Focus First Expert – Auf Abwegen – Der Marathonexperte im Test

Das Focus First Expert, von Focus selbst im Bereich Marathon angesiedelt, besticht durch eine mutige und sehr eigenwillige Anordnung des Dämpfers. Die verbauten Komponenten des Focus sind einen Zungenschnalzer wert. Ob das First Expert auch First Class ist, galt in einem harten Test herauszufinden. Neben vielen Einsätzen auf unseren Hometrails, in der Provence und in der Eifel musste das Focus noch eine andere Disziplin bewältigen: Kurzerhand haben wir mit dem First Expert an einem XC-Rennen teilgenommen. Konnte das Focus das Team der Fraktur überzeugen?

Beim First Expert fällt direkt die sehr ungewöhnliche Rahmenkonstruktion auf. Der DT Swiss SSD-190 Dämpfer findet Raum in einer Aussparung im Oberrohr, welches sich quasi am Dämpfer vorbeischlängelt. Unsere Bedenken, mit dem Oberschenkel permanent das Oberrohr an dieser verdickten Stelle zu streifen, bestätigte sich nicht. Vorteil dieser Rahmenkonstruktion ist der gute Schutz des Dämpfers vor Dreck. Während der Hebel zum Blockieren des absolut überzeugenden Dämpfers noch gut erreichbar ist, bedarf es bei der Einstellung der Zugstufe etwas Fingerspitzengefühl. Mit der passenden Pumpe stellt dagegen die Zugänglichkeit zum Ventil für die Luftunterstützung kein Problem dar.

Die Sitzposition auf dem First Expert ist angenehm sportlich. Wir würden die Sitzposition zwischen Tour und Race anordnen. Selbst lange Touren sind mit dem Focus ein Genuss. Der leicht gekröpfte und relativ breite Lenker sorgt zudem für ein gutes Handling. Die Magura Louise FR mit einer 180 mm Bremsscheibe vorne und einer 160 mm Bremsscheibe hinten verzögert das leichtfüßige Bike sicher und sehr gut dosierbar. Auch bei Schaltwerk und Umwerfer legt Focus höchsten Wert auf Präzision. Nicht weniger als Shimano XTR wurde an dem First Expert verbaut, bei den Schalthebeln finden immer noch XT-Hebel Verwendung.

Bei der Federgabel hat sich Focus für die Rock Shox Reba Race mit 100 mm Federweg entschieden. Die Wahl der Federgabel erweist sich als äußerst gelungen. Durch das Remote Poploc lässt sich die Reba schnell und unkompliziert vom Lenker aus blockieren. Auch das Lösen der Blockierung geschieht völlig ohne Kraftaufwand. Wie durchdacht die Rock Shox ist, zeigt das Motion Control, welches die Dämpfung der Gabel steuert. Zusätzlich erlaubt die Einstellung des Floodgates eine Feinjustierung der Sperrposition. Die Zug- als auch die Druckstufe sind bequem von außen einstellbar, zudem bietet die sehr sensibel ansprechende Gabel die Möglichkeit, den Positiv- als auch Negativfederweg mittels Autoventil einzustellen.

In Verbindung mit der Rock Shox Reba Race läuft das Focus First Expert zur Höchstform auf. Der Viergelenker mit 100 mm Federweg lässt sich hervorragend beschleunigen. Nichts wippt unnötig und trübt somit den Vorwärtsdrang. Bei Unebenheiten spricht der Viergelenker sensibel an und selbst größere Brocken werden noch weggeschluckt, ohne dass Unruhe ins Fahrwerk kommt. Hier zeigt sich die Klasse des DT Swiss Dämpfers. Vor allem die Kletterfähigkeit des Focus weiß zu überzeugen. Selbst sehr steile Uphills meistert das Focus ohne widerwillig die Nase zu heben.

Der sehr gut arbeitende Hinterbau sorgt für genialen Vortrieb. Selbst beim Wiegetritt kann die Traktion für Begeisterung sorgen. Zielstrebig lässt sich das gutmütige Focus über Singletrails peitschen. In Grenzsituationen am Rande der Traktion bleibt das Focus sehr gut beherrschbar und vermittelt dem Fahrer ein gutes und sicheres Gefühl. Lediglich in Kurven mit sehr hoher Geschwindigkeit konnten wir ein leicht schwammiges Fahrverhalten feststellen, welches aber keinen Grund zur Sorge darstellt.

