Dortmund-Ems-Kanal-Route – Vom Ruhrpott bis an die Nordsee

Die Telefone klingeln aus allen Ecken des Büros, das Stimmenwirrwarr überflutet nicht nur den Raum, sondern auch das Wahrnehmungsvermögen. Die Geduldsgrenze ist schon lange überschritten! Chefs, welche die Arbeitsleistung nicht zu schätzen wissen, sorgen für die ersten Magengeschwüre. Die positive Energie, die man mal in sich hatte, verpufft angesichts sinnloser Arbeiten. Es ist Zeit für einen Break! Egal ob Burnout oder Boreout, dem Alltag entfliehen heißt Abschalten, Kräfte sammeln und (wieder) zu sich selbst zu finden. Für alle, die sich den Kopf frei fahren müssen oder einfach eine schöne Tour fahren wollen, haben wir die DEK-Tour abgecheckt. DEK steht für Dortmund-Ems-Kanal – wir sind für euch von Dortmund nach Norddeich gefahren.

Wieso ausgerechnet die DEK-Route? Wieso als Startpunkt ausgerechnet Dortmund uns als Ziel die Nordsee? Fragen, die berechtigt, aber auch einfach zu beantworten sind. Da wir im Ruhrgebiet ansässig sind macht Dortmund als Startpunkt natürlich Sinn. Man kann natürlich die Tour erweitern, wenn man außerhalb von Dortmund startet, wie zum Beispiel mit der Einbindung des Rhein-Herne-Kanals. Die Nordsee wählten wir als Ziel, weil wir zum Meer wollten – ihr erinnert Euch – Stress! Das Meer soll ja bekanntlich sehr beruhigend wirken. Die DEK-Route führt direkt nach Norddeich und ist bestens ausgeschildert womit ein langes planen nicht nötig wurde. Ein weiterer Vorteil: Da die Route meistens direkt am Kanal entlang läuft, wird der Anteil der Straßenkilometer minimiert. Noch ein Vorteil dieser Tour: Auch technisch weniger versierte Radler können diese Tour bestreiten, wenngleich ein wenig Sitzfleisch und Ausdauer vorhanden sein sollten. Aufgrund der fehlenden Höhenmeter gilt diese Tour auch als Einstiegs-Mehrtages-Tour. Im Laufe der Tour kommen laut Routenbeschreibung 355 Kilometer zusammen, bei uns waren es durch Umleitungen, eine leichte Routenabweichung und Hotelsuche 405 Kilometer. Mit im Gepäck hatten wir die zwei bikeline Radtourenbücher „Ems-Radweg“ (ISBN 978-3-85000-041-3) und „Nordseeküsten-Radweg 2“ (ISBN 978-3-85000-054-3) aus dem Esterbauer Verlag. Aber Achtung! Man sollte auf keinen Fall den Ems-Radweg mit der DEK-Route verwechseln, auch wenn sich diese zum Teil überschneiden. Im bikeline Radtourenbuch „Ems-Radweg“ ist die DEK-Route bis Emden allerdings mit aufgeführt. Ab Emden haben wir die Tour ein bisschen abgeändert, womit „Nordseeküsten-Radweg 2“ unser Wegweiser bis Norddeich wurde.

Vorweg gesagt…durch die super Ausschilderung der DEK-Route vor Ort kommt man auch ohne Tourenbücher klar, aber die Tourenbücher verschaffen einen sehr schönen Überblick über die Tour und nur mit den Tourenbüchern kann man auch sein Tagespensum vernünftig planen. Die Bücher enthalten neben den Karten auch noch viele nützliche Tipps und Hinweise. In wieviel Tagen man diese Tour bestreiten möchte, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wer mit mehreren Radlern auf die Tour geht, sollte sich immer am schwächsten Fahrer orientieren – sonst wird aus Lust schnell Frust. Wir planten etwa 70 Kilometer am Tag, neben dem Radfahren sollte auch der Aufenthalt in den Übernachtungsorten nicht zu kurz kommen. Es gibt viel zu sehen und zu erkunden, da wollten wir nicht nur durch die Orte hechten. Unsere Tagesziele bzw. Übernachtungen waren grob etwa: Münster, Rheine, Meppen, Papenburg, Emden und die letzten Nächte am Ziel in Norden. Wir hatten uns als Reisezeit für den Monat Mai entschieden, der bekanntlich angenehmes frühlingshaftes Wetter verspricht – so natürlich nicht bei uns! Es war arschkalt und der Gegenwind begleitete uns von Dortmund bis nach Norddeich. Um den eisigen Wind erträglicher zu machen, wurde die Regenbekleidung als Windbreaker übergestreift. In Lingen wurden dann noch Winterhandschuhe gekauft und in Papenburg folgte der Kauf von warmer langer Unterwäsche. Wir hatten uns zwar auf Kälte vorbereitet, aber es wurde schlimmer als gedacht. Ein weiterer Nachteil dieses Wetters war, dass sehr viele Lokalitäten auf der Route geschlossen hatten. Der Vorteil: Wir waren fast über die gesamten Route alleine unterwegs. Auch die Hotelzimmersuche gestaltete sich überwiegend sehr stressfrei.

