Univega RAM FR-19 – Born to be wild! – Test

Als in den späten sechziger Jahren der Schrei nach Freiheit immer lauter wurde, drückte sich dies verstärkt auch in der Musik aus. Musik, die beflügelte und inspirierte. Dazu kam die Abgrenzung zu auferlegten bestehenden Gesellschaftsformen, welche das Individuum auf ein unerträgliches Maß einschränkte. Noch heute ist Woodstock vielen Menschen ein Begriff. Die Zeiten haben sich geändert, doch besteht auch weiterhin der Drang, die Freiheit auszuleben und bestehende Grenzen zu erweitern oder gar zu überschreiten. Wenngleich auch in anderer Form. Weg von bestehenden auferlegten Regeln, hin zur Auslebung eigener Phantasien und Ausloten des eigenen Limits. Eine Herausforderung an ein Bike, welches wie geschaffen für diese Aufgabe ist: Das Univega RAM FR-19.

Das Univega FR-19 sitzt direkt wie ein Maßanzug. Man fühlt sich von Anfang an wohl. Bereits die erste Abfahrt löste bei uns Glücksgefühle aus. Das Fahrwerk schluckt sensibel auch große Brocken weg, ohne dass das Univega, samt Fahrer, in ernsthafte Schwierigkeiten gerät. Hier zeigt sich die gute Abstimmung mit der Doppelbrückengabel Rock Shox Boxxer Ride, die mit der U-Turn Federwegverstellung eine bequeme Einstellung des Federwegs von 133mm bis maximal 178mm bietet. Am Heck wirkt ein Manitou SPV Swinger Dämpfer für die etwa 170mm Federweg.

Die Ausstattung zeigt an, wohin es mit dem FR-19 geht. Definitiv bergab. Überzeugend gleitet das FR-19 über Wurzelpassagen und Steinbrocken hinweg und entlastet den Fahrer mit einem sehr gut arbeitenden Fahrwerk. Somit werden auch kniffelige Kurvenpassagen im ruppigen Gelände souverän gemeistert. Lediglich in Abfahrten mit harten Bremsmanövern hat der von Univega gut umgesetzte Eingelenker, gegenüber den viergelenkigen Systemen, leichte Nachteile. Bremsstottern ist das Zauberwort, welches die Verfechter der Viergelenker gerne anbringen. Ein weiterer Vorteil der Viergelenker gegenüber den Eingelenkern kann das FR-19 selbstbewusst entgegentreten: Die seitlich auftretenden Kräfte auf den Dämpfer werden durch die Abstützung gekonnt eliminiert.

Um die Grenzen des Fahrwerks ausloten zu können, bedarf es natürlich einer guten Reifenwahl. Auch hier erweist sich die Wahl als erstklassig. Die Maxxis Minion DHF in der Breite 2.5 können bei den verschiedensten Bodenverhältnissen überzeugen und rollen dabei noch, für einen Downhillreifen, recht passabel. Trotz SPV ist das Univega nicht unbedingt für den Spaß bergauf zu haben. Obwohl das Univega mit einem Kettenblatt mit 36 Zähnen ausgeliefert wird, hält sich der Uphillspaß stark in Grenzen. Der große Nachteil ist die konstruktionsbedingte Beschränkung der Sattelstütze. Eine Teleskopsattelstütze würde dem Univega sicherlich gut zu Gesicht stehen und das Einsatzgebiet etwas erweitern. Die Aussicht auf den absoluten Abfahrtsspaß, sei es über phatte Drops, Felskanten, Wurzelpassagen, Northshores, die Auflistung ließe sich unendlich fortführen, lässt dieses Manko aber schnell vergessen.

Die griffige und gut dosierbare Hayes HFX V8 Scheibenbremse, mit 203mm Scheiben vorne wie hinten, sorgt für das nötige Verzögern, auch wenn man auf dem FR-19 nicht wirklich den Drang verspürt, bremsen zu wollen. Kanten werden mit einem Schmatzer des Fahrwerks ohne Murren geschluckt. Das gute Handling des etwa 19 Kilogramm schweren Gerätes und das ausgeglichene Fahrwerk lassen die persönlichen Limits weit anheben. Für die Kette sorgt eine Truvativ Kettenführung mit einer genialen Lösung des Rockrings. Die Holzfeller Kurbeln und die Sun Singlewide Felgen mit Ringle Naben zeugen vom guten Geschmack der Univega-Entwickler. Der Rahmen des FR-19 ist sehr verwindungssteif, die Steckackachse vorne als auch hinten steuern ihren Teil zu einem extrem verwindungsteifen Fahrwerk bei. Muss man da noch erwähnen, dass einige Komponenten von FSA sind, die Plattformpedalen von Truvativ stammen und die Schaltung eine Saint ist?

