Northwave Bikepark Bad Wildbad – Spotcheck

Erinnerungen werden wach! Bereits im Jahre 2001 durfte der Schreiber dieser Zeilen Bekanntschaft mit dem Downhill in Bad Wildbad machen. Damals wurde der erste Lauf zur Bundesliga 2001, noch unter Leitung der SOG, vom Schnee überrascht und vorzeitig abgebrochen. Der Bikepark ist in den folgenden Jahren stark erweitert worden und die Leitung des Bikeparks hat die Radsportakademie übernommen. Wir haben dem Sommerberg einen Besuch abgestattet.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Downhill, wo die Deutsche Meisterschaft stattfindet. Die Strecke, liebevoll Downhill 1 genannt, hat passend zur DM 2006 ein Facelifting erhalten. Die von vielen kritisierte verblockte Abfahrt wurde an einigen Stellen geglättet. Mit den Anliegern ergibt sich eine recht flowige Abfahrt, die einige Highlights zu bieten hat. Vor allem der Solid Drop, eine etwa 2 Meter hohe Kante mit 3 bis 4 Meter freier Fall und der Donnerbalken, eine Sektion mit drei aufeinander folgenden Kanten, lassen das Adrenalin aus den Ohren spritzen. Eine Autobahn ist die Abfahrt dennoch weiterhin nicht. Steine und Wurzeln gehören in Bad Wildbad zum guten Ton. Ferner gibt es auf dem Downhill 1 noch Kanten, Sprünge und Doublejumps. Die Strecke mit etwa 1,7 Kilometer Länge und 220 Höhenmetern hat in all den Jahren nichts von ihrem Charme eingebüßt und ist definitiv immer einen Besuch wert. Wenn es einen Downhill 1 gibt, dann gibt es natürlich auch einen Downhill 2!

Der Downhill 2 ist vom Charakter komplett anders als der Downhill 1 und dürfte besonders bei Old-School-Downhillern und Liebhabern von technischen Passagen für höchstes Entzücken sorgen. Die Abfahrt ist übersät mit dicken phatten Steinen. Schnell ist man meistens nicht wirklich, denn nur wenige Passagen erlauben Speed. Ansonsten gibt es nur den Biker, das Bike, die Wurzeln und die Steine. Ursprung des Downhill 2 ist eigentlich eine Serpentinenabfahrt, die aber im Laufe der Zeit um einige neue Variationen gewachsen ist. Der Bikepark Bad Wildbad bietet allerdings noch mehr als diese beiden Abfahrten. Wie es sich für einen Bikepark gehört, hat Bad Wildbad natürlich auch Northshores samt Wippe zu bieten, den Magura Northshore Trial. Die Hühnerleitern sind relativ breit und bieten genug Möglichkeiten, das Holzgerüst vorzeitig zu verlassen. Somit können sich auch Anfänger an die Hühnerleitern wagen. Für unseren Geschmack könnten die Northshores allerdings etwas spielfreudiger und länger ausfallen.

Direkt in unmittelbarer Nähe der Northshores befindet sich ein Dualslalom, ein BikerX und ein Übungsparcours mit Sprüngen und Anliegern. Am Ende des etwa 700 Meter langen BikerX findet sich der Start zu einem der beiden Freerides. Dieser Freeride war für uns allerdings eine große Enttäuschung. Über Wiesen und durch den Wald führt ohne jegliche Highlights ein Singletrail, der keine Freude aufkommen lässt. Lediglich eine kurze steile mit Steinen bestückte Abfahrt bringt Abwechslung, die Anfänger sicherlich erschrecken wird, hehehe. Der zweite Freeride bringt da schon etwas mehr Fun. Der Kärcher Freeride startet direkt am Parkplatz an der Bikestation. Der Freeride bietet zwar wenig Kurven, dafür aber Steine und kleine gebaute Kanten. Hier kann man das Bike schön laufen lassen und sich auch richtig schön einsauen! Auch wenn die anderen Strecken staubtrocken sind, ist das kein Garant, dass dies auch auf den Kärcher Freeride zutrifft. Aha, wir verstehen…

Die Bergbahn bringt die Biker halbstündlich zurück auf den Sommerberg. Die Bikestation bietet Leihbikes, Schutzausrüstung zum Kaufen oder Leihen und zudem freundliches fachkundiges Personal. Auch in Bad Wildbad muss man dem Personal höchstes Lob zusprechen. Bemängeln würden wir am Bikepark Bad Wildbad lediglich die unzureichende Beschilderung.

