Santa Cruz Nomad – Eine kurze beeindruckende Bekanntschaft – Test

Nomaden hält nichts lange an einem Ort. Unabhängig zu sein und schnell die Orte wechseln zu können, das ist die Maxime dieser Menschen, welche das sesshafte Leben ablehnen. Alles andere würde einem Gefängnis gleichkommen. Diese Charakterzüge sind auch bei dem Santa Cruz Nomad zu finden. Es will sich nicht in eine Kategorie einordnen lassen, um dort sein Leben fristen zu müssen. Nein, es ist der Nomade unter den Bikes. Wir hatten eine kurze, aber sehr interessante Begegnung mit dem Nomad.

Bei der ersten Begegnung stellte sich das Santa Cruz so vor, wie man es von Nomaden vermuten sollte. Das Nomad, eigentlich nur als Rahmen erhältlich, war auf lange und weite Touren eingestellt. Gleich wie die Nomaden in der Wüste, die den Ballast der Zivilisation schnell hinter sich lassen wollen. Der Aufbau unseres Nomad begünstigte diese Absicht. Doch mit ein wenig Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl eröffnen sich für das Nomad unglaublich abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten.

Schon optisch hebt sich das Nomad von der Masse ab. Die Form des Rahmens erinnert an die Schnittigkeit eines Windhundes. Der Rahmen ist sehr verwindungssteif und bietet mit 165 mm Federweg genug Potential, auch gröberes Gelände unter die Stollen zu nehmen. Auch beim Ausfallende entflieht das Nomad dem Mainstream. Das Ausfallende ist mitsamt Schaltauge komplett austauschbar. Was wäre ein Santa Cruz ohne Virtual Pivot Point, kurz VPP, welches dafür sorgt, dass sich der Dämpfer immer in einer antriebsneutralen Position befindet?!

Standardmäßig wird das Nomad mit einem Fox Float R Dämpfer vertrieben. Wir haben das Nomad mit einem Fox DHX Air 5.0 Dämpfer kennengelernt, der unglaublich viele Einstellmöglichkeiten bietet. Erstaunlich leichtfüßig lässt es sich mit dem Nomad pedalieren. Sitzend lässt sich spielend so mancher Uphill bewältigen. Lange Freeridetouren werden mit dem Santa Cruz zu Genusstouren, zumal das Nomad sehr spurstabil läuft. Lediglich beim Fahren im Sitzen schob das Nomad in den Kurven leicht über das Vorderrad. Wiegetritt quittiert das VPP leider mit unschönem Pedalrückschlag.

Auf Singletrails, Northshores und technischen Trails fühlt sich das Nomad samt Fahrer sauwohl. Die Sitzposition würden wir als leicht hecklastig bezeichnen. Der Hinterbau des Nomad spricht sehr sensibel an und bügelt die Trails geradezu platt. Das Tretlager liegt sehr tief, weshalb beim Beschleunigen in der Kurve oder auf schmalen Singletrails am Hang aufgepasst werden muss. Ein großer Vorteil des Nomad ist die voll versenkbare Sattelstütze. Die Verarbeitung des Rahmens ist über alles erhaben. Das sehr edle Design gepaart mit der Funktionalität lässt sich Santa Cruz natürlich auch dementsprechend bezahlen.

Über die perfekten Komponenten für das Nomad lässt sich sicherlich genauso streiten wie über die Einstellung des Dämpfers. Hier muss der Käufer selber entscheiden, wo er die Schwerpunkte setzen möchte. Die Stärke des Nomad ist für uns die Hatz über Singletrails, wo es durchaus auch mal berghoch gehen kann. Drops und Kanten nimmt das Nomad auf der Abfahrt sehr gerne mit. Für den Vertrieb von Santa Cruz Bikes in Deutschland ist der Dämpferspezialist Shock Therapy verantwortlich.

Fazit:
Der Rahmen des Nomad glänzt mit einer sehr guten Verarbeitung, einem exklusiven Design, einem sehr guten Ansprechverhalten, allerdings aber auch mit Schwächen beim Wiegetritt.

Rahmengrößen: S, M, L und XL erhältlich (14, 17, 19 und 21 Zoll)
Gewicht: etwa 3,3 Kilogramm
Preis: ab 2639 Euro (inkl. Fox Float R Dämpfer)

Mehr Infos unter:
www.santacruzmtb.com
www.shock-therapy.com

GT Ruckus 2006 i-drive 7 3.0 – Der Freerider im Test

Die 1972 gegründete Firma GT war schon sehr früh im Radsportbereich wegweisend. Fahrer wie Greg Hill sorgten in den achtziger Jahren für die Erfolge bei BMX Rennen und die Skateparklegende Eddie Fiola heizte mit GT den Zuschauern mächtig ein. In den folgenden Jahren folgte ein auf und ab der Kultschmiede aus den USA, dennoch vermochte GT immer wieder mit Innovationen für Aufsehen zu sorgen. Die Produktplattform 2006 beinhaltet die meisten Neuentwicklungen seit 1972. Das Ruckus i-drive 7 3.0 ist eines davon. Wir haben in einem Test das Ruckus kräftig zur Brust genommen.

