Special Alpencross: Etappe 3 – Im Schneesturm über den Felber Tauern nach Lienz

Fahrzeit: 7:20 Stunden
Zurückgelegte Strecke: 66 Kilometer
Zurückgelegte Höhenmeter: 1890 Meter

Alleine der Anblick der Hohen Tauern ließ mich schon fast vor Ehrfurcht erstarren. Nicht die Höhenmeter die vor uns lagen waren für mich besorgniserregend. Vielmehr war es jenes ungute Gefühl der Hilflosigkeit. Schlagartig wurde ich mir wieder meiner nicht vorhandenen Schwindelfreiheit bewusst. Auch wenn wir nicht wussten was uns genau erwarten würde, dieses ungute Gefühl war dennoch bereits vorhanden. Doch es nutzte alles nichts, wir mussten rüber!

Da geht’s lang! Wenn wir gewusst hätten…

Der Hauptkamm der Hohen Tauern ist etwa 120 Kilometer lang. Die höchste Stelle liegt mit dem Großglockner bei 3798 Metern. Hier befinden sich die höchsten Berge Österreichs – zusammen mit den Ötztaler Alpen (Wildspitze 3768 Meter). Kein Pass wurde in der Römerzeit in den Hohen Tauern mehr genutzt als der Felber Tauern. Der Gebirgspass liegt bei 2481 Meter. Niemals sollte man in diesen Höhen das Wetter unterschätzen! Weniger spektakulär ist die Fahrt mit dem Auto. Seit Mitte der sechziger Jahre sorgt der etwas über fünf Kilometer lange Felbertauerntunnel für die Verbindung zwischen Salzburg und Osttirol. Für uns als Mountainbiker im Rahmen des Alpencrosses natürlich keine Option!

Übernachtung im Tauernhaus Spital – Uriger geht es nicht!

Der Start von dem „Tauernhaus Spital“ auf dem asphaltierten Weg am Hintersee vorbei verlief genial. Uns begleitete bestes Wetter, die Sonne lachte und so gestaltete sich der knapp 1100 Höhenmeter umfassende Uphill zum Breitling als wahres Vergnügen.

Obwohl es von den Temperaturen nicht besonders heiß war und von uns eher als angenehm empfunden wurde, strotzte die Sonne vor unglaublicher Kraft. Trotz Sonnenmilch verbrannte ich mir die Oberschenkel. Ein dickeres Auftragen der Sonnenmilch wäre sicherlich sinnvoll gewesen oder man hätte zumindest den Lichtschutzfaktor höher ansetzen müssen. Unglaublich, und das mir als Sonnenanbeter! Der asphaltierte Untergrund ging im späteren Verlauf in einen steinigen Forstweg über, um dann letztendlich zu einem Wiesenweg zu werden. Die Strapazen wurden mit einem phantastischen Blick auf den unten liegenden Hintersee und die gegenüberliegenden, mit Schneefetzen bedeckten Felsmassive belohnt. Unablässig schossen die Wassermassen mit einem unglaublichen Getöse ins Tal.

Die Berge leben ihr eigenes imposantes Leben! Als der Höhenmesser 1800 Meter ü NN. anzeigte, musste die Windjacke übergestreift werden. Nicht das letzte Kleidungsstück an diesem Tage. Es wurde zusehends frischer. Wir erreichten die vom Gastwirt beschriebene Mauer und folgten aufgrund des heftigen Windes dessen Rat, etwa 50 Meter höher den Übergang zum Wanderweg zu finden. Ab jetzt folgte das, was ich immer zu vermeiden versuchte. Schieben, schieben und nichts als schieben. Zur Abwechslung durfte das Bike aber auch mal getragen werden. Die Tour wurde langsam zur Tortur. Immer mehr Schneefelder taten sich auf und das Wetter wurde immer bedrohlicher.

Die „Fahrt“ zum Felber Tauern

Eine dunkle Wolkenfront stand direkt vor uns. „Auch das noch! Bloß jetzt nicht in ein Unwetter geraten“ schoss es mir durch den Kopf. Nervosität tat sich auf. Es folgten vermehrt Schiebepassagen durch Schneefelder, an Hängen, deren Ende man nicht abschätzen konnte. Vielleicht sogar zu meinem Glück. Wer weiß, ob nicht der Blick in einen Abgrund zur Umkehr gezwungen hätte. Es wurde bitterkalt. Die Temperatur schien ins Bodenlose zu fallen. Als dann auch noch Schneesturm aufkam, musste mal wieder die Regenkombi herhalten. Zeit und Lust für Fotos blieb nicht mehr. Wir mussten weiter!
Nicht auszudenken hier mit falscher Bekleidung unterwegs zu sein. Der Weg zur St. Pöltner Hütte wurde für mich zum persönlichen Alptraum. Menschen mit Höhenangst stoßen hier definitiv an ihre Grenzen. Dazu wurde die Sicht immer schlechter und die Eiskörner des Schneeregens pickten ins Gesicht. Spätestens jetzt stellte sich mir die Frage, was das noch mit Mountainbiken zu tun hat! Endlos erscheinende Stunden des Schiebens und Tragens der Bikes durch den Schnee vergingen. Irgendwann erreichten wir die St. Pöltner Hütte, die aufgrund des Schneesturms kaum noch zu erkennen war. Jetzt konnte ich nachempfinden, weshalb Menschen, die in die Alpen stiegen, nicht mehr zurückgekehrt sind. Wie unwirtlich und unmenschlich die Berge sein können! Ich hätte nie daran geglaubt, dass ich so brutal an meine eigenen Grenzen stoßen werde – so etwas kannte ich bis dahin nicht: Momente, in denen ich dachte, ich würde das nicht überstehen.

