Special Frankencross: Etappe 4 – Von Heiligenstadt nach Obertrubach

Auf den 59 Kilometern der vierten Etappe mit 1240 Höhenmetern sind wir unverkennbar in der Fränkischen Schweiz unterwegs! Uns erwarten markante Felsen, die tief ins Tal abfallen. Keine Etappe vermittelt so viel Flair eines Alpencrosses wie die vierte Etappe unseres Frankencrosses. Dementsprechend bekommen wir nicht nur eine einzigartige Landschaft geboten, sondern auch konditionell müssen wir alles geben. Viele Trage- und Schiebepassagen begleiten uns auf dieser Etappe!

Der Frankenweg führt durch die Oswaldhöhle bei Muggendorf

Zu Beginn der vierten Etappe unseres Frankencrosses erwartet uns ein Anstieg auf der Straße mit 20% Steigung! Nach dem Kraftakt geht es auf Forstwegen bis Veilbronn, um danach in das mystische Mathelbachtal einzutauchen. Dieser Ort ist wunderschön und sehr beeindruckend. Der anspruchsvolle sehr schmale Weg bis zur Überquerung des Mathelbachs ist mit vielen Hindernissen bestückt. So erwarten uns hier sehr dicke Wurzeln und technisch sehr schwere Passagen, die nur teilweise fahrbar sind. Nach dem Überqueren des Mathelbachs wird der Frankenweg für uns wieder besser fahrbar. Nachfolgend überqueren wir eine Straße und gleiten durch einen Wald mit streckenweise sehr schönen Forstwegen mit viel Flow.

Der Ausblick vom markanten Aussichtsfelsen Hummerstein und vom Prinz-Rupprecht-Pavillon über Streitberg in das tiefe Tal ist beeindruckend. Unter uns erstreckt sich das Wiesenttal. Gegenüber auf der anderen Seite des Tals sehen wir die Ruine Neideck. Was für ein Ausblick!

Das folgende kurze Stück bergab ist mit Vorsicht zu genießen. Der Weg ist schmal und die Serpentinen sind sehr eng – nicht ganz ungefährlich! Genau so stellt man sich den Frankencross und die Fränkische Schweiz vor! Dieser Part hat schon mächtig das Flair eines Alpencrosses. An markanten Felsen entlang und hindurch führt uns der schmale Weg zur Binghöhle.

Die Binghöhle bei Streitberg wurde erst im Jahre 1905 entdeckt und nach ihrem Entdecker benannt. Die Höhle hat eine Länge von 300 Metern, die Innentemperatur beträgt etwa 9 Grad – also schon etwas frisch! Die Tropfsteinhöhle ist eine Schauhöhle, kann also besichtigt werden. Infos zu Führungen finden sich unter www.binghoehle.de

Nach der Binghöhle führt uns ein kurzes Stück auf Asphalt bergan zur Burgruine Streitberg.

Unweit der Binghöhle findet sich die Burgruine Streitberg. Die Burgruine ist etwa 900 Jahre alt und restauriert, allerdings ist nicht mehr viel von der Burg erhalten geblieben. Die Burgruine ist frei zugänglich und liegt direkt am Frankenweg.

Nach der Burgruine Streitberg erwartet uns die ersten Meter abwärts ein toller schmaler Singletrail am stark abfallenden Hang – technisch sehr anspruchsvoll. Der Rest abwärts bis zum Rande der Stadt Streitberg erfolgt über steile Treppen – hier muss das Bike getragen werden! Hier am Rande von Streitberg bieten sich übrigens Übernachtungsmöglichkeiten – für den Fall der Fälle!

Fast steigungsfrei bringt uns ein breiterer Wanderweg zum Aufstieg Jägersteig – genauer gesagt handelt es sich um Treppen! Der Weg ist schmal und eng und zwingt uns zum Schultern des Bikes. Wir gelangen auf einen schmalen Pfad am Hang entlang, den wir definitiv nicht zum Biken empfehlen würden!

In der Fränkischen Schweiz muss das Bike auch mal geschultert werden

Nachfolgend wird der Weg wieder breiter und führt im weiteren Verlauf als enge Serpentine leicht bergab. Unser Weg wird von einer Felsspalte unterbrochen, durch die wir hindurch müssen.

Die Felsspalte ist so schmal, dass wir das Bike wegen des breiten Lenkers nicht hindurch tragen können. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als das Vorderrad auszubauen und so mit eingeschlagenem Lenker die Felsspalte zu passieren. Im wahrsten Sinne des Wortes „ab durch die Mitte“! Dieser gesamte Bereich, den wir bereits passiert haben und auch noch passieren werden, kann man nur bedingt fahrbar nennen. Wir gelangen auf einen breiten Forstweg und können so wenigstens kurz mal dem Bike die Sporen geben, danach folgt wieder eine heftige Schiebepassage bergauf. Das viele Schieben und Tragen des Bikes kostet uns nicht nur mächtig Energie, sondern vor allem auch Zeit. Ein breiter und ausgewaschener Forstweg, der uns letztendlich auf eine Straße führt, bringt uns nach Muggendorf.

Blickt man auf die letzten Kilometer zurück, kann man den Weg von Streitberg nach Muggendorf in Bezug auf das Biken grenzwertig betrachten. Dieser Weg ist sehr mühsam und anstrengend, zumal das Bike oft hinderlich ist. Hier offenbart sich der Frankenweg als Wanderweg vom Feinsten. Wer nicht vom Bike steigen möchte, sollte diese acht Kilometer umfahren.

Als nächstes steht die Oswaldhöhle oberhalb von Muggendorf auf dem Programm, durch die der Frankenweg führt. Auch der Weg aufwärts zu der Höhle – mit seinen vielen Stufen, Kehren und dem engen Geländer – muss mit geschultertem Bike absolviert werden.

An der niedrigsten Stelle ist die Höhle etwa 1,5 Meter hoch – also auf den Kopf aufpassen! Etwa 60 Meter legen wir in der Höhle zurück. Markierungszeichen zeigen uns den Weg, damit wir nicht in eine der kleinen Nebenhöhlen gelangen. Die Höhle ist nicht beleuchtet, weshalb eine Taschenlampe gute Dienste leistet!

Bis zum Aussichtsturm am obersten Punkt des Berges ist das Befahren des Frankenweges nur bedingt möglich. Ab dem Aussichtsturm bietet sich uns bergab ein breiter und gepflasterter Weg nach Engelhardsberg an. Die nächste anstrengende Tragepassage lässt nicht lange auf sich warten und führt uns zur Versturzhöhle Riesenburg.

Die Versturzhöhle Riesenburg ist eine sogenannte Höhlenruine. Der Frankenweg führt uns durch diese beeindruckende Höhlenruine ins Tal herab. Uns erwarten abwärts viele Stufen, die sich zum Teil sehr rutschig zeigen. Da dieser Bereich sehr schmal und rutschig ist und zudem von vielen Wanderer frequentiert wird, sollte man abwärts ebenfalls das Bike tragen!

Nach dem Überqueren des Flusses Wiesent können wir nach Herzenslust wieder das tun, weshalb wir eigentlich hier sind: Biken! Ein schöner Waldweg, zum größten Teil ein wunderbarer Singletrail, lädt dazu ein, dem Bike die Kette zu geben. Der Trail führt uns durch das schöne Tal entlang des Flusses nach Behringersmühle. Was für ein Genuss nach den beschwerlichen vorangegangenen Kilometern! Dieser Abschnitt ist die Belohnung für die mühevollen und langen Tragepassagen!

Von Muggendorf nach Behringersmühle legen wir etwa zehn Kilometer und 160 Höhenmeter zurück. Ein steiler Pfad führt in Serpentinen über den Felsensteig zur Burg Gößweinstein hinauf. Auch hier muss das Bike wieder geschultert werden und das Hinaufsteigen zur Burg gestaltet sich wieder sehr strapaziös. Der Weg ist teilweise sehr schmal und wir müssen einige sehr steile Treppen hinauf steigen. Einheimische Freerider fahren diesen Weg übrigens entgegengesetzt – unter den Augen der sehr verwunderten und erstaunten Wanderer.

Die sehr schöne Burg Gößweinstein bzw. das Schloss Gößweinstein befindet sich direkt am Rande des Ortes Gößweinstein, welchen wir nachfolgend passieren. Der Frankenweg führt uns direkt an der etwa 1000 Jahre alten Burg vorbei.

