Bikepark Winterberg – Spot-Check

Eine unglaubliche Auswahl an Möglichkeiten zum Austoben auf und mit dem Bike bietet der Bikepark Winterberg. Neben einem Downhill finden sich hier ein Six-Cross, ein Free-Cross, der Evil Eye, ein Funride und ein Slopestyleparcours. Nicht zu vergessen der Übungsparcours mit kleineren Northshores und Jumps direkt an der Bikestation. Mit dem Slopestyle und den vielen Northshoreelementen, die einen fast den Überblick verlieren lassen, zeigt sich der Bikepark Winterberg zudem voll trendy.

Der erste Besuch des Bikeparks Winterberg wird viele verwundernd die Augen reiben lassen. Es finden sich Wippen, Gaps in allen(!) erdenklichen Höhen und jede Menge Wallrides. Die Auswahl an Strecken ist erstaunlich. Sehr positiv in Winterberg ist die Tatsache, dass die verschiedenen Strecken fast alle nahezu am gleichen Punkt starten und das Ziel der meisten Strecken auch die Talstation des Sesselliftes ist. Dieser befördert den Biker dann in knapp 5 Minuten wieder nach oben.

Es fällt uns schon fast schwer es zu sagen, aber der Downhill rückt bei der unglaublichen Auswahl an Strecken und Möglichkeiten fast in den Hintergrund. Der Downhill, seit Jahren unverändert, bereitet nach wie vor viel Spaß. Mit sehr viel Flow kann man über die Kanten pfeffern und die vielen Bremslöcher lassen am Abend, nach dem Besuch des Bikeparks, an den schweren Armen erkennen, wie schwer man anscheinend doch arbeiten musste. Großartige Wurzelpassagen oder Steinfelder wird man auf der Abfahrt jedoch leider nicht finden. Eine kleine nette Wurzelpassage bietet sich allerdings auf einem Chickenway, an einer Kante vorbei, an. Der Abfahrtsspaß ist allerdings schnell zu Ende. Die etwa 900 Meter lange Strecke, die fast ausschließlich durch den Wald führt, hat man schnell hinter sich gelassen. Wir hatten das Glück, den Downhill im Regen zu erleben. Dann wird es sehr, sehr spaßig 🙂

Auch der benachbarte Evil Eye ist schon älteren Semesters. Auf etwa 750 Meter Länge bieten sich eine unglaubliche Ansammlung von unterschiedlichsten Northshoreelementen. Hier gibt es neben den normalen Hühnerleitern noch jede Menge Wippen, Steilkurven, Drops, Sprünge und ein Rondell. Die Northshores finden sich in allen erdenklichen Höhen und Breiten. Anfänger sollten diesen Bereich jedoch meiden! Doch die Northshores sind nicht nur auf den Evil Eye beschränkt. Überall finden sich auf dem Gebiet des Bikeparks Northshores. Der gute Zustand der Hühnerleitern kann sogar uns begeistern.

 

Der Slopestyleparcours bietet nicht nur jede Menge Herausforderungen, sondern ist zudem auch noch Zuschauermagnet. Mittelpunkt ist sicherlich die Funbox. Die Möglichkeiten an Variationen mit den Wallrides, den Gaps und den Sprüngen lassen nicht nur die Zuschauer staunen. Besonders die jüngeren Biker zeigen sich von dem Parcours sehr angetan.Der Free-Cross als auch der Six-Cross haben eine Eigenschaft gemeinsam: Es ist wie Karussellfahren, beim Free-Cross allerdings noch etwas ausgeprägter. Der Free-Cross bietet 1300 Meter Abfahrtsspaß bis zur Talstation des Sesselliftes. Der Six-Cross beschränkt sich auf den oberen Teil des Berges, in dessen Anschluss der Slopestyleparcours beginnt.