Fazit:

Sehr abwechslungsreicher Bikepark mit Spaß-Garantie! Auf jeden Fall immer einen Besuch wert!

Mehr Infos unter www.bikepark-bad-wildbad.de

Spot-Check Willingen – Zwischen Himmel und Hölle

Willingen engagiert sich schon seit langer Zeit für die Mountainbiker. Bereits vor vielen Jahren lockte die damalige Freeridestrecke, welche früher sehr schöne Wurzelpassagen aufwies, die Biker in die Nähe des Sauerlandsterns. Der Sessellift befördert seit je her die Biker zuverlässig auf den Ettelsberg, und im Gegenzug die fußlahmen Partypeople runter zur Talstation. Die blöden Sprüche, der zum Teil leicht aggressiven Artgenossen, haben sich übrigens in den letzten Jahren nicht geändert. Diese darf man denn auf der etwas längeren Auffahrt, der Lift benögt etwa 15 Minuten, in aller Ruhe genießen.

Ende 2007 wird alles anders. Dann soll eine Gondel die Menschen in nur fünf Minuten nach oben schaffen. Netter Nebeneffekt: Das Gegröle würde man sich zumindest während der Auffahrt ersparen. Die Preise für den Sessellift halten wir für fair. Eine Zehnerkarte kostet zur Zeit 25 Euro, eine Tageskarte 19,50 Euro. Da man allerdings recht lange mit dem Sessellift unterwegs ist, lohnt sich unseres Erachtens eher die Zehnerkarte. Der Sessellift hat während der Bikesaison täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt, den Strecken. Hier bieten sich ein Freeride, der Übungsparcours an der Eishalle, der Worldcup-BikerX und der Worldcup-Downhill an. Der Übungsparcours lockt mit kleineren Sprüngen und Anliegern. Der Parcours ist durch den Brechsand recht rutschig und kostet jede Menge Körner. Phatte Sprünge gibt es dagegen auf dem BikerX. Hier finden sich sogar drei Linien: Männer, Damen und Downhill. Die Worldcupfahrer zeigten, wie man schnell und spektakulär diesen Kurs rockt. Leider sah die Strecke, als wir da waren, sehr mitgenommen aus.

Der „neue“ Freeride besteht seit wenigen Jahren und hat die damalige Freeridestrecke abgelöst. Mit Anliegern und weichen Sprüngen kann man sich hier in BikerX-Manier den Berg runterschießen. Gut gefallen uns die Northshores, die man mit der Strecke kombinieren kann. Es sind zwar nicht besonders viele Northshores vorhanden und diese weisen zudem nicht sonderlich einfallsreiche Bauformen auf, aber immerhin. Wir würden uns hier mehr Hühnerleitern wünschen. Dass die Northshores älteren Baujahres sind, sieht man am zum Teil schlechten Zustand. Hier sollte vom Verantwortlichen Abhilfe geschaffen werden!

Der Zustand des Freerides, der sich ausschließlich durch den Wald schlängelt, ist im oberen Bereich akzeptabel, im unteren Bereich durch Bodenerosion und Bremslöcher ziemlich ruppig. Hardtailfahrer werden hier mächtig durchgeschüttelt. Als Downhiller gefällt uns natürlich, entgegen der Ansicht der meisten Besucher des Freerides, der untere Teil deshalb besonders gut. Die Wurzelpassagen längst vergangener Tage sind auf dem Freeride leider Geschichte. Das Ziel des Freerides ist recht weit von der Talsstation des Sesselliftes entfernt. Schön wäre es, die letzten Höhenmeter sinnvoller zu Tal zu bringen als über Straße.