Die Einsatzgebiete des FR-19 lassen sich leicht definieren: Überall dort, wo es Spaß macht. Grobe Vorraussetzung ist allerdings, dass es bergab geht. Northshores, Downhill und Freeride lassen das Univega alle Trümpfe ausspielen. Selbst Dirts meistert das Univega, durch seine guten Flugeigenschaften und das gute Handling, lobenswert. Auch nach dem Test konnten wir an dem FR-19 kein Lagerspiel an der Abstützung des Eingelenkers feststellen. Ein Punkt, der uns an dem FR-19 nicht ganz überzeugen konnte, ist das extreme Kettenschlagen auf der Schwinge. Das ist nicht nur laut, sondern hinterlässt auch hässliche Spuren.

Fazit:

Ein perfekt ansprechender Eingelenker, der neben dem guten und ausgewogenen Fahrwerk mit einem sehr guten Handling glänzt. Das perfekte Spaßmobil für den nächsten Bikeparkbesuch.

Gewicht: 19,0 Kilogramm
Rahmengrößen: 37cm, 45cm
Farbe: hunter white/chromium black
Preis: 3299 Euro

Mehr Infos unter: www.univega.com

Yukon Extreme-Bike – Das Ende der Qual der Wahl – Beleuchtung Test

Autofahrer haben es gut! Zu jeder Gelegenheit bietet sich dem Fahrer eines PKW bei Dunkelheit das passende Licht. Abblendlicht, Fernlicht, Stand- und Parklicht. Wollte sich in der Vergangenheit ein Biker für eine Lichtquelle entscheiden, hatte dieser meist die Qual der Wahl. Unzählige Hersteller und Produkte werben um die Gunst des Bikers. Das richtige und passende Licht für die persönlichen Bedürfnisse zu finden, wurde für viele Biker zu einem „Tanz auf dem Drahtseil“. Den Luxus einer variablen Lichtstärke bieten leider nur sehr wenige Hersteller. Einige Hersteller haben dieses Manko mittels einer zweiten, zuschaltbaren Lampe gelöst. Eine Lösung, die nicht immer unbedingt praktisch ist. Es geht aber auch anders…

Princeton Tec bietet mit der Yukon Extreme-Bike eine geradezu geniale Lösung an. In einer Lampe vereint, bietet die Verwendung einer 2-Faden-Xenonlampe und dreier Hochleistungs-LEDs dem Biker, bequem per Knopfdruck, direkt vier verschiedene Lichtstärken an. Diese reichen von einer äußerst energiesparenden Notbeleuchtung bis zu einer extremen Lichtstärke für die Hatz auf Singletrails. Je nach Brennmodi beträgt die Lebensdauer eines Batteriesets zwischen drei Stunden und 200 Stunden. Die Handhabe der Yukon ist denkbar einfach und perfekt zugleich. Mittels eines Druckschalters am Lampengehäuse kann bequem, auch während der Fahrt, die Lichtstärke gewählt werden.

Die Lampe lässt sich hervorragend ausrichten, da diese vertikal als auch horizontal einstellbar ist. Durch den Schnellverschluss kann die Lampe samt Batterietasche schnell und einfach demontiert werden. Langfinger haben somit keine Chance, sich mal eben schnell eine hochwertige Lampe zu organisieren. Die Yukon wird mit einem Lenkerhalter als auch einer Helmbefestigung ausgeliefert. Ein weiterer Pluspunkt der Yukon Extreme-Bike ist die Einstellbarkeit der Lichtstreuung. Ein Punkt, wo die meisten Beleuchtungen anderer Hersteller passen müssen.