Auffallend beim GT ist neben der Dämpferbefestigung das i-drive System. Die erste Ausfahrt bescheinigt dem ausgetüfftelten System direkt gute Noten. Der Hinterbau des sehr verwindungssteifen Rahmens, mit etwa 180mm Federweg, spricht sensibel an und liegt satt auf dem Trail. Durch das i-drive System sind keine Antriebseinflüsse bemerkbar. Es pedaliert sehr angenehm und selbst größere Freeridetouren sind kein Problem. Dank der zwei verbauten Kettenblätter klettert das GT sogar noch recht anständig. Selbst im Wiegetritt kann das i-drive überzeugen. Das Handling des GT kann ebenso begeistern. Für schnelle Abfahrten würden wir uns dennoch einen etwas flacheren Lenkwinkel wünschen.

Die verbauten Komponenten verdienen Lob und Tadel gleichermaßen. Das leichte Untersteuern des GT wird durch die Wahl der vorne etwas breiteren Reifen gut unterbunden. Das Ruckus rollt auf Tioga Blue Dragon, vorne in der Breite 2.5, hinten in der Breite 2.3. Die Alex DP20 Disc Felgen können genauso überzeugen wie die Truvativ Kurbeln. Von Truvativ sind auch das Innenlager, der Lenker und die Sattelstütze. Die schraubbaren Griffe von GT sind ebenfalls mit einem großen Plus zu versehen. Es könnte alles so schön sein, wenn nicht auf der anderen Seite dieses gute Bild durch andere Komponenten in Mitleidenschaft gezogen werden würde.

In keinster Weise konnte uns die verbaute Manitou Stance Blunt überzeugen. Das Ansprechverhalten der 150mm bietenden Federgabel ist sehr zäh und wirkt dem gut ansprechenden Rahmen entgegen. Wurzelpassagen und Steinfelder, die der Hinterbau mit einem lockeren Schmatzer absorbiert, zwangen uns dank der Stance zu akrobatischen Fahrmanövern. Leider sind auch die Einstellmöglichkeiten der Stance sehr dürftig. Bis auf die Einstellung der Zugstufe bietet die Stance Blunt keinerlei Möglichkeiten, schnell und unkompliziert die Gabel an den Fahrer und die Fahrweise anzupassen.

Ein weiterer negativer Punkt auf unserer Liste sind die Bremsen. Die Hayes Sole ist dem Power des GT nicht gewachsen. Hier würden wir uns von Hayes definitiv andere Bremsen wünschen. Die Verwendung des Maxle Schnellspann-Steckachsensystem von Rock Shox an der Hinterachse ist vorbildlich. Ohne Werkeug lässt sich schnell und unkompliziert das Hinterrad ausbauen. Leider verstummt die Freude beim Ausbau des Vorderrades, hier funktioniert ohne Werkzeug leider nichts mehr.

Auch das speziell für den Umwerfer angebrachte Rohr sollte GT noch einmal überdenken. Die kurze Schweißnaht kann im Falle eines Sturzes und der dadurch eventuell entstehenden seitlichen Belastung nicht gerecht werden. Bei uns verabschiedete sich so das Rohr samt Umwerfer. Der Rohrstummel kann aber durch eine interne Schraube zusätzlich fixiert werden, welche sich unter der Gummiabdeckung befindet. Wir empfehlen, unbedingt darauf zu acheten, das im Innern des Rohres diese Befestigungsschraube angebracht wurde!

Fahrtechnisch und vom Handling kann der Rahmen des GT begeistern. Harte Drops sind mit dem Ruckus ebenso möglich wie weite Touren. Das Bike lässt sich hervorragend pedalieren. Lediglich die Gabel und die Bremse stehen dem guten Fahrwerk des GT entgegen. Damit ist besonders auf ruppigen Abfahrten der Fahrspaß stark eingeschränkt. Für fetzige Downhills würden wir uns einen flacheren Lenkwinkel wünschen. Die Verarbeitung des GT kann, bis auf die Schweißnaht des Rohrstummels für den Umwerfer, absolut überzeugen. Auch die Lackierung zeigte kaum Macken nach dem Test. Der Preis von knapp 2000 Euro ist eine Kampfansage in der Klasse der Freerider.

Fazit:
Viele gute Komponenten, das sehr gut arbeitende i-drive und nicht zuletzt der Preis von knapp 2000 Euro sprechen für das GT Ruckus i-drive 7 3.0. Allerdings bleibt das GT durch die verbaute Manitou Stance Blunt und Hayes Sole weit unter seinen Möglichkeiten.

Rahmengrößen: M, L
Farbe: bentonite blue
Gewicht: etwa 17,7 kg (ohne Pedalen)
Preis: 1999 Euro

Mehr Infos unter: www.gtbicycles.com

Focus First Expert – Auf Abwegen – Der Marathonexperte im Test

Das Focus First Expert, von Focus selbst im Bereich Marathon angesiedelt, besticht durch eine mutige und sehr eigenwillige Anordnung des Dämpfers. Die verbauten Komponenten des Focus sind einen Zungenschnalzer wert. Ob das First Expert auch First Class ist, galt in einem harten Test herauszufinden. Neben vielen Einsätzen auf unseren Hometrails, in der Provence und in der Eifel musste das Focus noch eine andere Disziplin bewältigen: Kurzerhand haben wir mit dem First Expert an einem XC-Rennen teilgenommen. Konnte das Focus das Team der Fraktur überzeugen?

