Gründer und Urgestein des Online-Magazins Fraktur. Andreas leitet nicht nur das Magazin, sondern verfasst auch viele der dort veröffentlichten Berichte. Darüber hinaus fungiert er mit seiner langjährigen Erfahrung als Testfahrer.
Als Race BMXer stehen wir meist an den gleichen Bekleidungsständen – was Pants und Jerseys betrifft – wie unsere Kollegen aus dem MX-Bereich. Vor allem mit zwei Problemen haben wir hier immer zu kämpfen: Das manchmal doch recht steife Material und die oft sehr kurzen Hosenbeine. Fly Racing bietet Pants nicht nur für den Bereich MX, sondern auch explizit für den Bereich BMX an, so wie die Fly Racing F-16 Pant.
Um ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen: Auch hier deckt sich der Bereich BMX und MX – soll heißen, es handelt sich um die gleichen Hosen. Für uns also mal wieder eine Notlösung des Problems, da sich die Anforderungen ja doch leicht unterscheiden? Kann die Fly Racing F-16 Pant, die mit einem Preis von knapp 90 Euro eher im unteren Preissegment der MX-Hosen angesiedelt ist, unsere Erwartungen erfüllen?
Für den Vertrieb in Deutschland zeigt sich der Familienbetrieb Zupin aus Traunreut verantwortlich, der sich auf den Bereich Tuning und MX-Zubehör spezialisiert hat. Kein Wunder, war der Firmengründer Josef Zupin früher selbst sehr aktiv im Renngeschehen involviert. So vertreibt Zupin heute unter anderem Produkte der Firmen Brembo, Smith und Sinisalo – um nur wenige zu nennen – und natürlich Fly Racing.
Die F-16 Pant ist in den Farben grün/schwarz, schwarz/weiß, blau/weiß, rot/schwarz und schwarz/purple in allen erdenklichen Größen erhältlich. Natürlich bietet Fly Racing direkt hierzu passend Handschuhe und Jerseys in den entsprechenden Farben an. Wir wollen uns aber explizit der Pant widmen. Was kann die Hose, was kann sie nicht? In einem Punkt sind wir uns schon mal einig: Die Optik gefällt, ist weder ausgefallen noch bieder, spricht also ein breites Publikum an. Die Pant ist recht unkompliziert aufgebaut und geschnitten – so finden wir keine Lufteinlasschlitze oder einen hitzebeständigen Lederbesatz am Knie – im Bereich BMX auch eher unangebracht und von daher als positiv zu bewerten.
Durch den Lederbesatz am Knie bei den teuereren MX-Hosen wird der Bereich am Knie steifer – was wir beim BMX nicht wirklich gebrauchen können. Was ebenfalls fehlt ist eine kleine Tasche – die hätten wir uns allerdings gewünscht! Wohin nur mit dem (Auto-)Schlüssel? Die Hosenbeine sind recht lang, auch wenn hier zwei oder drei Zentimeter mehr besser wären. Die Hose sitzt ziemlich gut, das stabile Material hört sich vom Faktor „Knistern“ steifer an, als es wirklich ist. Die Fly Racing F-16 Pant schränkt die Bewegungsfreiheit in keinster Weise ein und der Bereich der Knie ist ausgeprägt genug, um das Tragen von Knie- und Schienbeinprotektoren zu ermöglichen, sofern diese nicht überdimensional ausfallen.
Die Nähte sind zweifach ausgeführt, an den stark beanspruchten Stellen dreifach! Der Abschluss der Hosenbeine weist ein Gummiband auf. Die vielen Stretcheinsätze sorgen für eine gute Passform und Bewegungsfreiheit. Der Bund kann mit einem Klett angepasst werden – allerdings nur auf der rechten Seite. Sofern der Einstellbereich gering ist, nicht weiter erwähnenswert – ansonsten sitzt die Hose etwas asymetrisch. Im Innern des Hosenbunds sind schmale Silikonstreifen aufgebracht, die ein Verrutschen der Hose vermeiden. Das Netzinnenfutter reicht vom Bund bis zum Knie. Dort ist es sinnigerweise fixiert.
Für den vollendeten Tragekomfort wäre ein komplettes Innenfutter sicherlich von Vorteil, allerdings würde das wahrscheinlich wieder den Preis anheben und beim Tragen von Protektoren ist dieser Punkt dann auch eher sekundär erwähnenswert. Die Fly Racing F-16 Pant hinterließ bei uns einen, dem Einsatzbereich entsprechenden, guten Eindruck – und das Ganze zu einem angemessenen Preis. Die feinen Nähte an den Gummiapplikationen könnten sicherlich genauer ausgeführt sein. Wichtiger sind jedoch die tragenden Nähte und diese hinterließen einen sehr guten Eindruck – auch noch nach dem Test. Wer eine robuste Pant in einer guten Qualität ohne Schnickschnack zu einem fairen Preis sucht, sollte zuschlagen.
Preis: 89,95 Euro
Farben: grün/schwarz, schwarz/weiß, blau/weiß, rot/schwarz und schwarz/purple
Größen: Von 18 bis 42 (in zweier Schritten)
Wer in Frankreich auf dem Weg nach Grenoble ist, sollte dem direkt an der D121 liegenden kleinen BMX-Spot einen Besuch abstatten. Klein aber fein ist hier die Devise. Keine Big Jumps oder Mega Dirts erwarten den Biker, sondern eine Strecke, die eine Mischung aus BMX Race und Pump Track darstellt. Gestartet wird vom Startberg, wo uns dann nach wenigen Metern Tables erwarten. Die Sprünge sind zwar nicht groß, aber das Allerlei ist Spaß pur.
Tables, Doubles und Anlieger mit unglaublich vielen Kombinationsmöglichkeiten sorgen für Kurzweile. Die Strecke ist in einem sehr guten Zustand und der Untergrund besteht aus Brechsand. Die Sprünge sind sehr gut geshaped und sinnvoll angeordnet. So muss es sein! Die Strecke ist auch für Anfänger geeignet, da alles fahrbar ist! Empfehlenswert zum ordentlichen Abrocken ist ein BMX, Hardtail oder ein smartes Fully.