Betrieben wird die Yukon Extreme-Bike mittels acht Batterien der Größe AA. Im Lieferumfang sind die Batterien, nicht weniger als die Qualitätsbatterien mit dem Kupferkopf, enthalten. Im Verlauf des Tests haben wir die Batterien gegen NiMH 2500 mAh Akkus, ohne nennenswerte Einbußen, ausgetauscht. Durch die integrierte Elektronik der Yukon wird ein weitgehend gleichstarkes Licht erreicht. Sollten die Batterien bei der höchsten Lichtstärke in die Knie gehen, schaltet die Lampe automatisch auf ein schwächeres Licht um.

Obwohl das Kabel von dem Batteriepack zur Lampe lang genug ist, würden wir den Einsatz eines Spiralkabels begrüßen. Die Yukon ist etwas filigraner verarbeitet als die Lampen der Konkurrenz. Nachteil ist hier die schnellere Beschädigung bei Stürzen, welche natürlich nicht immer ausbleiben. Für Schäden der Lampe bei normalem Betrieb gewährt Princeton Tec allerdings eine lebenslange Garantie.

Fazit:
Der Betrieb mit handelsüblichen Akkus oder Batterien, und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, garantieren einen langfristigen Einsatz der Yukon Bike-Extreme. Eine Investition in die Zukunft, auch wenn die 85,95 Euro auf den ersten Blick abschrecken mögen.

Preis: 85,95 Euro
Vertrieb: Fulmatech OHG

Mehr Infos unter www.fulmatech.com

TSG Knee-Shinguard – Knie- und Schienbeinschoner im Test

Ich muss zugeben, dass ich damals schon recht stolz war! Als einer der ganz wenigen BMXer in Moers, der damals kleinsten Großstadt Deutschlands mit der genialen Postleitzahl 4130, trug ich bereits in den frühen 80er Jahren eine BMX-Race Hose. In den schrillen Farben des Teams Kuwahara dominierte aber nicht die Optik, sondern ein revolutionärer Schutz des Schienbeins und des Knies. Eine im Knie- und Schienbereich eingenähte hauchdünne Schaumstoffeinlage konnte zwar den schmerzhaften Aufprall einer Shimano DX-Pedale, damals des BMXers liebste Pedale, nicht verhindern, aber immerhin war das gute Gefühl eines theoretischen Schutzes vorhanden.

Nicht nur die Bikes haben sich im Laufe der Jahre verbessert, sondern auch die Schutzkleidung. Zum Glück! Schienbein- und Knieschützer gibt es mittlerweile in allen erdenklichen Ausführungen. Einer der ganz großen Namen bei der Schutzausrüstung für BMXer ist TSG. Wer jetzt meint, TSG würde sich im Radbereich ausschließlich dem Freestyle-BMX widmen, irrt gewaltig. Im Sortiment der Protektoren findet sich bei TSG der speziell für Downhiller entwickelte TSG Knee-Shinguard.

Jeweils eine schwarze phatte Kunststoffschale schützt das Knie und das Schienbein vor Pedalen, Steine, Bäume und bissigen Hunden. Die beiden Kunststoffschalen sind auf einer dicken und stoßabsorbierenden Schaumstoffschicht aufgenäht. Der untere Teil des Schoners, im Bereich des Schienbeins, wird durch zwei Bänder mit Klettverschluss fixiert. Die obere Knieschale wird durch einen Nylonstrumpf gegen ein Verrutschen gesichert. Das System funktioniert ziemlich gut. Selbst Tretpassagen und Stürze lassen den Schoner nicht wandern. Nachteil ist das umständliche Anziehen des Schoners. Wegen des Nylonstrumpfes muss der Schoner über den Fuß gestülpt werden.

Den Schutz, den die TSG bieten, ist vorbildlich. Die Schienbeinschoner decken das komplette Schienbein ab und die überlappenden Schaumstoffzungen im Kniebereich bieten dem Knie, neben dem frontalen Schutz, zusätzlich einen seitlichen Schutz. Durch das Fehlen von Lüftungsschlitzen wird es allerdings mollig warm unter den Protektoren. Die Verarbeitung der TSG würden wir als zufriedenstellend bewerten. Die Kunststoffschalen sind mit einer phatten Einfachnaht vernäht, die Klettverschlüsse weisen eine Doppelnaht auf.

Fazit:

Perfekter Tragekomfort und effektiver Schutz zu einem günstigen Preis!

