XLC Arenal II (BH-F01) – Der MTB-Enduro-/Freeride-Helm im Test

Einen preisgünstigen MTB-Enduro-/Freeride-Helm bietet XLC mit dem Arenal II (BH-F01). Dieser bietet neben der Helmschale im Dirt Style einen Kinnschutz, der je nach Bedarf montiert bzw. demontiert werden kann. Wenn es auf dem Trail also hart auf hart kommt, kann man sich mit einem Fullfacehelm den Herausforderungen stellen. Mit einem Preis von unter 50 Euro ist der Helm sicherlich auch eine giftige Kampfansage an die anderen Hersteller!

In dieser Preisklasse finden sich im Normalfall eigentlich nur normale XC-Helme. Mit dem Kauf des XLC Arenal II erwirbt man einen Helm mit zwei verschiedenen Anforderungsprofilen. Die lockere Feierabendtour um den See ist genauso der Einsatzbereich des Helmes wie der verblockte Wanderweg im Mittelgebirge – wo man bestenfalls das Bike selber hochtreten muss! Grenzen gibt es also kaum, wenn es denn nicht der harte Downhill ist – doch dazu später mehr. Die Helmschale bringt 460 Gramm auf die Waage, mit dem Kinnschutz summieren sich nochmal 190 Gramm, was als Fullfacehelm summa summarum 650 Gramm ergibt. Ein ziemlich guter Wert für einen Fullfacehelm. Doch gerade beim Schutz des Kopfes sollte man nicht auf das Geld achten, wenn der Preisvorteil durch mangelnde Sicherheit erworben wird.

Doch bereits hier kann man mit der Erfüllung der europäischen Norm CE EN 1078 grünes Licht geben. Tatsächlich macht die Helmschale einen soliden Eindruck. Die Helmschale des XLC Arenal II ist nicht nur optisch an die bekannten Dirtschalen angelegt, sondern auch was die Stabilität und die Innenausstattung angeht. Die sehr feste Helmschale vermittelt ein sicheres Gefühl und auch vom Tragegefühl gefällt der Arenal II – billig wirkt der Helm nicht. Wie bei Dirthelmen ist das Kopfband nicht einstellbar, das heißt der Helm muss von Anfang an passen. Leider befinden sich im Lieferumfang keine Wechselpads, mit denen man den Helm notfalls anpassen könnte – ein Punkt, den wir leider kritisieren müssen.

Die weitere Anpassung des Helmes geschieht wie gewohnt über das Kinnband sowie die Gurtbänder und gestaltet sich ohne Probleme. Wenn der Helm passt, dann sitzt er ausgezeichnet und bietet einen guten Tragekomfort. Die Belüftung bei Enduro-/Freeride-Helmen ist immer ein Thema für sich. Auch beim Arenal II bekommt man in schweißtreibenden Passagen schnell ein hitziges Köpfilein – daran ändern auch die großen Belüftungslöcher nichts. Bei den jetzt immer tiefer werdenen Tagestemperaturen vielleicht ein kleiner Pluspunkt – im Sommer eher weniger 😉 Der XLC Arenal II besticht zwar nicht durch extravagante Decals, dafür lässt er aber viel Spielraum für die eigene Kreativität – der Aufkleber von XLC lässt sich rückstandsfrei entfernen.

Der Klickverschluss zum Verschließen des Helmes ist auch mit Handschuhen einfach zu bedienen. Das Tragen einer Brille bereitet ebenfalls keine Probleme. Etwas nervig ist die Friemelarbeit bei der Montage bzw. Demontage des Kinnschutzes. Der Kinnschutz wird in die Helmschale geschoben und mit vier kleinen Schrauben fixiert. Eine Friemelsarbeit, für die man einen Schraubendreher bzw. ein Multitool benötigt. Der Kinnschutz ist etwas flexibler als bei herkömmlichen Downhillhelmen, weshalb wir den Einsatzbereich des XLC Arenal II auf der anspruchsvollen Tour, aber nicht unbedingt im Bikepark sehen – dafür bietet XLC den Pinatubo an. Leider lösten sich im Test zwei der vier Schraubeinsätze am Kinnschutz. Das ist zwar reparabel, aber dennoch ärgerlich.

Fazit:
Der Preis ist natürlich heiß! Aber nicht nur vom Preis weiß der XLC Arenal II zu begeistern. Der Helm sieht gut aus, vermittelt ein gutes Tragegefühl und der Einsatzbereicht bewegt sich von der entspannten Tour im Flachland bis zum anspruchsvollen Trail im Gebirge. Die Belüftung, die friemelige Montage bzw. Demontage des Kinnschutzs und die Schraubeinsätze, die sich gelöst haben, verdienen aber ein wenig Kritik.

Preis: 49,95 Euro
Farbe: Schwarz matt
Größen: 54-58 cm, 58-62 cm

Vertrieb: E. Wiener Bike Parts GmbH

Mehr Infos unter www.xlc-parts.com

Canyon Torque FRX 9.0 LTD – Koblenzer Dampfhammer! Test

Das Torque FRX 9.0 der Koblenzer Bikeschmiede Canyon gibt es in zwei verschiedenen Versionen. Mit der Singlecrown RockShox Totem Coil mit 180 mm an der Front und Avid Elixir Bremsen ist die Hardcore Variante eines Freeriders für 2699 Euro erhältlich, das auf Downhill getrimmte FRX 9.0 LTD wechselt für 3299 Euro den Besitzer. Neben der mächtigen FOX 40 RC2 FIT Gabel für die Schockabsorbierung an der Front sorgt Formula’s „The One“ für die Verzögerung. Den Einsatzbereich des FRX 9.0 LTD wollen wir aber nicht nur auf Downhill beschränken, sondern auch auf das ausweiten, was Biker mitsamt Bike ohne technische und motorisierte Unterstützung gen Himmel treibt – und damit meinen wir nicht Uphill!

