Raus aus dem Alltag, rein in die Natur! Hier findest du packende Spots, detaillierte Tourenberichte und Inspirationen für deine nächste Ausfahrt abseits des Asphalts. Ergänzt wird unsere Streckensammlung durch wertvolles Outdoor-Wissen und praktische Guides – von der optimalen Vorbereitung bis hin zu wichtigen Erste-Hilfe-Tipps für die Bike-Saison.
Das am 25. Mai 2006 angesetzte Opening des Bikeparks Hombruch in Dortmund fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der langanhaltende Regen der vorangegangenen Wochen weichte die Strecke zu sehr auf, womit das Opening der Strecke verschoben wurde, um diese zu schonen. Dennoch machte sich die FRAKTUR für euch auf den Weg nach Dortmund, um dem Bikepark Hombruch einen Besuch abzustatten. Was euch dort erwartet, erfahrt ihr hier.
Der Bikepark Hombruch ist definitiv ein Vorzeigeprojekt und ein Aushängeschild für den Mountainbikesport im Ruhrgebiet und zeigt, dass auch in diesen Gefielden ein Ausleben unseres geliebten Hobbies auf legalem Wege möglich ist. Auf dem Gelände, welches die Stadt Dortmund zur Verfügung stellt, wird seit 2002 von Dual- und 4X Racern sowie Dirtern aus dem gesamten Ruhrgebiet emsig gebaut und gebuddelt. Unterstützt wird dieses Projekt vom lokal ansässigen Bikeshop DOUBLEXSTORE.
Der große Startberg mit etwa acht Metern Höhe gibt den Start auf den BikerX bzw. die verkürzte Variante des BikerX frei. Auch der Start zu den verschiedenen Dirtlines beginnt auf diesem Berg. Der BikerX zeichnet sich durch gut geshapte Doubles und Stepjumps in allen erdenklichen Größen aus und erfreut durch eine schöne Streckenführung mit hohen Anliegern. Im Anschluss daran folgt ein zweiter kleinerer Startberg für den Dualslalom. Auch hier erwarten einen schöne Sprünge und flowige Anlieger. Der Streckenuntergrund ist der üblicherweise verwendete Brechsand. Der Zustand der Strecken ist sehr gut und gepflegt.
Die im Bikepark Hombruch vertretenen Dirtlines siedeln sich von der Größe im mittleren bis großen Segment an. Im Gegensatz zum BikerX und dem Dual-Kurs, der auch von Novizen zumindest fahrbar ist, sollten sich blutige Anfänger nicht an den Dirts versuchen. Neben dem Bikepark bietet ein kleiner Skatepark die Möglichkeit, an Rampen sein Können unter Beweis zu stellen.
Die Benutzung des Bikeparks Hombruch ist übrigens kostenfrei. Zu finden ist der Bikepark in Dortmund an der Deutsch-Luxemburger Straße bzw. der Kieferstraße und befindet sich direkt neben dem Hallenbad. Saison ist, sobald es die Witterung zulässt. Aber nicht an diesem besagten 25. Mai 2006 😉 Mehr Infos zum Bikepark Hombruch findet ihr unter www.bikepark-hombruch.de
Deutsche Mountainbiker sieht man hier selten. Nein, die Deutschen ziehen die andere Rhone-Seite vor: Die Alpen oder weiter im Süden die Provence. Florence, unsere Gastwirtin bei unserem Aufenthalt in dem kleinen beschaulichen Dörfchen Mézilhac, bestätigt mt diesen Worten den Eindruck, den wir bei unseren Touren durch das Zentralmassiv gewonnen haben. Dabei ist das Massif Central, wie die Franzosen das Zentralmassiv nennen, ein Bikeparadies par excellence.
Viele kennen die beeindruckenden Ausläufer des Zentralmassivs vom Reisen in den Süden, in die Provence oder an die spanische Mittelmeerküste. Richtung Süden fahrend, blickt man von der Autobahn A7/E15 ab Lyon auf die rechts liegenden schroffen Felswände des Massif Central. Etwa 15 Prozent der französischen Fläche belegt das Zentralmassiv. Der höchste Punkt liegt bei 1886 Meter, dem Puy de Sancy (Mont Dore) in der Nähe von Clermont-Ferrand.
Trails finden sich praktisch direkt vor der Haustüre. Die vielen Wanderwege eignen sich hervorragend zum Biken. Auf jeden Fall sollte man sich eine regionale Wanderkarte anschaffen. Fast überall in Frankreich sind die Karten des „Institut Geographique National“, kurz IGN, erhältlich. Die Genauigkeit der regionalen Karten konnte uns schon in der Provence überzeugen. In den Touristenbüros, den „Office de Tourisme“, manchmal aber auch in den Zeitschriftenläden, bekommt man für kleines Geld spezielle Mountainbike-Karten mit ausgearbeiteten Mountainbikerouten. Die Wanderwege erinnern einem vom Charakter an die Wanderwege in der Provence. Die Wege sind oft sehr steinig, manchmal sogar gröllartig. Doch auch Waldwege und Forstwege findet man hier. Selbst die Fahrt mit dem Bike über Straße kann sehr angenehm sein. Viele kleine Straßen schlängeln sich durch die Berge. Nur wenige Autos passieren einen auf den kleinen Straßen. Manche Orte weisen noch nicht einmal eine Buslinie auf.