Wir sind die Tour natürlich mit Mountainbikes gefahren, ausgestattet mit Lenkertasche, Gepäckträger samt Seitentasche sowie Rucksack. Von der Streckenbeschaffenheit kann man ohne Probleme auch zu einem Trekking-Rad oder einem normalen Tourenrad greifen – angesichts des Gepäcks wäre das vielleicht sogar sinnvoller. Der Untergrund ist immer befestigt und stellt sich als ein Wechsel aus festem Schotter, festgefahrenem Lehmboden und Asphalt dar. Wilde Geländeritte muss und darf man also nicht erwarten. Die Höhenmeter halten sich wirklich sehr in Grenzen, lediglich an Brücken und kurz vor Lingen muss man mal etwas mehr kurbeln. Das eigentliche Problem bei unserer Tour war wie gesagt der Gegenwind, der irgendwann sehr nervend wurde. Landschaftlich wandelt man von Westfalen in das Emsland und dann nach Ostfriesland. Felder und Wälder wechseln sich ab, auch streift man viele kleine Dörfer, die zum Verweilen einladen. Wie viele Schleusen man passiert, können wir nicht sagen. Wir haben nicht mitgezählt, aber es sind etliche Schleusen. Viele Schleusen haben in ihrer unmittelbaren Nähe eine Lokalität – diese hatten, wie bereits erwähnt, aufgrund des Wetters aber meist geschlossen. Wie vielen der unzähligen Deichschafe auf der Tour wir prophezeit haben, abends bei uns auf dem Teller zu landen, können wir auch nicht mehr sagen 🙂 Doch nicht nur landschaftlich gefällt diese Tour, sondern auch die Gastfreundschaft und die Freundlichkeit gegenüber Radfahrern begeistert. Ob wir diese Tour empfehlen können? Hier gibt es von uns ein hundertprozentiges Ja! Schon ab dem Dortmunder Bahnhof wird dem Radler die DEK-Route mit dem DEK-Routen-Schild gewiesen. Die Kennzeichnung der Tour ist über die gesamte Tour vorbildlich, was allerdings nicht verwundert, da diese Tour sehr beliebt ist und auch (oder gerade) von vielen älteren Radfahrern gefahren wird. Direkt an der Dortmunder Stadtgrenze gab es die erste Umleitung, die uns kurzzeitig vom Kanal wegführte. Auch hier war die Beschilderung sehr gut, weshalb man sich deswegen keine Sorgen machen sollte. An Henrichenburg vorbei, dem alten beeindruckenden Schiffshebewerk, ging es ohne größere Probleme in Richtung Münster. Kurz vor Münster quartierten wir uns für die erste Nacht ein. Das Schöne im Mai: Es ist Spargelzeit und vom Niederrhein und aus dem Münsterland kommt hervorragender Spargel – also unbedingt mal antesten, was wir an diesem Abend auch ausgiebig taten!

Für den nächsten Tag hatten wir uns als Tagesziel Rheine vorgenommen. Kurz vor Rheine passierten wir das „Nasse Dreieick“ bei Hörstel, wo der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt. Natürlich hatten wir auch ein weinendes Auge: Man ist hier direkt am Fuße des schönen Teutoburger Waldes unterwegs und die sichtbaren verlockenden Höhenmeter lassen des Mountainbikers Herz bluten – bei der DEK-Tour lassen wir den Teutoburger Wald leider rechts liegen! Wir trösten uns anders! Ein schöner Biergarten lädt zum Verweilen ein und das Wetter war zumindest so gut, dass man diesen Tag hier ausklingen lassen konnte. Neben einem Restaurantbetrieb kann man sich hier auch ein Zimmer für die Nacht anmieten. Die Zimmeranzahl ist allerdings sehr begrenzt, also während der beliebten Reisezeit vorher mal nachfragen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Route nicht zu verlassen brauchte. Auch wenn wir uns vorab als nächstes Ziel eigentlich Lingen vorgenommen hatten, haben wir uns letztendlich für Meppen entschieden, da wir uns unbedingt in Papenburg einquartieren wollten. Dennoch haben wir Lingen einen Besuch abgestattet. Um die Innenstadt zu erreichen, muss man die Route verlassen, aber die eiskalten Finger riefen nach wärmeren Handschuhen und nach einer warmen Tasse Kaffee. Also Kaffee getrunken, Handschuhe gekauft und wieder auf die DEK-Route eingefädelt. In Meppen gestaltete sich die Hotelsuche ein bisschen konfuser. Hotels gibt es genug, aber die Angst vor den Zimmerpreisen ließ uns ein wenig in der Stadt rotieren. Wir sind dann im Hotel Pöker untergekommen und das Zimmer als auch das Frühstücksbuffet waren erstklassig – und das zu humanen Preisen. Wo auch immer man sich auf dieser Tour einquartiert, aber man sollte auf jeden Fall Papenburg berücksichtigen! Diese kleine Stadt hat ein unglaubliches Flair und bietet neben den vielen Kanälen sehr viele Sehenswürdigkeiten. Im Stadtkern kann man auf den Kanälen Nachbauten traditioneller Schiffe bewundern und die Meyer Werft ist durch den Bau von Kreuzfahrtschiffen weltberühmt. Auch wenn Papenburg nicht an der DEK-Route liegt, hier sollte man auf jeden Fall einen Abstecher machen! Leider war bei uns das Wetter suboptimal – wie muss es erst sein, wenn bei schönem Wetter die am Kanal gelegenen Cafe’s, Kneipen, Biergärten und Restaurants auf haben bzw. draußen Sitzmöglichkeiten bieten? Eine Übernachtungsmöglichkeit findet sich im Hotel Walker unweit der City. Ein sehr gutes italienisches Restaurant findet ihr mit Sale-E-Pepe im Stadtkern, mit Jameson’s Pub einen richtig geilen Irish Pub.

Die weitere Tour nach Emden hat uns von der gesamten Tour am wenigsten gefallen. Wir waren aber selber schuld – um uns die Fähre von Ditzum nach Petkum zu ersparen, sind wir direkt rechts der Ems nach Emden gefahren. So sind wir etliche Kilometer auf asphaltierten Radwegen direkt neben der Straße gefahren und das Wetter setzte sich uns auch entgegen. Die eigentliche Route soll dagegen sehr viel ansprechender sein, so erzählte man uns nachher – und die Überfahrt mit der Fähre wäre auch kein Problem. In Emden angekommen haben wir uns direkt ein Fremdenzimmer gesucht, um die Finanzen nicht zu sehr zu schröpfen. Einen kulinarischen Tipp können wir auch geben: Frische Maischolle! Selbst als Nicht-Fischesser ein Genuss! Bis nach Emden sind wir mit dem bikeline Radtourenbuch „Ems-Radweg“ gekommen, ab Emden muss man sich neu orientieren. Das bikeline Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 2“ führt den Radler an der Küste über Norddeich bis nach Hamburg. Wir sind aber erstmal bis kurz vor Marienhafe der ausgeschilderten DEK-Route gefolgt, dann sind wir westlich nach Greetsiel gefahren, einem kleinen beschaulichen und von Touristen überlaufenen Fischerdörfchen. Man fährt bis hier nur noch über asphaltierte Feldwege. Von Greetsiel bis Norddeich folgten wir der im Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 2“ vorgeschlagenen Route. Wenige Kilometer hinter Greetsiel sahen wir zum ersten Mal die offene Nordsee. Nach 405 Kilometern erreichten wir Norddeich – das Ziel unserer Reise – bei Sonnenschein 🙂