Größen: S/M – L/XL
Farbe: black/black
Preis: 45,90 Euro

Vertrieb:
KHE Fahrradhandels GmbH
Gablonzer Str. 10
76185 Karlsruhe

Mehr Infos unter:
www.khebikes.com
www.tsg.de

VAUDE – Ramp 16 – Der Rucksack für Freerider im Test

Freeride ist die Faszination des Mountainbikens pur. Mit eigener Muskelkraft werden Berggipfel erzwungen, um danach lässig auf Singletrails bergab ins Tal zu fegen. Dabei ist jede Serpentinenkurve, Wurzelpassage oder Kante eine willkommene Herausforderung. Kein ernsthafter Freerider wird hier ohne Schutzkleidung fahren. Das Tragen eines Helmes, egal ob Fullface oder Nussschälchen, sollte selbstverständlich sein. Schienbeinprotektoren, je nach Anforderung sogar Rückenprotektoren, gehören mittlerweile zur Standardausrüstung eines jeden Freeriders. Bei einer langen Tour darf natürlich auch nicht die Trinkflüssigkeit fehlen. Wer so bepackt in die Berge zieht, wird nicht an einem guten Rucksack vorbeikommen.

Rucksack ist nicht gleich Rucksack. Oft sieht man die verschiedensten Biker mit geradezu abenteuerlich bepackten Rucksäcken. Die Schienbeinprotektoren baumeln hier, der Fullfacehelm baumelt dort. Oft endet dieses Szenario mit einem ungewollten Zwischenstopp, wenn sich einer der baumelnden Protektoren in den Speichen verfangen hat. Zähneknirschen muss nicht sein, wenn man bereits bei der Wahl des Rucksackes auf die Anforderungen achtet. Bergauf sollte der Rucksack, neben der Trinkflüssigkeit, die Schienbeinprotektoren und den Helm aufnehmen. Diese sollten selbst im Wiegetritt nicht sinnlos rumbaumeln und somit den Biker unnötig belasten. Bergab darf der Rucksack die Bewegungsfreiheit nicht einschränken und muss zudem perfekt wackelfrei sitzen.

Eine sehr gute Lösung ist der Vaude Ramp 16 Rucksack. Mit einem Fassungsvermögen von 16 Litern bietet dieser speziell für Freerider entwickelte Rucksack genug Stauraum für eine ausgedehnte Freeridetour. Mit zwei versteckten Trinksystemausgängen und einem vom übrigen Stauraum getrennten Fach für den Trinkbeutel, ist die Versorgung mit dem wertvollen Nass unkompliziert gewährleistet. Nicht nur der Trinkbeutel, sondern auch Müsliriegel und Schienbeinprotektoren finden genug Platz im Ramp 16. Ein kleines, mit einem Reißverschluss verschließbares Innenfach, bietet Stauraum für Kleingeld oder das Handy. Die Scheinbeinprotektoren können wahlweise auch in der großen Netzaußentasche untergebracht werden, die sogar bequem einen Crosscountryhelm aufnehmen kann. Die große breite Helmhalterung sorgt selbst bei Fullfacehelmen für eine perfekte und wackelfreie Befestigung. Ein Manko bei den meisten Rucksäcken!

Ein besonderer Zungenschnalzer, dieses robusten und etwas spartanisch anmutenden Rucksackes, ist das Trägersystem: Die extrem breiten Schulterträger und der phatte, mit Klettverschluss versehene Hüftgurt. Die breiten Schulterträger bieten neben zwei zusätzlichen kleinen Aufbewahrungsfächern eine Signalpfeife, bei der uns prompt drei Einsatzgebiete einfallen: Unbequeme Zeitgenossen bei der Abfahrt aus dem Weg pfeifen (sollte man allerdings nicht machen!), netten Girls hinterherpfeifen (darf man machen) und bei einem Abflug um Hilfe pfeifen (sollte man machen!). Die schönsten Freeridegebiete finden sich natürlich im sonnigen Süden. Da wir allerdings auch in unseren verregneten Breitengraden freeriden, vermissen wir eine integrierte Regenhülle beim Ramp 16. Zur provisorischen Abhilfe findet sich bei VAUDE eine Rucksack-Regenhülle (15,30 Euro). Leider gehört ein Trinkbeutel nicht zur Standardausrüstung des Ramp 16.