Man schätzt die Deutschen. Die Motorradfahrer, die das Zentralmassiv durchstreifen, wären immer korrekt gekleidet und verhielten sich im Straßenverkehr vorbildlich. Kein „wilder Haufen“ wie ihre französischen Landsleute, erklärt uns Florence. Mit einem Lächeln fährt Florence fort „naja, außer wenn die deutschen Motorradfahrer auf französische Motorradfahrer treffen würden…dann wäre es mit der vorbildlichen Fahrweise vorbei. Aber nur dann!“. Die Menschen sind sehr offen und freundlich. Wie wir es bereits aus der Provence kennen. Die Sprache ist französisch, französisch und nochmal französisch. Doch das sollte nicht abschrecken, im Gegenteil. Wer unbedingt englisch sprechen möchte, sollte es in dem Irish Pub in Aubenas versuchen. Bei einem guten Guinness. Oder eines der vielen anderen Sorten Bier 😉
Eine sehr schöne Tour mit ausreichend Höhenmeter und abwechslungsreichen Wegbeschaffenheiten bietet der Wanderweg GR420-427 vom Col du Pranlet über Saint-Andeol-de-Fourchades und Brion nach Le Cheylard. Die genaue Tourenbeschreibung findet sich in den offiziellen Karten des Office de Tourisme „Le Cheylard e son canton“. In diesem Fall wären das die Karten 1, 16, 15 und 18. Der Wanderweg führt teilweise über einen Bergkamm mit einem unglaublichen Ausblick. Die zum Teil heftigen Abfahrten verlangen höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Die beste Jahreszeit für den Besuch des Zentralmassivs ist von Mai bis Oktober. Zumindest für Mountainbiker. Wir sind in den Bergen, im März kann mitunter noch hüfthoher Schnee liegen, der Wind ist noch sehr stark oder es gibt gar Schneestürme. Viele Franzosen zieht es über den Winter ins das Zentralmassiv. Zum Skifahren. Wir sind halt in den Bergen 🙂
Zwischen dem Grand Luberon und dem Fluss La Durance liegt die französische Stadt Cadenet mit etwa 4000 Einwohner. Über dem Ort thront das Chateau, welches über Cadenet wacht. Der Charme dieses Städtchens und die günstige Lage in unmittelbarer Nähe zum Grand Luberon, aber auch zu den Chaine des Cotes, machen Cadenet als Unterkunft für Biker zur ersten Wahl. So muss man in Cadenet auch nicht lange suchen, um sich die Zeit mit dem Bike zu versüßen.
Dirtspot:
An der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure bzw. Pertuis befindet sich, knapp ein Kilometer nach dem Ortsausgangschild von Cadenet, ein Dirtspot auf der linken Seite. Über einen Feldweg ist der Spot, der von der Straße zu erkennen ist, erreichbar. Die Dirts sind in einem sehr guten Zustand und dürften sich von der Größe im mittleren Segment einordnen. Für Dirter auf jeden Fall einen Abstecher wert!
Freeride/Downhill:
Auch Freerider und Downhiller kommen in Cadenet nicht zu kurz! Eine schöne Abfahrt bietet sich von der Ruine Castelar, nicht mit dem Chateau zu verwechseln, an. Dieser staubtrockene Downhill bietet fetzige Kurvenkombinationen, Steilstücke auf losem Untergrund, Kanten und Sprünge. Der Downhill startet direkt auf dem höchsten Punkt der Ruine (Grundmauer eines Turmes). Nach einem staubigen Steilstück folgt ein Singletrail durch dichte Nadelbüsche. Prinzipiell muss man sich an den Abzweigungen größtenteils rechts orientieren. Nach mehreren spaßigen Kanten und Kurven folgt man einem Steinweg, wo etwas pedaliert werden muss. Der weitere Verlauf der Abfahrt bedeutet Downhillspaß pur!
Am Hang entlang in Richtung D973 erwarten einen Steinkanten, Steinpassagen, schöne Kurvenkombinationen, Anlieger und kleinere Sprünge. Rechts und links neben der Strecke finden sich weitere Gaps und Kanten. Ziel der Abfahrt ist in der Nähe des oben beschriebenen Dirtspots. Etwa 180 Höhenmeter werden auf dieser Abfahrt vernichtet. Zu finden ist der Downhill relativ leicht. Auf der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure nach etwa 1,5 Kilometern links in die Straße mit der Kennzeichnung B.D.50 abbiegen, später der gelben Markierung des Wanderweges folgen. An der Citerne links abbiegen und dem Weg bis zum Castelar auf der linken Seite folgen. Da es keinen Sessellift gibt, ist hier Muskelpower gefragt.
Dirts und Northshores in Puyvert:
Ein weiterer Dirtspot befindet sich in Puyvert, etwa zwei Kilometer von Lourmarin entfernt. Der Spot weist Dirts in allen möglichen Größen auf, weshalb auch weniger versierte Dirter hier Spaß haben können. Zudem liegen überall Paletten und Bretter rum, um sich an die Dirts ranzutasten. Leider befindet sich der Spot in einem relativ schlechten Zustand. Zusätzlich zu den Dirts findet sich ein BMX-Race bzw. Dual-Parcours mit einem Starthügel und mehreren kleineren Sprüngen und Anliegern.
