SE Bikes OM Flyer Dollar – Test – Geld stinkt nicht!

Zugegeben, wir hatten schon viele Bikes im Test, aber noch nie verursachte ein Bike so eine Hysterie wie das OM Flyer Dollar von SE Bikes. Das OM Flyer Dollar ist komplett anders als alle anderen Bikes, die wir bis dato im Test hatten! Schon das Erscheinen am heimischen Spot verursachte geradezu einen Massenauflauf. Von einem schönen Teller alleine wird man aber bekanntlich nicht satt! Ist das OM Flyer also nur ein kleiner Appetitanreger oder doch ein ausgewogenes sättigendes Mahl?

Ausgereifte Serienmodelle – da kann meist nichts schief laufen. Zu Tausenden laufen die Bikes vom Fließband und meist sind die Kinderkrankheiten schon ausgemerzt. Messen sind für die Hersteller natürlich eine wunderbare Plattform für PR. Vorabmodelle schüren die Neugierde der Besucher auf die neuen Serienmodelle. Nicht immer entsprechen die Vorabmodelle und Messe-Muster zu 100% den späteren Serienmodellen. Da wird oft noch schnell was hergerichtet oder optisch angepasst. Wir hatten das OM Flyer Dollar als Messeausstellungsstück im Test, resultierend daraus weicht die Serie leicht von unserem Testbike ab. Wir lassen im Test natürlich nichts unerwähnt, weisen aber an entsprechender Stelle darauf hin. Doch kommen wir zum Kern des Tests. Um was genau handelt es sich bei dem OM Flyer Dollar eigentlich? Das OM Flyer ist im Grunde ein zu großes BMX, eigentlich ein viel zu großes BMX! Wie die Ur-Cruiser bewegt sich das Bike auf 26″ Laufrädern.

Wer jetzt meint, dass es dann vielleicht doch eher ein MTB wäre, wenngleich auch ein Singlespeed, tappt aber vollends im Dunkeln. Ehrlich gesagt, als BMX Veteran würde unsereins Magenkrämpfe bekommen, wenn SE Bikes in die Kategorie MTB rutschen würde! Die Traditionsmarke aus den USA, die schon vor über 30 Jahren für Furore sorgte, ist ein Meilenstein in der Fahrradgeschichte – in der BMX Geschichte – wir denken da nur mal an das legendäre PK Ripper! Ein Tatsache, die man selbst als eingefleischter Kuwahara-Fan nicht abstreiten kann – und auch gar nicht möchte. Der Vorbau und der Lenker zeigen auf, dass das OM Flyer definitiv nicht zur Kategorie MTB gehört und auch nicht gehören will! Die Front ist höher als beim Mountainbike und die Gabel ist starr – eine Federgabel wäre bei einem BMX ein schlechter Witz gewesen. Die Gene sind eindeutig BMX-lastig, was natürlich sehr erfreut, womit aber auch klar wird, dass das OM Flyer allerdings immer ein Nischenprodukt bleiben wird. Mainstream, nein, das will der OM Flyer Biker nicht wirklich!

Das OM Flyer gibt es in mehreren Ausführungen und in mehreren Farben, auch Jahrgangsmäßig wird immer wieder etwas verändert – womit wir wieder beim Thema Messe-Muster wären. Das OM Flyer besticht erstmal durch seine Optik. Bei der Lackierung bleibt einem echt der Atem weg! So eine geile Lackierung haben wir an einem normalen Bike wirklich noch nie gesehen! Die gute Nachricht ist, dass diese Lackierung Serie ist! Den Rahmen zieren 100 Dollar Noten, keine Stelle wurde ausgelassen und lassen das OM Flyer zu einem Kunstwerk werden! Wir von der Fraktur sind uns einig: Dem Designer gebührt ein Preis! Damit alles passt, wurde auch noch die Gabel (mit dem typischen Erscheinungsbild der Landing Gear) als auch der Lenker mit den 100 Dollar Noten verziert – frei nach dem Motto „Geld stinkt nicht!“. Bis hierher unterscheidet sich unser Bike noch nicht vom Serienmodell. Als gelungene optische Unterstützung dienen die goldenen Alex Felgen mit den grünen Naben, die goldene Sattelklemme, der grüne Sattel, die grünen Pedalen und der grüne BMX-Vorbau.

Der Vorbau und die Naben entsprechen zwar der Serie, wurden aber für die Messe kurzfristig von rot auf grün überlackiert. SE Bikes versprach uns, dass man sich beim Serienmodell diesbezüglich keine Sorgen machen müsse, da die meisten Teile in der Serie eloxiert wären. Ansonsten machte auch das Messe-Muster einen sehr guten Eindruck. Die Komponenten wurden gut ausgewählt, optisch als auch funktionell. Das wird zum Beispiel auch durch die dreiteilige BMX-Kurbel mit dem phatten BMX-Lager bestätigt. Der Rahmen besteht aus 6061 Aluminium und die Landing Gear Gabel aus Cr-Mo. Wer vom MTB kommt wird sich erstmal etwas umorientieren müssen. Die Haltung ist anders, die Front höher und dadurch ungewohnt. Die starre Gabel verzeiht nur wenig Fehler, dennoch ist das Bike aufgrund der Größe natürlich fehlertoleranter als ein 20″ BMX. Obwohl das OM Flyer wegen seiner Größe träger ist als ein 20″ BMX, lädt das OM Flyer dennoch zum Spielen ein. Wer dafür eine Vorderradbremse braucht, bekommt diese beim Serienmodell mitgeliefert.

Die Übersetzung gefällt sehr gut, sie stellt einen guten Kompromiss aus Beschleunigung und schneller Fahrt dar. Das 12,2 Kilogramm schwere Bike entwickelt sich auf dem Racetrack zu einem Geschoss. Für die Verzögerung ist eine stylische grüne Tektra Bremse verbaut, die hart zupackt. Uns nervte die Bremse mit gelegentlichen Klemmattacken, zum Beispiel bei 180’s aus der Bowl heraus mit anschließendem hartem Break. Der Grund lag beim Bremszug, aber auch hier soll es in der Serie keinerlei Probleme geben. Das OM Flyer lässt sich schön aus Cornern heraus beschleunigen und gefällt durch das direkte Handling. Fahrspaß ist garantiert – und neidische Blicke! Die Zielgruppe für das Bike? Man könnte sagen BMX orientierte coole Twens, der junggebliebene Oldschool-BMXer, der gemütliche Stadt-Cruiser oder einfach alle, die ein wenig OM sind! OM, das steht übrigens für „Old Man“, dem Nicknamen des SE Bikes Gründers Scot Breithaupt. Was wir uns wünschen würden? Einen etwas flacheren Lenker, Skinwall-Reifen und Oldschool-Pads 🙂

Fazit:
Einfach nur geil! Geniale Optik, gute Komponenten und garantierter Fahrspaß! Was will man mehr?