Für knapp 3300 Euro bekommt man mit dem Canyon Torque FRX 9.0 LTD ein optisch äußerst schickes und phattes Rädchen mit einem Wohlfühlpaket in Form der ausgewählten Komponenten. Dazu gehören neben den Mavic Deemax Laufrädern die Shimano Saint Schaltung, die schon erwähnte FOX 40 RC2 FIT Federgabel, Truvativ Holzfeller OCT Kurbeln, Sunline Direct Mount Vorbau samt Lenker mit einer Breite von 737 mm und noch weiteren netten Schmankerln. So mächtig und phatt das Canyon Torque FRX 9.0 LTD sich auch präsentiert, selbst nach der Montage von Plattformpedalen (nicht im Lieferumfang!) bleibt das Canyon noch deutlich unterhalb der 18 Kilogramm Marke. Wir hatten vor geraumer Zeit bereits das Playzone von Canyon im Test. Was uns direkt auffiel war der hohe Wohlfühl-Charakter des Bikes ab der ersten Sekunde des Aufsitzens. Auf das Bike setzen, Helm auf und Gas geben, souveräner kann ein Bike zu Beginn eines Tests sich kaum empfehlen. Man hatte das Gefühl, das Bike schon ewig unter seinem Allerwertesten zu haben! Optisch sieht das FRX 9.0 dem Playzone sehr ähnlich, aber alles am FRX ist phatter, viel phatter! Was sich nicht ändert ist das gute Gefühl, sobald man auf dem Bike Platz genommen hat. Vor der ersten Abfahrt eine grobe Einstellung des Fahrwerks und ab geht die Post!

Für optimale Bedingungen ist natürlich ein vernünftiges Setup des Fahrwerks erforderlich! Aufwand und Arbeit, die sich aber in Form von perfekten Runs auszahlt. Bei der FOX 40 RC2 FIT Federgabel und dem FOX DHX RC4 Dämpfer kann man sich nach Lust und Laune auslassen. Einstellen kann man alles, angefangen von der geschwindigkeitsabhängigen Dämpfung bis zur Zugstufe. Keine Arbeit für mal eben in der TV-Werbepause, aber der Aufwand lohnt sich! Das Fahrwerk spricht sensibel an, ohne dass man allerdings Gefahr läuft, das Canyon an die Grenzen seines Schaffens zu bringen. Die 20 Zentimeter am Heck werden effektiv zur Streckenebnung eingesetzt. Ebenso effektiv arbeitet die Fox an der Front. Trotz ihres voluminösen Äußeren hat man nicht das Gefühl, einen schweren Klotz unterhalb der Lenkzentrale zu haben – kein Wunder, mit knapp über drei Kilo ist die Fox sogar ziemlich leichtgewichtig. Die Stärken des Bikes kann man vor allem auf den heimischen winkeligen Strecken ausspielen! Mit einer unglaublichen Wendigkeit lässt sich das Canyon um die Ecken drücken und das sehr gute Beschleunigungsvermögen reißt den Untergrund geradezu in Stücke. Wie die Koblenzer den Hinterbau so effektiv gestaltet haben, verdient schon höchsten Respekt.

Das Canyon ist trotz des sehr gut arbeitenden Hinterbaus keine Sänfte und vermittelt immer einen guten Eindruck darüber, was gerade unter dem Bike stattfindet. Es poltert nicht einfach nur den Trail runter, es will runtergepeitscht werden! Mit Nachdruck muss man das Bike in den Trail pushen, es am Zügel packen und den Weg weisen. Um das Canyon perfekt zu Nutzen ist aktives Fahren angesagt. Das Canyon honoriert das mit einem sehr direkten Fahrverhalten, ein Ruck am Lenker reicht und das Torque FRX folgt brav und ohne Umschweife der gewünschten Richtung. Besonders technisch versierte Fahrer werden dieses direkte Fahrverhalten zu schätzen wissen. Auf sehr schnellen Pisten wünscht man sich allerdings etwas mehr Laufruhe, hier könnte vielleicht ein flacherer Lenkwinkel von Vorteil sein und ein etwas tieferes Tretlager. Dies zu ändern würde natürlich bedeuten, dass sich der Charakter des Bikes wieder ändern würde. Die Koblenzer bieten mit dem FRX 9.0 kein kompromissloses DH-Bike an, sondern versuchen, alle positiven Gene in einem Bike zu vereinen. Hier muss man sich fragen, was man mit dem Bike vor hat – und vor allem wo! Das Jagdgebiet des Torque FRX sind die heimischen Pisten mit all den herrlichen Fiesheiten. Doch das Canyon hat noch so einiges mehr auf dem Kasten!

Zum Beispiel Jumpen! Das Canyon fliegt einfach nur unglaublich geil! Ohne großartig am Bike ziehen zu müssen fliegt man sicher wie der Airbus durch die Lüfte. Das gute Gefühl verleitet dann zu einigen Spökes in der Luft, welche oft nur durch die Doppelbrückengabel eingeschränkt werden. Selbst wenn der Spot nicht viele Höhenmeter hat, dank der guten Beschleunigung kann man auch auf ebenem Gelände mächtig abrocken! Auch ungewohnt für einen Downhiller: Ein Ruck am Lenker und die Front steigt einladend für Manuals. Und wer mit dem Canyon keinen Wheelie schafft, wird es wohl nie schaffen! Unterstützt wird das sichere Fahrgefühl durch die verbauten Komponenten. Wirklich sehr überzeugend agiert die Formula „The One“ Bremse. Da soll mal einer sagen, die Italiener können nur Pizza backen! Die Koblenzer haben dem Rahmen ebenbürtig die Komponenten ausgewählt. Der Preis geht für diesen Rahmen mit dieser Ausstattung auf jeden Fall in Ordnung – wenn man bedenkt, was alleine die Fox Federgabel kosten würde! Vielleicht auch für einige Biker sehr interessant: Mit dem Canyon kann man sogar einigermaßen kurbeln – dank des guten Vortriebs und dem durchgehenden Sattelrohr – alles das, was mit einem Kettenblatt halt geht!

Fazit Canyon Torque FRX 9.0 LTD

Wir haben uns vor dem Test des Canyon Torque FRX 9.0 LTD das Bike anders vorgestellt – enttäuscht wurden wir aber definitiv nicht! Das Bike macht mächtig Spaß und das Fahrwerk arbeitet hervorragend! Wir sehen nach dem Test das Canyon aber nicht in der Downhillecke, sondern mehr als Freerider mit Downhillambitionen. Erstes und vorrangiges Ziel mit dem Canyon ist der Bikepark mit allen seinen Spielmöglichkeiten und Variationen! Wenn dann ein Downhill vor Ort sein sollte, umso besser 😉

O’Neal Element Glove – Der preiswerte Handschuh im Test

Eigentlich kann man es ja nicht mehr hören! Uns werden von der Obrigkeit (mal wieder) drastische Sparkurse angedroht, die Arbeitgeber machen was sie wollen und wringen die Arbeitnehmer aus wie einen nassen Waschlappen. Das Geld wird knapper und die einzigen die anscheinend sparen können (und müssen) sind natürlich wieder wir! Mit dem Element Glove bietet O’Neal einen sehr preiswerten Handschuh für unter 20 Euro an – doch taugt der Handschuh was?