Witzig sind die Northshoreelemente vor Ort, samt Wippe und Gaps. Wer ein bisschen Vertrauen zur französischen Bauweise hat, kann hier recht viel Spaß haben. Zu finden ist der abwechslungsreiche, aber etwas verwilderte Spot in Puyvert an der Avenue de la Graviere. Aber wer weiss, vielleicht ist beim nächsten Besuch schon wieder alles auf Vordermann 🙂
Eigentlich erwartet uns in Seraign immer das gleiche Schicksal. Von der Innenstadt aus muss man sich im Grunde nur an den Hochhäusern auf dem Berg orientieren. Doch irgendwie verfehlen wir immer das Ziel. Knapp, aber sicher. Neben der Orientierung an den Hochhäusern sollte man sich zum Sportzentrum an der „Avenue des Puddleurs“ navigieren lassen. Voila. Ein kleiner Weg zum „Square des Marteleurs“ ebnet den Einstieg zu dem uns bekannten Downhill.
Seraign ist für uns eine altbekannte Strecke. Seit einigen Jahren kennen wir schon den Trail in Seraign in der Nähe von Liege (französisch: Liège). Bereits im Jahre 1999 fuhren wir dort einen Lauf zur Belgischen Downhill-Meisterschaft. Da wir seit geraumer Zeit nicht mehr vor Ort waren und sich Strecken im Laufe der Zeit zum Teil enorm verändern, wollten wir wissen, ob auch in Seraign der Zahn der Zeit nagt. Wie hat sich der Trail mit dem freeridelastigen Charakter in den letzten Jahren entwickelt?
Die erste Abfahrt bringt direkt die erste Überraschung. Mehrere Jahre Abstinenz verstrichen ohne große Änderungen der ehemaligen Meisterschaftsstrecke. Die Downhillpiste hat sich im groben, bis auf einen Table am Anfang, nicht verändert und selbst die Streckenführung wurde beibehalten. Somit ist die Strecke, wie gewohnt, sehr flüssig fahrbar und die etwas über 90 Höhenmeter lassen sich aufgrund fehlender Wurzeln und Steinpassagen flott zurücklegen. Die Streckenführung mit den flowigen Kurven auf dem Waldboden kann nach wie vor überzeugen. Gaps und Kanten sucht man in Seraign allerdings vergeblich. Da es sich um normale Wanderwege handelt, kann es natürlich zu Begegnungen mit Wanderern kommen. Die Belgier sehen das allerdings sehr locker und so kann weiter Gas gegeben werden.
Es gibt allerdings auch Neuerungen in Seraign. Neuerungen, die den Abfahrtsspaß in Seraign enorm steigern. Die bestehende Abfahrt lässt sich im oberen Teil wunderbar mit Northshore-Elementen kombinieren. Diese kannten wir bis dato noch nicht. Fleißige Bastler haben in den Wald kleine, aber feine Northshores gebaut, die für Abwechslung sorgen. Gleichfalls Abwechslung bringt der am Sportplatz befindliche BMX bzw. Dualkurs mit mehreren Doubles, Tables und Anliegern. Die BMX-Bahn zeigte sich, anders als in der Vergangenheit, in einem überraschend guten Zustand.
Die angrenzenden Straßen lassen ein Shuttlen mit dem Auto zu…wenn man denn den Weg kennt! Ansonsten lassen sich die etwa 90 Höhenmeter der Abfahrt recht schnell hochschieben bzw. sogar hochfahren. Einen Sessellift oder dergleichen gibt es in Seraign „natürlich“ nicht.
Fazit:
Seraign glänzt nicht mit krassen oder gigantischen Highlights, sondern eher mit den abwechslungsreichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Durch die Kombination dieser Möglichkeiten kann man einen sehr schönen Tag in Seraign verleben. Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten 😉
Da waren wir nun in Riva – Markus und ich. Wir sind zusammen gestartet und sind beide in Riva angekommen – aber nicht wie geplant zusammen. Diese zehn Tage waren eine enorme Herausforderung und eine harte Probe für unsere langjährige Freundschaft. Den Abend in Riva haben wir jeweils getrennt verbracht. Markus begab sich zum Entspannen an die Strandpromenade, während ich bei einem Pint Guinness in einem Irish Pub die vergangenen zehn Tage Revue passieren ließ.
Einsame „Zieleinfahrt“…
Die Rückfahrt nach Deutschland wurde mit einem Shuttleservice angetreten. Nahezu wortlos erfolgte auch die Fahrt zurück nach Hause. Nach dem Alpencross zog es Markus nach Südamerika, während ich meinen normalen Dienst in Deutschland versah. Es dauerte fast ein Jahr bis wir wieder Kontakt hatten. Jetzt ist unser Kontakt wie früher. Das zeichnet eine gute Freundschaft aus. Uns beiden tat die Pause sehr gut und mittlerweile lachen wir viel über das Erlebte. Was soll ich sagen?! Markus möchte den Alpencross gerne wiederholen und drängt mal wieder.
Wir würden jetzt natürlich vieles ändern und anders angehen. Die Dauer mit zehn Tagen empfinden wir jetzt, zumindest für den ersten Alpencross, als zu lang. Eine kürzere Dauer würde den Frust ab Mitte bis zum Ende der Alpenüberquerung auf jeden Fall entgegenwirken, wenn nicht sogar verhindern. Die von uns durchgeführten Etappen mit den geschafften Höhenmetern und den Entfernungen kann man allerdings als gutes Maß bezeichnen.
Der Alpencross: Eine harte Bewährungsprobe für Freundschaften
Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist eine unglaublich faszinierende und zum Teil auch erschreckende Erfahrung. Man lernt viel über sich und seine Grenzen – und über seinen Mitbestreiter und dessen Grenzen. Dieses Abenteuer sollte man als Mountainbiker unbedingt erlebt haben!