In Gößweinstein muss man wieder sehr auf die Beschilderung des Frankenweges achten. Vorbei an einem Minigolf-Platz führt uns der Frankenweg im weiteren Verlauf auf einer für den Verkehr gesperrten Straße wieder aus der Stadt hinaus. Wir gelangen nachfolgend auf einen Forstweg, der uns nach Tüchersfeld lotst. Der kleine Ort Tüchersfeld im Püttlachtal wird von den markanten Felsen geprägt, welche den Reisenden begrüßen. Diese schroffe Optik gilt als Symbol für die Fränkische Schweiz und zierte im Jahre 1995 sogar eine Briefmarke der Deutschen Post. Ab Tüchersfeld erwartet uns ein genialer Singletrail, der oberhalb des Flusses Püttlach, aber unterhalb der riesigen Felsblöcke verläuft. Wir befinden uns in einem erstklassigen Klettergebiet und passieren viele Kletterer, die sich an den Felsen messen. Dieser Singletrail ist ein Genuss! Der Trail ist schmal, wurzelig, steinig und bietet durch das viele leichte Auf und Ab unglaublichen Fahrspaß! Das Ende des Trails signalisiert eine Treppe, die wir kurz hinaufsteigen müssen. An der Straße entlang streifen wir den Ort Pottenstein und schauen auf die oberhalb des Ortes thronende Burg Pottenstein.

Pottenstein in der Fränkischen Schweiz

Der kleine Ort Pottenstein lädt zum Verweilen ein und würde sich auch sehr gut als Etappenziel eignen. Die Hausbrauerei im Ort bietet neben einem guten Bier auch leckeres Essen. Sehenswürdigkeiten wie die Burg Pottenstein und das benachbarte Sängerhäuschen am steil abfallenden Hang sollte man sich nicht entgehen lassen. Außerhalb des Ortes lockt die Tropfsteinhöhle Teufelshöhle.

Der Frankenweg führt uns durch das Klumpertal und wir passieren die Sommerrodelbahn. In diesem Bereich wird der Frankenweg sehr stark von Touristen frequentiert! Kurz vor der Schüttersmühle wird es wieder ruhiger und wir können somit ein wenig den Trail genießen. Der nächste zu passierende Ort ist Kirchenbirkig, den wir nach dem Aufstieg aus dem Tal, mit einem anfänglich sehr steilen Forstweg, über breite Feldwege erreichen. Auch nach dem Ort Soranger geht es über Feldwege meist stetig aufwärts. Die Wege weisen nur eine leichte Steigung auf, aber nach den Strapazen des Tages mehr als ausreichend!

Um auf den Schlossberg bei Leienfels zu gelangen, sind nochmal alle Kraftreserven zu mobilisieren. Der Weg zeigt sich anfänglich schmal, wird aber etwas breiter und sehr steil. Nach dem Kraftakt des heutigen Tages ist das Schieben des Bikes wohl unumgänglich. Ein Auf und Ab durch den Forst beschert uns der weitere Weg nach Obertrubach. Eines der letzten Stücke unseres Weges nach Obertrubach zeigt sich uns als Wurzelteppich, der nach oben auf den Berg hinauf führt – eine Fahrt in die entgegengesetzte Richtung wäre sicherlich ein Traum! Über einen steilen Hohlweg gelangen wir nach Obertrubach. Wir haben unser Etappenziel erreicht.

Diese sehr anstrengende Etappe war die wohl schwerste Etappe unseres Frankencrosses. Der kleine Ort Obertrubach bietet sehr gute und preiswerte Möglichkeiten zur Einkehr und für die Übernachtung. Unser Tipp: Das Gasthof Alte Post auf der Trubachtalstraße 1. Hier gibt es gute gepflegte Zimmer mit einem hervorragenden Frühstück zu fairen Preisen.

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Special Frankencross: Etappe 3 – Von Weismain nach Heiligenstadt

Die dritte Etappe führt uns auf 63 Kilometern mit 1450 Höhenmetern von Weismain nach Heiligenstadt. Dabei passieren wir die imposante Burgruine Giechburg bei Schesslitz und durchstreifen das schöne Leinleitertal mit der Heroldsmühle. Eine unglaubliche Kulisse erwartet uns mit dem „Viktor von Scheffel-Blick“ mit der Aussicht auf die Basilika Vierzehnheiligen.

Die Fahrt von Weismain nach Isling führt überwiegend an Feldern entlang über staubige und breite Pisten. Hervorzuheben ist die Abfahrt nach Isling. Es handelt sich hier zwar nur um einen breiten Forstweg, der aber so zerfurcht ist, dass man nur auf dem Grat fahren kann. Wenig spektakulär verläuft der Frankenweg weiter nach Roth. Der Weg von Roth nach Klosterlangheim erfolgt über einen breiten Forstweg, nur der lose Schotter erfordert etwas Aufmerksamkeit. Nach dem Wechsel auf die andere Straßenseite in Klosterlangheim geht es mächtig und unnachgiebig bergauf – erst auf einem gepflasterten Feldweg, später auf einem geschotterten Forstweg. Oben angelangt biegt der Frankenweg am Kreuz rechts ab und führt uns über einen schönen Singletrail. Der Singletrail verläuft nach wenigen hundert Metern am Rande des senkrecht nach unten abfallenden Hanges entlang. Für nicht schwindelfreie Menschen ist diese Passage nicht ganz unproblematisch. Der Singletrail führt uns direkt an der Schutzhütte „Viktor von Scheffel-Blick“ vorbei. Der Anblick auf die im Tal stehende Basilika Vierzehnheiligen ist überwältigend.

Die barocke Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein

Auch wenn der Frankenweg nur in einiger Entfernung die Basilika Vierzehnheiligen passiert, ist der Anblick der Wallfahrtskirche beeindruckend. Erbaut wurde die Basilika von 1743 bis 1772. Geweiht ist die Kirche den Vierzehn Nothelfern – 14 Christen (elf männliche und drei weibliche) , die bis auf eine als Märtyrer starben.

Wichtig! Wie gesagt ist diese Passage ab dem Kreuz mit der wunderbaren Aussicht auf die Basilika Vierzehnheiligen für Menschen mit Höhenangst sehr grenzwertig und sollte daher ggf. umfahren werden. Die Wanderkarte zeigt hierzu Möglichkeiten auf!

Weiter geht’s auf staubigen Pisten dem Staffelberg entgegen, dessen Name von den ausgeprägten Abstufungen abgeleitet ist. Mittlerweile bewegen wir uns in der Fränkischen Schweiz. Eine kurze steile Passage führt uns den Berg hinauf zur Adelgundiskapelle, die 1653 erbaut wurde. Neben der Kapelle findet sich die Staffelbergklause mit Biergarten. Zum ersten Mal auf unserer Tour haben wir es mit großen Gruppen von Wanderern zu tun. Hier bietet sich natürlich eine gute Möglichkeit für eine ausgiebige Rast.

Nach nur wenigen Metern geht es wieder vom Staffelberg hinunter. Nur die erste Passage – anfänglich mit Treppen – ist sehr schmal und technisch anspruchsvoll. Der schmale Weg weicht schnell einem breiten und schotterigen Forstweg, der uns abwärts trägt. Da in diesem Bereich, wie bereits gesagt, viele Wanderer unterwegs sind, gilt hier höchste Vorsicht! Wanderern bitte immer den Vortritt lassen!

Wir erreichen den Ort Loffeld und überqueren an der Dorfkirche den Lauterbach. Was uns nach Loffeld erwartet wäre Abfahrtsspaß vom Feinsten, wenn wir den Weg entgegengesetzt befahren würden. Ein Hohlweg, viele Wurzeln, natürliche Anlieger und eine herrliche Streckenführung auf schönstem Waldboden – wir müssen nur leider hinauf! In diesem Fall heißt das mal wieder schieben! Wer sich das Schieben ersparen möchte, kann diesen Bereich auch mit der Straße umfahren, die nach Dittersbrunn führt. Wir bleiben natürlich auf dem Frankenweg und gelangen zur Straße. Der Blick zurück zeigt die beeindruckenden Felsen des Staffelbergs. Unglaublich, wie weit der Berg schon von uns weggerückt ist. Meistens auf breiten Forstwegen radeln wir stetig bergauf der Hochebene entgegen. Ein Wechsel aus Wald- und Feldpassagen begleitet uns jetzt. Endlich bekommen wir wieder einen spaßigen Singletrail offeriert. Nahezu steigungsfrei führt der schmale Weg mit einer herrlichen Wegführung am Hang entlang durch den Wald. Letztendlich werden wir auf eine Straße ausgespuckt.