Ein bekannter Spruch, der da lautet „Was nix kostet, taugt nix!“, lässt angesichts des sehr niederigen Preises dann doch erstmal Skepsis aufkommen. Kein Wunder, stimmt der Spruch leider viel zu oft, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Ist der O’Neal Element Glove einer dieser wenigen Ausnahmen? Optisch kann der Element Glove auf jeden Fall punkten, der Handschuh sieht verdammt chick aus und muss sich nicht hinter den teureren Modellen verstecken. In der uns vorliegenden weißen Version sieht der Handschuh ziemlich edel aus und passt optisch hervorragend zu den O’Neal Trail FR Knee Guard Schienbeinschonern, die wir letztens bereits im Test hatten. Was optisch direkt auffällt ist der fehlende Silikonbesatz an den Bremsfingern, womit man aber ehrlich gesagt ganz gut leben kann. Wir hatten jetzt im Test nicht das Gefühl, als wenn uns dadurch etwas lebenswichtiges fehlen würde.

Der Handschuh sitzt sehr gut und vermittelt ein gutes Gefühl. Der belüftete Handrücken mit den sich optisch gut ins Gesamtbild einfügenden Protektorenaufsätzen und die Stretcheinsätze zwischen den Fingern sind alles andere als Low-Budget. Der Handschuh schnürt nichts ab, kratzt nicht und flattert nicht wie eine leere Hose im Wind – auch hier müssen wir sagen: Top! Die Handinnenfläche ist aus Clarino und leicht anatomisch vorgeformt. Das größte Problem ist bei Handschuhen immer die Haltbarkeit, durch die hohe Beanspruchung lösen sich diese schon mal gerne in Wohlgefallen auf. Beim Element Glove waren auf den ersten Blick Zweifel wegen der Haltbarkeit aufgekommen. Die Nähte im Bereich zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger schienen eine gute Angriffsfläche zu bilden.

Doch wieder wusste der Element Glove zu überraschen. Die Nähte zeigten keinen wunden Punkt, der Stoffbesatz hielt und zeigte nach vielen Einsätzen lediglich eine leichte Verfilzung. Was nicht da ist, kann sich auch nicht von dannen machen: Das kann man wohl so für den fehlenden Silikonbesatz der Bremsfinger übernehmen. Wie schon angemerkt sehr gut verschmerzbar. Selbst nach vielen Einsätzen und Maschinenwäschen zeigte sich der O’Neal Element Glove immer noch von seiner besten Seite. Top! Übrigens: Es gibt den Handschuh übrigens auch in einer speziellen Version für Kinder und für Girls!

Fazit:

So macht sparen Spaß! Top Qualität, super Griffgefühl und hohe Stabilität zum Sparkurs! Kaufempfehlung! So sparen wir gerne! Hellas! Und auf die nächste Diätenerhöhung!

Farben: Blau, Rot, Schwarz, Weiß
Größen: S bis XXL
Preis: 19,90 Euro
Vertrieb: 2Wheel-Distribution (www.2wheel-distribution.com)

Mehr Infos unter www.oneal-europe.com

O’Neal Trail FR Knee Guard – Schienbeinschoner im Test

Knie und Schienbein müssen geschützt werden! Da wird wohl keiner widersprechen wollen, die Frage ist nur auf welche Art und Weise. Auf schönen Enduro- und Freeridetouren oder am heimischen BMX-Spot ist das Tragen von dicken DH-Schonern aber eher lästig. Diese sind zu klobig und oft auch umständlich beim Anziehen. Die Lösung sind leichtere und etwas smartere Schoner wie der O’Neal Trail FR Knee Guard, den wir für Euch getestet haben.

Wir hatten es mit der Bemerkung mit dem Anziehen bereits angemerkt. Beim Downhill und im Bikepark geht es in Ordnung, wenn das Anziehen eines Schoners etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Selbst wenn dieser wie ein Strumpf übergestülpt werden muss, geht das in Ordnung, da man den Schoner den ganzen Tag meist sowieso nicht mehr auszieht. Aber auf einer Tour, egal ob in den Alpen oder im deutschen Mittelgebirge, kommt dieser Umstand auf gar keinen Fall in Frage. Spätestens bei der dritten Abfahrt wird man diese Schoner völligst genervt in die nächste Schlucht werfen – bedingt auch durch die mittlerweile dünnen Nerven der Mitfahrer, die dauernd warten müssen! Wohl dem, der den Mitstreitern entkommen kann oder sich zumindest von den Schonern lösen kann, bevor diese in den Abgrund geworfen werden.

Der O’Neal Trail FR Knee Guard (samt Fahrer) hat hier nichts zu befürchten. Gehalten wird der Schoner durch drei Klettstreifen, wobei der oberste oberhalb der Kniekehle besonders breit ausgefallen ist – das verspricht auf den ersten Blick einen hohen Tragekomfort. Der mittlere Halteriemen oderhalb der Wade und der untere Halteriemen unterhalb der Wade entsprechen herkömmlichen Halteriemen, wie man sie auch von anderen Schonern diverser Hersteller kennt. An dem oberen als auch dem unteren Schonerrand wurde auf der Innenseite je ein Silikonstreifen aufgebracht, welcher ein Verrutschen der Schoner verhindert. Eine feine Detaillösung, die erstklassig funktioniert! Der stoßabsorbierende Schaumstoff weist Lüftungslöcher auf, die das Tragen des Schoners angenehmer gestalten.

Der O’Neal Trail FR Knee Guard macht optisch einen sehr guten und vielversprechenden Eindruck. Jeder von uns kennt seine bevorzugte Größe, was beim O’Neal auffällt: Die Protektoren sitzen, aber die Halteriemen sind zu kurz. Eine Nummer größer passt besser, aber der oberste Halteriemen macht beim Tragen stress. Dieser scheuert und kratzt, selbst nach unzähligen Versuchen eine optimale Position zu finden. Der Grund ist die sehr voluminöse Klettseite mit den Widerhaken, hier hat O’Neal definitiv nicht an Material gespart. Wir würden uns hier auf jeden Fall einen schmaleren Klett wünschen, welcher mehr weiches Material am Rand stehen lassen würde, damit der Klettverschluss nicht die empfindliche Haut reizt. Vielleicht würde es auch reichen, die Klettbänder Widerhaken/Schlaufen zu tauschen, aber diese Überlegung überlassen wir lieber dem Hersteller.

