Bergamont Kiez Flow 2017: Das Dirtbike für Allrounder im Test

Test: Die Kiez Modelle der Hamburger Bikeschmiede Bergamont sprechen speziell Dirtbiker an. Charakteristisch für die Serie sind stabile Alu-Rahmen mit dirtspezifischer kompakter Geometrie sowie die Ausstattung mit praxisorientierten Parts. Das mit Schaltung ausgestattete Bergamont Kiez Flow, das wir im Test hatten, soll sowohl mit einem breiteren Einsatzbereich als auch einem niedrigen Preis punkten. Das perfekte Bike für Allrounder und Einsteiger also?

Das Bergamont Kiez Flow ist auf jeden Fall ein Hingucker! Der äußerst robust wirkende Rahmen kommt mit einer unübersehbaren neongelben Lackierung, die verbauten Parts fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Bereits optisch lässt der Rahmen des Kiez Flow keine Zweifel an der Familienzugehörigkeit aufkommen. Die kompakte Geometrie mit den kurzen Kettenstreben und dem steilen Lenkwinkel verspricht auf den ersten Blick ein agiles Handling.

Tatsächlich orientiert sich die Geometrie des Kiez Flow an den anderen Kiez Modellen. Der Lenkwinkel von 69° und der Sitzwinkel von 73,5° bei Größe M sind nahezu identisch mit den Werten der Modelle Pro, 040 und Dirt. Unterschiede zeigen sich bei der Kettenstrebe, dem Radstand und dem Sitzrohr, die beim Flow – auch optisch – etwas länger ausfallen. Angeboten wird das Kiez Flow in fünf Rahmengrößen von S bis XXL.

Der zweifach konifizierte, T4/T6 wärmebehandelte Aluminiumrahmen vermittelt einen sehr souveränen Eindruck. Kompromisse müssen bei der Leitungsverlegung gemacht werden: Sämtlich Züge und Leitungen sind außen verlegt. Sollte bei einem Sturz das Schaltauge zu Schaden kommen, lässt sich dieses unkompliziert austauschen. Über Steckachsen verfügt das Kiez Flow nicht – hier finden herkömmliche Schnellspanner Verwendung.

Interessant ist natürlich auch der Blick auf die verbauten Parts – was erwartet den Käufer bei einem Preis von etwa 600 Euro? Ausgeliefert wird das Bergamont Kiez Flow mit einer Suntour XCM 26“ Federgabel mit 100 mm Federweg, Stahlfeder und einstellbarer Federvorspannung. Ebenfalls von Suntour stammt die XCT Kurbel mit drei Kettenblättern. In Verbindung mit der Shimano Acera Schaltung stehen dem Rider 24 Gänge zur Verfügung.

Auf eine hydraulische Scheibenbremse muss der Rider trotz des günstigen Preises nicht verzichten. Verbaut ist am Kiez Flow des Modelljahres 2017 laut Liste die Tektro Draco 2 mit 160 mm Bremsscheiben – unser Testbike kam allerdings mit der Tektro Auriga. Eindeutig in Richtung Urban und Dirt geht die Bereifung Maxxis DTH, die auf Laufräder aus eigenem Hause aufgezogen sind. Komplettiert wird das Bergamont Kiez Flow durch viele Bauteile der Hamburger Bikeschmiede.

Besonders mit Blick auf Federgabel und Schaltung sicherlich keine High-End Ausstattung, was zu diesem Preis allerdings auch utopisch wäre. Die Ausstattung drückt den Preis ganz klar nach unten, leider aber auch das Gewicht nach oben: Mit den von uns gemessenen 15,1 Kilogramm ohne Pedale ist das Bergamont Kiez Flow sicherlich kein Leichtgewicht! Umso gespannter waren wir auf den praktischen Teil des Tests.

Kompakte Geometrie, kurze Kettenstrebe und 26 Zoll Laufräder – was sich in der Theorie nach Spaß anhört, bewahrheitet sich auch beim Riden. Das Bergamont Kiez Flow ist unglaublich handlich und agil, schon auf den ersten Metern auf Asphalt verleitet das Bike zum Spielen und zu Tricks. Da lässt der nächste Pumptrack nicht lange auf sich warten. Das Kiez Flow liegt richtig gut in der Hand und der schmale Lenker unterstützt das Tricksen zusätzlich.

Wir mussten gar nicht erst auf den nächsten Singletrail abbiegen, um die größte Schwäche des preisgünstigen Dirt-Bikes auszumachen: Die Federgabel. Sicherlich tut sie das, was eine Federgabel tun sollte: Federn. Abträglich für den vollkommenen Fahrspaß ist allerdings das ungestüme Ausfedern. Nicht nur auf dem Trail, sondern auch beim Pushen auf dem BMX Track sorgt das Ausfederverhalten der Suntour Federgabel für lange Gesichter.

Die recht gut rollenden und zum Einsatzgebiet passenden Maxxis Reifen haben wir im Verlauf des Tests gegen All Mountain Reifen ausgetauscht. Gründe hierfür waren unsere recht raue BMX Piste und die Frage, ob das Kiez Flow auf dem Trail überzeugen kann. Das agile Handling sorgt auch abseits von Spots für mächtig Fahrspaß, wobei das Bike allerdings Fehler nur wenig verzeihen mag. Ruppige, schnelle Abfahrten erfordern ein kräftiges Händchen, um das unruhige Fahrverhalten im Zaum zu halten.

Nicht förderlich zeigt sich auch hier die Suntour Federgabel, die den Fahrer nur mäßig unterstützt. Die preisgünstige Shimano Acera Schaltung funktionierte recht zufriedenstellend und ohne größere Probleme. Überrascht waren wir tatsächlich von den Tektro Bremsen, die einen richtig guten Job machten – wie gesagt, man beachte die Preisklasse, in der sich das Bergamont Kiez Flow bewegt. Touren sind bedingt möglich, aber die Geometrie ist eindeutig für den Spaß auf Spots ausgelegt, weniger auf ausgiebige Ausfahrten.

Trotz des Gewichts von über 15 Kilogramm animiert das Bergamont Kiez Flow zum Jumpen – und das erstaunlich leichtfüßig. Das Bike „segelt“ richtig gut, lässt sich schön in der Luft manövrieren und in die Landung pressen. Wer nach dem Spaß auf dem Spot noch nach Hause radeln muss, ist für die Schaltung auf jeden Fall sehr dankbar. Wer tatsächlich weitere Touren mit dem preisgünstigen Dirtbike anstrebt, sollte zumindest über einen anderen Sattel nachdenken.