Der Sessellift bringt den müden Biker entspannt und in kurzer Zeit wieder nach oben. Wer lange Warteschlangen vermeiden möchte, dem empfehlen wir einen Besuch des Bikeparks Winterberg in der Woche. Am Wochenende kann man sich unter Umständen auf längere Wartezeiten einrichten. Die Liftpreise halten wir auch für fair. Diese sind sogar nach Uhrzeiten gestaffelt und betragen zur Zeit für eine Tageskarte maximal 23 Euro. Natürlich können auch Mehrtageskarten oder Einzelfahrten erworben werden. Als zusätzlicher Anreiz für die Girls ist Montags bis Dienstags „Ladys Day“, außer an Feiertagen und in den Ferien. Was wäre dieses perfekte Paket nicht noch ohne eine Möglichkeit zur Bikewäsche?! Genauso stellten wir uns einen Bikepark vor! Und es wird gebaut und gebaut 🙂

Fazit:

Winterberg zeigt, wie ein perfekter Bikepark auszusehen hat! Das ganze Komplettpaket könnte nicht besser dastehen. Lediglich beim Downhill würden wir ein kleines Minus setzen. Langeweile ist im Bikepark Winterberg ausgeschlossen!

Mehr Infos unter www.bikepark-winterberg.de

Bikepark Beerfelden – Freeriden im Odenwald

Einen gewissen Sinn für skurrilen Humor kann man den Beerfeldern nicht abstreiten. Dies mussten wir am eigenen Leibe bei einem Besuch des Örtchens Beerfelden im Odenwald erleben. Selbst im Biergarten treiben die Wirte Schabernack mit ihren Gästen. Immerhin kann man in Beerfelden auch eine „Sehenswürdigkeit“ bestaunen, den aus dem Mittelalter stammenden Galgen. Doch auch dies konnte uns nicht abschrecken und so nahmen wir unerschrocken den Bikepark Beerfelden unter die Stollen.

Die erste Überraschung erwartet den Biker mit dem Shuttleservice. Kein Schlepplift bringt den Biker auf den Berg, sondern ein Shuttlebus. Das erinnert ein wenig an Downhillracing in deutschen Landen. Für nur 13 Euro kann man den ganzen Tag, entspannt und relativ schnell, shutteln. Zumindest fast den ganzen Tag. Die letzte Abfahrt, die wir geplant hatten, fiel leider aus, weil der Shuttlefahrer auf einmal weg war. Nun gut, wir sind nicht nachtragend!!! Die zweite Überraschung sind die von uns erwarteten Northshores. Wer meint, er könne über viele Meter Hühnerleiter shreddern, wird enttäuscht sein. Lediglich ein nur wenige Meter langer Northshore und einige Northshorekicker locken hier den Biker. Der Northshore bzw. die Kicker sind mit den beiden Strecken, einem Singletrail und einem Freeride, gekoppelt. Diese können nach Lust und Laune mit den Strecken kombiniert werden, oder auch nicht.

Der Singletrail, als leicht ausgewiesen, erweist sich ruppiger als erwartet. Nette Wurzeln warten hier auf die erschreckten Anfänger. Hehehe. Es muss ein Genuss sein, diesen Trail bei Nässe zu fahren. Kanten und Sprünge sind auf dem Singletrail nicht zu finden. Hierfür bietet sich der Freeride an. Auch dieser kann mit einer schönen Streckenführung und einem hohen Spaßfaktor überzeugen, ohne jedoch besonders spektakulär zu sein. Der softe Waldboden mit den Wurzeln und Sprüngen ist spaßig, ausgeprägte Wurzelpassagen finden sich aber leider auch hier nicht. Genauso vermissen wir Steinfelder. Beide Strecken sind etwa 1 Kilometer lang und bieten etwa 90 Höhenmeter. Gute Nachricht: Es ist eine dritte Strecke, die verschärft sein soll, in Bau. Man darf gespannt sein.