Erhältliche Farben: Anthracite/black, anthrazite/red
Volumen: 16 Liter
Preis: 59,95 Euro

Mehr Infos unter: www.vaude.de

Focus Zonukwa – Yes Sir, I am a Lady – Test

Vorsichtig und leise wird die Türe des Arbeitszimmers geöffnet. Behutsam schleicht ein Mann im Morgengrauen durch das Zimmer, um am anderen Ende des Zimmers das Objekt seiner Begierde vorsichtig vom Radständer zu nehmen. Leise, das Bike schiebend, wird der Weg zur Haustüre eingeschlagen. Erst als die Haustüre wieder mit einem „Klack“ ins Schloss fällt, atmet der Mann auf. Diese Szene entstammt keinem Tatort, sondern der Realität. Das Bike, ein Focus Zonukwa, gehört der besseren Hälfte des vermeintlichen Diebes. Und diese schläft noch tief und fest an diesem Morgen.

Brav sieht es nicht aus, das Focus Zonukwa. Die giftige Lackierung passt zum Charakter des kleinen Focus. Durch das kurze Oberrohr und den kleinen Radstand ist das Zonukwa ein Genuss auf verwinkelten Trails. Wo andere Bikes sich schwerfällig durch enge Serpentinen quälen, zirkelt das Focus leichtfüßig von Spitzkehre zu Spitzkehre. Diese Wendigkeit wird allerdings durch ein unruhiges Fahrverhalten auf schnellen Trails „erkauft“. Die Frage, ob das Zonukwa auch als 2006er Modell noch als „ladylike“ bezeichnet werden darf, ist Ansichtssache. Unsere Testfahrerin kritisierte das unruhige und nervöse Fahrverhalten des kleinen Bikes. Das Zonukwa braucht eine starke Führungshand. Mit dieser ist Fahrspaß allerdings garantiert. Die Magura Julie Scheibenbremse hält das knapp 13 Kilogramm wiegende Zonukwa gut im Zaum. Die Bremshebel können auch an kleinere Hände und Finger angepasst werden. Der Gelsattel „Speed She Pro“ von WTB ist definitiv „ladylike“. Aber auch die Herren der Schöpfung können auf diesem Sattel bequem Platz nehmen.

Die Ausstattung des Focus ist solide. Alle verbauten Komponenten erwiesen sich trotz härterer Einsätze als absolut zuverlässig. Der Rahmen des Zonukwa überzeugte nicht nur durch Stabilität und Optik, sondern auch von der Verarbeitung. Nicht ganz überzeugen konnte die Federgabel. Die Manitou Splice Comp Air mit 100 mm Federweg verhielt sich vom Ansprechverhalten etwas „bockig“ und trug sicherlich ihren Teil zu dem unruhigen Fahrverhalten des Zonukwa auf schnellen Trails bei. Für Straßenracer und Uphiller lohnt der Griff zum Lockout-Schalter der Gabel. Die Einstellung der Zugstufe sucht man allerdings vergeblich.

Das Zonukwa läßt sich erstklassig beschleunigen. Der steife Rahmen überträgt die Muskelkraft konsequent in Vorwärtsbewegung. Bei steilen Uphills sorgt der kurze Rahmen allerdings für ein schnelles Abheben des Vorderrades. Eine Gewichtsverlagerung des Bikers oder der Bikerin in Richung Front des Zonukwa ist für steile Uphills unerlässlich. Die verbaute Deore/LX-Kombination von Shimano funktioniert zufriedenstellend. Der gekröpfte Lenker von Ritchey sorgt für eine gute sportliche Sitzhaltung, mit der auch lange Touren nicht zur Tortur werden. Die Bereifung mit Schwalbes Smart Sam darf als ein Kompromiss aus Rollverhalten und Traktion angesehen werden und wurde im Verlauf des Tests durch griffigere Reifen ausgetauscht. Der angebrachte „Rockring“, normalerweise mit der Funktion zum Schutze des Kettenblattes, ist mehr Schein als Sein und musste direkt nach der ersten Ausfahrt mit „Fremdkontakt“ demontiert werden.

