Univega RAM DS942 – ride it your way – Test

Mit dem Ziel Bikes zu fertigen, die jedem das geben, was er sich wünscht, hat sich Univega eine schwer lösbare Aufgabe gestellt. 1970 hat der Amerikaner Ben Lawee, Gründer von Univega, mit Auslagerung der Bikeproduktion nach Asien eine neue Ära eingeläutet. Seit dieser Zeit hat sich einiges getan. Produktentwicklung und Management ist mittlerweile „made in Switzerland“ mit Distributoren in 12 Ländern. Seit 1990 wird der Vertrieb in Deutschland aufgebaut. Das Ziel ist aber in diesen Jahren immer das gleiche geblieben: Bikes zu bauen die innovativ und ästhetisch sind, die Fahrvergnügen garantieren, die Abenteuerlust stillen, die Nerven kitzeln, die Sicherheit und Komfort bieten.

Das Theorie und Praxis bisweilen weit voneinander entfernt sein können, mußten wir in unserem Leben schon oft erfahren. Milli Vanilli sang nicht selber und ob die Mondlandung wirklich stattgefunden hat, darüber streiten sich ja mittlerweile die Gelehrten. Auch wenn wir von der FRAKTUR nicht in der Lage sind, den aktuellen Status der Mondlandung zu belegen oder zu widersprechen, so können wir aber das, was uns am Herzen liegt, nämlich das Biken, umso exzessiver auskosten und ausleben. Und so mußte das Univega RAM DS942 zeigen, ob Univega getreu nach dem Motto „ride it your way“ des Firmengründers Ben Lawee handelt.

Das RAM DS942 ist das Flagschiff in der Staffel der Dualbikes bei Univega. Und optisch weiß das DS942 bereits im Stand zu überzeugen. Der Blick über das Univega bereitet großes Vergnügen. Der sauber geschweißte schwarz-silberne Rahmen mit den Gussets und den vertikalen Ausfallenden gefällt sehr gut, die Rahmengeometrie ist eindeutig auf Dual und Dirt ausgelegt. Das wuchtige OnePointFive Steuerrohr mit der Manitou Sherman Breakout sprechen eindeutig eine Sprache…dieses Bike ist für den Hardcoreeinsatz ausgelegt. Auch die Saint-Gruppe, sprich Bremsen, Schaltung und Kurbeln sprechen diese Sprache. Und dann der Blick auf die Pedalen…kreisch…was ist das? Mit der Bezeichnung VP-585 „ziert“ eine Kunststoffpedale dieses Bike. Etwas skeptisch wandert der Blick auf die Felgen. Hier wurden Mavic X-223 verbaut, die eigentlich eher an einem CC-Bike Verwendung finden. Aber wir werden sehen…

Haupteinsatzgebiet ist, wie schon an der Bezeichnung des RAM DS942 erkennbar, das shreddern auf BMX-Tracks und Dualstrecken. So sind wir direkt nach Dortmund zur EDG-Halde um das DS942 auf dem BikerX zu testen. Das Bike liegt sehr geil auf dem Kurs, das Fahrverhalten ist sehr ausgeglichen. Das Bike driftet kontrolliert über beide Räder und die Tioga Factory DH verrichten gut und unauffällig ihre Arbeit. Das Bike lässt sich blitzschnell über den Kurs bewegen, und die Sprünge sind je nach belieben und Fahrweise gut zu schlucken, oder aber auch phatt abzujumpen. Das Bike macht einfach Spaß. Nur das Knacken und Knarzen, welches von den Pedalen kommt, sowie das Quitschen der oberen Truvativ Hussefelt Kettenführung nerven etwas. Ein bisschen Öl auf die Rolle der oberen Kettenführung und das Quitschen ist weg. Die Kettenführung funktioniert ansonsten einwandfrei.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die inverse Schaltung der Saint und der etwas schmale Lenker, wenn man sonst mit einem Downhill-Lenker unterwegs ist. Beim Dirten und Abjumpen merkt man das spielerische Verhalten des Univegas. Es fliegt super kontrolliert durch die Luft und macht einfach Spaß. Abgesehen von der Beschleunigungsphase. Die Pedalen knarzen vor sich hin und trüben somit den Beschleunigungsspaß. Sehr zufriedenstellend ist auch die Funktion der Manitou Sherman Breakout. Mit der Standardeinstellung von 112mm besitzt das RAM942DS ein optimales Handling. Auf schnellen ruppigen Passagen haben wir den Federweg der Sherman von 112mm auf 152mm eingestellt. Das bringt Laufruhe. Auch hier macht das Bike richtig Spaß.