Ein Fahrer, den wir trafen, äußerte sich zum Thema Northshores. Es habe Tatsache mal einige Northshores gegeben, die aber wieder abgerissen werden mussten. Die Überreste sieht man tatsächlich noch am Rand liegen. Schade eigentlich…

Fazit:

Für einen Bikepark zur Zeit leider zu wenig Spielmöglichkeiten. Die vorhandenen Trails bringen Fahrspaß, aber man vermisst die Vielfalt. Vorteil ist hier der Shuttleservice, gleich ob Schlepplift oder Shuttlebus, zu einem sehr fairen Kurs.

Mehr Infos unter www.bikepark-beerfelden.de

Sprungsucht auf dem Flugfeld – Dirtpark Remscheid

Mit einem verschmitzten Lächeln erklärt uns „Peda“, einer der Fahrer des Teams Sprungsucht aus Remscheid, den Werdegang des Dirtparks. Eigentlich aus einer Stratftat und einer Anzeige resultierend, nahm der illegale Streckenbau in Remscheid eine unglaubliche Kehrtwende. Viel Eigeninitiative der Biker und das Bereitstellen eines Grundstücks sowie von Werkzeug durch die Stadt Remscheid ließ einen Dirtspot entstehen, wie er offizieller nicht mehr sein kann: Das „Flugfeld“…

Die Anzeige gegen die Biker wurde fallengelassen, durch Sponsorengelder konnte für eine Woche ein Bagger gemietet werden und eine Baufirma spendierte das notwendige Erdreich. Seitdem ist viel geschehen und viel passiert. Nicht immer lief alles nach Plan, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Brüderlich wurde ein verwildeter Fußballplatz geteilt, die eine Hälfte für die Soccer, die andere Hälfte für die Biker. Knapp 45 x 45 Meter beherbergen jetzt mehrere Lines, wobei sogar ein Wallride als Abschluss dienen kann.

Die unterschiedlichen Charaktere der Lines und die verschiedenen Größen bieten für jeden Sprungsüchtigen die passende Line. So finden sich hier Lines mit Tables, Doubles, Stepjumps und die eine oder andere Möglichkeit für Transferjumps. Gestartet wird auf einer Erhöhung, die man bequem über eine Holztreppe erreichen kann. Die offizielle Eröffnung der „BMX-Radsportanlage“, wie es so schön in Beamtendeutsch heißt, fand am 27. Mai 2006 statt. Einem Besuch des Dirtparks „Flugfeld“ steht also nichts im Wege 🙂

Der Dirtpark in Remscheid ist ein Vorzeigeprojekt der Extraklasse. Aber Vorsicht, nicht immer verlaufen die illegalen Buddeleien so glimpflich. Also besser vorher(!) die Lage abchecken! Zu finden ist das Flugfeld im Remscheider Norden am Holz. Eine Anfahrtsskizze und die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln findet ihr auf der Webseite des Teams Sprungsucht. Mehr Infos unter www.sprungsucht.de

Bikepark Hombruch in Dortmund – BikerX, Dual und Dirten im Pott

Das am 25. Mai 2006 angesetzte Opening des Bikeparks Hombruch in Dortmund fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der langanhaltende Regen der vorangegangenen Wochen weichte die Strecke zu sehr auf, womit das Opening der Strecke verschoben wurde, um diese zu schonen. Dennoch machte sich die FRAKTUR für euch auf den Weg nach Dortmund, um dem Bikepark Hombruch einen Besuch abzustatten. Was euch dort erwartet, erfahrt ihr hier.

Der Bikepark Hombruch ist definitiv ein Vorzeigeprojekt und ein Aushängeschild für den Mountainbikesport im Ruhrgebiet und zeigt, dass auch in diesen Gefielden ein Ausleben unseres geliebten Hobbies auf legalem Wege möglich ist. Auf dem Gelände, welches die Stadt Dortmund zur Verfügung stellt, wird seit 2002 von Dual- und 4X Racern sowie Dirtern aus dem gesamten Ruhrgebiet emsig gebaut und gebuddelt. Unterstützt wird dieses Projekt vom lokal ansässigen Bikeshop DOUBLEXSTORE.

