Solid Getriebebike Prototyp im Test

Für nächstes Jahr hat Solid Bikes ein bezahlbares Getriebebike angekündigt. An diesem Wochenende ist uns das Solid-Team samt des Prototypen im Bikepark Bad Wildbad vor die Linse gefahren. Peter Schmid von Solid Bikes erklärte, sehr bildhaft, die Vorteile des neuen Getriebebikes gegenüber herkömmlichen Bikes. Hauptziel ist die Reduzierung der ungefederten Masse, welches bei einem Federweg von 240 Milimeter ein sehr wichtiger Aspekt ist. Soviel hat das neue Bike nämlich.

Veranschaulichen kann man sich dies mit einer leeren gegenüber einer vollen und dadurch trägeren Coladose bei schnellen hin und her Bewegungen. Beachtlich ist das Gewicht des neuen Bikes. Komplett aufgebaut bringt das Getriebebike ohne Pedalen nur 20,6 Kilogramm auf die Waage und ist damit sogar leichter, als das aus gleichem Hause stammende Mission 9. Die Basis bildet eine Shimano Nexus Nabenschaltung. Ein weiteres Highlight des Rahmens ist die 20 mm Steckachse hinten. Hieraus ergeben sich einige Vorteile. Das Laufrad ist leichter und die Übersetzung kann durch einfaches Wechseln des Ritzels mit wenigen Handgriffen auf die jeweilige Strecke angepasst werden. Ein weiterer Vorteil ist der mögliche Einsatz eines Laufrades hinten als auch vorne.

Eine geniale Lösung! Nach den ersten Testfahrten erklärte Andreas Sieber, Gesamtführender des iXS German Downhill Cups, gegenüber der FRAKTUR, dass das neue Bike unglaublich auf dem Trail liegt, sich geradezu festsaugt und sehr handlich sei. Das Bike wird in der nächsten Zeit ausgiebig getestet werden und voraussichtlich ab März/April 2007 erhältlich sein. Der Preis des Rahmens inklusive Getriebe und Naben könnte um die 4000 Euro liegen. Man darf gespannt sein, wann man das erste Mal das Getriebebike beim Rennen sehen wird. Vielleicht sogar schon zur DM?

Cyclewolf Venom Disc – Test

Wer sich viele Testberichte in den Medien anschaut, wird sich schnell fragen, wo viele Tester die Grenze für den Begriff preisgünstig ansetzen. Bei Bikes um die 3000 Euro von preisgünstig zu reden, stößt bei vielen Bikern auf Unverständnis, obwohl dieser Begriff bei den jeweiligen Tests sicherlich formal richtig gewählt wurde. Eine magische Grenze bei der Anschaffung eines Bikes liegt für viele Biker bei 500 Euro. In dieser Preisklasse trumpft das Cyclewolf Venom Disc auf. Ein Geheimtipp oder doch mehr Schein als Sein?

Die markante Optik des voluminösen Rahmens mit dem dicken Ober- und Unterrohr verspricht viel Gutes. Vorne dominiert am Venom eine mechanische Scheibenbremse von Tektro mit einer eindrucksvollen 180mm Bremsscheibe, während hinten eine klassische V-Brake, ebenfalls von Tektro, ihren Dienst versieht. Als Federgabel wurde dem Cyclewolf Venom Disc eine RST CAPA T-6 Federgabel mit 76 mm Federweg spendiert. Das Gesamtpaket sieht auf den ersten Blick auch recht fesch aus. Umso gespannter waren wir auf den Fahrtest.

Die Sitzposition auf dem Cyclewolf ist leicht gestreckt, aber für lange Touren immer noch akzeptabel. Ernüchternd waren dann allerdings die ersten Ausfahrten mit dem Cyclewolf. Das Fahrverhalten des Venom ist sehr nervös. Auf ruppigen Singletrails kommen selbst versierte Biker schnell an ihr Limit. Rauhe Abfahrten werden mit dem Cyclewolf zu einer echten Herausforderung für den Fahrer. Die Front des Venom bricht ohne Vorankündigung aus und zwang uns im weiteren Verlauf des Tests zu einer etwas besonnereren Fahrweise.

Ein Grund für das sehr nervöse Fahrverhalten dürfte bei der verbauten RST CAPA T-6 Federgabel zu suchen sein. Die CAPA T-6 hat in unseren Augen die Bezeichnung Federgabel nicht wirklich verdient. Nicht nur die Technik der RST CAPA T-6 mit Feder und MCU erinnert an graue Steinzeit des Mountainbikens, sondern auch das schlechte Ansprechverhalten. Die Gabel reagiert, wenn überhaupt, absolut unsensibel. Auch die Minimierung der Federvorspannung brachte kein akzeptables Ergebnis.

Ein Verkaufsargument in dieser Preisklasse sind sicherlich Scheibenbremsen. Auch das Cyclewolf Venom Disc ist, wie es bereits der Name besagt, mit einer Scheibenbremse ausgestattet. Zumindest vorne bietet das Venom eine optisch beeindruckende Scheibe mit 180mm Durchmesser. Am Heck wirkt eine klassische V-Brake. Die Bremsleistung der Scheibenbremse kann zwar den teureren Hydraulikbremsen kein Paroli bieten, ist aber noch akzeptabel. Ein bisschen Fingerkraft ist aber schon notwendig, um eine akzeptable Bremsleistung zu erzielen. Die V-Brake von Tektro kann uns dagegen nicht begeistern.