Mit dem Erreichen der Straße haben wir seit dem Verlassen von Weismain bereits über 29 Kilometer und über 800 Höhenmeter gemacht. Der folgende Forstweg leitet uns am Schönstattzentrum Marienberg vorbei, einem ehemaligen NATO-Stützpunkt. Unübersehbare Zeugen dieser Zeit sind die doppelte Umzäunung und der Stacheldraht. Die Zeiten ändern sich und somit ist dieser Ort nun gemeinnützig. Wir müssen jetzt mal wieder ein wenig mehr auf die Beschilderung achten, um nicht den Frankenweg zu „verlieren“. Nach der Weiterfahrt auf Forstwegen gelangt man über zugewachsene Trampelpfade zu Wegen, die kaum noch als solche erkennbar sind. Als wenn das nicht schon genug Herausforderung wäre, bringt einen auch die Beschilderung fast an den Rand des Wahnsinns! In diesem Bereich würden wir uns definitiv eine bessere Beschilderung wünschen!

Die Fahrt durch das schöne Leinleitertal

Wir passieren markante Felsen. Der Frankenweg ist hier nur ein kleiner schmaler Pfad, der oberhalb der Felsen entlang führt. Neben den Sitzmöglichkeiten bietet sich hier ein herrlicher Ausblick. Im weiteren Verlauf gelangen wir auf eine asphaltierte kleine Straße ohne Autoverkehr, die durch den Wald führt. Wir fahren die Straße, später über einen breiten Waldweg, bergab. Wir passieren jetzt das schöne Örtchen Burgellern und im weiteren Verlauf Schesslitz. Bereits die Anfahrt nach Burgellern zeigt uns die imposante Giechburg. Von Schesslitz aus führt der Weg, erstmal als Trampelpfad über eine Wiese, schnurstracks geradeaus in Richtung der Giechburg. Der Frankenweg lotst uns zu einem Querweg, dem wir nach links folgen.

Nicht übersehen darf man die Wegweisung des Frankenweges am Strommast, der uns nach rechts in den Wald lotst. Der Weg durch den Wald verläuft fast komplett geradeaus. Der schmale Trail wird nur unwesentlich breiter. Anfänglich ist der Weg nur leicht ansteigend, wird aber zusehends steiler. Spätestens an den Treppen am Parkplatz heißt es aber auch hier absteigen! Ab dem Parkplatz verläuft der Frankenweg eigentlich nur als Gehweg. Da dieser aber parallel zu der kleinen Straße verläuft und letztendlich sogar Bestandteil der Straße ist, können wir direkt auf dem Asphaltband bergan radeln. Die kleine Straße ist nahezu autofrei und führt stetig bergan mit dem Blick auf die Giechburg. Der Straße folgend gelangen wir direkt zu der imposanten Burgruine.

Hoch oben auf dem Schlossberg thront die gewaltige Giechburg. Der Aufstieg von Schesslitz aus durch den Forst Burgholz ist anstrengend und mühsam. Die erstmalige Erwähnung der Burg fand 1125 statt. In diesen Gemäuern steckt viel Geschichte. Heute bietet die Giechburg Platz für Tagungen, ferner findet sich hier auch ein Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten – und das sogar preiswert!

Als schmaler Trail führt der Frankenweg direkt am Fuße der Giechburg weiter. Das Befahren des sehr schmalen Weges ist für Fahrräder und Mopeds auf eine Länge von etwa einem Kilometer ausdrücklich verboten!

Durch den Forst schrauben wir uns auf einem breiten Waldweg zur Wallfahrtskirche Gügel hinauf. Nach der Kirche erwartet uns ein sehr kurzes Stück Asphalt, bevor der Frankenweg als steiler Forstweg bergauf führt. Zur Belohnung erwartet uns oben ein Singletrail mit einem munteren Auf und Ab. Da der Singletrail stellenweise am stark abfallenden Hang verläuft, gilt hier höchste Vorsicht. Ein breiter Forstweg trägt uns aus dem Wald heraus. Wir gelangen nach Neudorf, wo sich für uns ein Feldweg zur Weiterfahrt anschließt. Die weitere Fahrt gestaltet sich aus einem Wechselspiel aus Asphalt-, Forst- und Feldwegen. Optisch ist dieser Teil des Frankencrosses ein Genuss, fahrtechnisch leider ein wenig anspruchslos.

Die Heroldsmühle im Leinleitertal

Ansprechend wird die Fahrt durch das Leinleitertal. Eingebettet zwischen saftigem Grün und Felsen bahnt sich der Leinleiterbach seinen Weg durch das Tal – und mit ihm der Frankenweg. Einheimische Wanderer verrieten in einem Gespräch, dass dieser Bereich wegen Hochwasser nicht immer passierbar wäre. Der Frankenweg führt uns direkt an der Heroldsmühle vorbei. Das riesige Wasserrad der Heroldsmühle stammt aus dem Jahre 1916. Das Wasserrad hat einen Durchmesser von über sieben Metern und gilt als das größte Mühlrad Deutschlands. Leider bietet die Heroldsmühle keinen Biergarten mehr an.

Natürlich müssen wir nochmal kräftig in die Pedalen treten. Im Bereich der Schwedenschanze erwartet uns zum Abschluss dieser Etappe ein Singletrail am Hang entlang. Wald- und Wiesenwege führen uns abwärts nach Heiligenstadt.

In Heiligenstadt erwarten den Reisenden denkmalgeschützte Häuser und ein historischer Marktplatz. Heilgenstadt ist übrigens ein Markt. Auf die bei den Ortsnamen mitgeführte Bezeichnung „Markt“ stoßen wir bei unserem Frankencross öfters. Damit ist das im Mittelalter vergebene Marktrecht gemeint, einen ständigen Markt abzuhalten. Das gilt auch für den Wochen- und Jahrmarkt.

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Special Frankencross: Etappe 2 – Von Kronach nach Weismain

Die Tour von Kronach nach Weismain besticht vor allem durch die schönen Orte Kronach, Weismain und die Biermetropole Kulmbach. Die Wege, die wir befahren, sind hauptsächlich Forst-, Feld- und Wirtschaftswege. Der Frankenweg führt uns auf dieser 52 Kilometer langen Etappe mit 990 Höhenmetern nicht nur durch den Wald, sondern oftmals über Felder und Wiesen mit einem herrlichen Blick über das Land.

Unser Weg verläuft direkt durch die Stadt Kronach. Wir folgen dem Frankenweg in Flussnähe stadtauswärts. Entspannt radeln wir durch eine Park- und Freizeitanlage. Links abbiegend, am SB-Warenhaus vorbei, überqueren wir die Weißenbrunner Straße (Bundesstraße B85) und gelangen wieder in den Wald. Der Forstweg steigt stetig an. Die letzten Meter zum Lucas-Cranach-Turm gestalten sich so steil und wurzelig, dass wohl jeder normalsterbliche Biker vom Rad steigen und schieben muss.

Lucas-Cranach-Turm

Der 22 Meter hohe Aussichtsturm Lucas-Cranach-Turm befindet sich auf der Kaltbucher Höhe. Der Turm wurde 1913 eingeweiht.

Aufpassen muss man auf dem Weg nach Weißenbrunn. Der Weg ist zwar nicht sehr schmal, die Steine auf dem Weg sind aber nicht ohne! Besonders bei Nässe sollte man hier unbedingt höchste Vorsicht walten lassen! In Weißenbrunn begrüßt uns der Duft der hiesigen Brauerei – doch leider ist es noch zu früh für ein kühles und leckeres Bier. Natürlich führt uns der Frankenweg wieder nach oben. Auf dem ersten Stück aufwärts erwarten uns Treppen. Der Forstweg verläuft wechselweise durch den Wald oder am Waldesrand entlang mit dem Blick über weite Felder. Das erste Stück geht recht steil bergauf, danach folgt ein Wechsel aus seichten Auf- und Abfahrten. Wir passieren einen Steinbruch.

Bis auf den Patersberg steht uns jetzt kein großer Anstieg mehr bevor. Der Frankenweg führt uns auf dem Patersberg direkt am Patersturm vorbei. Die anschließende kurvenreiche Abfahrt gestaltet sich sehr spaßig. Im weiteren Verlauf führt uns der Frankenweg nach Kulmbach meistens über Wiesen und Felder, dabei sind wir zum größten Teil auf Forst- und Wirtschaftswegen unterwegs. Wer die Etappe in Kulmbach beenden möchte – Stichwort Bierkultur – hat sich am heutigen Tage etwa 550 Höhenmeter und 23 Kilometer erarbeitet. Hinweisen muss man allerdings darauf, dass der Frankenweg Kulmbach nur streift!

Auch wenn der Frankenweg die Kreisstadt Kulmbach nur leicht berührt, stellt diese Stadt natürlich ein absolutes Highlight dar. Die Kreisstadt hat allerdings mehr zu bieten als nur gute Biere! Die über der Stadt thronende Plassenburg stammt aus der Zeit um 1135 und gilt als eine der imposantesten Burganlagen Deutschlands.