Als wir uns dann bei den Pedalen auch noch ein paar Stifte rausgebrochen haben, und aufgrund nasser Witterungsverhältnisse darüber hinaus auch noch ein paar mal von den Pedalen abgerutscht sind, haben wir diese direkt verbannt und gegen DMR ausgetauscht…und siehe da…Silenzio…und als positiven Nebeneffekt hat man auch bei Nässe wieder Grip auf den Pedalen. Die hintere Felge hat uns aber den Ausritt auf dem Downhill etwas übelgenommen. Sie musste nachzentriert werden. Sehr genial funktionierten auch die Teile der Shimano Saint Gruppe. Die Bremsen haben den richtigen Biss kombiniert mit einer sehr guten Dosierbarkeit und der Schaltung konnten auch Schlammfahrten nichts anhaben. Der Gang sitzt, dank Saint.

Bis auf die Felgen und die Pedalen ist dieses Bike der absolute Hammer. Mit einem Preis von 2499 Euro nicht ganz billig, aber mit einem sehr geilen Rahmen und sehr geilen Parts lässt es das Herz eines jeden Bikers höher schlagen. Wir würden uns wünschen, das andere Felgen und andere Pedalen zum Einsatz kommen. Im verbauten Steuersatz verrichten herkömmlich Kugellager ihren Dienst. Hier bedarf es etwas Pflege. Auch sollte unbedingt abundzu der Hinterradbremssattel auf festen Sitz geprüft werden. Aber ansonsten bleibt zum RAM DS942 nur zu sagen: …erste Sahne…

Fazit:

Es stimmt also doch: … Bikes, die jedem das geben, was er sich wünscht – oder mit den Worten von Ben Lawee ausgedrückt: „Ride it your way“

Mehr Infos unter: www.univega.com

VANS Shoes – Rowley & TNT im Test – An American Dream

Was geschah nicht alles in den sechziger Jahren. Da wurden die ersten Menschen auf den Mond geschossen, die Menschen tanzten des Friedens und der Liebe wegen mit Blumen in den Haaren, großartige Musikbands wie die Beatles und die Stones malträtierten Millionen Gehörgänge mit ihrer Musik, und inmitten dieser Zeit, genau am 15. März 1966, eröffnete der erste VANS Shoe Store in Anaheim, Kalifornien. Es gab genau drei verschiedene Paar Schuhe!

Die Preise bewegten sich von 2,49 USD bis 4,99 USD. Die ausgestellten Schuhe waren aber lediglich Muster. Die Regale waren nur mit leeren Schuhkartons aufgefüllt, damit der Shoe Store auch wirklich nach einem Shoe Store aussah. Am Morgen der Eröffnung bestellten zwölf Kunden ihre Schuhe. Bereits am Nachmittag waren die georderten Schuhe der Kunden fertig. Angesichts der Aufregung wegen der Eröffnung hatte niemand im Shoe Store an Wechselgeld gedacht. Die Schuhe wurden den Kunden ohne Bezahlung ausgehändigt, mit der Bitte, diese am nächsten Tag zu bezahlen. Und Tatsache bezahlten alle zwölf Kunden ihre Schuhe am nächsten Tag!

1976 begann der Einzug von VANS in den illustren Kreis der Skateboarder. Der von den Skateboardern eingesetzte Schuh wurde von den zwei Profiskatern Tony Alva und Stacy Peralta designt. Die anfängliche Farbpalette von rot und blau wurde in den folgenden Jahren stak erweitert. Ab 1980 fanden VANS ihren Weg in alle erdenklichen Sportarten. Besonders aber im BMX setzten Vans Schuhe neue Maßstäbe. Jeder, der etwas auf sich hielt und irgendwie in der Lage war, leistete sich diese Schuhe. Damals nicht ganz so einfach wie heute. So imitierten viele Privatleute VANS Schuhe, indem sie die Turnschuhe der Marken mit den drei Streifen oder der Raubkatze liebevoll mit dem berühmt-berüchtigten Schachbrettmuster angemalt haben. Sehr zur Freude der Eltern, auch meiner… Heutzutage ist das nicht mehr nötig. Jeder gutsortierte Schuhladen führt VANS oder man bedient sich der vielen Online Shops im Internet. Ach, hätten wir das damals so leicht gehabt 😉 Ob VANS ihren guten Ruf immer noch verdient haben, wollten wir in einem Test feststellen.