Luganer See – Paradies zwischen dem Lago Maggiore und Comer See

Oberitalienische Seen – wer denkt da nicht an den Lago Maggiore oder das Bikerparadies schlechthin, dem Gardasee, das begehrte Ziel vieler Alpencrosser. Viele werden jetzt die Hand heben und zu Recht auf den Comer See und den Luganer See verweisen. Es gibt tatsächlich eine kaum überschaubare Anzahl von Seen in Oberitalien, jeder See ist für sich einen Besuch wert und erzählt dem Besucher seine Geschichten. Doch wie so oft im Leben muss man sich entscheiden und so viel die Wahl, zumindest für dieses Mal, auf den Luganer See, dem Lago di Lugano.

Der Vorteil der oberitalienischen Seen liegt klar auf der Hand – sie sind gut von Deutschland aus zu erreichen, oft sogar mit der Bahn. Der Luganer See war Neuland und die gute Verbindung vom Ruhrpott bis nach Lugano machte dieses Reiseziel besonders interessant. So ging die Reise diesmal also ins Tessin, genauer gesagt mit der Bahn nach Lugano und von dort aus mit dem Bike auf die italienische Seite des Lago di Lugano. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Lugano eine der größten Bankenmetropole in der Schweiz ist, dementsprechend hoch sind dort auch die Zimmerpreise angesiedelt. Natürlich lockt in Lugano das Nachtleben mit diversen Pubs und Cafes. Um nach Italien zu gelangen muss man sie passieren! Bei uns am Niederrhein schon lange nicht mehr gesehen und mittlerweile total ungewohnt: Grenzbeamte! Okay, es ist schon komisch, wenn man am späten Abend auf dem Bike sitzend und bepackt wie ein Esel über die Grenze rollt. Nach anfänglichem Zögern der Beamten wurde man dann aber doch durchgewunken ohne kontrolliert zu werden. Ein großer Teil des Luganer Sees lässt sich auf der Uferstraße umfahren, wer denn mal eine komplette Umrundung in unmittelbarer Nähe des Sees plant, der dürfte enttäuscht sein – komplett geht es nicht! Wer sich in diese Region wagt, dem sollte eines klar sein – hier gibt es Berge!

Dementsprechend sind die Straßen. Die direkt am See befindlichen Straßen sind aufgrund der Landschaft zum Teil recht eng, einen Radfahrweg gibt es nicht. Das heißt also, dass man sich die Straße mit Autos, LKW’s und Bussen teilen muss – nicht immer ein prickelndes und besonders sicheres Vergnügen. Wenn man erstmal an seinem Urlaubsort ist, sieht die Sache meist schon anders aus – bei guter Lage der Pension oder des Hotels kann direkt in die umliegende Berglandschaft aufgebrochen werden. Für Mountainbiker unerlässlich ist eine gute Wanderkarte. Diese Region scheint auf den ersten Blick fest in der Hand von Rennradfahrern zu sein, die ohne Erbarmen die kleinen asphaltierten Serpentinenstraßen in die Berge hochpeitschen. Für uns kommt natürlich nur das Fahren abseits der Straßen in Frage, Wanderwege gibt es mehr als genug. Das Wanderwegenetz ist wirklich gut ausgebaut, aber nicht alles, was auf der Wanderkarte wirklich gut aussieht, gestaltet sich in der Praxis auch besonders gut. Vermeintlich kleine Trails sind Waldautobahnen, andere großwirkende Wanderwege sind so verblockt, dass man mehr trägt als schiebt – besonders bergauf. Ein bisschen Experimentierfreude sollte also vorhanden sein 😉

Besserwisserisch, wie wir nun mal sind, haben wir den Reisetermin für Anfang März angesetzt. In Deutschland war es zu dieser Zeit schweinekalt, wer erinnert sich nicht daran?! Die Temperaturen waren am Luganer See etwa 5 bis 6 Grad höher als in Deutschland, nach dem vorangegangenen Winter schon eine richtige Wohltat. Als in Deutschland Schnee fiel, konnte man in den Bergen oberhalb des Luganer Sees sonnenbaden, wenn natürlich auch nur bedingt. Tatsächlich war es so, dass in windgeschützten Bereichen das Gesicht die wärmenden Sonnenstrahlen geradezu aufsog – ohne Jacke ging es aber auch hier nicht – noch nicht. Natürlich liegt zu dieser Jahreszeit auch hier ab einer gewissen Höhe Schnee, immerhin befindet man sich in den Alpen und nicht auf einer Kanarischen Insel. Ab einer Höhe von etwa 600 Metern tauchten die ersten Schneefetzen auf dem Boden auf, welche mit jedem weiteren Meter in die Höhe anwuchsen. Das Biken war also nur in den unteren Bereichen der Berge möglich. Angesichts der unerschöpflich wirkenden Bergwelt nur ein kleines Manko. Ein Wermutstropfen ist natürlich, dass Spots wie zum Beispiel der Bikepark und Downhill am Monte Tamaro (Rivera), nördlich von Lugano, zu dieser Jahreszeit aufgrund der Witterung und der Höhenlage kein Ziel darstellen. Wer aber dem grauen Alltag in Deutschland entfliehen will, der ist am Lago di Lugano richtig!