Die Fahrt nach Melkendorf gestaltet sich unproblematisch und verläuft schnell über gut ausgebaute Rad- und Gehwege. Einen schönen See passierend lassen wir Kulmbach schnell hinter uns. In Melkendorf führt der Frankenweg als kleiner Gehweg bergan – dieser Weg ist ausschließlich als Fußgängerweg gekennzeichnet! Ebenso verhält es sich mit dem schmalen Weg am Hang entlang zum Schloss Steinenhausen.

Die barocke Schlossanlage Schloss Steinenhausen liegt direkt oberhalb des Zusammenflusses des Roten Mains und des Weißen Mains. Der Frankenweg führt am Schloss vorbei bergab zum Roten Main. Der Weg ist schmal und es muss unbedingt auf entgegenkommende Fußgänger geachtet werden. Bei Frankenberg fahren wir auf einem schmalen Asphaltband bergan. Der Untergrund sorgt dafür, dass wir trotz Steigung gut voran kommen.

Etwas verwirrend ist die Teilung des Frankenweges vor der Ortschaft Gundersreuth. Die Teilung des Frankenweges in den Feldern ist aber nicht weiter dramatisch, weil beide Wege sich in Gundersreuth wieder vereinen. Wir streifen Peesten und auch hier ist der Weg bergan wieder sehr steil. Wir radeln erstmal auf Asphalt und später locker am Waldesrand entlang. Hier gilt erhöhte Vorsicht, damit man den nach links abzweigenden Frankenweg nicht übersieht. Der folgende Waldweg zeigt sich als Hohlweg und ist sehr verwildert. Die steile Passage bergan zwingt einen letztendlich zum Absteigen und Schieben. Der Weg wird sehr schmal und ist sehr zugewachsen, bis wir wieder auf eine kleine Straße gelangen. Diese kleine Straße führt nach Zultenberg.

Zultenberg strahlt ein sehr alpines Flair aus. Hinter Zultenberg bewegen wir uns oberhalb mächtiger Felsen. Der Blick gleitet nach rechts über das weite Land. Wenige Meter neben uns geht es steil abwärts. Drachenflieger nutzen dies für ihr Hobby. Sitzgelegenheiten mit einem fantastischen Ausblick laden zur Rast ein.

Der Frankenweg führt als breiter Wanderweg in die Richtung der Burgruine Niesten, ohne diese aber direkt in die Tour zu integrieren. Wir biegen vorher mit dem Frankenweg nach links ab und gelangen im weiteren Verlauf an der Gräfinnenhöhle vorbei. Der breite Weg führt uns jetzt bergab, doch trotz der Breite des Weges macht die Abfahrt richtig Spaß. Wir gelangen nach Weismain, wo man sich ein Nachtlager suchen sollte, da in den folgenden Örtchen eine Zimmersuche sehr schwer werden kann. Beeindruckend in Weismain ist der Wehrturm mit der Stadtmauer, welche wir direkt passieren.

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Special Frankencross: Etappe 1 – Von Blankenstein nach Kronach

Die erste Etappe mit etwa 70 Kilometern und 1950 Höhenmetern zeichnet sich durch einen sehr hohen Anteil an Wald- und Forstwegen aus. Landschaftlich führt uns die Tour durch Wald sowie über Wiesen und Felder vorbei an kleinen idyllischen Dörfern. Fahrtechnisch bereitet der Trail vom Hirschsprung hinab größte Freude, optisch wird man vom Höllental verwöhnt. 

Der Frankenweg und der Rennsteig: Die beiden großen Wanderwege

Blankenstein bildet den Anfang des Frankenweges. Doch nicht nur der Frankenweg beginnt hier, sondern auch der berühmte Rennsteig. Die Anreise kann und sollte bequem mit der Bahn erfolgen. Wie bei allen Touren, wo der Start nicht dem Ziel entspricht, bietet sich die Anreise mit der Bahn an. Der Bahnhof Blankenstein kann über Thüringen oder über Bayern angesteuert werden. Für welche Route man sich entscheidet hängt letztendlich vom Heimatbahnhof ab. Vom Ruhrgebiet bieten sich beide Alternativen an. Gewählt wurde die Bahnfahrt über die Städte Hannover und Leipzig wegen der etwas großzügigeren Umsteigezeiten.

Die erste Verwirrung ereilt einen direkt nach der Ankunft am Bahnhof in Blankenstein. Kein Wegweiser führt in die Richtung des Frankenweges. Da der Startpunkt des Frankenweges dem Startpunkt des Rennsteigs entspricht, orientiert man sich am Besten einfach bergab an den Wegweisern „Rennsteig Beginn“. Wir gelangen somit zum Start des Frankenweges und überqueren erstmals die Selbitz.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Weg rechts steil bergan am Waldesrand entlang. Ab hier ist die Beschilderung des Frankenweges vorbildlich. Die Forst- und Waldwege führen in Richtung des aus Natursteinen errichteten Wiedeturms. Die ersten Meter unserer Tour sind sehr steil und anstrengend. Nur zwei Mal wird der stollengerechte Untergrund kurz durch Asphalt unterbrochen. Wir bekommen bereits jetzt einen Vorgeschmack auf die Schönheit des Fränkischen Waldes, in den wir jetzt eintauchen.

Nach dem Gasthaus Hirschsprung gilt erhöhte Aufmerksamkeit, weil der Frankenweg nach wenigen hundert Metern links vom Hauptweg abzweigt. Es folgt ein kurzes, technisch anspruchsvolles Stück bergauf. Es wird steinig. Das ändert sich auch nicht bei dem Singletrail, der uns jetzt bergab erwartet. Mit Wurzeln und Steinen bespickt schlängelt sich der schmale Weg in Richtung des Örtchens Blechschmidtenhammer abwärts – ein Genuss! Wir wechseln wieder auf die andere Seite der Selbitz. Dem Frankenweg folgend bieten sich einem am Anfang des Höllentals direkt zwei Möglichkeiten, dem Frankenweg zu folgen. Wir entscheiden uns für den linken Weg, der unmittelbar rechts neben der Selbitz verläuft. Der andere Frankenweg führt bergan und erfordert im weiteren Verlauf Trittsicherheit.

Ein Tipp zur Einkehr ist unweit dieser Verzweigung das Gasthaus „Friedrich-Wilhelm-Stollen“. Hier findet man neben leckeren regionalen Speisen auch die Möglichkeit einer Übernachtung. Das Gasthaus befindet sich direkt neben dem Besucherbergwerk „Friedrich-Wilhelm-Stollen“. 200 Meter sind für die Besucher des Stollens zugänglich. Mehr Informationen hierzu findet man auf der Internetseite des Bergwerkes unter www.friedrich-wilhelm-stollen.de

Der breite und mit Schotter versetzte Rad- und Wanderweg leitet uns stromaufwärts durch das romantisch wilde Höllental. Wir passieren den Blick Hirschsprung und ein Wasserwerk. Nach etwa drei Kilometern und etwa sechzig Höhenmetern gelangt man wieder auf Asphalt. Erst jetzt im Ort Hölle wechseln wir wieder auf die andere Seite der Selbitz. Der Frankenweg führt uns weiter an dem Fluss entlang. Wir gelangen wieder auf einen Waldweg, der im weiteren Verlauf zu einem schmalen Trail wird. Ein Feld überquerend gelangt man auf Feldwegen über weite Felder nach Marxgrün. Den Ort durchquerend müssen wir ein wenig Asphalt in Kauf nehmen.

Schnell führt uns der Frankenweg wieder von der Straße weg. Über weite Wiesen mit Blick auf die sanften Hügel leitet uns der Frankenweg wieder in den Wald. Der Boden ist mit Nadeln übersät und es rollt sich daher sehr schwer. Der Weg führt nun sehr, sehr steil bergan. Wir befahren jetzt gleichzeitig auch den Ozünderweg, ein Rundwanderweg, der seinen Namen dem früher oft brennenden Naila und dessen Einwohnern – den Anzündern – verdankt.

Der Forstweg wird im weiteren Verlauf besser fahrbar und wir passieren ein kleines Dorf. Auf Forstwegen gelangen wir bergan wieder in den Wald. Nach dem Passieren einer Lichtung führt der Frankenweg links ab und wir fahren an einem Teich und an einem Wildgehege vorbei. Nach dem Wildgehege verläuft der Frankenweg parallel zu einer kleinen asphaltierten Waldstraße. In diesem Bereich zeigt sich der Frankenweg etwas wüst. Viele Bäume liegen quer und zwingen zum Absteigen. Wer sich das ersparen möchte, kann die wenigen hundert Meter auch auf der kleinen und im Normalfall autofreien Straße zurücklegen. Der Frankenweg leitet uns auf einen breiten Forstweg und wir gelangen schnell und flüssig nach Naila, ohne allerdings in den Ort eintauchen zu können. Kaum den Ort erreicht, fahren wir direkt zum Ortsausgangsschild.