Der frei zugängliche Spot liegt direkt an der Hauptstraße „Chemin de Pré Chapelle“ und kann bequem über die Straße „Rue Des Écoles“ erreicht werden. Neben Parkplätzen findet sich hier direkt noch ein kleiner Skatepark. Der kleine aber feine BMX-Spot ist auf jeden Fall einen Abstecher wert – und das Ganze mit einer traumhaften Kulisse zwanzig Kilometer vor Grenoble!
Um wirksame Rückenprotektoren von denen zu unterscheiden, die nur unzureichend Schutz vor Verletzungen bieten, wurde die Prüfnorm CE EN 1621-2 eingeführt. Moderne Protektoren müssen sich dieser Prüfnorm stellen und man sollte in seinem eigenen Interesse auf die Zertifizierung achten. Das O’Neal Mad Ass Protector Jacket bedient sich des viscoelastischen Spezialschaums der Firma SAS-TEC aus Marktgröningen, welches diese Anforderungen erfüllt.
Im Gegensatz zu „herkömmlichen“ Protektoren finden keine Kunststoffschuppen mehr Verwendung. Der SAS-TEC Rückenprotektor fällt optisch vor allem durch seine Materialstärke auf: Die Dicke variiert zwischen 16 und knapp 19 mm. Die Stärken des Materials liegen aber im Verborgenen. Der Spezialschaum verhärtet sich beim Aufprall, ist mehrschlagfähig, passt sich gut dem Körper an und bietet einen Memoryeffekt – nach einer Verformung nimmt die Schaumplatte nach einer kurzen Zeit wieder ihre ursprüngliche Form ein.
Der SAS-TEC Rückenprotektor findet in einer Hülle Platz, die mit zwei Reißverschlüssen an der Jacke befestigt wird. Die Tasche für den SAS-TEC Rückenprotektor wird ebenfalls mit einem Reißverschluss verschlossen und somit kann die Schaumplatte entnommen werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Jacke als auch die Trägerhülle für den Protektor können somit problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Die SAS-TEC Schaumplatte kann unkompliziert mit einem milden Handwaschmittel separat gereinigt werden.
Der Träger mit der Hülle bietet nicht nur Platz für den SAS-TEC Rückenprotektor. Der untere Bereich des Rückens wird durch eine dicke Schaumschicht geschützt. Der angebrachte Hüftgurt sorgt dafür, dass sich der Rückenprotektor im unteren Bereich gut fixieren lässt – worauf wir gleich noch zurückkommen werden. Der Hüftgurt lässt sich nicht nur vorne durch den durchgehenden Klett gut anpassen, sondern bietet zusätzlich seitlich je ein Regulierungsband für den Stretchbereich. Der Tragekomfort ist ausgezeichnet.
Allerdings lässt sich der gesamte Rückenprotektor nur in Verbindung mit einer Motorradkombi separat tragen – beim MTB und bei MX/Enduro ist der Protektor im oberen Bereich nicht fixiert genug. Für die Verbindung zur Jacke, die als Träger dient, sorgen zwei Reißverschlüsse. In dieser Kombination ist der Rückenprotektor perfekt fixiert. Umgekehrt lässt sich die Jacke sehr gut ohne den hinteren Schutz tragen, wenn man mal ohne Rückenprotektor unterwegs sein möchte, aber weder auf den Brustschutz noch auf den Schulterschutz verzichten möchte.
Ein weiteres wesentliches Material der Protektorenjacke stellt Biofoam dar. Wir finden an der Mad Ass Protektorenjacke viele Bereiche, die wirksam geschützt werden – so wie beispielsweise die Schulterblätter, die Hüften und die Nieren. Die Brust wird neben dem Biofoam zusätzlich mit Hartplastikschalen geschützt – das gilt ebenso für die Schulter als auch die Ellbogen und die Unterarme. Die Jacke ist Dank des Mesheinsatzes relativ gut belüftet – wie gesagt, relativ!
Anpassen lässt sich die Jacke mit mehreren sinnvoll angebrachten Klettstreifen. So lässt sich der Schulterbereich ebenso einstellen – und somit fixieren – wie die Oberarme und die Unterarme. Ein weiterer Clou an der Jacke: Nach dem Abtrennen der Ärmel oberhalb des Ellbogens kann die Jacke auch kurzärmelig getragen werden. Natürlich ist das O’Neal Mad Ass Protector Jacket als moderne Protektorenjacke Neckbrace kompatibel.
Der Tragekomfort der Protektorenjacke kann begeistern. Der SAS-TEC Schaum passt sich sehr gut dem Rücken an. Die Jacke stört oder beeinträchtigt nicht die Bewegungsfreiheit. Auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu makeln. Ein Sicherheitspaket, welches für 190 Euro erhältlich ist. Nur eine kleine Sache müssen wir dann doch bemängeln: Wir hätten gerne noch eine Lasche zum Aufhängen der Protektorenjacke!
Nicht mehr wegzudenken aus dem Bereich All Mountain und Enduro sind die Vario-Sattelstützen, egal ob mit oder ohne Fernbedienung. Vorbei sind zum Glück die Zeiten, wo man nach einem Tretstück vor der kniffeligen Abfahrt stehen bleiben musste, um den Sattel abzusenken. Nach der Abfahrt erwartete einen dann das gleiche Spiel entgegengesetzt. Ein unermüdliches Auf und Ab, welches richtig nerven kann – auch die Mitfahrer! Der All Mountainbiker von heute greift entweder zur Fernbedienung am Lenker oder direkt unter den Sattel. Ohne lästigen Stopp befindet sich der Sattel sofort in der gewünschten Höhe. Auch x-cellent Components, kurz XLC, bietet mit der Pro Teleskop-Sattelstütze SP-T03 solch eine sinnvolle Komponente an.
