Vaude Suami Gloves – Winterhandschuhe im Test

Kinders, Kinders…kalt war es mal wieder! Auch wenn der Winter derzeit Achterbahn fährt, können wir doch sicher sein, dass es nochmal richtig kalt werden wird. Da wir selbst im tiefsten Winter nicht auf unsere Lieblingsbeschäftigung, dem Biken, verzichten wollen, ist gute Winterbekleidung absolut notwendig. Besonders bei den Händen setzt die eisige Kälte dem Biker stark zu. Bekleidungsspezialist Vaude bietet in seinem Sortiment das passende Kleidungsstück gegen steifgefrorene Finger. Wir haben uns mit dem Winterhandschuh Suami für euch in die Tiefen des Winters gestürzt.

Das erste Anprobieren und die erste Ausfahrt mit dem Handschuh ist gewöhnungsbedürftig. Durch die Dicke des Materials, der Handschuh soll schließlich wärmen, ist die Sensibilität natürlich nicht mit dünnen Sommerhandschuhen vergleichbar. Allerdings gewöhnt man sich schnell an die Handschuhe. Bei Temperaturen über 0 Grad wird es in den Suami Gloves mollig warm, die besten Tragebedingungen finden sich unter dem Gefrierpunkt bei etwa -5 Grad. Kälter geht, aber da macht sich nach einiger Zeit der Daumen bemerkbar. Die Ärmelbündchen reichen weit hoch und wärmen zusätzlich. Leider vermissen wir einen zusätzlichen Frotteebesatz am Daumen, welcher direkt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen würde: Reinigungsfunktion und zusätzlicher Kälteschutz. Die Verarbeitung der Handschuhe ist sehr gut, die Suami Gloves lassen sich zudem bei 30 Grad problemlos waschen. Nur das Vaude-Logo verabschiedete sich bei uns nach einigen Wäschen.

Als sehr nützlich haben sich auch die Armlinge III und Beinlinge III von Vaude erwiesen. Diese auf kleinstes Packmaß verstaubaren Helferlein sollten auf keiner größeren Tour fehlen. Für die Übergangszeit eignen sie sich als Erweiterung für kurze Pants, im Winter bieten die Arm- und Beinlinge in Kombination mit langer Wäsche einen zusätzlichen Kälteschutz. Der Preis für die Armlinge III beträgt 29 Euro und für die Beinlinge III 39 Euro.

Fazit:

Gute Passform, guter Kälteschutz und gute Qualität zu einem fairen Preis! Absolut empfehlenswert!

Preis: 34,95 Euro

Infos unter www.vaude.com

Univega RAM XF-932 – Der X-Fighter im Test

Zeitgemäß zeigt sich Univega mit den Bikes der X-Fighter Serie. Ohne viel Schnickschnack und unnötigen Ballast verspricht Univega mit der XF-Serie den Käufern ein Bike, welches jeder Offroad- und Stadt-Szene gewachsen sein soll. Optisch flößt das XF-932 schon mächtig Respekt ein. Der Preis unterhalb der 1000 Euro Grenze könnte ebenfalls für viele Anhänger sorgen. Wir haben den Kämpfer in den verschiedensten Disziplinen zum Duell aufgefordert.

 

Wie es sich für einen Kämpfer gehört, darf ein imposantes Auftreten nicht fehlen. Das vierkantige Unterrohr und die wuchtige Front des X-Fighter verfehlen beim Betrachter nicht ihre Wirkung. Mit fetten Lettern verewigt sich der Markenname Univega auf dem Unterrohr. Ein wahres Highlight sind die Ausfallenden des XF-932. Diese bestehen aus je einer Platte, welche über Langlöcher eine Änderung der Kettenstrebenlänge um etwa 14 mm erlauben.

Der Lenkwinkel des Univegas ist recht steil. Das Fahrverhalten ist zwar etwas nervös, dafür reagiert das X-Fighter ohne Verzögerung auf jede Lenkbewegung. An das leicht nervöse Fahrverhalten gewöhnt man sich allerdings sehr schnell und genau so schnell lernt man die Vorzüge dieses Bikes zu lieben. Das Univega lässt sich absolut genial beschleunigen und sorgt besonders auf BMX-Bahnen für Beschleunigungsorgien. Somit kann auch vor langgezogenen Jumps genug Geschwindigkeit aufgebaut werden.

