Schwalbe Mow Joe und Mad Mike – BMX Tires im Test

Alteingesessenen Unternehmen sagt man nach, dass diese zu starr und zu unflexibel in ihrer Denkweise und ihrem Handeln seien. Oft wird dem Blick zurück in die Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Blick nach vorne. Innovation fehl am Platz! Mit ihrer 100-jährigen Firmengeschichte blickt die Familie Bohle auf eine lange Firmengeschichte zurück. Auch im Bereich BMX ist Schwalbe schon seit langer Zeit eine feste Größe. Der „Mow Joe“ und der „Mad Mike“ mussten sich für uns, stellvertretend für den Innovationsstand bei Schwalbe, in diverse Böden krallen.

Schwalbe Mow Joe

Beim Mow Joe handelt es sich um einen reinrassigen Reifen für BMX-Race. Erstes Augenmerk: Das Gewicht! Natürlich ein ganz wichtiger Faktor beim Race! Schwere Reifen bremsen vehement den Vorwärtsdrang und kosten wertvolle Zeit. Doch nicht nur das Gewicht ist entscheidend, sondern auch der Grip in den Kurven und die Traktion beim Beschleunigen. Mit etwa 330 Gramm ist der Mow Joe ein absolutes Fliegengewicht. Das macht sich dann auch direkt beim Sprint bemerkbar. Doch nicht nur das Gewicht, sondern auch der Grip des Faltreifens kann begeistern. Trotz des guten Grips und des guten Beschleunigungsverhaltens rollt der Mow Joe sehr leichtfüßig über die Bahn. Nein, nicht ein, sondern der perfekte Reifen für schnelle Runden! Der Schwalbe Mow Joe wandert für 33,90 Euro über die Ladentheke. Kein Pappenstiel, aber jeden Cent wert. Erhältlich ist der Schwalbe Mow Joe in den Größen 20 x 1.85, 20 x 2.00 und speziell für die Cruiser-Klasse in der Größe 24 x 1.85. Für Racer ein absolut empfehlenswerter Reifen!

Schwalbe Mad Mike

Natürlich bietet Schwalbe nicht nur den Mow Joe an, sondern auch Reifen für andere Bereiche des BMX. Neben dem „Table Top“ Timo Pritzel Series, der in Zusammenarbeit mit Timo Pritzel entstanden ist, dem „Crazy Bob“ für Tricks und Rampen und dem „Jumpin Jack“ für Dirt, um nur einige zu nennen, bietet Schwalbe mit dem Mad Mike einen sehr preiswerten Allrounder an. Der Blick auf das Profil des Mad Mike kommt einer Zeitreise gleich. Es handelt es sich um das für die achtziger Jahre typische Profil, welches sich im Laufe der vielen Jahre bewährt hat. Erhältlich ist der Mad Mike in verschiedenen Größen und Breiten. Der 20-Zöller wiegt je nach Ausführung bis zu 760 Gramm, was natürlich nicht unbedingt ein Leichtgewicht darstellt. Der Grip des Reifens ist auf der Bahn und auf Lehm gut, allerdings zeigen sich Schwächen auf rutschigem Untergrund und Nässe. Natürlich wirkt sich das relativ hohe Gewicht des Reifens auf das Beschleunigungsverhalten aus, aber wer nicht um jede Sekunde kämpft, wird das bei dem Preis gerne in Kauf nahmen. Der Preis für den Mad Mike bewegt sich bei 10,90 Euro! Mit dem Mad Mike erhält der Käufer einen guten Allrounder, der ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet.

Fazit Schwalbe BMX Tires

Den Mow Joe und den Mad Mike kann man natürlich nicht miteinander vergleichen, das wäre so, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Der Mow Joe ist ein reinrassiger Racereifen, der derzeit sicherlich den Höchststand der Entwicklung für Race-BMX darstellt. Dementsprechend teuer ist der Mow Jow natürlich auch. Der Mad Mike ist ein Allrounder, der für sein Geld eine sehr gute Leistung bietet, aber für Race (mittlerweile) etwas zu schwer ist und vom Grip etwas zu wenig Reserven bietet. Trotz der langen Firmengeschichte gibt es bei Schwalbe keine Verschnaufspausen und der Blick geht nach vorne. Bestes Beispiel dafür ist der Mow Jow für den absoluten Racer und der Mad Mike, mit dem der breite Markt im unteren Preissegment bestens abgedeckt wird!