Die Sattelstütze zeigt sich optisch sehr ansprechend. Die sichtbaren Bauteile sind edel in schwarz und blau gehalten, die Beschriftung ist grau und könnte ruhig ein wenig dezenter ausfallen. Bei einem Durchmesser von 30,9 mm bringt die Sattelstütze etwa 650 Gramm auf die Waage und ist damit nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Die SP-T03 macht einen hochwertigen Eindruck und die Verarbeitung vermag zu begeistern. Die Sattelstütze wird neben dem Durchmesser von 30,9 mm auch mit einem Durchmesser von 31,8 mm angeboten. Der maximale Einschub in das Sattelrohr beträgt 23,8 cm. Der Minimaleinschub darf 10 cm nicht unterschreiten. Kürzen lässt sich die Sattelstütze nicht. Die Sattelstütze hat im Minimalzustand eine Länge von etwa 303 mm, im Maximalzustand etwa 400 mm (Aufnahme Sattelstreben). Die maximale Höhenverstellung der bei uns im Test befindlichen Sattelstütze beträgt etwa 97 mm (Herstellerangabe: 95 mm) und ist für den Bereich All Mountain ausreichend. Für den Einsatz am Enduro spielt das bevorzugte Einsatzgebiet eine große Rolle – hier wäre manchmal eine etwas großzügigere Höhenverstellung wünschenswert. Wer auf eine Fernbedienung vom Lenker aus wert legt, muss zum Modell SP-T04 aus dem gleichen Hause greifen. Die Verstellung ist je nach Anspruch und Wunsch stufenlos in jeder Höhe möglich. Die Sattelaufnahme hat einen leichten Versatz nach hinten und entspricht somit den gängigen Sattelstützen. Die Sattelklemmung weist keine Verzahnung auf und lässt sich somit sehr genau einstellen, kann aber allerdings auch leichter verrutschen.
Die Sattelstütze weist kein nennenswertes Spiel auf – diese Eigenschaft behielt sie bis zum Testende. Die Handhabung der Sattelstütze ist denkbar einfach. Ein Griff unter den Sattel zum leichtgängigen Hebel und schon lässt sich die Höhe des Sattels mühelos und kinderleicht einstellen. Das geschieht während der Fahrt ebenso einfach und schnell wie im Stand. Das Ausfahren der Sattelstütze in die Maximalstellung geschieht – dank der pneumatischen Federung – ohne Nachdruck und ist gedämpft, so dass man nicht um seinen Unterleib fürchten muss. Fixiert wird die Sattelstütze hydraulisch. Ohne Betätigung des Hebels ändert der Sattel nicht seine eingestellte Höhe – weder beim Druck auf den Sattel (logisch!) noch beim Zug – das Bike kann also am Sattel gepackt und getragen bzw. aufgehängt werden! Wie bei allen Sattelstützen ist auch bei der XLC die Beschriftung nur bedingt haltbar. Die Montage ist kinderleicht und Bedarf eigentlich keiner Erklärung: Die alte Sattelstütze wird einfach gegen die XLC ausgetauscht, der Sattel montiert – fertig! Der Preis der XLC-Sattelstütze beträgt 139,95 Euro, allerdings lohnt auch hier der Preisvergleich! Man erhält für sein Geld eine gut funktionierende Vario-Sattelstütze mit einem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis, die nicht nur durch die Funktion überzeugt, sondern auch durch die Verarbeitung und Zuverlässigkeit. Eine sehr gute und sinnvolle Wahl für alle, die auf eine Fernbedienung verzichten können und/oder wollen.
Das Ziel ist in Sicht! Die achte Etappe mit 74 Kilometern und 1620 Höhenmetern stellt zum Abschluss unserer Tour nochmal enorme Anforderungen an den Fahrer und das Bike. Diese Etappe besticht, bis auf wenige Ausnahmen, vor allem durch die gute Fahrbarkeit der Wege. Die Highlights sind sicherlich die Steinerne Rinne und das Wahrzeichen des Ziels dieser Tour – das Schloss Harburg. Ein weiteres Highlight ist die Stadt Wemding mit der beeindrucken Stadtpfarrkirche St. Emmeram.
Der Marktplatz in Wemding mit der Stadtpfarrkirche St. Emmeram
Nach einer sehr guten Nacht mit ausreichend Schlaf und dem guten Frühstück im Landgasthaus Zum Hirschen kann die letzte Etappe in Angriff genommen werden. Der Weg von Wettelsheim bis Windischhausen erfolgt fast ausschließlich über breite und gut fahrbare Wirtschaftswege. Wir bewegen uns immer im Bereich des Tals mit Blick auf die bewaldeten Hänge und können kaum Steigungen oder Gefälle ausmachen. Der Frankenweg führt uns direkt nach Windischhausen auf die Straße. Von dort fahren wir auf Asphalt in die Richtung Auernheim. Schnell werden wir wieder von der Straße weggeführt. Der Forstweg am Rande des Tals wird wilder und zugewachsener, bleibt aber durchaus fahrbar.
Wir überqueren im weiteren Verlauf die Straße ST2218 und folgen dem Forstweg bergan. Die Beschilderung des Frankenwegs in diesem Bereich ist gut und man kommt gut vorwärts. Wir begleiten jetzt auch eine Weile den Altmühltal Panoramaweg. Über breite Wege gleiten wir über die Hochebene und genießen den Blick über die Mais- und Rapsfelder.
Der Frankenweg führt uns zu einem weiteren Highlight der Tour, die Steinerne Rinne. Ein schmaler Waldweg führt steil bergab. Wir passieren die Steinerne Rinne – selbstverständlich sollte sein, dass der Bereich der Rinne nicht betreten werden darf! Wir bleiben also unbedingt hinter der Absperrung!
Die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn
Hier im Naturpark Altmühltal bekommen wir ein besonderes Naturschauspiel geboten: Die Steinerne Rinne! Ein kleiner Bach schlängelt sich auf einem Kalksockel über 120 Meter abwärts ins Tal. Der Sockel ist über ein Meter fünfzig hoch und wächst jährlich. Begünstigt wird dieses Schauspiel durch die Kalkabscheidungen des Wassers. Die Rinne bitte nicht berühren!