Kommen wir zu unserem Lieblingspunkt Reifen. Am First Expert sind Continental in der Breite 2.3 verbaut. Vorne versieht ein Gravity Pro seinen Dienst, der definitiv mehr Traktion bietet als der hinten verbaute Flow Pro. Aber beide verbauten Continental weisen Schwächen auf losem Untergrund und vor allem bei Nässe auf. Absoluter Pluspunkt der Continental ist dagegen das sehr gute Rollverhalten. Vor allem Marathonfahrer wissen dies zu schätzen. Alles in allem kann man für den Einsatzbereich des First Expert die Reifenwahl als gut bezeichnen.

Neben vielen Einsätzen auf Trails am Niederhein, in Südfrankreich und in der Eifel, sollte das Focus First Expert seine Stärken bei einem Rennen unter Beweis stellen. Kurzerhand haben wir mit dem Focus das XC-Rennen in Kollerbeck bestritten und bei den Masters den achten Platz belegt. Ein Beweis, wie giftig aggressiv das Focus bewegt werden kann, wenn es sein muss. Ein Sporttourer mit einem unglaublichem Potential! Knapp 2200 Euro sind kein Pappenstiel für ein Bike, aber dafür bekommt man ein sehr gut durchdachtes System, welches perfekt funktioniert. Das Focus First Expert bereitet richtig Laune beim Fahren. Die Verarbeitungsqualität und Lackierung des Focus geben auch keinerlei Grund zur Kritik. Selbst im Bereich der Kettenstrebe wies die Lackierung kaum Macken auf. Die vielen verbauten Komponeten von FSA, wie zum Beispiel die Kurbel und der Lenker, versahen ihren Dienst ebenso perfekt und zuverlässig wie die DT Swiss Laufräder.

Fazit:

Erneut beweist Focus wieder, wie sportlich aggressiv Sporttourer sein können, ohne dabei an Komfort einbüßen zu müssen. Der genial arbeitende Viergelenker kann voll überzeugen und die verbauten Komponenten werden dem Focus First Expert absolut gerecht – First Class eben!

Preis: 2199 Euro
Gewicht: etwa 12,3 Kilogramm (ohne Pedalen)
Farbe: salt/bahamabeige
Rahmengrößen: 44, 49, 54 cm
Mehr Infos unter www.focus-bikes.de

TSG Evolution Helm – Jetzt gibt es was auf die Murmel! Test

Nicht nur Timo Pritzel vertraut den Kunststoffschalen der bereits 1988 gegründeten Kultschmiede TSG. Der eigentlich aus dem Skateboardbereich stammende TSG Evolution Helm erfreut sich unglaublicher Beliebtheit bei Skateboardern. Wir haben uns den TSG Evolution, das Non-Plus-Ultra der Skateboarder, der mittlerweile auch BMXer und Mountainbiker in seinen Bann zieht, genauer angeschaut. Auffallend ist der tiefe Schnitt des Evolution. Der Ausschnitt an den Ohren und im Nacken ist tiefer als bei anderen Helmen.

Bereits das Überstülpen der Murmel lässt Freude aufkommen. Der TSG Evolution sitzt wie angegossen. Die Pads des Helms lassen sich dank Klett herausnehmen. Dadurch kann der Helm optimal gereinigt werden. Allerdings wird es mollig warm unter dem Helm. Die 14 Belüftungslöcher bringen nicht wirklich viel Abkühlung für den Schädel. Das Gewicht von etwa 450 Gramm halten wir akzeptabel und sollte auf keinen Fall mit dem Gewicht eines normalen MTB-Helms verglichen werden. Zu unterschiedlich sind Bauform und Einsatzzweck. Für die Stoßdämpfung sorgt, im Falle eines Sturzes, eine dicke Styroporschicht. Die Außenschale des Evolution besteht aus einer dicken Polycarbonatschicht. Verschlossen wird der Helm mit einem praktischen Schnappverschluss. Nervige Fummelorgien beim Schließen des TSG sind damit, selbst mit Handschuhen, ausgeschlossen.