Der große Startberg mit etwa acht Metern Höhe gibt den Start auf den BikerX bzw. die verkürzte Variante des BikerX frei. Auch der Start zu den verschiedenen Dirtlines beginnt auf diesem Berg. Der BikerX zeichnet sich durch gut geshapte Doubles und Stepjumps in allen erdenklichen Größen aus und erfreut durch eine schöne Streckenführung mit hohen Anliegern. Im Anschluss daran folgt ein zweiter kleinerer Startberg für den Dualslalom. Auch hier erwarten einen schöne Sprünge und flowige Anlieger. Der Streckenuntergrund ist der üblicherweise verwendete Brechsand. Der Zustand der Strecken ist sehr gut und gepflegt.

Die im Bikepark Hombruch vertretenen Dirtlines siedeln sich von der Größe im mittleren bis großen Segment an. Im Gegensatz zum BikerX und dem Dual-Kurs, der auch von Novizen zumindest fahrbar ist, sollten sich blutige Anfänger nicht an den Dirts versuchen. Neben dem Bikepark bietet ein kleiner Skatepark die Möglichkeit, an Rampen sein Können unter Beweis zu stellen.

Die Benutzung des Bikeparks Hombruch ist übrigens kostenfrei. Zu finden ist der Bikepark in Dortmund an der Deutsch-Luxemburger Straße bzw. der Kieferstraße und befindet sich direkt neben dem Hallenbad. Saison ist, sobald es die Witterung zulässt. Aber nicht an diesem besagten 25. Mai 2006 😉 Mehr Infos zum Bikepark Hombruch findet ihr unter www.bikepark-hombruch.de

Zentralmassiv – Das unbekannte Bikeparadies im Herzen Frankreichs

Deutsche Mountainbiker sieht man hier selten. Nein, die Deutschen ziehen die andere Rhone-Seite vor: Die Alpen oder weiter im Süden die Provence. Florence, unsere Gastwirtin bei unserem Aufenthalt in dem kleinen beschaulichen Dörfchen Mézilhac, bestätigt mt diesen Worten den Eindruck, den wir bei unseren Touren durch das Zentralmassiv gewonnen haben. Dabei ist das Massif Central, wie die Franzosen das Zentralmassiv nennen, ein Bikeparadies par excellence.

Viele kennen die beeindruckenden Ausläufer des Zentralmassivs vom Reisen in den Süden, in die Provence oder an die spanische Mittelmeerküste. Richtung Süden fahrend, blickt man von der Autobahn A7/E15 ab Lyon auf die rechts liegenden schroffen Felswände des Massif Central. Etwa 15 Prozent der französischen Fläche belegt das Zentralmassiv. Der höchste Punkt liegt bei 1886 Meter, dem Puy de Sancy (Mont Dore) in der Nähe von Clermont-Ferrand.

Trails finden sich praktisch direkt vor der Haustüre. Die vielen Wanderwege eignen sich hervorragend zum Biken. Auf jeden Fall sollte man sich eine regionale Wanderkarte anschaffen. Fast überall in Frankreich sind die Karten des „Institut Geographique National“, kurz IGN, erhältlich. Die Genauigkeit der regionalen Karten konnte uns schon in der Provence überzeugen. In den Touristenbüros, den „Office de Tourisme“, manchmal aber auch in den Zeitschriftenläden, bekommt man für kleines Geld spezielle Mountainbike-Karten mit ausgearbeiteten Mountainbikerouten. Die Wanderwege erinnern einem vom Charakter an die Wanderwege in der Provence. Die Wege sind oft sehr steinig, manchmal sogar gröllartig. Doch auch Waldwege und Forstwege findet man hier. Selbst die Fahrt mit dem Bike über Straße kann sehr angenehm sein. Viele kleine Straßen schlängeln sich durch die Berge. Nur wenige Autos passieren einen auf den kleinen Straßen. Manche Orte weisen noch nicht einmal eine Buslinie auf.