Auf Asphalt geht es nach Wolfsbronn, um danach auf gut fahrbaren Forstwegen weiter zu radeln. Nicht verpassen darf man die Abzweigung des Frankenweges nach links auf einen schmalen Weg. Wir erreichen abermals eine Steinerne Rinne, wenn auch nicht ganz so beeindruckend wie die Rinne vor Wolfsbronn. Natürlich darf auch hier der Bereich der Rinne nicht betreten werden! Der Frankenweg wird jetzt zu einem Trampelpfad und führt steil bergauf. Fahren ist hier unmöglich! Wir gelangen auf einen breiten Forstweg, dem wir nach rechts folgen und somit direkt zum Gelben Berg gelangen. Wir überqueren die Straße und fahren auf einem Forstweg bis zum Ort Spielberg. Nach etwa 23 Kilometern und 540 Höhenmetern ist ein Wendepunkt unseren Frankencrosses erreicht – wir fahren jetzt nur noch südwärts dem Ziel entgegen.
Der Gelbe Berg gehört zum Hahnenkamm, einem Ausläufer der Fränkischen Alb. In der Vergangenheit diente der Berg, dank seiner drei stark abfallenden Flanken, oftmals als Siedlungsplatz. Die Geschichte reicht zurück bis etwa dem 10. Jahrhundert v. Chr.!
Der Forstweg bietet ein munteres Auf und Ab. Der Frankenweg ist hier sehr gut befahrbar und wir kommen erfreulich gut vorwärts. Am Rechenberg erwartet uns mal wieder eine Wiesenpassage, bevor es auf einem Wirtschaftsweg weiter geht. Es folgt ein Wechselspiel aus Wald- und Wiesenwegen, welche uns letztendlich nach Hohentrüdingen führen. Schnell erreichen wir, am Roten Berg vorbei, den Rand von Hechlingen. Die Fahrt durch den Forst weist stellenweise einen leichten Trail Charakter auf und bereitet mächtig Spaß. Bevor wir den breiten und geschotterten Rad- bzw. Fußweg am Hahnenkammsee genießen dürfen, treibt uns der Frankenweg kurz auf- und direkt wieder abwärts. Nach dem See führt ein Forstweg sehr steil in den Wald hinein. Der Weg bis Ursheim ist zum Teil sehr zugewachsen und trübt daher ein wenig die Freude. Wenig Freude kommt auch in Ursheim selber auf – wir müssen erst eine Treppe und anschließend einen sehr steilen Wiesenhang hinauf. Fahren ist hier unmöglich!
Der Frankenweg gabelt sich erneut – wir wählen die Umgehung und folgen dem Frankenweg linker Hand. Sehr unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltet sich die Fahrt bis Amerbach. Der Frankenweg führt uns über Felder und durch den Wald – zum Teil als Singletrail!
Den Ort Amerbach umgeht der Frankenweg. Über weite Felder gelangen wir, auf angenehm rollenden und leicht schotterigen Untergrund, nach Wemding. Wir passieren die Wallfahrtskirche am Ortsrand und durchqueren den mittelalterlich wirkenden Ort mit der beeindrucken Stadtpfarrkirche St. Emmeram. Der Frankenweg führt uns durch die engen Gassen. Die Stadt verlassend geht es auf einem gut fahrbaren breiten Waldweg wieder bergan. Anschließend erwartet uns bergab ein schöner, aber kurvenarmer Singletrail.
Die Stadt Harburg (Schwaben) mit der Burg Harburg
Auf den letzten Kilometern unseres Frankencrosses bekommen wir nochmal die gesamt Bandbreite des bisher erfahrenen Frankenweges geboten. Es folgen steile Anstiege – wenn auch nicht mehr ganz so steil und langatmig – und Forstwege, die mit Singletrails gewürzt sind. Natürlich fehlen auch nicht die Wiesenwege am Waldesrand, die uns immer wieder einen schönen Blick über das Land bieten. Schon von Weitem sehen wir oberhalb der Stadt Harburg die Burg Harburg. Was für ein Anblick! Wir gelangen nach Ronheim. Von Ronheim aus führt ein Fußweg nach Harburg. Ein steiler Uphill, der uns nochmal gut 30 Höhenmeter machen lässt. Der Frankenweg lotst uns direkt in den Stadtkern, wo man eigentlich die Tour beenden könnte. Doch offiziell sind wir noch nicht am Ende der Tour und des Frankenweges angelangt – dieser ist am Bahnhof von Harburg.
Es wird ein letztes Mal beschwerlich! Über Treppen und somit das Bike tragend gelangen wir direkt zum Fuße der Burg Harburg. Der Frankenweg führt als schmaler Weg am stark abfallenden Hang entlang. Tief unter uns sehen wir die Dächer der Stadt Harburg.
Die Burg Harburg ist die letzte Sehenswürdigkeit des Frankenweges. Die Burg direkt oberhalb der Stadt Harburg stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die Burg ist sehr gut erhalten und der Anblick ist beeindruckend. Natürlich sind auch hier Führungen möglich – ein besonderes Highlight ist sicherlich die zweimal jährlich stattfindende Nachtführung bei Kerzenschein. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite der Stadt Harburg.
Im weiteren Verlauf führt uns der Frankenweg wieder bergab an den Rand der Stadt Harburg. Die letzten Meter zum Bahnhof und zu unserem Ziel legen wir auf der Straße zurück. Ernüchternd ist der letzte Eindruck des Frankenweges – ein Werk und ein wenig ansprechender Bahnhof. Der richtige Ort für den Abschied…
Die siebte und vorletzte Etappe (etwa 49 km / 910 Hm) unserer Tour ist zwar kurz, aber die vielen Fahrten über die weichen Wiesenwege kosten dennoch sehr viel Energie. Die Festung Wülzburg oberhalb von Weißenburg ist unbedingt einen Besuch wert. Treuchtlingen liegt zwar nicht direkt am Frankenweg, würde sich aber als Zwischenstopp für die Nacht ebenfalls empfehlen.
Von Thalmässing gelangen wir über einen Wirtschaftsweg leicht bergan in den Wald hinein und im weiteren Verlauf auf einen Hohlweg, der steil bergan führt. In diesem Bereich muss man wieder sehr auf die Beschilderung achten. Immerhin treibt es uns auf dem kurzen Stück über 120 Höhenmeter hinauf. Wir durchstreifen auf breiten Wegen den Wald und gelangen bergab zu einer Straßenkurve, der wir nach rechts ein kurzes Stück bergab folgen. Der Frankenweg zweigt nach links ab und führt uns über eine zugewucherte Wiese – dieses Wegstück kann man wahrlich kaum als Weg bezeichnen!