Geradezu leichtfüßig lässt sich das Bike bewegen. Das Univega rollt richtig gut und lädt dazu ein, den Weg zum nächsten Spot auch mal mit dem Bike zurück zu legen und nicht unbedingt nur mit dem Auto. Bei soviel Sprintpotential und gutem Rollverhalten schockte der Blick auf die Waage. Das Gewicht des XF-932 beträgt stattliche 16,1 Kilogramm. Ein erstaunlich hoher Wert der verblüfft, wenn man die Leichtfüßigkeit des Univegas betrachtet.

Das XF-932 zeigt seine Stärken aber nicht nur erdgebunden, sondern auch, oder gerade, in der Luft. Das Univega lässt sich beim Jumpen hervorragend dirigieren und zeigt keinerlei Anzeichen von Nervosität. Doch nicht nur auf BMX-Tracks ist das XF zu Hause, sondern auch auf allen Straßen und Skateparks der Welt. Durch das gute Handling verführt das Univega zum Spielen. Auch beim Drift verhält sich das Univega souverän. Das Vorderrad fängt leicht an zu radieren, bevor sich sanft das Hinterrad anschließt. Das Bike bleibt dabei sehr gut kontrollierbar.

Das Einsatzgebiet des XF-932 ist in den Bereichen Street, Dirt und Dual zu suchen. Entsprechend zum Einsatzgebiet sind die verbauten Komponenten. Die Marzocchi Dirt Jumper 3 bietet mit 100mm Federweg ausreichend Reserven. Auch bei der Schaltung lässt Univega nichts „anbrennen“ und spendierte dem XF-932 Schaltwerk und Schalthebel der XT-Gruppe von Shimano. Für gute Dosierbarkeit und Bremspower sorgt Maguras Julie mit einer 160er Bremsscheibe hinten und einer 180er Bremsscheibe vorne.

Das Univega RAM XF-932 lässt kaum Wünsche offen. Ein Kämpfer der sympatischen Natur. Der breite Spielraum lässt viel Platz für Kreativität. Schwächen zeigt das Bike nur zweckentfremdet auf ruppigen schnellen Abfahrten. Hier macht sich das nervöse Fahrverhalten negativ bemerkbar. Bei Schlamm sind die Geax Lobo Loco Reifen etwas überfordert. Der unteren Rolle der Truvativ Kettenführung sollte man hin und wieder etwas Schmierstoff gönnen, da diese den ansonsten lautlosen Kämpfer in einen schreienden Krieger verwandelt.

Fazit:

Optisch und fahrtechnisch ein sehr geiles Bike mit einer gelungenen Ausstattung. Der Preis unterhalb der 1000 Euro Preisklasse dürfte für viele Anhänger sorgen. Da wünscht man sich nur noch eine BMX Bahn vor der Tür!

Preis: 999 Euro

Gewicht: etwa 16,1 Kilogramm

Mehr Infos unter www.univega.com

Kona Stinky 2007 im Test – Einstieg in die „Out of Bounds“ Klasse

1988 gründeten Jacob Heilbron, „Jake the Snake“ genannt, Dan Gerhard und Joe Murray die Bikeschmiede Kona. Besonders im Bereich Freeride und Northshore engagierte sich Kona sehr früh, eine Entwicklung, die im Laufe der Jahre weiter vorangetrieben wurde. Bereits zu früher Zeit erfreuten Kona Bikes die Biker durch massig, aber bezahlbaren Federweg und Robustheit. Mit der „Out of Bounds“ Serie stellt Kona den Freeridern in aller Welt die Umsetzung eines soliden und ausgereiften Arbeitsgerätes zur Verfügung. Das preisgünstigste Stinky ermöglicht mit knapp 2200 Euro den Einstieg in diese Klasse.

Für das Modelljahr 2007 wurde das Stinky komplett überarbeitet. Neben der Lackierung fällt vor allem die neu entwickelte Wippe auf. Im Gegensatz zu 2006 weist die CNC-gefräste Wippe des neuen Stinky nicht mehr die vielen Ausfräsungen auf. Am Heck bietet der abgestützte Eingelenker 7 Zoll (knapp 18 cm) Federweg und vorne arbeitet eine Marzocchi Drop-Off Triple mit 17 cm Federweg. Mit dem auf die Waage gebrachten Gewicht von etwa 19,5 Kilogramm ist das Stinky kein Fliegengewicht, für einen Freerider in dieser Kampfklasse ist das Gewicht aber noch akzeptabel.