Mehr Infos unter www.schwalbe.com

X4U Admiral – Das Einsteiger-Race-BMX im Test

Mit dem Admiral erweitert die Hermann Hartje KG ihre „BMX 4-U“ Palette um ein Race-BMX in der Einsteigerklasse. Damit befindet sich das Admiral mit dem zugesprochenen hohen militärischen Dienstgrad in guter Gesellschaft, darf es sich zum elitären Kreis des Colonel, Major, Commander und einigen weiteren hochrangigen Offizieren bei X4U zählen. Doch wie verhält sich das Admiral, wenn es zur Schlacht auf die Bahn geht?

Optisch macht das Admiral einen vielversprechenden Eindruck! Das phatte Unterrohr, die dreiteilige Kurbel und die auffallend blaue Lackierung sorgen für die ersten Hingucker. Auf dem Steuerrohr lächelt einem der Aufkleber „Made in Germany“ entgegen. Das BMX sieht sehr kompakt aus, die Oberrohrlänge mit knapp 520 mm entspricht den gebräuchlichen Maßen der Pro-Modelle anderer Hersteller, die Kettenstrebenlänge fällt mit etwa 370 mm dagegen etwas kürzer gegenüber anderen Pro-Modellen aus.

Ausgestattet ist das Admiral mit Plattformpedalen, einem großen BMX Lager (US BB), Tektro Bremsen vorne und hinten, Anbauteilen wie die dreiteilige Kurbel von Prism, einem 670mm breiten Lenker und Schwalbe Mad Mike Bereifung mit vorne und hinten 20×1.75. Keine High-End-Teile, aber insgesamt machen die verbauten Komponenten einen befriedigenden und ausreichenden Eindruck. Der besorgte Blick geht dann eher in Richtung der Waage: 11,6 Kilogramm sind schon recht üppig für ein Race BMX.

Das Gewicht macht sich dann auch auf der Bahn bemerkbar. Das Bike wirkt beim Beschleunigen etwas träge und kommt nicht so fix wie gewollt vom Startgatter weg. Auch das Beschleunigen aus den Kurven wirkt etwas zäh. Die Geschwindigkeiten auf der BMX Bahn bringen das Admiral dann an seine Grenzen. Das Admiral verhält sich bei hohen Geschwindigkeiten nervös. Diese Nervosität zeigt das Cross4You auch bei schnellen Jumps und beim Pushen. Auch in schnellen Anliegern ist das Admiral nicht so souverän, wie wir es von einem Racer gewohnt sind.

Schnelle BMX-Bahnen sind nicht die Stärke des Admiral, selbst wenn auf dem Rahmen der Aufdruck „Race“ verewigt wurde. Doch wenn nicht Race, wo dann liegen die Stärken des Admiral? Die Antwort fanden wir schnell…jeder kennt sie, heimlich angelegte kleine Bahnen…auch bei uns findet sich solch eine kleine Bahn, enge Kurven, enge Anlieger, eine Strecke die eher im mittleren Geschwindigkeitsbereich anzusiedeln ist…und siehe da, auf der engen Strecke lässt sich das Admiral mit Leichtigkeit durch die Kurven zirkeln und in die engen Anlieger drücken. Selbst die Jumps passten jetzt.

Durch die relativ kurze Kettenstreben und dem schmalen Lenker ist das X4U sehr handlich. Auf den kleinen und engen Trails macht das Setup mehr Sinn als auf der Racepiste. Für die Traktion wäre es allerdings wünschenswert, wenn die Bereifung vorne etwas voluminöser ausfallen würde. Die Verarbeitung des Rahmens gibt keinen Grund zur Kritik, die Qualität der Lackierung ist ebenfalls gut. Die sehr schlecht verzögernde vordere Bremse, die man eigentlich zum Race nicht braucht (aber wenn schon mal eine dran ist, sollte diese auch bremsen), und die Pedalen, die nach dem Test sehr rau liefen, geben Grund zur Kritik.