Fazit Bergamont Kiez Flow

Der Preis ist heiß – und erfordert Kompromissbereitschaft. Das Herzstück des Bergamont Kiez Flow Hardtails ist der Rahmen, der eine sehr gute Basis zum Aufrüsten bietet. Die Ausstattung erlaubt mehr oder weniger ein Abschweifen in andere Bereiche, jedoch mit Einschränkungen. Die größte Schwäche am Bergamont Kiez Flow sehen wir bei der verbauten Gabel. Das Bike eignet sich unserer Auffassung nach für Einsteiger, die zum Spot eine gewisse Strecke per Rad zurücklegen müssen oder sich noch nicht ganz sicher sind, wohin die Reise beim Biken gehen soll.

Produktdetails Bergamont Kiez Flow

Erhältlich in den Größen S bis XXL
Gewicht ohne Pedale: 15,1 Kilogramm
Preis: 629,00 Euro
http://www.bergamont.com/global_de/

Datenblatt / Rahmengeometrie Bergamont Kiez Flow*

S M L XL XXL
Seat tube length 330 mm 380 mm 420 mm 470 mm 510 mm
Top tube parallel 538 mm 550 mm 560 mm 573 mm 590 mm
Top tube horizontal 545 mm 560 mm 575 mm 590 mm 610 mm
Chainstay 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm
Headtube length 105 mm 110 mm 115 mm 125 mm 145 mm
Head angle 68,5° 69° 69° 69° 69,5°
Seat angle 73,5° 73,5° 73,5° 73,5° 73,5°
BB orientation -40 -40 -40 -40 -40
Wheelbase 1051 mm 1061 mm 1076 mm 1092 mm 1108 mm
Standover height 691 mm 707 mm 720 mm 732 mm 759 mm
Stack 570 mm 576 mm 581 mm 590 mm 611 mm
Reach 376 mm 389 mm 403 mm 415 mm 429 mm

*Herstellerangaben

XLC Bike Rucksack BA-S48: Der 18 Liter Tagestouren-Rucksack im Test

Test: Tagestouren erfordern eine gute Planung – das betrifft nicht nur die Route, sondern auch das Gepäck. Fernab der Zivilisation kann ein vergessenes Multi-Tool oder eine fehlende Regenjacke ein unangenehmes Ende der Tour bedeuten. Natürlich muss auch an Verpflegung, Smartphone und Getränke gedacht werden – doch wohin mit dem ganzen Krempel? Klare Sache: Ein Bike-Rucksack muss her! Wir haben uns mit dem XLC Bike Rucksack BA-S48 in diverse Abenteuer gestürzt.

Der XLC Bike Rucksack BA-S48 bietet ein Fassungsvermögen von 18 Litern und gehört somit zur Kategorie Tagesrucksäcke. Genug Stauraum also für Jacke, Schlauch, Karten, Mini-Tool, Pumpe und Verpflegung. Natürlich ist der Rucksack für den Einsatz einer Trinkblase vorbereitet, doch dazu später mehr. Mit einem UVP von unter 50 Euro darf der XLC Bike Rucksack BA-S48 sicherlich als sehr preisgünstig bezeichnet werden, zumal im Internet die Preise teilweise noch weit darunter liegen. Hier lohnt sich also wirklich das Stöbern und Vergleichen.

Optik und Umsetzung des XLC Bike Rucksack BA-S48 überzeugen. Als Material findet wasserabweisendes Nylon Ripstop Verwendung – bei Ripstop handelt es sich um eine spezielle Webtechnik, mit der Stoffe besonders reißfest werden. Für ausgiebige Regeneinsätze wird ein knallgelbes Regencover mitgeliefert. Wesentlich unauffälliger ist der Rucksack selbst: Zwei Farbausführungen sind erhältlich: Grau/weiß sowie grau/blau/weiß – letztere Farbkombination hatten wir im Test. Das Gewicht des BA-S48 liegt bei guten 873 Gramm.

Die Verarbeitung des preisgünstigen Rucksacks gefällt, das Material macht ebenfalls einen souveränen Eindruck. Die Nähte sind sauber platziert, optische Mängel sind nicht erkennbar. Die Aufteilung des Stauraums in mehrere Fächer erlaubt eine ordentliche Trennung von Gepäckstücken – die saubere Jacke muss so beispielsweise nicht mit Schlauch oder Werkzeug in nur einem Fach Platz finden. Das Hauptfach ist über einen praktischen Zwei-Wege-Reißverschluss zugänglich. Drei eingenähte Fächer im Hauptfach bieten zusätzliche Trennmöglichkeiten.

Einen Zwei-Wege-Reißverschluss weist auch das vor dem Hauptfach platzierte geräumige Fach auf. Hier finden sich im Innern zwei eingenähte Trennfächer. Was wir im Rucksack vermissen ist ein Karabiner für Schlüssel, damit diese auf der Tour nicht verloren gehen. Mit Einfach-Reißverschluss sind die ebenfalls von außen zugänglichen Fächer für Regencover und Trinkblase ausgestattet. Weshalb gerade bei der Trinkblase auf einen Zwei-Wege-Reißververschluss verzichtet wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Der Trinkschlauch lässt sich beim geschlossenen Reißverschluss nur auf der rechten Seite heraus führen.

Zwingend geschlossen werden muss der Reißverschluss allerdings nicht: Eine mit zwei Klickverschlüssen gesicherte Überlappung schützt die Trinkblase vor dem Herausfallen. Alle Reißverschlüsse sind sauber eingenäht und bereiteten im Test keinerlei Probleme. Die an jedem Schieber angebrachten Ösen gewährleisten auch mit Handschuhen eine unkomplizierte Handhabung. Da die Schieber an der Oberseite zu einer Seite offen sind besteht allerdings die Gefahr, dass sich die Ösen auf Nimmerwiedersehen verabschieden – so ist es uns mit einer Öse am Hauptfach ergangen.

Das Fach für die Trinkblase ist ausreichend dimensioniert. Wir hatten während des Tests eine Trinkblase mit zwei Liter Volumen im Einsatz. Zu beachten ist, dass die Trinkblase nicht zum Lieferumfang gehört! Zusätzlicher Stauraum findet sich in Form eines kleinen Frontfaches, zwei seitlichen Netztaschen sowie zwei Taschen am Hüftgurt. Diese Fächer lassen sich allerdings alle nicht verschließen. Besonders an einer der beiden Hüftgurt-Taschen hätten wir gerne einen Reißverschluss gesehen.

Das für Bike Rucksäcke obligatorische Haltesystem für einen Helm fehlt auch am XLC Bike Rucksack BA-S48 nicht. Dank der Kompressionsriemen lässt sich ungenutzter Raum eliminieren und der Rucksack auf Minimaltiefe zusammenschnüren. Eine körpernahe Form wird somit jederzeit gewährleistet. Die individuelle Anpassung an den Träger geschieht gewohnt unkompliziert. Die Riemen lassen sich schnell und einfach einstellen, der Brustgurt ist zudem höhenverstellbar. Weitere Features des XLC Bike Rucksack BA-S48 sind Reflexstreifen für Sicherheit im Dunkeln, Trageschlaufe sowie eine Notfallpfeife. An einer speziellen Öse lässt sich bei Bedarf zudem ein Rücklicht anstecken.