Die erste Ausfahrt offenbart auch direkt die Stärken des Stinky. Das Bike wirkt nicht nur optisch sehr kompakt, sondern besticht durch ein sehr gutes Handling. Fast spielerisch lässt sich das Bike über Singletrails peitschen, Vorraussetzung ist allerdings, dass es bergab gehen sollte. Durch die Verwendung von zwei Kettenblättern und dem relativ steilen Sitzwinkel ist das Stinky bedingt tourentauglich. Touren gehört sicherlich nicht zu den Stärken des Stinky und sollte eher als Mittel zum Zweck angesehen werden, nämlich dorthin zu kommen, wo man mit dem Stinky richtig Spaß bekommt. Und der beginnt, sobald das Stinky rollt!

Das Manko des preisgünstigsten Stinky sind die relativ begrenzten Abstimmungsmöglichkeiten. Eine Änderung der Dämpferanlenkung, wie beim Stab, ist leider nicht möglich. Der FOX Vanilla R Dämpfer lässt zwar lediglich die Einstellung der Zugstufe zu, überzeugt aber durch Robustheit und harmoniert hervorragend mit dem Hinterbau. Dieses Zusammenspiel verhilft dem Stinky zu einem guten Ansprechverhalten, auch bei verblockten Trails, und schluckt souverän auch harte Landungen. Passend zum Hinterbau spricht auch die verbaute Marzocchi Drop-Off Triple gut an. Die durchgehende Achse mit 20mm Durchmesser verleiht der Drop-Off zudem genügend Steifheit. Leider sind die Einstellmöglichkeiten der Drop-Off sehr begrenzt. Extern lässt sich lediglich die Federvorspannung mit Luft anpassen, die Zugstufe lässt sich leider nur intern einstellen.

Sehr gut gefallen uns beim 2007er Modell die austauschbaren Ausfallenden. Der Rahmen des sehr verwindungssteifen Stinky ist zudem bereits für die Aufnahme einer Bremsmomentabstützung vorbereitet, um die Bremskräfte von der Schwinge zu entkoppeln. Der Hinterbau ist großzügig dimensioniert und lässt auch die Verwendung von sehr breiten Reifen zu. Der phatte Rockring sorgt für einen guten Schutz des Kettenblattes und sieht zudem auch noch verschärft aus. Die Kette blieb meistens dort, wo sie hingehört. Lediglich ab und zu, wenn es ziemlich ruppig wurde, fiel die Kette runter.

Trickser werden die verbaute Doppelbrückengabel kritisieren, weil diese bauartbedingt natürlich den Spielraum etwas einschränkt. Die verbauten Komponenten wie die Kona Jackshit Pedalen, die Sun MTX-S Felgen, die Hayes HFX-9 Bremsen mit 8 Zoll Bremsscheiben vorne und hinten, sowie die FSA Komponenten, wie zum Beispiel die Gravity MOTO-X MegaExo Kurbeln, können rundum überzeugen. Die Sattelstütze lässt sich, wenn diese etwas gekürzt wird, wunderbar versenken. Als Schaltwerk wurde das altbewährte und ausgereifte Mittelklasseschaltwerk Shimano LX verbaut.

Filigrane Handwerkskunst ist bei Kona nicht gefragt, das merkt man auch am Gewicht. Hier zählt einzig die Tatsache, den wachsenden Ansprüchen der Fahrern gerecht zu werden und die Fahrer, bei ihrem Drang weiter zu wachsen, mit zuverlässigen und erschwinglichen Bikes zu unterstützen. Kona geht hier den richtigen Weg, das zeigt sich auch am Engagement für Bikeparks wie zum Beispiel Whistler und Leogang. Und genau dort ist auch das Einsatzgebiet des Stinky zu suchen. Egal ob Slopestyle, Northshore oder Downhill, sobald das Stinky rollt, geht die Post ab. Das Fahrwerk spricht sensibel an und verhält sich auch in Grenzsituationen, egal ob auf dem Trail oder in der Luft, sehr neutral. Fahrspaß garantiert!

Fazit:

Das Stinky ist ein Allround-Talent und somit das perfekte Bike für den nächsten Besuch im Bikepark. Das Stinky überzeugt durch ein sehr gutes Handling, Zuverlässigkeit und einem gut ansprechenden Fahrwerk.