Man schätzt die Deutschen. Die Motorradfahrer, die das Zentralmassiv durchstreifen, wären immer korrekt gekleidet und verhielten sich im Straßenverkehr vorbildlich. Kein „wilder Haufen“ wie ihre französischen Landsleute, erklärt uns Florence. Mit einem Lächeln fährt Florence fort „naja, außer wenn die deutschen Motorradfahrer auf französische Motorradfahrer treffen würden…dann wäre es mit der vorbildlichen Fahrweise vorbei. Aber nur dann!“. Die Menschen sind sehr offen und freundlich. Wie wir es bereits aus der Provence kennen. Die Sprache ist französisch, französisch und nochmal französisch. Doch das sollte nicht abschrecken, im Gegenteil. Wer unbedingt englisch sprechen möchte, sollte es in dem Irish Pub in Aubenas versuchen. Bei einem guten Guinness. Oder eines der vielen anderen Sorten Bier 😉

Eine sehr schöne Tour mit ausreichend Höhenmeter und abwechslungsreichen Wegbeschaffenheiten bietet der Wanderweg GR420-427 vom Col du Pranlet über Saint-Andeol-de-Fourchades und Brion nach Le Cheylard. Die genaue Tourenbeschreibung findet sich in den offiziellen Karten des Office de Tourisme „Le Cheylard e son canton“. In diesem Fall wären das die Karten 1, 16, 15 und 18. Der Wanderweg führt teilweise über einen Bergkamm mit einem unglaublichen Ausblick. Die zum Teil heftigen Abfahrten verlangen höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Die beste Jahreszeit für den Besuch des Zentralmassivs ist von Mai bis Oktober. Zumindest für Mountainbiker. Wir sind in den Bergen, im März kann mitunter noch hüfthoher Schnee liegen, der Wind ist noch sehr stark oder es gibt gar Schneestürme. Viele Franzosen zieht es über den Winter ins das Zentralmassiv. Zum Skifahren. Wir sind halt in den Bergen 🙂

Cadenet – Dirten und Riden am Rande des Luberon

Zwischen dem Grand Luberon und dem Fluss La Durance liegt die französische Stadt Cadenet mit etwa 4000 Einwohner. Über dem Ort thront das Chateau, welches über Cadenet wacht. Der Charme dieses Städtchens und die günstige Lage in unmittelbarer Nähe zum Grand Luberon, aber auch zu den Chaine des Cotes, machen Cadenet als Unterkunft für Biker zur ersten Wahl. So muss man in Cadenet auch nicht lange suchen, um sich die Zeit mit dem Bike zu versüßen.

Dirtspot:

An der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure bzw. Pertuis befindet sich, knapp ein Kilometer nach dem Ortsausgangschild von Cadenet, ein Dirtspot auf der linken Seite. Über einen Feldweg ist der Spot, der von der Straße zu erkennen ist, erreichbar. Die Dirts sind in einem sehr guten Zustand und dürften sich von der Größe im mittleren Segment einordnen. Für Dirter auf jeden Fall einen Abstecher wert!

Freeride/Downhill:

Auch Freerider und Downhiller kommen in Cadenet nicht zu kurz! Eine schöne Abfahrt bietet sich von der Ruine Castelar, nicht mit dem Chateau zu verwechseln, an. Dieser staubtrockene Downhill bietet fetzige Kurvenkombinationen, Steilstücke auf losem Untergrund, Kanten und Sprünge. Der Downhill startet direkt auf dem höchsten Punkt der Ruine (Grundmauer eines Turmes). Nach einem staubigen Steilstück folgt ein Singletrail durch dichte Nadelbüsche. Prinzipiell muss man sich an den Abzweigungen größtenteils rechts orientieren. Nach mehreren spaßigen Kanten und Kurven folgt man einem Steinweg, wo etwas pedaliert werden muss. Der weitere Verlauf der Abfahrt bedeutet Downhillspaß pur!