Wieso denn jetzt Regen? Kleine Zwangspause…
Wir gelangen in den Wald und das ständige Auf und Ab auf den zum Teil recht matschigen Forstwegen kostet mächtig Körner. Oben angekommen muss man wieder sehr auf die Schilder achten. Der folgende Weg fängt unspektakulär an, entpuppt sich aber als genialer abwärts führender Singletrail. Wir überqueren eine Straße und der Weg wird wilder – sprich zugewachsener. Anschließend geht es über einen breiten und geschotterten Weg abermals aufwärts. Wir befahren die Hochebene entlang der Felder am Rande des Waldes. Abseits sehen wir kleinere Siedlungen. Erst mit Geyern durchqueren wir wieder einen Ort. Dem Frankenweg und der Straße folgend gelangen wir über Wiesen wiederum kurz in den Wald. Franken strotzt vor grünen und saftigen Wiesen – kurz vor Kaltenbuch bekommen wir eine Kostprobe dessen. Die Wiese ist so steil, dass wir absteigen müssen. Die Schafe am Rande des Weges schauen sich dieses Schauspiel nur zu gerne an.
Von Kaltenbuch an geht es unentwegt am Rande des Waldes entlang der Felder. Der Frankenweg führt hier meistens über Wiesenwege, die mal mehr, mal weniger wild ausfallen. Diese Wege kosten sehr viel Kraft. Alsbald führt der Weg steil bergab am Rohrberg zum Rohrberghaus. Man darf nicht die Abzweigung nach links verpassen, die uns nach Gänswirtshaus führt. Erst über Wiesen, dann den Ort Kehl durchquerend, geht es steil bergauf zur Festung Wülzburg. Wir verlassen die Straße schnell und bekommen natürlich mal wieder einen Wiesenweg zur Festung angeboten. Der Frankenweg beschreibt einen Rundgang um die Festung. Die Festung Wülzburg sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen! Im Innern der Burgmauern findet sich ein Gasthaus.
Die Festung Wülzburg oberhalb von Weißenburg war ursprünglich ein Benediktinerkloster. Erst im Jahre 1588 wurde das Kloster zu einer Festung umgewandelt. Der Frankenweg führt uns nicht nur direkt zu der Festung, sondern auch um die Festung herum. Da die Festung auf der höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb liegt, müssen wir uns den Weg dorthin hart erkämpfen. Das prächtige Tor lädt uns ein, diese Festung zu betreten. Interessant ist die Festung auch aus der Vogelperspektive: Der Grundriss der Festung stellt ein Pentagon dar. Der Innenhof ist tagsüber frei zugänglich. Natürlich werden auch Führungen und Besichtigungen angeboten.
Im Innern der Wülzburg
Der Frankenweg führt uns danach in den Weißenburger Wald. Der breite Forstweg bleibt uns eine Weile erhalten. Wir überqueren die Bundesstraße B13 und jetzt zeigt sich der Forstweg am Anfang sogar asphaltiert. Wir erreichen die Hochebene und müssen wieder mit Wiesenwegen vorlieb nehmen. Ein Teil der Wege ist so dermaßen zugewachsen, dass man meint, man wäre nicht mehr auf dem richtigen Weg! Der nächste Ort, den wir passieren, ist Dettenheim. Hier müssen wir die stark befahrene Bundesstraße B2 überqueren.
Der Frankenweg trägt uns jetzt im weiteren Verlauf über weite Felder den Nagelberg hinauf. Wir passieren einen Parkplatz und auf der Straße geht es bergab nach Graben. Ein breiter Wirtschaftsweg führt uns einen Berg hoch, wo wir ein kleines Waldgebiet umfahren. Die Abfahrt nach Bubenheim auf der schmalen asphaltierten Straße ist zwar unspektakulär, aber dafür schnell. Seitdem wir die Burg Wülzburg verlassen haben, können wir etwa 17 Kilometer und knapp 200 Höhenmeter notieren. Das kleine Örtchen Wettelsheim bietet sich sehr gut für eine Übernachtung an, da hier direkt mehrere Gasthäuser um die Gunst der Reisenden buhlen. Zur Übernachtung können wir das Landgasthof Zum Hirschen (An der Rohrach 46) empfehlen. Hier gibt es neben guten Zimmern zu fairen Preisen ein gutes Frühstück, welches genug Power für die letzte Etappe gibt.
Mit unserer Einkehr bzw. unserem Zwischenstopp in Wettelsheim befinden wir uns nur unweit der Stadt Treuchtlingen. Mit dem Befahren des Frankenweges kommen wir nicht in den direkten Kontakt zu der Stadt. Vom Nagelberg aus sehen wir Treuchtlingen nicht, da der Frankenweg uns zu der gegenüberliegenden Seite des Berges führt. Wer einen Stopp in Treuchtlingen einplant, muss den Frankenweg kurzfristig verlassen. Neben dem Kurpark locken vor allem die Burgruine Obere Veste (Burg Treuchtlingen) sowie das Stadtschloss aus dem 16. Jahrhundert. Treuchtlingen bietet einen Bahnhof, der von Augsburg, Nürnberg, Würzburg und Ingolstadt angefahren wird.
Mit 83 Kilometern und 1660 Höhenmetern die längste Etappe unseres Frankencrosses. Der Frankenweg führt uns an der Burgruine Wolfstein vorbei, die unbedingt einen Besuch wert ist. Obwohl diese Etappe oft in der Hochebene verläuft, darf man die Anforderungen an die Kondition und Konzentration nicht unterschätzen. Obwohl wir Thalmässing als Etappenziel auserkoren haben, würde sich auch Berching als Etappenziel anbieten.
Die Stadt Berching im Naturpark Altmühltal
Den Start der sechsten Etappe bildet Altdorf. Die nächste größere Ortschaft, die wir passieren werden, ist Pilsach. Aus Altdorf hinaus führen breit angelegte Rad- und Wanderwege. Schnell verschlägt es den Frankenweg aber wieder in den Wald, wo wir eine gute Mischung aus Forstwegen und schönen Trails vorfinden. Auch wenn die Berge optisch kleiner werden, muss man mächtig bergan kurbeln. Die Anstiege gestalten sich zum Teil so heftig, dass wir vom Bike steigen müssen.