Die zweite Strecke ist nicht EIN Downhill, sondern DER Downhill. Bereits der Startberg zeigt, dass es auf der folgenden Strecke richtig abgehen wird. Es folgt ein höllenschneller Kurs, zumindest für die Cracks. Diese haben beim Worldcup gezeigt, wie man in Willingen den Downhill abrocken muss. Besonders im oberen Teil befinden sich phatte und weite Sprünge über dicke Steine und Kanten. Wer hier fahren will, sollte sich unbedingt die Strecke vorher anschauen! Zu oft erwarten einen nach den Sprüngen und Kanten Überraschungen.

Im unteren Bereich des Waldes folgt ein Gap, bevor es dann letztendlich über bzw. neben dem BikerX des Worldcups geht. Der Downhill in Willingen ist nicht sonderlich lang, aber ziemlich heftig! Vor allem die dicken Steine und die phatten Jumps dominieren auf dieser Abfahrt. Wer hier schnell runterkommt, dem gebührt definitiv einiges an Respekt! Nicht umsonst ein Worldcup-Kurs vom Streckenbauer Didi Schneider himself. Die Abfahrt ist übrigens fahrbar und nicht abgesperrt. Leider ist auch hier das Ziel der Abfahrt recht weit vom Sessellift entfernt.

Da lediglich an den Samstagen und wenigen Feiertagen auf dem Ettelsberg Volksfest herrscht, ist es ratsamer, an anderen Tagen die Strecken in Willingen zu besuchen. An den anderen Tagen fallen die hier mitunter langen Wartezeiten und „Begegnungen der anderen Art“ weg und jeder Biker hat mehr von seinem Tag und seinem Ticket. Übrigens: Zur Zeit wird ein Konzept zur effektiven Streckenpflege und kontinuierlichen Streckenverbesserung erarbeitet. Wenn alles gut läuft, kann auch Willingen bald mit einem dauerhaft besseren Streckenniveau aufwarten!

Fazit:

Leider lässt der Zustand der einen oder anderen Strecke zu wünschen übrig. Fun ist allerdings garantiert und eine Herausforderung ist mit dem Worldcup-Downhill auch gegeben! Sollte das geplante Konzept aufgehen, dann darf man sicherlich sehr gespannt sein.

Mehr Infos unter www.ettelsberg-seilbahn.de

Bikepark Winterberg – Spot-Check

Eine unglaubliche Auswahl an Möglichkeiten zum Austoben auf und mit dem Bike bietet der Bikepark Winterberg. Neben einem Downhill finden sich hier ein Six-Cross, ein Free-Cross, der Evil Eye, ein Funride und ein Slopestyleparcours. Nicht zu vergessen der Übungsparcours mit kleineren Northshores und Jumps direkt an der Bikestation. Mit dem Slopestyle und den vielen Northshoreelementen, die einen fast den Überblick verlieren lassen, zeigt sich der Bikepark Winterberg zudem voll trendy.

Der erste Besuch des Bikeparks Winterberg wird viele verwundernd die Augen reiben lassen. Es finden sich Wippen, Gaps in allen(!) erdenklichen Höhen und jede Menge Wallrides. Die Auswahl an Strecken ist erstaunlich. Sehr positiv in Winterberg ist die Tatsache, dass die verschiedenen Strecken fast alle nahezu am gleichen Punkt starten und das Ziel der meisten Strecken auch die Talstation des Sesselliftes ist. Dieser befördert den Biker dann in knapp 5 Minuten wieder nach oben.