Größen: S (15 Zoll) bis XXL (17 Zoll)
Gewicht: ca. 19,5 Kilogramm
Farben: Dark Blue Matt / Black
Preis: 2199 Euro

Mehr Infos unter www.konaworld.com

MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland – Vorstellung

Mit 38 ausgewiesenen Strecken von leicht bis schwer bietet die Bike Arena Sauerland 1700 Kilometer Bikespaß pur! Vom Einsteiger bis zum Profi findet hier jeder sein Bike El Dorado. Einen sehr guten Überblick über diese schönen Touren bietet der neue „MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland“ des Esterbauer Verlages. Neben der Beschreibung von ausgewählten Touren bietet das Werk einige Schmankerl, welche den „MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland“ von anderen Werken dieser Art abgrenzen. Wir haben uns für Euch den Guide genauer angeschaut.

Auffallend ist bereits die Machart des Guides. Bei dem Werk handelt es sich nicht um ein herkömmliches Buch, sondern um ein in einem Ringbuch zusammengefassten Kartenwerk im Maßstab 1:35000. Die Karten und Touren im Format 21×12 cm lassen sich einzeln dem kompakten Ringbuch entnehmen und können so bequem auf die Tour mitgenommen werden. Insgesamt stehen somit 34 Touren und 5 Tourenvorschläge aus der Sauerländer-Tälertour zur Verfügung. Neben den detailierten Karten findet sich eine Beschreibung der jeweiligen Tour, ein ausführlicher Streckenverlauf und das Höhenprofil. Eine Einstufung der Tour in Fahrtechnik und Kondition lässt zudem eine sehr gute Planung zu. Damit die Karten auf der Tour nicht zu Schaden kommen, sind diese reiß- und wasserfest. Eine zusätzlich Falz in der Blattmitte lässt die Karte auf ein Maß von 10,5 x 12 cm schrumpfen und sollte somit selbst in der kleinsten Tasche Platz finden.

Neben dem Kartenwerk bietet der „MountainBikeGuide – Bike Arena Sauerland“ zusätzlich eine Übersichtskarte mit den eingezeichneten Touren und ein Übernachtungsverzeichnis, die das sehr gute Gesamtbild des Guides abrunden.

Fazit:

Für jeden Tourer in der Bike Arena Sauerland ein absolutes must have! Der sehr faire Preis macht das Werk auch für Gelegenheitsbiker in der Bike Arena Sauerland empfehlenswert.

Maßstab: 1:35.000
Preis: 19,90 Euro

Mehr Infos unter www.bike-arena.de

Cyclewolf Venom Disc – Test

Wer sich viele Testberichte in den Medien anschaut, wird sich schnell fragen, wo viele Tester die Grenze für den Begriff preisgünstig ansetzen. Bei Bikes um die 3000 Euro von preisgünstig zu reden, stößt bei vielen Bikern auf Unverständnis, obwohl dieser Begriff bei den jeweiligen Tests sicherlich formal richtig gewählt wurde. Eine magische Grenze bei der Anschaffung eines Bikes liegt für viele Biker bei 500 Euro. In dieser Preisklasse trumpft das Cyclewolf Venom Disc auf. Ein Geheimtipp oder doch mehr Schein als Sein?

Die markante Optik des voluminösen Rahmens mit dem dicken Ober- und Unterrohr verspricht viel Gutes. Vorne dominiert am Venom eine mechanische Scheibenbremse von Tektro mit einer eindrucksvollen 180mm Bremsscheibe, während hinten eine klassische V-Brake, ebenfalls von Tektro, ihren Dienst versieht. Als Federgabel wurde dem Cyclewolf Venom Disc eine RST CAPA T-6 Federgabel mit 76 mm Federweg spendiert. Das Gesamtpaket sieht auf den ersten Blick auch recht fesch aus. Umso gespannter waren wir auf den Fahrtest.

Die Sitzposition auf dem Cyclewolf ist leicht gestreckt, aber für lange Touren immer noch akzeptabel. Ernüchternd waren dann allerdings die ersten Ausfahrten mit dem Cyclewolf. Das Fahrverhalten des Venom ist sehr nervös. Auf ruppigen Singletrails kommen selbst versierte Biker schnell an ihr Limit. Rauhe Abfahrten werden mit dem Cyclewolf zu einer echten Herausforderung für den Fahrer. Die Front des Venom bricht ohne Vorankündigung aus und zwang uns im weiteren Verlauf des Tests zu einer etwas besonnereren Fahrweise.