Am Hang entlang in Richtung D973 erwarten einen Steinkanten, Steinpassagen, schöne Kurvenkombinationen, Anlieger und kleinere Sprünge. Rechts und links neben der Strecke finden sich weitere Gaps und Kanten. Ziel der Abfahrt ist in der Nähe des oben beschriebenen Dirtspots. Etwa 180 Höhenmeter werden auf dieser Abfahrt vernichtet. Zu finden ist der Downhill relativ leicht. Auf der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure nach etwa 1,5 Kilometern links in die Straße mit der Kennzeichnung B.D.50 abbiegen, später der gelben Markierung des Wanderweges folgen. An der Citerne links abbiegen und dem Weg bis zum Castelar auf der linken Seite folgen. Da es keinen Sessellift gibt, ist hier Muskelpower gefragt.

Dirts und Northshores in Puyvert:

Ein weiterer Dirtspot befindet sich in Puyvert, etwa zwei Kilometer von Lourmarin entfernt. Der Spot weist Dirts in allen möglichen Größen auf, weshalb auch weniger versierte Dirter hier Spaß haben können. Zudem liegen überall Paletten und Bretter rum, um sich an die Dirts ranzutasten. Leider befindet sich der Spot in einem relativ schlechten Zustand. Zusätzlich zu den Dirts findet sich ein BMX-Race bzw. Dual-Parcours mit einem Starthügel und mehreren kleineren Sprüngen und Anliegern.

Witzig sind die Northshoreelemente vor Ort, samt Wippe und Gaps. Wer ein bisschen Vertrauen zur französischen Bauweise hat, kann hier recht viel Spaß haben. Zu finden ist der abwechslungsreiche, aber etwas verwilderte Spot in Puyvert an der Avenue de la Graviere. Aber wer weiss, vielleicht ist beim nächsten Besuch schon wieder alles auf Vordermann 🙂

Seraign in Belgien – Une question de temps

Eigentlich erwartet uns in Seraign immer das gleiche Schicksal. Von der Innenstadt aus muss man sich im Grunde nur an den Hochhäusern auf dem Berg orientieren. Doch irgendwie verfehlen wir immer das Ziel. Knapp, aber sicher. Neben der Orientierung an den Hochhäusern sollte man sich zum Sportzentrum an der „Avenue des Puddleurs“ navigieren lassen. Voila. Ein kleiner Weg zum „Square des Marteleurs“ ebnet den Einstieg zu dem uns bekannten Downhill.

Seraign ist für uns eine altbekannte Strecke. Seit einigen Jahren kennen wir schon den Trail in Seraign in der Nähe von Liege (französisch: Liège). Bereits im Jahre 1999 fuhren wir dort einen Lauf zur Belgischen Downhill-Meisterschaft. Da wir seit geraumer Zeit nicht mehr vor Ort waren und sich Strecken im Laufe der Zeit zum Teil enorm verändern, wollten wir wissen, ob auch in Seraign der Zahn der Zeit nagt. Wie hat sich der Trail mit dem freeridelastigen Charakter in den letzten Jahren entwickelt?