Kurz bevor es richtig ungemütlich werden sollte

Die vor uns liegende Abfahrt sollte sich anfänglich auch als nicht besonders angenehm herausstellen. Durch die widrigen Umstände war ein Fahren nur teilweise möglich, meist wurde geschoben, getragen oder gerollt. Zeitweise verloren wir die Orientierung, durchquerten zu Fuß mit dem geschulterten Bike einen eiskalten Bach um wenige hundert Meter später festzustellen, dass man sich genau diese Aktion dank einer Brücke hätte ersparen können. Wir waren wieder auf dem richtigen Weg. Mit fallenden Höhenmetern ließ der Sturm immer mehr nach und die Temperatur kletterte wieder in angenehmere Bereiche. Der Tauernbach blieb vorerst unser Begleiter. Irgendwann erreichten wir endlich den Tauerntalweg, einen breiten Forstweg. Am Tauernbach entlang ging es im Regen nach Matrei. Der weitere Verlauf erfolgte ohne nennenswerte Höhepunkte bei anhaltendem Regen an der Isel entlang bis nach Lienz. Die Anspannung und die Strapazen der Überquerung des Felber Tauern stand uns am Abend im Gesicht geschrieben. Genug Höhepunkte für einen Tag! Wir waren einfach nur froh diesen Tag überstanden zu haben!

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Special Alpencross: Etappe 2 – Von Hinterglemm in das Felber Tal

Fahrzeit: 4:38 Stunden
Zurückgelegte Strecke: 47 Kilometer
Zurückgelegte Höhenmeter: 1750 Meter

Es geht doch! Bereits der Blick aus dem Fenster der Pension auf die im Sonnenlicht erstrahlenden Berge verbreitete gute Laune. Die erste Etappe vom vorherigen Tag war nicht in den Beinen spürbar und nach einem guten Frühstück konnte es dann voller Tatendrang losgehen. Von Hinterglemm nach Lengau folgten wir bei schönstem Sonnenschein dem ausgewiesenen Radweg. Ab der Labeckalm begann unser erstes Abenteuer. Die Fahrt bis Mittersil ohne Karte! Irgendwie ging in dem ganzen Vorbereitungschaos zum Alpencross die benötigte Kompass-Karte mit der Nummer 29 verloren. Dies bescherte uns direkt zu Anfang des zweiten Tages das gewisse Extra an Höhenmeter. Wir verpassten die Abzweigung und kurbelten uns bis zur Lindlingalm hoch. Der gut fahrbare breite Weg bietet eine wunderbare Aussicht, ist aber leider vergebene Liebesmüh. Es gibt kein für uns in Frage kommendes Weiterkommen und so mussten wir leider Gottes wieder umdrehen. Ein bisschen Fragen hier, ein bisschen Fragen dort und der gesuchte Weg wurde dann doch gefunden.

Achtung! Die in vielen Foren und Büchern beschriebene Route über die Murnauer Scharte führt über Privatwege, die für Mountainbiker gesperrt sind!!! Auch wenn die Wege offiziell als Wanderwege gekennzeichnet sind, herrscht hier absolutes MTB Verbot! Wir empfehlen daher eine andere Route zu wählen! Es soll eine ausgeschilderte mittelschwere Alternativroute geben, die zwischen Schattberg und Zwölferkogel nach Niedernsill führt.

Für uns hingegen kam jede Warnung zu spät! Anstrengend, aber ohne technischen Anspruch, kämpften wir uns über Versorgungswege immer weiter nach oben.  Die letzten etwa einhundert Höhenmeter wurden mit dem geschulterten Bike zurückgelegt. Ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns am nächsten Tag zur Genüge erwarten sollte. Auf dem Gebirgskamm bläst einem der Wind fast das Hirn aus dem Schädel! Dennoch ist der Anblick auf die hohen und verschneiten Gebirgszüge der Alpen ein visueller Genuss. Welch ein fantastischer Anblick. Hinter uns liegend die mit Wäldern bedeckten grünen Berge, vor uns die unwirtlich wirkenden schneebedeckten Gebirgszüge der „Hohe Tauern“.

Vielleicht schon ahnend, was da auf uns zukommen würde?!
Faszinierend und einschüchternd zugleich…

Nach der Bürglhütte ging es Richtung Mittersil auf Forstwegen, im späteren Verlauf in Asphalt übergehend, am Mühltalbach mächtig bergab. Auch eine Karte ist endlich wieder mit von der Partie. Wir folgten dem Verlauf des Felber Baches auf Radwegen. Nach dem Wolframwerk sollte der letzte Uphill des Tages erfolgen. Eine kleine Straße führt bergauf zum Hintersee. Doch bis zum Hintersee sollte es an diesem Tage nicht mehr gehen. Unser Tagesziel für den zweiten Tag war das Tauernhaus Spital, eine urige Berghütte mit Übernachtungsmöglichkeit und guter Einkehrmöglichkeit. Hier gab es beim Abendessen vorab wichtige Informationen für die nächste Etappe: Der Überquerung des Felber Tauern. Gleichzeitig die Warnung des Wirtes, dass wir aufgrund der dort oben gerade herrschenden Wetterbedingungen mit starkem Wind und Schnee vielleicht doch eine andere Route wählen sollten. Wir hatten also die Wahl zwischen einer Wanderung durch Schnee bei mächtig viel Wind oder einer weiträumigen Umfahrung.