Schaltungstechnisch ist an dem Cyclewolf Venom Disc ein Shimano-Mix mit 24 Gängen, statt der mittlerweile üblichen 27 Gängen, montiert. Die integrierten Brems- und Schaltgriffe sind funktionell, wenn auch nicht gerade schön und leise. Jeder Gangwechsel wird mit einem lauten „Klack“ begleitet. Nach einigen Regen- und Schlammfahrten litt etwas die Schaltpräzision. Die verbauten Felgen von Rigida, als auch die Reifen von Kenda, sind für die Preisklasse, in der sich das Cyclewolf Venom Disc bewegt, eine durchaus gute Wahl.

Der gekröpfte Lenker sorgt in Verbindung mit einem kürzeren Vorbau für entspanntes Fahren und Touren. Hier ist sicherlich auch das Einsatzgebiet des Cyclewolf Venom Disc zu sehen. Das Cyclewolf lässt sich gut pedalieren, die Kletterfähigkeit ist akzeptabel und leichte Trails im Gelände lassen sich mit dem Bike gut meistern. Die Verarbeitung des Rahmens und die Lackierung konnten uns überzeugen. Daneben glänzt der Rahmen mit sinnvollen Gussets, einem integrierten Steuersatz und einem tauschbaren Schaltauge.

Bei einem Komplettpreis von unter 500 Euro muss man Kompromisse eingehen. Ein reinrassiges XC-Racebike wird man für dieses Geld ebensowenig bekommen wie einen phatten Downhiller. Die meisten verbauten Komponenten des Venom Disc sind zwar nicht edel, aber funktionell. Der große Minuspunkt ist unseren Augen die RST Federgabel. Ein Leichtgewicht ist das Venom Disc nicht. Etwas über 14 Kilogramm bringt das Bike auf die Waage. Als sportlicher Tourer steht dem Kauf dieses unter 500 Euro Bikes nichts im Wege.

Fazit:

Das Herzstück des Cyclewolf Venom Disc ist ohne Zweifel der Rahmen. Die markante Optik macht Lust auf mehr. Die große Schwäche des Venom Disc ist vor allem die verbaute RST CAPA T-6 Federgabel.

Gewicht: etwa 14,2 kg (ohne Pedalen)
Preis: 499 Euro

Mehr Infos unter www.cyclewolf.de

Solid Mission 9 – Test – Mission Possible?!

Ethan Hunt lehnt sich bequem zurück. Das Unwetter beunruhigt ihn in keinster Weise. Hier im Flieger fühlt er sich wohl und sicher. Er klappt sein Laptop auf und vernimmt seinen neusten Auftrag: Nicht zu Wasser, aber zu Land und in die Luft wird ihn sein nächstes Abenteuer bringen. Er muss geheime Dokumente sicher von einem Berg zu Tal bringen. Über verblockte Trails mit Geschwindigkeiten jenseits von Gut und Böse, bespickt mit wilden Jumps und Gaps, wird er vor dem Feind flüchten müssen. Ethan schließt das Laptop und schaut entspannt aus dem Fenster des Fliegers, denn er weiß, dass er das passende Gefährt haben wird: Ein Solid Mission 9. Mission possible?

Ganz so spektakulär spielte sich unser Test im Vorfeld natürlich nicht ab. Dennoch erwartete das Mission 9 auch bei uns die wilde Hatz über Trails. Bereits der erste Einsatz im belgischen Chaudfontaine konnte von den Stärken des Solid überzeugen. Der schnelle und steinige Trail, der über Bunkeranlagen des Krieges führt, verlangt ein gut ansprechendes Fahrwerk. Viele kurze Schläge zeigen schnell Schwächen im Fahrwerk auf. Die 235 mm Federweg am Heck sprechen unglaublich sensibel an. Dicke Steine und Kanten steckt das Solid mit einem Schmatzer weg.

Das Solid saugt sich regelrecht auf dem Trail fest. Die Umsetzung des abgestützen Eingelenkers, des patentierten Monolink Systems, ist Solid Bikes definitiv gelungen. Ein Leichtgewicht ist das verwindungssteife Mission 9 allerdings nicht. In der BPS-Ausführung (Bike Park Serie) mit einer Marzocchi 888 RC2, Truvativ Hussefelt Kurbeln, MRP Kettenführung sowie Sun S-Type Felgen aufgebaut, bringt das Solid etwas über 21 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage. Umso erstaunlicher ist, dass sich das Solid dennoch recht gut beschleunigen lässt.

Auch das Handling des Mission 9 kann überzeugen. Auf engen Trails lässt sich das Solid trotz des Gewichts gut um die Ecken zirkeln. Die Fahrposition mit dem sehr zentralen Schwerpunkt finden wir äußerst gelungen. Die gute Beherrschbarkeit des Bikes zeigt sich auch in der Luft. Wunderbar lässt sich das Bike kontrollieren und in die Landung pressen. Die anfängliche Befürchtung, das Bike würde mit uns fliegen und nicht andersherum, bestätigte sich zum Glück nicht. Das Fahrverhalten des Mission 9 ist sehr gutmütig und bietet genügend Sicherheitsreserven.