Der sehr robuste Helm bietet sehr viel Sicherheit…nur das Verweigern sämtlicher sportlichen Aktivitäten mit dem Bike würde die Sicherheit definitiv steigern. Für die Verweigerer dieser Helmform sei noch erwähnt, dass durch den tiefen Nackenschutz in diesem Bereich erheblich mehr Sicherheit geboten wird, als bei einem herkömmlicher MTB-Helm. Die umfangreiche Farbpalette dürfte für jeden Biker das passende Outfit bieten. Natürlich erfüllt der TSG Evolution die gängigen Sicherheitsstandards wie der CE EN 1078 und der U.S. CPSC.

Fazit:

Phatte Optik gepaart mit hohem Schutz und einer perfekten Passform. Nicht nur das Non-Plus-Ultra für Skateboarder, sondern auch für BMXer, Dirter und alle, die sich im Skatepark tummeln!

Gewicht: etwa 450 Gramm
Größen: S/M, L/XL
Preis: etwa 49,95 Euro

Vertrieb:
KHE Fahrradhandels GmbH
Gablonzer Straße 10
76185 Karlsruhe

Mehr Infos unter:
www.ridetsg.com
www.khe-bmx.de

Sprungsucht auf dem Flugfeld – Dirtpark Remscheid

Mit einem verschmitzten Lächeln erklärt uns „Peda“, einer der Fahrer des Teams Sprungsucht aus Remscheid, den Werdegang des Dirtparks. Eigentlich aus einer Stratftat und einer Anzeige resultierend, nahm der illegale Streckenbau in Remscheid eine unglaubliche Kehrtwende. Viel Eigeninitiative der Biker und das Bereitstellen eines Grundstücks sowie von Werkzeug durch die Stadt Remscheid ließ einen Dirtspot entstehen, wie er offizieller nicht mehr sein kann: Das „Flugfeld“…

Die Anzeige gegen die Biker wurde fallengelassen, durch Sponsorengelder konnte für eine Woche ein Bagger gemietet werden und eine Baufirma spendierte das notwendige Erdreich. Seitdem ist viel geschehen und viel passiert. Nicht immer lief alles nach Plan, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Brüderlich wurde ein verwildeter Fußballplatz geteilt, die eine Hälfte für die Soccer, die andere Hälfte für die Biker. Knapp 45 x 45 Meter beherbergen jetzt mehrere Lines, wobei sogar ein Wallride als Abschluss dienen kann.

Die unterschiedlichen Charaktere der Lines und die verschiedenen Größen bieten für jeden Sprungsüchtigen die passende Line. So finden sich hier Lines mit Tables, Doubles, Stepjumps und die eine oder andere Möglichkeit für Transferjumps. Gestartet wird auf einer Erhöhung, die man bequem über eine Holztreppe erreichen kann. Die offizielle Eröffnung der „BMX-Radsportanlage“, wie es so schön in Beamtendeutsch heißt, fand am 27. Mai 2006 statt. Einem Besuch des Dirtparks „Flugfeld“ steht also nichts im Wege 🙂

Der Dirtpark in Remscheid ist ein Vorzeigeprojekt der Extraklasse. Aber Vorsicht, nicht immer verlaufen die illegalen Buddeleien so glimpflich. Also besser vorher(!) die Lage abchecken! Zu finden ist das Flugfeld im Remscheider Norden am Holz. Eine Anfahrtsskizze und die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln findet ihr auf der Webseite des Teams Sprungsucht. Mehr Infos unter www.sprungsucht.de

BMW Mountainbike Enduro im Test – Freude am Fahren?!

Bereits seit 1992 bietet BMW eine eigene Produktlinie für Fahrräder an. In früheren Jahren war die Optik der BMW Mountainbikes sehr gewöhnungsbedürftig und fand wenig Zustimmung bei den Bikern. Mit dem neuen Enduro MTB präsentiert sich BMW dafür umso selbstbewusster. Das Bike mit dem formschönen Alu-Rahmen wirkt sehr edel und gefällt auf Anhieb. Der Rahmen wird im Tiefziehverfahren hergestellt und ermöglicht so diese extravagante Rahmenform. Optik, die gefällt. Kann das BMW Enduro auch in der Praxis überzeugen?