Die erste Abfahrt bringt direkt die erste Überraschung. Mehrere Jahre Abstinenz verstrichen ohne große Änderungen der ehemaligen Meisterschaftsstrecke. Die Downhillpiste hat sich im groben, bis auf einen Table am Anfang, nicht verändert und selbst die Streckenführung wurde beibehalten. Somit ist die Strecke, wie gewohnt, sehr flüssig fahrbar und die etwas über 90 Höhenmeter lassen sich aufgrund fehlender Wurzeln und Steinpassagen flott zurücklegen. Die Streckenführung mit den flowigen Kurven auf dem Waldboden kann nach wie vor überzeugen. Gaps und Kanten sucht man in Seraign allerdings vergeblich. Da es sich um normale Wanderwege handelt, kann es natürlich zu Begegnungen mit Wanderern kommen. Die Belgier sehen das allerdings sehr locker und so kann weiter Gas gegeben werden.

Es gibt allerdings auch Neuerungen in Seraign. Neuerungen, die den Abfahrtsspaß in Seraign enorm steigern. Die bestehende Abfahrt lässt sich im oberen Teil wunderbar mit Northshore-Elementen kombinieren. Diese kannten wir bis dato noch nicht. Fleißige Bastler haben in den Wald kleine, aber feine Northshores gebaut, die für Abwechslung sorgen. Gleichfalls Abwechslung bringt der am Sportplatz befindliche BMX bzw. Dualkurs mit mehreren Doubles, Tables und Anliegern. Die BMX-Bahn zeigte sich, anders als in der Vergangenheit, in einem überraschend guten Zustand.

Die angrenzenden Straßen lassen ein Shuttlen mit dem Auto zu…wenn man denn den Weg kennt! Ansonsten lassen sich die etwa 90 Höhenmeter der Abfahrt recht schnell hochschieben bzw. sogar hochfahren. Einen Sessellift oder dergleichen gibt es in Seraign „natürlich“ nicht.

Fazit:

Seraign glänzt nicht mit krassen oder gigantischen Highlights, sondern eher mit den abwechslungsreichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Durch die Kombination dieser Möglichkeiten kann man einen sehr schönen Tag in Seraign verleben. Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten 😉

Special Alpencross: Vom Ende und vom Anfang

Da waren wir nun in Riva – Markus und ich. Wir sind zusammen gestartet und sind beide in Riva angekommen – aber nicht wie geplant zusammen. Diese zehn Tage waren eine enorme Herausforderung und eine harte Probe für unsere langjährige Freundschaft. Den Abend in Riva haben wir jeweils getrennt verbracht. Markus begab sich zum Entspannen an die Strandpromenade, während ich bei einem Pint Guinness in einem Irish Pub die vergangenen zehn Tage Revue passieren ließ.

Einsame „Zieleinfahrt“…

Die Rückfahrt nach Deutschland wurde mit einem Shuttleservice angetreten. Nahezu wortlos erfolgte auch die Fahrt zurück nach Hause. Nach dem Alpencross zog es Markus nach Südamerika, während ich meinen normalen Dienst in Deutschland versah. Es dauerte fast ein Jahr bis wir wieder Kontakt hatten. Jetzt ist unser Kontakt wie früher. Das zeichnet eine gute Freundschaft aus. Uns beiden tat die Pause sehr gut und mittlerweile lachen wir viel über das Erlebte. Was soll ich sagen?! Markus möchte den Alpencross gerne wiederholen und drängt mal wieder.

Wir würden jetzt natürlich vieles ändern und anders angehen. Die Dauer mit zehn Tagen empfinden wir jetzt, zumindest für den ersten Alpencross, als zu lang. Eine kürzere Dauer würde den Frust ab Mitte bis zum Ende der Alpenüberquerung auf jeden Fall entgegenwirken, wenn nicht sogar verhindern. Die von uns durchgeführten Etappen mit den geschafften Höhenmetern und den Entfernungen kann man allerdings als gutes Maß bezeichnen.

Der Alpencross: Eine harte Bewährungsprobe für Freundschaften

Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist eine unglaublich faszinierende und zum Teil auch erschreckende Erfahrung. Man lernt viel über sich und seine Grenzen – und über seinen Mitbestreiter und dessen Grenzen. Dieses Abenteuer sollte man als Mountainbiker unbedingt erlebt haben!

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