Ein Grund für das sehr nervöse Fahrverhalten dürfte bei der verbauten RST CAPA T-6 Federgabel zu suchen sein. Die CAPA T-6 hat in unseren Augen die Bezeichnung Federgabel nicht wirklich verdient. Nicht nur die Technik der RST CAPA T-6 mit Feder und MCU erinnert an graue Steinzeit des Mountainbikens, sondern auch das schlechte Ansprechverhalten. Die Gabel reagiert, wenn überhaupt, absolut unsensibel. Auch die Minimierung der Federvorspannung brachte kein akzeptables Ergebnis.

Ein Verkaufsargument in dieser Preisklasse sind sicherlich Scheibenbremsen. Auch das Cyclewolf Venom Disc ist, wie es bereits der Name besagt, mit einer Scheibenbremse ausgestattet. Zumindest vorne bietet das Venom eine optisch beeindruckende Scheibe mit 180mm Durchmesser. Am Heck wirkt eine klassische V-Brake. Die Bremsleistung der Scheibenbremse kann zwar den teureren Hydraulikbremsen kein Paroli bieten, ist aber noch akzeptabel. Ein bisschen Fingerkraft ist aber schon notwendig, um eine akzeptable Bremsleistung zu erzielen. Die V-Brake von Tektro kann uns dagegen nicht begeistern.

Schaltungstechnisch ist an dem Cyclewolf Venom Disc ein Shimano-Mix mit 24 Gängen, statt der mittlerweile üblichen 27 Gängen, montiert. Die integrierten Brems- und Schaltgriffe sind funktionell, wenn auch nicht gerade schön und leise. Jeder Gangwechsel wird mit einem lauten „Klack“ begleitet. Nach einigen Regen- und Schlammfahrten litt etwas die Schaltpräzision. Die verbauten Felgen von Rigida, als auch die Reifen von Kenda, sind für die Preisklasse, in der sich das Cyclewolf Venom Disc bewegt, eine durchaus gute Wahl.

Der gekröpfte Lenker sorgt in Verbindung mit einem kürzeren Vorbau für entspanntes Fahren und Touren. Hier ist sicherlich auch das Einsatzgebiet des Cyclewolf Venom Disc zu sehen. Das Cyclewolf lässt sich gut pedalieren, die Kletterfähigkeit ist akzeptabel und leichte Trails im Gelände lassen sich mit dem Bike gut meistern. Die Verarbeitung des Rahmens und die Lackierung konnten uns überzeugen. Daneben glänzt der Rahmen mit sinnvollen Gussets, einem integrierten Steuersatz und einem tauschbaren Schaltauge.

Bei einem Komplettpreis von unter 500 Euro muss man Kompromisse eingehen. Ein reinrassiges XC-Racebike wird man für dieses Geld ebensowenig bekommen wie einen phatten Downhiller. Die meisten verbauten Komponenten des Venom Disc sind zwar nicht edel, aber funktionell. Der große Minuspunkt ist unseren Augen die RST Federgabel. Ein Leichtgewicht ist das Venom Disc nicht. Etwas über 14 Kilogramm bringt das Bike auf die Waage. Als sportlicher Tourer steht dem Kauf dieses unter 500 Euro Bikes nichts im Wege.

Fazit:

Das Herzstück des Cyclewolf Venom Disc ist ohne Zweifel der Rahmen. Die markante Optik macht Lust auf mehr. Die große Schwäche des Venom Disc ist vor allem die verbaute RST CAPA T-6 Federgabel.

Gewicht: etwa 14,2 kg (ohne Pedalen)
Preis: 499 Euro

Mehr Infos unter www.cyclewolf.de

Takachi TK70 – Helmtest – Kopfschutz ist Chefsache!

Da besonders im Bereich des Kopfes viel kaputt gehen kann, muss dieser natürlich besonders geschützt werden. Einen sehr guten Schutz bieten Motorradhelme aus dem Motocross- und Offroadbereich. Ein großes Manko dieser Helme ist meist das sehr hohe Gewicht. Wir haben für euch mit dem Takachi TK70 einen leichten und preiswerten Offroad-Helm gefunden, den wir euch nicht vorenthalten wollen. Denn eine Sache ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Der nächste Sturz kommt bestimmt!