Fazit X4U Admiral

Von einem Race-BMX, egal ob Einstiegsklasse oder nicht, erwarten wir etwas mehr „Race“. Das fängt beim Gewicht an und spiegelt sich in der Auswahl der Komponenten wider. Die Fahrleistung des X4U Admiral auf der BMX-Bahn lässt Wünsche offen, abseits der Bahn zeigt das Admiral dann seine Stärken. Das Einsatzgebiet sehen wir deshalb nicht in der Race-Einstiegsklasse, sondern in der allgemeinen Einstiegsklasse.

Gewicht: 11,6 Kilogramm
Preis: 379 Euro

Redline Flight Pro XXL im Test – Bubba Harris Signature Series

Race-BMX…Oldschool-BMXer denken da gerne an die guten alten Zeiten zurück, in denen sich Marken wie Hutch oder CW Racing erbitterte Kämpfe auf den Racepisten lieferten. Bereits damals war Redline eine der angesagtesten Marken auf dem BMX-Markt und Fahrer wie Stu Thomsen sorgten für unzählige Siege. Während viele Marken mittlerweile nur noch Geschichte sind, setzt Redline nach wie vor Maßstäbe. Allen voran fährt Bubba Harris für Redline die Siege ein, dem mit der eigenen Signature Serie gehuldigt wird. Stellvertretend für die „Flight Series“ hatten wir das Flight Pro XXL im Test!

Bereits optisch hebt sich das Redline von der Masse ab. Die Machart und die Lackierung des Rahmens, als auch das Gesamtbild des in poliert, rot und schwarz gehaltenem Flight Pro sind echte Hingucker. Der genau Blick auf das Bike zeigt die Erfahrung von Redline beim BMX. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Und man widmet sich, wohl auch ein wenig Stolz aufgrund der Geschichte und des Erfolgs des Unternehmens, ausgiebig dem Markenhype um Redline. Die phatte dreiteilige Kurbel, der Vorbau, die Gabel…alles trägt den Namen Redline. Auch der Lenker, die Pedalen, die Naben mit den aus Cromoly bestehenden Hohlachsen, das Kettenblatt, der Sattel und sogar die Kettenspanner tragen das Zeichen der BMX-Schmiede mit dem Sitz im Bundesstaat Washington.

Als Felgen wurden geöste rote Sun Rhyno Lite XL Rims verbaut mit Tioga Competition III Bereifung, vorne mit 20×2.125 und hinten mit 20×1.75. Die Tektro-Bremse mit erstaunlich fühlbarem Druckpunkt sorgt für die Verzögerung des Bikes. Übersetzt ist das Flight Pro mit 44/16, obwohl man sich bei der Übersetzung keine Sorgen machen muss, da noch fünf weitere Ritzel (13, 14, 15, 17 und 18 Zähne) mitgeliefert werden! Der Rahmen besteht aus U-6 Alu, welches mehr Stabilität bei weniger Gewicht gegenüber dem herkömmlichen 7005 und 6061 Alu bieten soll, während die Gabel aus Cromoly gefertigt wurde. Die Oberrohrlänge des Flight Pro XXL beträgt 21,7″, die Kettenstrebe 15,3″ und der Lenkwinkel 74 Grad, auf die Waage bringt das Redline 10,5 Kilogramm.

So viel zur Theorie, doch wie macht sich das Redline auf der Bahn? Vorweg gesagt…unglaublich! Bereits die ersten Meter zeigen die enorme Laufruhe des Bikes. Das Flight Pro XXL liegt unglaublich gut auf der Bahn und lässt sich hervorragend beschleunigen. Das Bike ist supersteif! Die erste Welle, Speedwheelie…wow, das geht richtig sauber und gut von der Hand. Das Verhältnis zwischen Front und Heck ist sehr ausgeglichen. Auch in der Luft macht das Flight Pro einen unglaublich souveränen Eindruck und lässt sich sauber in die Landung drücken. Anlieger rein, raus…auch hier zeigt das Redline keinerlei Anzeichen von Nervosität. Sollte dennoch mal das Vorderrad anfangen zu rutschen, lässt sich das Flight Pro hervorragend korrigieren. Definitiv ein Bike, dass nicht nur für die Racestrecke gebaut wurde, sondern auch dafür, Bestzeiten zu fahren.