Der erste Schuh in unserem Test war der TNT, das neue Modell von Tony Trujillo, der nicht nur Pro-Skater ist, sondern auch noch in einer Punk Rock Band spielt. Als Pedalen setzten wir die DMR V12 ein, die wir bereits ausführlich in einem früheren Test auf Herz und Nieren getestet hatten. Die Sohle des TNT ist wie gewohnt bei VANS als Schachbrettmuster angeordnet. Ideale Voraussetzungen für den Einsatz auf Plattformpedalen. Der Schuh fühlt sich gut an, haftet unglaublich auf den Pedalen und vermittelt immer einen guten Kontakt zur Pedale. Die Optik des Schuhs ist sehr ansprechend und nicht respektlos aggresiv. Zumindest nicht in der von uns gewählten Farbkombination. Der TNT ist allerdings auch in extremeren Farbkombinationen erhältlich, die den Bezug zu Tony Trujillos Punk Rock wiederspiegeln. Mit Sicherheit ein Schuh, der nicht nur beim Biken gut ankommt, sondern auch beim Gang durch die Stadt.
Material: Synthetic/Nubuk/Mesh
Fazit: Absolut empfehlenswert!

Der zweite Schuh im Test war der Rowley. Seinen Namen verdankt der Schuh Geoff Rowley, Skater of the Year 2000! Auch die Sohle des Rowley ist wie gewohnt als Schachbrettmuster angeordnet. Somit verwundert es nicht, das auch hier auf den Plattformpedalen ein Grip erreicht wird, der Maßstäbe setzt. Der Schuh sitzt, passt und vermittelt ein sehr gutes Gefühl, der aber für meinen Geschmack und meiner Empfindung nach von den TNT sogar noch etwas überboten werden kann. Der Rowley wird in verschiedenen Ausführungen angeboten. Auch hier sind unglaublich viele Farbkombinationen erhältlich. Ein Schuh den man sein Eigen nennen muss!
Material: Synthetic/Nubuk/Mesh
Fazit: Absolut empfehlenswert!

Die Produktpalette von VANS ist mittlerweile so gross, das man für jeden Einsatzzweck und in jeder gewünschten Farbe etwas findet. Die beiden getesten VANS sind mehr als nur empfehlenswert, und das Preis/Leistungsverhältnis stimmt bei diesen Schuhen auch. Kein unnützes Geschnörkel, keine Sohlen die man nur für einen Mondbesuch braucht. Was überzeugt ist der geniale Grip auf den Pedalen gepaart mit einer geilen Optik. Wie schon in der Überschrift zu lesen war: Einfach ein Traum!

Weitere Infos bekommt ihr direkt bei VANS unter www.vansshoes.de

KHE Identiti Pro 24″ Cruiser im Test

Wer kennt es nicht, das Gefühl, etwas zu sehen und einfach haben zu müssen. Ähnlich erging es mir beim neuen KHE Cruiser Identiti. Es war irgendwie so anders. Die sauber verschweißten CroMo Rohre, wie sie sonst üblicherweise im BMX-Rahmenbau verwendet werden, die 24 Zoll Felgen und die 1.95 Bereifung, die es irgendwie süß aussehen lassen. Doch der Schein trügt. Das Identiti ist hart im nehmen und leidenschaftlich zugleich. Ob aus dem Flirt aber auch eine große Liebe entstehen kann? Wir wollten es nicht nur wissen, wir mussten es wissen!

Zugegebener Weise verliefen die ersten Meter auf dem KHE Cruiser Identiti ziemlich unsicher. War es Nervosität, Anspannung oder Vorfreude? So lässt man es sich nicht nehmen direkt mit dem Identiti loszusprinten. Singlespeed und die dadurch fehlende Schaltung und das Einsparen einer kräfteraubenden Kettenführung lassen das Bike beeindruckend die Kraft in Beschleunigung umsetzen. An den kurzen Abstand zwischen Knie und Lenker gewöhnt man sich schnell. Die fehlende Federung vorne lässt die Arme schneller als gewohnt schlapp werden.