Es fällt uns schon fast schwer es zu sagen, aber der Downhill rückt bei der unglaublichen Auswahl an Strecken und Möglichkeiten fast in den Hintergrund. Der Downhill, seit Jahren unverändert, bereitet nach wie vor viel Spaß. Mit sehr viel Flow kann man über die Kanten pfeffern und die vielen Bremslöcher lassen am Abend, nach dem Besuch des Bikeparks, an den schweren Armen erkennen, wie schwer man anscheinend doch arbeiten musste. Großartige Wurzelpassagen oder Steinfelder wird man auf der Abfahrt jedoch leider nicht finden. Eine kleine nette Wurzelpassage bietet sich allerdings auf einem Chickenway, an einer Kante vorbei, an. Der Abfahrtsspaß ist allerdings schnell zu Ende. Die etwa 900 Meter lange Strecke, die fast ausschließlich durch den Wald führt, hat man schnell hinter sich gelassen. Wir hatten das Glück, den Downhill im Regen zu erleben. Dann wird es sehr, sehr spaßig 🙂

Auch der benachbarte Evil Eye ist schon älteren Semesters. Auf etwa 750 Meter Länge bieten sich eine unglaubliche Ansammlung von unterschiedlichsten Northshoreelementen. Hier gibt es neben den normalen Hühnerleitern noch jede Menge Wippen, Steilkurven, Drops, Sprünge und ein Rondell. Die Northshores finden sich in allen erdenklichen Höhen und Breiten. Anfänger sollten diesen Bereich jedoch meiden! Doch die Northshores sind nicht nur auf den Evil Eye beschränkt. Überall finden sich auf dem Gebiet des Bikeparks Northshores. Der gute Zustand der Hühnerleitern kann sogar uns begeistern.

 

Der Slopestyleparcours bietet nicht nur jede Menge Herausforderungen, sondern ist zudem auch noch Zuschauermagnet. Mittelpunkt ist sicherlich die Funbox. Die Möglichkeiten an Variationen mit den Wallrides, den Gaps und den Sprüngen lassen nicht nur die Zuschauer staunen. Besonders die jüngeren Biker zeigen sich von dem Parcours sehr angetan.Der Free-Cross als auch der Six-Cross haben eine Eigenschaft gemeinsam: Es ist wie Karussellfahren, beim Free-Cross allerdings noch etwas ausgeprägter. Der Free-Cross bietet 1300 Meter Abfahrtsspaß bis zur Talstation des Sesselliftes. Der Six-Cross beschränkt sich auf den oberen Teil des Berges, in dessen Anschluss der Slopestyleparcours beginnt.

Der Sessellift bringt den müden Biker entspannt und in kurzer Zeit wieder nach oben. Wer lange Warteschlangen vermeiden möchte, dem empfehlen wir einen Besuch des Bikeparks Winterberg in der Woche. Am Wochenende kann man sich unter Umständen auf längere Wartezeiten einrichten. Die Liftpreise halten wir auch für fair. Diese sind sogar nach Uhrzeiten gestaffelt und betragen zur Zeit für eine Tageskarte maximal 23 Euro. Natürlich können auch Mehrtageskarten oder Einzelfahrten erworben werden. Als zusätzlicher Anreiz für die Girls ist Montags bis Dienstags „Ladys Day“, außer an Feiertagen und in den Ferien. Was wäre dieses perfekte Paket nicht noch ohne eine Möglichkeit zur Bikewäsche?! Genauso stellten wir uns einen Bikepark vor! Und es wird gebaut und gebaut 🙂

Fazit:

Winterberg zeigt, wie ein perfekter Bikepark auszusehen hat! Das ganze Komplettpaket könnte nicht besser dastehen. Lediglich beim Downhill würden wir ein kleines Minus setzen. Langeweile ist im Bikepark Winterberg ausgeschlossen!

Mehr Infos unter www.bikepark-winterberg.de

Bikepark Beerfelden – Freeriden im Odenwald

Einen gewissen Sinn für skurrilen Humor kann man den Beerfeldern nicht abstreiten. Dies mussten wir am eigenen Leibe bei einem Besuch des Örtchens Beerfelden im Odenwald erleben. Selbst im Biergarten treiben die Wirte Schabernack mit ihren Gästen. Immerhin kann man in Beerfelden auch eine „Sehenswürdigkeit“ bestaunen, den aus dem Mittelalter stammenden Galgen. Doch auch dies konnte uns nicht abschrecken und so nahmen wir unerschrocken den Bikepark Beerfelden unter die Stollen.