Beim First Expert fällt direkt die sehr ungewöhnliche Rahmenkonstruktion auf. Der DT Swiss SSD-190 Dämpfer findet Raum in einer Aussparung im Oberrohr, welches sich quasi am Dämpfer vorbeischlängelt. Unsere Bedenken, mit dem Oberschenkel permanent das Oberrohr an dieser verdickten Stelle zu streifen, bestätigte sich nicht. Vorteil dieser Rahmenkonstruktion ist der gute Schutz des Dämpfers vor Dreck. Während der Hebel zum Blockieren des absolut überzeugenden Dämpfers noch gut erreichbar ist, bedarf es bei der Einstellung der Zugstufe etwas Fingerspitzengefühl. Mit der passenden Pumpe stellt dagegen die Zugänglichkeit zum Ventil für die Luftunterstützung kein Problem dar.

Die Sitzposition auf dem First Expert ist angenehm sportlich. Wir würden die Sitzposition zwischen Tour und Race anordnen. Selbst lange Touren sind mit dem Focus ein Genuss. Der leicht gekröpfte und relativ breite Lenker sorgt zudem für ein gutes Handling. Die Magura Louise FR mit einer 180 mm Bremsscheibe vorne und einer 160 mm Bremsscheibe hinten verzögert das leichtfüßige Bike sicher und sehr gut dosierbar. Auch bei Schaltwerk und Umwerfer legt Focus höchsten Wert auf Präzision. Nicht weniger als Shimano XTR wurde an dem First Expert verbaut, bei den Schalthebeln finden immer noch XT-Hebel Verwendung.

Bei der Federgabel hat sich Focus für die Rock Shox Reba Race mit 100 mm Federweg entschieden. Die Wahl der Federgabel erweist sich als äußerst gelungen. Durch das Remote Poploc lässt sich die Reba schnell und unkompliziert vom Lenker aus blockieren. Auch das Lösen der Blockierung geschieht völlig ohne Kraftaufwand. Wie durchdacht die Rock Shox ist, zeigt das Motion Control, welches die Dämpfung der Gabel steuert. Zusätzlich erlaubt die Einstellung des Floodgates eine Feinjustierung der Sperrposition. Die Zug- als auch die Druckstufe sind bequem von außen einstellbar, zudem bietet die sehr sensibel ansprechende Gabel die Möglichkeit, den Positiv- als auch Negativfederweg mittels Autoventil einzustellen.

In Verbindung mit der Rock Shox Reba Race läuft das Focus First Expert zur Höchstform auf. Der Viergelenker mit 100 mm Federweg lässt sich hervorragend beschleunigen. Nichts wippt unnötig und trübt somit den Vorwärtsdrang. Bei Unebenheiten spricht der Viergelenker sensibel an und selbst größere Brocken werden noch weggeschluckt, ohne dass Unruhe ins Fahrwerk kommt. Hier zeigt sich die Klasse des DT Swiss Dämpfers. Vor allem die Kletterfähigkeit des Focus weiß zu überzeugen. Selbst sehr steile Uphills meistert das Focus ohne widerwillig die Nase zu heben.

Der sehr gut arbeitende Hinterbau sorgt für genialen Vortrieb. Selbst beim Wiegetritt kann die Traktion für Begeisterung sorgen. Zielstrebig lässt sich das gutmütige Focus über Singletrails peitschen. In Grenzsituationen am Rande der Traktion bleibt das Focus sehr gut beherrschbar und vermittelt dem Fahrer ein gutes und sicheres Gefühl. Lediglich in Kurven mit sehr hoher Geschwindigkeit konnten wir ein leicht schwammiges Fahrverhalten feststellen, welches aber keinen Grund zur Sorge darstellt.

Kommen wir zu unserem Lieblingspunkt Reifen. Am First Expert sind Continental in der Breite 2.3 verbaut. Vorne versieht ein Gravity Pro seinen Dienst, der definitiv mehr Traktion bietet als der hinten verbaute Flow Pro. Aber beide verbauten Continental weisen Schwächen auf losem Untergrund und vor allem bei Nässe auf. Absoluter Pluspunkt der Continental ist dagegen das sehr gute Rollverhalten. Vor allem Marathonfahrer wissen dies zu schätzen. Alles in allem kann man für den Einsatzbereich des First Expert die Reifenwahl als gut bezeichnen.

Neben vielen Einsätzen auf Trails am Niederhein, in Südfrankreich und in der Eifel, sollte das Focus First Expert seine Stärken bei einem Rennen unter Beweis stellen. Kurzerhand haben wir mit dem Focus das XC-Rennen in Kollerbeck bestritten und bei den Masters den achten Platz belegt. Ein Beweis, wie giftig aggressiv das Focus bewegt werden kann, wenn es sein muss. Ein Sporttourer mit einem unglaublichem Potential! Knapp 2200 Euro sind kein Pappenstiel für ein Bike, aber dafür bekommt man ein sehr gut durchdachtes System, welches perfekt funktioniert. Das Focus First Expert bereitet richtig Laune beim Fahren. Die Verarbeitungsqualität und Lackierung des Focus geben auch keinerlei Grund zur Kritik. Selbst im Bereich der Kettenstrebe wies die Lackierung kaum Macken auf. Die vielen verbauten Komponeten von FSA, wie zum Beispiel die Kurbel und der Lenker, versahen ihren Dienst ebenso perfekt und zuverlässig wie die DT Swiss Laufräder.