Die Lenkung ist viel direkter und aggressiver als beim herkömmlichen Mountainbike. Doch je länger man auf dem KHE unterwegs ist, umso wohler fühlt man sich. Geradezu spielerisch lässt sich das KHE zum Jumpen animieren. Das Identiti fühlt sich in der Luft pudelwohl und lässt sich genial in der Luft dirigieren. Doch Vorsicht ist geboten. Unsaubere Landungen verzeiht das KHE nicht. Allerdings verzeiht der superphatte Sattel einige Fehler. Gewöhnungsbedürftig ist auch der kleine Abstand von den Pedalen zum Vorderrad, wodurch man abundzu sein Vorderrad unfreiwillig mit dem Schuh reinigt.

Wir empfehlen auf jeden Fall die Standardfelgen mit 48 Speichen gegen die als Zubehör bei KHE erhältlichen HALO Felgen, ebenfalls mit 48 Speichen, auszutauschen. Richtig gelesen: 48 Speichen! Die Standardfelgen sind für das gemütliche cruisen in der Stadt okay, aber für eine ambitionierte Fahrweise absolut unterdimensioniert. Eine Mehrausgabe die sich auf jeden Fall lohnt. Die HALO Felgen sehen nicht nur superphatt aus, sondern stecken auch einiges weg. Auch Achsentechnisch geht man hier auf Nummer sicher. Mit einem Durchmesser von 14 mm kann man sich ohne Bedenken auf den Pegs austoben. Richtig gelesen: 14 mm! Was natürlich auch heißt das man hier zu Recht auf Schnellspanner verzichtet hat.

Etwas unglücklich dürfte der gemeine Mountainbiker über die Hinterradbremse sein. Dafür wird man allerdings mit einem Rotor entschädigt, wodurch man wiederum sehr geil Flat fahren kann. Dadurch sind zum Beispiel Barspins und Tailwhips möglich. Die Vorderradbremse ist im Gegensatz zur Hinterradbremse sehr giftig. Pegs sind beim Identiti Standard, sowie der halbe Rockring, um das Kettenblatt zu schonen. Da man zum Dirten und zum Street fahren, aber auch auf der BMX-Bahn, keine Schaltung benötigt, wurde sie kurzerhand einfach weggelassen. Was nicht da ist kann auch nicht kaputtgehen.

 

Die Parallelen zum BMX sind unverkennbar. Dafür spricht auch das BMX-Tretlager mitsamt der 3 teiligen Kurbel von Prowheel. Das Tretlager sitzt sehr tief und verlangt etwas feingefühl beim Beschleunigen in Kurven. Die Pedalen sind, wie nicht anders zu erwarten, Plattformpedalen. Sie sind zwar einfacher Ausführung, aber vermitteln immer einen guten Grip. Vorbau und Lenker haben mir auch auf Anhieb gut gefallen. Mit einer Lenkerbreite von 69cm lässt sich das Identiti sehr gut bewegen und folgt prompt einer Lenkbewegung.

Sehr gut für Street und Rampe ist die Bereifung. Allerdings war auf unseren heimischen Jumps im Wald unter schlüpfrigen Bedingungen mit den IRC 24×1.95 mit Straßenprofil keine Traktion aufzubauen und die Bezeichnung Dirt gewann neue Dimensionen. So erinnerte mich das Beschleunigen auf nassen Waldtrails mit dem durchdrehenden Hinterrad mehr an die Beschleunigungsorgien beim Motocross. Aber eigentlich geht ja auch bei Regen nicht wirklich jemand gerne jumpen.

Das KHE Cruiser Identiti schließt die Lücke vom Mountainbike zum BMX. Viele Mountainbiker würden gerne BMX fahren, scheuen aber die kleinen 20 Zoll Räder. Tricks die auf dem MTB nicht oder nur schwer realisierbar sind, lassen sich auf dem Identiti in die Tat umsetzen. Und die direkte Fahrweise schult das weiche und vorausschauende fahren. Es ist wie bei einer heißen Liebe. Sie verzeiht keine Fehler, aber wer möchte die schon machen.

