Yukon Extreme-Bike – Das Ende der Qual der Wahl – Beleuchtung Test

Autofahrer haben es gut! Zu jeder Gelegenheit bietet sich dem Fahrer eines PKW bei Dunkelheit das passende Licht. Abblendlicht, Fernlicht, Stand- und Parklicht. Wollte sich in der Vergangenheit ein Biker für eine Lichtquelle entscheiden, hatte dieser meist die Qual der Wahl. Unzählige Hersteller und Produkte werben um die Gunst des Bikers. Das richtige und passende Licht für die persönlichen Bedürfnisse zu finden, wurde für viele Biker zu einem „Tanz auf dem Drahtseil“. Den Luxus einer variablen Lichtstärke bieten leider nur sehr wenige Hersteller. Einige Hersteller haben dieses Manko mittels einer zweiten, zuschaltbaren Lampe gelöst. Eine Lösung, die nicht immer unbedingt praktisch ist. Es geht aber auch anders…

Princeton Tec bietet mit der Yukon Extreme-Bike eine geradezu geniale Lösung an. In einer Lampe vereint, bietet die Verwendung einer 2-Faden-Xenonlampe und dreier Hochleistungs-LEDs dem Biker, bequem per Knopfdruck, direkt vier verschiedene Lichtstärken an. Diese reichen von einer äußerst energiesparenden Notbeleuchtung bis zu einer extremen Lichtstärke für die Hatz auf Singletrails. Je nach Brennmodi beträgt die Lebensdauer eines Batteriesets zwischen drei Stunden und 200 Stunden. Die Handhabe der Yukon ist denkbar einfach und perfekt zugleich. Mittels eines Druckschalters am Lampengehäuse kann bequem, auch während der Fahrt, die Lichtstärke gewählt werden.

Die Lampe lässt sich hervorragend ausrichten, da diese vertikal als auch horizontal einstellbar ist. Durch den Schnellverschluss kann die Lampe samt Batterietasche schnell und einfach demontiert werden. Langfinger haben somit keine Chance, sich mal eben schnell eine hochwertige Lampe zu organisieren. Die Yukon wird mit einem Lenkerhalter als auch einer Helmbefestigung ausgeliefert. Ein weiterer Pluspunkt der Yukon Extreme-Bike ist die Einstellbarkeit der Lichtstreuung. Ein Punkt, wo die meisten Beleuchtungen anderer Hersteller passen müssen.

Betrieben wird die Yukon Extreme-Bike mittels acht Batterien der Größe AA. Im Lieferumfang sind die Batterien, nicht weniger als die Qualitätsbatterien mit dem Kupferkopf, enthalten. Im Verlauf des Tests haben wir die Batterien gegen NiMH 2500 mAh Akkus, ohne nennenswerte Einbußen, ausgetauscht. Durch die integrierte Elektronik der Yukon wird ein weitgehend gleichstarkes Licht erreicht. Sollten die Batterien bei der höchsten Lichtstärke in die Knie gehen, schaltet die Lampe automatisch auf ein schwächeres Licht um.

Obwohl das Kabel von dem Batteriepack zur Lampe lang genug ist, würden wir den Einsatz eines Spiralkabels begrüßen. Die Yukon ist etwas filigraner verarbeitet als die Lampen der Konkurrenz. Nachteil ist hier die schnellere Beschädigung bei Stürzen, welche natürlich nicht immer ausbleiben. Für Schäden der Lampe bei normalem Betrieb gewährt Princeton Tec allerdings eine lebenslange Garantie.

Fazit:
Der Betrieb mit handelsüblichen Akkus oder Batterien, und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, garantieren einen langfristigen Einsatz der Yukon Bike-Extreme. Eine Investition in die Zukunft, auch wenn die 85,95 Euro auf den ersten Blick abschrecken mögen.

Preis: 85,95 Euro
Vertrieb: Fulmatech OHG

Mehr Infos unter www.fulmatech.com

TSG Knee-Shinguard – Knie- und Schienbeinschoner im Test

Ich muss zugeben, dass ich damals schon recht stolz war! Als einer der ganz wenigen BMXer in Moers, der damals kleinsten Großstadt Deutschlands mit der genialen Postleitzahl 4130, trug ich bereits in den frühen 80er Jahren eine BMX-Race Hose. In den schrillen Farben des Teams Kuwahara dominierte aber nicht die Optik, sondern ein revolutionärer Schutz des Schienbeins und des Knies. Eine im Knie- und Schienbereich eingenähte hauchdünne Schaumstoffeinlage konnte zwar den schmerzhaften Aufprall einer Shimano DX-Pedale, damals des BMXers liebste Pedale, nicht verhindern, aber immerhin war das gute Gefühl eines theoretischen Schutzes vorhanden.