Zufrieden kehrt der vermeintliche Dieb nach Hause zurück. Das kurze Oberrohr und die niedrige Rahmenhöhe scheinen eine gute Basis für ein Ladybike zu sein. Die aufrechte Sitzposition sorgt für ein entspanntes Biken. Der Sattel trägt sein Übriges dazu bei. Das Zonukwa ist keine Lady, sondern eher eine fauchende Wildkatze, die es zu zähmen gilt. Wer das Kätzchen im Griff hat, egal ob Herrchen oder Frauchen, wird mit dem Zonukwa sehr viel Spaß haben. Vor allem auf technisch verwinkelten Trails, mit engen heftigen Wendemanövern, kann das Zonukwa seine Stärken voll ausspielen. Geradezu mit einem Trialcharakter ist es das Spaßmobil für technische Highlights. Problem bereitet der kurze Radstand bei schnellen Passagen. Dort reagiert das Zonukwa etwas nervös. Das tief liegende Tretlager führt zu häufigen und ungewollten Bodenkontakten.

Fazit:

Robuste und superwendige Singletrailrakete. Auf technisch verwinktelten Trails kann das Focus Zonukwa seine Stärken voll ausspielen.

Gewicht: etwa 12,9 Kilogramm
Farbe: pisabeige/santosorange
Erhältliche Rahmengrößen: 40, 45 und 50cm
Preis: 899, 00 Euro

Mehr Infos unter: www.focus-bikes.de

Weizenbier ohne Alkohol im Test – Hoch die Gläser!

Die Vorteile eines alkoholfreien Weizenbieres liegen auf der Hand. Die negative Wirkung des Alkohols auf den Körper bleibt aus, das alkoholfreie Weizenbier ist relativ kalorienarm und eigentlich das perfekte isotonische Getränk. Das Team der FRAKTUR, geschult durch jahrzehntelanges Training der Geschmacksnerven mit Bieren aus aller Herren Länder, wagt sich an dieses Tabuthema ran.

Wir haben drei weit verbreitete alkoholfreie Weizenbiere einem harten Test unterworfen. Getestet wurden von uns die in 0,5 Liter Glasflaschen erhältlichen Biere bei einer Temperatur von 8 Grad Celsius. Doch nicht nur der Geschmack war in diesem Test von hoher Bedeutung. Auch die Schaumbildung ist in unseren Augen für ein Weizenbier ein sehr wichtiger Faktor. Daneben interessierte uns noch die Standzeit des Bieres, welches zeigt, ob das Bier auch bei nicht direktem Genuss nach dem Ausschank ansehnlich bleibt und nicht nach fünf Minuten wie Spülwasser aussieht. Wissenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die alkoholfreien Biere unter dem gesetzlichen Wert von 0,5 % vol. liegen müssen. Ein Wert, den selbst Obstsäfte erreichen können.

Weizenbier ohne Alkohol im Test – Hoch die Gläser!

Tucher

Hefe Weizen Alkoholfrei

Brauerei Tucher Bräu
D-Nürnberg/Fürth
www.tucher.de

Nährwert pro 100ml:

Brennwert: 23kcal
Eiweiß: 0,5g
Kohlenhydrate: 5,5g

Gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot

  • Geruch: gut
  • Farbe: sehr gut
  • Schaum: gut
  • Geschmack: sehr gut
  • Standverhalten: gut

Perfekter Geschmack, der sich nicht hinter einem Weizenbier mit Alkohol zu verstecken braucht. Der typische Geschmack eines alkoholfreien Bieres ist beim Tucher nicht vorhanden, im Gegenteil, es besticht der herrliche Geschmack eines frischen Hefeweizens. Auch die Schaumbildung und die Standzeit ist typisch für ein Weizenbier. Für das Team der FRAKTUR die perfekte Umsetzung eines Hefeweizen, welches vom Original mit Alkohol kaum noch zu unterscheiden ist.

Fazit: Absolut top!

Paulaner

Hefe-Weißbier Alkoholfrei

Paulaner Brauerei
D-81541 München
www.paulaner.de

Nährwert pro 100ml:

Brennwert: 17kcal

Gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot

  • Geruch: gut
  • Farbe: gut
  • Schaum: mangelhaft
  • Geschmack: gut
  • Standverhalten: ausreichend

1986 hat die Paulaner Brauerei das erste alkoholfreie Hefe-Weißbier der Welt eingeführt. Dies wird besonders am Geschmack deutlich. Mit dem guten Geschmack eines frischen Hefeweizens kann das Paulaner bei dem Team der FRAKTUR punkten. Manko des alkoholfreien Paulaners ist leider der Schaum. Die Schaumbildung, als auch die Standzeit des Paulaners, veranlassten uns schon ein bisschen zur Trauer. Der sehr klägliche Schaum gehört schon nach sehr kurzer Standzeit der Geschichte an. Schade, da ja bekanntlich das Auge mittrinkt!