Schon der erste Blick auf das BMW MTB Enduro zeigt die Liebe zum Detail. Die vorbildlichen Schweißnähte sind ebenso überzeugend wie die hochwertige zweifarbige Pulverbeschichtung. Bereits jetzt darf erwähnt werden, dass diese nicht nur edel aussieht, sondern auch von der Qualität zu überzeugen weiß. Understatement wird bei BMW groß geschrieben. Nur ein kleines BMW-Logo, das bekanntlich einen Propeller am Himmel abbildet, weist auf die Firma BMW hin. Kein riesiger Schriftzug, wie sonst üblich, ziert den Rahmen.

Der Hinterbau des BMW Bikes mit 145 mm Federweg bei den Rahmengrößen M und L (die Rahmengröße S bietet lediglich 110 mm Federweg) arbeitet hervorragend. Sensibel schluckt der Viergelenker Unebenheiten weg und sorgt für gute Traktion. Bergauf als auch bergab kann das Fahrwerk des BMW Enduro absolut überzeugen. Der verbaute Manitou Radium RL Air Dämpfer leistet hervorragende Arbeit und lässt sich zum Tourenfahren bequem per Hebel blockieren. Der Hinterbau wurde bewusst in Matt gehalten und trotzt auch den hartnäckigen Schlägen der Kette.

Das Oberrohr des BMW Bikes ist sehr lang. Durch den schönen und praktischen Vario-Vorbau ist die Sitzposition aber leider viel zu gestreckt und trübt so etwas die Freude am Fahren. Dies ist sicherlich ein Zugeständnis an eine breitere Käuferschicht. Die Montage eines kurzen Vorbaus wirkte im Test aber direkt Wunder. Die Sitzposition wird aufrechter und das Bike handlicher. Mit dem kürzeren Vorbau lädt das Bike direkt zum Spielen ein. In diesem Zusammenhang würden wir einen breiteren Lenker empfehlen, um das Potential des BMW Enduro voll auszuschöpfen.

Bei der Federgabel hat sich BMW für die Manitou Black Platinum Air mit 120 mm Federweg entschieden, die sich mit ihrer Funktion sehr gut in das Gesamtkonzept einfügt. Die Einstellmöglichkeiten von Gabel und Dämpfer lassen eine gute Abstimmung an die persönlichen Bedürfnisse zu. Mit dem vollen zur Verfügung stehenden Federweg der Manitou Gabel werden steile Uphills allerdings zur Qual. Nervös hebt das BMW schnell die Nase und zwingt den Biker zu akrobatischen Balanceakten. Doch auch hier hat BMW mitgedacht. Die Reduzierung des Federwegs der Manitou Black auf 35 mm sorgt bei steilen Uphills für sicheres Vorankommen.

Die Absenkung der Gabel geschieht bequem vom Lenker mit einem Schalter. Durch ein erneutes Bedienen des Schalters und Entlastung des Vorderrades wird der volle Federweg wieder hergestellt. Eine perfekte Problemlösung! Dank des guten Fahrwerks mit dem sehr tiefen Tretlager liegt das BMW MTB Enduro satt auf den Trails. Besonders bei ruppigen Trails lernt man schnell das Fahrwerk zu schätzen. Probleme macht das tiefe Tretlager nur beim Pedalieren in Wurzelpassagen, Kurven und Steinfeldern.

Die Hayes HFX Mag XC Bremse sorgt mit ihrer guten Dosierbarkeit und dem herzhaften Biss für eine zuverlässige Verzögerung des Bikes. Die SRAM X.9 Schaltung glänzt durch präzise Schaltvorgänge und reiht sich nahtlos in das gut funktionierende Gesamtpaket ein. Sorgenkind sind für uns mal wieder die Continental Reifen. Die montierten Gravity Pro in der Größe 2.3 können uns weder von der Pannensicherheit noch vom Grip, besonders auf nassem Untergrund, überzeugen. Tourenfahrer werden bei den Continental Reifen jedoch den niedrigen Rollwiderstand zu schätzen wissen.