Wer das KHE einmal besitzt und sich an dessen Charakter gewöhnt hat, möchte es nicht mehr hergeben. Ein zu diesem Preis nur schwer zu toppendes Bike, welches ungemein viel Spaß bereitet. Gewichtstechnisch liegt das Identiti auf normalem Level. Mit den HALO Felgen und ohne Pegs bringt es knapp 16 kg auf die Waage. Wer die Pegs anschraubt muss noch mal knapp 1,3 kg zurechnen. Der Preis für das KHE beträgt mit den Originalfelgen etwa 350 Euro, sollen die HALO Felgen zum Einsatz kommen, welche wir auf jeden Fall empfehlen, ergibt sich ein Preis von etwa 600 Euro. Ein immer noch schwer zu toppender Preis für ein Bike dieser Klasse.

Fazit:
Das KHE Identiti ist nicht nur für einen heißen Flirt zu haben, sondern hat auch das Potential für eine leidenschaftliche Liebe. Und wer einfach nur einen Seitensprung sucht, der wird mit dem Identiti sicherlich auch auf seine Kosten kommen.

Mehr Infos unter: www.khe-bmx.de

Alpina Gladiator – Immer einen kühlen Kopf bewahren: Helm im Härtetest!

Soweit ich mich erinnern kann, war der Alpina mein erster Downhill-Helm. Zu einem unschlagbar günstigen Preis bekam man damals einen aus zwei relativ weichen Kunststoffteilen zusammengepressten Helm. Sah zwar spektakulär aus, konnte aber in keinster Weise, bis auf die Optik, an die weitaus teureren Helme ranreichen. Seitdem sind einige Jahre ins Land gezogen. Getreu nach dem Motto „die Zeiten ändern sich“ wurde aus dem damaligen „Downhill-Helmchen“ ein solider, hochfester Fiberglas-Helm. Der momentane Preis befindet sich immer noch weit unter der Preisregion anderer Downhill-Helme. Ob der Käufer hier nicht am falschen Ende spart, galt rauszufinden.

Da wir nicht nur über das Material schreiben, sondern als ärmste Mountainbikeseite der Welt uns wirklich selber maulen müssen, bin ich beim Test unsanft auf dem Boden aufgeschlagen … worden. Nicht absichtlich, aber im Rahmen des Tests ganz nützlich und aussagekräftig. Ursache war ein gecrashtes Vorderrad, welches mich dann unkontrolliert über den Lenker absteigen ließ und mich ebenso unkontrolliert mit voller Wucht ungespitzt in den Boden gerammt hat. Mit dem Face voran. Ohne Fullface-Helm nicht auszudenken was hätte passieren können. Der Gladiator leistete volle Arbeit. Ich hatte im Stirnbereich ein kleines Hörnchen durch den Aufprall, leichte Rötung des Stirn- und Nasenbreichs.

Weder Nase noch Kiefer hatten irgendwelche schwerwiegenden Blessuren erlitten. Das Einzige was blieb waren zwei Tage Kopfschmerzen und ein Snakebite auf der Nase. Lobenswert finde ich die Beschaffenheit des Visiers aus biegbarem Kunststoff. Ich kenne Helme zu sündhaft teuren Preisen mit Visieren aus Hartkunststoff, die in so einer Situation weggebrochen wären. Da lobe ich mir den Alpina Gladiator. Allerdings sollte man bedenken, das dieser sich bei einem Sturz in den Gesichtsbereich verschieben kann. In meinem Fall erlitt ich dadurch diesen leichten Snakebite auf dem Nasenrücken. Aber das ist immer noch besser als ein abgebrochenes Stück Hartplastik im Auge oder sonst wo.

Manchmal dauert es wirklich lange bis so ein Plastikteil aus dem Auge rausgeeitert ist. Der Gladiator sitzt gut, könnte aber im Wangenknochenbereich noch etwas mehr Führung gebrauchen. Die riesigen Lüftungsschlitze sorgen für genug Frischluftzufuhr, um einen kühlen Kopf zu bewahren. Das Verschlußsystem funktioniert auch tadellos. Der Helm ist durch die integrierte Höröffnungen sehr hellhörig. Etwas mehr Dämpfung durch etwas mehr Polsterung im Falle eines Sturzes wäre fein, aber zu diesem Preis, vermute ich, nicht machbar. Leider ist eine Entnahme des Polsters zu Reinigungszwecken nicht möglich. Lange (Ab-) Fahrten sind mit dem Gladiator kein Problem, ein Ermüden der Nackenmuskeln ist aufgrund des geringen Gewichts nicht zu befürchten.