Witzig ist übrigens der Internetauftritt der Paulaner Brauerei. Der virtuelle Biergarten ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Fazit: Ein gutes und leckeres Bier, aber guter Schaum bleibt hier ein Traum.

Erdinger

Weißbier Alkoholfrei

Privatbrauerei Erdinger Weissbräu Werner Brombach GmbH
Erding
www.erdinger-alkoholfrei.de

Nährwert pro 100ml:

Brennwert: 25kcal
Eiweiß: 0,4g
Kohlenhydrate: 5,3g

Gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot

  • Geruch: typischer Geruch eines alkoholfreien Bieres
  • Farbe: gut
  • Schaum: sehr gut
  • Geschmack: ausreichend
  • Standverhalten: sehr gut

Das wohl am meisten gelobte alkoholfreie Bier. Von vielen Ecken und Enden verschiedenster Stammtische ist dies zu vernehmen. Der Test der FRAKTUR kann dies allerdings nicht bestätigen. Wir sind vom Geschmack des alkoholfreien Erdinger Weizenbieres nicht wirklich überzeugt. Der süßliche Geschmack des Erdingers mit dem typischen Geschmack eines alkoholfreien Bieres, kann unseres Erachtens weder an den Geschmack des Paulaners noch des Tuchers reichen. Allerdings ist die Schaumbildung und die Standzeit des Erdingers absolut perfekt.

Fazit: Das alkoholfreie Erdinger Weißbier konnte uns, im Gegensatz zum Erdinger mit Alkohol, geschmacklich nicht überzeugen. Dafür ist aber der Schaum der absolute Traum!


Gesamtfazit

Das Team der FRAKTUR favorisiert ganz klar das Tucher, welches vom Geschmack und von der Schaumbildung absolut überzeugen kann. Durch die Minuspunkte beim Schaum und der Standzeit folgt das Paulaner trotz des guten Geschmacks nur auf Platz zwei. Enttäuschend fanden wir das Erdinger, welches zwar vom Schaum und der Standzeit perfekt ist, aber unsere Geschmacksnerven nicht treffen konnte.

Uvex Downhill Helm im Test

1926 gründtete Philipp M. Winter in Fürth-Poppenreuth die „Optische-Industrie-Anstalt Philipp M. Winter“, welche im Jahre 1938 mit der industriellen Produktion von Brillen begann. Rainer Winter, Sohn des Unternehmensgründers, dessen erste Aufgabe als Geschäftsführer die Leitung des Bereichs Sonnenbrille war, entwickelte 1960 für das bis dahin namenlose Vertriebsprogramm eine neue Marke. UVEX war geboren.

Der Name UVEX entstammte dem Qualitätsmerkmal „UltraVioletEXcluded“. Seit dieser Zeit entwickelt und erforscht das Unternehmen immer neuere Technologien zum Schutze des Menschen mit dem Leitspruch „Protecting People“. Tradition, die verpflichtet! Verantwortlich für den Bereich Sport- und Freizeit ist in der UVEX-Gruppe „UVEX Sports“. Hier findet sich auch die Sparte Radhelme. Einem Helm aus dieser Sparte haben wir besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt: Dem UVEX Downhill.

Die Optik des UVEX Downhill ist schon sehr markant. Der ausgeprägte Kinnschutz und die Form des Helmes zogen direkt unsere Blicke auf sich. Auch wenn die Farbe unseres Helmes in mattem olivgrün (offizielle Bezeichnung: nato olive-uni) unsere Lieblingsfarbe knapp, aber sicher verfehlt, kann der Helm optisch alleine durch die Helmform punkten. Allerdings blieb auch hier UVEX nicht rastlos. Neben dem doch recht schlichten Helm in nato-olive uni, ist ebenfalls ein in schwarz-rot gehaltenener und mit einem überlackierten und ansprechenden Dekor versehener Helm erhältlich. Nicht nur das Gewicht von etwas unter 1000 Gramm überzeugt. Für einen Fullfacehelm ein durchaus akzeptables Gewicht. Der UVEX Downhill wartet mit einem sehr guten Tragekomfort und vielen durchdachten Detaillösungen auf. Detaillösungen, wie man sie bei Helmen anderer Hersteller vergeblich sucht.