Sehr überrascht sind wir von der Robustheit des Bikes. Selbst harte Touren nimmt das BMW dem Biker nicht übel, wie auch unser Test auf dem Wildride im Fun-Park Todtnau zeigte. Somit kommen auch Freunde der härteren Gangart auf ihre Kosten, zumal das BMW eine aggressive Fahrweise zulässt. Haupteinsatzgebiet des BMW Mountainbike Enduro sind für uns aber schöne flowige Singletrails und sehr anspruchsvolle Touren. Und da darf es ruhig mal härter zur Sache gehen!

Erhältlich ist das Bike nicht nur bei ausgesuchten BMW Händlern und im Internet unter www.bmw-shop.com/lifestyle, sondern erstmalig auch über den Vertriebspartner Winora.

Fazit:

Mit dem BMW Mountainbike Enduro ist BMW ein großer Wurf geglückt. Das BMW MTB Enduro ist ein edles, erstklassiges und sehr hochwertiges Bike mit einem sehr breiten Einsatzgebiet. Die sehr gute Verarbeitung, das exclusive Design und die guten Fahreigenschaften verdienen unser höchstes Lob.

Preis: 2499 Euro
Größen: S, M und L (42, 45 und 50 cm)
Gewicht: etwa 14,2 Kilogramm

Mehr Infos unter www.bmw-shop.com/lifestyle

Norco Rampage – Hardcore-Hardtail aus Kanada – Test

Die Marzocchi Dropoff 2 QR-20 mit 150mm Federweg, die großdimensionierten Hayes Bremsscheiben mit 8 Zoll Durchmesser und der flache Lenkwinkel von 65,5 Grad lassen die Wurzeln dieses Bikes erahnen: Freeride pur! Der Blick auf das Heck des Bikes lässt so manchen Biker die Augen reiben. Kein phattes Fully tut sich da vor einem auf, sondern ein Hardtail der besonderen Art. Wie haben für euch das Rampage der kanadischen Kultschmiede Norco gerockt!

Der Blick auf das Bike beschleunigt den Herzschlag und der Preis lässt die Hardcore-Hardtail-Fangemeinde im wahrsten Sinne des Wortes „Luftsprünge“ machen. Mit 1599 Euro ist das Norco Rampage mit dieser Ausstattung ein sehr attraktiver Schnapper. Die Verarbeitung ist, wie von Norco gewohnt, erstklassig und die Machart des Bikes entspricht nicht dem üblichen Allerlei. Schon die Form des ovalen Unterrohrs und die Gussets sind ein Augenschmaus.

Die Auswahl der Komponenten lassen nur einen Schluss zu: Mit diesem Bike muss man Berge rocken, runter, weniger rauf. Dass dies trotzdem geht, verdankt man dem zweiten Kettenblatt mit 22 Zähnen. Die Sattelstütze lässt sich komplett versenken oder auch, zum Pedalieren, rausziehen. Somit kommt man dann tatsächlich die Berge rauf und kann auch ohne Sessellift und Gondel dem Abfahrtsspaß nachkommen. Wenn sich auf der Abfahrt noch Northshores und Jumps anbieten, umso besser.

Das Rampage ist kein Leichtgewicht. Etwa 17,1 Kilogramm Kampfgewicht, die Laufräder und nicht zuletzt die Kenda Nevegal 2.5 kosten eine Menge Körner beim Beschleunigen. Trotz des hohen Gewichts ist das Rampage sehr handlich. Mit ein paar wenigen Handgriffen lässt sich das Norco sogar zu einem recht akzeptablen Sprinter umbauen, wie unser 1. Platz beim KamiCup beweist. Die Lösung sind schmalere und leichter rollende Reifen in Verbindung mit leichten Schläuchen anstatt der phatten DH-Schläuche von Kenda. Wir montierten zum Dirten und für den Einsatz auf Dualkursen den Kenda Blue Groove in der Breite 2.0 und konnten somit das Gewicht auf 15,6 Kilogramm reduzieren.

Der Grip der Kenda Nevegal ist auf trockenem Untergrund erstklassig, nur bei Nässe stellen sich leichte Schwächen ein. Der flache Lenkwinkel des Norco Rampage sorgt selbst bei ruppigen Abfahrten für präzise Lenkbewegungen und Ruhe im Frontbereich, auch wenn der Einsatzbereich der Marzocchi Dropoff 2 nicht unbedingt beim Downhill zu suchen ist. Zwei Kettenblätter versehen am Rampage ihren Dienst, ein 32er und ein 22er Kettenblatt. Als Kettenführung dient der Umwerfer in Verbindung mit einem phatten Rockring. Die Kette bleibt leider dennoch nicht immer dort, wo sie hingehört.