Wir entschieden uns für die erste Möglichkeit. Wir hatten keine Ahnung, was da auf uns zukommen würde. Jetzt sollte das Abenteuer richtig beginnen! Nach dem Motto „Ein Weizenbier macht müde Männer noch müder“ wurde der Tag mit einem Hefeweizen und leckeren Käsespätzle abgeschlossen.

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Special Alpencross: Etappe 1 – Von Berchtesgaden nach Saalbach-Hinterglemm

Fahrzeit: 6:41 Stunden
Zurückgelegte Strecke: 78 Kilometer
Zurückgelegte Höhenmeter 2295 Meter

Den Start unseres Alpencrosses bildete Berchtesgaden. Die Anreise erfolgte einen Abend vorher mit dem PKW. Wir hatten vorab mit dem Hotelbesitzer besprochen, dass wir das Auto für die Dauer unserer Tour auf dem Hotelparkplatz stehen lassen durften.

Nach einer mehr oder weniger gut geschlafenen Nacht konnte es dann endlich losgehen. Jetzt sollte sich herausstellen, ob das monatelange Training und die Vorbereitung auf den Alpencross sich auszahlen würden. Die erste Erkenntnis offenbarte sich direkt beim Verlassen des Hotels in Berchtesgaden. Auf das Wetter und die Vorhersage ist manchmal doch Verlass. Für das Berchtesgadener Land gelten der Juni und der Juli als die niederschlagreichsten Monate. Der Start unserer Alpenüberquerung erfolgte somit erwartungsgemäß bei allerschönstem Nieselregen. Die gelb-schwarze Regenkombi, für den Fall der Fälle eingepackt, wurde bereits von der ersten Minute an zu meinem Standardbekleidungsstück, auch wenn sich der Regen stellenweise mit Sonnenabschnitten abwechselte. Durch eine Großbaustelle in Berchtesgaden verpassten wir den Einstieg in die vorgegebene Route. Die ersten Kilometer unseres Alpencrosses wurden somit ziemlich unspektakulär auf der Bundesstraße B305 in Richtung Ramsau runtergespult. Bereits nach acht Kilometern ereilte uns die erste Panne und somit die erste unfreiwillige Pause: Plattfuß an meinem Bike. Frohen Mutes ging es nach der Reparatur weiter. Vor Ramsau wechselten wir auf den leicht zu radelnden Radfahrweg Richtung Ramsau, der sich am Flüsschen Ramsauer Ache bis zum Hintersee schlängelt. Dort ereilte mich dann Platten Nummer zwei. Zeit für den Reserveschlauch.

Der Hintersee

Leider haben wir den geschichtsträchtigen und sehr schönen See, der für die Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg eine große Rolle spielte, nur bei schlechtem Wetter erleben dürfen. Doch nicht nur die Nationalsozialisten genossen den Ausblick auf den Hintersee. Einige Maler verewigten den See in ihren Werken und zudem war der See die Kulisse in mehreren Filmen. Die tiefste Stelle des Sees beträgt 18 Meter und die Wassertemperatur im Sommer mit etwa 15 Grad lässt leicht frösteln.

Ab dem Hintersee verschlug es uns endlich in die Berge. Über ausgewiesene Radwege fuhren wir über Hirschbichl und St. Martin Richtung Vorderkaserklamm. Mittlerweile bewegten wir uns auf österreichischem Boden. Die bisherige Fahrt über Asphalt und feinem Schotter zeichnete sich nicht gerade durch technische Highlights aus. Nach etwa vier Stunden Fahrzeit zeigte sich allmählich das Wetter von einer freundlicheren Seite. Immer mehr kam die Sonne zum Vorschein, die uns bis zum Tagesziel in Saalbach-Hinterglemm erhalten blieb. Allerdings waren bis dahin noch einige Hürden zu überwinden. Zumindest ging es leichter bekleidet weiter. Der Regenkombi wurde im Rucksack verstaut und man konnte wieder Bein zeigen.

Die Fahrt über den Vorderkaserklamm an der Schüttach und im weiteren Verlauf am Römer Bach entlang hoch zum Römersattel, beinhaltete zum Teil auch kurze Schiebepassagen. Zugegebenerweise wäre die Fahrt in umgekehrter Fahrtrichtung ein genialer Downhill. Ein schöner Singletrail ist dieser Weg allemal. Es geht steil und technisch bergauf. Vom Römer-Sattel ging es über den Truppenübungsplatz Hochfilzen, der vom österreichischen Bundesheer für Biathlon und das Jagdkommando genutzt wird, unspektakulär zur Gaststätte „Eiserne Hand“. Kurioserweise ist der fahrtechnische Anspruch beim Uphill höher als bei den Abfahrten.

Am Römersattel

Der Wanderweg über den Römersattel verbindet das Pinzgauer Saalachtal mit Hochfilzen und bildet die Grenze zwischen Salzburg und Nordtirol. Bei der Fahrt durch den Truppenübungsplatz Hochfilzen auf keinen Fall den Weg verlassen! Fotografieren ist hier ebenfalls nicht erlaubt!