Preis: 800 USD

Vertrieb Deutschland: Advanced Sports GmbH

Ariete Glamour Goggle – Test MX Brille

Seit Ende letzten Jahres fungiert Mefo Sport als Importeur für die italienische Marke Ariete. Bei uns Mountainbikern ist Ariete bis jetzt allerdings eher weniger bekannt – dabei kann Ariete sogar mehrere Weltmeister aufweisen, von MX1 bis zu Enduro. Wir haben uns gedacht, was für einen Weltmeister in Ordnung geht, könnte vielleicht auch uns beglücken! Gesagt, getan und so ging es ab auf den Trail!

Machen wir uns nichts vor, das Auge fährt ja bekanntlich mit. Eine MX-Brille muss neben einer guten Funktion auch optisch ansprechend wirken. Wer will schon das hässliche schnelle Entlein auf dem MTB sein? Das Datenblatt der Ariete Glamour kann sich jedenfalls sehen lassen: Beschusssicheres kratzfestes Anti-Fog-Lexanglas mit Tear-Off-Pins und UV-Schutz sowie ein ausgeklügeltes Belüftungssystem. Was bei der Ariete Glamour auffällt, hier wurde nicht nur der Rahmen farblich schön gestaltet, sondern man hat sich auch beim Rahmendesign seine Gedanken gemacht. Mit den beiden Zacken im Bereich des Nasenrückens wirkt die Brille schon fast zornig, dazu kommen die dominanten Luftkanäle, welche das Strömungsverhalten des Fahrtwindes beeinflussen und so eine bessere Belüftung der Brille bewirken.

Das erste Überstreifen der Brille über den Helm lässt allerdings Skepsis aufkommen. Die Befestigung der Tear-Off Pins ist überdimensional groß und stört somit empfindlich den Seitenblick. Erstaunlich ist allerdings die Tatsache, dass auf der Abfahrt dann doch keine wesentliche Beeinträchtigung des Sichtfeldes bemerkbar war – wir Downhiller haben anscheinend doch einen starren Blick auf und für das Wesentliche! Wem das doch ein Dorn im Auge sein sollte, der kann die Pins mit ein wenig Fingerakrobatik entfernen – die Pins sind nur mit einer Drehung aufgesetzt und gesichert – ebenso lassen sich die Pins wieder einsetzen. Beim Entfernen der Pins bleiben jedoch je Pin drei kleine Löcher zurück, das ist natürlich nicht ganz optimal. Das Brillenglas lässt sich ohne Probleme dem Rahmen entnehmen und so gegen andere Gläser austauschen. Wer schon mal vergeblich ein Ersatzglas für seine MX-Goggle gesucht hat, wird die Ariete zu schätzen wissen. Der Handel bietet genug Ersatzgläser an und es passen auch die Gläser der anderen Ariete MX-Brillen.

Was sehr gut gefällt und absolut Sinn macht sind die Einkerbungen des Innenrahmens im Bereich der Nase. Der Rahmen passt sich sehr gut der Gesichts- und Nasenform an. Der Brillenrahmen ist dank der großen Belüftungslöcher und des Designs gut belüftet. Die ergonomische Form und der weiche Schaumstoff sorgen ihrerseits ebenfalls für einen hohen Tragekomfort. Das Gummiband besitzt natürlich einen Silikonstreifen, um ein Abrutschen vom Helm zu verhindern. Das Einstellen des Gummibandes bereitet ebenfalls keine Probleme, aber das setzen wir auch voraus.

Fazit:

Die Ariete Glamour vereint ein durchdachtes Design mit Tragekomfort und Funktionalität. Schöne Detaillösungen wie die Einkerbungen im Bereich der Nase werden sicherlich Nachahmer finden.

Preis: Knapp 57 Euro

Vertrieb: Mefo Sport – www.mefo.de

ABUS Salisbury und Xtreme easybag – Zwei Lenkertaschen im Test

Wer kennt es nicht? Bei langen Touren, besonders wenn sich diese über mehrere Tage erstrecken, ist das Packen des Reisegepäcks ein langwieriger und zeitraubender Aufwand. Man packt ein, stellt fest es ist zu viel, packt wieder aus, sortiert aus und packt wieder ein. Diese Prozedur wiederholt sich dann noch einige Male. Wenn man fertig ist stellt man fest, dass der Rucksack immer noch zu schwer ist. Eine Lösung wäre es, einen Teil des Gepäcks auszulagern und auf dem Bike, anstatt auf dem Rücken, zu transportieren. Wir haben deshalb für euch von ABUS die Lenkertasche ST 3350 KF Salisbury und von Xtreme die easybag Lenkertasche ans Bike geschraubt!