Fazit:

Erneut beweist Focus wieder, wie sportlich aggressiv Sporttourer sein können, ohne dabei an Komfort einbüßen zu müssen. Der genial arbeitende Viergelenker kann voll überzeugen und die verbauten Komponenten werden dem Focus First Expert absolut gerecht – First Class eben!

Preis: 2199 Euro
Gewicht: etwa 12,3 Kilogramm (ohne Pedalen)
Farbe: salt/bahamabeige
Rahmengrößen: 44, 49, 54 cm
Mehr Infos unter www.focus-bikes.de

BMW Mountainbike Enduro im Test – Freude am Fahren?!

Bereits seit 1992 bietet BMW eine eigene Produktlinie für Fahrräder an. In früheren Jahren war die Optik der BMW Mountainbikes sehr gewöhnungsbedürftig und fand wenig Zustimmung bei den Bikern. Mit dem neuen Enduro MTB präsentiert sich BMW dafür umso selbstbewusster. Das Bike mit dem formschönen Alu-Rahmen wirkt sehr edel und gefällt auf Anhieb. Der Rahmen wird im Tiefziehverfahren hergestellt und ermöglicht so diese extravagante Rahmenform. Optik, die gefällt. Kann das BMW Enduro auch in der Praxis überzeugen?

Schon der erste Blick auf das BMW MTB Enduro zeigt die Liebe zum Detail. Die vorbildlichen Schweißnähte sind ebenso überzeugend wie die hochwertige zweifarbige Pulverbeschichtung. Bereits jetzt darf erwähnt werden, dass diese nicht nur edel aussieht, sondern auch von der Qualität zu überzeugen weiß. Understatement wird bei BMW groß geschrieben. Nur ein kleines BMW-Logo, das bekanntlich einen Propeller am Himmel abbildet, weist auf die Firma BMW hin. Kein riesiger Schriftzug, wie sonst üblich, ziert den Rahmen.

Der Hinterbau des BMW Bikes mit 145 mm Federweg bei den Rahmengrößen M und L (die Rahmengröße S bietet lediglich 110 mm Federweg) arbeitet hervorragend. Sensibel schluckt der Viergelenker Unebenheiten weg und sorgt für gute Traktion. Bergauf als auch bergab kann das Fahrwerk des BMW Enduro absolut überzeugen. Der verbaute Manitou Radium RL Air Dämpfer leistet hervorragende Arbeit und lässt sich zum Tourenfahren bequem per Hebel blockieren. Der Hinterbau wurde bewusst in Matt gehalten und trotzt auch den hartnäckigen Schlägen der Kette.

Das Oberrohr des BMW Bikes ist sehr lang. Durch den schönen und praktischen Vario-Vorbau ist die Sitzposition aber leider viel zu gestreckt und trübt so etwas die Freude am Fahren. Dies ist sicherlich ein Zugeständnis an eine breitere Käuferschicht. Die Montage eines kurzen Vorbaus wirkte im Test aber direkt Wunder. Die Sitzposition wird aufrechter und das Bike handlicher. Mit dem kürzeren Vorbau lädt das Bike direkt zum Spielen ein. In diesem Zusammenhang würden wir einen breiteren Lenker empfehlen, um das Potential des BMW Enduro voll auszuschöpfen.

Bei der Federgabel hat sich BMW für die Manitou Black Platinum Air mit 120 mm Federweg entschieden, die sich mit ihrer Funktion sehr gut in das Gesamtkonzept einfügt. Die Einstellmöglichkeiten von Gabel und Dämpfer lassen eine gute Abstimmung an die persönlichen Bedürfnisse zu. Mit dem vollen zur Verfügung stehenden Federweg der Manitou Gabel werden steile Uphills allerdings zur Qual. Nervös hebt das BMW schnell die Nase und zwingt den Biker zu akrobatischen Balanceakten. Doch auch hier hat BMW mitgedacht. Die Reduzierung des Federwegs der Manitou Black auf 35 mm sorgt bei steilen Uphills für sicheres Vorankommen.

Die Absenkung der Gabel geschieht bequem vom Lenker mit einem Schalter. Durch ein erneutes Bedienen des Schalters und Entlastung des Vorderrades wird der volle Federweg wieder hergestellt. Eine perfekte Problemlösung! Dank des guten Fahrwerks mit dem sehr tiefen Tretlager liegt das BMW MTB Enduro satt auf den Trails. Besonders bei ruppigen Trails lernt man schnell das Fahrwerk zu schätzen. Probleme macht das tiefe Tretlager nur beim Pedalieren in Wurzelpassagen, Kurven und Steinfeldern.

Die Hayes HFX Mag XC Bremse sorgt mit ihrer guten Dosierbarkeit und dem herzhaften Biss für eine zuverlässige Verzögerung des Bikes. Die SRAM X.9 Schaltung glänzt durch präzise Schaltvorgänge und reiht sich nahtlos in das gut funktionierende Gesamtpaket ein. Sorgenkind sind für uns mal wieder die Continental Reifen. Die montierten Gravity Pro in der Größe 2.3 können uns weder von der Pannensicherheit noch vom Grip, besonders auf nassem Untergrund, überzeugen. Tourenfahrer werden bei den Continental Reifen jedoch den niedrigen Rollwiderstand zu schätzen wissen.