Beim Fahren präsentiert sich der XLC Bike Rucksack BA-S48 absolut unauffällig – das Beste, was ein Rucksack machen kann! Die Bewegungsfreiheit wird in keinster Weise eingeschränkt, auch die Kopffreiheit im Nackenbereich ist gegeben. Die breiten, gepolsterten Schultergurte liegen bequem auf und drücken nicht. Die am Rückteil des Rucksacks aufgebrachte Polsterung mit vertikaler Teilung sorgt für eine gute Verteilung des Gewichts als auch eine recht gute Belüftung gleichermaßen. Sicherlich schwitzt man bei sommerlichen Aktivitäten auch hier, aber das lässt sich nie ganz vermeiden.

Fazit XLC Bike Rucksack BA-S48

Preiswerter Tagesrucksack mit kleinen Schwächen, die angesichts der vielen positiven Eigenschaften und des guten Gesamteindrucks allerdings an Bedeutung verlieren. Eine sehr gute Alternative für Biker, die auf der Suche nach einem guten Tagesrucksack sind, aber die teuren Modelle diverser Hersteller angesichts der hohen Preise scheuen.

Produktdetails XLC Bike Rucksack BA-S48

  • Erhältliche Farben: grau/blau/weiß sowie grau/weiß
  • Fassungsvermögen: 18 Liter
  • Preis: 49,95 Euro
  • Gewicht: 873 Gramm
  • www.xlc-parts.com

B’TWIN Fahrradhelm MTB 900: Der All Mountain Helm im Test

Test: Wer sich einen neuen All Mountain oder Enduro Helm zulegen möchte, dem stehen eine Vielzahl an attraktiven Modellen verschiedener Hersteller zur Auswahl. Die Decathlon Eigenmarke B’TWIN bietet mit dem Fahrradhelm MTB 900 ein Modell an, das sich nicht nur preislich, sondern auch mit interessanten Detaillösungen von der Konkurrenz abgrenzt. Wir hatten den preiswerten All Mountain / Enduro Helm über einen Zeitraum von mehreren Wochen im Test.

Der Aufbau eines Mountainbike Helmes lässt sich im Normalfall wie folgt beschreiben: Als äußerer Schutz kommt eine stabile, einteilige Helmschale zum Einsatz, darunter findet sich zur Stoßabsorption die innere Schale aus EPS. Für einen sicheren und guten Sitz sorgt ein Einstellsystem, das je nach Ausführung mehr oder weniger aufwändig vom Hersteller umgesetzt wird. Gehalten und fixiert wird der Helm durch die Kinnriemen und den Verschluss. Die unterschiedlichen Lösungsansätze zeigen sich in den verschiedensten Technologien. Herausheben könnte man an dieser Stelle sicherlich den unkomplizierten Fidlock-Magnetverschluss oder die MIPS-Technologie, die auch Rotationskräfte abfängt. Helme, die mit diesen Features ausgestattet sind, gehen allerdings schnell in den dreistelligen Preisbereich.

Mit einem Preis von knapp unter 40 Euro bewegt sich der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 natürlich in einer komplett anderen Preisklasse. Trotz des außerordentlich günstigen Preises weiß dieser MTB Helm absolut zu begeistern. Bereits bei dem oben beschriebenen Aufbau geht der MTB 900 seinen eigenen Weg. Im Gegensatz zu anderen Helmen ist die äußere Helmschale dreigeteilt – offensichtlich erkennbar an den Unterbrechungen. Der größte Teil ist oberhalb der Schädeldecke platziert, die beiden links und rechts befindlichen Teile decken in erster Linie den hinteren, unteren Bereich des Kopfes ab. Typisch für einen All Mountain bzw. Enduro Helm ist die tief geschnittene Helmschale für ein Plus an Schutz.

Ungeachtet der Dreiteilung der Polycarbonat Helmschale wird der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 im Inmolding Verfahren hergestellt, was nicht nur die Steifigkeit des Helms erhöht, sondern gleichzeitig auch ein niedriges Gewicht ermöglicht. Die bei einem Sturz auf den Kopf wirkende Aufschlagenergie wird durch den EPS Schaumstoff absorbiert. Natürlich entspricht der Helm der Norm CE EN1078 für Fahrrad-, Roller- und Skaterhelme. Der Helmschale sollte allerdings weitere Aufmerksamkeit geschenkt werden. So haben die Designer des B’TWIN Helms selbst an einen Kantenschutz gedacht, der das EPS zusätzlich schützt. In dieser Preisklasse sicherlich keine Selbstverständlichkeit!

Überhaupt lässt die Verarbeitung keine Wünsche offen. Wir konnten weder raue Kanten noch Produktionsrückstände ausfindig machen. Was wir an einem All Mountain oder Enduro Helm auf jeden Fall sehen wollen ist ein Kamera-Port für Helm-Cam – und diesen finden wir auch am B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 vor. Top! Der Blick in das Helminnere ist ebenfalls sehr sehenswert, geht B’TWIN hier einen doch recht ungewöhnlich, aber ziemlich simplen Weg. Nicht das vermutete Einstellsystem sorgt hier für einen optimalen Sitz des Helms, sondern ein im hinteren Kopfbereich angebrachtes Gummiband. Um den Tragekomfort zu erhöhen ist das Gummiband mit Polster umhüllt.

Das Innenpolster des Helms ist wie bei einem BMX oder Skate-Helm per Klett direkt an der EPS Innenschale befestigt. Leider lässt sich das Innenpolster trotz Klett nicht komplett entfernen. Grund ist die Naht für den Halt im Bereich des Gummibandes. Hier würden wir uns ebenfalls Klett wünschen. Für den Blendschutz verfügt der Helm über ein nicht verstellbares Helmschild. Eine Einstellmöglichkeit wäre natürlich schön, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Der Klickverschluss aus Kunststoff lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen und fixiert den Helm zuverlässig. Der Blick auf die Waage zeigt beim Modell in der Größe M (56-59) 353 Gramm – das ist etwas schwerer als vom Hersteller angegeben.

In der Praxis präsentiert sich der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 äußerst unkompliziert. Ein Eindruck, der bereits vor der ersten Ausfahrt Gestalt annimmt: Es müssen lediglich die Kinnriemen angepasst werden. Erstaunlich ist, dass trotz fehlendem Einstellsystem der Helm außerordentlich gut sitzt. Egal ob ruppige Wurzelpassagen beim Enduro Riden oder auf der Rampe mit dem BMX, da wackelt und verrutscht nichts! Wichtig ist natürlich, dass der Helm perfekt passt – wir würden diesbezüglich ein Anprobieren in einem Decathlon Shop empfehlen. Der Tragekomfort des MTB 900 Helms überzeugt, auch noch nach Stunden.