ABUS Lenkertasche ST 3350 KF Salisbury

Die Lenkertasche ST 3350 KF Salisbury bietet neben der Aufnahme des Gepäcks (immerhin 5,5 Liter Fassungsvermögen) den Vorteil, dass die Tourenkarte im handelsüblichen Querformat sichtbar im Blickfeld des Fahrers auf dem Deckel der Tasche in einer transparenten Hülle untergebracht werden kann. Besonders die sichtbare Aussparung für das GPS bzw. das Handy zeigt, dass man sich bei ABUS wirklich Gedanken bei dieser Lenkertasche gemacht hat. Die Hülle lässt sich natürlich komplett per Klett von der Tasche lösen. Doch bevor man mit der Tasche auf Reise gehen kann, muss die Tasche am Lenker befestigt werden. Das KLICKfix System ist ein einfach zu bedienendes Befestigungssystem mittels eines Adapters, bei dem die Tasche problemlos am Lenker befestigt und genauso unproblematisch wieder gelöst werden kann – und das ohne Werkzeug. Die notwendige Trägerplatte wird mit zwei Schraubklemmen am Lenker besfestigt und mit einem Seilzug gehalten. Der Seilzug wirkt den hohen Kräften entgegen, die durch die Last in der Tasche und den permanenten Erschütterungen durch das Fahren entstehen. Das System klappt ausgezeichnet, allerdings muss man auf den Durchmesser des Lenkers achten, da die Schellen nur für einen Lenkerdurchmesser von 22 bis 26 mm mitgeliefert werden. Im Zubehör sind allerdings KLICKfix-Schellen für Oversized-Lenker mit einem Durchmesser von 31,8 mm erhältlich – wenn nötig, dann also direkt mitbestellen! Sollte kurzfristig kein Adapter verfügbar sein, kann man sich notfalls mit Kabelbindern weiterbehelfen. Die Tasche ist gut gepolstert und bietet neben einem Tragegurt einen Regenschutz. Die Reflektorstreifen und die verschiedenenen Staufächer (die äußeren Fächer sind natürlich verschließbar) gefallen uns sehr gut und verdienen Lob. Der Lenkeradapter ist laut Hersteller bis zu 7 Kilogramm belastbar, allerdings würden wir empfehlen, aus Sicherheitsgründen wegen des hohen Schwerpunktes deutlich unter dieser Belastung zu bleiben. Der Preis von knapp 60 Euro ist bei der hohen Qualität und den durchdachten Detailslösungen absolut gerechtfertigt.

Xtreme Lenkertasche easybag L-T-S 3 WP

Deutlich günstiger in der Anschaffung ist die sytlische Xtreme Lenkertasche easybag L-T-S 3 WP. Diese kostet mit 33,90 Euro auf den ersten Blick fast nur die Hälfte der ABUS Lenkertasche. Doch der Eindruck täuscht! Wie die ABUS wird auch die Xtreme Lenkertasche mit dem KLICKfix System am Lenker befestigt. Da der Lenkeradapter nicht zum Lieferumfang gehört, muss der Adapter separat mitbestellt werden. Somit summieren sich zu dem Preis der Lenkertasche die Anschaffungskosten des Adapters – immerhin 15,90 Euro! Somit schrumpft der Preisvorteil der Xtreme Lenkertasche deutlich! Die Lenkertasche bietet ein Fassungsvermögen von 6 Litern und bietet im Frontbereich ein Netzfach für diverse Dinge. Die für die Tour nötige Karte kann in der transparenten Hülle auf dem Deckel im Sichtfeld des Fahrers untergebracht werden. Leider müssen wir hier eine große Kritik aussprechen! Handelsübliche Tourenkarten im Querformat passen nur nach großem Kampf in die Hülle. Nach mehreren Tagen ergab sich die Hülle als Fetzen, was uns bei der Tour schon sehr verärgert hat. Natürlich lässt sich auch bei der Xtreme easybag die Hülle per Klett von der Lenkertasche lösen und so auch gegen eine neue Hülle austauschen. Optisch kann die Tasche sehr punkten, da sie sich durch die runde Bauweise deutlich von den üblichen Lenkertaschen abhebt. Mit dem Schultergurt ausgestattet kann man diese auch schön als normale Alltagstasche, z. B. für die Kamera, durch die Stadt tragen. Ernüchternd ist der Blick in den Innenraum der Tasche. Die Lenkertasche ist mehr wie ein Hardcase aufgebaut und nicht gepolstert. Ebenfalls vermissen wir verschiedene Verstaumöglichkeiten. So kann es schon mal passieren, dass der Schlüssel auf einer Tour mächtig durch Klappern auf dem Taschenboden nervt. Dafür lässt sich der vernähte Nyloninnensack mit einer Kordel verschließen und durch die Bauweise benötigt die easybag Lenkertasche keinen Regenschutz – sie ist von Haus aus regendicht! Der Deckel der Tasche wird mit einem Klettverschluss verschlossen, wir waren zwar erst skeptisch, aber der Verschluss hält. Für uns eine schöne und praktische Lenkertasche für den täglichen Einsatz in der City, unserer Meinung nach für die Tour aber nur bedingt empfehlenswert.

KLICKfix System

Das KLICKfix System ist wirklich eine feine Sache. Die Montage des Adapters ist unkompliziert und sollte für jeden geübten Schrauber kein Problem darstellen. Die Taschen werden oben eingehakt und mit einem Klick eingerastet. Das Lösen der Tasche vom Adapter geschieht ebenfalls sekundenschnell. Somit ist die Lenkertasche mobil und kann beim Verlassen des Fahrrades mitgenommen werden, ohne Werkzeug und ohne Stress. Der Adapter darf laut Angaben bis maximal 7 Kilogramm belastet werden, wir empfehlen aber wegen der Lenksicherheit deutlich unter dieser Grenze zu bleiben. Wir hatten auf unserer Tour die Lenkertaschen mit knapp 4 Kilogramm beschwert, was wir als guten Kompromiss empfanden. Man gewöhnt sich aber schnell an das Gewicht und die merkbar trägeren Lenkbewegungen. Für die Tour absolut top und empfehlenswert!

Dortmund-Ems-Kanal-Route – Vom Ruhrpott bis an die Nordsee

Die Telefone klingeln aus allen Ecken des Büros, das Stimmenwirrwarr überflutet nicht nur den Raum, sondern auch das Wahrnehmungsvermögen. Die Geduldsgrenze ist schon lange überschritten! Chefs, welche die Arbeitsleistung nicht zu schätzen wissen, sorgen für die ersten Magengeschwüre. Die positive Energie, die man mal in sich hatte, verpufft angesichts sinnloser Arbeiten. Es ist Zeit für einen Break! Egal ob Burnout oder Boreout, dem Alltag entfliehen heißt Abschalten, Kräfte sammeln und (wieder) zu sich selbst zu finden. Für alle, die sich den Kopf frei fahren müssen oder einfach eine schöne Tour fahren wollen, haben wir die DEK-Tour abgecheckt. DEK steht für Dortmund-Ems-Kanal – wir sind für euch von Dortmund nach Norddeich gefahren.