Beeindruckend ist übrigens auch der Lieferumfang des Bikes! Neben dem schlanken Padset zum Aufkleben auf Oberrohr, Vorbau und Lenker findet sich ein Numberplate, um direkt an den Start gehen zu können. Redline scheint wirklich an alles gedacht zu haben, wie bereits das oben erwähnte Plus an Ritzel belegt. Selbst ein kleines „Make-Up-Set“ in Form von zwei kleinen Farbtöpfchen mit roter und schwarzer Farbe zum Ausbessern von Macken wird mitgeliefert. Für den Fall der Fälle 😉

Fazit Redline Flight Pro XXL

Beeindruckend! Optisch und fahrtechnisch ein absolutes Traumbike! Ein Bike, das von vorne bis hinten durchdacht ist! Kaufen und sofort damit auf die Bahn, dass ist das Motto des Redline Flight Pro. Trotz aller Ausgereiftheit hat das Redline nichts von dem Kult der 80er Jahren verloren!

Gewicht: 10,5 Kilogramm
Preis: 799 Euro

Mehr Infos unter www.redlinebicycles.com

Shock Therapy – DH Black – ST Hardride Series – Test

Die Anforderung war schnell gestellt: Ein Bike mit dem Schwerpunkt beim Downhill – allerdings mit einem gewissen und erträglichem Maß an Uphilltauglichkeit. Irgendwie müssen wir ja die Berge raufkommen. Ein Enduro schied wegen der eingeschränkten Downhilltauglichkeit also aus, ein reiner Downhiller wegen des meist unzumutbaren Verhaltens beim Hochfahren auch. Was blieb war ein DH Black aus der ST Hardride Series.

Angeboten wird das DH Black bzw. das DH Red von Shock Therapy für den Bereich Downhill und Freeride. Ermöglicht wird dieser breite Spielraum durch verschiedene Dämpferanlenkungen, die sich auf Geometrie und Federweg auswirken. Nicht abstreiten lässt sich beim Rahmen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Specialized Big Hit…und auch bei dem ST-DH handelt es sich um einen Viergelenker. Der Preis des nackten Rahmens (ohne Dämpfer) liegt bei 990 Euro.

Um einen guten Kompromiss zu schaffen, verbaute Shock Therapy die Rock Shox Totem Solo Air mit 180 mm Federweg, die neben einer sehr guten Einstellbarkeit ein ebenso gutes Fahrverhalten bietet. Natürlich ließ es sich Shock Therapy nicht nehmen, viele der verbauten Komponenten aus eigenem Hause zu verwenden. Darunter zählten neben der Sattelstütze und dem Vorbau vor allem die Kurbeln und die Laufräder aus dem Hause Shock Therapy.

Wie schon bei unserem Test des Prototypen der Shock Therapy Missile Laufräder konnte uns auch das Serienmodell der Missile absolut überzeugen. Im Gegensatz zum Prototypen weist die ST-DH 21 Felge von der italienischen Firma DRC jetzt 32-Loch auf. Auch an den verbauten ST Naben gibt es nichts zu makeln. Ein besonders sinnvolles Schmankerl ist die Schraubachse der hinteren Nabe, das verspricht zusätzliche Steifheit. Ebenfalls ein Schmankerl sind die phatten STeel Boone Kurbel aus Cro-Mo.

Gewöhnungsbedürftig ist das relativ lange Steuerrohr mit einer Länge von 145 mm, welches das Bike vorne sehr hoch bauen lässt. Nach anfänglichen Problemen während der ersten Ausfahrten haben wir den Vorbau statt der üblichen positiven Montage einfach negativ montiert, um mehr Druck auf die Front zu bekommen. Ein kleiner Eingriff mit einer großen Wirkung, im positiven Sinne. Das ST-DH zeigte sich jetzt bedeutend besser kontrollierbar und handlicher.