Das Solid liegt gut in der Hand. Fast übermütig schießt man mit dem Bike in die Kurven. Sollte es dann eng werden, driftet das Solid sauber und gut kontrollierbar. Drifts machen somit genausoviel Spaß wie Powerdrifts beim Beschleunigen in der Kurve. Die Verarbeitung des Solid ist solide, aber nichts für Freunde der filigranen und verspielten Baukunst. Das Mission 9 ist ein Arbeitsgerät, und so will es auch benutzt werden. Umso heftiger der Einsatz, umso besser. Das einzige Limit beim Solid scheint der Fahrer selbst zu sein.

Ein Mission 9 in der Bike Park Serie ist für 3599 Euro erhältlich. Mit der sehr gut arbeitenden Marzocchi 888 und den sinnvollen Komponenten ein sehr fairer Preis. Auch die hauseigenen Reverse Components konnten während des Tests überzeugen. Sollte es mit dem Solid auf der Abfahrt dann doch mal zu schnell werden, lässt sich das Mission 9 mit der Hayes Nine gut verzögern. Wer sein Bike lieber selber aufbauen möchte, kann den Rahmen bei Solid auch einzeln, mit oder ohne Dämpfer, erwerben.

Ethan Hunt kann wirklich gefasst sein. Mit dem Solid Mission 9 steht ihm ein erstklassiges Abfahrtsbike zur Verfügung. Schlimm wäre es nur, wenn seine Feinde auch dieses Bike haben würden. Dann könnte es eng werden 😉 Natürlich ist das Ziel eines jeden Bikers anders. Sei es die die Flucht vor Spionen, die Anhebung der eigenen persönlichen Limits oder der Gewinn des iXS Downhill Cups. Mit dem Solid Mission 9 ist die Mission auf jeden Fall possible 🙂

Fazit:

Die erstklassige Funktion des abgestützten Eingelenkers kann voll überzeugen. Das Solid Mission 9 bügelt die Trails geradezu platt, ohne jedoch an Handlichkeit und Spritzigkeit einzubüßen.

Größen: S und M
Gewicht: ca. 21,2 kg (Komplettbike BPS ohne Pedalen)

Preise:
Komplettbike BPS 3599,00 Euro
Rahmen ohne Dämpfer 1699,00 Euro
Rahmen mit MetelRP 1849,00 Euro
Rahmen mit FOX DHX 5.0 2099,00 Euro

Mehr Infos unter www.solidbikes.de

Red Bull Werks ES-600 – Das Enduro von Rose im Test

Die Anforderungen an ein Endurobike sind einfach definiert, aber fast unmöglich in die Tat umzusetzen. Es muss perfekt klettern, selbst auf ruppigsten Abfahrten liegen wie ein Brett, sollte auf Singletrails für einen Tunnelblick sorgen und muss zudem natürlich noch tourentauglich sein. Auf einen Punkt gebracht bedeutet dies, es muss eine eierlegende Wollmilchsau sein. Eine schwere Aufgabe, der sich auch das Red Bull Werks ES-600 vom Versandhandel Rose stellt. Wo die Stärken und die Schwächen des Werks liegen, galt für uns herauszufinden.

Die abgedruckten Daten im Katalog des Versandhandels Rose lesen sich hervorragend. Am Heck bietet das Red Bull Werks ES-600 145 mm Federweg, vorne sind es 130 mm Federweg. Enduristen werden sich mit weniger allerdings auch nicht zufrieden geben. Auch die verbauten Parts machen auf dem Papier einen guten Eindruck. Ob das ganze Paket allerdings harmoniert, musste fahrtechnisch ermittelt werden. Dem Red Bull Werks ES-600 stand eine schwere Zeit bei uns bevor. Bevor man eine Abfahrt genießen kann, muss man natürlich erstmal hoch fahren. Eine Pflichtkür für Enduros!

Das Werks ES-600 klettert hervorragend, hebt jedoch bei vollem Federweg der Gabel, bei der verbauten Rock Shox Revelation 426 Air sind das 130 mm Federweg, die Nase. Besonders bei steilen und engen Serpentinenauffahrten gestaltet sich dies zu einem Geduldsspiel und artet in einem körperlichen Balanceakt aus. Doch clever hat Rose vorgesorgt!
Die Revelation lässt sich dank U-Turn bequem während der Fahrt auf ein Minimum an Federweg runterschrauben. Mit 100 mm Federweg wird das Manko des Hebens der Nase gut eliminiert.

Die Revelation kann absolut überzeugen. Das gute Ansprechverhalten erfreut ebenso wie die Motion Control Dämpfung mit verstellbarem FloodGate. Natürlich spendierte Rose dem Werks auch eine PopLoc Fernbedienung. Die Gabel glänzt neben dem guten Ansprechverhalten und den guten Einstellmöglichkeiten mit einer bemerkenswerten Steifigkeit. Nicht nur die Gabel, sondern auch der für den Hinterbau verantwortliche Dämpfer entstammt dem Hause Rock Shox. Mittels Verstellschraube lässt sich der Dämpfer blockieren, was vor allem auf Straße für ein kräftesparendes Vorankommen sorgt.