Wir durchqueren Sindlbach und der anfänglich asphaltierte Weg aus dem Ort hinaus wird zu einem Schotterweg, dem wir nach links folgen. Vom Feld gelangen wir in den Wald, wo es mächtig steil bergan geht. Der Forstweg ist etwas wilder und nach diesem Kraftakt können wir über die weiten Felder ohne nennenswerte Anstiege dahingleiten. Von der Hochebene gelangen wir nochmal in den Wald und im weiteren Verlauf nach Pilsach, wo uns asphaltierte Straßen erwarten. Die Gemeinde Pilsach liegt im Tal, was für uns natürlich heißt, dass wir wieder bergauf kurbeln müssen. Doch es soll noch viel beschwerlicher werden! Bevor wir den beschwerlichen Aufstieg zur Burgruine Wolfstein antreten, ein mit grobem Schotter und Steinen versetzter Forstweg, radeln wir erstmal über freie Felder. Der Untergrund gestaltet sich aus einer Mischung aus Gras, Asphalt und Schotter. Die Wege sind breit und gut fahrbar. Langsam taucht die Burgruine Wolfstein in unserem Blickfeld auf und wir können uns geistig auf den bevorstehenden Kraftakt vorbereiten.
Unterhalb der Burgruine stoßen wir auf einen breiten gut fahrbaren Forstweg, der uns erst in eine Siedlung und dann wieder in die Richtung der Burgruine leitet. Auf dem letzten Teilstück führt der Frankenweg als schmaler Trail bergan über einen Wiesenhang. Auch wenn dieser Weg fahrbar wäre, dieses Stück ist als Gehweg ausgeschildert! Kurz vor dem Erreichen der Burgruine Wolfstein passieren wir den Felsen Krähentisch.
In liebevoll restauriertem Zustand zeigt sich die Burgruine Wolfstein. Die Burg stammt etwa aus dem Jahre 1150 und bietet einen fantastischen Ausblick auf Neumarkt. Viele Mauern und der 22 Meter hohe Bergfried sind sehr gut erhalten. Wir entdecken bei unserem Rundgang verschiedene Gewölbe und auch Teile der Vorburg sind noch erhalten. Die Burgruine ist frei zugänglich und lohnt zum Entdecken. Der Verein Wolfsteinfreunde, der sich hingebungsvoll um die Burgruine Wolfstein kümmert, bietet auch Führungen an.
Die Burgruine Wolfstein im Visier
Von Altdorf aus haben wir bis zum Erreichen der Burgruine Wolfstein etwa 24 Kilometer zurückgelegt – mit über 600 Höhenmetern! Mit der Burgruine im Rücken folgen wir weiter dem Frankenweg. Bis nach Höhenberg bringt uns eine schöne Passage auf Forstwegen durch den Wald. Wir bewegen uns nun auf einer Hochebene – starke Steigungen sind im Moment nicht zu erwarten. Erstaunlich und abwechslungsreich ist der permanente Wechsel von Wald- und Feldpassagen. Dabei streifen wir idyllische kleine Dörfer wie Helena. Die Wege sind breit und gut fahrbar. In direkten Kontakt mit Autos gelangen wir nur selten. Nur bei der Überquerung der Bundesstraße B8 muss man höllisch aufpassen! Hier orientieren wir uns dem Frankenweg entsprechend nach rechts und fahren wieder über das weite Land. Wir bewegen uns auf Asphalt, mit Schotter versetzte Forstwege und Wiesenwege – ohne jeglichen Autoverkehr!
Die Asphaltbahnen, die wir befahren, nutzen wir als Regeneration. Wir haben noch eine lange und beschwerliche Tour vor uns! Entspannt radeln wir an Windrädern vorbei, die emsig ihrer Arbeit nachgehen. Nach dem Passieren des Ortes Deining-Bahnhof wird es wieder wilder. Eine kurze steile Auffahrt mit mächtigen Wurzeln zwingt uns zum Absteigen. Die Wege werden schmaler und wir tauchen tief in den Wald hinein. Oftmals führt uns der Frankenweg über Wiesen. Wir gelangen zu dem schönen kleinen Ort Roßthal und die folgenden Passagen über die Wiesen sind zum Teil leider recht unglücklich ausgeschildert. Ebenso unglücklich ausgeschildert ist der Frankenweg vor dem Örtchen Eismannsberg. Hier sollte man nicht den Weg zum Ort einschlagen, sondern sich weiter geradeaus am Waldesrand orientieren, um nachfolgend der Kurve nach links zu folgen, um auf den Schotterweg zu gelangen. Zur Orientierung bietet sich der Hochsitz auf dem Feld an. Man muss hier höllisch aufpassen, dass man nicht den Frankenweg verliert. Auf jeden Fall sollte man sich nicht bergab in Richtung Pollanten orientieren! Wir bleiben vorerst auf der Hochebene.
Wir gelangen zur Landstraße, die von Pollanten nach Eismannsberg führt. Nach Emersdorf führt uns eine schotterige Waldpiste leicht pedalierend stetig bergab. Mit dem Erreichen des Kaplansweg bekommen wir wieder ein wenig Singletrailspaß bergab. Im weiteren Verlauf führt uns ein schöner Waldweg bergab nach Berching. In Berching überqueren wir den Kanal und tauchen in die schöne alte Stadt mit dem herrlichen Stadtkern ein. Dem Ambiente entsprechend bieten sich uns viele Möglichkeiten, gepflegt den Durst und den Hunger zu stillen.
Die Burgruine Wolfstein auf dem Wolfsteinberg (Neumarkt i.d.OPf)
Schöner als Berching kann sich kaum eine Stadt präsentieren. Die Stadt im Naturpark Altmühltal mit der wunderbaren alten Stadtmauer nennt sich nicht umsonst Kleinod des Mittelalters. Vier Stadttore, dreizehn Türme, der herrliche Stadtkern und das historische Rathaus prägen das Bild Berchings.