Dazu gehören unter anderem die Führungsnut und die seitlich angebrachten Gumminoppen zum Fixieren des Gummibandes der MX-Brille. Ein Verrutschen oder gar Abrutschen der Motocrossbrille ist damit quasi unmöglich. Ein schleichender Erstickungstod ist mit dem UVEX Downhill ebenfalls nicht zu befürchten. Der gepolsterte Kinnriemen sitzt gut und die Frischluftzufuhr für die Atmung ist sehr gut. Für jähzornige Mitmenschen ist der Helm ebenfalls bestens geeignet, da der Verschluß mittels eines Klickmechanismus spielerisch einfach zu bedienen ist. Somit ist auch mit Handschuhen, ohne nervige Fummelei, ein schnelles Anziehen des Helmes garantiert. Das Helmvisier ist groß und einstellbar, wenn auch nur begrenzt.

Der größte Teil der antiallergischen und absorptionsfähigen Innenpolsterung läßt sich bequem entfernen und kann somit separat gewaschen werden. Ein Plus an Hygiene. Die Kühlung des Schädels mit Frischluft kann der UVEX Downhill, dessen Außenschale aus dem Thermoplast Ectrolon besteht, allerdings nur bedingt befriedigen. Ein Manko, mit dem man allerdings gut leben kann. Sicherheitstechnische Aspekte werden mit Erfüllung der wichtigsten Prüfzeichen erfüllt. Der UVEX Downhill entspricht natürlich sämtlichen gängigen Sicherheitsstandards wie der CE EN 1078 und der U.S. CPSC.

Fazit:

Der UVEX Downhill bietet kaum Grund zum Nörgeln. Der gute Tragekomfort, der einfache Verschlußmechanismus, die abnehmbare Polsterung…die Liste ließe sich immer weiter führen. In unseren Augen ist der einzige Punkt zum Meckern die dürftige Kühlung des Schädels.

Größen: XXS-XL
Preis: 159,95 Euro

Mehr Infos unter: www.uvex-sports.de

Special Alpencross: Vom Ende und vom Anfang

Da waren wir nun in Riva – Markus und ich. Wir sind zusammen gestartet und sind beide in Riva angekommen – aber nicht wie geplant zusammen. Diese zehn Tage waren eine enorme Herausforderung und eine harte Probe für unsere langjährige Freundschaft. Den Abend in Riva haben wir jeweils getrennt verbracht. Markus begab sich zum Entspannen an die Strandpromenade, während ich bei einem Pint Guinness in einem Irish Pub die vergangenen zehn Tage Revue passieren ließ.

Einsame „Zieleinfahrt“…

Die Rückfahrt nach Deutschland wurde mit einem Shuttleservice angetreten. Nahezu wortlos erfolgte auch die Fahrt zurück nach Hause. Nach dem Alpencross zog es Markus nach Südamerika, während ich meinen normalen Dienst in Deutschland versah. Es dauerte fast ein Jahr bis wir wieder Kontakt hatten. Jetzt ist unser Kontakt wie früher. Das zeichnet eine gute Freundschaft aus. Uns beiden tat die Pause sehr gut und mittlerweile lachen wir viel über das Erlebte. Was soll ich sagen?! Markus möchte den Alpencross gerne wiederholen und drängt mal wieder.

Wir würden jetzt natürlich vieles ändern und anders angehen. Die Dauer mit zehn Tagen empfinden wir jetzt, zumindest für den ersten Alpencross, als zu lang. Eine kürzere Dauer würde den Frust ab Mitte bis zum Ende der Alpenüberquerung auf jeden Fall entgegenwirken, wenn nicht sogar verhindern. Die von uns durchgeführten Etappen mit den geschafften Höhenmetern und den Entfernungen kann man allerdings als gutes Maß bezeichnen.

Der Alpencross: Eine harte Bewährungsprobe für Freundschaften

Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist eine unglaublich faszinierende und zum Teil auch erschreckende Erfahrung. Man lernt viel über sich und seine Grenzen – und über seinen Mitbestreiter und dessen Grenzen. Dieses Abenteuer sollte man als Mountainbiker unbedingt erlebt haben!

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