Das Konzept des Viergelenkers setzt Rose schon seit einiger Zeit erfolgreich um. Beim Werks ES-600 konnten wir aber leider leichte Schwächen feststellen. Entgegen den sonstigen guten Erfahrungen mit den Viergelenkern von Rose verhält sich das Werks ES-600 mit dem Rock Shox Pearl 3.1 Dämpfer etwas unglücklich. Bei leichten Unebenheiten spricht das Red Bull noch sehr gut an und bügelt die Trails glatt. Vor allem bei Uphills kann das Werks dadurch Punkte sammeln. Bei groben Trails mit dicken Wurzeln und Steinen wird das Ansprechverhalten des Hinterbaus merklich schlechter und die Stöße werden vermehrt an den Fahrer weitergegeben.

Das Werks glänzt mit extremer Handlichkeit. Die Lenkung ist feinfühlig und lässt sich exakt umsetzen. Auf schnelleren Abfahrten reagiert das Werks leicht nervös.
Prinzipiell würden wir uns an dem Red Bull Werks ES-600 einen breiteren Lenker und einen kürzeren Vorbau wünschen. Absolut überzeugend ist das Driftverhalten des Werks. Beim Überschreiten der Haftgrenze driftet das Werks über beide Räder gleichzeitig und lässt so, ohne an Sicherheit zu verlieren, Fahrfreude aufkommen.

Diese Grenze lässt sich sogar noch nach oben schrauben. Rose stattet das Werks ES-600 mit Continental Gravity in der Breite 2.3 aus. Der Freeridereifen aus dem Hause Continental ist für den Einsatz als tourenlastiges Enduro sicherlich eine verständnisvolle Wahl, unseren Anspruch an Haftung kann der Continental Gravity aber nicht gerecht werden. Ein anderer Reifen musste her! Wir haben dem Red Bull im weiteren Verlauf des Test den Schwalbe Big Betty in der Größe 2.5 spendiert. Eine Wahl, die dem Rose gut zu Gesicht steht und es mit mehr Sicherheit und noch mehr Fahrspaß quittiert.

Der Einsatz von dickeren Reifen bereitet dem Red Bull übrigens keine Probleme. Der Hinterbau ist großzügig dimensioniert, könnte in unseren Augen allerdings etwas seitensteifer sein. Ebenfalls sehr großzügig dimensioniert sind die Bremsen. Die Avid Juicy Seven mit 203 mm Bremsscheiben lassen den Fahrer bei einem beherzten Zug am Bremshebel regelrecht zusammenstauchen. Die Avid geben zwar fürchterliche glucksende Geräusche von sich, sind von der Bremsperformance und der Dosierbarkeit aber absolute Spitzenklasse und verdienen höchstes Lob.

Bei der Wahl der Ausstattung überließ Rose nichts dem Zufall. SRAM X-9 Schaltung, Race Face Lenker und Vorbau, Shimano LX Tretlager und die hauseigenen Xtreme Big Trail Wheels geben genauso wenig Grund zum Nörgeln wie die schon erwähnten Avid Bremsen und die Rock Shox Revelation Federgabel. Ebenfalls ohne Tadel bleibt die Verarbeitung des Red Bull und die Lackierung. Nur vom Sattelrohr sind wir enttäuscht. Trotz des optischen Eindrucks einer komplett versenkbaren Sattelstütze, ließ sich diese bei dem Rahmen in der Größe 17 Zoll nur knapp 17 cm versenken.

Fazit:

Die erstklassigen Komponenten und die gute Verarbeitung des Werks ES-600 sind geradezu eine perfekte Geldanlage. Zudem glänzt das Werks ES-600 mit außerordentlichem Fahrspaß auf Trails. Dies lässt sogar die Schwäche des Hinterbaus gut verschmerzen.

Rahmengrößen: 17, 19 und 21 Zoll
Farbe: Basalt-Black
Gewicht: ca. 13,3 kg (ohne Pedalen)
Preis: 1799 Euro

Mehr Infos unter www.roseversand.de

Santa Cruz Nomad – Eine kurze beeindruckende Bekanntschaft – Test

Nomaden hält nichts lange an einem Ort. Unabhängig zu sein und schnell die Orte wechseln zu können, das ist die Maxime dieser Menschen, welche das sesshafte Leben ablehnen. Alles andere würde einem Gefängnis gleichkommen. Diese Charakterzüge sind auch bei dem Santa Cruz Nomad zu finden. Es will sich nicht in eine Kategorie einordnen lassen, um dort sein Leben fristen zu müssen. Nein, es ist der Nomade unter den Bikes. Wir hatten eine kurze, aber sehr interessante Begegnung mit dem Nomad.

Bei der ersten Begegnung stellte sich das Santa Cruz so vor, wie man es von Nomaden vermuten sollte. Das Nomad, eigentlich nur als Rahmen erhältlich, war auf lange und weite Touren eingestellt. Gleich wie die Nomaden in der Wüste, die den Ballast der Zivilisation schnell hinter sich lassen wollen. Der Aufbau unseres Nomad begünstigte diese Absicht. Doch mit ein wenig Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl eröffnen sich für das Nomad unglaublich abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten.