Zu unterschiedlich sollten die Bestreiter eines Abenteuers dieser Art nicht sein. Parallelen müssen vorhanden sein, immerhin ist man einige Tage sehr viele Stunden zusammen unterwegs. Man verbringt den Tag sowie die Nächte zusammen – und die Tage scheinen bei einem Alpencross immer länger zu werden. Bereits vor Beginn der Tour war klar, dass sich Markus und mein Weg das eine oder andere mal trennen sollte. Markus, leidenschaftlicher Kletterer, nimmt auch gerne einen Aufstieg zu Fuß und Schiebepassagen in Kauf, um zum höchsten Gipfel eines Berges zu gelangen. Für ihn gehört es einfach mit dazu. Ich für meinen Teil bezeichne mich als absoluten Nur-Biker, für den Schiebe- oder Tragepassagen zum absoluten Horror gehören. Viele Höhenmeter über anspruchsvolle Trails möglichst weit oben, aber immer fahrbar, standen auf meiner Wunschliste ganz weit oben – natürlich nicht direkt an Abgründen, die endlos ins Tal abfallen. Mir war natürlich klar, dass dies bei einem Alpencross nicht immer zu realisieren ist. Ich hoffte einfach nur, dass es nicht zu schlimm für mich werden würde.
Reicht die Kondition?
Natürlich sollte man nicht ganz unvorbereitet zu einem Alpencross starten. Auch wir haben uns für unsere Verhältnisse recht umfangreich auf den Alpencross vorbereitet. So starteten wir mehrmals gen Niederlande um die dortigen ATB Routen zu befahren. Um ein wenig Gebirgsflair zu erhaschen, fuhren wir zum Training in die Eifel und in die Schwäbische Alb. Selbst unser Aufenthalt in Südfrankreich wurde zum ausgiebigen Training für den Alpencross genutzt. Der tägliche Weg zur Arbeit wurde nicht mehr mit dem Auto bewältigt, sondern mit dem Fahrrad. Ob die Kondition für den Alpencross reichen würde, wussten wir natürlich nicht – wir hofften es einfach!
Red Bull Scandium Four-500
Die Bikes – Wer fährt was?
So grundverschieden wie die Ansichten eines idealen Alpencrosses waren auch die Anforderungen an die Bikes. So kamen zwei völlig verschiedene Vertreter von Mountainbikes zum Einsatz. Für Markus, einem absoluten Hardtailfreak, kam ein Fully in keinster Weise in Frage. Seine Argumentation für das Hardtail reichte von wartungsarm über unanfällig bis zum geringen Gewicht eines Hardtails. Für mich hingegen kam für den AlpenX nur ein Fullsuspension in Frage. Neben der sehr guten Traktion beim Hochfahren auf unbefestigtem Untergrund sprach vor allem das rückenschonendere Fahrwerk für das Fully. Der Rucksack belastet auf Dauer schon genug und somit wollte ich meinem Rücken etwas Gutes tun. Über 700 Kilometer in zum Teil recht unwegsamen Gelände und einem über neun Kilogramm schweren Rucksack würden genug vom Körper abverlangen. Dennoch sollte das Bike, trotz Vollfederung und guter Ausstattung, durch ein geringes Gewicht glänzen. Das Wichtigste ist allerdings, dass man sich auf dem Bike wohlfühlt – bergauf als auch bergab. Man sollte das Bike kennen und wissen wie es reagiert. Der Sattel muss passen, immerhin wird dieser über viele Kilometer hinweg den Bürostuhl und den abendlichen Fernsehsessel ersetzen. Daher ist es wichtig, niemals mit neuen und ungetesteten Bauteilen zu diesem Abenteuer aufzubrechen.
Markus Wahl fiel somit auf das Hardtail Poison Zyankali mit HS33 Bremsen von Magura und einer Marzocchi MX Comp Federgabel mit ETA System. Meine Wahl fiel auf ein Red Bull Scandium Four-500 mit Shimano XT-Komponenten samt Scheibenbremse und einer Fox Federgabel. Der Nachteil des Red Bull gegenüber dem Poison war die schlechtere Handhabung bei Tragepassagen. Ein Nachteil, den ich allerdings gerne in Kauf nahm. Am Ende sollte die Frage des idealen Bikes reine Philosophie bleiben. Beide Mountainbikes überzeugten durch Zuverlässigkeit und brachten uns, vorweg gesagt, sicher ans Ziel.
Poison Zyankali
Kompromisse – Ohne geht es nicht!
Wie so oft im Leben muss man natürlich Kompromisse eingehen. Um genau zu sein besteht der ganze Alpencross aus Kompromissen. Nicht nur dem Mitfahrer gegenüber, sondern auch bei der Wahl des Gepäcks und bei dem Bike. Natürlich hätte man sich das eine oder andere Mal auf der Abfahrt ein schnittiges Downhillbike gewünscht, aber man muss ja auch noch die Berge hochkurbeln können. Eine Marathon Rennfeile ist für Passagen bergauf vielleicht ganz witzig, aber für technische Passagen bergab nicht unbedingt die beste Wahl. Ein Shuttleservice ist zwar auch immer nett, aber kam für uns gar nicht in Frage. Wir wollten den Alpencross alleine bestreiten und bestehen.
Seine persönlichen Vorlieben sollte man – nicht nur zu Gunsten des Reisekomforts – ebenfalls überdenken. Ich bin beim Alpencross mit Lenkerhörnchen gefahren – eine Komponente, mit der ich im Alltag normalerweise niemals fahren würde. Wer mit einem Hardtail starten möchte, sollte sich über eine gefederte Sattelstütze Gedanken machen. Eine absenkbare Sattelstütze kann ebenfalls Sinn machen. Trinkflaschenhalter gehören auf jeden Fall ans Bike und auch eine Satteltasche macht Sinn. Der Sattel sollte bequem und auf jeden Fall tourentauglich sein. Doch auf die verschiedenen Komponenten werden wir nachher noch kommen.