Nicht nur die Bikes haben sich im Laufe der Jahre verbessert, sondern auch die Schutzkleidung. Zum Glück! Schienbein- und Knieschützer gibt es mittlerweile in allen erdenklichen Ausführungen. Einer der ganz großen Namen bei der Schutzausrüstung für BMXer ist TSG. Wer jetzt meint, TSG würde sich im Radbereich ausschließlich dem Freestyle-BMX widmen, irrt gewaltig. Im Sortiment der Protektoren findet sich bei TSG der speziell für Downhiller entwickelte TSG Knee-Shinguard.

Jeweils eine schwarze phatte Kunststoffschale schützt das Knie und das Schienbein vor Pedalen, Steine, Bäume und bissigen Hunden. Die beiden Kunststoffschalen sind auf einer dicken und stoßabsorbierenden Schaumstoffschicht aufgenäht. Der untere Teil des Schoners, im Bereich des Schienbeins, wird durch zwei Bänder mit Klettverschluss fixiert. Die obere Knieschale wird durch einen Nylonstrumpf gegen ein Verrutschen gesichert. Das System funktioniert ziemlich gut. Selbst Tretpassagen und Stürze lassen den Schoner nicht wandern. Nachteil ist das umständliche Anziehen des Schoners. Wegen des Nylonstrumpfes muss der Schoner über den Fuß gestülpt werden.

Den Schutz, den die TSG bieten, ist vorbildlich. Die Schienbeinschoner decken das komplette Schienbein ab und die überlappenden Schaumstoffzungen im Kniebereich bieten dem Knie, neben dem frontalen Schutz, zusätzlich einen seitlichen Schutz. Durch das Fehlen von Lüftungsschlitzen wird es allerdings mollig warm unter den Protektoren. Die Verarbeitung der TSG würden wir als zufriedenstellend bewerten. Die Kunststoffschalen sind mit einer phatten Einfachnaht vernäht, die Klettverschlüsse weisen eine Doppelnaht auf.

Fazit:

Perfekter Tragekomfort und effektiver Schutz zu einem günstigen Preis!

Größen: S/M – L/XL
Farbe: black/black
Preis: 45,90 Euro

Vertrieb:
KHE Fahrradhandels GmbH
Gablonzer Str. 10
76185 Karlsruhe

Mehr Infos unter:
www.khebikes.com
www.tsg.de

VAUDE – Ramp 16 – Der Rucksack für Freerider im Test

Freeride ist die Faszination des Mountainbikens pur. Mit eigener Muskelkraft werden Berggipfel erzwungen, um danach lässig auf Singletrails bergab ins Tal zu fegen. Dabei ist jede Serpentinenkurve, Wurzelpassage oder Kante eine willkommene Herausforderung. Kein ernsthafter Freerider wird hier ohne Schutzkleidung fahren. Das Tragen eines Helmes, egal ob Fullface oder Nussschälchen, sollte selbstverständlich sein. Schienbeinprotektoren, je nach Anforderung sogar Rückenprotektoren, gehören mittlerweile zur Standardausrüstung eines jeden Freeriders. Bei einer langen Tour darf natürlich auch nicht die Trinkflüssigkeit fehlen. Wer so bepackt in die Berge zieht, wird nicht an einem guten Rucksack vorbeikommen.

Rucksack ist nicht gleich Rucksack. Oft sieht man die verschiedensten Biker mit geradezu abenteuerlich bepackten Rucksäcken. Die Schienbeinprotektoren baumeln hier, der Fullfacehelm baumelt dort. Oft endet dieses Szenario mit einem ungewollten Zwischenstopp, wenn sich einer der baumelnden Protektoren in den Speichen verfangen hat. Zähneknirschen muss nicht sein, wenn man bereits bei der Wahl des Rucksackes auf die Anforderungen achtet. Bergauf sollte der Rucksack, neben der Trinkflüssigkeit, die Schienbeinprotektoren und den Helm aufnehmen. Diese sollten selbst im Wiegetritt nicht sinnlos rumbaumeln und somit den Biker unnötig belasten. Bergab darf der Rucksack die Bewegungsfreiheit nicht einschränken und muss zudem perfekt wackelfrei sitzen.