Es erwartet einen eine unglaubliche Landschaft. Das Reisegepäck sollte man umfangreich auswählen, wichtig ist warme atmungsaktive Bekleidung. Trotz der Sonne, die schon mächtig Kraft hat, kann hier ein richtig eiskalter Wind pfeifen. Auch hier ist noch Winter, allerdings mit den Palmen am Ufer ein wenig anders als bei uns 😉 Schön ist, dass man selbst zu dieser Jahreszeit keine Probleme bei der Suche nach einer Unterkunft hat – man hat sich dem Tourismus gewidmet. Das Ziel dieser Reise und Ausgangspunkt für die Tagestouren war das kleine und bezaubernde Örtchen Brusimpiano – wie gesagt auf der italienischen Seite. Selbst wenn der Lago Maggiore oder der Gardasee bei uns bekannter sind als der Lago di Lugano, an Touristen fehlt es hier nicht. So ist alles auf den Tourismus ausgelegt und man findet selbst in kleinen Örtchen wie Brusimpiano schöne und bezahlbare Unterkünfte und Restaurants – so wie dieses kleine Steakhaus an der Hauptstraße. Die Italiener sind ein stolzes Volk, stolz auf ihr Land und auf ihre Sprache. Mit Englisch, Französisch oder Deutsch kommt man meist nur bedingt weiter. Eigentlich verständlich, man ist Gast in diesem Land und hat sich dementsprechend zu verhalten – es ist natürlich immer schön, wenn man dann doch verstanden wird 😉 In den Restaurants oder im Hotel gab es allerdings nie Verständigungsprobleme.

Doch wollen wir nicht abschweifen! Es geht hier natürlich ums Biken, und das kann man mehr als genug. Die Seen Lago Maggiore und der Comer See liegen in unmittelbarer Nähe des Luganer Sees und bilden somit ideale Ziele für eine Tagestour. Neben dem bereits genannten Bikepark und Downhill am Monte Tamaro nördlich von Lugano findet sich südlich des Luganer Sees der Bikepark Darkglow. Dieser kleine und unbekannte Spot war allerdings noch geschlossen, obwohl dieser von der Höhenlage kaum über dem See liegt. Ein Befahren wäre theoretisch also möglich gewesen. Wer also mal am See ist, sollte den Spot, der zwischen den Orten Bisuschio und Besano liegt, einen Besuch abstatten. Neben einer Dirtline und einer Line mit kleinen Jumps findet sich dort eine Dualslalompiste und diverse Obstacles. Angrenzend an den Lago di Lugano sind hohe Berge wie beispielsweise der Monte Bre im Osten mit einer Höhe von 925 m oder dem Monte San Giorgio mit einer Höhe von 1097 Meter, der sich zwischen den beiden südlichen Zipfeln des Sees befindet. Der See selber liegt bei einer Höhe von etwa 271 Metern.

Bei einer Fahrt um den Luganer See kann sehr schnell (auch unbeabsichtigt) die Landesgrenze überschritten werden. Man sollte sich also immer ausweisen können! Sprachlich bleibt es allerdings gleich, da es sich hier um die itlienischsprachige Schweiz handelt. Die optimale Reisezeit ist – nicht der März!!! Auch wenn der See schon viel zu bieten hat, empfiehlt sich definitiv eine spätere Anreise – zumindest, wenn man mit dem Bike unterwegs ist. Die Touren mit dem Bike können dann zu den Gipfeln führen und der Bikepark bzw. die Bikeparks laden zum Abrocken ein. Abends kann man den Sonnenuntergang am See auf einer Bank an der Promenade oder im Cafe sitzend genießen, ohne zu zittern und zu frieren. Sobald im März die Sonne dem Tag den Rücken kehrt, kann es trotz des vergleichsweise milden Klimas mächtig kalt werden. Von seinem meditarnen Flair büßt der Lago di Lugano dennoch nichts ein. Nicht umsonst gilt der Strand bei Lugano als die Riviera des Tessins.

Languedoc-Roussillon – Es muss nicht immer die Provence sein! Reisetipp

300 Tage Sonnenschein im Jahr, eine Küstenlinie mit herrlichem Sandstrand von über 200 Kilometern Länge und dazu noch eine herrliche Bergwelt im Hinterland! „Jaaa“, werden sich jetzt viele denken, „das kann doch nur die Provence sein!“. Aber weit gefehlt, hier handelt es sich um die Region Languedoc-Roussillon, die im Schatten der Provence und der Cote D’Azur bei uns in Deutschland kaum Beachtung findet. Zu Unrecht, wie wir finden!

Das Gebiet der Region Languedoc-Roussillon erstreckt sich westlich von der Rhone bis zu den Pyrenäen und vom Mittelmeer bis in das Mittelgebirge der Cevennen im Zentralmassiv. Nicht nur kulinarisch hat diese Region einiges zu bieten, sondern eignet sich durch die perfekte Lage für jeden Urlaubertyp. „Sonnenbader“ kommen genauso auf ihre Kosten wie unsereins, die sich in den Bergen auf Trails mit unglaublichen Panoramen austoben wollen. Ein Paradies nicht nur für Biker, sondern auch für viele andere Aktivurlauber! Mit unserem Bericht über den „Lac du Salagou“ hatten wir euch bereits auf diese Region eingestimmt. Dieser herrliche Stausee inmitten einer roten Steinlandschaft ist faszinierend und atemberaubend zugleich. Um den See bieten ausgeschilderte VTT Routen die Möglichkeit, den See zu umradeln. Einen noch unbeschreiblicheren Ausblick auf den „Lac du Salagou“ bietet sich aber von der Spitze des „Montagne de Liausson“, der sich südlich des Lac erhebt. Friedlich liegt einem der See etwa 400 Höhenmeter tiefer zu Füßen.

Es lohnt sich wirklich, das Bike für einen Tag stehen zu lassen, um auf den ausgeschilderten Wanderwegen von Moureze durch den „Cirque de Moureze“, einer bizarren Gesteinswelt, zum Gipfel des „Montagne de Liausson“ zu gelangen. Gute Übernachtungsmöglichkeiten bietet die in der Nähe des Stausees gelegene ehemalige Bischofsstadt Lodeve mit der mächtigen gotischen Kathedrale. Von dort aus locken mehrere VTT Touren die Biker in die angrenzenden Berge. Obwohl die VTT Routen an sich schon sehr gut und teilweise sogar technisch ziemlich anspruchsvoll sind, lohnt es sich doch, den einen oder anderen Wanderweg auszuprobieren. Die Beschilderung der Wanderwege ist gut, sofern man eine gute Wanderkarte mit sich führt. Menschen trifft man in den weitläufigen Gebirgen kaum. Die Wanderwege sind zum Teil mächtig verblockt und führen oft auch in schwindelerregender Höhe am Hang entlang. Der Untergrund ist meist sehr steinig, oft mit losen kindskopf großen Steinen übersät.