Schon optisch hebt sich das Nomad von der Masse ab. Die Form des Rahmens erinnert an die Schnittigkeit eines Windhundes. Der Rahmen ist sehr verwindungssteif und bietet mit 165 mm Federweg genug Potential, auch gröberes Gelände unter die Stollen zu nehmen. Auch beim Ausfallende entflieht das Nomad dem Mainstream. Das Ausfallende ist mitsamt Schaltauge komplett austauschbar. Was wäre ein Santa Cruz ohne Virtual Pivot Point, kurz VPP, welches dafür sorgt, dass sich der Dämpfer immer in einer antriebsneutralen Position befindet?!

Standardmäßig wird das Nomad mit einem Fox Float R Dämpfer vertrieben. Wir haben das Nomad mit einem Fox DHX Air 5.0 Dämpfer kennengelernt, der unglaublich viele Einstellmöglichkeiten bietet. Erstaunlich leichtfüßig lässt es sich mit dem Nomad pedalieren. Sitzend lässt sich spielend so mancher Uphill bewältigen. Lange Freeridetouren werden mit dem Santa Cruz zu Genusstouren, zumal das Nomad sehr spurstabil läuft. Lediglich beim Fahren im Sitzen schob das Nomad in den Kurven leicht über das Vorderrad. Wiegetritt quittiert das VPP leider mit unschönem Pedalrückschlag.

Auf Singletrails, Northshores und technischen Trails fühlt sich das Nomad samt Fahrer sauwohl. Die Sitzposition würden wir als leicht hecklastig bezeichnen. Der Hinterbau des Nomad spricht sehr sensibel an und bügelt die Trails geradezu platt. Das Tretlager liegt sehr tief, weshalb beim Beschleunigen in der Kurve oder auf schmalen Singletrails am Hang aufgepasst werden muss. Ein großer Vorteil des Nomad ist die voll versenkbare Sattelstütze. Die Verarbeitung des Rahmens ist über alles erhaben. Das sehr edle Design gepaart mit der Funktionalität lässt sich Santa Cruz natürlich auch dementsprechend bezahlen.

Über die perfekten Komponenten für das Nomad lässt sich sicherlich genauso streiten wie über die Einstellung des Dämpfers. Hier muss der Käufer selber entscheiden, wo er die Schwerpunkte setzen möchte. Die Stärke des Nomad ist für uns die Hatz über Singletrails, wo es durchaus auch mal berghoch gehen kann. Drops und Kanten nimmt das Nomad auf der Abfahrt sehr gerne mit. Für den Vertrieb von Santa Cruz Bikes in Deutschland ist der Dämpferspezialist Shock Therapy verantwortlich.

Fazit:
Der Rahmen des Nomad glänzt mit einer sehr guten Verarbeitung, einem exklusiven Design, einem sehr guten Ansprechverhalten, allerdings aber auch mit Schwächen beim Wiegetritt.

Rahmengrößen: S, M, L und XL erhältlich (14, 17, 19 und 21 Zoll)
Gewicht: etwa 3,3 Kilogramm
Preis: ab 2639 Euro (inkl. Fox Float R Dämpfer)

Mehr Infos unter:
www.santacruzmtb.com
www.shock-therapy.com

GT Ruckus 2006 i-drive 7 3.0 – Der Freerider im Test

Die 1972 gegründete Firma GT war schon sehr früh im Radsportbereich wegweisend. Fahrer wie Greg Hill sorgten in den achtziger Jahren für die Erfolge bei BMX Rennen und die Skateparklegende Eddie Fiola heizte mit GT den Zuschauern mächtig ein. In den folgenden Jahren folgte ein auf und ab der Kultschmiede aus den USA, dennoch vermochte GT immer wieder mit Innovationen für Aufsehen zu sorgen. Die Produktplattform 2006 beinhaltet die meisten Neuentwicklungen seit 1972. Das Ruckus i-drive 7 3.0 ist eines davon. Wir haben in einem Test das Ruckus kräftig zur Brust genommen.

Auffallend beim GT ist neben der Dämpferbefestigung das i-drive System. Die erste Ausfahrt bescheinigt dem ausgetüfftelten System direkt gute Noten. Der Hinterbau des sehr verwindungssteifen Rahmens, mit etwa 180mm Federweg, spricht sensibel an und liegt satt auf dem Trail. Durch das i-drive System sind keine Antriebseinflüsse bemerkbar. Es pedaliert sehr angenehm und selbst größere Freeridetouren sind kein Problem. Dank der zwei verbauten Kettenblätter klettert das GT sogar noch recht anständig. Selbst im Wiegetritt kann das i-drive überzeugen. Das Handling des GT kann ebenso begeistern. Für schnelle Abfahrten würden wir uns dennoch einen etwas flacheren Lenkwinkel wünschen.

Die verbauten Komponenten verdienen Lob und Tadel gleichermaßen. Das leichte Untersteuern des GT wird durch die Wahl der vorne etwas breiteren Reifen gut unterbunden. Das Ruckus rollt auf Tioga Blue Dragon, vorne in der Breite 2.5, hinten in der Breite 2.3. Die Alex DP20 Disc Felgen können genauso überzeugen wie die Truvativ Kurbeln. Von Truvativ sind auch das Innenlager, der Lenker und die Sattelstütze. Die schraubbaren Griffe von GT sind ebenfalls mit einem großen Plus zu versehen. Es könnte alles so schön sein, wenn nicht auf der anderen Seite dieses gute Bild durch andere Komponenten in Mitleidenschaft gezogen werden würde.