Ebenfalls anders als sonst zeigt sich auch die Wahl der Bekleidung – hier war nicht mehr die kurze und coole FOX-DH Pant angesagt, sondern eine Radlerhose mit Polster. Das entspricht zwar nicht ganz unserem Geschmack, ist aber definitiv beim Alpencross die bessere Wahl! Bis auf das Mehrgewicht und den erhöhten Platzbedarf spricht natürlich nichts dagegen, die lässige und coole Short über die Radlerhose anzuziehen. Man sollte allerdings immer bedenken, dass man alles mitschleppen und verstauen muss. Wie gesagt…eine Tour mit sehr vielen Kompromissen!
Der Alpencross – welcher Mountainbiker träumt nicht davon, eines der letzten Abenteuer unserer Zeit zu erleben?! Die Alpen sind für die meisten von uns nur ein Steinwurf weit entfernt und dennoch so fremd. Markus und ich, zwei ambitionierte Biker vom Niederrhein, die seit vielen Jahren zusammen auf Achse sind, nahmen diese Herausforderung an. Wir wussten, dass wir uns aufeinander verlassen konnten und zumindest fahrtechnisch auf einem Level waren. Viele Kilometer haben wir schon gemeinsam hinter uns gelassen. Was sollte somit schon schief gehen?
Wie schwer es ist, eine wunderschön geplante Tour in die Praxis umzusetzen, wurde uns während unserer 10-tägigen Reise unverblümt aufgezeigt. Auch die Koordination und die Arbeitsteilung zweier verschiedener Charaktere warf doch einige Probleme auf, denen wir vorab keine Bedeutung beigemessen hatten. Das Fehlen von Kartenmaterial und unzureichende Informationen über die Tagesziele sollte uns das eine oder andere Mal in eine etwas missliche Lage bringen. Probleme, die man mit einer genaueren Absprache sicherlich hätte verhindern können. Auch die verschiedenen Ansprüche an die Streckenführung brachten mehr Probleme, als wir vorher geglaubt haben. Die psychischen als auch physischen Belastungen stellten eine ziemlich harte Prüfung und große Herausforderung für unsere Freundschaft dar!
Bereut haben weder Markus noch ich den Alpencross. Doch sollte die Überquerung der Alpen nicht ganz spurlos an uns vorübergehen. Unser Abenteuer soll den Leser zu seinem eigenen Alpencross ermutigen. Diese Reiseerzählung soll aber nicht nur ermutigen, sondern auch auf aufzeigen, welche Belastungen auf den Biker zukommen können und werden. Begleitet uns auf unserer unterhaltsamen Reise durch die Alpen – von der Vorbereitung der Tour bis zum Ziel in Riva.
Die Geburt einer Idee
Jeder Mountainbiker verspürt irgendwann den Drang, etwas Besonderes zu unternehmen. Er möchte in Bereiche vorstoßen, die er nie vorher gesehen und erlebt hat. Extreme Situationen zu erfahren und an seine eigenen Grenzen zu stoßen üben eine unglaubliche Faszination aus. Eine Faszination, die schon fast bizarr wirkt. Eigentlich bestand die Idee einer Alpenüberquerung schon seit einigen Jahren, aber im Jahre 2005 sollte es dann endlich soweit sein. Immer wieder sprach Markus mich darauf an. Markus, der die Welt bereist und neben dem Biken mit Begeisterung klettert, sah diesem Abenteuer gelassener entgegen als ich. Mein größte Sorge galt der Höhe. Damit meine ich nicht die Strapazen des Hochfahrens, sondern der Anblick der uns erwartenden Abgründen. Ich bin nicht schwindelfrei, zugegeben eine denkbar schlechte Voraussetzung für die Bestreitung eines Alpencrosses. Doch verspürte ich den Drang, dieses Abenteuer zu erleben. Worauf wir uns da genau einlassen würden, wussten weder Markus noch ich vor dem Alpencross natürlich nicht. Trotz der jahrelangen Erfahrung beim Mountainbiken und der einen oder anderen größeren Tour sollten wir uns mit unserer ersten Alpenüberquerung auf völlig neuem Terrain bewegen. Wir haben uns natürlich vor unserem Abenteuer Alpencross auf die vor uns liegenden Strapazen heiß gemacht. Die Videos „Abenteuer Alpencross“ und „Auf Heckmairs Spuren – Mit dem Mountainbike über die Alpen“ ließen unsere Herzen bereits vor dem Alpencross höher schlagen. Natürlich wollen wir dem Leser dieser Lektüre diese Einheizer nicht vorenthalten und werden ihm diese vorstellen. Doch trotz aller Theorie kann man sich nur bedingt auf einen Alpencross vorbereiten, vor allem dann, wenn man wie wir aus dem flachsten Flachland stammt, genauer gesagt vom Niederrhein. Können zwei Biker, die ihr bisheriges Leben mit dem Mountainbike hauptsächlich der Abfahrt gewidmet haben, eine solche Belastung, die sich über Tage hinweg zieht, überhaupt überstehen? Wir waren selber gespannt!