Flowige Abfahrten, smoothe Freeridepassagen und Northshoreelemente, das sind die Dinge, wo sich das Norco wohlfühlt. Beim Jumpen verhält sich das Rampage gut und ausgeglichen. Das Norco lässt sich wunderbar in der Luft dirigieren und in die Landung pressen. Wir empfehlen, wie oben beschrieben, beim Dirten den Einsatz von leichteren Reifen mit weniger Rollwiderstand. Ein Starthügel ist aber dennoch zu empfehlen. Der Rahmen des Rampage ist absolut verwindungssteif, Steckachse vorne als auch hinten tragen ihr übriges dazu bei.

Für die Verzögerung des Bikes sorgen Hayes HFX-9 Bremsen mit acht Zoll Scheibenbremsen, die in allen Belangen überzeugen können. Ebenfalls überzeugen können die anderen verbauten Komponenten wie zum Beispiel die Wellgo Plattformpedalen und die Truvativ Hussefelt Kurbeln. Schaltungstechnisch findet ein Shimano-Mix Verwendung. Der braunen Lackierung des Rahmens können auch diverse durch die Gegend fliegende Steine nichts anhaben und sorgt somit lange für eine gute Optik des Bikes. Lediglich der Kettenstrebenschutz, eine Plastikfolie, verdient Kritik.

Fazit:
Ein superstabiles Hardcore-Hardtail mit einem sehr breiten Einsatzgebiet. Das Handling des Rampage erinnert leicht an ein Fully. Das perfekte Bike für flowige Abfahrten und Northshores. Mit dem ausgeglichenen Fahrwerk bereitet das Ausloten von Grenzsituationen besonders viel Spaß. Minuspunkte kostet allerdings das hohe Gewicht des Rampage.

Rahmengrößen: XS, S, M, L
Farbe: Braun
Gewicht: etwa 17,1 kg
Preis: 1599 Euro

Vertrieb:
Fritz Wittich GmbH
Distributor of Norco Performance Bikes
33609 Bielefeld

Mehr Infos unter: www.norco-bikes.de

Bikepark Hombruch in Dortmund – BikerX, Dual und Dirten im Pott

Das am 25. Mai 2006 angesetzte Opening des Bikeparks Hombruch in Dortmund fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der langanhaltende Regen der vorangegangenen Wochen weichte die Strecke zu sehr auf, womit das Opening der Strecke verschoben wurde, um diese zu schonen. Dennoch machte sich die FRAKTUR für euch auf den Weg nach Dortmund, um dem Bikepark Hombruch einen Besuch abzustatten. Was euch dort erwartet, erfahrt ihr hier.

Der Bikepark Hombruch ist definitiv ein Vorzeigeprojekt und ein Aushängeschild für den Mountainbikesport im Ruhrgebiet und zeigt, dass auch in diesen Gefielden ein Ausleben unseres geliebten Hobbies auf legalem Wege möglich ist. Auf dem Gelände, welches die Stadt Dortmund zur Verfügung stellt, wird seit 2002 von Dual- und 4X Racern sowie Dirtern aus dem gesamten Ruhrgebiet emsig gebaut und gebuddelt. Unterstützt wird dieses Projekt vom lokal ansässigen Bikeshop DOUBLEXSTORE.

Der große Startberg mit etwa acht Metern Höhe gibt den Start auf den BikerX bzw. die verkürzte Variante des BikerX frei. Auch der Start zu den verschiedenen Dirtlines beginnt auf diesem Berg. Der BikerX zeichnet sich durch gut geshapte Doubles und Stepjumps in allen erdenklichen Größen aus und erfreut durch eine schöne Streckenführung mit hohen Anliegern. Im Anschluss daran folgt ein zweiter kleinerer Startberg für den Dualslalom. Auch hier erwarten einen schöne Sprünge und flowige Anlieger. Der Streckenuntergrund ist der üblicherweise verwendete Brechsand. Der Zustand der Strecken ist sehr gut und gepflegt.