Nach der Gaststätte „Eiserne Hand“ folgte eine konditionell recht anspruchsvolle Auffahrt über Radwanderwege zur Burgeralm bei 1256 m ü.NN. Nach Erreichen des Spielberghaus bei 1311 m ü.NN hatten wir das Soll für den ersten Tag an zu überwindenden Höhenmetern absolviert. Bis Saalbach ging es im weiteren Verlauf nur noch bergab. Die letzten Meter von Saalbach nach Hinterglemm legten wir auf Straße zurück. Langsam drängte die Zeit, durch die Pannen hatten wir genug Zeit verloren. Desweiteren bieten Gaststätten, selbst in einer Touristenhochburg wie Hinterglemm, meist nur bis 21.00 Uhr warme Küche. Zum Glück fand sich sehr schnell die am Ortseingang befindliche Frühstückspension. Der heiß ersehnten Dusche und einem guten Essen im Ort stand somit nichts mehr im Wege. Trotz der Platten und des anfänglich schlechten Wetters ein gelungener Auftakt zu unserem ersten Alpencross. Gut gelaunt, geschafft und müde konnten wir somit unsere erste Nacht in Österreich genießen.

Über Saalbach-Hinterglemm muss man kaum Worte verlieren. Die kleine Gemeinde ist ein Ski- und Mountainbikeparadies vom Feinsten. Zusätzlich locken viele Sportveranstaltungen Stars und Zuschauer aus aller Welt, so wie die jährlich im Herbst stattfindenden World Games of Mountain Biking. Nicht uninteressant ist für Mountainbiker auch die Nähe zum Bikepark Leogang.
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Bike Park Colorado – „Bonjour, my name is Christian…“

Im März 1998 wurde ein Meilenstein beim Downhill gelegt. Mit über 212 km/h fuhr der sympatische Franzose Christian Taillefer in Vars (Frankreich) einen neuen Weltrekord ein…auf einer vereisten Skipiste. Doch Christian ist nicht nur auf der Suche nach Weltrekorden. Er entwickelt Bikes, richtet Downhilltouren aus und eröffnete Mitte dieses Jahres inmitten der Provence in Frankreich den „Bike Park Colorado“. Grund genug für die FRAKTUR, dem Bikepark bei Villars in der Nähe von Apt persönlich einen Besuch abzustatten. Kaum angekommen, kam uns Christian Taillefer mit freudigem Gesicht entgegengelaufen. „Bonjour, my name is Christian“.

Schnell kommt man mit dem Franzosen ins Gespräch, der uns über die weiteren Pläne des Bikeparks aufklärte. Im Moment sei noch nicht alles fertiggestellt, er selber rechne noch mit etwa zwei Monaten Bauzeit. Dann wird aber alles, was einen Bikepark ausmacht, auch vorhanden sein. Bikeverleih, Bikeshop und Shuttleservice für Downhillfreaks. Dies wollten wir hören, und sahen uns den Bikepark genauer an. Phatte Dirtlines mit Startrampen, kleine Dualstrecken für die weniger geübten Biker und ein phatter BikerX. Das riesige Gelände weist genug Parkplätze für kommende Events aus und läßt auf eine starke Erweiterung, wie zum Beispiel mit NorthShores, hoffen.

Fazit:

Wer der Provence einen Besuch abstattet und in der Nähe von Apt ist, sollte dem „Bike Park Colorado“ einen Besuch abstatten.

Rose Red Bull MTB Tandem – Geteiltes Leid ist halbes Leid! Test

Es ist ein wunderbarer Sonntagmorgen. Die Sonne entfaltet gerade ihre Kraft und die Vögel zwitschern. In einer deutschen Küche kaut ein Mann nachdenklich auf seinem Brötchen rum. Als leidenschaftlicher Biker gleitet sein Blick immer zum Fenster hinaus in die Ferne. Wie gerne würde er jetzt auf das Bike steigen, um die Natur zu genießen. Der Grund, weshalb er nicht schon längst mit dem Bike unterwegs ist, sitzt im gegenüber. Seine Frau, die mit dem Mountainbike so viel am Hut hat wie der Papst mit Gina Wilde. Eine Frage bohrt sich immerzu pochend in sein Hirn: „Wie komme ich zum Biken, ohne direkt einen Ehekrach zu verursachen?“. Eine zufriedenstellende Antwort scheint es auf diese Frage für ihn nicht zu geben.

Gerade an einem Sonntag getrennte Wege zu gehen, könnte zu einem handfesten Streit führen. Seine Gedankengänge werden jäh unterbrochen, als seine Frau ihm den Katalog des Versandhandels Rose rüberschiebt. Ihre Worte, „Schau mal Schatz, wäre das nichts für uns?“, lassen seine Augen verdrehen. Als das Wort Tandem über ihre Lippen gleitet, fängt er an zu hüsteln. „Tandem??? Wie Oma und Opa durch die Gegend tuckeln? Das ist ja fast noch schlimmer als gar nicht zu fahren!“ denkt er still fluchend. Widerwillig gleitet sein Blick auf die Katalogseiten. Er schiebt den Katalog wieder weg, um ihn im gleichen Moment wieder zu sich ran zu ziehen. Was er auf den farbigen Katalogseiten erblickt, gefällt ihm. Eine Marzocchi Dirt Jumper 1 QR 20 mit 110 mm Federweg, phatte Magura Scheibenbremsen und scheinbar unkaputtbare Felgen mit dicken Reifen, zieren hier ein Tandem, welches ohne Zweifel Blicke auf sich zieht. Seine Miene hellt sich auf. Selbstlos wie er ist, beantwortet er ihren fragenden Blick mit „Wäre ja einen Versuch wert!“.