Anmerkung
Die Angaben in den einzelnen Artikeln erfolgen ohne Garantie, ohne Anrecht auf Vollständigkeit und Aktualität sowie ohne jegliche Verpflichtungen seitens des Autors. Der Autor weist darauf hin, dass das Befahren der Wege nach der Beschreibung eigenverantwortlich geschieht! Die Qualität der Wege und die Fahrbarkeit, auch in Bezug auf die Gesetzeslage, ist vom Reisenden selbst zu prüfen und seinem persönlichen Können anzupassen!
Das Recht der Nutzung von Wegen und Passagen kann sich jederzeit ändern! Straßen und insbesondere Wanderwege unterliegen oftmals Änderungen in Bezug auf Streckenführung, Kennzeichnung, Beschaffenheit und Verkehrsauflagen. Die Beschreibungen der Touren befreien nicht von gesetzlichen Auflagen! Den gesetzlichen Auflagen ist unbedingt Folge zu leisten! Gesperrte Wege und Privatwege, die offensichtlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, dürfen nicht befahren/betreten werden! Sollte dieses Werk in einer Beschreibung einen dieser Punkte verletzt haben, bittet der Autor um sofortige Mitteilung, um die entsprechende Passage im Artikel zu aktualisieren.
Unser erster Alpencross – Die Entdeckung einer anderen Welt von Andreas Waldera erschien als gedruckte Buch-Version im Jahr 2011 bei der Books on Demand GmbH, Norderstedt (ISBN 978-3-8423-8359-3).
Bereits unsere germanischen Vorfahren zog es vom kalten Norden in den sonnigen Süden. Das Land jenseits der Alpen galt für viele Germanen als das Paradies auf Erden. Ein Paradies, welches die Kimbern durch Überquerung der Alpen zu erreichen versuchten. So setzten sich riesige Menschenmassen auf der Flucht vor Kälte und Hunger in Bewegung. Menschenmassen, welche die Römer zu Recht fürchteten. Um etwa 101 vor Christi wagten die Kimbern unter ihrem König Boiorix den letzten Vorstoß über die Alpen. Eine Geschichte mit tragischem Ausgang. Über 2100 Jahre später braucht man bei der Reise in das gelobte Land nichts mehr zu befürchten. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und die Begeisterung für das Mountainbike überschreitet alle Landesgrenzen. Auch in dem zu durchquerenden Österreich genießt der Reisende enorme Gast- und Hilfsbereitschaft.
Traumhafte Kulisse garantiert!
Im Gegensatz zu vielen Alpenüberquerungen sollte unser Start nicht in Oberstdorf erfolgen, sondern in Berchtesgaden. Das Sprichwort „alle Wege führen nach Rom“ lässt sich, nach Betrachtung der möglichen Touren und Routen, abgeändert auch auf Riva del Garda übertragen. Die Anzahl der Möglichkeiten, nach Riva zu gelangen, ist immens. Je nach Anforderung an Mensch und Material bieten sich eine Unmenge von Möglichkeiten. Auch wir bedienten uns, um nicht direkt vor dem ersten Alpencross den Kopf zu verlieren, einiger externer Hilfen und dem Erfahrungsschatz anderer Alpencrosser.
Neben den Büchern findet man auch sehr viele Tipps im Internet. Man sollte sich nicht scheuen, in diversen Foren nach Rat zu suchen. Viele gestandene Alpencrosser geben sehr gerne Auskunft und stehen dem Alpencross-Neuling mit Rat und Tat zur Seite. Eine weitere gute Informationsquelle stellen DVD mit dem Schwerpunkt Alpencross dar. Diese sehr leicht zu konsumierenden Informationen fesseln durch die sehr schönen Landschaftsaufnahmen und die festgehaltene Geräuschkulisse zusätzlich.
Literatur zum Thema Alpencross
Sehr gute Dienste zur Vorbereitung unserer Tour leistete uns das Werk von Achim Zahn „Alpencross – Mit dem Mountainbike über die Ost- und Westalpen“ aus dem Bruckmann Verlag. Über 120 komplette Alpenüberquerung in 10 Jahren hat Achim Zahn hinter sich gebracht. Eine Erfahrung, von der man profitieren kann und auch sollte. Siebzehn detaillierte Routen gibt der Alpencross-Profi seinen Lesern preis. Hauptaugenmerk sind dabei Routen in den Ostalpen, allen voran Alpenüberquerungen ab Oberstdorf. Das magische Dreieck der Ostalpen wird genauso umfangreich und ausführlich behandelt wie die Routen über den Reschenpass und den Brenner. Für die Freunde der Westalpen finden sich drei detaillierte Routen, wie zum Beispiel der Alpencross vom Genfer See zum Mittelmeer.
Das Werk von Achim Zahn ist übersichtlich gestaltet und bietet, neben den vielen ausführlichen Routenbeschreibungen mit Tagestourenplan, sehr viel Wissenswertes zum Thema Alpencross. Von der Vorbereitung und Planung bis hin zur Wetterkunde ist in diesem Werk alles nachlesbar. Zu jeder einzelnen Route findet sich eine Kurzübersicht des Tourencharakters. Somit kann man vorab den Schwierigkeitsgrad, den Anspruch an die Fahrtechnik und Kondition sowie den Erlebniswert abschätzen. Zusätzlich findet sich zu jeder Tour ein Höhenprofil und eine Übersichtskarte. Fesselnd und leidenschaftlich geschrieben springt der Funke des Alpencrosses spätestens beim Lesen über. Der Alpencross-Baukasten am Ende des Buches bietet eine erstklassige Hilfe beim Planen einer eigenen Tour. Ein Werk, welches man getrost als die Bibel des Alpencrossers bezeichnen dürfte.
