geebnet sein. Fahrwerkstechnisch kommt das FR-400 als Viergelenker daher. Das ganze Paket ist komplett zu einem Preis für unter 1400 Euro erhältlich. Zweifelsohne ein Seitenhieb gegen die Konkurrenz.

Das Gewicht des FR-400 ist für einen Freerider, aus der Sicht eines Downhillers relativ niedrig, aus der Sicht eines XC-Fahrers relativ hoch. Ohne Pedalen bringt das Stiffee etwa 15,2 Kilogramm auf die Waage und ist damit immer noch leicht genug für Uphills, ohne nach den ersten Metern berghoch das Bike an der nächsten Ecke gefrustet wieder verkaufen zu wollen. Doch nicht nur das Gewicht, sondern auch das Fahrwerk spielt eine enorme Rolle für ein gutes Klettern. Die Erwartungen an den Viergelenker sind daher besonders hoch. Das Stiffee FR-400 enttäuscht nicht, zumindest nicht, solange man auf dem Sattel sitzen bleibt. Dank des gut arbeitenden Hinterbaus und der präzise schaltenden Shimano Kombination aus XT und LX, schraubt sich das Stiffee unaufhaltsam die Berge hoch. Die Traktion des Hinterrades ist bergauf ein Genuß, sicherlich auch ein Verdienst der Michelin Hot S Reifen.

Das Vorderrad, welches beim Klettern eine leichte Neigung zum Steigen hat, läßt sich mit etwas Druck auf die Frontpartie des Bikes beschwichtigen. Beim Wiegetritt enttäuscht uns allerdings das leicht schwammige Fahrverhalten. Wer allerdings erst mal auf dem WTB Power DH Race Platz genommen hat, wird so schnell freiwillig nicht mehr aus dem an ein Sofa erinnernden Sattel steigen wollen. Der Schnellspanner der Sattelklemme als auch die voll versenkbare Sattelstütze läßt die Sitzposition in Sekundenschnelle an das jeweilige Terrain anpassen. Ein feiner, aber nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber so manch anderem Bike der Konkurrenz, wo sich die Sattelstütze konstruktionsbedingt nicht komplett versenken läßt. Für ein Optimum an Verzögerung sorgen die hydraulischen Magura Luise FR Bremsen. Vorne beißen sich die Bremsklötze in eine 210mm große Scheibe und am Heck in eine 190er Scheibe. Selbst ein Anker würde das Bike nicht so brutal verzögern wie diese Bremsen.

Als Felgen werden Xtreme Funride Disc FR verbaut, die uns keinerlei Grund zur Beanstandung gaben. Bei der Federgabel handelt es sich um eine Marzocchi Drop-Off Comp mit 130mm Federweg mit SSV. SSV bedeutet, daß es sich um ein System handelt mit geschwindigkeitsabhängigen Ventil mit 5 Ventilkreisen, welches die Dämpfung aufgrund von der Zug- und Druckstufengeschwindigkeit und der Gabelposition im Federweg kontrolliert. Hört sich kompliziert an, soll aber heißen, die Gabel funzt! Eine Einstellung der Zugstufe ist leider nicht möglich, lediglich die Luftvorspannung mittels Pumpe. Ein Lockout-Funktion sucht man bei der Marzocchi vergeblich. Auch beim für den Hinterbau verantwortlichen gut funktionierden Fox Vanilla R Dämpfer vermißt man eine Einstellmöglichkeit der Zugstufe.

Negativ fällt der hohe Aufbau des Bikes auf. Der Fahrer thront hoch oben auf dem FR-400, dadurch stellt sich ein leicht „stelziges“ Fahrgefühl ein. Das fällt besonders bei steilen Downhillpassagen ins Gewicht, wodurch sich etwas Unsicherheit beim Fahrer einstellt. Ein tieferer Schwerpunkt in Verbindung mit einem flacheren Lenkwinkel würde zwar die Fraktion der Downhill orientierten Biker beglücken, aber andererseits Zornesfalten auf die Stirn der XC-Fahrer zaubern. Das Stiffee ist in den Größen 17, 19 und 21 Zoll erhältlich. Gut beraten ist, wer dem Größenberechner vom Rose Versand Beachtung schenkt. Unser Tip wäre, von der Größe eher nach unten zu tendieren als nach oben.

Die Verarbeitung des Red Bull gibt keinen Grund zum Nörgeln. Die Lackierung verträgt einiges und die Kombination der am Viergelenker verbauten Lager von Industrie- und Gleitlagern funktioniert einwandfrei. Die Industrielager wiesen nach dem Test weder Spiel noch Gebrauchsspuren auf. Lediglich die zwischen Ausfallende und Kettenstrebe verbauten Gleitlager benötigten etwas Pflege. Klug ist, wer sich über die von Rose angebotenen Serviceleistungen informiert und diese nutzt. Darunter fällt vor allem der Pro Service. Kostenfreier Abholservice und Rücktransport inbegriffen.

Fazit:

Es ist wie in einer Ehe. Ein Zusammenfügen unterschiedlicher Charaktere setzt Kompromißbereitschaft voraus. Das FR-400 ist ein guter Allrounder mit dem Schwerpunkt Tour und Crosscountry, trotz des etwas höheren Gewichts. Das Stiffee bietet viel Bike für sein Geld. Durch den gut funktionierenden Hinterbau, Viergelenker sei Dank, läßt sich die Kraft gut auf den Untergrund übertragen. Das etwas „stelzige“ Fahrgefühl trübt leider den ansonsten guten Eindruck vom Stiffee FR-400.

Preis: 1390 Euro

Mehr Infos unter: www.roseversand.de