Der Viergelenker spricht sehr gut an. Durch die vielen Anlenkmöglichkeiten des Dämpfers lässt sich das Bike perfekt an die jeweiligen Streckenansprüche anpassen. Somit wird aus dem gut schluckenden Downhiller mit wenigen Handgriffen ein relativ alltagstauglicher Freerider, mit dem sich sogar noch erträglich bergauf fahren lässt. Obwohl nur ein 36er-Kettenblatt verbaut war, konnten moderate Steigungen ohne große Probleme überwunden werden.

Das Fahrverhalten des ST-DH zeigt sich im allgemeinen recht ausgewogen und neutral, allerdings auch etwas undefiniert – den Grund sehen wir beim Hinterbau, der seitensteifer sein könnte. Auf schnellen ruppigen Trails läuft das Bike etwas nervös – ein Tribut an den steilen Lenkwinkel. Wir hatten für den Test auf den steinigen Pisten auf La Palma den Schwalbe Muddy Mary in 26×2.5 aufgezogen, womit wir den Spielraum der Reifenfreiheit auf das Äußerste ausgereizt haben. Obwohl der Viergelenker gut arbeitet, müssen wir doch die zwei Kritikpunkte am Hinterbau festhalten: Die Seitensteifigkeit und die Reifenfreiheit.

Fazit:

Durch die vielen Anlenkmöglichkeiten des Dämpfers lässt sich das ST-DH perfekt an die jeweiligen Streckenansprüche anpassen. Der Viergelenker spricht gut an und das Fahrverhalten erweist sich im allgemeinen, bis auf kleine Schwächen, als ausgewogen und neutral. Kritikpunkte sind für uns die Seitensteifigkeit und die Reifenfreiheit des Hinterbaus.

Datenblatt:

Gewicht: 18,3 Kilogramm (Bike aufgebaut wie oben beschrieben)
Dämpfereinbaulänge: max. 200mm/57er Hub
Lenkwinkel bei 570mm Einbauhöhe: 69 Grad
Sitzwinkel: 65 Grad
Dämpfereinbaubreite: v/24 – h/54
Federweg: 190-220mm
Steuerrohr: 1 1/8 Zoll
Empf. Einbaulänge der Gabel: 570 mm
Größen: 16,5″ und 18″
Farbe: rot & matt schwarz
Preis des Rahmens: 990 Euro

Mehr Infos unter www.shock-therapy.de

UMF Brad Race BMX – Riders Ready? – Test

UMF, die Hardcore-Freeride-Auskopplung von Merida, bietet spaßorientierten Mountainbikern mit dem Freddie, dem Duncan und dem Hardy feine Bikes zum Ausloten ihrer Grenzen an. Doch auch die 20 Zoll Fraktion kommt bei UMF nicht zu kurz und so findet sich im Sortiment eine eigene BMX-Serie namens „Brad“. Während mit dem Brad 1 bis Brad 3 der Freestyler angesprochen wird, buhlt das Brad Race um die Gunst der rennorientierten BMXer.

Das UMF Brad Race zeigt sich bereits auf dem Datenblatt sehr äquivalent zu den Pro-Modellen anderer Hersteller. Das bezieht sich nicht nur auf die Ausstattung, sondern auch auf den Rahmen. 521 mm (20,5 Zoll) Oberrohrlänge, 381 mm Kettenstrebenlänge und der Lenkwinkel von 74 Grad entsprechen gebräuchlichen Werten, von denen auch das UMF nicht abweicht. Eine XL oder XXL Version des Brad Race bietet UMF leider nicht an, womit die Zielgruppe des Brad Race bei Personen bis zu etwa 175 cm Körpergröße anzusiedeln ist.

Ganz in Kampflaune zeigt sich das UMF beim Preis: Für schlappe 349 Euro geht das Brad Race über die Ladentheke. Die Wahl der Komponenten erweist sich dennoch als recht gelungen, was bei diesem Preis sicherlich nicht so einfach umzusetzen war. Als Felgen verbaut UMF am Brad Race Alexrims DV15, die mit Maxxis Hoodlum 20×2.1 vorne und 20×1.85 hinten bestückt sind. Wellgo Plattformpedalen und der 700 mm breite Lenker fungieren als Schnittstelle zwischen Bike und Fahrer. Übersetzt ist das Brad Race von Werk aus mit 44/16.