Bis nach Nestelreuth gelangen wir anfänglich über Wiesenwege, später über Forstwege. Wir genießen den Blick über das weite Land, bevor uns der Wald wieder verschlingt. Wald- und Forstwege bleiben vorerst unsere Begleiter. Die Landschaft ist geprägt von der Land- und Forstwirtschaft. In Kleindöbra sollte man beim Überqueren der Landstraße sehr vorsichtig sein – die Autos geben hier mächtig Gummi! Der Frankenweg führt auf der gegenüberliegenden Seite der Straße weiter, allerdings auf einem Privatweg. Dieser Weg ist ausschließlich für Fußgänger freigegeben! Somit sollte es selbstverständlich sein, dass wir hier absteigen und schieben! Die Wiese bergauf schiebend gelangen wir wieder in den Wald und auf einen Forstweg.

Der Anfang – oder das Ende

Der Forstweg bergan zum Prinz Luitpold Turm ist sehr steil und mühsam. Die Steigung fordert ihren Tribut und zwingt uns letztendlich zum Absteigen. Die Sitzgelegenheiten und der Unterstand unterhalb des Aussichtsturms bieten sich als wunderbarer Platz für eine Rast und Verschnaufpause an.

Auf der Spitze des Döbrabergs, der höchsten Erhöhung im Frankenwald, steht der Prinz Luitpold Turm. Der Turm weist eine Höhe von 18 Metern auf und wurde 1902 vom Frankenwaldverein gebaut. Der eiserne Turm, auch Döbrabergturm genannt, ist frei zugänglich und ein beliebtes Ziel vieler Wandergruppen.

Auf Forstwegen geht es weiter Rodeck entgegen. Der Frankenweg verläuft jetzt auf Asphalt mit kaum nennenswerten Autoverkehr. Der Asphalt bleibt uns leider erstmal erhalten. Eine kleine asphaltierte Straße, die sich in den Wald hinein frisst, führt mächtig bergab. Mit dem Erreichen des Burgstalls Radeck (Rodeck) endet die Straße und für uns erstmal der Asphalt. Der Frankenweg zweigt nach links auf eine sehr steile, schmale und wilde Treppe ab. Man kann hier jedem Biker wirklich nur ans Herz legen, diese Treppe bitte nicht zu befahren! Unten angekommen folgt ein kurzer, aber feiner Singletrail zur Bischofsmühle. Der Frankenweg zeigt sich jetzt für die nächsten Kilometer als breiter Forstweg.

Schnell wird das Holzwerk passiert und der Weg bergab summiert zusehends die gefahrenen Kilometer. Auffallend sind in diesem Bereich die vielen offiziellen MTB-Strecken. Neben uns in der Tiefe vernehmen wir das Rauschen des Bachs und auf der anderen Seite erkennen wir die Straße, die wir nachher überqueren werden. Mit dem Überqueren der Straße verschlägt es uns in Richtung Wustuben. Erst ab Wustuben erwartet uns im weiteren Verlauf wieder eine asphaltierte Straße – oder nennen wir es doch eher Sträßchen! Die kleinen Dörfer, die wir passieren, versprühen natürlich einen unglaublichen Charme. Angrenzende Biergärten laden zum Verweilen ein und man sollte die Gunst der Stunde nutzen, hier zu entspannen und dem Alltag zu Hause wenigstens jetzt zu entfliehen.

Von Elbersreuth gelangen wir schnell wieder auf einen Feldweg, der uns wiederum auf einen Forstweg führt. Der Forstweg spuckt uns auf einen mit Wurzeln gespickten Trail, welcher uns herrlich bergab führt. Dieser schöne Trail ist sogar Bestandteil einer offiziellen MTB-Route. Klasse! Der Weg wird im weiteren Verlauf zwar breiter, aber dafür steiniger. Dieser komplette, sehr abwechslungsreiche Bereich ist Mountainbiken pur! So macht Biken wirklich Spaß! Es geht jetzt schnell bergab! So schön schnell das letzte Stück war, so schrecklich gestaltet sich der direkt folgende Uphill in Richtung Köstenhof. Zur Belohnung führt der Frankenweg als schöner und mit Wurzeln versehener Singletrail dann aber wieder bergab. Der Weg spuckt uns auf die Straße Richtung Kronach und Reichenbach.

An der Gaststätte Köstenbachtal leitet uns der Frankenweg von der Straße weg und zwingt uns zum Schultern und Schieben des Bikes. Wenige Meter müssen wir so auf dem kleinen schmalen Weg bergauf zurücklegen, bevor wir auf einen breiten Forstweg gelangen. Es geht weiter bergauf und langsam schwinden die Körner – sprich Energie! Über ein weites Feld gelangen wir nach Reichenbach. Wir müssen jetzt wieder ein wenig auf Asphalt kurbeln. Kurz vor Haid führt der Frankenweg als staubiger Feldweg links weg. Im Wechsel mit Forstwegen gelangt man nach Mittelberg.

Auf keinen Fall sollte man die Abzweigung des Frankenweges vor der Radspitzalm bzw. der Mittelberger Radspitzeinkehr zur Radspitze verpassen. Natürlich spricht nichts dagegen, hier einzukehren. Bei gutem Wetter lockt der Biergarten, bei schlechtem Wetter kann man sich im Innenraum aufwärmen und sich stärken. Der steile Forstweg bringt uns direkt bis zum Radspitzturm bzw. dem Gipfelkreuz.

Der Radspitzturm befindet sich am höchsten Punkt der Radspitze, welche immerhin die zweithöchste Erhebung im Frankenwald darstellt. Der erste Turm wurde hier bereits 1886 errichtet, aber die hölzerne Konstruktion hielt nur wenige Jahre. Der jetzige Turm mit einer Höhe von zwanzig Metern stammt aus dem Jahre 1955. Der Turm ist frei zugänglich.

Weiter geht es auf dem Forstweg, der uns erstmal erhalten bleibt. Mit dem Erreichen der Markgräfliche Höhe ändert sich der Charakter des Weges allerdings. Der Weg wird wilder, zugewachsener und entpuppt sich teilweise als schöner Singletrail. Die letzten Meter nach Zeyern legen wir auf einem schotterigen Forstweg zurück. Die schöne Stadt empfängt uns mit einer schönen Dorfkirche und – mittlerweile absolut in Vergessenheit geraten – starkem Autoverkehr. Wir überqueren die Hauptstraße und verlassen Zeyern wieder. Jetzt heißt es kräftig in die Pedale treten. Der Frankenweg leitet uns abermals in den Wald. Unübersehbar ist, dass der Untergrund steiniger wird. Auf einer kleinen Straße geht es steil bergab nach Unterrodach. Mit dem Frankenweg gelangen wir im Ort direkt zur Hauptstraße und der angrenzenden Kirche.

Nur noch knapp sieben Kilometer und etwa 170 Höhenmeter fehlen uns bis zum Ziel der ersten Etappe. Der Frankenweg treibt uns nach rechts wieder den Berg hinauf und lässt uns dabei eine Neubausiedlung durchqueren. Von der Neubausiedlung führt ein Wiesenweg bergab, wobei man im unteren Bereich wegen einer Treppe vorsichtig sein sollte. Danach führt der Wiesenweg wieder hinauf. Wir erreichen einen Querweg und fahren jetzt eine längere Zeit entlang des seichten Hanges auf einem schmalen und zugewachsenen Trail. Im weiteren Verlauf führt uns ein Forstweg, der uns oftmals mit einem schönen Blick über das weite Land und den sanften Hügeln verwöhnt, nach Dörfles.

Der Weg nach Kronach verläuft meistens durch den Wald. Erfreulicherweise befahren wir dabei sehr oft schmalere Wege. Der Frankenweg führt uns direkt zur mächtigen Festung Rosenberg oberhalb der Stadt Kronach. Da der Frankenweg von der Festung hinunter zur Stadt viele Treppen beinhaltet, sollte man die letzten Meter lieber auf der Straße zurücklegen.

Für die Kreisstadt Kronach, die am Fuße des Frankenwaldes liegt, sollte man ein wenig Zeit mitbringen. In dieser Stadt gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Direkt drei Flüsse laufen hier zusammen: Die Kronach, die Haßlach und die Rodach. Die historische Altstadt ist unglaublich schön und lädt zum Verweilen ein. Die Altstadt ist fast komplett erhalten und bietet viele Fachwerkhäuser, Tore und Türme. Grund genug, diese Stadt zum 1000-jährigen Bestehen im Jahre 2003 mit einer Briefmarke zu würdigen. Kronach ist auch die Geburtsstätte des berühmten Renaissancemalers Lucas Cranach der Ältere, der um 1475 geboren wurde.