Eine sehr gute Lösung ist der Vaude Ramp 16 Rucksack. Mit einem Fassungsvermögen von 16 Litern bietet dieser speziell für Freerider entwickelte Rucksack genug Stauraum für eine ausgedehnte Freeridetour. Mit zwei versteckten Trinksystemausgängen und einem vom übrigen Stauraum getrennten Fach für den Trinkbeutel, ist die Versorgung mit dem wertvollen Nass unkompliziert gewährleistet. Nicht nur der Trinkbeutel, sondern auch Müsliriegel und Schienbeinprotektoren finden genug Platz im Ramp 16. Ein kleines, mit einem Reißverschluss verschließbares Innenfach, bietet Stauraum für Kleingeld oder das Handy. Die Scheinbeinprotektoren können wahlweise auch in der großen Netzaußentasche untergebracht werden, die sogar bequem einen Crosscountryhelm aufnehmen kann. Die große breite Helmhalterung sorgt selbst bei Fullfacehelmen für eine perfekte und wackelfreie Befestigung. Ein Manko bei den meisten Rucksäcken!

Ein besonderer Zungenschnalzer, dieses robusten und etwas spartanisch anmutenden Rucksackes, ist das Trägersystem: Die extrem breiten Schulterträger und der phatte, mit Klettverschluss versehene Hüftgurt. Die breiten Schulterträger bieten neben zwei zusätzlichen kleinen Aufbewahrungsfächern eine Signalpfeife, bei der uns prompt drei Einsatzgebiete einfallen: Unbequeme Zeitgenossen bei der Abfahrt aus dem Weg pfeifen (sollte man allerdings nicht machen!), netten Girls hinterherpfeifen (darf man machen) und bei einem Abflug um Hilfe pfeifen (sollte man machen!). Die schönsten Freeridegebiete finden sich natürlich im sonnigen Süden. Da wir allerdings auch in unseren verregneten Breitengraden freeriden, vermissen wir eine integrierte Regenhülle beim Ramp 16. Zur provisorischen Abhilfe findet sich bei VAUDE eine Rucksack-Regenhülle (15,30 Euro). Leider gehört ein Trinkbeutel nicht zur Standardausrüstung des Ramp 16.

Erhältliche Farben: Anthracite/black, anthrazite/red
Volumen: 16 Liter
Preis: 59,95 Euro

Mehr Infos unter: www.vaude.de

Focus Zonukwa – Yes Sir, I am a Lady – Test

Vorsichtig und leise wird die Türe des Arbeitszimmers geöffnet. Behutsam schleicht ein Mann im Morgengrauen durch das Zimmer, um am anderen Ende des Zimmers das Objekt seiner Begierde vorsichtig vom Radständer zu nehmen. Leise, das Bike schiebend, wird der Weg zur Haustüre eingeschlagen. Erst als die Haustüre wieder mit einem „Klack“ ins Schloss fällt, atmet der Mann auf. Diese Szene entstammt keinem Tatort, sondern der Realität. Das Bike, ein Focus Zonukwa, gehört der besseren Hälfte des vermeintlichen Diebes. Und diese schläft noch tief und fest an diesem Morgen.

Brav sieht es nicht aus, das Focus Zonukwa. Die giftige Lackierung passt zum Charakter des kleinen Focus. Durch das kurze Oberrohr und den kleinen Radstand ist das Zonukwa ein Genuss auf verwinkelten Trails. Wo andere Bikes sich schwerfällig durch enge Serpentinen quälen, zirkelt das Focus leichtfüßig von Spitzkehre zu Spitzkehre. Diese Wendigkeit wird allerdings durch ein unruhiges Fahrverhalten auf schnellen Trails „erkauft“. Die Frage, ob das Zonukwa auch als 2006er Modell noch als „ladylike“ bezeichnet werden darf, ist Ansichtssache. Unsere Testfahrerin kritisierte das unruhige und nervöse Fahrverhalten des kleinen Bikes. Das Zonukwa braucht eine starke Führungshand. Mit dieser ist Fahrspaß allerdings garantiert. Die Magura Julie Scheibenbremse hält das knapp 13 Kilogramm wiegende Zonukwa gut im Zaum. Die Bremshebel können auch an kleinere Hände und Finger angepasst werden. Der Gelsattel „Speed She Pro“ von WTB ist definitiv „ladylike“. Aber auch die Herren der Schöpfung können auf diesem Sattel bequem Platz nehmen.

Die Ausstattung des Focus ist solide. Alle verbauten Komponenten erwiesen sich trotz härterer Einsätze als absolut zuverlässig. Der Rahmen des Zonukwa überzeugte nicht nur durch Stabilität und Optik, sondern auch von der Verarbeitung. Nicht ganz überzeugen konnte die Federgabel. Die Manitou Splice Comp Air mit 100 mm Federweg verhielt sich vom Ansprechverhalten etwas „bockig“ und trug sicherlich ihren Teil zu dem unruhigen Fahrverhalten des Zonukwa auf schnellen Trails bei. Für Straßenracer und Uphiller lohnt der Griff zum Lockout-Schalter der Gabel. Die Einstellung der Zugstufe sucht man allerdings vergeblich.