Tandem fährt man zu zweit. Sollte man auch, schließlich ist das der Sinn des Tandemfahrens. Dennoch waren wir überrascht, als wir zum Eingewöhnen die ersten Meter alleine gefahren sind, wie gut sich das doch recht lange Bike im Solobetrieb beschleunigen und auf Tempo halten läßt. Die ersten Meter zu zweit sind etwas gewöhnungsbedürftig. Man agiert nicht mehr als Solist, sondern als Team. Das nötige Zusammenspiel zwischen dem Fahrer und dem Beifahrer, auch Stroker genannt, ist schnell gefunden. Gewöhnlich sollte der schwere der beiden Biker, als sogenannter Capitain, vorne sitzen. Das mögliche Tempo eines Tandems, mit der Kraft zweier Beinpaare, ist beeindruckend. Doppelte Power bei weniger Luftwiderstand, im Vergleich zu zwei getrennten Bikes, sowie das nur etwas höhere Gewicht des Tandems gegenüber eines Einzelbikes, läßt die meisten Solofahrer „alt“ aussehen. Wer meint, das Gewicht des Rose Tandems von etwa 20 Kilogramm wäre viel höher als das Gewicht eines normalen Bikes, sollte die Wahl der Ausstattung bedenken.

Die Marzocchi Dirt Jumper 1 und die an unserem Tandem verbauten Magura Gustav M zählen sicherlich nicht zu den Leichtgewichten ihrer Art, machen aber an einem Tandem durchaus Sinn. Nur wenige Federgabeln dürfen aufgrund des extremen Schubs, welches ein Tandem vorweist, verbaut werden. Die extreme Belastung der Komponenten ist mit der am normalen Mountainbikes auftretenden Belastung nicht mehr zu vergleichen. Hierbei zeigt auch die Gustav M, daß sie zu Recht zu den besten Scheibenbremsen der Welt gehört. Die mögliche Verzögerung und die gute Dosierbarkeit lassen keine Wünsche offen. Wie jedes normale Mountainbike muß auch das Tandem auf die Biker eingestellt werden. Dazu zählt auch die Sitzposition des Strokers, welche aufgrund der verschiedenen Einstellmöglichkeiten perfekt angepasst werden kann.

Ungewöhnlich ist für den „normalen“ Mountainbiker das Handling eines Tandems. Im Vergleich zu einem normalen Bike ist das Handling des Tandems sehr träge und neigt zum Untersteuern. Besonders anspruchsvoll wird es auf technischen Passagen. Da die Kurbeln 1:1 übersetzt sind, müssen die beiden Biker gleichzeitig die nötige Pedalstellung finden. Nicht einfach, aber durchaus machbar. Wenn es dann klappt, bestätigt sich ein weiteres mal das Zusammenspiel des Teams. Wenn es nicht klappt, leiden besonders die Pedalen durch das Aufsetzen auf Wurzeln und Steinen. Keinerlei Probleme gibt es mit der Schaltung. Diese funktioniert präzise und leichtgängig, wie man es auch von seinem Solobike gewohnt ist.

Durch die 1:1 Übersetzung des Rose Tandems muß der Hintermann mitkurbeln. Ausruhen fällt auf! Abfahrten werden für Capitain und Stroker zur Herausforderung. Für den Fahrer, aber noch viel mehr für den Hintensitzenden, der keinerlei Einfluß auf die Fahrweise des Vordermanns hat. Vertrauen zum Capitain sollte nicht nur, sondern muß vorhanden sein. Geht es nicht steil bergab, sieht die hinten sitzende Person auch meist nur den Rücken des Capitains. Dafür kann der Stroker den Blick zur Seite genießen, während der Capitain sich konzentrieren muß. Kamikazefahrten sollte sich dieser aber verkneifen, es sei denn, er spekuliert auf das Erbe 😉

Fazit:

Ein Tandem, welches zu Recht die Bezeichnung des Mountainbiketandems tragen darf. Robust und zuverlässig ist das Rose Tandem nicht nur ein Spaßmobil für die Ausfahrten zu zweit, sondern definitiv eine Bereicherung für die Partnerschaft. Nur eines leidet am Tandem enorm: Die Pedalen.

Das Bike für den Spaß zu zweit findet ihr unter www.roseversand.de

SPOT-Knigge: Wie verhalte ich mich auf fremden Spots?

Niedergerissene Jumps, verwüstete Trails und die Optik einer Müllhalde! Immer öfter werden offizielle Spots, als auch inoffizielle Spots, willkürlich zerstört oder vollgemüllt. Auch die gut gemeinten Umbauaktionen Dritter sorgen immer wieder für Unwillen in den Kreisen der Spot-Erbauer und Schaufler. Dabei sind es oft nicht die Nicht-Biker, sondern die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen, die für diesen unnötigen Ärger sorgen! Unser SPOT-Knigge zeigt, wie man sich auf fremden Spots verhalten sollte.