Sehr überrascht sind wir von der Robustheit des Bikes. Selbst harte Touren nimmt das BMW dem Biker nicht übel, wie auch unser Test auf dem Wildride im Fun-Park Todtnau zeigte. Somit kommen auch Freunde der härteren Gangart auf ihre Kosten, zumal das BMW eine aggressive Fahrweise zulässt. Haupteinsatzgebiet des BMW Mountainbike Enduro sind für uns aber schöne flowige Singletrails und sehr anspruchsvolle Touren. Und da darf es ruhig mal härter zur Sache gehen!

Erhältlich ist das Bike nicht nur bei ausgesuchten BMW Händlern und im Internet unter www.bmw-shop.com/lifestyle, sondern erstmalig auch über den Vertriebspartner Winora.

Fazit:

Mit dem BMW Mountainbike Enduro ist BMW ein großer Wurf geglückt. Das BMW MTB Enduro ist ein edles, erstklassiges und sehr hochwertiges Bike mit einem sehr breiten Einsatzgebiet. Die sehr gute Verarbeitung, das exclusive Design und die guten Fahreigenschaften verdienen unser höchstes Lob.

Preis: 2499 Euro
Größen: S, M und L (42, 45 und 50 cm)
Gewicht: etwa 14,2 Kilogramm

Mehr Infos unter www.bmw-shop.com/lifestyle

Norco Rampage – Hardcore-Hardtail aus Kanada – Test

Die Marzocchi Dropoff 2 QR-20 mit 150mm Federweg, die großdimensionierten Hayes Bremsscheiben mit 8 Zoll Durchmesser und der flache Lenkwinkel von 65,5 Grad lassen die Wurzeln dieses Bikes erahnen: Freeride pur! Der Blick auf das Heck des Bikes lässt so manchen Biker die Augen reiben. Kein phattes Fully tut sich da vor einem auf, sondern ein Hardtail der besonderen Art. Wie haben für euch das Rampage der kanadischen Kultschmiede Norco gerockt!

Der Blick auf das Bike beschleunigt den Herzschlag und der Preis lässt die Hardcore-Hardtail-Fangemeinde im wahrsten Sinne des Wortes „Luftsprünge“ machen. Mit 1599 Euro ist das Norco Rampage mit dieser Ausstattung ein sehr attraktiver Schnapper. Die Verarbeitung ist, wie von Norco gewohnt, erstklassig und die Machart des Bikes entspricht nicht dem üblichen Allerlei. Schon die Form des ovalen Unterrohrs und die Gussets sind ein Augenschmaus.

Die Auswahl der Komponenten lassen nur einen Schluss zu: Mit diesem Bike muss man Berge rocken, runter, weniger rauf. Dass dies trotzdem geht, verdankt man dem zweiten Kettenblatt mit 22 Zähnen. Die Sattelstütze lässt sich komplett versenken oder auch, zum Pedalieren, rausziehen. Somit kommt man dann tatsächlich die Berge rauf und kann auch ohne Sessellift und Gondel dem Abfahrtsspaß nachkommen. Wenn sich auf der Abfahrt noch Northshores und Jumps anbieten, umso besser.

Das Rampage ist kein Leichtgewicht. Etwa 17,1 Kilogramm Kampfgewicht, die Laufräder und nicht zuletzt die Kenda Nevegal 2.5 kosten eine Menge Körner beim Beschleunigen. Trotz des hohen Gewichts ist das Rampage sehr handlich. Mit ein paar wenigen Handgriffen lässt sich das Norco sogar zu einem recht akzeptablen Sprinter umbauen, wie unser 1. Platz beim KamiCup beweist. Die Lösung sind schmalere und leichter rollende Reifen in Verbindung mit leichten Schläuchen anstatt der phatten DH-Schläuche von Kenda. Wir montierten zum Dirten und für den Einsatz auf Dualkursen den Kenda Blue Groove in der Breite 2.0 und konnten somit das Gewicht auf 15,6 Kilogramm reduzieren.

Der Grip der Kenda Nevegal ist auf trockenem Untergrund erstklassig, nur bei Nässe stellen sich leichte Schwächen ein. Der flache Lenkwinkel des Norco Rampage sorgt selbst bei ruppigen Abfahrten für präzise Lenkbewegungen und Ruhe im Frontbereich, auch wenn der Einsatzbereich der Marzocchi Dropoff 2 nicht unbedingt beim Downhill zu suchen ist. Zwei Kettenblätter versehen am Rampage ihren Dienst, ein 32er und ein 22er Kettenblatt. Als Kettenführung dient der Umwerfer in Verbindung mit einem phatten Rockring. Die Kette bleibt leider dennoch nicht immer dort, wo sie hingehört.