Mit etwa 1350 Gramm Gewicht ist der Takachi unter den MotoX-Helmen ein Leichtgewicht. Selbst bei einem Vergleich mit speziellen MTB-Downhillhelmen steht der Takachi vom Gewicht nicht schlecht da. Der Helm aus Thermoplast ist entweder einfarbig für knapp 100 Euro zu erwerben oder aber, mit einem sehr ansprechenden Dekor, für knapp 110 Euro. Nicht nur das Dekor gefällt, sondern auch die markante Helmform. Neben der Optik bietet der Takachi TK70 aber noch einige Schmankerl mehr. So lässt sich dem TK70 bequem das Innenpolster entnehmen und die Belüftungskanäle weisen Insektengitter auf.

Die Belüftung kann natürlich den herkömmlichen MTB-Fullfacehelmen kein Paroli bieten. Ein kleiner Nachteil, den man aber als Abfahrtsfahrer angesichts des sehr hohen Schutzes gerne in Kauf nimmt. Fixiert wird der sehr gut sitzende Helm mittels Doppel-D Verschluss. Ein weiterer Vorteil dieses Helms ist die enorme Bandbreite der verfügbaren Größen. Von XS bis XXL sollte für jeden Kopf der passende Helm zu finden sein. Natürlich erfüllt der Takachi TK 70 als Motorradhelm die ECE-Norm, eine Verordnung, nach deren Richtlinien Schutzhelme für motorisierte Zweiräder hergestellt werden müssen! Für ein Maximum an Sicherheit!

Fazit:

Optisch sehr ansprechender Rundumschutz für den Kopf mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis!

Farben: Unifarben bzw. verschiedenfarbige Dekore erhältlich
Größen: XS – XXL
Gewicht: etwa 1350 Gramm
Preis: 99,95 Euro (uni), 109,95 Euro (Dekor)

Vertrieb: CYPACC GmbH – Mausgeatt 8-12 – 44866 Bochum

Mehr Infos unter www.takachi.de

Solid Mission 9 – Test – Mission Possible?!

Ethan Hunt lehnt sich bequem zurück. Das Unwetter beunruhigt ihn in keinster Weise. Hier im Flieger fühlt er sich wohl und sicher. Er klappt sein Laptop auf und vernimmt seinen neusten Auftrag: Nicht zu Wasser, aber zu Land und in die Luft wird ihn sein nächstes Abenteuer bringen. Er muss geheime Dokumente sicher von einem Berg zu Tal bringen. Über verblockte Trails mit Geschwindigkeiten jenseits von Gut und Böse, bespickt mit wilden Jumps und Gaps, wird er vor dem Feind flüchten müssen. Ethan schließt das Laptop und schaut entspannt aus dem Fenster des Fliegers, denn er weiß, dass er das passende Gefährt haben wird: Ein Solid Mission 9. Mission possible?

Ganz so spektakulär spielte sich unser Test im Vorfeld natürlich nicht ab. Dennoch erwartete das Mission 9 auch bei uns die wilde Hatz über Trails. Bereits der erste Einsatz im belgischen Chaudfontaine konnte von den Stärken des Solid überzeugen. Der schnelle und steinige Trail, der über Bunkeranlagen des Krieges führt, verlangt ein gut ansprechendes Fahrwerk. Viele kurze Schläge zeigen schnell Schwächen im Fahrwerk auf. Die 235 mm Federweg am Heck sprechen unglaublich sensibel an. Dicke Steine und Kanten steckt das Solid mit einem Schmatzer weg.

Das Solid saugt sich regelrecht auf dem Trail fest. Die Umsetzung des abgestützen Eingelenkers, des patentierten Monolink Systems, ist Solid Bikes definitiv gelungen. Ein Leichtgewicht ist das verwindungssteife Mission 9 allerdings nicht. In der BPS-Ausführung (Bike Park Serie) mit einer Marzocchi 888 RC2, Truvativ Hussefelt Kurbeln, MRP Kettenführung sowie Sun S-Type Felgen aufgebaut, bringt das Solid etwas über 21 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage. Umso erstaunlicher ist, dass sich das Solid dennoch recht gut beschleunigen lässt.