Die im Bikepark Hombruch vertretenen Dirtlines siedeln sich von der Größe im mittleren bis großen Segment an. Im Gegensatz zum BikerX und dem Dual-Kurs, der auch von Novizen zumindest fahrbar ist, sollten sich blutige Anfänger nicht an den Dirts versuchen. Neben dem Bikepark bietet ein kleiner Skatepark die Möglichkeit, an Rampen sein Können unter Beweis zu stellen.

Die Benutzung des Bikeparks Hombruch ist übrigens kostenfrei. Zu finden ist der Bikepark in Dortmund an der Deutsch-Luxemburger Straße bzw. der Kieferstraße und befindet sich direkt neben dem Hallenbad. Saison ist, sobald es die Witterung zulässt. Aber nicht an diesem besagten 25. Mai 2006 😉 Mehr Infos zum Bikepark Hombruch findet ihr unter www.bikepark-hombruch.de

Zentralmassiv – Das unbekannte Bikeparadies im Herzen Frankreichs

Deutsche Mountainbiker sieht man hier selten. Nein, die Deutschen ziehen die andere Rhone-Seite vor: Die Alpen oder weiter im Süden die Provence. Florence, unsere Gastwirtin bei unserem Aufenthalt in dem kleinen beschaulichen Dörfchen Mézilhac, bestätigt mt diesen Worten den Eindruck, den wir bei unseren Touren durch das Zentralmassiv gewonnen haben. Dabei ist das Massif Central, wie die Franzosen das Zentralmassiv nennen, ein Bikeparadies par excellence.

Viele kennen die beeindruckenden Ausläufer des Zentralmassivs vom Reisen in den Süden, in die Provence oder an die spanische Mittelmeerküste. Richtung Süden fahrend, blickt man von der Autobahn A7/E15 ab Lyon auf die rechts liegenden schroffen Felswände des Massif Central. Etwa 15 Prozent der französischen Fläche belegt das Zentralmassiv. Der höchste Punkt liegt bei 1886 Meter, dem Puy de Sancy (Mont Dore) in der Nähe von Clermont-Ferrand.

Trails finden sich praktisch direkt vor der Haustüre. Die vielen Wanderwege eignen sich hervorragend zum Biken. Auf jeden Fall sollte man sich eine regionale Wanderkarte anschaffen. Fast überall in Frankreich sind die Karten des „Institut Geographique National“, kurz IGN, erhältlich. Die Genauigkeit der regionalen Karten konnte uns schon in der Provence überzeugen. In den Touristenbüros, den „Office de Tourisme“, manchmal aber auch in den Zeitschriftenläden, bekommt man für kleines Geld spezielle Mountainbike-Karten mit ausgearbeiteten Mountainbikerouten. Die Wanderwege erinnern einem vom Charakter an die Wanderwege in der Provence. Die Wege sind oft sehr steinig, manchmal sogar gröllartig. Doch auch Waldwege und Forstwege findet man hier. Selbst die Fahrt mit dem Bike über Straße kann sehr angenehm sein. Viele kleine Straßen schlängeln sich durch die Berge. Nur wenige Autos passieren einen auf den kleinen Straßen. Manche Orte weisen noch nicht einmal eine Buslinie auf.

Man schätzt die Deutschen. Die Motorradfahrer, die das Zentralmassiv durchstreifen, wären immer korrekt gekleidet und verhielten sich im Straßenverkehr vorbildlich. Kein „wilder Haufen“ wie ihre französischen Landsleute, erklärt uns Florence. Mit einem Lächeln fährt Florence fort „naja, außer wenn die deutschen Motorradfahrer auf französische Motorradfahrer treffen würden…dann wäre es mit der vorbildlichen Fahrweise vorbei. Aber nur dann!“. Die Menschen sind sehr offen und freundlich. Wie wir es bereits aus der Provence kennen. Die Sprache ist französisch, französisch und nochmal französisch. Doch das sollte nicht abschrecken, im Gegenteil. Wer unbedingt englisch sprechen möchte, sollte es in dem Irish Pub in Aubenas versuchen. Bei einem guten Guinness. Oder eines der vielen anderen Sorten Bier 😉