Wieso ausgerechnet die DEK-Route? Wieso als Startpunkt ausgerechnet Dortmund uns als Ziel die Nordsee? Fragen, die berechtigt, aber auch einfach zu beantworten sind. Da wir im Ruhrgebiet ansässig sind macht Dortmund als Startpunkt natürlich Sinn. Man kann natürlich die Tour erweitern, wenn man außerhalb von Dortmund startet, wie zum Beispiel mit der Einbindung des Rhein-Herne-Kanals. Die Nordsee wählten wir als Ziel, weil wir zum Meer wollten – ihr erinnert Euch – Stress! Das Meer soll ja bekanntlich sehr beruhigend wirken. Die DEK-Route führt direkt nach Norddeich und ist bestens ausgeschildert womit ein langes planen nicht nötig wurde. Ein weiterer Vorteil: Da die Route meistens direkt am Kanal entlang läuft, wird der Anteil der Straßenkilometer minimiert. Noch ein Vorteil dieser Tour: Auch technisch weniger versierte Radler können diese Tour bestreiten, wenngleich ein wenig Sitzfleisch und Ausdauer vorhanden sein sollten. Aufgrund der fehlenden Höhenmeter gilt diese Tour auch als Einstiegs-Mehrtages-Tour. Im Laufe der Tour kommen laut Routenbeschreibung 355 Kilometer zusammen, bei uns waren es durch Umleitungen, eine leichte Routenabweichung und Hotelsuche 405 Kilometer. Mit im Gepäck hatten wir die zwei bikeline Radtourenbücher „Ems-Radweg“ (ISBN 978-3-85000-041-3) und „Nordseeküsten-Radweg 2“ (ISBN 978-3-85000-054-3) aus dem Esterbauer Verlag. Aber Achtung! Man sollte auf keinen Fall den Ems-Radweg mit der DEK-Route verwechseln, auch wenn sich diese zum Teil überschneiden. Im bikeline Radtourenbuch „Ems-Radweg“ ist die DEK-Route bis Emden allerdings mit aufgeführt. Ab Emden haben wir die Tour ein bisschen abgeändert, womit „Nordseeküsten-Radweg 2“ unser Wegweiser bis Norddeich wurde.

Vorweg gesagt…durch die super Ausschilderung der DEK-Route vor Ort kommt man auch ohne Tourenbücher klar, aber die Tourenbücher verschaffen einen sehr schönen Überblick über die Tour und nur mit den Tourenbüchern kann man auch sein Tagespensum vernünftig planen. Die Bücher enthalten neben den Karten auch noch viele nützliche Tipps und Hinweise. In wieviel Tagen man diese Tour bestreiten möchte, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wer mit mehreren Radlern auf die Tour geht, sollte sich immer am schwächsten Fahrer orientieren – sonst wird aus Lust schnell Frust. Wir planten etwa 70 Kilometer am Tag, neben dem Radfahren sollte auch der Aufenthalt in den Übernachtungsorten nicht zu kurz kommen. Es gibt viel zu sehen und zu erkunden, da wollten wir nicht nur durch die Orte hechten. Unsere Tagesziele bzw. Übernachtungen waren grob etwa: Münster, Rheine, Meppen, Papenburg, Emden und die letzten Nächte am Ziel in Norden. Wir hatten uns als Reisezeit für den Monat Mai entschieden, der bekanntlich angenehmes frühlingshaftes Wetter verspricht – so natürlich nicht bei uns! Es war arschkalt und der Gegenwind begleitete uns von Dortmund bis nach Norddeich. Um den eisigen Wind erträglicher zu machen, wurde die Regenbekleidung als Windbreaker übergestreift. In Lingen wurden dann noch Winterhandschuhe gekauft und in Papenburg folgte der Kauf von warmer langer Unterwäsche. Wir hatten uns zwar auf Kälte vorbereitet, aber es wurde schlimmer als gedacht. Ein weiterer Nachteil dieses Wetters war, dass sehr viele Lokalitäten auf der Route geschlossen hatten. Der Vorteil: Wir waren fast über die gesamten Route alleine unterwegs. Auch die Hotelzimmersuche gestaltete sich überwiegend sehr stressfrei.

Wir sind die Tour natürlich mit Mountainbikes gefahren, ausgestattet mit Lenkertasche, Gepäckträger samt Seitentasche sowie Rucksack. Von der Streckenbeschaffenheit kann man ohne Probleme auch zu einem Trekking-Rad oder einem normalen Tourenrad greifen – angesichts des Gepäcks wäre das vielleicht sogar sinnvoller. Der Untergrund ist immer befestigt und stellt sich als ein Wechsel aus festem Schotter, festgefahrenem Lehmboden und Asphalt dar. Wilde Geländeritte muss und darf man also nicht erwarten. Die Höhenmeter halten sich wirklich sehr in Grenzen, lediglich an Brücken und kurz vor Lingen muss man mal etwas mehr kurbeln. Das eigentliche Problem bei unserer Tour war wie gesagt der Gegenwind, der irgendwann sehr nervend wurde. Landschaftlich wandelt man von Westfalen in das Emsland und dann nach Ostfriesland. Felder und Wälder wechseln sich ab, auch streift man viele kleine Dörfer, die zum Verweilen einladen. Wie viele Schleusen man passiert, können wir nicht sagen. Wir haben nicht mitgezählt, aber es sind etliche Schleusen. Viele Schleusen haben in ihrer unmittelbaren Nähe eine Lokalität – diese hatten, wie bereits erwähnt, aufgrund des Wetters aber meist geschlossen. Wie vielen der unzähligen Deichschafe auf der Tour wir prophezeit haben, abends bei uns auf dem Teller zu landen, können wir auch nicht mehr sagen 🙂 Doch nicht nur landschaftlich gefällt diese Tour, sondern auch die Gastfreundschaft und die Freundlichkeit gegenüber Radfahrern begeistert. Ob wir diese Tour empfehlen können? Hier gibt es von uns ein hundertprozentiges Ja! Schon ab dem Dortmunder Bahnhof wird dem Radler die DEK-Route mit dem DEK-Routen-Schild gewiesen. Die Kennzeichnung der Tour ist über die gesamte Tour vorbildlich, was allerdings nicht verwundert, da diese Tour sehr beliebt ist und auch (oder gerade) von vielen älteren Radfahrern gefahren wird. Direkt an der Dortmunder Stadtgrenze gab es die erste Umleitung, die uns kurzzeitig vom Kanal wegführte. Auch hier war die Beschilderung sehr gut, weshalb man sich deswegen keine Sorgen machen sollte. An Henrichenburg vorbei, dem alten beeindruckenden Schiffshebewerk, ging es ohne größere Probleme in Richtung Münster. Kurz vor Münster quartierten wir uns für die erste Nacht ein. Das Schöne im Mai: Es ist Spargelzeit und vom Niederrhein und aus dem Münsterland kommt hervorragender Spargel – also unbedingt mal antesten, was wir an diesem Abend auch ausgiebig taten!