In keinster Weise konnte uns die verbaute Manitou Stance Blunt überzeugen. Das Ansprechverhalten der 150mm bietenden Federgabel ist sehr zäh und wirkt dem gut ansprechenden Rahmen entgegen. Wurzelpassagen und Steinfelder, die der Hinterbau mit einem lockeren Schmatzer absorbiert, zwangen uns dank der Stance zu akrobatischen Fahrmanövern. Leider sind auch die Einstellmöglichkeiten der Stance sehr dürftig. Bis auf die Einstellung der Zugstufe bietet die Stance Blunt keinerlei Möglichkeiten, schnell und unkompliziert die Gabel an den Fahrer und die Fahrweise anzupassen.

Ein weiterer negativer Punkt auf unserer Liste sind die Bremsen. Die Hayes Sole ist dem Power des GT nicht gewachsen. Hier würden wir uns von Hayes definitiv andere Bremsen wünschen. Die Verwendung des Maxle Schnellspann-Steckachsensystem von Rock Shox an der Hinterachse ist vorbildlich. Ohne Werkeug lässt sich schnell und unkompliziert das Hinterrad ausbauen. Leider verstummt die Freude beim Ausbau des Vorderrades, hier funktioniert ohne Werkzeug leider nichts mehr.

Auch das speziell für den Umwerfer angebrachte Rohr sollte GT noch einmal überdenken. Die kurze Schweißnaht kann im Falle eines Sturzes und der dadurch eventuell entstehenden seitlichen Belastung nicht gerecht werden. Bei uns verabschiedete sich so das Rohr samt Umwerfer. Der Rohrstummel kann aber durch eine interne Schraube zusätzlich fixiert werden, welche sich unter der Gummiabdeckung befindet. Wir empfehlen, unbedingt darauf zu acheten, das im Innern des Rohres diese Befestigungsschraube angebracht wurde!

Fahrtechnisch und vom Handling kann der Rahmen des GT begeistern. Harte Drops sind mit dem Ruckus ebenso möglich wie weite Touren. Das Bike lässt sich hervorragend pedalieren. Lediglich die Gabel und die Bremse stehen dem guten Fahrwerk des GT entgegen. Damit ist besonders auf ruppigen Abfahrten der Fahrspaß stark eingeschränkt. Für fetzige Downhills würden wir uns einen flacheren Lenkwinkel wünschen. Die Verarbeitung des GT kann, bis auf die Schweißnaht des Rohrstummels für den Umwerfer, absolut überzeugen. Auch die Lackierung zeigte kaum Macken nach dem Test. Der Preis von knapp 2000 Euro ist eine Kampfansage in der Klasse der Freerider.

Fazit:
Viele gute Komponenten, das sehr gut arbeitende i-drive und nicht zuletzt der Preis von knapp 2000 Euro sprechen für das GT Ruckus i-drive 7 3.0. Allerdings bleibt das GT durch die verbaute Manitou Stance Blunt und Hayes Sole weit unter seinen Möglichkeiten.

Rahmengrößen: M, L
Farbe: bentonite blue
Gewicht: etwa 17,7 kg (ohne Pedalen)
Preis: 1999 Euro

Mehr Infos unter: www.gtbicycles.com

Focus First Expert – Auf Abwegen – Der Marathonexperte im Test

Das Focus First Expert, von Focus selbst im Bereich Marathon angesiedelt, besticht durch eine mutige und sehr eigenwillige Anordnung des Dämpfers. Die verbauten Komponenten des Focus sind einen Zungenschnalzer wert. Ob das First Expert auch First Class ist, galt in einem harten Test herauszufinden. Neben vielen Einsätzen auf unseren Hometrails, in der Provence und in der Eifel musste das Focus noch eine andere Disziplin bewältigen: Kurzerhand haben wir mit dem First Expert an einem XC-Rennen teilgenommen. Konnte das Focus das Team der Fraktur überzeugen?

Beim First Expert fällt direkt die sehr ungewöhnliche Rahmenkonstruktion auf. Der DT Swiss SSD-190 Dämpfer findet Raum in einer Aussparung im Oberrohr, welches sich quasi am Dämpfer vorbeischlängelt. Unsere Bedenken, mit dem Oberschenkel permanent das Oberrohr an dieser verdickten Stelle zu streifen, bestätigte sich nicht. Vorteil dieser Rahmenkonstruktion ist der gute Schutz des Dämpfers vor Dreck. Während der Hebel zum Blockieren des absolut überzeugenden Dämpfers noch gut erreichbar ist, bedarf es bei der Einstellung der Zugstufe etwas Fingerspitzengefühl. Mit der passenden Pumpe stellt dagegen die Zugänglichkeit zum Ventil für die Luftunterstützung kein Problem dar.

Die Sitzposition auf dem First Expert ist angenehm sportlich. Wir würden die Sitzposition zwischen Tour und Race anordnen. Selbst lange Touren sind mit dem Focus ein Genuss. Der leicht gekröpfte und relativ breite Lenker sorgt zudem für ein gutes Handling. Die Magura Louise FR mit einer 180 mm Bremsscheibe vorne und einer 160 mm Bremsscheibe hinten verzögert das leichtfüßige Bike sicher und sehr gut dosierbar. Auch bei Schaltwerk und Umwerfer legt Focus höchsten Wert auf Präzision. Nicht weniger als Shimano XTR wurde an dem First Expert verbaut, bei den Schalthebeln finden immer noch XT-Hebel Verwendung.