Für die Belüftung des Kopfes weist der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 sieben Belüftungsöffnungen auf. Bei sommerlichen Temperaturen kann die Kühlung nicht ganz überzeugen und ist in diesem Punkt eher mit einem BMX Helm vergleichbar. Hier kommt es auf das individuelle Empfinden an, uns hat es zumindest nicht gestört. Das Tragen einer Brille bereitet keinerlei Probleme, ebenfalls unproblematisch zeigt sich der MTB 900 Fahrradhelm in Verbindung mit einer Goggle. Kurz: Ein Helm, der beim Aufbau in einigen Punkten seinen eigenen Weg geht, aber als Gesamtkonzept absolut überzeugen kann.

Fazit B’TWIN Fahrradhelm MTB 900

Leichter, sehr gut verarbeiteter All Mountain und Enduro Helm, der mit einem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis punktet. Der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 verfügt über Features wesentlich teurerer Helme. Optimiert werden könnte vom Hersteller die Belüftung – schön wäre zudem ein herausnehmbares Innenpolster.

Produktdetails B’TWIN Fahrradhelm MTB 900

  • Drei Größen verfügbar: 53-56, 56-59 und 59-61
  • Erhältlich in den Farben rot oder schwarz
  • Preis: 39,99 Euro
  • www.btwin.com/de/home

Bergamont EnCore 9.0 Test: Dann lasst uns mal Gas geben!

Test: Die Hamburger Bikeschmiede Bergamont gibt im Enduro Rennsport richtig Gas! Das Bergamont Hayes Factory Team rund um André Kleindienst und Joseph Nation zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie ein Enduro Bike bei entsprechenden Skills in Perfektion bewegt werden kann. Beide Rider greifen auf das EnCore zurück, das neben der Team Edition noch in drei weiteren Ausführungen erhältlich ist. Im Rahmen unseres Tests konnten wir mit dem Bergamont EnCore 9.0 die Trails in der Eifel unsicher machen. Und wir dürfen verraten: Das Teil rockt!

Machen wir uns nichts vor: Vom Talent der Bergamont Hayes Factory Team Fahrer können auch wir nur träumen – was uns im direkten Vergleich zu den Top-Ridern an Skills fehlt, muss grob gesagt das Fahrwerk wieder gut machen. Die technischen Daten des Bergamont EnCore 9.0 hören sich diesbezüglich auf jeden Fall sehr verlockend an: 170 mm Federweg an der Front und 165 mm Federweg am Heck sollten das Gröbste auf dem Trail eliminieren – zumal feine Fox Float Performance Fahrwerkskomponenten verbaut sind.

Herzstück des Enduros ist ein Aluminium-Rahmen mit einer sehr modernen Geometrie. Der hochwertig wirkende Rahmen besteht aus 6013 Aluminium Ultra Lite Rohrsatz, ist T4/T6 wärmebehandelt und zudem dreifach konifiziert. Auffallend ist sicherlich das breit dimensionierte Unterrohr zur Erhöhung der Steifigkeit. Umlenkhebel und Kettenstreben sind hingegen aus High Modulus Carbon gefertigt – letztere werden durch fette Gummi-Protektoren vor Beschädigungen bzw. äußeren Einwirkungen geschützt.

Wie bereits erwähnt kommen Fox Float Performance Fahrwerkskomponenten zum Einsatz. Vorne versieht eine Fox 36 Float Performance Federgabel mit 15 mm Steckachse ihren Dienst, das Heck wird durch einen Fox Float X Performance Elite Series High Volume Dämpfer im Zaum gehalten. Auch bei den anderen verbauten Parts gibt es wohl kaum Grund zum Meckern: Die 1×11-fach Shimano Deore XT Schaltung (Zähne vorne/hinten: 30/11-42) macht an einem Enduro Bike ebenso Sinn wie die Magura MT5 Scheibenbremse und die e*thirteen TRS1+ Kettenführung.

Wie jedes moderne Enduro Mountainbike rollt das Bergamont EnCore 9.0 auf 27.5“ Laufrädern – in diesem Fall ist ein Sun Ringlé Charger Expert AL Laufradsatz verbaut, auf dem Maxxis High Roller 2 Reifen mit einer Breite von 2.4 aufgezogen sind. Unverzichtbar an einem Enduro ist eine Vario-Sattelstütze. Auch hier haben die Hamburger nicht geschlafen: Die Manitou Jack bietet einen großzügigen Verstellbereich bis 150 mm, selbstverständlich komfortabel vom Lenker aus bedienbar. Ohne Pedale bringt das Bergamont EnCore 9.0 in der Größe M 14,3 Kilogramm auf die Waage.

Nach der unkomplizierten Anpassung des luftgestützten Fahrwerks konnte es endlich losgehen! Der flache Lenkwinkel und der tiefe zentrale Schwerpunkt begeistern auf der Abfahrt mit einer extrem hohen Laufruhe, weder Wurzelteppiche noch Steinpassagen vermögen das Bergamont EnCore 9.0 aus der Ruhe zu bringen. Dank des präzisen Lenkverhaltens lässt sich das Enduro um die Ecken peitschen und im Grenzbereich sauber manövrieren. Obwohl das Bike recht gestreckt ist, lässt das EnCore 9.0 selbst enge Kurven schnell und sauber hinter sich.

Die aufgezogenen Maxxis Reifen bieten auf den unterschiedlichsten Untergründen bei verschiedenen Witterungsverhältnissen ausreichend Grip. Exakt dosierbar erlauben die Magura Bremsen ein punktgenaues Verzögern des Bikes. Die XT Schaltung funktioniert erwartungsgemäß perfekt, alles andere hätte uns an dieser Stelle allerdings auch verwundert. Die Kettenführung ist definitiv nicht fehl am Platz: Selbst auf ruppigsten Passagen konnten wir keinen einzigen Kettenabwurf vermerken.

So sehr ein Enduro auch auf Abfahrten getrimmt ist, die Uphill Qualitäten sollten definitiv nicht zu kurz kommen – eine Gratwanderung für alle Hersteller von Enduro Bikes. Mit dem EnCore haben die Hamburger ein Enduro auf die Räder gestellt, das weite Touren und Uphills nicht scheut. Die Übersetzung ist für ein breites Terrain ausgelegt, deutsches Mittelgebirge passt also! Das antriebsneutrale Fahrwerk und die entspannte Sitzposition tragen ihren Teil zum effizienten Touren bei. Lediglich sehr steile Rampen quittiert das Bergamont EnCore 9.0 mit dem Heben der Nase. Eine kleine Schwäche, die der EnCore Fahrer aber gerne in Kauf nimmt: Der nächste Downhill entlohnt voll und ganz!