Erschienen im Bruckmann Verlag
ISBN 3-7654-4059-0
Preis 29,90 Euro
Ebenfalls aus dem Bruckmann Verlag ist der Hüttenatlas von Eugen E. Hüsler. 1300 verschiedene Hütten werden in diesem Buch vorgestellt. Neben den allgemeinen Infos zu den verschiedenen Hütten in Tabellenform, wie zum Beispiel die Lage, der Zustieg und die Kontaktmöglichkeiten, werden in diesem Buch zusätzlich einige Hütten separat vorgestellt. Hier erfahren wir mehr zur Geschichte der einzelnen Hütte und den damit verbundenen Menschen.
Eindrucksvolle Bilder unterstreichen die gewonnenen Eindrücke des Lesens. Die Übersichtskarten und Beschreibungen der jeweiligen Regionen können eine wertvolle Hilfe bei der Planung darstellen. Mit Hilfe dieses Werkes wird die Zimmerbuchung oder einfach nur die Vergewisserung, ob das Tagesziel überhaupt zugänglich ist, erheblich vereinfacht. Wermutstropfen bleibt, dass trotz der 1300 Hütten natürlich nicht alle Hütten der Alpen aufgeführt sind oder sein können. Eines unserer Tagesziele, das Tauernhaus Spital, fehlte in unserer Ausgabe komplett.
Erschienen im Bruckmann Verlag
ISBN 3-7654-3987-8
Preis 39,90 Euro
Mit diesen beiden Bänden kann man seinen persönlichen Alpencross sehr gut planen. Wir haben uns hinreichend der Informationen bedient und das angelesene Wissen in unseren eigenen Alpencross einfließen lassen. Je mehr man liest, desto heißer wird man natürlich auf die Alpenüberquerung. Jede freie Minute wurde auf dem Bike verbracht und wenn nicht, dann hing man entweder vertieft über einem Buch, stöberte im Internet oder hat sich mit einer DVD vorbereitet. Die bewegten Bilder heizen natürlich besonders ein und spätestens in diesen Momenten wünschten wir uns, bereits mit dem Bike unterwegs zu sein. Natürlich wollen wir euch diese beiden Dokumentationen vorstellen.
DVD – Auf Heckmairs Spuren – Von Oberstdorf nach Riva
Manchmal geht das Leben schon merkwürdige Wege. Umstände, die einen Menschen zwingen, sein Leben neu zu ordnen und die bisherigen Lebensinhalte zu überdenken. So erging es auch Andi Heckmair, der durch einen Lawinenunfall gezwungen wurde, seine bis dahin ausgeübte und geliebte Tätigkeit als Bergführer einzuschränken. Die Anfangs von ihm als Modeerscheinung angesehenen Mountainbikes erregten jedoch sehr schnell sein Interesse und so beschloss er 1989, als erster Mountainbiker die Alpen zu überqueren. Dabei sollte sein Weg so direkt wie nur möglich sein, so „wie der Flug der Schwalben“. 11000 Höhenmeter auf einer Länge von 450 Kilometer legte Andi Heckmair bei der Erstbefahrung der Alpen zurück. Eine sehr harte und schwere Tour. Ein Team des Bayerischen Rundfunks begleitete den Pionier des Alpencrosses 14 Jahre nach der Erstbefahrung auf dieser sehr anspruchsvollen Strecke. Eine Tour, bei der neben dem Mountainbiker vor allem der Bergsteiger gefordert wird.
Ohne Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung wäre diese Tour ein wahnwitziges Unternehmen und zum Scheitern verurteilt. Es wird geschoben, getragen, gefahren. Die Streckenführung ist so krass, dass einem und besonders mir schon beim Zuschauen schwindelig wird. Für Andi Heckmair kein Problem, der sogar Schluchten von 200 bis 300 Meter Tiefe liebt. Eindrucksvolle Aufnahmen bezeugen die Extremität dieser Tour. Den nur Mountainbiker könnte die Heckmair-Tour, angesichts der vielen Trage- und Schiebepassagen, allerdings abschrecken. Wer diese Tour fährt sollte das Mountainbike nach Aussage des Pioniers als Werkzeug betrachten. Da gibt es auch nichts zu makeln, denn die „Spielregeln kann jeder selber machen“. Dieser Aussage von Andi Heckmair können wir nur zustimmen. So führt der Weg neben Asphalt auch über viele ehemalige Schmugglerpfade. Eine Tour mit wunderschönen Impressionen, professionell vom Bayerischen Rundfunk festgehalten.
Als Bonus befindet sich auf der DVD der Beitrag „Zwischen Triglav und Adria“. Vier Stunden von München entfernt bietet sich dem Biker ein nahezu noch unberührtes Stück Natur. Eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen werben für das Biken an der Soca in Slowenien, jenseits des Massentourismus. Ein Gebiet, welches Rafter bereits für sich entdeckt haben.
Die Gesamtspielzeit der DVD „Auf Heckmairs Spuren – Mit dem Mountainbike über die Alpen – Von Oberstdorf nach Riva“ beträgt etwa 60 Minuten und der Preis 14,95 Euro.
DVD – Abenteuer Alpencross – Dokumentation von Schymik
Immer mehr Videos über extremes Biken überschwemmen den Markt. Dabei bezieht sich das Extreme auf Fahrmanöver und Sprünge, die für normal sterbliche Mountainbiker meist noch nicht einmal im Traum machbar sind. Der Markt in diesem Bereich scheint aber zu boomen. Selbst ein Backflip wird von der nach Adrenalin schreienden Masse nur noch eines flüchtigen Blickes gewürdigt. Fast könnte man meinen, dass der normale Biker in seiner natürlichen Laufbahn ausgestorben zu sein scheint. Umso mehr sticht aus der Masse der Videos eine Werk hervor, bei dem das Wort Extrem eine andere, wenngleich nicht unbedingt eine neue Bedeutung bekommt.