Die erste Überraschung erwartet den Biker mit dem Shuttleservice. Kein Schlepplift bringt den Biker auf den Berg, sondern ein Shuttlebus. Das erinnert ein wenig an Downhillracing in deutschen Landen. Für nur 13 Euro kann man den ganzen Tag, entspannt und relativ schnell, shutteln. Zumindest fast den ganzen Tag. Die letzte Abfahrt, die wir geplant hatten, fiel leider aus, weil der Shuttlefahrer auf einmal weg war. Nun gut, wir sind nicht nachtragend!!! Die zweite Überraschung sind die von uns erwarteten Northshores. Wer meint, er könne über viele Meter Hühnerleiter shreddern, wird enttäuscht sein. Lediglich ein nur wenige Meter langer Northshore und einige Northshorekicker locken hier den Biker. Der Northshore bzw. die Kicker sind mit den beiden Strecken, einem Singletrail und einem Freeride, gekoppelt. Diese können nach Lust und Laune mit den Strecken kombiniert werden, oder auch nicht.

Der Singletrail, als leicht ausgewiesen, erweist sich ruppiger als erwartet. Nette Wurzeln warten hier auf die erschreckten Anfänger. Hehehe. Es muss ein Genuss sein, diesen Trail bei Nässe zu fahren. Kanten und Sprünge sind auf dem Singletrail nicht zu finden. Hierfür bietet sich der Freeride an. Auch dieser kann mit einer schönen Streckenführung und einem hohen Spaßfaktor überzeugen, ohne jedoch besonders spektakulär zu sein. Der softe Waldboden mit den Wurzeln und Sprüngen ist spaßig, ausgeprägte Wurzelpassagen finden sich aber leider auch hier nicht. Genauso vermissen wir Steinfelder. Beide Strecken sind etwa 1 Kilometer lang und bieten etwa 90 Höhenmeter. Gute Nachricht: Es ist eine dritte Strecke, die verschärft sein soll, in Bau. Man darf gespannt sein.

Ein Fahrer, den wir trafen, äußerte sich zum Thema Northshores. Es habe Tatsache mal einige Northshores gegeben, die aber wieder abgerissen werden mussten. Die Überreste sieht man tatsächlich noch am Rand liegen. Schade eigentlich…

Fazit:

Für einen Bikepark zur Zeit leider zu wenig Spielmöglichkeiten. Die vorhandenen Trails bringen Fahrspaß, aber man vermisst die Vielfalt. Vorteil ist hier der Shuttleservice, gleich ob Schlepplift oder Shuttlebus, zu einem sehr fairen Kurs.

Mehr Infos unter www.bikepark-beerfelden.de

Sprungsucht auf dem Flugfeld – Dirtpark Remscheid

Mit einem verschmitzten Lächeln erklärt uns „Peda“, einer der Fahrer des Teams Sprungsucht aus Remscheid, den Werdegang des Dirtparks. Eigentlich aus einer Stratftat und einer Anzeige resultierend, nahm der illegale Streckenbau in Remscheid eine unglaubliche Kehrtwende. Viel Eigeninitiative der Biker und das Bereitstellen eines Grundstücks sowie von Werkzeug durch die Stadt Remscheid ließ einen Dirtspot entstehen, wie er offizieller nicht mehr sein kann: Das „Flugfeld“…

Die Anzeige gegen die Biker wurde fallengelassen, durch Sponsorengelder konnte für eine Woche ein Bagger gemietet werden und eine Baufirma spendierte das notwendige Erdreich. Seitdem ist viel geschehen und viel passiert. Nicht immer lief alles nach Plan, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Brüderlich wurde ein verwildeter Fußballplatz geteilt, die eine Hälfte für die Soccer, die andere Hälfte für die Biker. Knapp 45 x 45 Meter beherbergen jetzt mehrere Lines, wobei sogar ein Wallride als Abschluss dienen kann.