Da wir seit Altdorf bereits über 60 Kilometer zurückgelegt und uns dabei anstrengende 1100 Höhenmeter erarbeitet haben, könnte man auch Berching als Etappenziel wählen. Thalmässing bietet zwar am Marktplatz gute Möglichkeiten zur Einkehr an, eine Zimmersuche gestaltet sich aber relativ schwer. Hier würde es sich anbieten vorab ein Zimmer für die Übernachtung zu buchen, um die Zimmersuche nicht dem Zufall und dem Glück zu überlassen!
Aus Berching hinaus folgen wir ein kurzes Stück dem Main-Donau-Kanal. Der Frankenweg führt uns dann vom Kanal weg und steil bergan durch eine Siedlung. Etwa 80 Höhenmeter machen wir alleine schon auf unserem Weg durch diese Siedlung! Doch wir müssen weiter bergauf! Von Asphalt gelangen wir auf einen Wirtschaftsweg. Schnell führt uns der Weg wieder in den Wald. Uns steht ein sehr zugewachsener Weg bevor. Dieser ist so verwildert, dass man den Hauptweg nutzen sollte, der leicht parallel verläuft. In diesem Fall sollte man natürlich nicht versäumen, sich wieder auf den Frankenweg einzufädeln. Nach diesem kurzen wilden Zwischenstück führt der Frankenweg als schöner Singletrail durch den Forst. Über den anschließenden Forstweg gelangen wir nach Rübling.
Wir folgen einem geschotterten Wirtschaftsweg entlang des Waldes und der Felder. Wir sind jetzt am Pfaffenberg unterwegs. Ein breiter Schotterweg führt schnell bergab in den Wald und das folgende Stück bergan ist sehr anstrengend. Der Frankenweg führt uns wiederum über Felder und das Befahren der Wiesenwege kostet Kraft. Es geht auf Schotter steil bergab bevor wir in einen Hohlweg gelangen. Die letzten Meter nach Obermässing legen wir schnell bergab auf der Straße zurück. Wir streifen die schöne Ortskirche zu unserer Linken. So steil der Weg bergab nach Obermässing war, so steil gestaltet sich auch der Weg aus dem Ort hinaus – allerdings diesmal bergauf! Der Weg ist sehr steil und kostet sehr viel Kraft. Wir gelangen auf einen Wiesenweg, der uns wieder in den Wald trägt. Erst auf Schotter pedalierend, später auf matschigen Forstwegen, soll uns wieder mächtig Spaß bevorstehen. Ein herrlich bergab führender Singletrail mit schönen Kurven erwartet uns. Der Trail spuckt uns direkt an der Brücke aus, die über die Autobahn A9 führt. Auch wir müssen über diese Brücke.
Unser Weg verläuft in Lohen direkt an der Kirchenmauer. Der Frankenweg führt uns alsbald hinaus auf die Felder. Uns erwarten asphaltierte als auch geschotterte Wege. In dieser herrlichen Gegend lässt der Weg, der in den Wald führt, natürlich nicht lange auf sich warten. Wir können uns jetzt auf Forstwegen austoben, die herrlich mit Wurzeln gespickt sind. Der letzte Anstieg dieser Etappe führt uns am Burgstall Landeck vorbei.
Unter dem Burgstall Landeck sollte man sich nicht zu viel vorstellen. Bereits im Jahre 1460 wurde die einstige Burg zerstört – nur noch der Burggraben ist erhalten. Besser erhalten ist dagegen die Burgruine Stauf, die allerdings nicht am Frankenweg liegt. Die Burgruine ist in privater Hand und kann nicht besichtigt werden!
Die Abfahrt nach Thalmässing gestaltet sich ungewöhnlich. Über Grünstreifen, nahezu schnurstracks geradeaus, steuern wir dem Ortskern entgegen. Allerdings ist Vorsicht geboten, da im unteren Bereich Treppen sind! Der Frankenweg verläuft durch den Ort.
Die fünfte Etappe mit 1710 Höhenmetern auf 71 Kilometern ist sehr vielseitig und zeigt die verschiedenen Gesichter der Fränkischen Schweiz und der Fränkischen Alb. Die imposanten Felsblöcke der vierten Etappe dominieren nicht mehr das Bild, dennoch steigen die Berge steil an. Die Auffahrten gestalten sich sehr kraftraubend. Bemerkenswert ist der recht hohe Anteil an spaßigen Singletrails, die sich immer wieder von den Forstwegen trennen.
Der erste spaßige Trail begrüßt uns direkt in Richtung des Ortsausganges von Obertrubach. Nachfolgend müssen wir rechts abbiegen und ein kurzes, aber steiles Stück das Bike bergauf schieben. Uns erwartet ein Wechselspiel aus Forst- und Wiesenwegen, die meistens leicht bergan führen. In weiten Schleifen gelangen wir über einen breiten schotterigen Weg durch den Wald nach Sorg. Bereits bis hier haben wir über 200 Höhenmeter gemacht! Von Sorg bis Hammerbühl bekommen wir MTB-Spaß vom Feinsten! Der Frankenweg führt uns zum größten Teil über schmale Wiesenwege und letztendlich über herrlich verwurzelte Waldtrails! Die Trails sind meist abschüssig und sehr flowig! Wer in diesem Bereich Urlaub macht, sollte diesen Teil des Frankenweges unbedingt in seine tägliche Runde integrieren!
Von Hammerbühl bis zum Rande von Egloffstein befahren wir einen Fahrradweg entlang der stark befahrenen Straße. Wie so oft streift der Frankenweg auch jetzt nur den Ort und führt direkt wieder ins Grüne. Ein breiter und sehr gut fahrbarer Wanderweg lotst uns aus Egloffstein hinaus durch das Tal am Thuisbrunner Bach. Bis nach Gräfenberg erwartet uns ein Mix aus staubigen Feldwegen und schotterigen Forstwegen. Die Wege bieten uns ein seichtes Auf und Ab und bleiben bis Gräfenberg gut fahrbar. Mit dem Ortsschild von Gräfenberg erwartet uns direkt wieder ein schmaler Singletrail links oberhalb der Straße.