Sehr nützlich ist auch die auf der Helmrückseite angebrachte Befestigungsmöglichkeit für Motocrossbrillen. Somit gehört das Ärgern über verlorengegangene Brillen der Vergangenheit an. Der Helm wird in vier Größen ausgeliefert, somit sollte für jeden Schädel was dabei sein. Der Helm hat den Sturz übrigens gut weggesteckt. Lediglich ein paar Macken am Kinnschutz zeugen von meinem unsanften Abstieg. Bekannt dürfte sein, das nach einem heftigen Sturz der Helm ausgetauscht werden muss!

Preis: 179 Euro

Mehr Infos: http://www.alpina-eyewear.de

Brave Killah Plattformpedale im Test: Vorsicht bissig!

Man nehme edles 4130 CroMo, fertige daraus eine Achse, ferner nehme man feinstes Aluminium, fräse es CNC gesteuert zu einem Alublock mit 33 zornigen Zähnen je Seite, und baue daraus unter Verwendung von hochwertigen Industrielagern eine Plattformpedale, die den Namen trägt, den sie auch verdient: KILLAH.

Alleine das blosse Handauflegen auf die Pedale dürfte jeden Fakir entzücken. Da wir nicht nur über die Produkte schreiben, sondern diese auch testen, haben wir die Killah flux ans Bike geschraubt. Mit der DMR Plattformpedale aus dem letzten Test wurde die Messlatte sehr hoch gesteckt. Kann die Killah der DMR Paroli bieten? Wir werden sehen…

Unter die Sohle genommen machen die Pedalen eine sehr gute Figur. Auch hier haben wir wieder unter Verwendung von abgewetzten VANS den Biss der Pedale getestet. Der Grip ist sehr gut, aber nicht ganz so brutal wie die Optik vermuten lässt. Im Gegensatz zu anderen Plattformpedalen lassen sich die Pins nicht austauschen, da keine Pins die Pedale zieren, sondern die etwas mehr an die Bärentatzen angelehnten gefrästen Zähne. Da derer aber 33 je Seite vorhanden sind, ist dieser Punkt absolut kein Manko.

Bei Nässe haben die Killah bauartbedingt das Nachsehen gegenüber der DMR. Durch die grosse Auflagefläche ohne Zwischenräume setzen sich die Killah relativ schnell zu, besonders bei pappigem Boden. Die Pedale eignet sich somit besonders gut für Dirt und Slalom, wird aber auch von einigen Fahrern beim Downhill eingesetzt. Somit gilt die DMR nachwievor als das Nonplusultra was Plattformpedalen angeht, als Pedale, die es zu schlagen gilt.

Und wer nach einem anstrengenden Tag ausspannen möchte, für den hält die KILLAH noch eine Überraschung bereit: den integrierten Flaschenöffner. Nicht nur Werbegag, es funktioniert tatsächlich 🙂 Und da man ja bekanntlich immer zwei Pedalen am Bike hat, braucht man auch nicht alleine zu trinken.

Die BRAVE KILLAH Pedale ist erhältlich für MTB, als auch für BMX. Der Preis liegt so um die 129 Euro.

Auch hier gilt wie immer: Tragt Protection, Eure Schienbeine werden es Euch danken.

Vertrieb: Cosmic Sports GmbH, Ipsheimer Str. 15-17, D-90431 Nürnberg

Mehr Informationen unter www.cosmicsports.de

DMR V8 und DMR V12 Plattformpedale im Test

Die Geschichte der Plattformpedalen reicht weit zurück. Der Urvater aller Plattformpedalen sind die mittlerweile legendären Shimano DX. Bereits in den achtziger Jahren waren die meisten BMX-Bikes mit den Pedalen von Shimano ausgestattet. Zu dieser Zeit gab es aber auch eine weitere Entwicklung im Pedalenbereich, die den furchteinflössenden Namen „Bärentatze“ trug. Der grösste Unterschied zwischen den Bärentatzen und Plattformpedalen liegt im Aufbau der Pedale selbst und ist keine Erfindung der Werbeindustrie.