Für alle, die es noch nicht begriffen haben:
Es gibt unter Mountainbikern, wie auch unter BMXern, einen Ehrencodex, wie man sich auf fremden Spots zu verhalten hat!

Es es gar nicht so schwer, wenn man folgende kleine Regeln beachtet. Diese gelten sowohl für offizielle als auch inoffizielle Spots. Dabei ist es egal, ob es sich um Dirt, Dual, BMX oder Downhill handelt!!!

1. Du findest einen versteckten, inoffiziellen Spot? Freue Dich, habe Spaß und halte die Klappe! Tourismus ist das Letzte, was sich die Erbauer wünschen.

2. Die Erbauer haben sich bei dem Spot bestimmt ihre Gedanken gemacht. Also wird nichts verändert, erweitert oder umgebaut!

3. Falls Du was kaputt machst, auch nicht schlimm. Kann passieren. Dann richte alles wieder her, wie es im Original war!

4. Der Spot ist keine Müllhalde! Nehme Deinen Dreck wieder mit!

5. Hege keinen Gedanken daran, den Spot zu entschärfen, wenn er Dir zu extrem ist. Dann fahre besser woanders!

6. Hege keinen Gedanken daran, den Spot zu verschärfen, wenn er Dir zu easy ist. Dann freue Dich, wie gut Du bist, und fahre ebenfalls woanders!

7. Verlasse den Spot so, wie Du ihn vorgefunden hast!

8. Der Förster/Pächter ist nicht blöd! Meistens weiß er von den inoffiziellen Spots! Also reize ihn nicht weiter!

9. Lasse die Bäume und Sträucher am Leben, die noch da sind, und ziehe nicht unnötige Spuren durch Fauna und Flora!

Steppenwolf Twixter Team – Der mit dem Steppenwolf tanzt – Test

Das Western-Epos „Der mit dem Wolf tanzt“ von und mit Kevin Costner überzeugt nicht nur durch eine ergreifende Geschichte über das Leben der Indianer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Beeindruckende Landschaftsaufnahmen zeigen das Land der Sioux mit einer unglaublichen Vielfalt von Farben und Szenarien. Naturverbundenheit und Individualität, Merkmale, die auch auf die meisten Mountainbiker zutreffen.

Viele große und namhafte Hersteller von Bikes haben leider den Blick für diese Vielfalt verloren oder zumindest den Gedanken daran verdrängt. So werden oft Bikes nur in zwei oder drei, manchmal sogar nur in einer Farbe angeboten. Von verschiedenen Ausstattungen keine Spur. Entweder es paßt, oder man hat im wahrsten Sinne des Wortes Pech gehabt. Oft bleibt dem geplagten Biker nur der Gang zum Lackierer, um das Bike zumindest farblich an seine Wünsche anzupassen. Auch das Ummontieren von Komponenten ist zeitaufwendig und recht kostspielig.

Eine andere Möglichkeit wäre die Anschaffung eines Custom Made Bikes. Bikes kundenindividuell anzubieten, wo sich das Bike an den Biker anpaßt, und nicht der Biker an das Bike, ist eine der Philosophien der vor über 10 Jahren gegründeten Firma Steppenwolf. Alleine an Farbkombinationen bietet Steppenwolf nicht weniger als 23 an. Die verschiedensten Ausstattungen ermöglichen es jedem Biker, das Bike an seine Bedürfnisse anzupassen. Beeindruckt von dieser Individualität hat sich das FRAKTUR-Team für das Steppenwolf Twixter Team mit der Ausstattung Deore und Magura Julie entschieden. Ferner wurden bei dem Twixter Truvativ Innenlager und eine Truvativ Kurbelgarnitur verbaut. Als Gabel versah bei unserem Bike eine Manitou Stance Static mit 100mm Federweg ihren Dienst.

Die abweichende Optik unseres Twixter Teams zum Twixter Team des Onlineauftritts von Steppenwolf begründet Steppenwolf mit einem überarbeitenden Rahmen. Das Bike unserer Wahl kommt in einer unauffällig matten olivgrünen Lackierung zum Einsatz. Individuell wie das Bike darf beim Twixter Team der Biker sein. Die Ausstattung macht es möglich. Die Komponenten wären für ein „reines“ Dirtbike bisweilen etwas fragwürdig, glänzen dafür aber mit Vielseitigkeit. Vielseitigkeit, die bei unserem Test auf das Äußerste ausgreizt wurde.

Natürlich wollten wir die Flugeigenschaften des Twixter testen. So besuchten wir neben heimischen Spots auch eine BMX Bahn in den Niederlanden. Das Grinsen der Tester verriet es. Das Twixter fliegt gut, sehr gut sogar. Leichtfüßig läßt es sich über die Jumps bewegen und vermittelt dabei ein sehr gutes Feeling. Das Bike läßt sich gut in der Luft manövrieren und in die Landung pressen. Bereits hier überzeugt das Twixter neben der guten Flugeigenschaften durch ein enormes Beschleunigungsverhalten. Phänomenal ist die Kraftübertragung auf das Hinterrad. Blitzschnell schießt das verwindungssteife Twixter durch Anlieger, um im Speedwheelie aus dem Anlieger zu schießen. Nur in langgezogenen Kurven neigt das Twixter etwas zum Untersteuern und quittiert dies durch ein leichtes Rutschen über das Vorderrad. Abhilfe könnte hier ein Vorderreifen mit einer weicheren Gummimischung gegenüber der hinteren Bereifung schaffen.