Oberhalb der Stadt Kronach thront die Festung Rosenberg. Die barocke Festungsanlage stammt aus dem 12. Jahrhundert und überwältigt einen beim Anblick. Die Festung wurde noch nie gewaltsam erobert, was einen beim Anblick der gigantischen Mauern nicht wirklich verwundert. Heute findet sich innerhalb der Mauern die Fränkische Galerie des Bayerischen Nationalmuseums. Jährlich finden auf dem Gelände der Festung Rosenberg die Faust-Festspiele statt. Natürlich werden auch täglich Führungen angeboten.

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Special: Frankencross – Mit dem Mountainbike auf dem Frankenweg unterwegs

Vom Rennsteig bis zur Schwäbischen Alb – von Blankenstein bis Harburg – die Tour durch Franken…. Egal wie man den Frankenweg nun beschreiben möchte, dieser Wanderweg ist etwas ganz Besonderes. Über 520 Kilometer und über 11500 Höhenmeter mit dem Mountainbike, die nicht nur jeder Franke, sondern jeder Mountainbiker erlebt haben sollte.

Pottenstein in der Fränkischen Schweiz

Den Start des Frankenweges markiert Blankenstein in Thüringen bzw. Untereichenstein direkt an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Das Ende des Frankenweges bildet Harburg in Schwaben. Wir sind mit dem Mountainbike diesen wunderbaren Wanderweg abgefahren, welcher durch den Fränkischen Wald, die Fränkische Schweiz, die Fränkische Alb, das Altmühltal und das Fränkische Seenland verläuft. Der Frankenweg führt durch eine unglaublich vielseitige und abwechslungsreiche Landschaft, zeigt uns eine intakte Natur, bizarre Felsformationen und lässt uns in die Geschichte der Franken eintauchen.

Über 520 Kilometer verläuft der Frankenweg durch Franken. Das ständige Auf und Ab summiert die zu machenden Höhenmeter auf über 11500! Das kommt schon so manchem Alpencross gleich! Bis auf wenige Ausnahmen und Teilen der Fränkischen Schweiz haben wir es allerdings nicht mit schroffen Felsen zu tun. Der Frankenweg gestaltet sich eher hügelig, wobei man die Steilheit der Wege allerdings nicht unterschätzen sollte – oft genug muss das Bike auch geschoben werden! Die Wege, die wir befahren, sind meistens breitere Forst- und Wirtschaftswege. Oftmals führt der Weg auch über Wiesen – mal mehr, mal weniger gut fahrbar. Nur wenige Teilstücke sind so zugewachsen, dass sie den Namen „Weg“ eigentlich nicht verdient hätten. Doch immer wieder locken uns auch herrliche Singletrails, die unser Herz lachen lassen. Der Frankenweg bietet alle Arten des Untergrundes: Asphalt, Waldboden, Wurzelteppiche, Felsen, Wiesen und Schotter.

Die Kennzeichnung des Frankenweges ist ein roter Querbalken auf weisem Hintergrund und der Aufschrift Frankenweg – wir werden es oft genug sehen! Die Beschilderung ist meistens gut, teilweise sehr gut, leider aber auch an einigen Stellen schlecht – sei es durch zu wenig bzw. gar keine Kennzeichnung oder eine etwas irreführende Ausschilderung. Einige Schilder sind auch sehr verblichen – es lohnt sich also Wanderkarten im Gepäck zu haben, auch wenn man meistens ohne Kartenmaterial auskommen würde.

Der im September 2004 eröffnete Frankenweg ist ein noch sehr junger Wanderweg, dennoch handelt es sich um einen zertifizierten Fernwanderweg. Als erster Fernwanderweg hat der Frankenweg das Zertifikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ erhalten. Betreut wird der Frankenweg durch den Tourismusverband Franken, dem Frankenwaldverein, dem Fränkische-Schweiz-Verein und dem Fränkischen Albverein.

Auf unserer Tour treffen wir auch auf Wanderwege, die als Gehwege gekennzeichnet sind. Die rechtliche Lage ist eindeutig: Gehwege dürfen, wenn nicht explizit das Fahrrad erlaubt wird, nicht mit dem Fahrrad befahren werden. Man sollte sich vor Augen halten, dass eine Zuwiderhandlung nicht nur eine Strafe, sondern auch im Falle eines Unfalls höchst unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen kann. In diesen Bereichen also bitte das Bike schieben oder das Gebiet umfahren!

Blick auf die Kirche St. Lorenz in Berching

Die Region Franken und die Franken

Die meisten Bundesbürger ordnen Franken dem Bundesland Bayern zu, was zum größten Teil auch stimmt. Genauer gesagt handelt es eigentlich sich um eine Region im Süden Deutschlands, die sich über den Norden Bayerns erstreckt, aber auch über einen Teil Baden-Württembergs und Thüringens. Das Frankenland weist eine lebhafte und turbulente Geschichte auf, ein Zeugnis dessen sind auch die vielen Burgen auf unserer Tour. Die Franken sind stolz auf ihr Land und wehe dem, der Franken als Bayern bezeichnet. Franken unterscheidet sich tatsächlich in vielen Punkten von Bayern, darunter zählen neben dem Dialekt auch die Küche und sogar die Bauweise der Kirchen. Es gibt überdies eine inoffizielle Nationalhymne (das Frankenlied) und im Jahre 2006 beschloss der Bayerische Landtag einen Tag der Franken.

Die mit Abstand größte Stadt Frankens ist Nürnberg. Franken teilt sich in drei Regierungsbezirke auf: Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Franken begeistert aber nicht nur durch die intakte Natur und die vielen alten gut erhaltenen Städte, sondern auch mit kulinarischen Köstlichkeiten. Im Großen und Ganzen kann man die Küche als deftig und herzhaft bezeichnen. Überall bemerkt man die lange Brautradition und den Stolz der Franken auf ihr Bier: Oberfranken besitzt Deutschlands höchste Brauereidichte!

Erholungssuchende als auch Aktiv-Urlauber finden mit dem Frankenland ein geeignetes Urlaubsziel vor. So bietet Franken den Wanderern ein ausgezeichnetes und gut ausgeschildertes Wanderwegnetz. Die Frankenjura ist eines der bekanntesten Klettergebiete Deutschlands und die vielen verwinkelten Straßen sind ein Paradies für Motorradfahrer. Der künstlich geschaffene Brombachsee ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Nürnberger Raum und lockt viele Badegäste. Die Preise in Franken kann man als familienfreundlich bezeichnen.

Der Tourenverlauf im Überblick

Gesamtübersicht über die Tour

Von Blankenstein nach Kronach
Etwa 70 km / 1950 Hm

Von Kronach nach Weismain
Etwa 52 km / 990 Hm

Von Weismain nach Heiligenstadt
Etwa 63 km / 1450 Hm

Von Heilgenstadt nach Obertrubach
Etwa 59 km / 1240 Hm

Von Obertrubach nach Altdorf
Etwa 71 km / 1710 Hm

Von Altdorf nach Thalmässing
Etwa 83 km / 1660 Hm

Von Thalmässing nach Wettelsheim
Etwa 49 km / 910 Hm

Von Wettelsheim nach Harburg
Etwa 74 km / 1620 Hm

Gesamt: 521 km / 11530 Hm

Anmerkung

Die Angaben in den einzelnen Artikeln erfolgen ohne Garantie, ohne Anrecht auf Vollständigkeit und Aktualität sowie ohne jegliche Verpflichtungen seitens des Autors. Der Autor weist darauf hin, dass das Befahren der Wege nach der Beschreibung eigenverantwortlich geschieht! Die Qualität der Wege und die Fahrbarkeit, auch in Bezug auf die Gesetzeslage, ist vom Reisenden selbst zu prüfen und seinem persönlichen Können anzupassen!

Das Recht der Nutzung von Wegen und Passagen kann sich jederzeit ändern! Straßen und insbesondere Wanderwege unterliegen oftmals Änderungen in Bezug auf Streckenführung, Kennzeichnung, Beschaffenheit und Verkehrsauflagen. Die Beschreibungen der Touren befreien nicht von gesetzlichen Auflagen! Den gesetzlichen Auflagen ist unbedingt Folge zu leisten! Gesperrte Wege und Privatwege, die offensichtlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, dürfen nicht befahren/betreten werden! Sollte dieses Werk in einer Beschreibung einen dieser Punkte verletzt haben, bittet der Autor um sofortige Mitteilung, um die entsprechende Passage im Artikel zu aktualisieren.