Auch das Handling des Mission 9 kann überzeugen. Auf engen Trails lässt sich das Solid trotz des Gewichts gut um die Ecken zirkeln. Die Fahrposition mit dem sehr zentralen Schwerpunkt finden wir äußerst gelungen. Die gute Beherrschbarkeit des Bikes zeigt sich auch in der Luft. Wunderbar lässt sich das Bike kontrollieren und in die Landung pressen. Die anfängliche Befürchtung, das Bike würde mit uns fliegen und nicht andersherum, bestätigte sich zum Glück nicht. Das Fahrverhalten des Mission 9 ist sehr gutmütig und bietet genügend Sicherheitsreserven.

Das Solid liegt gut in der Hand. Fast übermütig schießt man mit dem Bike in die Kurven. Sollte es dann eng werden, driftet das Solid sauber und gut kontrollierbar. Drifts machen somit genausoviel Spaß wie Powerdrifts beim Beschleunigen in der Kurve. Die Verarbeitung des Solid ist solide, aber nichts für Freunde der filigranen und verspielten Baukunst. Das Mission 9 ist ein Arbeitsgerät, und so will es auch benutzt werden. Umso heftiger der Einsatz, umso besser. Das einzige Limit beim Solid scheint der Fahrer selbst zu sein.

Ein Mission 9 in der Bike Park Serie ist für 3599 Euro erhältlich. Mit der sehr gut arbeitenden Marzocchi 888 und den sinnvollen Komponenten ein sehr fairer Preis. Auch die hauseigenen Reverse Components konnten während des Tests überzeugen. Sollte es mit dem Solid auf der Abfahrt dann doch mal zu schnell werden, lässt sich das Mission 9 mit der Hayes Nine gut verzögern. Wer sein Bike lieber selber aufbauen möchte, kann den Rahmen bei Solid auch einzeln, mit oder ohne Dämpfer, erwerben.

Ethan Hunt kann wirklich gefasst sein. Mit dem Solid Mission 9 steht ihm ein erstklassiges Abfahrtsbike zur Verfügung. Schlimm wäre es nur, wenn seine Feinde auch dieses Bike haben würden. Dann könnte es eng werden 😉 Natürlich ist das Ziel eines jeden Bikers anders. Sei es die die Flucht vor Spionen, die Anhebung der eigenen persönlichen Limits oder der Gewinn des iXS Downhill Cups. Mit dem Solid Mission 9 ist die Mission auf jeden Fall possible 🙂

Fazit:

Die erstklassige Funktion des abgestützten Eingelenkers kann voll überzeugen. Das Solid Mission 9 bügelt die Trails geradezu platt, ohne jedoch an Handlichkeit und Spritzigkeit einzubüßen.

Größen: S und M
Gewicht: ca. 21,2 kg (Komplettbike BPS ohne Pedalen)

Preise:
Komplettbike BPS 3599,00 Euro
Rahmen ohne Dämpfer 1699,00 Euro
Rahmen mit MetelRP 1849,00 Euro
Rahmen mit FOX DHX 5.0 2099,00 Euro

Mehr Infos unter www.solidbikes.de

Spot-Check Willingen – Zwischen Himmel und Hölle

Willingen engagiert sich schon seit langer Zeit für die Mountainbiker. Bereits vor vielen Jahren lockte die damalige Freeridestrecke, welche früher sehr schöne Wurzelpassagen aufwies, die Biker in die Nähe des Sauerlandsterns. Der Sessellift befördert seit je her die Biker zuverlässig auf den Ettelsberg, und im Gegenzug die fußlahmen Partypeople runter zur Talstation. Die blöden Sprüche, der zum Teil leicht aggressiven Artgenossen, haben sich übrigens in den letzten Jahren nicht geändert. Diese darf man denn auf der etwas längeren Auffahrt, der Lift benögt etwa 15 Minuten, in aller Ruhe genießen.