Auffällig ist die Verwendung zweier Kettenblätter in Verbindung mit einem Rockring. Für den Einsatz beim Dirten eine eher ungewöhnliche Wahl. Der „reine“ Dirtjumper wird früher oder später um eine Kettenführung nicht drumherum kommen. Dennoch macht der Einsatz von zwei Kettenblätter einen Sinn, auch für Dirtjumper. Nicht jeder hat einen Spot vor der Haustüre oder wohnt im Flachland. Der Sattelschnellspanner erlaubt zudem eine schnelle Anpassung der Sattelhöhe für die Fahrt bergauf. So gewappnet lassen sich mit dem Twixter sogar recht weite Touren fahren. Die an unserem Bike montierten Schwalbe Albert Reifen erwiesen sich als guter Allroundreifen mit akzeptabler Traktion und gutem Rollverhalten. Die Pannensicherheit kann man allerdings etwas in Frage stellen.

Neben kleineren und größeren Uphills sowie Downhills wählten wir zusätzlich ein besonderes Schmankerl aus. Nicht irgendein Berg sollte die Qualität des Steppenwolf Twixter jenseits von Menschenhand erschaffener Spots auf die Probe stellen. Der in Südfrankreich liegende über 1900 Höhenmeter messende Mont Vetoux, bekannt als Bestandteil der Tour de France, sollte als ideales Testterrain dienen. Bergauf wie auch bergab. Testfahrer Markus wurde unter Androhung der schlimmsten Peinigungen gezwungen, diesen Berg mit dem Twixter zu erklimmen. Über 1400 Höhenmeter mit einem hohen Anteil an sehr technischem Uphill, welche zum Teil auch über Schneefelder führten. Hier bestätigten sich nochmals die recht guten Klettereigenschaften des Twixter, auch wenn man zugeben muß, daß das Twixter sicherlich keine Uphillrakete ist.

Bergab wurde Markus für die Strapazen belohnt. Das Twixter liegt auf Abfahrten recht gut, nur der steile Lenkwinkel sorgt für etwas Unruhe. Dennoch bleibt das Twixter jederzeit gut beherschbar. Die Manitou Stance Static konnte uns nicht ganz überzeugen. In unseren Augen ist diese Federgabel eindeutig überdämpft. Leider bietet die Stance auch keinerlei Möglichkeiten, zum Beispiel bequem per Drehknopf, diesen Umstand zu ändern. Ein weiterer Schwachpunkt waren an unserem Bike die Speichen. Wir hatten, vielleicht auch aufgrund der vielen Rüttelpassagen beim Downhill, eine relativ starke Neigung der Speichen zum Lockern festgestellt. Allerdings sollten auch beim Twixter die im Fachhandel üblichen angebotenen Wartungsintervalle eingehalten werden.

Das Steppenwolf Twixter leistet sich bis auf die bisher genannten Punkte keinerlei Schwächen. Die Verarbeitung des Rahmens ist sehr gut, und die Qualität der Lackierung kann man als „erste Sahne“ bezeichnen. Der verwindungssteife Rahmen ermöglicht regelrecht Beschleunigungsorgien. Das gute Handling in der Luft zahlt sich nicht nur beim Dirten aus. Auch bei Sprüngen auf Trails profitiert man von den guten Flugeigenschaften. Die Anbauteile und somit das Einsatzgebiet des Twixter bestimmt der Biker selbst. Spaß ist mit dem Steppenwolf garantiert 🙂

Fazit:

Ein Dirtbike mit sehr guten Allroundeigenschaften. Für alle, die ihre Ambitionen beim Dirten sehen, aber dennoch ein Bike brauchen, welches sie noch voranbringt. Individuell wie das Bike darf beim Twixter der Biker sein. Das Custom Made System von Steppenwolf macht es möglich.

Mehr Infos unter: www.steppenwolf-bikes.de

Red Bull Scandium Four-500 Test – Rendez-vous in den Alpen

Es gibt sicherlich viele Gründe nach Riva del Garda zu reisen. Sei es zum puren DH-Spaß, sich beim Crosscountry zu verausgaben oder einfach nur um den Anblick des Lago di Garda zu genießen. Der Blick von Riva über den Gardasee hinweg ist schon etwas besonderes. So läßt man abends, bei einem Vino Rosso den Blick gen Monte Altissimo gerichtet, gerne den erlebten Tag vor dem geistigen Auge Revue passieren. Diesen unvergeßlichen Augenblick genießen zu dürfen, bedarf es natürlich der Anfahrt an den Gardasee, die meist mit dem Auto aus unseren Breitengraden erfolgt. Zumindest meistens. Es geht aber auch anders.

Ein besonderes Highlight ist sicherlich die Anfahrt mit dem Mountainbike über die Alpen. Eine Herausforderung für Mensch und Material gleichermaßen. Der Rose Versand aus Bocholt vergibt für das Red Bull Scandium Four-500 volle Punktzahl bei der Einstufung des Einsatzgebietes Crosscountry/Alpencross. Eine selbstbewußte Einstufung, die unser Interesse weckte. Kann das Scandium Four-500 den Strapazen eines AlpenX tatsächlich standhalten? Das Team der mtb-extreme wollte wissen, ob diese Einstufung zu Recht erfolgt ist und bat das Red Bull um ein Rendez-vous mit einem gemeinsamen Ziel: Riva del Garda.