Für den nächsten Tag hatten wir uns als Tagesziel Rheine vorgenommen. Kurz vor Rheine passierten wir das „Nasse Dreieick“ bei Hörstel, wo der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt. Natürlich hatten wir auch ein weinendes Auge: Man ist hier direkt am Fuße des schönen Teutoburger Waldes unterwegs und die sichtbaren verlockenden Höhenmeter lassen des Mountainbikers Herz bluten – bei der DEK-Tour lassen wir den Teutoburger Wald leider rechts liegen! Wir trösten uns anders! Ein schöner Biergarten lädt zum Verweilen ein und das Wetter war zumindest so gut, dass man diesen Tag hier ausklingen lassen konnte. Neben einem Restaurantbetrieb kann man sich hier auch ein Zimmer für die Nacht anmieten. Die Zimmeranzahl ist allerdings sehr begrenzt, also während der beliebten Reisezeit vorher mal nachfragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Route nicht zu verlassen brauchte. Auch wenn wir uns vorab als nächstes Ziel eigentlich Lingen vorgenommen hatten, haben wir uns letztendlich für Meppen entschieden, da wir uns unbedingt in Papenburg einquartieren wollten. Dennoch haben wir Lingen einen Besuch abgestattet. Um die Innenstadt zu erreichen, muss man die Route verlassen, aber die eiskalten Finger riefen nach wärmeren Handschuhen und nach einer warmen Tasse Kaffee. Also Kaffee getrunken, Handschuhe gekauft und wieder auf die DEK-Route eingefädelt. In Meppen gestaltete sich die Hotelsuche ein bisschen konfuser. Hotels gibt es genug, aber die Angst vor den Zimmerpreisen ließ uns ein wenig in der Stadt rotieren. Wir sind dann im Hotel Pöker untergekommen und das Zimmer als auch das Frühstücksbuffet waren erstklassig – und das zu humanen Preisen. Wo auch immer man sich auf dieser Tour einquartiert, aber man sollte auf jeden Fall Papenburg berücksichtigen! Diese kleine Stadt hat ein unglaubliches Flair und bietet neben den vielen Kanälen sehr viele Sehenswürdigkeiten. Im Stadtkern kann man auf den Kanälen Nachbauten traditioneller Schiffe bewundern und die Meyer Werft ist durch den Bau von Kreuzfahrtschiffen weltberühmt. Auch wenn Papenburg nicht an der DEK-Route liegt, hier sollte man auf jeden Fall einen Abstecher machen! Leider war bei uns das Wetter suboptimal – wie muss es erst sein, wenn bei schönem Wetter die am Kanal gelegenen Cafe’s, Kneipen, Biergärten und Restaurants auf haben bzw. draußen Sitzmöglichkeiten bieten? Eine Übernachtungsmöglichkeit findet sich im Hotel Walker unweit der City. Ein sehr gutes italienisches Restaurant findet ihr mit Sale-E-Pepe im Stadtkern, mit Jameson’s Pub einen richtig geilen Irish Pub.

Die weitere Tour nach Emden hat uns von der gesamten Tour am wenigsten gefallen. Wir waren aber selber schuld – um uns die Fähre von Ditzum nach Petkum zu ersparen, sind wir direkt rechts der Ems nach Emden gefahren. So sind wir etliche Kilometer auf asphaltierten Radwegen direkt neben der Straße gefahren und das Wetter setzte sich uns auch entgegen. Die eigentliche Route soll dagegen sehr viel ansprechender sein, so erzählte man uns nachher – und die Überfahrt mit der Fähre wäre auch kein Problem. In Emden angekommen haben wir uns direkt ein Fremdenzimmer gesucht, um die Finanzen nicht zu sehr zu schröpfen. Einen kulinarischen Tipp können wir auch geben: Frische Maischolle! Selbst als Nicht-Fischesser ein Genuss! Bis nach Emden sind wir mit dem bikeline Radtourenbuch „Ems-Radweg“ gekommen, ab Emden muss man sich neu orientieren. Das bikeline Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 2“ führt den Radler an der Küste über Norddeich bis nach Hamburg. Wir sind aber erstmal bis kurz vor Marienhafe der ausgeschilderten DEK-Route gefolgt, dann sind wir westlich nach Greetsiel gefahren, einem kleinen beschaulichen und von Touristen überlaufenen Fischerdörfchen. Man fährt bis hier nur noch über asphaltierte Feldwege. Von Greetsiel bis Norddeich folgten wir der im Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 2“ vorgeschlagenen Route. Wenige Kilometer hinter Greetsiel sahen wir zum ersten Mal die offene Nordsee. Nach 405 Kilometern erreichten wir Norddeich – das Ziel unserer Reise – bei Sonnenschein 🙂

Uvex Maxx – Test Sportbrille – Wer wird denn aus dem Rahmen fallen?

Abseits der festgetretenen und etablierten Pfade im Bereich der Sportbrillen schreitet Uvex mit der Sportbrille Maxx. Wo andere Hersteller mit Wechselgläsern, Wechselnasenbügeln und Wechsel-wer-weiß-was dicke Geschütze auffahren, präsentiert sich die Uvex Maxx sehr schlicht – man könnte schon sagen puristisch! Nach dem Motto „weniger ist manchmal mehr“ zeigt sich die Uvex Maxx selbstsicher und chic – und das Ganze zu einem Preis von knapp 30 Euro. Der Preis ist heiß, aber kann die preiswerte Uvex auch noch mit anderen Eigenschaften punkten?

Der Preis ist natürlich heiß, ebenso wie die Optik der Maxx. So puristisch diese Brille auch sein mag, beim Style hat Uvex nicht gespart. Die Maxx ist anders, sie besitzt keinen Rahmen und keine (einzelnen) Gläser, sie ist rahmenlos oder besser gesagt, der Rahmen und die Gläser bilden eine Einheit. Durch diese Form bietet sich natürlich eine ganz besondere Optik – mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen. Somit ist schon klar, dass man bei verschiedenen Lichtbedingungen mit einer Brille nicht auskommt. Das sollte kein Problem sein, die Uvex Maxx gibt es in folgenden Ausführungen: Black, brown, orange und clear. Diesbezüglich bleiben schon mal keine Wünsche offen – auch wenn man so mit einer einzigen Brille wohl nicht auskommen wird. Die Uvex Maxx sitzt angenehm und verrutscht nicht, sofern sie von Anfang an passt. Leider bietet Uvex die Maxx nur in einer Größe an, zudem lässt sich die Brille nicht weiter einstellen. Die Brillenbügel passen sich optisch hervorragend in das Gesamtbild der stylischen Brille ein, auf der Nase sitzend wirkt die ganze Brille wie aus einem Guss. Punkten kann die Brille neben dem Gewicht auch mit den soften Bügelenden – nichts drückt oder verrutscht. Weshalb Uvex den Nasenbügel nicht ebenso gummiert hat, steht für uns allerdings in den Sternen.