Fazit Bergamont EnCore 9.0

Das Bergamont EnCore 9.0 rockt! Selbst wer nicht mit dem Talent der Top-Rider gepeitscht ist, kann mit diesem Enduro richtig schnell sein! Das Bergamont EnCore 9.0 liegt auf der Abfahrt verdammt gut in der Hand und punktet zudem auch bergauf. Die verbauten Komponenten sind top, die Verarbeitungsqualität des Rahmens begeistert!

Produktdetails Bergamont EnCore 9.0

Datenblatt / Rahmengeometrie Bergamont EnCore 9.0*

S M L XL
BB center to top of seattube 400,0 mm 440,0 mm 480,0 mm 515,0 mm
Top tube parallel 546,0 mm 566,0 mm 584,0 mm 607,0 mm
Top tube horizontal 586,0 mm 608,0 mm 629,0 mm 644,0 mm
Chainstay 430,0 mm 430,0 mm 430,0 mm 430,0 mm
Headtube length 100,0 mm 115,0 mm 130,0 mm 145,0 mm
Head angle 65,0° 65,0° 65,0° 65,0°
Seat angle 75,3° 75,3° 75,3° 75,3°
BB offset -14,0 mm -14,0 mm -14,0 mm -14,0 mm
Wheelbase 1.181,0 mm 1.202,0 mm 1.223,0 mm 1.240,0 mm
Standover height 771,0 mm 776,0 mm 795,0 mm 811,0 mm
Stack 574,0 mm 602,0 mm 615,0 mm 629,0 mm
Reach 435,0 mm 450,0 mm 465,0 mm 475,0 mm

*Herstellerangaben

Cratoni Crush Sportbrille: Das Leichtgewicht im Test

Mit dem Brillen-Modell Crush spricht der bekannte deutsche Markenhersteller Cratoni Profis und ambitionierte Sportbegeisterte an, die auf der Suche nach einer leichten und stylischen Sportbrille sind. Im Rahmen unseres Brillentests haben wir natürlich ein genaues Auge auf die Cratoni Crush geworfen. Womit das Leichtgewicht punkten kann und wo wir Verbesserungsbedarf sehen erfahrt ihr hier bei uns auf der Fraktur.

Beim Gewicht verspricht Hersteller Cratoni nicht zu viel – oder sagen wir lieber zu wenig. Eine genaue Angabe sucht man bei der Artikelbeschreibung zwar vergebens, aber hier können wir nachhelfen: Lediglich 25 Gramm bringt die Sportbrille auf die Waage. Ein Wert, der sich durchaus sehen lassen kann. Optisch ist die Cratoni Crush für unseren Geschmack sehr gelungen. Das Design ist frech, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Die Verarbeitung überzeugt ebenfalls: Hochwertig und ohne Produktionsrückstände begeistert die Cratoni Crush mit einem edlen Finish.

Ausgeliefert wird die Cratoni Crush Sportbrille mit Softcase, Mikrofaserbeutel sowie insgesamt drei Gläser-Paaren. Neben den im Brillengestell befindlichen, polarisierenden, dunkel getönten Gläsern mit Schutzstufe 3 und 8-18% Lichtdurchlässigkeit liegen zusätzlich Gläser in orange (Schutzstufe 1-2, 43-80% Lichtdurchlässigkeit) und klar zum Auswechseln bei. Schutz vor schädlicher Ultraviolettstrahlung gewährleistet der 100% UV-Schutz. Das Wechseln der Gläser ist recht unkompliziert und geschieht mit nur ein paar Handgriffen innerhalb weniger Sekunden. Dank des mitgelieferten Mikrofaserbeutels können die angegrabschten Gläser direkt wieder gereinigt werden.

Das Blickfeld ist großzügig dimensioniert und frei von Verzerrungen. Sicht und Wahrnehmung gefällt uns bei allen drei Glas-Varianten. Bei den polarisierenden Gläsern wird zudem die reflektierende Lichteinstrahlung gefiltert. In der Praxis zeigt sich dies durch angenehme Kontraststärke und sehr gute Wahrnehmung – der Biker tappt sprichwörtlich nicht im Dunkeln. Lange Freude an der Brille verspricht die kratzfeste Beschichtung, die in unserem Test einiges über sich ergehen lassen musste – übertreiben sollte man die Nehmerqualitäten der Brille allerdings nicht, natürlich hat alles seine Grenzen. Für klare Sicht bei widrigen Bedingungen spendierte Cratoni der Crush zudem eine Anti-Fog Beschichtung – wie bei der Kratzfestigkeit kommt es aber auch hier auf das Maß an.

Die Cratoni Crush gehört zu der Art Brille, die von Anfang an sitzen muss wie ein gutes Paar Schuhe. Aufgrund fehlender Anpassungsmöglichkeiten können keine individuellen Passform-Korrekturen vorgenommen werden. In unserem Fall saß die Brille perfekt – wir konnten im Test weder ein Drücken noch spätere Druckstellen feststellen. Die Gummierung am Nasenbügel sowie an den Brillenbügeln sorgen für einen sicheren und zuverlässigen Sitz der Sportbrille, selbst auf ruppigen und schweißtreibenden Trails. Dank des geringen Gewichts ist die Crush kaum wahrnehmbar. Das Problem Zugluft kennt die Cratoni nicht: Auch nach langen und schnellen Serpentinen-Abfahrten kamen wir ohne tränende oder brennende Augen im Tal an.

Fazit Cratoni Crush Sportbrille

Leichtgewichtige Sportbrille, die mit hoher Verarbeitungsqualität, tollem Design und hochwertigen Gläsern punkten kann. Leider bietet die Cratoni Crush keine Möglichkeiten einer individuellen Anpassbarkeit.

Produktdetails Cratoni Crush

  • Gestell verfügbar in drei Farbkombinationen
  • Gewicht: 25 Gramm
  • Preis: 79,95 Euro
  • Webseite Hersteller: www.cratoni.com

Fuji Jari 1.3: Die neue Gravel Allroundmaschine von Fuji im Test

Wie in jedem Jahr wird auch die Saison 2017 von einem Begriff klar dominiert: In diesem Jahr heißt das Zauberwort Gravel Riding. Die neue Art des Rennradfahrens hat das Fat Bike endgültig aus den Headlines der Szene und Magazine weggefegt. Der US-amerikanische Bikehersteller Fuji entert seinerseits mit der neuen Jari Serie den Gravel Markt – ein Bike, das mit vielen Detaillösungen das Rennradfahren neu definiert. Wir konnten im Test das Fuji Jari 1.3 genauestens abchecken.

Bereits jetzt scheinen vielen Bikern beim Fallen des Wortes Gravel alle Gesichtszüge zu entgleisen. Klar, das Gravel Bike ist omnipräsent – doch da müssen jetzt alle durch! Für die Einen ist es Rennradfahren für Einsteiger, für die Anderen eine Art Cyclocross Bike und für die Nächsten ein Trekkingbike light. Irgendwie haben alle Parteien recht: Das Gravel Bike soll ja auch alle ansprechen – und im Falle des Fuji Jari klappt das sogar verdammt gut!