Bereits in der heißen Vorbereitungsphase zum Härtetest über die Alpen überzeugte das Scandium Four-500 durch einen erstklassigen Vortrieb. Das straffe, aber perfekt ansprechende Fahrwerk, wußte uns von Anfang an zu begeistern. Alleine in den Alpen mußte das Scandium über 19000 Höhenmeter zurücklegen. Selbst auf ruppigem und losem Untergrund überzeugt der Viergelenker durch Traktion und setzt die Kraft perfekt in Vorwärtsdrang um. Gerade bei technisch schwierigen Uphills schätzt man die Klettereigenschaften des verwindungssteifen Scandium.

Die Kombination des Viergelenkers mit dem verbauten Fox Float RP3 Luftdämpfer und der Federgabel Fox F80 RLT mit 80mm Federweg läßt das Scandium zu einer Einheit verschmelzen. Sowohl die Einstellmöglichkeiten an der Federgabel als auch die Einstellmöglichkeiten des Luftdämpfers sind First Class. Der Fox Float RP3 ermöglicht mit der dreifach verstellbaren Propedal-Einstellung eine blitzschnelle Anpassung des Hinterbaus an das jeweilige Gelände. Auch eine Zugstufeneinstellung ist für diesen Dämpfer selbstverständlich. Die Federgabel ist ebenfalls einen Zungenschnalzer wert.

Die Möglichkeiten zur Abstimmung der Fox F80 RLT lassen keine Wünsche offen. Das Ansprechverhalten der Fox ist erstklassig. Zusätzlich läßt sich der Hinterbau durch eine Änderung der Dämpferanlenkung, schnell und bequem per Schnellspanner und Drehknopf, von sportlich straff auf komfortabel einstellen. Natürlich erlaubt ein solch ausgezeichnetes Fahrwerk mit der damit verbundenen Fahrsicherheit enorme Geschwindigkeiten auf Abfahrten.

Nicht selten erreichten wir beim Alpencross Geschwindigkeiten über 70 km/h. Nicht selten waren auch brutale und beherzte Bremsmanöver nötig, die bei diesen Geschwindigkeiten und plötzlich auftretenden Spitzkehren erforderlich wurden. Ein Griff in die Bremshebel, und die enorme Bremsleistung der Shimano Deore XT Scheibenbremse verzögert brachial das Bike. Das gelegentlich bei Nässe auftretende Quitschen lassen wir angesichts der überragenden Bremsleistung und der perfekten Dosierbarkeit außer acht.

Die Brems-Schalthebelkombination mit dem Namen Dual Control verdient sowieso höchstes Lob. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit möchte man diesen Bestandteil der Deore XT Gruppe kaum noch missen. Mit ihren präzisen Schaltvorgängen erfreute uns die Shimano Deore XT bis zum Ende des AlpenX. Bemerkenswert ist bei heftigen Bremsmanövern und Lastwechsel das Fahrverhalten des Red Bull Scandium. Das Scandium läßt keine Unruhe und kein Flattern aufkommen. Das Four-500 fährt sprichwörtlich wie auf Schienen.

Lediglich die Bereifung mit den Continental Explorer Protection 2.1 schränkt das Fahren am Limit ein. Den guten Grip, den die Contis auf trockenem Asphalt vorweisen, vermißt man bei Nässe. Der geringe Rollwiderstand und das geringe Gewicht sprechen dennoch für den Einsatz bei einem AlpenX. Die von Rigida hergestellten Xtreme Disc XC-1 559 Felgen steckten den harten Einsatz ohne Probleme weg. Nur kleine Macken und Dellen zeugen von dem harten Einsatz. Selbst das oft zu beobachtende Lockern der Speichen an Bikes anderer Hersteller konnten wir am Scandium nicht feststellen.

Die Wahl der verbauten Komponenten am Scandium Four-500 kann man durchweg als sehr gut bezeichnen. Vom Lenker über den integrierten Steuersatz bis zur Sattelstütze finden sich Xtreme Komponeneten, die alle perfekt ihren Dienst versahen. Lediglich der Xtreme Flaschenhalter aus Carbon, ein visueller Leckerbissen, konnte bereits im Vorfeld zum AlpenX unserem hektischen Handeln nicht standhalten. Die Wahl der Pedalen bleibt dem Biker selbst überlassen, das Scandium wird ohne Pedalen ausgeliefert.

Die Liebe zum Detail steckt im verborgenenen. Dort, wo keiner hinschaut. So sind zum Beispiel im Four-500 hochwertige Continental Schläuche verbaut. Überzeugen konnte uns auch die abschließende Überprüfung der Lager des Hinterbaus. Wir konnten weder ein Lagerspiel noch trockenlaufende Lager feststellen. Die für die Schmierung der Gleitlager veranwortlichen Nuten wiesen noch hinreichend Fettreserven auf.

Fazit:

Das perfekte Fahrwerk, erstklassige Komponenten und die Zuverlässigkeit verdienen unser höchstes Lob. Mit dem Red Bull Scandium Four-500 würden wir jederzeit wieder einen AlpenX bestreiten.

Erhältliche Größen: 17, 19 und 21 Zoll
Farbe: scotch-special-design (alu-gebürstet mit Polyurethanbeschichtung)
Gewicht: etwa 12 kg (ohne Pedalen)
Preis: 2099,00 Euro

Mehr Infos unter www.roseversand.de