Die Bärentatzen bestehen aus einem Innenkörper, der von einem Zahnkranz umfasst wird. Diesem Zahnkranz mit den zum Teil sehr mächtigen Zähnen verdankt diese Pedale ihren Namen. Auch heute noch werden die Plattformpedalen fälschlicherweise oft als Bärentatzen tituliert. Letztendlich haben sich die Plattformpedalen durchgesetzt und die klassische Shimano DX aus den frühen achtziger Jahren dient immer noch als Vorlage für die heutige Generation der Plattformpedalen. Auch wenn sich die Optik in den letzten 20 Jahren kaum verändert hat, ist die Entwicklung der Pedalen weit vorangeschritten. Aus diesem Grund haben wir für Euch die DMR V8 und die DMR V12 unter die Sohle genommen.

Da durch die mittlerweile recht hohen Preise für Pedalen kaum noch ein Biker sich neue Pedalen und gleichzeitig neue Schuhe leisten kann, mussten ein Paar ausrangierte Vans herhalten. Kurzum könnte man sowieso behaupten, daß man mit neuen Schuhen auf jeder Pedale Grip hat. Ob die Pedalen auch mit einer abgewetzten Sohle klar kommen würden war hier die grosse Frage.

Auf den Spuren Franck Romans bei Oppede wurden die Pedalen bei schönstem Sonnenschein auf einer trockenen und steinigen Strecke im Downhilleinsatz getestet. Grosse Steine, schnelle Passagen, die Füsse halten…sogar ziemlich eindrucksvoll. Die grossen und langen Madenschrauben bohren sich regelrecht in die Sohle der Vans. Es ist beeindruckend wieviel Halt man auf so einem ruppigen Untergrund haben kann. Anbremsen, das Rad stellt sich quer, rausbeschleunigen aus den Kurven mittels Wheelie. Es macht höllisch Spass, man könnte meinen die Füsse wären an den Pedalen festgeschraubt.

Da es einige Tage vorher geregnet hatte bot sich Colorado bei Rustrel als hervorragender Nass- und Matschtest an. Konstruktionsbedingt setzen sich die Pedalen, wie für Plattformpedalen üblich, nicht zu, was auch hier wieder für genug Grip auf den Pedalen sorgt. Allerdings empfehlen wir für den Einsatz der DMR Pedalen Schuhe mit nicht allzuengem Sohlenmuster.

Trotz des relativ hohen Preises ist die DMR V12 ein absoluter Tip. Man bekommt für sein Geld eine extrem gute Pedale mit extremen Grip. Der Einsatz von Industrielager, Gleitlager und einer aufwendigen Dichtung versprechen eine lange Lebensdauer, ebenso der Käfig mit der Mittelstrebe und CroMo-Achse. Ein weiterer extremer Vorteil ist die Austauschbarkeit aller(!) Pins mittels Innensechskantschlüssel. Sollte dennoch etwas als Ersatzteil benötigt werden, bekommt man im Fachhandel für die DMR V12 alle Ersatzteile, angefangen von den Lagern bis hin zu den Achsen.

Für Gewichtsfanatiker gibt es die DMR V12 auch in einer superleichten Magnesium Version. Wer nicht soviel Geld ausgeben möchte, hat mit der DMR V8 einen identischen Pedalkörper wie die V12, nur das nicht alle Pins austauschbar sind. Die in dieser Preisklasse im allgemeinen verwendeten Konuslager finden auch in der DMR V8 Verwendung. Ein grosser Vorteil gegenüber anderen Pedalen in dieser Preisklasse: das Fetten des Lagers geschieht hier über einen Abschmiernippel mittels der mitgelieferten Fettspritze. Selbst der Innensechskantschlüssel wird mitgeliefert.

Noch ein kleiner Tip am Rande: Der Aufdruck auf der Verpackung der DMR-Pedalen weist darauf hin. Tragt die erforderliche Protection! Besser ist 😉

Vertrieb: Cosmic Sports GmbH, Ipsheimer Str. 15-17, D-90431 Nürnberg

Mehr Informationen unter www.cosmicsports.de

Specialized P3 im Langzeittest

Nach zwei Jahren Einsatz des Specialized P3 ist es Zeit für ein Resümee. Grund für die damalige Anschaffung des P3 war neben der sehr markanten Optik der sehr interessante Anschaffungspreis für das Komplettbike. Weit unter 3000 DM waren für ein Dual-Dirtjumpbike kaum noch zu toppen. Aber was bekommt man für eine Qualität für dieses Geld? Zwei Jahre Einsatz zeigen Schwächen und Stärken dieses Bikes.