Die unterschiedlichen Charaktere der Lines und die verschiedenen Größen bieten für jeden Sprungsüchtigen die passende Line. So finden sich hier Lines mit Tables, Doubles, Stepjumps und die eine oder andere Möglichkeit für Transferjumps. Gestartet wird auf einer Erhöhung, die man bequem über eine Holztreppe erreichen kann. Die offizielle Eröffnung der „BMX-Radsportanlage“, wie es so schön in Beamtendeutsch heißt, fand am 27. Mai 2006 statt. Einem Besuch des Dirtparks „Flugfeld“ steht also nichts im Wege 🙂

Der Dirtpark in Remscheid ist ein Vorzeigeprojekt der Extraklasse. Aber Vorsicht, nicht immer verlaufen die illegalen Buddeleien so glimpflich. Also besser vorher(!) die Lage abchecken! Zu finden ist das Flugfeld im Remscheider Norden am Holz. Eine Anfahrtsskizze und die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln findet ihr auf der Webseite des Teams Sprungsucht. Mehr Infos unter www.sprungsucht.de

Bikepark Hombruch in Dortmund – BikerX, Dual und Dirten im Pott

Das am 25. Mai 2006 angesetzte Opening des Bikeparks Hombruch in Dortmund fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der langanhaltende Regen der vorangegangenen Wochen weichte die Strecke zu sehr auf, womit das Opening der Strecke verschoben wurde, um diese zu schonen. Dennoch machte sich die FRAKTUR für euch auf den Weg nach Dortmund, um dem Bikepark Hombruch einen Besuch abzustatten. Was euch dort erwartet, erfahrt ihr hier.

Der Bikepark Hombruch ist definitiv ein Vorzeigeprojekt und ein Aushängeschild für den Mountainbikesport im Ruhrgebiet und zeigt, dass auch in diesen Gefielden ein Ausleben unseres geliebten Hobbies auf legalem Wege möglich ist. Auf dem Gelände, welches die Stadt Dortmund zur Verfügung stellt, wird seit 2002 von Dual- und 4X Racern sowie Dirtern aus dem gesamten Ruhrgebiet emsig gebaut und gebuddelt. Unterstützt wird dieses Projekt vom lokal ansässigen Bikeshop DOUBLEXSTORE.

Der große Startberg mit etwa acht Metern Höhe gibt den Start auf den BikerX bzw. die verkürzte Variante des BikerX frei. Auch der Start zu den verschiedenen Dirtlines beginnt auf diesem Berg. Der BikerX zeichnet sich durch gut geshapte Doubles und Stepjumps in allen erdenklichen Größen aus und erfreut durch eine schöne Streckenführung mit hohen Anliegern. Im Anschluss daran folgt ein zweiter kleinerer Startberg für den Dualslalom. Auch hier erwarten einen schöne Sprünge und flowige Anlieger. Der Streckenuntergrund ist der üblicherweise verwendete Brechsand. Der Zustand der Strecken ist sehr gut und gepflegt.

Die im Bikepark Hombruch vertretenen Dirtlines siedeln sich von der Größe im mittleren bis großen Segment an. Im Gegensatz zum BikerX und dem Dual-Kurs, der auch von Novizen zumindest fahrbar ist, sollten sich blutige Anfänger nicht an den Dirts versuchen. Neben dem Bikepark bietet ein kleiner Skatepark die Möglichkeit, an Rampen sein Können unter Beweis zu stellen.