Im Grunde genommen steht Gravel für Kies und Schotter – Untergründe, die Rennradfahrer eigentlich meiden. Grund hierfür ist neben dem schlechten Rollverhalten das extrem unkomfortable Fahren sowie die ständige Angst um die Reifen. Genau in diese Lücke stoßen die Gravel Bikes hinein. Breitere Reifen, dazu schlauchlos, gewährleisten ein entspanntes Fahren über Kies und Schotter, zudem ist die Pannenanfälligkeit sehr gering. Wie gering, sollte unser Test bestätigen. Standardmäßig rollt das Fuji Jari 1.3 mit Clement X’Plor MSO 700x36c Bereifung, die auf Stan’s NoTubes Radler Laufräder aufgezogen sind.

Das Fuji Jari 1.3 musste sich im Test jegliche Bodenbeschaffenheiten gefallen lassen: Schotter, Asphalt, Feldwege und besonders die in der Eifel dominanten Waldwege sollten zeigen, was in dem Bike steckt. Die sportlich-komfortable Sitzposition und das vergleichsweise lange Steuerrohr erlauben dem Rider sehr weite, entspannte Touren – in diesem Fall also eher Endurance-Rennrad als CX Bike. Erstaunt hat uns das extrem gute Lenkverhalten und die überragende Lenkkontrolle des Fuji Jari.

Der ergonomisch geformte Lenker wirkt optisch zwar etwas gewöhnungsbedürftig, besticht aber mit einer tollen Handhabung. Verschiedene Griffpositionen von aufrecht komfortabel bis geduckt pushend gewährleisten in jeder Situation die ideale Fahrhaltung. Besonders angetan waren wir vom souveränen Fahrverhalten auf ruppigen Waldwegen: Das Jari läuft hier richtig gut! Wir hatten nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl. Den Wechsel zwischen den Untergründen nimmt das Fuji ebenfalls sehr gelassen hin – auf Asphalt lässt es sich geschmeidig wie ein Rennrad peitschen.

Nicht nur die Sitzposition gewährleistet Komfort, sondern auch die speziell geformten Sitzstreben des mehrfach konifizierten Alu-Rahmens. Im Gegensatz zum CX Bike, das eindeutig mehr in Richtung Wettkampf tendiert, wirken die Sitzstreben geradezu filigran. Für eine höhere Seitensteifigkeit spendierte das US-amerikanische Unternehmen mit japanischen Wurzel dem Jari sowohl vorne als auch hinten eine 12 mm Steckachse. Der Vortrieb und das präzise Lenkverhalten sprechen für sich. Fahrstabilität bei hohem Tempo – perfekt!

Im Gegensatz zum Rahmen ist die Gabel aus Carbon gefertigt – hier bedienten sich die Ingenieure der Gabel aus dem CX Bereich. Sowohl das Jari als auch das Cross aus dem Hause Fuji verfügen über die FC440 Full Carbon Gabel. Die intern verlegten Züge sorgen für eine saubere Optik und verhindern lästiges Klappern. An dem knapp unter 10 Kilogramm wiegenden Jari 1.3 kommt die 105 Gruppe einschließlich Scheibenbremse von Shimano zum Einsatz. Über die Zuverlässigkeit und Funktionalität der sehr bewährten Komponentengruppe brauchen wir kaum noch Worte zu verlieren.

Beim Fuji Jari 1.3 lohnt auch ein Blick auf die vielen liebevoll umgesetzten Detaillösungen Ausgelegt für weite Abenteuertouren verfügt das Jari über Low-Profile-Bento-Box Aufnahmen auf dem Oberrohr, drei Flaschenhalter sowie versteckte Schutzblechösen. Beim Tragen in unwegsamen Gelände macht sich das 2 mm dicke Silikonschutzpolster auf der Unterseite des Oberrohrs bezahlt. Wer noch breitere Reifen aufziehen möchte, kann dies beim Jari bis 700x45c bzw. 650x47c realisieren.

Fazit Fuji Jari 1.3

Die neue Gravel Allroundmaschine von Fuji bedeutet Fahrspaß pur! Extrem vielseitig, komfortabel und dennoch äußerst sportlich ist das Jari die perfekte Wahl für alle Radfahrer, die sich nicht auf einen Einsatzbereich festlegen wollen. Genau so stellen wir uns ein Gravel Bike vor! Kurz: Wir sind begeistert!

Produktdetails Fuji Jari 1.3

  • Erhältliche Größen in Deutschland: 52 cm bis 58 cm
  • Farbe: Satin green
  • Preis: 1.999,00 Euro
  • www.fujibikes.eu

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Jari 1.3*

XXS (46cm)

XS (49cm)

S (52cm)

M (54cm)

L (56cm)

XL (58cm)

XXL (61cm)

Seat Tube Center To Top

460

490

520

540

560

580

610

Seat Tube Effective

460

490

520

540

560

580

610

Top Tube Effective

510

525

535

545

560

575

595

Head Tube Length

110

120

140

150

170

190

210

Seat Tube Angle

74.5°

74.5°

74°

73°

73°

72.5°

72.5°

Headtube Angle

70.5

70.5

71

71.5

72

72

72

Chainstay Length

435

435

435

435

435

435

435

Wheelbase

1004

1020

1022

1016

1027

1037

1058

Bottom Bracket Drop

69

69

67

67

67

65

65

Fork Offset

48

48

48

48

48

48

48

Trail

73

73

70

67

64

64

64

Stack

532

541

560

572

592

609

628

Reach

363

375

375

370

379

383

397

Standover

748

767

790

804

824

841

865

Stem

80

80

80

90

90

110

110

Handlebar Width

400

400

400

420

420

440

460

Crank

165

170

170

172.5

172.5

175

175

Wheel Size

700

700

700

700

700

700

700

Seat Post Diameter

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

*Herstellerangaben

Geonaute ON Move 220: Preisgünstige GPS-Uhr im Test

Egal ob beim Biken, Joggen oder Ski-Langlauf, Motivations- und Leistungssteigerung streben sowohl Profis als auch Freizeitsportler an. Dank moderner GPS-Uhren lassen sich Trainingserfolge unkompliziert bewerten und steigern. Kehrseite der Medaille: Die kleinen Helferlein schlagen beim Kauf schnell ein kräftiges Loch in die Haushaltskasse. Die Decathlon Eigenmarke Geonaute bietet mit der Geonaute ON Move 220 eine sehr preisgünstige GPS-Uhr an. Kann eine GPS-Uhr unter 100 Euro aber tatsächlich begeistern?