Auch wenn der Protektorenbereich des Schoners hervorragend passt, durch den kratzenden obersten Halteriemen tendiert der Tragekomfort leider in Richtung null. Ein wenig enttäuschend, da wir bis jetzt mit den Produkten von O’Neal sehr gut gefahren sind. Sehr gut gefällt uns dagegen der Protektor und der Schutz als solches. Das Knie und das Schienbein werden gut geschützt und bieten auch einen relativ guten Seitenschutz. Die Bewegungsfreiheit wird trotz des guten Schutzes nicht beeinträchtigt. Ein Minuspunkt kommt leider selten alleine, so riss nach einer Weile der vernähte mit dem Logo sichtbare Stoffbesatz im unteren Bereich des Schoners aus 🙁

Fazit:

Obwohl der Protektor als solches in Punkto Schutz, Handhabung und Bewegungsfreiheit überzeugen kann, sorgen der Tragekomfort und die Verarbeitung für mächtig Minuspunkte!

Farben: Schwarz und weiß
Preis: 39,90 Euro
Vertrieb: 2Wheel-Distribution (www.2wheel-distribution.com)

Mehr Infos unter www.oneal-europe.com

Nachtrag: Schnelle Reaktion von O’Neal auf die Kritikpunkte (01.06.2010)

„Wir nehmen Reklamationen sehr ernst und sind dankbar über Feedback von unseren Kunden und Fachredaktionen. Wenn es um Herstellerfehler geht, erstatten wir problemlos Ersatz. Beim Trail Knee Guard haben wir aktuell eine Reklamationsrate von 0,2 %. Das Problem mit der Naht wurde bisher erst bei 4 Trail-Guards reklamiert. Trotzdem haben wir eine kleine konstruktive Änderung vorgenommen, welche für die nächste Produktion geändert wurde. Das Problem mit dem Klettverschluss war uns bisher nicht bekannt, aber wir werden eine Änderung vornehmen, damit der Tragekomfort jederzeit garantiert ist. Kurzfristige Abhilfe: Mit der Nagelschere die scharfen Kanten des Klettverschlusses rundschneiden.“

SE Bikes OM Flyer Dollar – Test – Geld stinkt nicht!

Zugegeben, wir hatten schon viele Bikes im Test, aber noch nie verursachte ein Bike so eine Hysterie wie das OM Flyer Dollar von SE Bikes. Das OM Flyer Dollar ist komplett anders als alle anderen Bikes, die wir bis dato im Test hatten! Schon das Erscheinen am heimischen Spot verursachte geradezu einen Massenauflauf. Von einem schönen Teller alleine wird man aber bekanntlich nicht satt! Ist das OM Flyer also nur ein kleiner Appetitanreger oder doch ein ausgewogenes sättigendes Mahl?

Ausgereifte Serienmodelle – da kann meist nichts schief laufen. Zu Tausenden laufen die Bikes vom Fließband und meist sind die Kinderkrankheiten schon ausgemerzt. Messen sind für die Hersteller natürlich eine wunderbare Plattform für PR. Vorabmodelle schüren die Neugierde der Besucher auf die neuen Serienmodelle. Nicht immer entsprechen die Vorabmodelle und Messe-Muster zu 100% den späteren Serienmodellen. Da wird oft noch schnell was hergerichtet oder optisch angepasst. Wir hatten das OM Flyer Dollar als Messeausstellungsstück im Test, resultierend daraus weicht die Serie leicht von unserem Testbike ab. Wir lassen im Test natürlich nichts unerwähnt, weisen aber an entsprechender Stelle darauf hin. Doch kommen wir zum Kern des Tests. Um was genau handelt es sich bei dem OM Flyer Dollar eigentlich? Das OM Flyer ist im Grunde ein zu großes BMX, eigentlich ein viel zu großes BMX! Wie die Ur-Cruiser bewegt sich das Bike auf 26″ Laufrädern.

Wer jetzt meint, dass es dann vielleicht doch eher ein MTB wäre, wenngleich auch ein Singlespeed, tappt aber vollends im Dunkeln. Ehrlich gesagt, als BMX Veteran würde unsereins Magenkrämpfe bekommen, wenn SE Bikes in die Kategorie MTB rutschen würde! Die Traditionsmarke aus den USA, die schon vor über 30 Jahren für Furore sorgte, ist ein Meilenstein in der Fahrradgeschichte – in der BMX Geschichte – wir denken da nur mal an das legendäre PK Ripper! Ein Tatsache, die man selbst als eingefleischter Kuwahara-Fan nicht abstreiten kann – und auch gar nicht möchte. Der Vorbau und der Lenker zeigen auf, dass das OM Flyer definitiv nicht zur Kategorie MTB gehört und auch nicht gehören will! Die Front ist höher als beim Mountainbike und die Gabel ist starr – eine Federgabel wäre bei einem BMX ein schlechter Witz gewesen. Die Gene sind eindeutig BMX-lastig, was natürlich sehr erfreut, womit aber auch klar wird, dass das OM Flyer allerdings immer ein Nischenprodukt bleiben wird. Mainstream, nein, das will der OM Flyer Biker nicht wirklich!

Das OM Flyer gibt es in mehreren Ausführungen und in mehreren Farben, auch Jahrgangsmäßig wird immer wieder etwas verändert – womit wir wieder beim Thema Messe-Muster wären. Das OM Flyer besticht erstmal durch seine Optik. Bei der Lackierung bleibt einem echt der Atem weg! So eine geile Lackierung haben wir an einem normalen Bike wirklich noch nie gesehen! Die gute Nachricht ist, dass diese Lackierung Serie ist! Den Rahmen zieren 100 Dollar Noten, keine Stelle wurde ausgelassen und lassen das OM Flyer zu einem Kunstwerk werden! Wir von der Fraktur sind uns einig: Dem Designer gebührt ein Preis! Damit alles passt, wurde auch noch die Gabel (mit dem typischen Erscheinungsbild der Landing Gear) als auch der Lenker mit den 100 Dollar Noten verziert – frei nach dem Motto „Geld stinkt nicht!“. Bis hierher unterscheidet sich unser Bike noch nicht vom Serienmodell. Als gelungene optische Unterstützung dienen die goldenen Alex Felgen mit den grünen Naben, die goldene Sattelklemme, der grüne Sattel, die grünen Pedalen und der grüne BMX-Vorbau.