Natürlich dürfen zu diesem Preis bei den Komponenten keine High-End-Produkte erwartet werden. Wer hier andere Maßstäbe setzt und mehr erwartet, muss schon um einiges tiefer in die Tasche greifen. Wie gut die Wahl der Komponenten gelungen ist, zeigt sich auch beim Gewicht: Auf die Waage bringt das UMF Brad Race 10,3 Kilogramm, ein Wert der sich sehen lassen kann. Doch nicht nur auf der Waage, sondern auch auf der Bahn macht das Brad Race eine gute Figur.

Das geringe Gewicht macht sich direkt im Sprint bemerkbar. Die aufgebrachte Energie wird konsequent in Vorwärtsdrang umgewandelt. Das Bike geht vom Start weg gut ab und lässt sich gut über Speedjumps pushen. Am Handling des UMF gibt es nichts auszusetzen. Das Brad Race liegt gut in der Hand und zeigt sich bei Powerslights ebenso souverän wie beim Jumpen. Das UMF fühlt sich samt Fahrer auf der BMX-Bahn sauwohl! Ein Bike, welches nicht nur genug Potential auf der Bahn, sondern auch zum Tunen bietet.

Fazit UMF Brad Race BMX

Der Preis ist heiß! Besonders BMX-Race-Einsteiger dürfte das UMF Race Brad ansprechen, ohne direkt Omas Ersparnisse komplett auf den Kopf hauen zu müssen. Das Brad Race ist für den Race-Track geboren und kann im Laufe der Zeit durch andere Komponenten noch getunt werden.

Gewicht: 10,3 Kilogramm
Farbe: Plain White
Preis: 349 Euro

Mehr Infos unter www.umf-bikes.de

TSG Superlight Solid Color – Wie aus der Pistole geschossen! Test

Porno!!! Das war der erste Gedanke, der uns beim Anblick des neuen „Superlight Solid Color“ durch den Kopf geschossen ist. „Gun silver“ – Treffender hätte die Farbbenennung des Helms in Hochglanzsilber nicht ausfallen können. Der neue Dirthelm aus dem Hause TSG sieht aber nicht nur „wie aus der Pistole geschossen“ aus, sondern ist mit einem Gewicht von etwa 300 Gramm, das ist etwas mehr als ein Stück Butter, ein echtes Leichtgewicht! Wir haben uns den „TSG Superlight Solid Color“ mal „durch den Kopf“ gehen lassen!

Um es direkt am Anfang klarzustellen: Der Helm ist nicht nur in „gun silver“, sondern auch in „flat black“ erhältlich. Egal, für welche Variante man sich entscheidet, mit dem „TSG Superlight Solid Color“ erhält man einen Helm, der die Ansprüche an einen guten modernen Helm erfüllt. Dazu zählt vor allem das In-Molding Verfahren, bei dem die Schale und der Hartschaum miteinander verpresst werden. Im Gegensatz zu den „herkömmlichen“ Helmen, wo der Hartschaum mit der Helmschale nur punktweise verklebt wird, ist das Resultat des In-Molding Verfahrens eine vollständige(!) Verbindung und bietet daher eine superstabile Helmkonstruktion bei einem geringen Gewicht.

Der Kinnriemen lässt sich gut anpassen und bietet einen bequemen Klickverschluss. Somit ist auch ein Anziehen des Helms mit Handschuhen, ohne nervige Friemelei, möglich. Der Helm wird in zwei Größen angeboten – die optimale Anpassung an den Schädel geschieht mit den beigelegten Pads. Der Tragekomfort des Helms ist klasse! Der Helm passt wie angegossen – rappelt, wackelt und drückt nicht. Die Lüftungslöcher sind groß genug gehalten, um auch in heißen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Bemerkenswert und vor allem spürbar, treffender müsste es hier wohl nicht spürbar heißen, ist das Gewicht des Helms! Natürlich geht die Minimierung des Gewichts nicht auf Kosten der Sicherheit! Selbstverständlich erfüllt der TSG die Norm CE EN 1078!