Welche Strapazen Mensch und Material bei einer Alpenüberquerung erleiden müssen, bedarf keiner Erläuterung. 650 Kilometer und über 20000 Höhenmeter in neun Tagen bringen Biker und Bike an den Rand des Möglichen und Machbaren. Begleitet von einem Kamerateam wagen vier Recken dieses Unternehmen. David Werner, Rolf Metzger, Carsten Schymik und Roland Schymik, Regisseur und Produzent zugleich, führen uns vom bayrischen Mittenwald aus durch sehr beeindruckende Gebirgslandschaften, teilweise am Frontverlauf des ersten Weltkrieges, bis nach Torbole am Gardasee.
Der Zuschauer schaut bei diesem 60 minütigen Video nicht nur zu, er hat das Gefühl dabei zu sein. Eine sehr gute Kameraführung vor einer unglaublichen Kulisse, unterlegt mit einer Musik, die wir zwar nicht einordnen können, die aber sehr gut zu den jeweiligen Szenen passt. Auch die sprachlich übermittelten Informationen passen sich sehr gut ins Gesamtgefüge ein und klären nicht nur über die Route, sondern auch über die Standorte und deren Geschichte auf, die zum Teil sehr blutig und grausam ist. Wer hätte gedacht, dass an so entlegenen Orten so erbarmungslos Krieg geführt wurde?!
Sehr gut gefallen uns auch die Sprachmitschnitte der Biker und die Interviews mit den Einwohnern und Gastgebern, die diese Gattung Biker mittlerweile zu schätzen gelernt hat. Nach neun Tagen ist das Ziel am Gardasee erreicht. Trotz einer Knieverletzung und eines Rahmenbruchs in den Bergen heißt es am Ende „shake hands“. Dazu passen auch die ehrlichen und offenen Statements am Ende der Tour. Die Produktion ist professionell und könnte auch einer Reportage im Fernsehen entstammen. Ein Video, welches Lust macht, sich ebenfalls den Strapazen zu stellen, um solch ein Erlebnis zu erfahren.
Der Preis der Dokumentation beträgt 15,00 Euro zzgl. Porto und Verpackung. Erhältlich ist dieses kurzweilige Abenteuer unter www.abenteuer-alpencross.de. Hier findet sich auch das dazugehörige Roadbook und weitere Titel zum Thema Alpencross.
Bei Abenteuer Alpencross handelt es sich um die erste große Dokumentation des Teams um Roland Schymik. Mittlerweile finden sich noch zwei weitere Abenteuer zum Thema Alpencross. Abenteuer Alpencross 2 beschreibt den Transalp auf der Albrecht-Route und der dritte Teil der Abenteuer Alpencross Serie beschäftigt sich mit den ebenfalls sehr faszinierenden Westalpen.
Aus dem gleichen Hause stammen übrigens auch Trailhunter Finale, Trailhunter Gardasee und Abenteuer Korsika. Anschauen lohnt!
Das Kartenmaterial
Unverzichtbar ist gutes Kartenmaterial. Ohne Kartenmaterial ist das Projekt Alpencross bereits vor der ersten Fahrt zum Scheitern verurteilt. Als Kartenmaterial haben wir uns mit Kompass-Karten eingedeckt. Der Vorteil der Kompass-Karten ist die länderübergreifende hohe Verfügbarkeit, die Aktualität der Karten und nicht zuletzt die Nennung des Kartenmaterials in den verschiedensten Quellen. Darüber hinaus kann man auf der Webseite von Kompass komfortabel die passenden Karten ermitteln. Die Karten zeigen natürlich alles, was man von einer vernünftigen Wanderkarte erwartet. Der Blick in die Karten differenziert unterschiedlichste Wegbeschaffenheiten und zeigt auch Mountainbike-Touren sowie Radrouten an. Der bei unseren Karten gebräuchliche Maßstab von 1:50.000 erwies sich als guter Kompromiss zwischen Lesbarkeit und platzsparendem Packmaß.
Das jeder Karte zusätzlich beiliegende kleine Kompass-Lexikon bietet viele wichtige Informationen über das gewünschte zu durchquerende Gebiet. Neben den aufgeführten Sehenswürdigkeiten findet sich auch viel wissenswertes über Land, Städte, Gemeinden und Leute sowie Kontaktinformationen zu Hütten und Gasthöfen. Diesen kleinen Ratgeber sollte man nicht unterschätzen und in seine Planung mit einbeziehen. Wenn man vor hat sich zu trennen, muss ein zweites Kartenblatt dieses Gebietes vorhanden sein! Damit war bereits das erste Sorgenkind unseres Alpencrosses geboren – wir haben schlicht und ergreifend nicht daran gedacht für diese Etappen einen zweiten Kartensatz mitzunehmen! Ein verhängnisvoller Fehler! Natürlich kann man auch per GPS auf Reisen gehen. Der hohe Preis und die Angst, die Technik könnte vielleicht versagen, ließ uns ausschließlich auf das altbewährte gute Papier zurückgreifen. Zumindest hatten wir einen Kompass (diesmal ist das Ding zur Bestimmung der Himmelsrichtung gemeint) dabei, den wir allerdings nie gebraucht haben.