Der Vorbau und die Naben entsprechen zwar der Serie, wurden aber für die Messe kurzfristig von rot auf grün überlackiert. SE Bikes versprach uns, dass man sich beim Serienmodell diesbezüglich keine Sorgen machen müsse, da die meisten Teile in der Serie eloxiert wären. Ansonsten machte auch das Messe-Muster einen sehr guten Eindruck. Die Komponenten wurden gut ausgewählt, optisch als auch funktionell. Das wird zum Beispiel auch durch die dreiteilige BMX-Kurbel mit dem phatten BMX-Lager bestätigt. Der Rahmen besteht aus 6061 Aluminium und die Landing Gear Gabel aus Cr-Mo. Wer vom MTB kommt wird sich erstmal etwas umorientieren müssen. Die Haltung ist anders, die Front höher und dadurch ungewohnt. Die starre Gabel verzeiht nur wenig Fehler, dennoch ist das Bike aufgrund der Größe natürlich fehlertoleranter als ein 20″ BMX. Obwohl das OM Flyer wegen seiner Größe träger ist als ein 20″ BMX, lädt das OM Flyer dennoch zum Spielen ein. Wer dafür eine Vorderradbremse braucht, bekommt diese beim Serienmodell mitgeliefert.

Die Übersetzung gefällt sehr gut, sie stellt einen guten Kompromiss aus Beschleunigung und schneller Fahrt dar. Das 12,2 Kilogramm schwere Bike entwickelt sich auf dem Racetrack zu einem Geschoss. Für die Verzögerung ist eine stylische grüne Tektra Bremse verbaut, die hart zupackt. Uns nervte die Bremse mit gelegentlichen Klemmattacken, zum Beispiel bei 180’s aus der Bowl heraus mit anschließendem hartem Break. Der Grund lag beim Bremszug, aber auch hier soll es in der Serie keinerlei Probleme geben. Das OM Flyer lässt sich schön aus Cornern heraus beschleunigen und gefällt durch das direkte Handling. Fahrspaß ist garantiert – und neidische Blicke! Die Zielgruppe für das Bike? Man könnte sagen BMX orientierte coole Twens, der junggebliebene Oldschool-BMXer, der gemütliche Stadt-Cruiser oder einfach alle, die ein wenig OM sind! OM, das steht übrigens für „Old Man“, dem Nicknamen des SE Bikes Gründers Scot Breithaupt. Was wir uns wünschen würden? Einen etwas flacheren Lenker, Skinwall-Reifen und Oldschool-Pads 🙂

Fazit:
Einfach nur geil! Geniale Optik, gute Komponenten und garantierter Fahrspaß! Was will man mehr?

Preis: 800 USD

Vertrieb Deutschland: Advanced Sports GmbH

Ariete Glamour Goggle – Test MX Brille

Seit Ende letzten Jahres fungiert Mefo Sport als Importeur für die italienische Marke Ariete. Bei uns Mountainbikern ist Ariete bis jetzt allerdings eher weniger bekannt – dabei kann Ariete sogar mehrere Weltmeister aufweisen, von MX1 bis zu Enduro. Wir haben uns gedacht, was für einen Weltmeister in Ordnung geht, könnte vielleicht auch uns beglücken! Gesagt, getan und so ging es ab auf den Trail!

Machen wir uns nichts vor, das Auge fährt ja bekanntlich mit. Eine MX-Brille muss neben einer guten Funktion auch optisch ansprechend wirken. Wer will schon das hässliche schnelle Entlein auf dem MTB sein? Das Datenblatt der Ariete Glamour kann sich jedenfalls sehen lassen: Beschusssicheres kratzfestes Anti-Fog-Lexanglas mit Tear-Off-Pins und UV-Schutz sowie ein ausgeklügeltes Belüftungssystem. Was bei der Ariete Glamour auffällt, hier wurde nicht nur der Rahmen farblich schön gestaltet, sondern man hat sich auch beim Rahmendesign seine Gedanken gemacht. Mit den beiden Zacken im Bereich des Nasenrückens wirkt die Brille schon fast zornig, dazu kommen die dominanten Luftkanäle, welche das Strömungsverhalten des Fahrtwindes beeinflussen und so eine bessere Belüftung der Brille bewirken.

Das erste Überstreifen der Brille über den Helm lässt allerdings Skepsis aufkommen. Die Befestigung der Tear-Off Pins ist überdimensional groß und stört somit empfindlich den Seitenblick. Erstaunlich ist allerdings die Tatsache, dass auf der Abfahrt dann doch keine wesentliche Beeinträchtigung des Sichtfeldes bemerkbar war – wir Downhiller haben anscheinend doch einen starren Blick auf und für das Wesentliche! Wem das doch ein Dorn im Auge sein sollte, der kann die Pins mit ein wenig Fingerakrobatik entfernen – die Pins sind nur mit einer Drehung aufgesetzt und gesichert – ebenso lassen sich die Pins wieder einsetzen. Beim Entfernen der Pins bleiben jedoch je Pin drei kleine Löcher zurück, das ist natürlich nicht ganz optimal. Das Brillenglas lässt sich ohne Probleme dem Rahmen entnehmen und so gegen andere Gläser austauschen. Wer schon mal vergeblich ein Ersatzglas für seine MX-Goggle gesucht hat, wird die Ariete zu schätzen wissen. Der Handel bietet genug Ersatzgläser an und es passen auch die Gläser der anderen Ariete MX-Brillen.

Was sehr gut gefällt und absolut Sinn macht sind die Einkerbungen des Innenrahmens im Bereich der Nase. Der Rahmen passt sich sehr gut der Gesichts- und Nasenform an. Der Brillenrahmen ist dank der großen Belüftungslöcher und des Designs gut belüftet. Die ergonomische Form und der weiche Schaumstoff sorgen ihrerseits ebenfalls für einen hohen Tragekomfort. Das Gummiband besitzt natürlich einen Silikonstreifen, um ein Abrutschen vom Helm zu verhindern. Das Einstellen des Gummibandes bereitet ebenfalls keine Probleme, aber das setzen wir auch voraus.

Fazit:

Die Ariete Glamour vereint ein durchdachtes Design mit Tragekomfort und Funktionalität. Schöne Detaillösungen wie die Einkerbungen im Bereich der Nase werden sicherlich Nachahmer finden.