Neuigkeiten gibt es zum Vertrieb von TSG Produkten in Deutschland. Vertrieben werden die TSG Produkte seit Juli 2007 von dem Dämpferspezialisten Shock Therapy in Hünstetten (www.shock-therapy.com).

Fazit:

Wieder einmal legt TSG die Messlatte für Dirthelme ein Stückchen höher. Der Spezialist für Skate- und BMX-Schutzbekleidung hat mit dem „TSG Superlight Solid Color“ einen Helm auf den Markt gebracht, der nicht nur Porno aussieht, sondern auch ein echtes Leichtgewicht ist!

Größen: S/M, L/XL
Farben: „gun silver“, „flat black“
Preis: etwa 70,00 Euro

Mehr Infos unter www.ridetsg.com

Languedoc-Roussillon – Es muss nicht immer die Provence sein! Reisetipp

300 Tage Sonnenschein im Jahr, eine Küstenlinie mit herrlichem Sandstrand von über 200 Kilometern Länge und dazu noch eine herrliche Bergwelt im Hinterland! „Jaaa“, werden sich jetzt viele denken, „das kann doch nur die Provence sein!“. Aber weit gefehlt, hier handelt es sich um die Region Languedoc-Roussillon, die im Schatten der Provence und der Cote D’Azur bei uns in Deutschland kaum Beachtung findet. Zu Unrecht, wie wir finden!

Das Gebiet der Region Languedoc-Roussillon erstreckt sich westlich von der Rhone bis zu den Pyrenäen und vom Mittelmeer bis in das Mittelgebirge der Cevennen im Zentralmassiv. Nicht nur kulinarisch hat diese Region einiges zu bieten, sondern eignet sich durch die perfekte Lage für jeden Urlaubertyp. „Sonnenbader“ kommen genauso auf ihre Kosten wie unsereins, die sich in den Bergen auf Trails mit unglaublichen Panoramen austoben wollen. Ein Paradies nicht nur für Biker, sondern auch für viele andere Aktivurlauber! Mit unserem Bericht über den „Lac du Salagou“ hatten wir euch bereits auf diese Region eingestimmt. Dieser herrliche Stausee inmitten einer roten Steinlandschaft ist faszinierend und atemberaubend zugleich. Um den See bieten ausgeschilderte VTT Routen die Möglichkeit, den See zu umradeln. Einen noch unbeschreiblicheren Ausblick auf den „Lac du Salagou“ bietet sich aber von der Spitze des „Montagne de Liausson“, der sich südlich des Lac erhebt. Friedlich liegt einem der See etwa 400 Höhenmeter tiefer zu Füßen.

Es lohnt sich wirklich, das Bike für einen Tag stehen zu lassen, um auf den ausgeschilderten Wanderwegen von Moureze durch den „Cirque de Moureze“, einer bizarren Gesteinswelt, zum Gipfel des „Montagne de Liausson“ zu gelangen. Gute Übernachtungsmöglichkeiten bietet die in der Nähe des Stausees gelegene ehemalige Bischofsstadt Lodeve mit der mächtigen gotischen Kathedrale. Von dort aus locken mehrere VTT Touren die Biker in die angrenzenden Berge. Obwohl die VTT Routen an sich schon sehr gut und teilweise sogar technisch ziemlich anspruchsvoll sind, lohnt es sich doch, den einen oder anderen Wanderweg auszuprobieren. Die Beschilderung der Wanderwege ist gut, sofern man eine gute Wanderkarte mit sich führt. Menschen trifft man in den weitläufigen Gebirgen kaum. Die Wanderwege sind zum Teil mächtig verblockt und führen oft auch in schwindelerregender Höhe am Hang entlang. Der Untergrund ist meist sehr steinig, oft mit losen kindskopf großen Steinen übersät.