Das Zonukwa läßt sich erstklassig beschleunigen. Der steife Rahmen überträgt die Muskelkraft konsequent in Vorwärtsbewegung. Bei steilen Uphills sorgt der kurze Rahmen allerdings für ein schnelles Abheben des Vorderrades. Eine Gewichtsverlagerung des Bikers oder der Bikerin in Richung Front des Zonukwa ist für steile Uphills unerlässlich. Die verbaute Deore/LX-Kombination von Shimano funktioniert zufriedenstellend. Der gekröpfte Lenker von Ritchey sorgt für eine gute sportliche Sitzhaltung, mit der auch lange Touren nicht zur Tortur werden. Die Bereifung mit Schwalbes Smart Sam darf als ein Kompromiss aus Rollverhalten und Traktion angesehen werden und wurde im Verlauf des Tests durch griffigere Reifen ausgetauscht. Der angebrachte „Rockring“, normalerweise mit der Funktion zum Schutze des Kettenblattes, ist mehr Schein als Sein und musste direkt nach der ersten Ausfahrt mit „Fremdkontakt“ demontiert werden.

Zufrieden kehrt der vermeintliche Dieb nach Hause zurück. Das kurze Oberrohr und die niedrige Rahmenhöhe scheinen eine gute Basis für ein Ladybike zu sein. Die aufrechte Sitzposition sorgt für ein entspanntes Biken. Der Sattel trägt sein Übriges dazu bei. Das Zonukwa ist keine Lady, sondern eher eine fauchende Wildkatze, die es zu zähmen gilt. Wer das Kätzchen im Griff hat, egal ob Herrchen oder Frauchen, wird mit dem Zonukwa sehr viel Spaß haben. Vor allem auf technisch verwinkelten Trails, mit engen heftigen Wendemanövern, kann das Zonukwa seine Stärken voll ausspielen. Geradezu mit einem Trialcharakter ist es das Spaßmobil für technische Highlights. Problem bereitet der kurze Radstand bei schnellen Passagen. Dort reagiert das Zonukwa etwas nervös. Das tief liegende Tretlager führt zu häufigen und ungewollten Bodenkontakten.

Fazit:

Robuste und superwendige Singletrailrakete. Auf technisch verwinktelten Trails kann das Focus Zonukwa seine Stärken voll ausspielen.

Gewicht: etwa 12,9 Kilogramm
Farbe: pisabeige/santosorange
Erhältliche Rahmengrößen: 40, 45 und 50cm
Preis: 899, 00 Euro

Mehr Infos unter: www.focus-bikes.de

Uvex Downhill Helm im Test

1926 gründtete Philipp M. Winter in Fürth-Poppenreuth die „Optische-Industrie-Anstalt Philipp M. Winter“, welche im Jahre 1938 mit der industriellen Produktion von Brillen begann. Rainer Winter, Sohn des Unternehmensgründers, dessen erste Aufgabe als Geschäftsführer die Leitung des Bereichs Sonnenbrille war, entwickelte 1960 für das bis dahin namenlose Vertriebsprogramm eine neue Marke. UVEX war geboren.

Der Name UVEX entstammte dem Qualitätsmerkmal „UltraVioletEXcluded“. Seit dieser Zeit entwickelt und erforscht das Unternehmen immer neuere Technologien zum Schutze des Menschen mit dem Leitspruch „Protecting People“. Tradition, die verpflichtet! Verantwortlich für den Bereich Sport- und Freizeit ist in der UVEX-Gruppe „UVEX Sports“. Hier findet sich auch die Sparte Radhelme. Einem Helm aus dieser Sparte haben wir besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt: Dem UVEX Downhill.

Die Optik des UVEX Downhill ist schon sehr markant. Der ausgeprägte Kinnschutz und die Form des Helmes zogen direkt unsere Blicke auf sich. Auch wenn die Farbe unseres Helmes in mattem olivgrün (offizielle Bezeichnung: nato olive-uni) unsere Lieblingsfarbe knapp, aber sicher verfehlt, kann der Helm optisch alleine durch die Helmform punkten. Allerdings blieb auch hier UVEX nicht rastlos. Neben dem doch recht schlichten Helm in nato-olive uni, ist ebenfalls ein in schwarz-rot gehaltenener und mit einem überlackierten und ansprechenden Dekor versehener Helm erhältlich. Nicht nur das Gewicht von etwas unter 1000 Gramm überzeugt. Für einen Fullfacehelm ein durchaus akzeptables Gewicht. Der UVEX Downhill wartet mit einem sehr guten Tragekomfort und vielen durchdachten Detaillösungen auf. Detaillösungen, wie man sie bei Helmen anderer Hersteller vergeblich sucht.