Preis: Knapp 57 Euro

Vertrieb: Mefo Sport – www.mefo.de

ABUS Salisbury und Xtreme easybag – Zwei Lenkertaschen im Test

Wer kennt es nicht? Bei langen Touren, besonders wenn sich diese über mehrere Tage erstrecken, ist das Packen des Reisegepäcks ein langwieriger und zeitraubender Aufwand. Man packt ein, stellt fest es ist zu viel, packt wieder aus, sortiert aus und packt wieder ein. Diese Prozedur wiederholt sich dann noch einige Male. Wenn man fertig ist stellt man fest, dass der Rucksack immer noch zu schwer ist. Eine Lösung wäre es, einen Teil des Gepäcks auszulagern und auf dem Bike, anstatt auf dem Rücken, zu transportieren. Wir haben deshalb für euch von ABUS die Lenkertasche ST 3350 KF Salisbury und von Xtreme die easybag Lenkertasche ans Bike geschraubt!

ABUS Lenkertasche ST 3350 KF Salisbury

Die Lenkertasche ST 3350 KF Salisbury bietet neben der Aufnahme des Gepäcks (immerhin 5,5 Liter Fassungsvermögen) den Vorteil, dass die Tourenkarte im handelsüblichen Querformat sichtbar im Blickfeld des Fahrers auf dem Deckel der Tasche in einer transparenten Hülle untergebracht werden kann. Besonders die sichtbare Aussparung für das GPS bzw. das Handy zeigt, dass man sich bei ABUS wirklich Gedanken bei dieser Lenkertasche gemacht hat. Die Hülle lässt sich natürlich komplett per Klett von der Tasche lösen. Doch bevor man mit der Tasche auf Reise gehen kann, muss die Tasche am Lenker befestigt werden. Das KLICKfix System ist ein einfach zu bedienendes Befestigungssystem mittels eines Adapters, bei dem die Tasche problemlos am Lenker befestigt und genauso unproblematisch wieder gelöst werden kann – und das ohne Werkzeug. Die notwendige Trägerplatte wird mit zwei Schraubklemmen am Lenker besfestigt und mit einem Seilzug gehalten. Der Seilzug wirkt den hohen Kräften entgegen, die durch die Last in der Tasche und den permanenten Erschütterungen durch das Fahren entstehen. Das System klappt ausgezeichnet, allerdings muss man auf den Durchmesser des Lenkers achten, da die Schellen nur für einen Lenkerdurchmesser von 22 bis 26 mm mitgeliefert werden. Im Zubehör sind allerdings KLICKfix-Schellen für Oversized-Lenker mit einem Durchmesser von 31,8 mm erhältlich – wenn nötig, dann also direkt mitbestellen! Sollte kurzfristig kein Adapter verfügbar sein, kann man sich notfalls mit Kabelbindern weiterbehelfen. Die Tasche ist gut gepolstert und bietet neben einem Tragegurt einen Regenschutz. Die Reflektorstreifen und die verschiedenenen Staufächer (die äußeren Fächer sind natürlich verschließbar) gefallen uns sehr gut und verdienen Lob. Der Lenkeradapter ist laut Hersteller bis zu 7 Kilogramm belastbar, allerdings würden wir empfehlen, aus Sicherheitsgründen wegen des hohen Schwerpunktes deutlich unter dieser Belastung zu bleiben. Der Preis von knapp 60 Euro ist bei der hohen Qualität und den durchdachten Detailslösungen absolut gerechtfertigt.

Xtreme Lenkertasche easybag L-T-S 3 WP

Deutlich günstiger in der Anschaffung ist die sytlische Xtreme Lenkertasche easybag L-T-S 3 WP. Diese kostet mit 33,90 Euro auf den ersten Blick fast nur die Hälfte der ABUS Lenkertasche. Doch der Eindruck täuscht! Wie die ABUS wird auch die Xtreme Lenkertasche mit dem KLICKfix System am Lenker befestigt. Da der Lenkeradapter nicht zum Lieferumfang gehört, muss der Adapter separat mitbestellt werden. Somit summieren sich zu dem Preis der Lenkertasche die Anschaffungskosten des Adapters – immerhin 15,90 Euro! Somit schrumpft der Preisvorteil der Xtreme Lenkertasche deutlich! Die Lenkertasche bietet ein Fassungsvermögen von 6 Litern und bietet im Frontbereich ein Netzfach für diverse Dinge. Die für die Tour nötige Karte kann in der transparenten Hülle auf dem Deckel im Sichtfeld des Fahrers untergebracht werden. Leider müssen wir hier eine große Kritik aussprechen! Handelsübliche Tourenkarten im Querformat passen nur nach großem Kampf in die Hülle. Nach mehreren Tagen ergab sich die Hülle als Fetzen, was uns bei der Tour schon sehr verärgert hat. Natürlich lässt sich auch bei der Xtreme easybag die Hülle per Klett von der Lenkertasche lösen und so auch gegen eine neue Hülle austauschen. Optisch kann die Tasche sehr punkten, da sie sich durch die runde Bauweise deutlich von den üblichen Lenkertaschen abhebt. Mit dem Schultergurt ausgestattet kann man diese auch schön als normale Alltagstasche, z. B. für die Kamera, durch die Stadt tragen. Ernüchternd ist der Blick in den Innenraum der Tasche. Die Lenkertasche ist mehr wie ein Hardcase aufgebaut und nicht gepolstert. Ebenfalls vermissen wir verschiedene Verstaumöglichkeiten. So kann es schon mal passieren, dass der Schlüssel auf einer Tour mächtig durch Klappern auf dem Taschenboden nervt. Dafür lässt sich der vernähte Nyloninnensack mit einer Kordel verschließen und durch die Bauweise benötigt die easybag Lenkertasche keinen Regenschutz – sie ist von Haus aus regendicht! Der Deckel der Tasche wird mit einem Klettverschluss verschlossen, wir waren zwar erst skeptisch, aber der Verschluss hält. Für uns eine schöne und praktische Lenkertasche für den täglichen Einsatz in der City, unserer Meinung nach für die Tour aber nur bedingt empfehlenswert.

KLICKfix System

Das KLICKfix System ist wirklich eine feine Sache. Die Montage des Adapters ist unkompliziert und sollte für jeden geübten Schrauber kein Problem darstellen. Die Taschen werden oben eingehakt und mit einem Klick eingerastet. Das Lösen der Tasche vom Adapter geschieht ebenfalls sekundenschnell. Somit ist die Lenkertasche mobil und kann beim Verlassen des Fahrrades mitgenommen werden, ohne Werkzeug und ohne Stress. Der Adapter darf laut Angaben bis maximal 7 Kilogramm belastet werden, wir empfehlen aber wegen der Lenksicherheit deutlich unter dieser Grenze zu bleiben. Wir hatten auf unserer Tour die Lenkertaschen mit knapp 4 Kilogramm beschwert, was wir als guten Kompromiss empfanden. Man gewöhnt sich aber schnell an das Gewicht und die merkbar trägeren Lenkbewegungen. Für die Tour absolut top und empfehlenswert!