Kaum ein ambitionierter Sportler ist heutzutage noch ohne GPS-Uhr unterwegs. Die Branchenführer bieten ein breites Sortiment an hochwertigen Produkten an, für die allerdings beim Kauf schnell ein paar hundert Euro fällig werden. Der Erfolg der GPS-Uhren gibt den Herstellern recht: Der Markt boomt! Ein Markt, den auch Decathlon mit der Geonaute ON Move 220 bedienen möchte. Geonaute ist eine junge Marke von Decathlon und hat sich auf Elektronik-Produkte für diverse Sportarten spezialisiert. Das Portfolio reicht vom MP3-Player über Herzfrequenzmesser bis hin zur GPS-Sportuhr.

Der Preis der Geonaute ON Move 220 ist zweifelsohne sehr heiß: Mit 79,99 Euro (ehemals 89,99 Euro) gehört die GPS-Uhr zu den preiswertesten Vertretern auf dem Markt. Der Herzfrequenzsensor Brustgurt gehört nicht zum Lieferumfang und muss daher zu einem Preis von 39,99 Euro separat gekauft werden. Kompatibel mit Bluetooth Smart (4.0) fähigen Geräten sowie ANT+ lässt sich der Herzfrequenzsensor mit vielen Smartphones und GPS-Uhren verwenden – für den Brustgurt muss es also nicht unbedingt die Geonaute ON Move 220 GPS-Uhr sein.

Ausgeliefert wird der Geonaute ON Move 220 mit mehrsprachigem Handbuch und Micro-USB Übertragungskabel. Sowohl die Sportuhr als auch der optional erhältliche Herzfrequenz-Sensor kommen betriebsbereit beim Verbraucher an, die Sportuhr sollte vor dem ersten Gebrauch dennoch mittels des Micro-USB-Kabels komplett geladen werden. Mit einem Außendurchmesser von etwa 46 mm und einer Bauhöhe von etwa 16 mm eignet sich die Uhr sowohl für Frauen als auch Männer. Das Gewicht liegt bei genau 56 Gramm.

Der Connect zwischen HF-Sensor und der Geonaute ON Move 220 GPS-Uhr erfolgt schnell und unkompliziert. Das GPS-Signal wird dank FastFix-Technologie innerhalb weniger Sekunden ebenfalls zuverlässig gefunden. Die Menüführung ist logisch aufgebaut, allerdings fordert das vergleichsweise kleine Display mit einem Durchmesser von etwa 25 mm und der daraus resultierenden kleinen Schriftgröße seinen Tribut beim Ablesen der Daten während sportlicher Aktivitäten. Für die Bedienung stehen vier Knöpfe zur Verfügung, mittels eines weiteren Knopfes lässt sich die Anzeige beleuchten.

Vor dem ersten Einsatz müssen alle relevanten Grundwerte wie Uhrzeit, Datum und Daten zur Person in die Uhr eingegeben werden. Die Geonaute ON Move 220 bietet alle Grundfunktionen, die ambitionierte Sportler für die Auswertung von Trainingseinheiten oder Wettbewerben benötigen. Dazu gehören die zurückgelegte Distanz, Geschwindigkeit, Rundenzeit und Kalorienverbrauch – die aktuellen Daten stehen dem Sportler während des gesamten Workouts zur Verfügung. Weitere Funktionen ermöglichen dem Träger zudem ein ganzheitliches Intervalltraining.

Getestet haben wir die Geonaute ON Move 220 GPS-Uhr in Kombination mit dem Herzfrequenzsensor Brustgurt über mehrere Wochen beim Biken, Wandern und Ski-Langlaufen. Beeindruckt waren wir von der Messgenauigkeit, der zuverlässigen GPS-Verbindung und der einfachen Bedienung. Der Tragekomfort ist gut, dank des geringen Gewichts fällt die Geonaute ON Move 220 im wahrsten Sinne des Wortes nicht weiter ins Gewicht. Das Armband aus Kunststoff bietet eine feine Einteilung und lässt sich somit gut anpassen.

Ebenfalls sehr gut hat uns die Betriebsdauer gefallen. Wir können die Herstellerangaben von sieben Stunden bei GPS-Betrieb absolut bestätigen – selbst Marathons oder weite Touren sind somit ohne Probleme möglich. Der interne Speicher bietet Kapazität für Trainingsergebnisse von über 80 Stunden. Die Schutzart IPX7 gibt an, dass die Uhr bei zeitweiligem Untertauchen in Wasser geschützt ist – wir haben es nicht ausprobiert, aber einen unfreiwilligen Abgang in einen Bach sollte die Uhr also verkraften. Unsere Regenfahrten vertrug die Uhr ohne Probleme.

Für eine optimale Trainingsauswertung kommen ambitionierte Sportler nicht an einem externen Leistungsanalyse-Programme vorbei. Um die Daten auf dem PC/Smartphone bearbeiten bzw. einlesen zu können, muss eine von Geonaute kostenfrei angebotene Software auf dem Rechner installiert werden – das klappte bei uns am PC sowohl mit Windows 7 als auch Windows 10 problemlos. Für die Verwendung der App sind mindestens Android 4.3 oder iPhone 4s notwendig, beim PC läuft die Software nicht unter Windows XP oder MAC OS X 10.6.

Für die Auswertung der Trainingsdaten werden die kostenlose myGeonaute connect App und der Decathlon Coach unter www.decathloncoach.com zur Verfügung gestellt. Nach dem Übertragen der Daten können die Trainingssessions komfortabel verwaltet, ausgewertet und verglichen werden. Der virtuelle Fitnesscoach überzeugt mit einer klaren und strukturierten Gliederung. Die Optik ähnelt bekannten Programmen wie Strava – der Export der Daten nach Strava ist im GPX Format natürlich möglich.

Fazit Geonaute ON Move 220

Ein absoluter Preisknaller! Die Geonaute ON Move 220 GPS-Uhr besticht mit vielen Funktionen, zuverlässigen Werten, stabiler GPS-Verbindung und einer coolen Optik – und das zu einem sensationellen Preis!

Produktdetails Geonaute ON Move 220

  • Verfügbar in den Farben schwarz/rot, weiß und schwarz/blau
  • Gewicht: 56 Gramm
  • Preis: 79,99 Euro
  • Webseite Hersteller: www.geonaute.de
  • Erhältlich unter www.decathlon.com

Fuji Beartooth 1.1: Das 27.5″ Plus-Hardtail für Einsteiger im Test

Mit großen und scheinbar unaufhaltsamen Schritten schreitet die Evolution bei den MTB-Laufradmaßen voran: Nach 27.5″ und Fatbike stellt jetzt 27.5″+ das Maß aller Dinge dar. So verwundert es nicht, dass der Markt mittlerweile prall angereichert ist mit diversen 27.5″+ MTB Modellen. Auch die US-amerikanische Marke Fuji mischt hier mächtig mit und bietet unter anderem das Fuji Beartooth 1.1 an, ein preiswertes Plus-Hardtail für Einsteiger.