Bei der Federgabel hat sich Focus für die Rock Shox Reba Race mit 100 mm Federweg entschieden. Die Wahl der Federgabel erweist sich als äußerst gelungen. Durch das Remote Poploc lässt sich die Reba schnell und unkompliziert vom Lenker aus blockieren. Auch das Lösen der Blockierung geschieht völlig ohne Kraftaufwand. Wie durchdacht die Rock Shox ist, zeigt das Motion Control, welches die Dämpfung der Gabel steuert. Zusätzlich erlaubt die Einstellung des Floodgates eine Feinjustierung der Sperrposition. Die Zug- als auch die Druckstufe sind bequem von außen einstellbar, zudem bietet die sehr sensibel ansprechende Gabel die Möglichkeit, den Positiv- als auch Negativfederweg mittels Autoventil einzustellen.

In Verbindung mit der Rock Shox Reba Race läuft das Focus First Expert zur Höchstform auf. Der Viergelenker mit 100 mm Federweg lässt sich hervorragend beschleunigen. Nichts wippt unnötig und trübt somit den Vorwärtsdrang. Bei Unebenheiten spricht der Viergelenker sensibel an und selbst größere Brocken werden noch weggeschluckt, ohne dass Unruhe ins Fahrwerk kommt. Hier zeigt sich die Klasse des DT Swiss Dämpfers. Vor allem die Kletterfähigkeit des Focus weiß zu überzeugen. Selbst sehr steile Uphills meistert das Focus ohne widerwillig die Nase zu heben.

Der sehr gut arbeitende Hinterbau sorgt für genialen Vortrieb. Selbst beim Wiegetritt kann die Traktion für Begeisterung sorgen. Zielstrebig lässt sich das gutmütige Focus über Singletrails peitschen. In Grenzsituationen am Rande der Traktion bleibt das Focus sehr gut beherrschbar und vermittelt dem Fahrer ein gutes und sicheres Gefühl. Lediglich in Kurven mit sehr hoher Geschwindigkeit konnten wir ein leicht schwammiges Fahrverhalten feststellen, welches aber keinen Grund zur Sorge darstellt.

Kommen wir zu unserem Lieblingspunkt Reifen. Am First Expert sind Continental in der Breite 2.3 verbaut. Vorne versieht ein Gravity Pro seinen Dienst, der definitiv mehr Traktion bietet als der hinten verbaute Flow Pro. Aber beide verbauten Continental weisen Schwächen auf losem Untergrund und vor allem bei Nässe auf. Absoluter Pluspunkt der Continental ist dagegen das sehr gute Rollverhalten. Vor allem Marathonfahrer wissen dies zu schätzen. Alles in allem kann man für den Einsatzbereich des First Expert die Reifenwahl als gut bezeichnen.

Neben vielen Einsätzen auf Trails am Niederhein, in Südfrankreich und in der Eifel, sollte das Focus First Expert seine Stärken bei einem Rennen unter Beweis stellen. Kurzerhand haben wir mit dem Focus das XC-Rennen in Kollerbeck bestritten und bei den Masters den achten Platz belegt. Ein Beweis, wie giftig aggressiv das Focus bewegt werden kann, wenn es sein muss. Ein Sporttourer mit einem unglaublichem Potential! Knapp 2200 Euro sind kein Pappenstiel für ein Bike, aber dafür bekommt man ein sehr gut durchdachtes System, welches perfekt funktioniert. Das Focus First Expert bereitet richtig Laune beim Fahren. Die Verarbeitungsqualität und Lackierung des Focus geben auch keinerlei Grund zur Kritik. Selbst im Bereich der Kettenstrebe wies die Lackierung kaum Macken auf. Die vielen verbauten Komponeten von FSA, wie zum Beispiel die Kurbel und der Lenker, versahen ihren Dienst ebenso perfekt und zuverlässig wie die DT Swiss Laufräder.

Fazit:

Erneut beweist Focus wieder, wie sportlich aggressiv Sporttourer sein können, ohne dabei an Komfort einbüßen zu müssen. Der genial arbeitende Viergelenker kann voll überzeugen und die verbauten Komponenten werden dem Focus First Expert absolut gerecht – First Class eben!

Preis: 2199 Euro
Gewicht: etwa 12,3 Kilogramm (ohne Pedalen)
Farbe: salt/bahamabeige
Rahmengrößen: 44, 49, 54 cm
Mehr Infos unter www.focus-bikes.de

BMW Mountainbike Enduro im Test – Freude am Fahren?!

Bereits seit 1992 bietet BMW eine eigene Produktlinie für Fahrräder an. In früheren Jahren war die Optik der BMW Mountainbikes sehr gewöhnungsbedürftig und fand wenig Zustimmung bei den Bikern. Mit dem neuen Enduro MTB präsentiert sich BMW dafür umso selbstbewusster. Das Bike mit dem formschönen Alu-Rahmen wirkt sehr edel und gefällt auf Anhieb. Der Rahmen wird im Tiefziehverfahren hergestellt und ermöglicht so diese extravagante Rahmenform. Optik, die gefällt. Kann das BMW Enduro auch in der Praxis überzeugen?