Flowige Abfahrten, smoothe Freeridepassagen und Northshoreelemente, das sind die Dinge, wo sich das Norco wohlfühlt. Beim Jumpen verhält sich das Rampage gut und ausgeglichen. Das Norco lässt sich wunderbar in der Luft dirigieren und in die Landung pressen. Wir empfehlen, wie oben beschrieben, beim Dirten den Einsatz von leichteren Reifen mit weniger Rollwiderstand. Ein Starthügel ist aber dennoch zu empfehlen. Der Rahmen des Rampage ist absolut verwindungssteif, Steckachse vorne als auch hinten tragen ihr übriges dazu bei.

Für die Verzögerung des Bikes sorgen Hayes HFX-9 Bremsen mit acht Zoll Scheibenbremsen, die in allen Belangen überzeugen können. Ebenfalls überzeugen können die anderen verbauten Komponenten wie zum Beispiel die Wellgo Plattformpedalen und die Truvativ Hussefelt Kurbeln. Schaltungstechnisch findet ein Shimano-Mix Verwendung. Der braunen Lackierung des Rahmens können auch diverse durch die Gegend fliegende Steine nichts anhaben und sorgt somit lange für eine gute Optik des Bikes. Lediglich der Kettenstrebenschutz, eine Plastikfolie, verdient Kritik.

Fazit:
Ein superstabiles Hardcore-Hardtail mit einem sehr breiten Einsatzgebiet. Das Handling des Rampage erinnert leicht an ein Fully. Das perfekte Bike für flowige Abfahrten und Northshores. Mit dem ausgeglichenen Fahrwerk bereitet das Ausloten von Grenzsituationen besonders viel Spaß. Minuspunkte kostet allerdings das hohe Gewicht des Rampage.

Rahmengrößen: XS, S, M, L
Farbe: Braun
Gewicht: etwa 17,1 kg
Preis: 1599 Euro

Vertrieb:
Fritz Wittich GmbH
Distributor of Norco Performance Bikes
33609 Bielefeld

Mehr Infos unter: www.norco-bikes.de

Sigma Sport BC 1106 – Bikecomputer im Test

Viele Bikecomputer glänzen mit Funktionen, die von den meisten Bikern nicht genutzt werden. Der Mehrwert der Funktionen drückt zudem noch kräftig auf die Geldbörse. Eine Lösung des Problems wäre die Anschaffung des Sigma Sport BC 1106. Die wichtigsten Funktionen werden hier in einem kleinen und robusten Gehäuse vereint. Wir haben uns den kleinen starken Bikecomputer von Sigma Sport genauer angeschaut.

Der Sigma Sport BC 1106 glänzt mit Funktionalität. Hier wird nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen, sondern den wichtigsten Funktionen erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Auffallend ist bereits das Befestigungssystem des BC 1106. Der Bikecomputer wird nicht, wie in der Vergangenheit, gleich einem Schlitten auf den Befestigungssockel aufgeschoben, sondern gesteckt und gedreht. Wer im Besitz von Zubehör von Drittanbietern ist, wie zum Beispiel ein NaviiOn, kommt nicht drumherum, die alte Befestigung, parallel zum neuen Befestigungssockel, weiter zu benutzen.

Die Montage des Fahrradcomputers gestaltet sich äußerst einfach. Im Lieferumfang befindet sich alles, um den Sigma Sport BC 1106 direkt einsetzen zu können. Der erste Blick auf die Anzeige des BC 1106 gefällt. Die Anzeige ist übersichtlich und sehr gut ablesbar. Keine kryptischen Abkürzungen erscheinen auf dem Display, sondern Volltextanzeigen. Somit muss man sich keine Abkürzungen für irgendwelche Anzeigen merken. Ein weiterer Vorteil ist die Einstellbarkeit des Kontrastes der Anzeige.

Doch welche Funktionen bietet der Sigma Sport BC 1106? Kurz gesagt alles, was der Biker für eine Tour benötigt. Darunter fällt neben der Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, der Durchschnittsgeschwindigkeit und der Maximalgeschwindigkeit natürlich die Anzeige der Tageskilometer und der Gesamtkilometer. Ein weiterer Clou des BC 1106 ist die Einstellbarkeit von zwei Radgrößen, welche durch einen optional erhältlichen „Bike 2 Sensor“ automatisch erkannt werden. Die Gesamtkilometer und die Gesamtfahrzeit werden für das jeweilige Rad angezeigt.

Ein großes Ärgernis bereiten viele Bikecomputer bei einem notwendigen Batteriewechsel. Nicht jedoch der BC 1106! Durch einen integrierten Speicherchip bleiben die wertvollen Daten auch nach einem Batteriewechsel erhalten. Als Energieversorger findet eine 3 Volt Lithium Batterie Verwendung. Sollte mal irgendetwas verloren gehen oder ein zweiter Sensor o.ä. benötigt werden, stellt dies auch kein Problem dar. Bei Sigma Sport lässt sich alles nachbestellen.

Fazit:

Klein, quadratisch, praktisch, gut. Der Sigma Sport BC 1106 überzeugt durch eine gute Ablesbarkeit und die simple Bedienung.

