Univega RAM DS942 – ride it your way – Test

Mit dem Ziel Bikes zu fertigen, die jedem das geben, was er sich wünscht, hat sich Univega eine schwer lösbare Aufgabe gestellt. 1970 hat der Amerikaner Ben Lawee, Gründer von Univega, mit Auslagerung der Bikeproduktion nach Asien eine neue Ära eingeläutet. Seit dieser Zeit hat sich einiges getan. Produktentwicklung und Management ist mittlerweile „made in Switzerland“ mit Distributoren in 12 Ländern. Seit 1990 wird der Vertrieb in Deutschland aufgebaut. Das Ziel ist aber in diesen Jahren immer das gleiche geblieben: Bikes zu bauen die innovativ und ästhetisch sind, die Fahrvergnügen garantieren, die Abenteuerlust stillen, die Nerven kitzeln, die Sicherheit und Komfort bieten.

Das Theorie und Praxis bisweilen weit voneinander entfernt sein können, mußten wir in unserem Leben schon oft erfahren. Milli Vanilli sang nicht selber und ob die Mondlandung wirklich stattgefunden hat, darüber streiten sich ja mittlerweile die Gelehrten. Auch wenn wir von der FRAKTUR nicht in der Lage sind, den aktuellen Status der Mondlandung zu belegen oder zu widersprechen, so können wir aber das, was uns am Herzen liegt, nämlich das Biken, umso exzessiver auskosten und ausleben. Und so mußte das Univega RAM DS942 zeigen, ob Univega getreu nach dem Motto „ride it your way“ des Firmengründers Ben Lawee handelt.

Das RAM DS942 ist das Flagschiff in der Staffel der Dualbikes bei Univega. Und optisch weiß das DS942 bereits im Stand zu überzeugen. Der Blick über das Univega bereitet großes Vergnügen. Der sauber geschweißte schwarz-silberne Rahmen mit den Gussets und den vertikalen Ausfallenden gefällt sehr gut, die Rahmengeometrie ist eindeutig auf Dual und Dirt ausgelegt. Das wuchtige OnePointFive Steuerrohr mit der Manitou Sherman Breakout sprechen eindeutig eine Sprache…dieses Bike ist für den Hardcoreeinsatz ausgelegt. Auch die Saint-Gruppe, sprich Bremsen, Schaltung und Kurbeln sprechen diese Sprache. Und dann der Blick auf die Pedalen…kreisch…was ist das? Mit der Bezeichnung VP-585 „ziert“ eine Kunststoffpedale dieses Bike. Etwas skeptisch wandert der Blick auf die Felgen. Hier wurden Mavic X-223 verbaut, die eigentlich eher an einem CC-Bike Verwendung finden. Aber wir werden sehen…

Haupteinsatzgebiet ist, wie schon an der Bezeichnung des RAM DS942 erkennbar, das shreddern auf BMX-Tracks und Dualstrecken. So sind wir direkt nach Dortmund zur EDG-Halde um das DS942 auf dem BikerX zu testen. Das Bike liegt sehr geil auf dem Kurs, das Fahrverhalten ist sehr ausgeglichen. Das Bike driftet kontrolliert über beide Räder und die Tioga Factory DH verrichten gut und unauffällig ihre Arbeit. Das Bike lässt sich blitzschnell über den Kurs bewegen, und die Sprünge sind je nach belieben und Fahrweise gut zu schlucken, oder aber auch phatt abzujumpen. Das Bike macht einfach Spaß. Nur das Knacken und Knarzen, welches von den Pedalen kommt, sowie das Quitschen der oberen Truvativ Hussefelt Kettenführung nerven etwas. Ein bisschen Öl auf die Rolle der oberen Kettenführung und das Quitschen ist weg. Die Kettenführung funktioniert ansonsten einwandfrei.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die inverse Schaltung der Saint und der etwas schmale Lenker, wenn man sonst mit einem Downhill-Lenker unterwegs ist. Beim Dirten und Abjumpen merkt man das spielerische Verhalten des Univegas. Es fliegt super kontrolliert durch die Luft und macht einfach Spaß. Abgesehen von der Beschleunigungsphase. Die Pedalen knarzen vor sich hin und trüben somit den Beschleunigungsspaß. Sehr zufriedenstellend ist auch die Funktion der Manitou Sherman Breakout. Mit der Standardeinstellung von 112mm besitzt das RAM942DS ein optimales Handling. Auf schnellen ruppigen Passagen haben wir den Federweg der Sherman von 112mm auf 152mm eingestellt. Das bringt Laufruhe. Auch hier macht das Bike richtig Spaß.

Als wir uns dann bei den Pedalen auch noch ein paar Stifte rausgebrochen haben, und aufgrund nasser Witterungsverhältnisse darüber hinaus auch noch ein paar mal von den Pedalen abgerutscht sind, haben wir diese direkt verbannt und gegen DMR ausgetauscht…und siehe da…Silenzio…und als positiven Nebeneffekt hat man auch bei Nässe wieder Grip auf den Pedalen. Die hintere Felge hat uns aber den Ausritt auf dem Downhill etwas übelgenommen. Sie musste nachzentriert werden. Sehr genial funktionierten auch die Teile der Shimano Saint Gruppe. Die Bremsen haben den richtigen Biss kombiniert mit einer sehr guten Dosierbarkeit und der Schaltung konnten auch Schlammfahrten nichts anhaben. Der Gang sitzt, dank Saint.

Bis auf die Felgen und die Pedalen ist dieses Bike der absolute Hammer. Mit einem Preis von 2499 Euro nicht ganz billig, aber mit einem sehr geilen Rahmen und sehr geilen Parts lässt es das Herz eines jeden Bikers höher schlagen. Wir würden uns wünschen, das andere Felgen und andere Pedalen zum Einsatz kommen. Im verbauten Steuersatz verrichten herkömmlich Kugellager ihren Dienst. Hier bedarf es etwas Pflege. Auch sollte unbedingt abundzu der Hinterradbremssattel auf festen Sitz geprüft werden. Aber ansonsten bleibt zum RAM DS942 nur zu sagen: …erste Sahne…

Fazit:

Es stimmt also doch: … Bikes, die jedem das geben, was er sich wünscht – oder mit den Worten von Ben Lawee ausgedrückt: „Ride it your way“

Mehr Infos unter: www.univega.com