MTB Frankencross – Mit dem Mountainbike auf dem Frankenweg unterwegs von Andreas Waldera erschien als gedruckte Buch-Version im Jahr 2011 bei der Books on Demand GmbH, Norderstedt (ISBN 978-3-8423-8107-0).

Überblick

Etappe 1: Von Blankenstein nach Kronach

Etappe 2: Von Kronach nach Weismain

Etappe 3: Von Weismain nach Heiligenstadt

Etappe 4: Von Heilgenstadt nach Obertrubach

Etappe 5: Von Obertrubach nach Altdorf

Etappe 6: Von Altdorf nach Thalmässing

Etappe 7: Von Thalmässing nach Wettelsheim

Etappe 8: Von Wettelsheim nach Harburg

FORCA SPS350 FreeRide Vario Sattelstütze – Test

FORCA ist für innovative und kreative Produkte bekannt. So bietet FORCA mit dem CoolStand einen faltbaren Fahrradständer an, welcher zwischen der Kurbel und den Pedalen befestigt wird. Aber auch das ElektroKlappFahrrad sorgt für Aufsehen, wenngleich das Rad natürlich nicht so ganz zu unserem Einsatzgebiet passt. Zu unserem Einsatzgebiet passt dagegen die variable Sattelstütze FORCA SPS350 – und genau diese haben wir einem harten Praxistest unterzogen!

159 Euro kostet das gute Stück und wiegt komplett mit dem Lenkerschalter und dem Zug etwa 550 Gramm. Die Höhenverstellung beträgt 90 mm (nicht 80 mm wie vom Hersteller angegeben) und ist für den Bereich All Mountain auf jeden Fall ausreichend. Der Durchmesser der Sattelstütze beträgt 27,2 mm. Adapterhülsen für 30,0 mm und 31,8 mm sind im Lieferumfang enthalten, wir empfehlen aber spezielle Reduzierhülsen. Wir haben uns für eine Reduzierhülse von Procraft entschieden. Die Auswahl an erhältlichen Außendurchmessern, selbst für Exotengrößen, lässt bei Procraft wirklich keine Wünsche offen.

Der maximale Einschub der Sattelstütze in das Sattelrohr beträgt 222 mm. Kürzen lässt sich die Sattelstütze nicht. Die Länge der Sattelstütze beträgt minimiert etwa 305 mm, maximiert etwa 395 mm (Aufnahme Sattelstreben). Der minimale Einschub der Sattelstütze sollte 90 mm nicht unterschreiten! Die Länge der Fernbedienung beträgt etwa 120 cm. Die Montage ist denkbar einfach: Alte Sattelstütze raus, die FORCA Sattelstütze rein, den Sattel sowie den Lenkerschalter montieren und den Zug befestigen. Fertig! Das war’s!

Die Sattelstütze bietet genau zwei Einstellhöhen an: Entweder unten oder oben, eine Zwischenhöhe gibt es nicht. Der Grund liegt im Aufbau der Sattelstütze. Ein von einer Feder gedrückter kleiner Kolben blockiert den variablen Teil der Sattelstütze, indem dieser Kolben in eines der beiden vorhandenen Löcher gedrückt wird. Das Lösen des Kolbens geschieht mittels eines Zugs. Durch das Lösen der Blockierung wird die Sattelstütze durch eine Feder nach oben gedrückt oder durch Belastung auf den Sattel nach unten bewegt. Der kleine Kolben rastet wieder in das Loch ein. Fertig!

So einfach wie dieses System montiert ist, so einfach ist auch der Aufbau, die Technik und die Wartung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sattelstützen sorgt hier die in der Sattelstütze verbaute Feder für den nötigen Auftrieb. Undicht kann das System also nicht werden! Bei dem Zug, welcher für die Fernbedienung zuständig ist, handelt es sich um einen ganz normalen Schaltzug. Sollte dieser mal reißen (was uns tatsächlich passiert ist), kann er ohne Probleme und ohne lange Wartezeiten getauscht und montiert werden.

Montiert wird die Sattelstütze mit dem Abgang nach hinten. Auch wenn es durch den Winkel des Sattelrohres nicht vorgesehen ist, eine Ausrichtung des Abgangs nach vorne ist unter Umständen auch möglich. Der Zug sitzt am fixierten Teil der Sattelstütze – sprich der Zug bleibt fix und wandert nicht. Etwas ungewohnt ist, dass die Halterung für den Sattel keinen Versatz hat, der Sattel sitzt mittig auf der Sattelstütze. Der Lenkerschalter kann Dank des Klappmechanismus ohne Demontage der Griffe, Bremsen und Schaltung montiert werden – und das rechts als auch links! Sehr schön!

Ungewöhnlich aber effektiv ist die Bedienung des Lenkerschalters. Dieser wird mit dem Daumen (oder einem beliebigen Finger) auf einer Art Teller verkantet (die Richtung spielt keine Rolle) – somit wird der Zug gezogen. Ein geniales wie auch einfaches System! Nach der Montage sollte auf jeden Fall die Vorspannung des Zuges geprüft und eingestellt werden. Dieses geschieht mittels eines 4 mm Innensechskantschlüssels innerhalb des Remotehebels. Dazu wird der Innensechskantschlüssel einfach in den Hebel eingeführt.

Frisch montiert fluppt die Sattelstütze natürlich vom Feinsten. Das Ausfedern geschieht mit mächtig Power und man sollte ein wenig auf seinen Unterleib aufpassen. Nach etlichen Einsätzen mit viel Modder und Dreck funktioniert das System immer noch sehr gut, nur ab und zu muss man beim Ausfedern ein wenig den Sattel nach oben ziehen. Unsere Sattelstütze hatte sich mittlerweile sehr viel Dreck eingefangen. Ein optional erhältlicher Faltenbalg (etwa 6 Euro) ist ratsam. Tipp: Diesen mit je einem Kabelbinder oben und unten fixieren! Das hält dicht und der Faltenbalg wandert nicht!

Wir haben die Sattelstütze komplett zerlegt, um uns einen Überblick über deren Aufbau zu verschaffen. Die einfach aufgebaute Sattelstütze begeistert uns – so schön, einfach und effektiv kann ein System sein! Beschädigungen sind nicht zu erkennen. Sorge hatten wir wegen der starken Schleifspuren an der Sattelstütze, die aber ohne Auswirkungen auf die Funktion bleiben. Ein Punkt bei den Vario-Sattelstützen ist immer das Spiel im System, aber auch hier können wir keine Verschlechterung feststellen. Nach der Wartung funktioniert die Sattelstütze wieder neu.

Für 159 Euro bekommt der Käufer eine Sattelstütze, die mit ihrer einfachen als auch genialen Umsetzung begeistert. Die Montage der Sattelstütze sowie der Fernbedienung ist kinderleicht und die Handhabung denkbar einfach. So einfach und schön kann Technik sein! Die Schleifspuren, die im Laufe der Zeit entstehen, sind zwar häßlich, beeinträchtigen aber nicht die Funktion. Die Wartung der Sattelstütze ist im gewissen Rahmen durch ambitionierte Schrauber möglich – dazu zählen das Fetten des kleinen Kolbens zur Verriegelung als auch die Pflege des Zuges.

Preis: 159 Euro

Uvex XP CC – Der „All Mountain“ unter den Radhelmen – Test

Die Entwicklung beim Mountainbike nimmt keine Ende – im Gegenteil! Die Ansprüche an die Bikes und die Fahrer wachsen im gleichen Verhältnis wie die entsprechenden Unterrubriken des Bikens. Die Downhiller finden ein ebenso reichhaltiges Angebot an Bekleidung vor wie die Freerider oder die Dirter. Stiefmütterlich wurde bisher immer das Thema All Mountain Zubehör behandelt, war doch der Biker zwischen den Kategorien XC und Enduro hin- und hergerissen. Uvex hat mit dem uvex xp cc Radhelm einen Helm auf den Markt geworfen, der unserer Ansicht nach perfekt zum All Mountain passt!

Der uvex xp cc ist direkt in drei Ausführungen erhältlich: Black mat, black-red mat/shiny und white-petrol/shine, welchen wir im Test hatten. Auffallend ist der weit nach unten gezogene Hinterkopfbereich – in dieser Form kannten wir es bis jetzt mehr von Enduro-Helmen. Das Problem war bisher meist die unzureichende Belüftung – ein großes Problem bei schweißtreibenden Aktionen, die im Bereich AM ja doch häufiger vorkommen! Beim uvex xp cc sorgen große und sinnig angeordnete Belüftungslöcher für ausreichend Kühlung – und das von allen Seiten! Wir waren während des Tests von der Belüftung sehr angetan – ebenso wie von der hervorragenden Passform. Der Verschluss lässt sich einfach und mit Handschuhen bedienen.