Dazu gehören unter anderem die Führungsnut und die seitlich angebrachten Gumminoppen zum Fixieren des Gummibandes der MX-Brille. Ein Verrutschen oder gar Abrutschen der Motocrossbrille ist damit quasi unmöglich. Ein schleichender Erstickungstod ist mit dem UVEX Downhill ebenfalls nicht zu befürchten. Der gepolsterte Kinnriemen sitzt gut und die Frischluftzufuhr für die Atmung ist sehr gut. Für jähzornige Mitmenschen ist der Helm ebenfalls bestens geeignet, da der Verschluß mittels eines Klickmechanismus spielerisch einfach zu bedienen ist. Somit ist auch mit Handschuhen, ohne nervige Fummelei, ein schnelles Anziehen des Helmes garantiert. Das Helmvisier ist groß und einstellbar, wenn auch nur begrenzt.

Der größte Teil der antiallergischen und absorptionsfähigen Innenpolsterung läßt sich bequem entfernen und kann somit separat gewaschen werden. Ein Plus an Hygiene. Die Kühlung des Schädels mit Frischluft kann der UVEX Downhill, dessen Außenschale aus dem Thermoplast Ectrolon besteht, allerdings nur bedingt befriedigen. Ein Manko, mit dem man allerdings gut leben kann. Sicherheitstechnische Aspekte werden mit Erfüllung der wichtigsten Prüfzeichen erfüllt. Der UVEX Downhill entspricht natürlich sämtlichen gängigen Sicherheitsstandards wie der CE EN 1078 und der U.S. CPSC.

Fazit:

Der UVEX Downhill bietet kaum Grund zum Nörgeln. Der gute Tragekomfort, der einfache Verschlußmechanismus, die abnehmbare Polsterung…die Liste ließe sich immer weiter führen. In unseren Augen ist der einzige Punkt zum Meckern die dürftige Kühlung des Schädels.

Größen: XXS-XL
Preis: 159,95 Euro

Mehr Infos unter: www.uvex-sports.de

Special Alpencross: Vom Ende und vom Anfang

Da waren wir nun in Riva – Markus und ich. Wir sind zusammen gestartet und sind beide in Riva angekommen – aber nicht wie geplant zusammen. Diese zehn Tage waren eine enorme Herausforderung und eine harte Probe für unsere langjährige Freundschaft. Den Abend in Riva haben wir jeweils getrennt verbracht. Markus begab sich zum Entspannen an die Strandpromenade, während ich bei einem Pint Guinness in einem Irish Pub die vergangenen zehn Tage Revue passieren ließ.

Einsame „Zieleinfahrt“…

Die Rückfahrt nach Deutschland wurde mit einem Shuttleservice angetreten. Nahezu wortlos erfolgte auch die Fahrt zurück nach Hause. Nach dem Alpencross zog es Markus nach Südamerika, während ich meinen normalen Dienst in Deutschland versah. Es dauerte fast ein Jahr bis wir wieder Kontakt hatten. Jetzt ist unser Kontakt wie früher. Das zeichnet eine gute Freundschaft aus. Uns beiden tat die Pause sehr gut und mittlerweile lachen wir viel über das Erlebte. Was soll ich sagen?! Markus möchte den Alpencross gerne wiederholen und drängt mal wieder.

Wir würden jetzt natürlich vieles ändern und anders angehen. Die Dauer mit zehn Tagen empfinden wir jetzt, zumindest für den ersten Alpencross, als zu lang. Eine kürzere Dauer würde den Frust ab Mitte bis zum Ende der Alpenüberquerung auf jeden Fall entgegenwirken, wenn nicht sogar verhindern. Die von uns durchgeführten Etappen mit den geschafften Höhenmetern und den Entfernungen kann man allerdings als gutes Maß bezeichnen.

Der Alpencross: Eine harte Bewährungsprobe für Freundschaften

Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist eine unglaublich faszinierende und zum Teil auch erschreckende Erfahrung. Man lernt viel über sich und seine Grenzen – und über seinen Mitbestreiter und dessen Grenzen. Dieses Abenteuer sollte man als Mountainbiker unbedingt erlebt haben!