Ende 2007 wird alles anders. Dann soll eine Gondel die Menschen in nur fünf Minuten nach oben schaffen. Netter Nebeneffekt: Das Gegröle würde man sich zumindest während der Auffahrt ersparen. Die Preise für den Sessellift halten wir für fair. Eine Zehnerkarte kostet zur Zeit 25 Euro, eine Tageskarte 19,50 Euro. Da man allerdings recht lange mit dem Sessellift unterwegs ist, lohnt sich unseres Erachtens eher die Zehnerkarte. Der Sessellift hat während der Bikesaison täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt, den Strecken. Hier bieten sich ein Freeride, der Übungsparcours an der Eishalle, der Worldcup-BikerX und der Worldcup-Downhill an. Der Übungsparcours lockt mit kleineren Sprüngen und Anliegern. Der Parcours ist durch den Brechsand recht rutschig und kostet jede Menge Körner. Phatte Sprünge gibt es dagegen auf dem BikerX. Hier finden sich sogar drei Linien: Männer, Damen und Downhill. Die Worldcupfahrer zeigten, wie man schnell und spektakulär diesen Kurs rockt. Leider sah die Strecke, als wir da waren, sehr mitgenommen aus.

Der „neue“ Freeride besteht seit wenigen Jahren und hat die damalige Freeridestrecke abgelöst. Mit Anliegern und weichen Sprüngen kann man sich hier in BikerX-Manier den Berg runterschießen. Gut gefallen uns die Northshores, die man mit der Strecke kombinieren kann. Es sind zwar nicht besonders viele Northshores vorhanden und diese weisen zudem nicht sonderlich einfallsreiche Bauformen auf, aber immerhin. Wir würden uns hier mehr Hühnerleitern wünschen. Dass die Northshores älteren Baujahres sind, sieht man am zum Teil schlechten Zustand. Hier sollte vom Verantwortlichen Abhilfe geschaffen werden!

Der Zustand des Freerides, der sich ausschließlich durch den Wald schlängelt, ist im oberen Bereich akzeptabel, im unteren Bereich durch Bodenerosion und Bremslöcher ziemlich ruppig. Hardtailfahrer werden hier mächtig durchgeschüttelt. Als Downhiller gefällt uns natürlich, entgegen der Ansicht der meisten Besucher des Freerides, der untere Teil deshalb besonders gut. Die Wurzelpassagen längst vergangener Tage sind auf dem Freeride leider Geschichte. Das Ziel des Freerides ist recht weit von der Talsstation des Sesselliftes entfernt. Schön wäre es, die letzten Höhenmeter sinnvoller zu Tal zu bringen als über Straße.

Die zweite Strecke ist nicht EIN Downhill, sondern DER Downhill. Bereits der Startberg zeigt, dass es auf der folgenden Strecke richtig abgehen wird. Es folgt ein höllenschneller Kurs, zumindest für die Cracks. Diese haben beim Worldcup gezeigt, wie man in Willingen den Downhill abrocken muss. Besonders im oberen Teil befinden sich phatte und weite Sprünge über dicke Steine und Kanten. Wer hier fahren will, sollte sich unbedingt die Strecke vorher anschauen! Zu oft erwarten einen nach den Sprüngen und Kanten Überraschungen.

Im unteren Bereich des Waldes folgt ein Gap, bevor es dann letztendlich über bzw. neben dem BikerX des Worldcups geht. Der Downhill in Willingen ist nicht sonderlich lang, aber ziemlich heftig! Vor allem die dicken Steine und die phatten Jumps dominieren auf dieser Abfahrt. Wer hier schnell runterkommt, dem gebührt definitiv einiges an Respekt! Nicht umsonst ein Worldcup-Kurs vom Streckenbauer Didi Schneider himself. Die Abfahrt ist übrigens fahrbar und nicht abgesperrt. Leider ist auch hier das Ziel der Abfahrt recht weit vom Sessellift entfernt.

Da lediglich an den Samstagen und wenigen Feiertagen auf dem Ettelsberg Volksfest herrscht, ist es ratsamer, an anderen Tagen die Strecken in Willingen zu besuchen. An den anderen Tagen fallen die hier mitunter langen Wartezeiten und „Begegnungen der anderen Art“ weg und jeder Biker hat mehr von seinem Tag und seinem Ticket. Übrigens: Zur Zeit wird ein Konzept zur effektiven Streckenpflege und kontinuierlichen Streckenverbesserung erarbeitet. Wenn alles gut läuft, kann auch Willingen bald mit einem dauerhaft besseren Streckenniveau aufwarten!

Fazit:

Leider lässt der Zustand der einen oder anderen Strecke zu wünschen übrig. Fun ist allerdings garantiert und eine Herausforderung ist mit dem Worldcup-Downhill auch gegeben! Sollte das geplante Konzept aufgehen, dann darf man sicherlich sehr gespannt sein.

Mehr Infos unter www.ettelsberg-seilbahn.de