Preis: 21,95 Euro

Mehr Infos unter www.sigmasport.com

Centurion Numinis 1200 – Low Ratio Suspension im Test

Die Antwort auf die Streitfrage des perfekten All-Mountain-Bikes lässt sich am Besten in der Praxis ermitteln. Zum Beispiel in einem der schönsten Freeridegebiete Frankreichs, dem Zentralmassiv. Hier sind Bikes gefragt, die auf äußerst ruppigen Abfahrten liegen wie ein Brett und durch ein perfekt ansprechendes Fahrwerk den Fahrer entlasten, andererseits aber auch die Kletterfähigkeit einer Gemse bieten, damit die Uphills perfekt gemeistert werden können. Centurion bietet mit der Numinis-Serie Bikes an, die für diese Aufgabe wie geschaffen sind. Wir haben für euch das Centurion Numinis 1200 getestet.

Auffällig bei der Numinis-Serie ist das LRS Federungssystem. LRS steht für Low Ratio Suspension und bedeutet soviel, dass der Hub des Federbeins in etwa dem Federweg des Hinterrades im Verhältnis 1:1 entspricht. Erreicht wird dies durch eine besondere Federbeinanlenkung und in diesem Fall mit einem German:A. LRS-SL Dämpfer. Ein außergewöhliches Prinzip, welches uns aber auf der ganzen Linie überzeugen konnte. Bergauf elimeniert der Hinterbau, der etwa 115mm Federweg bietet, gekonnt Unebenheiten und sorgt so für sehr guten Vortrieb. Selbst im unwegsamen Gelände und bei technischen Uphills konnte der Vorwärtsdrang des Numinis begeistern. Auf der Straße spricht der Hinterbau sensibel an, ohne unnötig zu wippen.

Wer jetzt meint, hiermit wären die Stärken des Numinis erschöpft, wird sich auf der Abfahrt wundern. Mit einer unglaublichen Sicherheit gleitet das Numinis über ruppige Trails hinweg. Lediglich der Federweg von etwa 115mm setzt hier die Grenzen. Die verbauten Avid Juicy 5 Bremsen brauchen den Vergleich mit den Bremsen anderer Hersteller nicht zu fürchten. Der sehr gute Eindruck der Avid, mit der perfekten Bremsleistung bei guter Dosierbarkeit, wird nur durch das bei Nässe auftretende Quitschen leicht getrübt. Ein Manko, welches man aufgrund der guten Bremsleistung gerne in Kauf nimmt.

Als Schaltwerk versieht ein Shimano XT Schaltwerk seinen Dienst, über dessen Zuverlässigkeit man keine Worte mehr verlieren muss. Centurion setzt auch bei den Reifen auf Sicherheit. Sicherlich nicht die Erstwahl für Marathon oder Crosscountry, bietet der IRC Trailbear in der Breite 2.25 einen idealen Kompromiss aus Rollverhalten und Traktion. Die Einstufung des Numinis als All-Mountain-Bike rechtfertigt diesen Reifen aber allemal. Ein Bike, welches soviel Spaß beim Uphill als auch beim Downhill bereitet, braucht einen Reifen mit einem breiten Einsatzbereich.

Einen Grund zur Kritik bietet die verbaute Manitou Splice Super LO Federgabel. Ist die Einstellung der Zugstufe und die Blockierung des Federwegs noch lobenswert, vermissen wir schmerzlich eine Luftvorspannung. Zu oft schlug die viel zu weiche Gabel im Test durch. Selbst die Beschichtung der Standrohre kann uns nicht wirklich überzeugen. Zudem vernahmen wir im Laufe des Tests lauter werdende metallische Geräusche der Gabel beim Einfedern und ein leichtes Siffen am rechten Tauchrohr. Auch die bequeme Einstellung des Federwegs von 100mm bis 130mm kann unser hartes Urteil nicht mildern.

In der angebotenen Konfiguration bereitet das Numinis 1200 absoluten Fahrspaß. Sei es auf Sprintstrecken wie in den Niederlanden oder bei ausgedehnten Touren durch das französische Zentralmassiv. Das Centurion kann in allen Belangen, bis auf die Manitou-Federgabel, überzeugen. Für ein Crosscountry-Bike würden wir das Gewicht des Numinis von knapp 14 Kilogramm als zu hoch bewerten, für ein All-Mountain-Bike ist das Gewicht und die Zuverlässigkeit des Numinis vorbildlich. Der Lack und die Verarbeitung des edel anmutenden Numinis sind erste Klasse.

Fazit:
So stellen wir uns das perfekte All-Mountain-Bike vor. Ein Bike, das alles kann, mit einem Federungssystems, welches von Anfang an überzeugt. Lediglich die Manitou Gabel lässt an dem Numinis Federn.

Farbe: matt-grau
Größen: 41, 46, 51, 56 cm
Gewicht (ohne Pedalen): 13,8 Kilogramm
Preis: 1499 Euro

Mehr Infos unter www.centurion.de

Univega RAM FR-19 – Born to be wild! – Test

Als in den späten sechziger Jahren der Schrei nach Freiheit immer lauter wurde, drückte sich dies verstärkt auch in der Musik aus. Musik, die beflügelte und inspirierte. Dazu kam die Abgrenzung zu auferlegten bestehenden Gesellschaftsformen, welche das Individuum auf ein unerträgliches Maß einschränkte. Noch heute ist Woodstock vielen Menschen ein Begriff. Die Zeiten haben sich geändert, doch besteht auch weiterhin der Drang, die Freiheit auszuleben und bestehende Grenzen zu erweitern oder gar zu überschreiten. Wenngleich auch in anderer Form. Weg von bestehenden auferlegten Regeln, hin zur Auslebung eigener Phantasien und Ausloten des eigenen Limits. Eine Herausforderung an ein Bike, welches wie geschaffen für diese Aufgabe ist: Das Univega RAM FR-19.