Zurück zur Hauptübersicht Unser Alpencross – Das etwas andere Mountainbike-Abenteuer

Special Alpencross: Zwei Sättel, zwei Meinungen

Zu unterschiedlich sollten die Bestreiter eines Abenteuers dieser Art nicht sein. Parallelen müssen vorhanden sein, immerhin ist man einige Tage sehr viele Stunden zusammen unterwegs. Man verbringt den Tag sowie die Nächte zusammen – und die Tage scheinen bei einem Alpencross immer länger zu werden. Bereits vor Beginn der Tour war klar, dass sich Markus und mein Weg das eine oder andere mal trennen sollte. Markus, leidenschaftlicher Kletterer, nimmt auch gerne einen Aufstieg zu Fuß und Schiebepassagen in Kauf, um zum höchsten Gipfel eines Berges zu gelangen. Für ihn gehört es einfach mit dazu. Ich für meinen Teil bezeichne mich als absoluten Nur-Biker, für den Schiebe- oder Tragepassagen zum absoluten Horror gehören. Viele Höhenmeter über anspruchsvolle Trails möglichst weit oben, aber immer fahrbar, standen auf meiner Wunschliste ganz weit oben – natürlich nicht direkt an Abgründen, die endlos ins Tal abfallen. Mir war natürlich klar, dass dies bei einem Alpencross nicht immer zu realisieren ist. Ich hoffte einfach nur, dass es nicht zu schlimm für mich werden würde.

 

Reicht die Kondition?

Natürlich sollte man nicht ganz unvorbereitet zu einem Alpencross starten. Auch wir haben uns für unsere Verhältnisse recht umfangreich auf den Alpencross vorbereitet. So starteten wir mehrmals gen Niederlande um die dortigen ATB Routen zu befahren. Um ein wenig Gebirgsflair zu erhaschen, fuhren wir zum Training in die Eifel und in die Schwäbische Alb. Selbst unser Aufenthalt in Südfrankreich wurde zum ausgiebigen Training für den Alpencross genutzt. Der tägliche Weg zur Arbeit wurde nicht mehr mit dem Auto bewältigt, sondern mit dem Fahrrad. Ob die Kondition für den Alpencross reichen würde, wussten wir natürlich nicht – wir hofften es einfach!

Red Bull Scandium Four-500

Die Bikes – Wer fährt was?

So grundverschieden wie die Ansichten eines idealen Alpencrosses waren auch die Anforderungen an die Bikes. So kamen zwei völlig verschiedene Vertreter von Mountainbikes zum Einsatz. Für Markus, einem absoluten Hardtailfreak, kam ein Fully in keinster Weise in Frage. Seine Argumentation für das Hardtail reichte von wartungsarm über unanfällig bis zum geringen Gewicht eines Hardtails. Für mich hingegen kam für den AlpenX nur ein Fullsuspension in Frage. Neben der sehr guten Traktion beim Hochfahren auf unbefestigtem Untergrund sprach vor allem das rückenschonendere Fahrwerk für das Fully. Der Rucksack belastet auf Dauer schon genug und somit wollte ich meinem Rücken etwas Gutes tun. Über 700 Kilometer in zum Teil recht unwegsamen Gelände und einem über neun Kilogramm schweren Rucksack würden genug vom Körper abverlangen. Dennoch sollte das Bike, trotz Vollfederung und guter Ausstattung, durch ein geringes Gewicht glänzen. Das Wichtigste ist allerdings, dass man sich auf dem Bike wohlfühlt – bergauf als auch bergab. Man sollte das Bike kennen und wissen wie es reagiert. Der Sattel muss passen, immerhin wird dieser über viele Kilometer hinweg den Bürostuhl und den abendlichen Fernsehsessel ersetzen. Daher ist es wichtig, niemals mit neuen und ungetesteten Bauteilen zu diesem Abenteuer aufzubrechen.

Markus Wahl fiel somit auf das Hardtail Poison Zyankali mit HS33 Bremsen von Magura und einer Marzocchi MX Comp Federgabel mit ETA System. Meine Wahl fiel auf ein Red Bull Scandium Four-500 mit Shimano XT-Komponenten samt Scheibenbremse und einer Fox Federgabel. Der Nachteil des Red Bull gegenüber dem Poison war die schlechtere Handhabung bei Tragepassagen. Ein Nachteil, den ich allerdings gerne in Kauf nahm. Am Ende sollte die Frage des idealen Bikes reine Philosophie bleiben. Beide Mountainbikes überzeugten durch Zuverlässigkeit und brachten uns, vorweg gesagt, sicher ans Ziel.

Poison Zyankali

Kompromisse – Ohne geht es nicht!