Ein schöner Downhill bietet sich vom „Plateau des Cayroux“ mit dem Dolmen, einer Grabkammer aus Steinen. Der Weg ins mittelalterlich wirkende „le Puech“ mit seinen engen winzigen Gassen ist Adrenalin pur. Der Trail ist sehr verblockt und technisch. Natürlich muss auch hier auf Wanderer geachtet werden, da es sich um einen offiziellen Wanderweg handelt! Leider ist der Aufstieg sehr strapaziös! Ebenfalls spaßig ist die Tour vom „Plateau de l’Escandorgue“ mit den an einen Eierbecher wirkenden Turm über das „Plateau du Grezac“, wo wir auf die VTT Route 11 treffen. Nach kurzer Zeit verabschiedeten wir uns allerdings von der VTT Route und folgten dem Wanderweg GR71. Ein herrlicher Freeride beginnt, der einen bis nach Lodeve führt. Als unentbehrlich für die Planung der Touren und Ziele haben sich für uns, neben den regionalen Karten von IGN, zwei Reisebücher herauskristallisiert: Das aus dem Michael Müller Verlag stammende „Languedoc-Roussillon“ (ISBN 3-89953-214-7) und das vom DuMont Reiseverlag herausgegebene „Languedoc-Roussillon – Von der Camargue zu den Pyrenäen“ von Marianne Bongartz (ISBN 3-7701-7202-7). Beide Werke sind sehr gut recherchiert und bieten sehr viele Infos zu Land, Menschen, Kultur und Geschichte. Dann mal los!

Lac Blanc Bikepark – Der neue Bikepark in den Vogesen – Spotcheck

Parallel zum Schwarzwald verlaufen, getrennt durch die Rheinebene, in Frankreich die Vogesen. Vor wenigen Wochen erst hat unweit von Colmar, etwa 50 Kilometer von Freiburg entfernt, der „Lac Blanc“ Bikepark seine Pforten eröffnet. Die Nähe zur deutschen Grenze dürfte in Zukunft nicht nur viele deutsche, sondern auch Schweizer Biker in die Vogesen locken. Und das nicht ohne Grund! Wir haben für euch den Bikepark abgecheckt und wurden mehr als positiv überrascht!

Der erste Blick auf den neuen Bikepark zeigt direkt, dass hier Nägel mit Köpfen gemacht wurde. Ein nagelneuer Sechserlift, Einkehrmöglichkeit, Bikeshop mit Verleih und vier Strecken mit unterschiedlichem Anforderungsprofil lassen uns bereits vor der ersten Fahrt anerkennend nicken. Die Streckentafeln zeigen die verschiedenen Pisten an: Die Anfänger- bzw. Familienpiste (Familiale) „La Soft“ mit 1990 m Länge, den Downhill (Descente) „La Flow“ mit 1550 m Länge, den Freeride „La Cool“ mit 2090 m Länge und den Freeride „La Fat“ mit 1950 m Länge.

Unbedacht wie wir sind, haben wir uns zum „Warmfahren“ für den Freeride „La Cool“ entschieden 😉 Dieser Freeride stellt sicherlich so manchen deutschen Downhill in den Schatten. Steine, Wurzeln, kleinere Kanten und kleinere Northshoreelemente sorgen für mächtig Abfahrtsspaß. Die Strecke bietet eine sehr schöne Streckenführung mit schönen technischen Passagen. Die Linienwahl und die Kombinationsmöglichkeiten scheinen endlos zu sein, nicht zuletzt wegen der Möglichkeit zwei verschiedene Streckenverläufe (blau und rot) zu folgen. Genial! Mit etwa 2090 Meter ist „La Cool“ auch die längste Strecke des Parks.

Ebenfalls genial ist der Downhill (franz. „Descente“) „La Flow“. Dieser gestaltet sich technisch etwas weniger anspruchsvoll als „La Cool“, lädt aber richtig zum Gasgeben ein. Der Anfang besteht aus einem Singletrail mit schönen Anliegern, wobei sich der Streckencharakter nach der Einfahrt in den Wald komplett ändert. Auch hier gefällt die schöne ruppige Streckenführung gepaart mit vielen Wurzeln. Große Kanten und Gaps bietet „La Flow“ nicht, dafür aber unglaublich viel Fahrspaß! Wie die „La Cool“ bietet auch dieser Trail zum Teil zwei verschiedene Streckenverläufe, nur nicht ganz so ausgeprägt.

Dem Anschein nach beschäftigen sich die meisten Leute mit der „La Fat“. Der Name ist Programm! Schon zu Beginn zeigt der Trail, wo es lang geht: Über Northshorerampen. Bei der „La Fat“ handelt es sich um einen Freeride mit einer Aneinanderreihung von Slopstyleelementen. Gaps, Northshorerampen, Wallrides und diverse Northshoreelemente sorgen für ein großes Spielzimmer für Biker. Die Northshoreelemente sind übrigens erstklassig und sehr sicher gebaut. Wer die Kanten nicht springen will muss es nicht, da überall Wege vorbei führen. Auch hier bleibt nur zu sagen, eine ziemlich geile Angelegenheit!

Natürlich mussten wir auch der Familienpiste einen Blick gewähren. Nicht ganz freiwillig haben wir uns zum Start der Familienpiste begeben. Wir stellten uns vor, wie kleine Mädchen mit flatterndem Haar auf einem Puky-Rad vor uns herfahren, mit Mama und Papa im Anschlag. Etwas widerwillig starten wir in die Familienpiste und …wurden überrascht. Ein herrlich geschwungener Singletrail führt direkt in den Wald. Dort erwarten einen dann Wurzeln, zwar nicht ganz so ruppig, aber mit sehr viel flow fahrbar. Hier schicken die Franzosen also ihre Kinder runter?! Jetzt brauchen wir uns auch nicht mehr zu wundern, dass Frankreich solche Talente hervorbringt 😉 Zugegebenerweise richtig spaßig!