Der Helm sitzt wirklich überraschend gut, druck- und wackelfrei auf dem Kopf. Man hat geradezu das Gefühl im Helm zu versinken. Die Anpassung des uvex xp cc geschieht schnell und unkompliziert – schneller hatten wir noch nie einen Helm angepasst! Mit einem Gewicht von 254 Gramm bleibt der Helm sogar noch leicht unter der Gewichtsangabe von uvex (260 Gramm). Der Helm wird natürlich mit dem Inmould-Verfahren hergestellt und entspricht natürlich der CE EN 1078. Der Wohlfühl-Faktor wird durch Insektengitter in den vorderen Belüftungslöchern und der wechselbaren Innenausstattung erhöht. Das Ganze verpackt uvex in einer äußerst dekorativen matten Schale, denn auch ein All Mountainbiker möchte lässig aussehen!

Wir wollen den Einsatzbereich des uvex xp cc allerdings nicht nur auf den Bereich All Mountain festlegen. Auch der Endurist findet mit diesem Radhelm einen optimalen Helm für seine Ansprüche! Die sehr gute Passform, die überzeugende Verarbeitung und die herausragende Qualität des Helmes verdienen höchstes Lob! Für die etwas über 250 Gramm muss man allerdings knapp 90 Euro auf die Ladentheke legen – eine Investition, die sicherlich lohnt!

Größe: 55-60
Preis: 89,95 Euro

PK Ripper Looptail – Das Retro BMX von SE Bikes im Test

Was sollte einen Mountainbiker dazu veranlassen, ein BMX zu fahren? Was sollte einen erwachsenen Menschen dazu animieren, sich auf einem – für seine Größe – offensichtlich zu kleinem Fahrrad fortzubewegen? Sicherlich ist es Herzblut und die Hingabe zum BMX, aber auch die Faszination. Puristischer und vom Verhalten direkter kann ein Fahrrad kaum noch sein! Gestern wie auch heute schart das PK Ripper eine Fangemeinde um sich – mit dem PK Ripper Looptail gibt es das BMX in Gedenken an die guten alten Zeiten auch als Retro Version!

Was waren das für Zeiten?! Kuwahara, Skyway, Redline, GT, Pro Neck, Robinson und SE Bikes. Erstaunlich ist, dass man viele der Marken heute noch antrifft. Einige Marken waren einige Zeit weg vom Fenster, um dann wieder wie Phönix aus der Asche mit neuen Kräften nach vorne zu streben. Andere Marken stehen nach wie vor an der Spitze beim BMX Sport, so wie Redline und SE Bikes. Die Firmen entwickeln die Bikes immer weiter und treiben den Sport weiterhin nach vorne. Doch nur eine Marke frönt gleichzeitig dem Oldschool Gedanken: SE Bikes.

Hätte man in den 80er Jahren Einblick auf die heutige Retro-Palette von SE Bikes gehabt, wäre einem folgendes aufgefallen: Das PK Ripper Looptail sieht eigentlich, bis auf kleine Änderungen, aus wie damals. Sicherlich wäre das Steuerrohr (jetzt Ahead) und die hintere Bremse (jetzt V-Brake) extrem aufgefallen. Bei dem Rest muss man schon ein wenig genauer hinschauen. Uns stand für den Test das PK Ripper Looptail von 2010 zur Verfügung. Der Blick auf den Kalender und das goldene BMX lässt uns etwa 30 Jahre zurückschauen.

Das Bike wird race-ready angeliefert – es liegt sogar ein Retro-Numberplate bei! Ein Kettenspanner wäre sicherlich schön gewesen, ist aber kein Muss. Untypisch für Race haben wir eine Vorderradbremse verbaut, weil wir noch ein paar Oldschool-Tricks auf Lager hatten und diese natürlich umsetzen wollten. Das PK Ripper Looptail ist eine Augenweide! Der goldene Rahmen wird mit goldenen und braunen Anbauteilen perfekt in Szene gesetzt. Die SE Griffe in gelb-braun und das SE Logo auf dem Ausfallende passen hervorragend in das Gesamtbild!

Der Rahmen des PK Ripper besteht traditionell aus Alu und wird standesgemäß unterstützt durch die Cro-Mo Landing Gear Gabel, die sich in braun mit blauer Schrift sehr schön vom Rahmen absetzt. Die goldenen 36-Loch Alex Supra Dome Rims werden durch SE Racing High Flange Hubs ergänzt und das Tüpfelchen auf dem i sind die Neuauflage der Tioga Comp III Reifen in 2.125 vorne und 1.75 hinten. Die dreiteilige SE Cro-Mo Kurbel und der Cro-Mo Lenker mit der Dimension 28.5″ x 8.25″ runden, wie die restlichen verbauten Komponenten, das gelungene Bild des PK Ripper Looptail ab.

Der goldene Vorbau ist ebenfalls ein absoluter Hingucker. Der Vorbau ist mit dem SE Logo versehen und es ist fast schon zu schade, den Vorbau unter den mitgelieferten Retro-Pads in braun zu verstecken, die ihrerseits wiederum auch einfach nur schön sind – ein Teufelskreis! Für die Verzögerung sorgen Tektra Bremsen. Während die hintere V-Brake brutalste Bremspower bietet und somit in den 80ern für Furore gesorgt hätte, passt sich die vordere von uns montierte Bremse den Bremsen der 80er Jahre komplett an. Die Bremsleistung ist nahezu bescheiden…

Überrascht waren wir von den Fahreigenschaften des PK Ripper! Das BMX fährt sich ausgesprochen stabil und zeigt keinen Hang zur Nervosität, so wie wir es eigentlich befürchtet hatten. Die Race-Gene zeigen sich schon beim Spurt, die Beschleunigung mit dem Bike ist fast beängstigend. Das PK Ripper zieht ruhig seine Runden, Jumps können gekonnt gepusht werden und in der Luft verhält sich das Bike auffallend ruhig. Eine Eigenschaft, die auch gestandene MTBler und Nicht-BMXer bei unserem Test vom PK Ripper überzeugte. Die Umstellung vom MTB zum BMX ist weniger problematisch als gedacht! Das Rädchen vermittelt von den ersten Metern an ein gutes und sicheres Gefühl.

Die noch beherrschten Oldschool-Tricks lassen sich ohne Probleme umsetzen. Auf der staubigen Piste lässt sich das PK Ripper schön durch die Kurven ziehen, Drifteinlagen bereiten richtig Spaß! Auch hier zeigt sich das Fahrverhalten des Rippers sehr ausgewogen. Aus dem Anlieger heraus brennt das PK Ripper geradezu ein Feuerwerk ab. Selbst wenn es nicht das eigentlich angedachte Einsatzgebiet des PK Ripper ist, sind wir dennoch bei uns den Freeride herunter und man mag staunen, auch das geht – natürlich hier mit Defiziten zu den gefederten großrädrigen Mountainbikes…

Der sehr steife Rahmen setzt jegliche Energie sofort in Bewegung um. Das Ripper bedeutet Race pur und zeigt sich in keinster Weise in die Jahre gekommen. Auf die Waage bringt das Ripper ohne die vordere Bremse etwa 10,5 Kilogramm. Interessant sind natürlich auch die technischen Daten: Der Lenkwinkel beträgt 74 Grad und der Sitzwinkel 71 Grad. Das Oberrohr ist wahlweise mit einer Länge von 20.5 Zoll und 21.25 Zoll erhältlich. Die Kettenstrebenlänge beträgt 14.75 Zoll. Die Daten decken sich weitgehendst mit den Daten eines modernen Race BMX.

Nach dem Test machten sich die Pedalen durch einen leicht rauen Lauf etwas bemerkbar. Die Lackierung des Bikes gibt keinen Anlass zur Beanstandung und lässt uns die volle Punktzahl vergeben. Durch das Tricksen haben wir leichte Gebrauchsspuren an der Gabel, auch das ist völlig normal. Die Griffe sind zweiteilig und bei Nässe kann sich die äußere Hülle leicht lösen – ein Griff zum Sekundenkleber hilft hier Wunder! Unsere zum Teil harten Landungen nach dem Motto „hört, die Senioren kommen“ verkraftete das Bike ohne Murren und Knurren. PK Ripper?! Eine neue Liebe in unserem Herzen 🙂

Der Preis für das PK Ripper Looptail 2011 in blau beträgt 649 Euro, wer Glück hat kann aber auch noch das goldene 2010er Modell für 529 Euro ergattern. Wo man solch ein endgeiles Gerät bekommt, erfährt man am Besten über die Webseite von Advanced Sports oder mit einem Anruf bei Advanced Sports.