Trail bei Gräfenberg
Wir gelangen in eine Siedlung, wo sich der Frankenweg teilt. Unsere Aufmerksamkeit gilt dem linken Weg Richtung Weißenohe, der uns direkt am Kriegerdenkmal vorbei führt. Am Kriegerdenkmal lotst uns der Frankenweg, anfänglich mit einer Treppe und stellenweise sehr schmal, abwärts an den Rand von Gräfenberg. Uns erwartet die stark befahrene Bundesstraße B2, die wir vorsichtig überqueren! Nachfolgend müssen wir einige Stufen hinauf steigen, bevor wir über weite Felder auf einem leicht ansteigenden Feldweg dahingleiten. Verwirrend zeigt sich eine Wegweisung des Frankenweges mitten auf den Feldern. Man sollte auf keinen Fall nach links in die Richtung des Kies- und Schotterwerkes fahren, sondern nach rechts in die Richtung Weißenohe. Der Frankenweg verläuft über schöne, nicht zu breite Wanderwege und trägt uns bergab in die kleine Gemeinde.
In Weißenohe sollte man unbedingt eine Verschnaufpause einlegen. Der Frankenweg führt uns direkt an der Klosterbrauerei Weißenohe vorbei – und das aus gutem Grund! Aus dem Benediktinerkloster wurde schnell eine Klosterbrauerei und diese zählt zu den Ältesten in Deutschland. Man schätzt, dass hier bereits um das Jahr 1050 Bier gebraut wurde! Nicht umsonst ist die Klosterbrauerei Weißenohe mit dem schönen angrenzenden Biergarten ein beliebter Treffpunkt vieler Reisender und Fahrradfahrer.
Die Gemeinde Weißenohe verlassen wir über breite Feldwege. Über Dorfhaus gelangen wir zum Bach Lillach. Bemerkenswert sind an diesem Bach die Sinterstufen, an denen wir direkt vorbei fahren. Kurze Zeit später erwarten uns Treppen bergauf, die uns vom Bike zwingen. Die weitere Fahrt führt uns über breite Forstwege und nachfolgend über weite Felder. Wenig schön ist die Stelle des Flugzeugabsturzes von 1961, die wir passieren. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Unglück, bei dem alle 52 Insassen ums Leben kamen. Leider nicht das einzige Flugzeugunglück in dieser Region. Der Frankenweg führt uns direkt an einem Segelflugplatz vorbei. Bei einer Flugschau auf dem Segelflugplatz Lauf-Lillinghof ist im September 2010 ein Doppeldecker in die Menschenmenge gestürzt, dabei starb eine Frau und 38 Menschen wurden verletzt.
Der Frankenweg zeigt sich jetzt meist leicht ansteigend, bleibt dabei aber moderat. Nach dem Passieren von Lillinghof werden wir am Steinlohberg entlang geführt. Uns erwartet hier ein wunderbarer Singletrail mit vielen Wurzeln. Unterbrochen wird der Abfahrtsspaß nur durch das Dörfchen St. Martin, danach geht es vom Spaßfaktor munter weiter. Weniger spaßig ist das folgende Stück bergauf am Alter Rotenberg. Auch hier gilt, dass die Fahrt in entgegengesetzter Richtung bedeutet mehr Spaß gebracht hätte! Die Passage ist steil und wurzelig, leider aber auch sehr zugewachsen! Die weitere Fahrt nach Schnaittach verläuft überwiegend auf breiteren Wegen, wobei der eine oder andere kleine Singletrail für Abwechslung sorgt.
Am Ortsrand von Schnaittach kommen wir an einem Friedhof vorbei und werden von einem Gehweg Schild begrüßt. Wie schon erläutert ist die rechtliche Lage bei Gehwegen eindeutig! Ähnlich verhält es sich mit dem Frankenweg aus der Stadt hinaus. Der sehr lange und stetig ansteigende Weg über die Obststreuwiese am Schlepplift vorbei ist ebenfalls als Gehweg ausgeschildert.
Uns verschlägt es jetzt in die Richtung des Rothenbergs. Es folgen zwei sehr anstrengende Passagen bergauf, die letztendlich nur mit dem Bike schiebend machbar sind! Die erste Herausforderung ist der Rothenberg! Der Weg ist steil und wurzelig und eine Treppe sorgt dafür, dass wir tief durchatmen müssen. Wir passieren die Ruine Rothenberg und der folgende schmale Wanderweg bergab macht richtig Spaß! Allerdings lässt die zweite Herausforderung nicht lange auf sich warten! Auf uns wartet der Glatzenstein mit all seinen Gemeinheiten!
Natürlich gestaltet sich auch der Weg auf den Glatzenstein hinauf steil und wurzelig. Wieder müssen wir runter vom Bike! Oben angekommen erwartet uns das Felsenlabyrinth. Endlich sorgen wieder nette Trails, die sich immer wieder mit den breiten Wegen ablösen, für Fahrspaß. Vor Hersbruck erwartet uns wieder eine Passage bergauf, um dann wiederum einen feinen Weg für die Abfahrt zu bieten. Das letzte Stück legen wir dann aber leider auf Asphalt zurück. In Hersbruck passieren wir den Bahnhof und den schönen Marktplatz der Stadt.
Nach Hersbruck führt im Anschluss an die kleine asphaltierte Straße mal wieder ein Weg über eine Wiese. Die Fahrt in Richtung Engelthal ist eine wunderbare Mischung aus Waldwegen und Singletrails. Auch wenn der Reschenberg teilweise sehr steil bergauf führt und ziemlich zugewachsen ist, diese Passage macht sehr viel Spaß! An der Frankenalb-Klinik in Engelthal angelangt halten wir uns geradeaus, weiter dem Frankenweg folgend. Diese Mischung aus Forstwegen und schmalen Trails, die sich durch den Wald schlängeln, bleibt uns weiterhin erhalten. Begeisterung pur! Die großen Felsen neben den Wegen erblicken wir nicht mehr, dafür verteilen sich die Steine auf den Wegen. Wir gelangen immer wieder vom Wald an den Rand des Waldes mit Blick über weite Felder – eine Aussicht zum Genießen!
Ein wenig Obacht ist in Hegnenberg geboten. Der Frankenweg führt direkt an einem Gasthaus vorbei und im weiteren Verlauf halten wir uns immer geradeaus den Wiesenweg hinab. Der Weg führt direkt unter der Autobahn A6 hindurch. Altdorf liegt jetzt direkt vor uns.