Dortmund-Ems-Kanal-Route – Vom Ruhrpott bis an die Nordsee

Die Telefone klingeln aus allen Ecken des Büros, das Stimmenwirrwarr überflutet nicht nur den Raum, sondern auch das Wahrnehmungsvermögen. Die Geduldsgrenze ist schon lange überschritten! Chefs, welche die Arbeitsleistung nicht zu schätzen wissen, sorgen für die ersten Magengeschwüre. Die positive Energie, die man mal in sich hatte, verpufft angesichts sinnloser Arbeiten. Es ist Zeit für einen Break! Egal ob Burnout oder Boreout, dem Alltag entfliehen heißt Abschalten, Kräfte sammeln und (wieder) zu sich selbst zu finden. Für alle, die sich den Kopf frei fahren müssen oder einfach eine schöne Tour fahren wollen, haben wir die DEK-Tour abgecheckt. DEK steht für Dortmund-Ems-Kanal – wir sind für euch von Dortmund nach Norddeich gefahren.

Wieso ausgerechnet die DEK-Route? Wieso als Startpunkt ausgerechnet Dortmund uns als Ziel die Nordsee? Fragen, die berechtigt, aber auch einfach zu beantworten sind. Da wir im Ruhrgebiet ansässig sind macht Dortmund als Startpunkt natürlich Sinn. Man kann natürlich die Tour erweitern, wenn man außerhalb von Dortmund startet, wie zum Beispiel mit der Einbindung des Rhein-Herne-Kanals. Die Nordsee wählten wir als Ziel, weil wir zum Meer wollten – ihr erinnert Euch – Stress! Das Meer soll ja bekanntlich sehr beruhigend wirken. Die DEK-Route führt direkt nach Norddeich und ist bestens ausgeschildert womit ein langes planen nicht nötig wurde. Ein weiterer Vorteil: Da die Route meistens direkt am Kanal entlang läuft, wird der Anteil der Straßenkilometer minimiert. Noch ein Vorteil dieser Tour: Auch technisch weniger versierte Radler können diese Tour bestreiten, wenngleich ein wenig Sitzfleisch und Ausdauer vorhanden sein sollten. Aufgrund der fehlenden Höhenmeter gilt diese Tour auch als Einstiegs-Mehrtages-Tour. Im Laufe der Tour kommen laut Routenbeschreibung 355 Kilometer zusammen, bei uns waren es durch Umleitungen, eine leichte Routenabweichung und Hotelsuche 405 Kilometer. Mit im Gepäck hatten wir die zwei bikeline Radtourenbücher „Ems-Radweg“ (ISBN 978-3-85000-041-3) und „Nordseeküsten-Radweg 2“ (ISBN 978-3-85000-054-3) aus dem Esterbauer Verlag. Aber Achtung! Man sollte auf keinen Fall den Ems-Radweg mit der DEK-Route verwechseln, auch wenn sich diese zum Teil überschneiden. Im bikeline Radtourenbuch „Ems-Radweg“ ist die DEK-Route bis Emden allerdings mit aufgeführt. Ab Emden haben wir die Tour ein bisschen abgeändert, womit „Nordseeküsten-Radweg 2“ unser Wegweiser bis Norddeich wurde.

Vorweg gesagt…durch die super Ausschilderung der DEK-Route vor Ort kommt man auch ohne Tourenbücher klar, aber die Tourenbücher verschaffen einen sehr schönen Überblick über die Tour und nur mit den Tourenbüchern kann man auch sein Tagespensum vernünftig planen. Die Bücher enthalten neben den Karten auch noch viele nützliche Tipps und Hinweise. In wieviel Tagen man diese Tour bestreiten möchte, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wer mit mehreren Radlern auf die Tour geht, sollte sich immer am schwächsten Fahrer orientieren – sonst wird aus Lust schnell Frust. Wir planten etwa 70 Kilometer am Tag, neben dem Radfahren sollte auch der Aufenthalt in den Übernachtungsorten nicht zu kurz kommen. Es gibt viel zu sehen und zu erkunden, da wollten wir nicht nur durch die Orte hechten. Unsere Tagesziele bzw. Übernachtungen waren grob etwa: Münster, Rheine, Meppen, Papenburg, Emden und die letzten Nächte am Ziel in Norden. Wir hatten uns als Reisezeit für den Monat Mai entschieden, der bekanntlich angenehmes frühlingshaftes Wetter verspricht – so natürlich nicht bei uns! Es war arschkalt und der Gegenwind begleitete uns von Dortmund bis nach Norddeich. Um den eisigen Wind erträglicher zu machen, wurde die Regenbekleidung als Windbreaker übergestreift. In Lingen wurden dann noch Winterhandschuhe gekauft und in Papenburg folgte der Kauf von warmer langer Unterwäsche. Wir hatten uns zwar auf Kälte vorbereitet, aber es wurde schlimmer als gedacht. Ein weiterer Nachteil dieses Wetters war, dass sehr viele Lokalitäten auf der Route geschlossen hatten. Der Vorteil: Wir waren fast über die gesamten Route alleine unterwegs. Auch die Hotelzimmersuche gestaltete sich überwiegend sehr stressfrei.