Im unteren Bereich findet sich ein BikerX, der 2008 noch ausgebaut werden soll. Ebenfalls 2008 wird ein zweiter Downhill, im Rahmen der französischen Meisterschaft, angelegt. Dieser soll vom Style etwas in die Richtung der ehemaligen Worldcupstrecke in Willingen gehen, also phatte weite Sprünge bieten. Auch ein Slopestyle-/Dirtpark ist für 2008 geplant. Und da die „Anfängerstrecke“ den Franzosen anscheinend immer noch zu einfach ist, wird diese nächstes Jahr ebenfalls kleine Kanten und Northshoreelemente spendiert bekommen.

Der Sessellift bietet Platz für 6 Personen und die Aufhängung der Bikes ist vorbildlich. Das Liften der etwa 300 Höhenmeter geht schnell und unkompliziert. Besonders hervorheben müssen wir die freundliche Atmosphäre in dem Bikepark. Die Locals als auch die Bikeparkmitarbeiter sind super freundlich und hilfsbereit. Der Bikepark ist jetzt schon absolut empfehlenswert, auch ohne die Neuerungen für 2008. Die Ganztageskarte kostet faire 20 Euro, im Preis inbegriffen ist eine Waschmarke zum einmaligen Waschen des Bikes.

Zu erreichen ist der „Lac Blanc“ Bikepark von Freiburg aus kommend über Colmar und im weiteren Verlauf nach Kaysersberg orientierend. Von da an den Hinweisschildern in Richtung „Lac Blanc“ folgen. Das Parken ist im unteren Bereich als auch im oberen Bereich des Bikeparks, beides in unmittelbarer Nähe des Sessellifts, möglich.

Fazit:

Geil! Geil! Geil! Da muss man hin!

Mehr Infos unter www.lacblanc-bikepark.com

Freeriden in Freiburg – Der Rosskopf-Trail – Spotcheck

Biken in Baden-Württemberg kann so schön sein…man denke da besonders an die Bikeparks in Todtnau und Bad Wildbad. Angesichts der etwas „bescheidenen“ 2 Meter Regel ist der DH- und Freeridespaß aber leider auch nur auf die Bikeparks und wenige Ausnahmen wie dem Schauinsland-Rollertrail beschränkt, wenn man denn nicht mit erhobenem Zeigefinger auf öffentlichen Wanderwegen erwischt werden will. Freiburg bietet seit kurzem mit dem Rosskopf-Trail einen legalen Freeride ungeachtet der 2 Meter Regel! Wir haben für euch den Rosskopf-Trail abgecheckt!

So mancher Wanderer wird sicherlich „schmal“ schauen, wenn, für ihn völlig ungewohnt, Mountainbiker aus dem Freiburger Unterholz auftauchen. Durch die 2 Meter Regelung war bis jetzt der Fahrspaß auf schmaleren Wegen untersagt. Diese Regelung bleibt zu unserem Bedauern natürlich weiterhin bestehen, aber die Stadt Freiburg und das Forstamt hat mit den Locals eine bemerkenswerte Aktion gestartet. Mit dem Rosskopf-Trail bietet Freiburg den Mountainbikern endlich einen Trail, der sich nicht an die 2 Meter Regel hält und es deshalb besonders verdient hat, hier vorgestellt zu werden. Der Trail beginnt am Rosskopf, zweigt vom Hauptweg links ab durch den Wald, führt an der St.-Wendelinskapelle vorbei und endet an der Jugendherberge an dem Fluss Dreisam. Somit bietet der Trail über 3 Kilometer Abfahrtsspaß mit über 300 Höhenmetern. Gekennzeichnet ist der Trail durch kleine gelbe Schilder. Muskelkraft ist gefragt, wenn man den Start des Trails erreichen will. Von da an geht es, abgesehen von einem kurzen Tretstück in der Mitte der Strecke, mächtig bergab. Dabei zeigt sich der Trail ziemlich vielseitig.

Das erste Stück des Rosskopf-Trails ist relativ steil und bietet auf Geröll genug Adrenalin. Der weitere Verlauf der Strecke führt über Lichtungen und durch den Wald. Ab und zu quert man einen Hauptwanderweg, wobei hier natürlich besondere Vorsicht geboten ist! Der mittlere Teil führt über einen wunderbaren schmalen Singletrail, der einen schon fast an so manches Freeride-Video erinnert. Große Sprünge, Kanten oder gar Gaps dürfen auf dem Rosskopf-Trail nicht erwartet werden, da diese nicht nicht erlaubt sind. Der Bau des Trails beschränkte sich auf das Freischneiden des Weges und dem Bau von Anliegern, welche besonders im unteren Bereich für mächtig Speed und Spaß sorgen. Alles in allem eine spaßige Angelegenheit, die auch von nicht so versierten Fahrern zu bewältigen ist. Da die Jungs vor Ort immer noch am Bauen sind, darf man natürlich weiterhin gespannt sein 🙂

Wir bitten im Interesse aller(!) Biker, sich an die Wegmarkierungen zu halten, nicht selber Hand an die Trails zu legen und Wanderern gegenüber immer freundlich zu sein und diesen, falls nötig, den Vortritt zu lassen. Fair fährt besser und diese Aktion darf Hoffnung machen auf mehr legale Trails in Deutschland!

Fazit:

Bemerkenswerte Aktion der Stadt Freiburg, des Forstamtes und der Locals, die Hoffnung macht auf mehr legale Trails in Deutschland! Alles in allem zeigt sich der Rosskopf-Trail als spaßige Angelegenheit, die auch von nicht so versierten Fahrern zu bewältigen ist.

Anmerkung zur 2 Meter Regel in Baden-Württemberg:

Die 2 Meter Regel gilt für das Betreten des Waldes. Genau definiert wird diese Regel im Waldgesetz (LWaldG) für Baden-Württemberg Paragraph 37. Dort heißt es unter anderem „Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr“ und „Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 Meter Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2 Meter Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden; die Forstbehörde kann Ausnahmen zulassen“.

MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland – Vorstellung

Mit 38 ausgewiesenen Strecken von leicht bis schwer bietet die Bike Arena Sauerland 1700 Kilometer Bikespaß pur! Vom Einsteiger bis zum Profi findet hier jeder sein Bike El Dorado. Einen sehr guten Überblick über diese schönen Touren bietet der neue „MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland“ des Esterbauer Verlages. Neben der Beschreibung von ausgewählten Touren bietet das Werk einige Schmankerl, welche den „MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland“ von anderen Werken dieser Art abgrenzen. Wir haben uns für Euch den Guide genauer angeschaut.

Auffallend ist bereits die Machart des Guides. Bei dem Werk handelt es sich nicht um ein herkömmliches Buch, sondern um ein in einem Ringbuch zusammengefassten Kartenwerk im Maßstab 1:35000. Die Karten und Touren im Format 21×12 cm lassen sich einzeln dem kompakten Ringbuch entnehmen und können so bequem auf die Tour mitgenommen werden. Insgesamt stehen somit 34 Touren und 5 Tourenvorschläge aus der Sauerländer-Tälertour zur Verfügung. Neben den detailierten Karten findet sich eine Beschreibung der jeweiligen Tour, ein ausführlicher Streckenverlauf und das Höhenprofil. Eine Einstufung der Tour in Fahrtechnik und Kondition lässt zudem eine sehr gute Planung zu. Damit die Karten auf der Tour nicht zu Schaden kommen, sind diese reiß- und wasserfest. Eine zusätzlich Falz in der Blattmitte lässt die Karte auf ein Maß von 10,5 x 12 cm schrumpfen und sollte somit selbst in der kleinsten Tasche Platz finden.

Neben dem Kartenwerk bietet der „MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland“ zusätzlich eine Übersichtskarte mit den eingezeichneten Touren und ein Übernachtungsverzeichnis, die das sehr gute Gesamtbild des Guides abrunden.

Fazit:

Für jeden Tourer in der Bike Arena Sauerland ein absolutes must have! Der sehr faire Preis macht das Werk auch für Gelegenheitsbiker in der Bike Arena Sauerland empfehlenswert.

Maßstab: 1:35.000
Preis: 19,90 Euro

Mehr Infos unter www.bike-arena.de

Northwave Bikepark Bad Wildbad – Spotcheck

Erinnerungen werden wach! Bereits im Jahre 2001 durfte der Schreiber dieser Zeilen Bekanntschaft mit dem Downhill in Bad Wildbad machen. Damals wurde der erste Lauf zur Bundesliga 2001, noch unter Leitung der SOG, vom Schnee überrascht und vorzeitig abgebrochen. Der Bikepark ist in den folgenden Jahren stark erweitert worden und die Leitung des Bikeparks hat die Radsportakademie übernommen. Wir haben dem Sommerberg einen Besuch abgestattet.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Downhill, wo die Deutsche Meisterschaft stattfindet. Die Strecke, liebevoll Downhill 1 genannt, hat passend zur DM 2006 ein Facelifting erhalten. Die von vielen kritisierte verblockte Abfahrt wurde an einigen Stellen geglättet. Mit den Anliegern ergibt sich eine recht flowige Abfahrt, die einige Highlights zu bieten hat. Vor allem der Solid Drop, eine etwa 2 Meter hohe Kante mit 3 bis 4 Meter freier Fall und der Donnerbalken, eine Sektion mit drei aufeinander folgenden Kanten, lassen das Adrenalin aus den Ohren spritzen. Eine Autobahn ist die Abfahrt dennoch weiterhin nicht. Steine und Wurzeln gehören in Bad Wildbad zum guten Ton. Ferner gibt es auf dem Downhill 1 noch Kanten, Sprünge und Doublejumps. Die Strecke mit etwa 1,7 Kilometer Länge und 220 Höhenmetern hat in all den Jahren nichts von ihrem Charme eingebüßt und ist definitiv immer einen Besuch wert. Wenn es einen Downhill 1 gibt, dann gibt es natürlich auch einen Downhill 2!

Der Downhill 2 ist vom Charakter komplett anders als der Downhill 1 und dürfte besonders bei Old-School-Downhillern und Liebhabern von technischen Passagen für höchstes Entzücken sorgen. Die Abfahrt ist übersät mit dicken phatten Steinen. Schnell ist man meistens nicht wirklich, denn nur wenige Passagen erlauben Speed. Ansonsten gibt es nur den Biker, das Bike, die Wurzeln und die Steine. Ursprung des Downhill 2 ist eigentlich eine Serpentinenabfahrt, die aber im Laufe der Zeit um einige neue Variationen gewachsen ist. Der Bikepark Bad Wildbad bietet allerdings noch mehr als diese beiden Abfahrten. Wie es sich für einen Bikepark gehört, hat Bad Wildbad natürlich auch Northshores samt Wippe zu bieten, den Magura Northshore Trial. Die Hühnerleitern sind relativ breit und bieten genug Möglichkeiten, das Holzgerüst vorzeitig zu verlassen. Somit können sich auch Anfänger an die Hühnerleitern wagen. Für unseren Geschmack könnten die Northshores allerdings etwas spielfreudiger und länger ausfallen.

Direkt in unmittelbarer Nähe der Northshores befindet sich ein Dualslalom, ein BikerX und ein Übungsparcours mit Sprüngen und Anliegern. Am Ende des etwa 700 Meter langen BikerX findet sich der Start zu einem der beiden Freerides. Dieser Freeride war für uns allerdings eine große Enttäuschung. Über Wiesen und durch den Wald führt ohne jegliche Highlights ein Singletrail, der keine Freude aufkommen lässt. Lediglich eine kurze steile mit Steinen bestückte Abfahrt bringt Abwechslung, die Anfänger sicherlich erschrecken wird, hehehe. Der zweite Freeride bringt da schon etwas mehr Fun. Der Kärcher Freeride startet direkt am Parkplatz an der Bikestation. Der Freeride bietet zwar wenig Kurven, dafür aber Steine und kleine gebaute Kanten. Hier kann man das Bike schön laufen lassen und sich auch richtig schön einsauen! Auch wenn die anderen Strecken staubtrocken sind, ist das kein Garant, dass dies auch auf den Kärcher Freeride zutrifft. Aha, wir verstehen…

Die Bergbahn bringt die Biker halbstündlich zurück auf den Sommerberg. Die Bikestation bietet Leihbikes, Schutzausrüstung zum Kaufen oder Leihen und zudem freundliches fachkundiges Personal. Auch in Bad Wildbad muss man dem Personal höchstes Lob zusprechen. Bemängeln würden wir am Bikepark Bad Wildbad lediglich die unzureichende Beschilderung.