Eine sehr schöne Tour mit ausreichend Höhenmeter und abwechslungsreichen Wegbeschaffenheiten bietet der Wanderweg GR420-427 vom Col du Pranlet über Saint-Andeol-de-Fourchades und Brion nach Le Cheylard. Die genaue Tourenbeschreibung findet sich in den offiziellen Karten des Office de Tourisme „Le Cheylard e son canton“. In diesem Fall wären das die Karten 1, 16, 15 und 18. Der Wanderweg führt teilweise über einen Bergkamm mit einem unglaublichen Ausblick. Die zum Teil heftigen Abfahrten verlangen höchste Aufmerksamkeit und Konzentration. Die beste Jahreszeit für den Besuch des Zentralmassivs ist von Mai bis Oktober. Zumindest für Mountainbiker. Wir sind in den Bergen, im März kann mitunter noch hüfthoher Schnee liegen, der Wind ist noch sehr stark oder es gibt gar Schneestürme. Viele Franzosen zieht es über den Winter ins das Zentralmassiv. Zum Skifahren. Wir sind halt in den Bergen 🙂

Sigma Sport BC 1106 – Bikecomputer im Test

Viele Bikecomputer glänzen mit Funktionen, die von den meisten Bikern nicht genutzt werden. Der Mehrwert der Funktionen drückt zudem noch kräftig auf die Geldbörse. Eine Lösung des Problems wäre die Anschaffung des Sigma Sport BC 1106. Die wichtigsten Funktionen werden hier in einem kleinen und robusten Gehäuse vereint. Wir haben uns den kleinen starken Bikecomputer von Sigma Sport genauer angeschaut.

Der Sigma Sport BC 1106 glänzt mit Funktionalität. Hier wird nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen, sondern den wichtigsten Funktionen erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Auffallend ist bereits das Befestigungssystem des BC 1106. Der Bikecomputer wird nicht, wie in der Vergangenheit, gleich einem Schlitten auf den Befestigungssockel aufgeschoben, sondern gesteckt und gedreht. Wer im Besitz von Zubehör von Drittanbietern ist, wie zum Beispiel ein NaviiOn, kommt nicht drumherum, die alte Befestigung, parallel zum neuen Befestigungssockel, weiter zu benutzen.

Die Montage des Fahrradcomputers gestaltet sich äußerst einfach. Im Lieferumfang befindet sich alles, um den Sigma Sport BC 1106 direkt einsetzen zu können. Der erste Blick auf die Anzeige des BC 1106 gefällt. Die Anzeige ist übersichtlich und sehr gut ablesbar. Keine kryptischen Abkürzungen erscheinen auf dem Display, sondern Volltextanzeigen. Somit muss man sich keine Abkürzungen für irgendwelche Anzeigen merken. Ein weiterer Vorteil ist die Einstellbarkeit des Kontrastes der Anzeige.

Doch welche Funktionen bietet der Sigma Sport BC 1106? Kurz gesagt alles, was der Biker für eine Tour benötigt. Darunter fällt neben der Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, der Durchschnittsgeschwindigkeit und der Maximalgeschwindigkeit natürlich die Anzeige der Tageskilometer und der Gesamtkilometer. Ein weiterer Clou des BC 1106 ist die Einstellbarkeit von zwei Radgrößen, welche durch einen optional erhältlichen „Bike 2 Sensor“ automatisch erkannt werden. Die Gesamtkilometer und die Gesamtfahrzeit werden für das jeweilige Rad angezeigt.

Ein großes Ärgernis bereiten viele Bikecomputer bei einem notwendigen Batteriewechsel. Nicht jedoch der BC 1106! Durch einen integrierten Speicherchip bleiben die wertvollen Daten auch nach einem Batteriewechsel erhalten. Als Energieversorger findet eine 3 Volt Lithium Batterie Verwendung. Sollte mal irgendetwas verloren gehen oder ein zweiter Sensor o.ä. benötigt werden, stellt dies auch kein Problem dar. Bei Sigma Sport lässt sich alles nachbestellen.

Fazit:

Klein, quadratisch, praktisch, gut. Der Sigma Sport BC 1106 überzeugt durch eine gute Ablesbarkeit und die simple Bedienung.

Preis: 21,95 Euro

Mehr Infos unter www.sigmasport.com