Die Benutzung des Bikeparks Hombruch ist übrigens kostenfrei. Zu finden ist der Bikepark in Dortmund an der Deutsch-Luxemburger Straße bzw. der Kieferstraße und befindet sich direkt neben dem Hallenbad. Saison ist, sobald es die Witterung zulässt. Aber nicht an diesem besagten 25. Mai 2006 😉 Mehr Infos zum Bikepark Hombruch findet ihr unter www.bikepark-hombruch.de

Zentralmassiv – Das unbekannte Bikeparadies im Herzen Frankreichs

Deutsche Mountainbiker sieht man hier selten. Nein, die Deutschen ziehen die andere Rhone-Seite vor: Die Alpen oder weiter im Süden die Provence. Florence, unsere Gastwirtin bei unserem Aufenthalt in dem kleinen beschaulichen Dörfchen Mézilhac, bestätigt mt diesen Worten den Eindruck, den wir bei unseren Touren durch das Zentralmassiv gewonnen haben. Dabei ist das Massif Central, wie die Franzosen das Zentralmassiv nennen, ein Bikeparadies par excellence.

Viele kennen die beeindruckenden Ausläufer des Zentralmassivs vom Reisen in den Süden, in die Provence oder an die spanische Mittelmeerküste. Richtung Süden fahrend, blickt man von der Autobahn A7/E15 ab Lyon auf die rechts liegenden schroffen Felswände des Massif Central. Etwa 15 Prozent der französischen Fläche belegt das Zentralmassiv. Der höchste Punkt liegt bei 1886 Meter, dem Puy de Sancy (Mont Dore) in der Nähe von Clermont-Ferrand.

Trails finden sich praktisch direkt vor der Haustüre. Die vielen Wanderwege eignen sich hervorragend zum Biken. Auf jeden Fall sollte man sich eine regionale Wanderkarte anschaffen. Fast überall in Frankreich sind die Karten des „Institut Geographique National“, kurz IGN, erhältlich. Die Genauigkeit der regionalen Karten konnte uns schon in der Provence überzeugen. In den Touristenbüros, den „Office de Tourisme“, manchmal aber auch in den Zeitschriftenläden, bekommt man für kleines Geld spezielle Mountainbike-Karten mit ausgearbeiteten Mountainbikerouten. Die Wanderwege erinnern einem vom Charakter an die Wanderwege in der Provence. Die Wege sind oft sehr steinig, manchmal sogar gröllartig. Doch auch Waldwege und Forstwege findet man hier. Selbst die Fahrt mit dem Bike über Straße kann sehr angenehm sein. Viele kleine Straßen schlängeln sich durch die Berge. Nur wenige Autos passieren einen auf den kleinen Straßen. Manche Orte weisen noch nicht einmal eine Buslinie auf.

Man schätzt die Deutschen. Die Motorradfahrer, die das Zentralmassiv durchstreifen, wären immer korrekt gekleidet und verhielten sich im Straßenverkehr vorbildlich. Kein „wilder Haufen“ wie ihre französischen Landsleute, erklärt uns Florence. Mit einem Lächeln fährt Florence fort „naja, außer wenn die deutschen Motorradfahrer auf französische Motorradfahrer treffen würden…dann wäre es mit der vorbildlichen Fahrweise vorbei. Aber nur dann!“. Die Menschen sind sehr offen und freundlich. Wie wir es bereits aus der Provence kennen. Die Sprache ist französisch, französisch und nochmal französisch. Doch das sollte nicht abschrecken, im Gegenteil. Wer unbedingt englisch sprechen möchte, sollte es in dem Irish Pub in Aubenas versuchen. Bei einem guten Guinness. Oder eines der vielen anderen Sorten Bier 😉

Eine sehr schöne Tour mit ausreichend Höhenmeter und abwechslungsreichen Wegbeschaffenheiten bietet der Wanderweg GR420-427 vom Col du Pranlet über Saint-Andeol-de-Fourchades und Brion nach Le Cheylard. Die genaue Tourenbeschreibung findet sich in den offiziellen Karten des Office de Tourisme „Le Cheylard e son canton“. In diesem Fall wären das die Karten 1, 16, 15 und 18. Der Wanderweg führt teilweise über einen Bergkamm mit einem unglaublichen Ausblick. Die zum Teil heftigen Abfahrten verlangen höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Die beste Jahreszeit für den Besuch des Zentralmassivs ist von Mai bis Oktober. Zumindest für Mountainbiker. Wir sind in den Bergen, im März kann mitunter noch hüfthoher Schnee liegen, der Wind ist noch sehr stark oder es gibt gar Schneestürme. Viele Franzosen zieht es über den Winter ins das Zentralmassiv. Zum Skifahren. Wir sind halt in den Bergen 🙂