Noch vor dem ersten Einsatz meines P3 habe ich damals den für ein Dualrad viel zu langen Vorbau durch einen kurzen Vorbau von 3T ersetzt. Auch die Avid-Bremsen erlebten ihren Einsatz nicht am P3. Ich montierte direkt eine Magura HS33 Tomac in schickem rot, was bei dem schwarz-roten Bike einfach verstärkt aussieht. Der Originalsattel wurde durch einen Kashimax Sattel ausgetauscht. Und so ging es direkt los zum ersten abchecken des Bikes. Was mir sofort negativ auffiel war das nervöse Handling und das starke Driften über das Vorderrad. An das nervöse Handling kann man sich gewöhnen, aber die starken Drifts über das Vorderrad störten doch sehr. Ich tauschte die Originalbereifung gegen den Maxxis Highroller aus. Vorne in der Breite 2.5 in einer 50er Mischung, hinten die Breite 2.3 in einer 60er Mischung. Hört sich komisch an funktioniert in der Praxis aber genial. Alter BMX Trick. Das Handling bleibt aufgrund des steilen Lenkwinkels natürlich nervös, aber das P3 driftet jetzt über beide Räder gleichzeitig und bleibt dabei superbeherrschbar. So macht das shreddern wieder voll Laune. Nach wenigen Wochen musste die Truvativ Kettenführung herhalten. Das sehr instabile Trägermaterial für die Rollen verbog und die Rollen selber kündigten schon von weitem durch lautes quitschen mein Antreffen an den Spot an. So wurde Chaincat und Chainanimal von Roox montiert, die bis jetzt hervorragend und Beanstandungslos ihren Dienst verrichten. Bei diesem Austausch konnte ich auch direkt die damals verbauten Truvativkurbeln austauschen da sich die eine Kurbel arg verbogen hatte. Die Reklamation und der Umtausch der Kurbeln funktionierte durch meinen Händler reibungslos. Ich montierte aber direkt XT-Kurbeln von Shimano.

Das war es dann aber auch an Material. Mehr nicht. Auch nicht nach zwei Jahren bis auf die obligatorischen Verschleissteile wie Innenlager, Ketten, Bremsbeläge und dergleichen. Das Bike funktioniert genial. Das geile Handling in der Luft verzeiht das hohe Gewicht des Bike. Die Alex-Felgen bestechen nicht nur durch ihre phatte Optik, sie halten auch. Die HS33 von Magura wurde montiert und seitdem noch nicht gewartet. Die Marzocchi Z3.5 verrichtet unauffällig ihre Arbeit. So wie es sich für eine gute Federgabel gehört. Kein siffen, kein sicken…sehr lobenswert nach dieser langen Zeit. Die Plattformpedalen von Specialized erfreuen nicht nur durch guten Halt auf den Pedalen sondern auch durch Langlebigkeit. Und das Herzstück des Bikes? Der Rahmen? Das P3 ist nicht umsonst Centerfold. Die extravagante Optik und der interne Aufbau des Rahmens lassen keine Wünsche aufkommen. Das Teil scheint mir unkaputtbar. Das Bike favorisiert ganz klar den Dirt, lässt sich aber mit der oben beschriebenen Reifenwahl auch sehr gut im Dual bewegen. Die Tourenfreundlichkeit die andere namhafte Zeitschriften dem P3 geben kann ich nur bedingt bestätigen. Auch mit herausgezogener Sattelstange ist es nicht wirklich mit einem dafür ausgelegten CC-Rad zu vergleichen. Es ist dafür zu schwer und man sitzt zu weit über dem Rad. Aber wie gesagt…das dürfte auch nicht die Zielgruppe dieses Bikes sein.

Mittlerweile hat Specialized das P3 stark modifiziert. Der Lenkwinkel wurde auf 69,5 Grad abgeflacht was dem nervösen Handling deutlich entgegentreten dürfte. Es gibt auch zwei Komplettmodelle. Das Basismodell und das Modell mit der Hayes Scheibenbremse. Es wird auch nicht mehr die Marzocchi Z3.5 sondern die Marzocchi Z5 verbaut und als Kurbeln dienen jetzt Truvativ Hussefelt ISIS Cranks. Die Kettenführung fiel einem Deore Umwerfer und Kettenblätter (32/22) zum Opfer. Der Rahmen ist aber auch einzeln erhältlich.

Mehr Informationen unter www.specialized.com