Fazit:

Sehr abwechslungsreicher Bikepark mit Spaß-Garantie! Auf jeden Fall immer einen Besuch wert!

Mehr Infos unter www.bikepark-bad-wildbad.de

Spot-Check Willingen – Zwischen Himmel und Hölle

Willingen engagiert sich schon seit langer Zeit für die Mountainbiker. Bereits vor vielen Jahren lockte die damalige Freeridestrecke, welche früher sehr schöne Wurzelpassagen aufwies, die Biker in die Nähe des Sauerlandsterns. Der Sessellift befördert seit je her die Biker zuverlässig auf den Ettelsberg, und im Gegenzug die fußlahmen Partypeople runter zur Talstation. Die blöden Sprüche, der zum Teil leicht aggressiven Artgenossen, haben sich übrigens in den letzten Jahren nicht geändert. Diese darf man denn auf der etwas längeren Auffahrt, der Lift benögt etwa 15 Minuten, in aller Ruhe genießen.

Ende 2007 wird alles anders. Dann soll eine Gondel die Menschen in nur fünf Minuten nach oben schaffen. Netter Nebeneffekt: Das Gegröle würde man sich zumindest während der Auffahrt ersparen. Die Preise für den Sessellift halten wir für fair. Eine Zehnerkarte kostet zur Zeit 25 Euro, eine Tageskarte 19,50 Euro. Da man allerdings recht lange mit dem Sessellift unterwegs ist, lohnt sich unseres Erachtens eher die Zehnerkarte. Der Sessellift hat während der Bikesaison täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt, den Strecken. Hier bieten sich ein Freeride, der Übungsparcours an der Eishalle, der Worldcup-BikerX und der Worldcup-Downhill an. Der Übungsparcours lockt mit kleineren Sprüngen und Anliegern. Der Parcours ist durch den Brechsand recht rutschig und kostet jede Menge Körner. Phatte Sprünge gibt es dagegen auf dem BikerX. Hier finden sich sogar drei Linien: Männer, Damen und Downhill. Die Worldcupfahrer zeigten, wie man schnell und spektakulär diesen Kurs rockt. Leider sah die Strecke, als wir da waren, sehr mitgenommen aus.

Der „neue“ Freeride besteht seit wenigen Jahren und hat die damalige Freeridestrecke abgelöst. Mit Anliegern und weichen Sprüngen kann man sich hier in BikerX-Manier den Berg runterschießen. Gut gefallen uns die Northshores, die man mit der Strecke kombinieren kann. Es sind zwar nicht besonders viele Northshores vorhanden und diese weisen zudem nicht sonderlich einfallsreiche Bauformen auf, aber immerhin. Wir würden uns hier mehr Hühnerleitern wünschen. Dass die Northshores älteren Baujahres sind, sieht man am zum Teil schlechten Zustand. Hier sollte vom Verantwortlichen Abhilfe geschaffen werden!

Der Zustand des Freerides, der sich ausschließlich durch den Wald schlängelt, ist im oberen Bereich akzeptabel, im unteren Bereich durch Bodenerosion und Bremslöcher ziemlich ruppig. Hardtailfahrer werden hier mächtig durchgeschüttelt. Als Downhiller gefällt uns natürlich, entgegen der Ansicht der meisten Besucher des Freerides, der untere Teil deshalb besonders gut. Die Wurzelpassagen längst vergangener Tage sind auf dem Freeride leider Geschichte. Das Ziel des Freerides ist recht weit von der Talsstation des Sesselliftes entfernt. Schön wäre es, die letzten Höhenmeter sinnvoller zu Tal zu bringen als über Straße.

Die zweite Strecke ist nicht EIN Downhill, sondern DER Downhill. Bereits der Startberg zeigt, dass es auf der folgenden Strecke richtig abgehen wird. Es folgt ein höllenschneller Kurs, zumindest für die Cracks. Diese haben beim Worldcup gezeigt, wie man in Willingen den Downhill abrocken muss. Besonders im oberen Teil befinden sich phatte und weite Sprünge über dicke Steine und Kanten. Wer hier fahren will, sollte sich unbedingt die Strecke vorher anschauen! Zu oft erwarten einen nach den Sprüngen und Kanten Überraschungen.

Im unteren Bereich des Waldes folgt ein Gap, bevor es dann letztendlich über bzw. neben dem BikerX des Worldcups geht. Der Downhill in Willingen ist nicht sonderlich lang, aber ziemlich heftig! Vor allem die dicken Steine und die phatten Jumps dominieren auf dieser Abfahrt. Wer hier schnell runterkommt, dem gebührt definitiv einiges an Respekt! Nicht umsonst ein Worldcup-Kurs vom Streckenbauer Didi Schneider himself. Die Abfahrt ist übrigens fahrbar und nicht abgesperrt. Leider ist auch hier das Ziel der Abfahrt recht weit vom Sessellift entfernt.

Da lediglich an den Samstagen und wenigen Feiertagen auf dem Ettelsberg Volksfest herrscht, ist es ratsamer, an anderen Tagen die Strecken in Willingen zu besuchen. An den anderen Tagen fallen die hier mitunter langen Wartezeiten und „Begegnungen der anderen Art“ weg und jeder Biker hat mehr von seinem Tag und seinem Ticket. Übrigens: Zur Zeit wird ein Konzept zur effektiven Streckenpflege und kontinuierlichen Streckenverbesserung erarbeitet. Wenn alles gut läuft, kann auch Willingen bald mit einem dauerhaft besseren Streckenniveau aufwarten!

Fazit:

Leider lässt der Zustand der einen oder anderen Strecke zu wünschen übrig. Fun ist allerdings garantiert und eine Herausforderung ist mit dem Worldcup-Downhill auch gegeben! Sollte das geplante Konzept aufgehen, dann darf man sicherlich sehr gespannt sein.

Mehr Infos unter www.ettelsberg-seilbahn.de