Wir sind die Tour natürlich mit Mountainbikes gefahren, ausgestattet mit Lenkertasche, Gepäckträger samt Seitentasche sowie Rucksack. Von der Streckenbeschaffenheit kann man ohne Probleme auch zu einem Trekking-Rad oder einem normalen Tourenrad greifen – angesichts des Gepäcks wäre das vielleicht sogar sinnvoller. Der Untergrund ist immer befestigt und stellt sich als ein Wechsel aus festem Schotter, festgefahrenem Lehmboden und Asphalt dar. Wilde Geländeritte muss und darf man also nicht erwarten. Die Höhenmeter halten sich wirklich sehr in Grenzen, lediglich an Brücken und kurz vor Lingen muss man mal etwas mehr kurbeln. Das eigentliche Problem bei unserer Tour war wie gesagt der Gegenwind, der irgendwann sehr nervend wurde. Landschaftlich wandelt man von Westfalen in das Emsland und dann nach Ostfriesland. Felder und Wälder wechseln sich ab, auch streift man viele kleine Dörfer, die zum Verweilen einladen. Wie viele Schleusen man passiert, können wir nicht sagen. Wir haben nicht mitgezählt, aber es sind etliche Schleusen. Viele Schleusen haben in ihrer unmittelbaren Nähe eine Lokalität – diese hatten, wie bereits erwähnt, aufgrund des Wetters aber meist geschlossen. Wie vielen der unzähligen Deichschafe auf der Tour wir prophezeit haben, abends bei uns auf dem Teller zu landen, können wir auch nicht mehr sagen 🙂 Doch nicht nur landschaftlich gefällt diese Tour, sondern auch die Gastfreundschaft und die Freundlichkeit gegenüber Radfahrern begeistert. Ob wir diese Tour empfehlen können? Hier gibt es von uns ein hundertprozentiges Ja! Schon ab dem Dortmunder Bahnhof wird dem Radler die DEK-Route mit dem DEK-Routen-Schild gewiesen. Die Kennzeichnung der Tour ist über die gesamte Tour vorbildlich, was allerdings nicht verwundert, da diese Tour sehr beliebt ist und auch (oder gerade) von vielen älteren Radfahrern gefahren wird. Direkt an der Dortmunder Stadtgrenze gab es die erste Umleitung, die uns kurzzeitig vom Kanal wegführte. Auch hier war die Beschilderung sehr gut, weshalb man sich deswegen keine Sorgen machen sollte. An Henrichenburg vorbei, dem alten beeindruckenden Schiffshebewerk, ging es ohne größere Probleme in Richtung Münster. Kurz vor Münster quartierten wir uns für die erste Nacht ein. Das Schöne im Mai: Es ist Spargelzeit und vom Niederrhein und aus dem Münsterland kommt hervorragender Spargel – also unbedingt mal antesten, was wir an diesem Abend auch ausgiebig taten!

Für den nächsten Tag hatten wir uns als Tagesziel Rheine vorgenommen. Kurz vor Rheine passierten wir das „Nasse Dreieick“ bei Hörstel, wo der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt. Natürlich hatten wir auch ein weinendes Auge: Man ist hier direkt am Fuße des schönen Teutoburger Waldes unterwegs und die sichtbaren verlockenden Höhenmeter lassen des Mountainbikers Herz bluten – bei der DEK-Tour lassen wir den Teutoburger Wald leider rechts liegen! Wir trösten uns anders! Ein schöner Biergarten lädt zum Verweilen ein und das Wetter war zumindest so gut, dass man diesen Tag hier ausklingen lassen konnte. Neben einem Restaurantbetrieb kann man sich hier auch ein Zimmer für die Nacht anmieten. Die Zimmeranzahl ist allerdings sehr begrenzt, also während der beliebten Reisezeit vorher mal nachfragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Route nicht zu verlassen brauchte. Auch wenn wir uns vorab als nächstes Ziel eigentlich Lingen vorgenommen hatten, haben wir uns letztendlich für Meppen entschieden, da wir uns unbedingt in Papenburg einquartieren wollten. Dennoch haben wir Lingen einen Besuch abgestattet. Um die Innenstadt zu erreichen, muss man die Route verlassen, aber die eiskalten Finger riefen nach wärmeren Handschuhen und nach einer warmen Tasse Kaffee. Also Kaffee getrunken, Handschuhe gekauft und wieder auf die DEK-Route eingefädelt. In Meppen gestaltete sich die Hotelsuche ein bisschen konfuser. Hotels gibt es genug, aber die Angst vor den Zimmerpreisen ließ uns ein wenig in der Stadt rotieren. Wir sind dann im Hotel Pöker untergekommen und das Zimmer als auch das Frühstücksbuffet waren erstklassig – und das zu humanen Preisen. Wo auch immer man sich auf dieser Tour einquartiert, aber man sollte auf jeden Fall Papenburg berücksichtigen! Diese kleine Stadt hat ein unglaubliches Flair und bietet neben den vielen Kanälen sehr viele Sehenswürdigkeiten. Im Stadtkern kann man auf den Kanälen Nachbauten traditioneller Schiffe bewundern und die Meyer Werft ist durch den Bau von Kreuzfahrtschiffen weltberühmt. Auch wenn Papenburg nicht an der DEK-Route liegt, hier sollte man auf jeden Fall einen Abstecher machen! Leider war bei uns das Wetter suboptimal – wie muss es erst sein, wenn bei schönem Wetter die am Kanal gelegenen Cafe’s, Kneipen, Biergärten und Restaurants auf haben bzw. draußen Sitzmöglichkeiten bieten? Eine Übernachtungsmöglichkeit findet sich im Hotel Walker unweit der City. Ein sehr gutes italienisches Restaurant findet ihr mit Sale-E-Pepe im Stadtkern, mit Jameson’s Pub einen richtig geilen Irish Pub.

Die weitere Tour nach Emden hat uns von der gesamten Tour am wenigsten gefallen. Wir waren aber selber schuld – um uns die Fähre von Ditzum nach Petkum zu ersparen, sind wir direkt rechts der Ems nach Emden gefahren. So sind wir etliche Kilometer auf asphaltierten Radwegen direkt neben der Straße gefahren und das Wetter setzte sich uns auch entgegen. Die eigentliche Route soll dagegen sehr viel ansprechender sein, so erzählte man uns nachher – und die Überfahrt mit der Fähre wäre auch kein Problem. In Emden angekommen haben wir uns direkt ein Fremdenzimmer gesucht, um die Finanzen nicht zu sehr zu schröpfen. Einen kulinarischen Tipp können wir auch geben: Frische Maischolle! Selbst als Nicht-Fischesser ein Genuss! Bis nach Emden sind wir mit dem bikeline Radtourenbuch „Ems-Radweg“ gekommen, ab Emden muss man sich neu orientieren. Das bikeline Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 2“ führt den Radler an der Küste über Norddeich bis nach Hamburg. Wir sind aber erstmal bis kurz vor Marienhafe der ausgeschilderten DEK-Route gefolgt, dann sind wir westlich nach Greetsiel gefahren, einem kleinen beschaulichen und von Touristen überlaufenen Fischerdörfchen. Man fährt bis hier nur noch über asphaltierte Feldwege. Von Greetsiel bis Norddeich folgten wir der im Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 2“ vorgeschlagenen Route. Wenige Kilometer hinter Greetsiel sahen wir zum ersten Mal die offene Nordsee. Nach 405 Kilometern erreichten wir Norddeich – das Ziel unserer Reise – bei Sonnenschein 🙂