Das Univega FR-19 sitzt direkt wie ein Maßanzug. Man fühlt sich von Anfang an wohl. Bereits die erste Abfahrt löste bei uns Glücksgefühle aus. Das Fahrwerk schluckt sensibel auch große Brocken weg, ohne dass das Univega, samt Fahrer, in ernsthafte Schwierigkeiten gerät. Hier zeigt sich die gute Abstimmung mit der Doppelbrückengabel Rock Shox Boxxer Ride, die mit der U-Turn Federwegverstellung eine bequeme Einstellung des Federwegs von 133mm bis maximal 178mm bietet. Am Heck wirkt ein Manitou SPV Swinger Dämpfer für die etwa 170mm Federweg.

Die Ausstattung zeigt an, wohin es mit dem FR-19 geht. Definitiv bergab. Überzeugend gleitet das FR-19 über Wurzelpassagen und Steinbrocken hinweg und entlastet den Fahrer mit einem sehr gut arbeitenden Fahrwerk. Somit werden auch kniffelige Kurvenpassagen im ruppigen Gelände souverän gemeistert. Lediglich in Abfahrten mit harten Bremsmanövern hat der von Univega gut umgesetzte Eingelenker, gegenüber den viergelenkigen Systemen, leichte Nachteile. Bremsstottern ist das Zauberwort, welches die Verfechter der Viergelenker gerne anbringen. Ein weiterer Vorteil der Viergelenker gegenüber den Eingelenkern kann das FR-19 selbstbewusst entgegentreten: Die seitlich auftretenden Kräfte auf den Dämpfer werden durch die Abstützung gekonnt eliminiert.

Um die Grenzen des Fahrwerks ausloten zu können, bedarf es natürlich einer guten Reifenwahl. Auch hier erweist sich die Wahl als erstklassig. Die Maxxis Minion DHF in der Breite 2.5 können bei den verschiedensten Bodenverhältnissen überzeugen und rollen dabei noch, für einen Downhillreifen, recht passabel. Trotz SPV ist das Univega nicht unbedingt für den Spaß bergauf zu haben. Obwohl das Univega mit einem Kettenblatt mit 36 Zähnen ausgeliefert wird, hält sich der Uphillspaß stark in Grenzen. Der große Nachteil ist die konstruktionsbedingte Beschränkung der Sattelstütze. Eine Teleskopsattelstütze würde dem Univega sicherlich gut zu Gesicht stehen und das Einsatzgebiet etwas erweitern. Die Aussicht auf den absoluten Abfahrtsspaß, sei es über phatte Drops, Felskanten, Wurzelpassagen, Northshores, die Auflistung ließe sich unendlich fortführen, lässt dieses Manko aber schnell vergessen.

Die griffige und gut dosierbare Hayes HFX V8 Scheibenbremse, mit 203mm Scheiben vorne wie hinten, sorgt für das nötige Verzögern, auch wenn man auf dem FR-19 nicht wirklich den Drang verspürt, bremsen zu wollen. Kanten werden mit einem Schmatzer des Fahrwerks ohne Murren geschluckt. Das gute Handling des etwa 19 Kilogramm schweren Gerätes und das ausgeglichene Fahrwerk lassen die persönlichen Limits weit anheben. Für die Kette sorgt eine Truvativ Kettenführung mit einer genialen Lösung des Rockrings. Die Holzfeller Kurbeln und die Sun Singlewide Felgen mit Ringle Naben zeugen vom guten Geschmack der Univega-Entwickler. Der Rahmen des FR-19 ist sehr verwindungssteif, die Steckackachse vorne als auch hinten steuern ihren Teil zu einem extrem verwindungsteifen Fahrwerk bei. Muss man da noch erwähnen, dass einige Komponenten von FSA sind, die Plattformpedalen von Truvativ stammen und die Schaltung eine Saint ist?

Die Einsatzgebiete des FR-19 lassen sich leicht definieren: Überall dort, wo es Spaß macht. Grobe Vorraussetzung ist allerdings, dass es bergab geht. Northshores, Downhill und Freeride lassen das Univega alle Trümpfe ausspielen. Selbst Dirts meistert das Univega, durch seine guten Flugeigenschaften und das gute Handling, lobenswert. Auch nach dem Test konnten wir an dem FR-19 kein Lagerspiel an der Abstützung des Eingelenkers feststellen. Ein Punkt, der uns an dem FR-19 nicht ganz überzeugen konnte, ist das extreme Kettenschlagen auf der Schwinge. Das ist nicht nur laut, sondern hinterlässt auch hässliche Spuren.

Fazit:

Ein perfekt ansprechender Eingelenker, der neben dem guten und ausgewogenen Fahrwerk mit einem sehr guten Handling glänzt. Das perfekte Spaßmobil für den nächsten Bikeparkbesuch.

Gewicht: 19,0 Kilogramm
Rahmengrößen: 37cm, 45cm
Farbe: hunter white/chromium black
Preis: 3299 Euro

Mehr Infos unter: www.univega.com