Schon der erste Blick auf das BMW MTB Enduro zeigt die Liebe zum Detail. Die vorbildlichen Schweißnähte sind ebenso überzeugend wie die hochwertige zweifarbige Pulverbeschichtung. Bereits jetzt darf erwähnt werden, dass diese nicht nur edel aussieht, sondern auch von der Qualität zu überzeugen weiß. Understatement wird bei BMW groß geschrieben. Nur ein kleines BMW-Logo, das bekanntlich einen Propeller am Himmel abbildet, weist auf die Firma BMW hin. Kein riesiger Schriftzug, wie sonst üblich, ziert den Rahmen.

Der Hinterbau des BMW Bikes mit 145 mm Federweg bei den Rahmengrößen M und L (die Rahmengröße S bietet lediglich 110 mm Federweg) arbeitet hervorragend. Sensibel schluckt der Viergelenker Unebenheiten weg und sorgt für gute Traktion. Bergauf als auch bergab kann das Fahrwerk des BMW Enduro absolut überzeugen. Der verbaute Manitou Radium RL Air Dämpfer leistet hervorragende Arbeit und lässt sich zum Tourenfahren bequem per Hebel blockieren. Der Hinterbau wurde bewusst in Matt gehalten und trotzt auch den hartnäckigen Schlägen der Kette.

Das Oberrohr des BMW Bikes ist sehr lang. Durch den schönen und praktischen Vario-Vorbau ist die Sitzposition aber leider viel zu gestreckt und trübt so etwas die Freude am Fahren. Dies ist sicherlich ein Zugeständnis an eine breitere Käuferschicht. Die Montage eines kurzen Vorbaus wirkte im Test aber direkt Wunder. Die Sitzposition wird aufrechter und das Bike handlicher. Mit dem kürzeren Vorbau lädt das Bike direkt zum Spielen ein. In diesem Zusammenhang würden wir einen breiteren Lenker empfehlen, um das Potential des BMW Enduro voll auszuschöpfen.

Bei der Federgabel hat sich BMW für die Manitou Black Platinum Air mit 120 mm Federweg entschieden, die sich mit ihrer Funktion sehr gut in das Gesamtkonzept einfügt. Die Einstellmöglichkeiten von Gabel und Dämpfer lassen eine gute Abstimmung an die persönlichen Bedürfnisse zu. Mit dem vollen zur Verfügung stehenden Federweg der Manitou Gabel werden steile Uphills allerdings zur Qual. Nervös hebt das BMW schnell die Nase und zwingt den Biker zu akrobatischen Balanceakten. Doch auch hier hat BMW mitgedacht. Die Reduzierung des Federwegs der Manitou Black auf 35 mm sorgt bei steilen Uphills für sicheres Vorankommen.

Die Absenkung der Gabel geschieht bequem vom Lenker mit einem Schalter. Durch ein erneutes Bedienen des Schalters und Entlastung des Vorderrades wird der volle Federweg wieder hergestellt. Eine perfekte Problemlösung! Dank des guten Fahrwerks mit dem sehr tiefen Tretlager liegt das BMW MTB Enduro satt auf den Trails. Besonders bei ruppigen Trails lernt man schnell das Fahrwerk zu schätzen. Probleme macht das tiefe Tretlager nur beim Pedalieren in Wurzelpassagen, Kurven und Steinfeldern.

Die Hayes HFX Mag XC Bremse sorgt mit ihrer guten Dosierbarkeit und dem herzhaften Biss für eine zuverlässige Verzögerung des Bikes. Die SRAM X.9 Schaltung glänzt durch präzise Schaltvorgänge und reiht sich nahtlos in das gut funktionierende Gesamtpaket ein. Sorgenkind sind für uns mal wieder die Continental Reifen. Die montierten Gravity Pro in der Größe 2.3 können uns weder von der Pannensicherheit noch vom Grip, besonders auf nassem Untergrund, überzeugen. Tourenfahrer werden bei den Continental Reifen jedoch den niedrigen Rollwiderstand zu schätzen wissen.

Sehr überrascht sind wir von der Robustheit des Bikes. Selbst harte Touren nimmt das BMW dem Biker nicht übel, wie auch unser Test auf dem Wildride im Fun-Park Todtnau zeigte. Somit kommen auch Freunde der härteren Gangart auf ihre Kosten, zumal das BMW eine aggressive Fahrweise zulässt. Haupteinsatzgebiet des BMW Mountainbike Enduro sind für uns aber schöne flowige Singletrails und sehr anspruchsvolle Touren. Und da darf es ruhig mal härter zur Sache gehen!

Erhältlich ist das Bike nicht nur bei ausgesuchten BMW Händlern und im Internet unter www.bmw-shop.com/lifestyle, sondern erstmalig auch über den Vertriebspartner Winora.

Fazit:

Mit dem BMW Mountainbike Enduro ist BMW ein großer Wurf geglückt. Das BMW MTB Enduro ist ein edles, erstklassiges und sehr hochwertiges Bike mit einem sehr breiten Einsatzgebiet. Die sehr gute Verarbeitung, das exclusive Design und die guten Fahreigenschaften verdienen unser höchstes Lob.

Preis: 2499 Euro
Größen: S, M und L (42, 45 und 50 cm)
Gewicht: etwa 14,2 Kilogramm

Mehr Infos unter www.bmw-shop.com/lifestyle