Das Sichtfeld ist ausgezeichnet und verdient höchstes Lob. Trotz der starken Krümmung der Linse(n) bzw. der Brille bleibt die Sicht absolut verzerrungsfrei. Uvex wirbt nicht nur mit dem Motto „Uvex – Protecting people“, sondern sorgt auch bei der Maxx mit 100% UV-Schutz für den Schutz der Augen – mal ganz abgesehen vom Schutz vor Zugluft. Diesbezüglich gibt es von unserer Seite volle Punktzahl. Doch ein sehr wichtiges Kriterium war für uns auch die Beschlagfreiheit der Maxx. Im Winter musste sich die Uvex den harten Bedingungen stellen. Zum Testende hatten wir ein lachendes und ein weinendes Auge. Lachend deshalb, weil die Beschlagfreiheit der Maxx wirklich ganz hervorragend ist. Selbst unter widrigsten Bedingungen, mit erhöhter Atmung bei Tiefstwerten weit unter Null Grad und gleichzeitiger Beeinträchtigung der Luftzirkulation durch eine Gesichtsmaske, kann die Antifog Beschichtung wirklich überzeugen. Da haben die Ingenieure sehr gute Arbeit geleistet! Kommen wir aber noch zum weinenden Auge! Leider scheint die Uvex Maxx das Streusalz von den Streudiensten im Winter nicht zu verkraften, die Beschichtung warf Blasen und löste sich. Das sollte und darf natürlich nicht sein. In so einem Fall würde man dann natürlich gerne die Gläser wechseln…

Fazit

Die Uvex Maxx sieht chick aus, ist preisgünstig, bietet 100% UV-Schutz und ist zudem mit einem Preis von knapp 30 Euro wirklich preiswert. Durch unsere Erfahrungen im Winter können wir der Brille aber leider nur eine bedingte Empfehlung aussprechen!

Preis: 29,95 Euro

Mehr Infos unter www.uvex-sports.de

Luganer See – Paradies zwischen dem Lago Maggiore und Comer See

Oberitalienische Seen – wer denkt da nicht an den Lago Maggiore oder das Bikerparadies schlechthin, dem Gardasee, das begehrte Ziel vieler Alpencrosser. Viele werden jetzt die Hand heben und zu Recht auf den Comer See und den Luganer See verweisen. Es gibt tatsächlich eine kaum überschaubare Anzahl von Seen in Oberitalien, jeder See ist für sich einen Besuch wert und erzählt dem Besucher seine Geschichten. Doch wie so oft im Leben muss man sich entscheiden und so viel die Wahl, zumindest für dieses Mal, auf den Luganer See, dem Lago di Lugano.

Der Vorteil der oberitalienischen Seen liegt klar auf der Hand – sie sind gut von Deutschland aus zu erreichen, oft sogar mit der Bahn. Der Luganer See war Neuland und die gute Verbindung vom Ruhrpott bis nach Lugano machte dieses Reiseziel besonders interessant. So ging die Reise diesmal also ins Tessin, genauer gesagt mit der Bahn nach Lugano und von dort aus mit dem Bike auf die italienische Seite des Lago di Lugano. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Lugano eine der größten Bankenmetropole in der Schweiz ist, dementsprechend hoch sind dort auch die Zimmerpreise angesiedelt. Natürlich lockt in Lugano das Nachtleben mit diversen Pubs und Cafes. Um nach Italien zu gelangen muss man sie passieren! Bei uns am Niederrhein schon lange nicht mehr gesehen und mittlerweile total ungewohnt: Grenzbeamte! Okay, es ist schon komisch, wenn man am späten Abend auf dem Bike sitzend und bepackt wie ein Esel über die Grenze rollt. Nach anfänglichem Zögern der Beamten wurde man dann aber doch durchgewunken ohne kontrolliert zu werden. Ein großer Teil des Luganer Sees lässt sich auf der Uferstraße umfahren, wer denn mal eine komplette Umrundung in unmittelbarer Nähe des Sees plant, der dürfte enttäuscht sein – komplett geht es nicht! Wer sich in diese Region wagt, dem sollte eines klar sein – hier gibt es Berge!

Dementsprechend sind die Straßen. Die direkt am See befindlichen Straßen sind aufgrund der Landschaft zum Teil recht eng, einen Radfahrweg gibt es nicht. Das heißt also, dass man sich die Straße mit Autos, LKW’s und Bussen teilen muss – nicht immer ein prickelndes und besonders sicheres Vergnügen. Wenn man erstmal an seinem Urlaubsort ist, sieht die Sache meist schon anders aus – bei guter Lage der Pension oder des Hotels kann direkt in die umliegende Berglandschaft aufgebrochen werden. Für Mountainbiker unerlässlich ist eine gute Wanderkarte. Diese Region scheint auf den ersten Blick fest in der Hand von Rennradfahrern zu sein, die ohne Erbarmen die kleinen asphaltierten Serpentinenstraßen in die Berge hochpeitschen. Für uns kommt natürlich nur das Fahren abseits der Straßen in Frage, Wanderwege gibt es mehr als genug. Das Wanderwegenetz ist wirklich gut ausgebaut, aber nicht alles, was auf der Wanderkarte wirklich gut aussieht, gestaltet sich in der Praxis auch besonders gut. Vermeintlich kleine Trails sind Waldautobahnen, andere großwirkende Wanderwege sind so verblockt, dass man mehr trägt als schiebt – besonders bergauf. Ein bisschen Experimentierfreude sollte also vorhanden sein 😉