Cadenet – Dirten und Riden am Rande des Luberon

Zwischen dem Grand Luberon und dem Fluss La Durance liegt die französische Stadt Cadenet mit etwa 4000 Einwohner. Über dem Ort thront das Chateau, welches über Cadenet wacht. Der Charme dieses Städtchens und die günstige Lage in unmittelbarer Nähe zum Grand Luberon, aber auch zu den Chaine des Cotes, machen Cadenet als Unterkunft für Biker zur ersten Wahl. So muss man in Cadenet auch nicht lange suchen, um sich die Zeit mit dem Bike zu versüßen.

Dirtspot:

An der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure bzw. Pertuis befindet sich, knapp ein Kilometer nach dem Ortsausgangschild von Cadenet, ein Dirtspot auf der linken Seite. Über einen Feldweg ist der Spot, der von der Straße zu erkennen ist, erreichbar. Die Dirts sind in einem sehr guten Zustand und dürften sich von der Größe im mittleren Segment einordnen. Für Dirter auf jeden Fall einen Abstecher wert!

Freeride/Downhill:

Auch Freerider und Downhiller kommen in Cadenet nicht zu kurz! Eine schöne Abfahrt bietet sich von der Ruine Castelar, nicht mit dem Chateau zu verwechseln, an. Dieser staubtrockene Downhill bietet fetzige Kurvenkombinationen, Steilstücke auf losem Untergrund, Kanten und Sprünge. Der Downhill startet direkt auf dem höchsten Punkt der Ruine (Grundmauer eines Turmes). Nach einem staubigen Steilstück folgt ein Singletrail durch dichte Nadelbüsche. Prinzipiell muss man sich an den Abzweigungen größtenteils rechts orientieren. Nach mehreren spaßigen Kanten und Kurven folgt man einem Steinweg, wo etwas pedaliert werden muss. Der weitere Verlauf der Abfahrt bedeutet Downhillspaß pur!

Am Hang entlang in Richtung D973 erwarten einen Steinkanten, Steinpassagen, schöne Kurvenkombinationen, Anlieger und kleinere Sprünge. Rechts und links neben der Strecke finden sich weitere Gaps und Kanten. Ziel der Abfahrt ist in der Nähe des oben beschriebenen Dirtspots. Etwa 180 Höhenmeter werden auf dieser Abfahrt vernichtet. Zu finden ist der Downhill relativ leicht. Auf der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure nach etwa 1,5 Kilometern links in die Straße mit der Kennzeichnung B.D.50 abbiegen, später der gelben Markierung des Wanderweges folgen. An der Citerne links abbiegen und dem Weg bis zum Castelar auf der linken Seite folgen. Da es keinen Sessellift gibt, ist hier Muskelpower gefragt.

Dirts und Northshores in Puyvert:

Ein weiterer Dirtspot befindet sich in Puyvert, etwa zwei Kilometer von Lourmarin entfernt. Der Spot weist Dirts in allen möglichen Größen auf, weshalb auch weniger versierte Dirter hier Spaß haben können. Zudem liegen überall Paletten und Bretter rum, um sich an die Dirts ranzutasten. Leider befindet sich der Spot in einem relativ schlechten Zustand. Zusätzlich zu den Dirts findet sich ein BMX-Race bzw. Dual-Parcours mit einem Starthügel und mehreren kleineren Sprüngen und Anliegern.

Witzig sind die Northshoreelemente vor Ort, samt Wippe und Gaps. Wer ein bisschen Vertrauen zur französischen Bauweise hat, kann hier recht viel Spaß haben. Zu finden ist der abwechslungsreiche, aber etwas verwilderte Spot in Puyvert an der Avenue de la Graviere. Aber wer weiss, vielleicht ist beim nächsten Besuch schon wieder alles auf Vordermann 🙂