Natürlich sollten technische Neuerungen stets mit Vorsicht betrachtet werden und müssen auch nicht immer die Zustimmung des Einzelnen finden, doch die neue Plus-Dimension hat zweifelsohne Vorteile. Dank des größeren Luftvolumens können Plusreifen mit deutlich weniger Luftdruck gefahren werden, was wiederum mehr Grip und Sicherheit bedeutet. Gute Nachricht vorweg: Theorie und Praxis stimmen hier überein. Wir sind im Test übrigens mit etwa 1,2 bar unterwegs gewesen – und das komplett pannenfrei.

Widmen wir uns jetzt dem Hauptakteur des Tests: Dem Fuji Beartooth 1.1. Das Alu-Hardtail rollt auf Schwalbe Nobby Nic Performance Reifen in der Dimension 27.5″ x 3.0″. Dank der Plus-Dimensionierung verfügt das Bike natürlich über den neuen 148mm Boost-Standard – der Reifen braucht schließlich Platz. Gleiches gilt auch für die Front: Hier versieht eine ausladende SR Suntour Raidon 27.5+ Federgabel mit 120 mm Federweg ihren Dienst. Eine ordentliche Verzögerung des Fuji Beartooth 1.1 Hardtails soll die hydraulische Shimano M365 Scheibenbremse gewährleisten. Verbaut ist vorne wie hinten eine 180 mm Bremsscheibe.

In Sachen Schaltung bleibt Fuji beim Beartooth One.1 dem japanischen Megakonzern treu: Das 2×10 Gang Arbeitsteam setzt sich aus Deore Umwerfer, Deore XT Schaltwerk und Shimano Deore Rapid Fire Schalthebel zusammen. Ein großer Teil der Komponenten stammt von der Komponentenmarke Oval Concepts. Dem aufmerksamen Betrachter wird sicherlich nicht die Vario-Sattelstütze entgangen sein, die wir nachträglich montiert haben. Serienmäßig kommt das 27.5″+ Trail-Hardtail mit Oval Concepts Alu-Sattelstütze und Sattel.

Das optisch harmonisch wirkende Beartooth ist sauber verarbeitet, nur die interne Leitungsverlegung wurde vom US-amerikanischen Hersteller nicht wirklich konsequent umgesetzt: Der Schaltzug für den Umwerfer verläuft innenliegend im Unterrohr, die hintere Bremsleitung sowie der Zug für das Schaltwerk hingegen außenliegend am Oberrohr. Interessant ist natürlich auch der Blick auf die Waage: 13,2 Kilogramm in der Größe 17″ – ohne Pedale. Erhältlich ist das Fuji Beartooth One.1 zu einem Preis von 1.399,00 Euro.

Getestet haben wir das Fuji Beartooth 1.1 auf den abwechslungsreichen Eifel-Trails bei eher widrigen, winterlichen Bedingungen – also auch bei Schnee. Die zentrale Sitzposition bietet dem Rider in Verbindung mit dem 130 mm Steuerrohr und dem kurzen Vorbau eine vergleichsweise aufrechte Sitzhaltung, die sich besonders bei Touren auszahlt. In diesem Bereich kann das preisgünstige Einsteiger-Hardtail dann auch prompt volle Punktzahl einfahren. Die effiziente Kraftumsetzung äußert sich mit einem kernigen Vortrieb und toller Beschleunigung.

Trotz der Breite von 3.0″ rollen die Schwalbe Nobby Nic Performance Reifen erstaunlich leichtfüßig über Asphalt und Trails. Das Plus in der Bezeichnung macht sich auch beim Komfort bemerkbar. Die Dämpfung erlaubt komfortables Touren und glättet in Kombination mit der gut ansprechenden SR Suntour Raidon Unebenheiten wie Steine oder Wurzeln. Die Federgabel lässt sich dank Luftunterstützung und einstellbarer Zugstufe perfekt an den Rider bzw. die Anforderungen anpassen. Zudem verfügt die Suntour mit den 32 mm Standrohren über eine zuschaltbare Lockout-Funktion.

Die Steuerzentrale agiert agil und setzt die Lenkbewegungen sofort in Richtungsänderung um. Das Fuji Beartooth 1.1 lässt sich nahezu spielerisch um enge Ecken zirkeln, neigt allerdings zu leichter Nervosität bei schnellen ruppigen Abfahrten. Kleinere Kanten und Drops lassen das Hardtail recht unbeeindruckt, das nahezu behäbige „Flugverhalten“ vermittelt dem Rider Sicherheit und Kontrolle. Das tiefe Tretlager bietet ein sattes Fahrgefühl auf dem Trail, Nachteil ist allerdings der schnellere Bodenkontakt des Pedals beim Pedalieren im unwegsamen Gelände oder in Hanglage.

Die Zuverlässigkeit des Bikes hat uns komplett überzeugt. Trotz der widrigen Bedingungen mit Schnee und Matsch funktionierte das Fuji Beartooth 1.1 ohne Zwischenfälle. Präzise und knackig gehen die Schaltvorgänge von der Hand, der Übersetzungsbereich ist breit angelegt. Steile Rampen stellen ebenso wenig ein Problem dar wie rasante Fahrten bergab – mit geschmeidigen Beinen kann der Rider bis um die 50 km/h pedalieren. Die Bremsleistung der Shimano Scheibenbremse ist gut, könnte für unseren Geschmack allerdings etwas mehr Biss vertragen.

Fazit Fuji Beartooth 1.1

Zuverlässiges und robustes Einsteiger-Hardtail mit soliden Komponenten und einem sehr breiten Einsatzbereich. Weite Touren sind ebenso möglich wie Ausflüge in ruppiges Gelände. Wünschen würden wir uns eine Vario-Sattelstütze und einen Kettenstrebenschutz.

Produktdetails Fuji Beartooth 1.1

  • Erhältlich in den Größen 17″, 19″ und 21″
  • Gewicht ohne Pedale: 13,2 Kilogramm (Größe 17″)
  • Preis: 1.399,00 Euro
  • www.fujibikes.de

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Beartooth 1.1*

(M)17″ (L)19″ (XL)21″
Seat Tube, Center To Top 432 483 533
Top Tube, Effective 590 610 625
Head Tube 130 130 130
Seat Tube Angle 73° 73° 73°
Head Tube Angle 69° 69° 69°
Chainstay 453 453 453
Wheelbase 1122 1142 1157
Fork Offset 60 60 60
Bottom Bracket Drop 51 51 51
Stack 389.4 409.4 424.4
Reach 656.5 656.5 656.5
Standover 810.8 833.5 856.8
Stem 50 60 70
Handlebar Width 760 760 760
Crank 175 175 175
Wheel Size 27.5″ 27.5″ 27.5″
Seat Post Diameter 30.9 30.9 30.9

*Herstellerangaben