Ein schöner Downhill bietet sich vom „Plateau des Cayroux“ mit dem Dolmen, einer Grabkammer aus Steinen. Der Weg ins mittelalterlich wirkende „le Puech“ mit seinen engen winzigen Gassen ist Adrenalin pur. Der Trail ist sehr verblockt und technisch. Natürlich muss auch hier auf Wanderer geachtet werden, da es sich um einen offiziellen Wanderweg handelt! Leider ist der Aufstieg sehr strapaziös! Ebenfalls spaßig ist die Tour vom „Plateau de l’Escandorgue“ mit den an einen Eierbecher wirkenden Turm über das „Plateau du Grezac“, wo wir auf die VTT Route 11 treffen. Nach kurzer Zeit verabschiedeten wir uns allerdings von der VTT Route und folgten dem Wanderweg GR71. Ein herrlicher Freeride beginnt, der einen bis nach Lodeve führt. Als unentbehrlich für die Planung der Touren und Ziele haben sich für uns, neben den regionalen Karten von IGN, zwei Reisebücher herauskristallisiert: Das aus dem Michael Müller Verlag stammende „Languedoc-Roussillon“ (ISBN 3-89953-214-7) und das vom DuMont Reiseverlag herausgegebene „Languedoc-Roussillon – Von der Camargue zu den Pyrenäen“ von Marianne Bongartz (ISBN 3-7701-7202-7). Beide Werke sind sehr gut recherchiert und bieten sehr viele Infos zu Land, Menschen, Kultur und Geschichte. Dann mal los!

iXS Battle Jacket – Die Protektorenjacke im Test

Man muss nicht mit außergewöhnlichen seherischen Fähigkeiten begnadet sein, um die Übermacht des italienischen Giganten im Bereich der Schutzbekleidung zu bemerken. Die Rede ist natürlich von Dainese. Lange Zeit konnte kein anderer Hersteller auch nur im geringsten an den zugegebenerweise sehr guten Safety-Produkten dieser Firma kratzen. Mit dem Battle Jacket bietet die iXS Sports Division allerdings eine Protektorenjacke, die dem italienischen Giganten mächtig auf den Pelz rücken kann.

Die Firma iXS muss ja wohl nicht mehr genauer vorgestellt werden! Neben des Angebots an sehr guten Bekleidungsstücken (die Shorties hatten wir bereits im Test) ist die iXS Sports Division Titelsponsor des deutschen und schweizer Downhillcups. Das schweizer Unternehmen sitzt sozusagen am Puls des Sports. Was liegt da näher, als den Schützlingen Schutzausrüstung anzubieten? Wir haben uns für euch mit dem iXS Battle Jacket in Schale geworfen. Neben einer sehr guten Verarbeitung begeistert das iXS Battlejacket vor allem durch die sehr gute Passform. Die Protektorenjacke sitzt wie angegossen. Das kannten wir bis dato nur von Dainese. Nichts zwickt, beisst oder engt gar den Fahrer ein. Die Jacke ist sehr gut belüftet, sofern man bei Protektoren von Belüftung sprechen kann. Die Form und die Größe der Kunststoffschalen sind ebenfalls optimal.

Der Rückenschutz ist im unteren Rückgratbereich mit einem Schwenkarm ausgestattet, um eine optimale Bewegungsfreiheit zu garantieren. Der Rückenschutz passt sich perfekt dem Rücken an! Die Protektoren weisen allerdings keine Aluwaben zur Energieabsorbierung auf, unserer Ansicht nach ein Nachteil gegenüber der Konkurrenz aus Italien. Bei der Polsterung des iXS Battle Jacket gibt es nichts zu kritisieren. Neben den üblichen Schutzbereichen wie Schulter, Ellbogen und Unterarm weist das iXS Battle Jacket zusätzlichen Schutz im Bereich der Nieren auf. Der Nierengurt zum Fixieren der Jacke und zum Schutz der Nieren kann ebenfalls voll überzeugen. Natürlich lässt sich der Rückenprotektor von der Jacke lösen, um ein Tragen der Jacke ohne Rückenschutz zu ermöglichen. Nur der Daumenschlaufe können wir nicht wirklich etwas abgewinnen.

Fazit:

Das iXS Battle Jacket ist definitiv mit Sinn und Verstand entwickelt worden und verdient höchstes Lob. Die guten Einstellmöglichkeiten runden das sehr gute Bild dieser Jacke ab.

Größen: S/M, M/L, L/XL
Preis: 239,95 Euro

Infos unter www.ixs-sportsdivision.com