Besserwisserisch, wie wir nun mal sind, haben wir den Reisetermin für Anfang März angesetzt. In Deutschland war es zu dieser Zeit schweinekalt, wer erinnert sich nicht daran?! Die Temperaturen waren am Luganer See etwa 5 bis 6 Grad höher als in Deutschland, nach dem vorangegangenen Winter schon eine richtige Wohltat. Als in Deutschland Schnee fiel, konnte man in den Bergen oberhalb des Luganer Sees sonnenbaden, wenn natürlich auch nur bedingt. Tatsächlich war es so, dass in windgeschützten Bereichen das Gesicht die wärmenden Sonnenstrahlen geradezu aufsog – ohne Jacke ging es aber auch hier nicht – noch nicht. Natürlich liegt zu dieser Jahreszeit auch hier ab einer gewissen Höhe Schnee, immerhin befindet man sich in den Alpen und nicht auf einer Kanarischen Insel. Ab einer Höhe von etwa 600 Metern tauchten die ersten Schneefetzen auf dem Boden auf, welche mit jedem weiteren Meter in die Höhe anwuchsen. Das Biken war also nur in den unteren Bereichen der Berge möglich. Angesichts der unerschöpflich wirkenden Bergwelt nur ein kleines Manko. Ein Wermutstropfen ist natürlich, dass Spots wie zum Beispiel der Bikepark und Downhill am Monte Tamaro (Rivera), nördlich von Lugano, zu dieser Jahreszeit aufgrund der Witterung und der Höhenlage kein Ziel darstellen. Wer aber dem grauen Alltag in Deutschland entfliehen will, der ist am Lago di Lugano richtig!

Es erwartet einen eine unglaubliche Landschaft. Das Reisegepäck sollte man umfangreich auswählen, wichtig ist warme atmungsaktive Bekleidung. Trotz der Sonne, die schon mächtig Kraft hat, kann hier ein richtig eiskalter Wind pfeifen. Auch hier ist noch Winter, allerdings mit den Palmen am Ufer ein wenig anders als bei uns 😉 Schön ist, dass man selbst zu dieser Jahreszeit keine Probleme bei der Suche nach einer Unterkunft hat – man hat sich dem Tourismus gewidmet. Das Ziel dieser Reise und Ausgangspunkt für die Tagestouren war das kleine und bezaubernde Örtchen Brusimpiano – wie gesagt auf der italienischen Seite. Selbst wenn der Lago Maggiore oder der Gardasee bei uns bekannter sind als der Lago di Lugano, an Touristen fehlt es hier nicht. So ist alles auf den Tourismus ausgelegt und man findet selbst in kleinen Örtchen wie Brusimpiano schöne und bezahlbare Unterkünfte und Restaurants – so wie dieses kleine Steakhaus an der Hauptstraße. Die Italiener sind ein stolzes Volk, stolz auf ihr Land und auf ihre Sprache. Mit Englisch, Französisch oder Deutsch kommt man meist nur bedingt weiter. Eigentlich verständlich, man ist Gast in diesem Land und hat sich dementsprechend zu verhalten – es ist natürlich immer schön, wenn man dann doch verstanden wird 😉 In den Restaurants oder im Hotel gab es allerdings nie Verständigungsprobleme.

Doch wollen wir nicht abschweifen! Es geht hier natürlich ums Biken, und das kann man mehr als genug. Die Seen Lago Maggiore und der Comer See liegen in unmittelbarer Nähe des Luganer Sees und bilden somit ideale Ziele für eine Tagestour. Neben dem bereits genannten Bikepark und Downhill am Monte Tamaro nördlich von Lugano findet sich südlich des Luganer Sees der Bikepark Darkglow. Dieser kleine und unbekannte Spot war allerdings noch geschlossen, obwohl dieser von der Höhenlage kaum über dem See liegt. Ein Befahren wäre theoretisch also möglich gewesen. Wer also mal am See ist, sollte den Spot, der zwischen den Orten Bisuschio und Besano liegt, einen Besuch abstatten. Neben einer Dirtline und einer Line mit kleinen Jumps findet sich dort eine Dualslalompiste und diverse Obstacles. Angrenzend an den Lago di Lugano sind hohe Berge wie beispielsweise der Monte Bre im Osten mit einer Höhe von 925 m oder dem Monte San Giorgio mit einer Höhe von 1097 Meter, der sich zwischen den beiden südlichen Zipfeln des Sees befindet. Der See selber liegt bei einer Höhe von etwa 271 Metern.

Bei einer Fahrt um den Luganer See kann sehr schnell (auch unbeabsichtigt) die Landesgrenze überschritten werden. Man sollte sich also immer ausweisen können! Sprachlich bleibt es allerdings gleich, da es sich hier um die itlienischsprachige Schweiz handelt. Die optimale Reisezeit ist – nicht der März!!! Auch wenn der See schon viel zu bieten hat, empfiehlt sich definitiv eine spätere Anreise – zumindest, wenn man mit dem Bike unterwegs ist. Die Touren mit dem Bike können dann zu den Gipfeln führen und der Bikepark bzw. die Bikeparks laden zum Abrocken ein. Abends kann man den Sonnenuntergang am See auf einer Bank an der Promenade oder im Cafe sitzend genießen, ohne zu zittern und zu frieren. Sobald im März die Sonne dem Tag den Rücken kehrt, kann es trotz des vergleichsweise milden Klimas mächtig kalt werden. Von seinem meditarnen Flair büßt der Lago di Lugano dennoch nichts ein. Nicht umsonst gilt der Strand bei Lugano als die Riviera des Tessins.

Uvex Downhill Jet Fighter – Born to fly – Helmtest

Ende 2005 hatten wir den UVEX Downhill Helm im Test. Seit über vier Jahren versieht der Helm nun bei uns schon seinen Dienst und noch immer sind wir von diesem Helm sehr angetan. Die Zeit und diverse Bodenproben haben allerdings deutliche Spuren hinterlassen – Zeit also für einen neuen Helm! Wie gerufen scheint der UVEX Jet Fighter jetzt in die Fußstapfen seines Vorgängers treten zu wollen. Neu heißt aber nicht immer gleichzeitig besser! Wir waren sehr gespannt auf den „Neuen“!