Wie so oft im Leben muss man natürlich Kompromisse eingehen. Um genau zu sein besteht der ganze Alpencross aus Kompromissen. Nicht nur dem Mitfahrer gegenüber, sondern auch bei der Wahl des Gepäcks und bei dem Bike. Natürlich hätte man sich das eine oder andere Mal auf der Abfahrt ein schnittiges Downhillbike gewünscht, aber man muss ja auch noch die Berge hochkurbeln können. Eine Marathon Rennfeile ist für Passagen bergauf vielleicht ganz witzig, aber für technische Passagen bergab nicht unbedingt die beste Wahl. Ein Shuttleservice ist zwar auch immer nett, aber kam für uns gar nicht in Frage. Wir wollten den Alpencross alleine bestreiten und bestehen.

Seine persönlichen Vorlieben sollte man – nicht nur zu Gunsten des Reisekomforts – ebenfalls überdenken. Ich bin beim Alpencross mit Lenkerhörnchen gefahren – eine Komponente, mit der ich im Alltag normalerweise niemals fahren würde. Wer mit einem Hardtail starten möchte, sollte sich über eine gefederte Sattelstütze Gedanken machen. Eine absenkbare Sattelstütze kann ebenfalls Sinn machen. Trinkflaschenhalter gehören auf jeden Fall ans Bike und auch eine Satteltasche macht Sinn. Der Sattel sollte bequem und auf jeden Fall tourentauglich sein. Doch auf die verschiedenen Komponenten werden wir nachher noch kommen.

Ebenfalls anders als sonst zeigt sich auch die Wahl der Bekleidung – hier war nicht mehr die kurze und coole FOX-DH Pant angesagt, sondern eine Radlerhose mit Polster. Das entspricht zwar nicht ganz unserem Geschmack, ist aber definitiv beim Alpencross die bessere Wahl! Bis auf das Mehrgewicht und den erhöhten Platzbedarf spricht natürlich nichts dagegen, die lässige und coole Short über die Radlerhose anzuziehen. Man sollte allerdings immer bedenken, dass man alles mitschleppen und verstauen muss. Wie gesagt…eine Tour mit sehr vielen Kompromissen!

Zurück zur Hauptübersicht Unser Alpencross – Das etwas andere Mountainbike-Abenteuer

Special: Unser erster Alpencross – Das etwas andere Mountainbike-Abenteuer

Der Alpencross – welcher Mountainbiker träumt nicht davon, eines der letzten Abenteuer unserer Zeit zu erleben?! Die Alpen sind für die meisten von uns nur ein Steinwurf weit entfernt und dennoch so fremd. Markus und ich, zwei ambitionierte Biker vom Niederrhein, die seit vielen Jahren zusammen auf Achse sind, nahmen diese Herausforderung an. Wir wussten, dass wir uns aufeinander verlassen konnten und zumindest fahrtechnisch auf einem Level waren. Viele Kilometer haben wir schon gemeinsam hinter uns gelassen. Was sollte somit schon schief gehen?

Wie schwer es ist, eine wunderschön geplante Tour in die Praxis umzusetzen, wurde uns während unserer 10-tägigen Reise unverblümt aufgezeigt. Auch die Koordination und die Arbeitsteilung zweier verschiedener Charaktere warf doch einige Probleme auf, denen wir vorab keine Bedeutung beigemessen hatten. Das Fehlen von Kartenmaterial und unzureichende Informationen über die Tagesziele sollte uns das eine oder andere Mal in eine etwas missliche Lage bringen. Probleme, die man mit einer genaueren Absprache sicherlich hätte verhindern können. Auch die verschiedenen Ansprüche an die Streckenführung brachten mehr Probleme, als wir vorher geglaubt haben. Die psychischen als auch physischen Belastungen stellten eine ziemlich harte Prüfung und große Herausforderung für unsere Freundschaft dar!

Bereut haben weder Markus noch ich den Alpencross. Doch sollte die Überquerung der Alpen nicht ganz spurlos an uns vorübergehen. Unser Abenteuer soll den Leser zu seinem eigenen Alpencross ermutigen. Diese Reiseerzählung soll aber nicht nur ermutigen, sondern auch auf aufzeigen, welche Belastungen auf den Biker zukommen können und werden. Begleitet uns auf unserer unterhaltsamen Reise durch die Alpen – von der Vorbereitung der Tour bis zum Ziel in Riva.

Die Geburt einer Idee

Jeder Mountainbiker verspürt irgendwann den Drang, etwas Besonderes zu unternehmen. Er möchte in Bereiche vorstoßen, die er nie vorher gesehen und erlebt hat. Extreme Situationen zu erfahren und an seine eigenen Grenzen zu stoßen üben eine unglaubliche Faszination aus. Eine Faszination, die schon fast bizarr wirkt. Eigentlich bestand die Idee einer Alpenüberquerung schon seit einigen Jahren, aber im Jahre 2005 sollte es dann endlich soweit sein. Immer wieder sprach Markus mich darauf an. Markus, der die Welt bereist und neben dem Biken mit Begeisterung klettert, sah diesem Abenteuer gelassener entgegen als ich. Mein größte Sorge galt der Höhe. Damit meine ich nicht die Strapazen des Hochfahrens, sondern der Anblick der uns erwartenden Abgründen. Ich bin nicht schwindelfrei, zugegeben eine denkbar schlechte Voraussetzung für die Bestreitung eines Alpencrosses. Doch verspürte ich den Drang, dieses Abenteuer zu erleben. Worauf wir uns da genau einlassen würden, wussten weder Markus noch ich vor dem Alpencross natürlich nicht. Trotz der jahrelangen Erfahrung beim Mountainbiken und der einen oder anderen größeren Tour sollten wir uns mit unserer ersten Alpenüberquerung auf völlig neuem Terrain bewegen. Wir haben uns natürlich vor unserem Abenteuer Alpencross auf die vor uns liegenden Strapazen heiß gemacht. Die Videos „Abenteuer Alpencross“ und „Auf Heckmairs Spuren – Mit dem Mountainbike über die Alpen“ ließen unsere Herzen bereits vor dem Alpencross höher schlagen. Natürlich wollen wir dem Leser dieser Lektüre diese Einheizer nicht vorenthalten und werden ihm diese vorstellen. Doch trotz aller Theorie kann man sich nur bedingt auf einen Alpencross vorbereiten, vor allem dann, wenn man wie wir aus dem flachsten Flachland stammt, genauer gesagt vom Niederrhein. Können zwei Biker, die ihr bisheriges Leben mit dem Mountainbike hauptsächlich der Abfahrt gewidmet haben, eine solche Belastung, die sich über Tage hinweg zieht, überhaupt überstehen? Wir waren selber gespannt!

Anmerkung

Die Angaben in den einzelnen Artikeln erfolgen ohne Garantie, ohne Anrecht auf Vollständigkeit und Aktualität sowie ohne jegliche Verpflichtungen seitens des Autors. Der Autor weist darauf hin, dass das Befahren der Wege nach der Beschreibung eigenverantwortlich geschieht! Die Qualität der Wege und die Fahrbarkeit, auch in Bezug auf die Gesetzeslage, ist vom Reisenden selbst zu prüfen und seinem persönlichen Können anzupassen!

Das Recht der Nutzung von Wegen und Passagen kann sich jederzeit ändern! Straßen und insbesondere Wanderwege unterliegen oftmals Änderungen in Bezug auf Streckenführung, Kennzeichnung, Beschaffenheit und Verkehrsauflagen. Die Beschreibungen der Touren befreien nicht von gesetzlichen Auflagen! Den gesetzlichen Auflagen  ist unbedingt Folge zu leisten! Gesperrte Wege und Privatwege, die offensichtlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, dürfen nicht befahren/betreten werden! Sollte dieses Werk in einer Beschreibung einen dieser Punkte verletzt haben, bittet der Autor um sofortige Mitteilung, um die entsprechende Passage im Artikel zu aktualisieren.

Unser erster Alpencross – Die Entdeckung einer anderen Welt von Andreas Waldera erschien als gedruckte Buch-Version im Jahr 2011 bei der Books on Demand GmbH, Norderstedt (ISBN 978-3-8423-8359-3).

Überblick

Zwei Sättel, zwei Meinungen

Planung & Literatur

Die Route

Die Ausrüstung – Was muss mit?

Etappe 1 – Von Berchtesgaden nach Saalbach-Hinterglemm

Etappe 2 – Von Hinterglemm in das Felber Tal

Etappe 3 – Im Schneesturm über den Felber Tauern nach Lienz

Etappe 4 – Durch das Pustertal und die Dolomiten

Etappe 5 – Croda da Lago und Monte Pelmo

Etappe 6 – Passo di Valles und Passo Rolle

Etappe 7 – Pass der 5 Kreuze – Passo Cinque Croci

Etappe 8 – Der Monte Ortigara oder der Tag der Qualen

Etappe 9 – Posina oder der Wettlauf gegen die Zeit

Etappe 10 – Endspurt – Alle Wege führen nach Riva

Vom Ende und vom Anfang