Der Uvex Jet Fighter wurde gründlich überarbeitet. Nicht nur die Lackierung zeigt sich in einem völlig neuen Gewand, sondern auch die Schale aus Polycarbon und das Innenfutter. Der Helm zeigt sich deutlich runder und kompakter, wirkt aber immer noch sehr markant. Erstaunlich ist die Kinnpartie, obwohl diese beim Vorgänger deutlich ausgeprägter zu sein scheint, bietet der neue Helm mehr Platz im Kinnbereich. Die Lüftungslöcher des UVEX wurden überarbeitet und sind bei dem neuen Helm etwas kleiner, dafür aber mit einem Metallgitter abgedeckt und wirken mehr in den Helm integriert, was der Optik sehr gut tut! Beim Thema Belüftung kann aber auch der Nachfolger, wie schon der Uvex Downhill, nicht viele Punkte holen – diese fehlenden Punkte holt sich der Jet Fighter in anderen Bereichen. Erstaunlich ist das Gewicht des Jet Fighter. Mit einem Gewicht von knapp 910 Gramm bei der Größe M bleibt dieser sogar noch um einiges unter dem Gewicht des alten Helms, welcher ja auch schon beeindruckend leicht war. Trotz aller Änderungen bietet der „Neue“ einige nette Details des „Alten“.

So ist der Hinterkopfbereich des Helms im Bereich des Brillenbandes wieder etwas abgesetzt, um ein Verrutschen der MX-Brille zu verhindern. Optisch gefällt uns auch diese Lösung bei dem Jet Fighter deutlich besser als beim Vorgänger. Das Sichtfeld ist top, weder der Kinnbereich noch der höhenverstellbare Helmschirm stören. Die MX-Brillen passen hervorragend. Ebenfalls überarbeitet ist das Innenfutter, wobei wir auch bei dem alten Innenfutter nichts auszusetzen hatten. Das Innenfutter ist antibakteriell, hautfreundlich, lässt sich entnehmen und waschen – Punkte, die wir auch schon beim Vorgänger sehr lobenswert fanden. Der Verschluss wurde komplett überarbeitet und statt dem ansehnlichen Gurt-Verschluss-System versieht jetzt ein Plastikklickverschluss seinen Dienst. Funktioniert tadellos und ist leicht zu bedienen. Ein Plus dieses Systems ist sicherlich das Gewicht, aber ob dieser ebenfalls so viel aushält wie der alte Verschluss wird sich in den nächsten Jahren herausstellen 😉 Derzeit gibt es für uns aber keinen Grund zum Nörgeln.

Der Kinnriemen ist gepolstert und lässt sich schnell und einfach anpassen. Die matte Lackierung des Jet Fighter ist der absolute Hammer! Noch nie wurde unsereins so oft auf einen Helm angesprochen wie es bei dem Jet Fighter der Fall ist. Da haben die Designer von Uvex genau den richtigen Riecher gehabt! Der Helm sitzt also nicht nur gut, man sieht auch noch gut darin bzw. damit aus – und der Helm vermittelt ein gutes und sicheres Gefühl! Eigentlich bräuchte man es bei Uvex nicht erwähnen, aber wir tun es trotzdem: Der Helm erfüllt natürlich die gängigen Sicherheitsnormen wie die EN 1078. Übrigens: Der Helm ist neben dem Jet Fighter auch als coole Skull Version erhältlich. Unbedingt mal anschauen! Mit dem Jet Fighter beweist UVEX, dass man gute Produkte immer noch verbessern kann! Knappe 130 Euro, die mit Sicherheit (für die Sicherheit) sehr gut angelegt sind!

Preis: 129,95 Euro
Größen: XS bis XL

Tioga Comp III Skinwall – Wiederauflage des Klassikers!

Wer ein BMX aus den 80er Jahren restauriert oder komplett neu aufbaut, wird um langwieriges Suchen und Recherchieren nach bestimmten Teilen nicht vorbei kommen. Ein großes Auktionshaus bietet gute Chancen, auch noch seltenste Teile aus aller Welt zu bekommen. Was bei Rahmen, Gabeln, Lenker und Co. materialtechnisch eher noch weniger ein Problem darstellt, vorausgesetzt man bringt genug Geduld und Geld mit, sieht bei Verschleißartikeln wie Reifen schon ganz anders aus!

Machen wir uns nichts vor, nach über 20 Jahren Stand- oder Lagerzeit sieht es mit der Gummimischung von Reifen meist weniger rosig aus. Wer noch ein Original erhaschen kann, darf sich nicht wundern, wenn das Gummi bei Beanspruchung oder schon beim Aufpumpen reißt. Reifen für „moderne“ BMX gibt es zwar wie Sand am Meer, aber welcher Oldschool BMXer möchte an seinem Liebling schon solche Dinger verbauen? Da steht er nun, der Traum in Chrom, nur leider ohne die richtigen Schluffen. Und man will doch fahren – meistens zumindest! In Gedanken findet man sich in den 80ern wieder, eine Zeit, in der vor allem der Mitsuboshi Competition 3 Skinwall bei den BMX Reifen ganz vorne mitmischte!

Das Profil des Reifens ist legendär und findet auch heutzutage noch Verwendung. Leider sind Reifen mit Skinwall nicht mehr angesagt, dennoch finden sich immer wieder Remakes oder, schlimmer noch, Reifen mit seitlich gefärbter Wall. Umso glücklicher darf man sein, dass Tioga jetzt den Classic Comp III mit Skinwall anbietet. Der Reifen scheint direkt aus den Achtzigern in die Neuzeit gebeamt worden zu sein! Bemerkenswert und wichtig ist, dass es sich hier tatsächlich um einen echten Skinwall Reifen handelt und nicht um einen „gepimpten“ modernen Reifen mit Gumwall. So sind natürlich auch die Fäden des Nylongewebes sichtbar – das sieht schon mal sehr gut aus und wirkt dementsprechend.

Der Tioga Comp III hat standesgemäß gelbe Labels, wie schon erwähnt das bekannte markante Profil und wird in Taiwan hergestellt. Optisch auf jeden Fall sehr gelungen! Sehr gespannt waren wir auf die Kompatibilität des Reifens zu den Skyway Tuff Wheels, bei modernen Reifen ist der Sitz des Reifens auf dieser Kult-Felge ja leider nicht immer ganz so glücklich. Aber auch hier weiß der Tioga zu überzeugen, der Reifen sitzt sehr gut auf den Tuffs. Tioga bietet den Competition III in zwei verschiedenen Größen an, in 20 x 2.125 für vorne und dem schmaleren 20 x 1.75 für hinten. Wer sich jetzt noch andere Reifen auf sein BMX aufzieht, ist eigentlich selber schuld!

Preis: Etwa 40 bis 50 USD pro Paar