Wenn ein Wandersmann früher in die weite Welt hinauszog, verstaute er seine Habseligkeiten in einem gebündelten Stofftuch. An einen Stock gebunden und geschultert, stellte dies in der damaligen Zeit die perfekte Lösung für den Transport von Reisegepäck dar. Da diese Lösung natürlich auf Dauer keinen Bestand haben konnte, wurden im Laufe der Evolution Träger an den Beutel angenäht, um einen komfortableren Transport des Gepäcks auf dem Rücken zu ermöglichen. Auf eine körpergerechte Haltung oder eine Luftzirkulation im Rückenbereich wurde damals noch nicht geachtet. Was man heutzutage von VAUDE, dem Spezialisten für Outdoorartikel, an Rucksäcken bekommt, wäre den Menschen damals vorgekommen wie der Warp-Antrieb der Enterprise den heutigen Menschen.
Der Hyper Vent 14+3 deckt mit seinen raffinierten Detaillösungen die Bedürfnisse des modernen Bikers ab. Alleine schon die Produktbezeichnung lässt aufhorchen. Der Hyper Vent 14+3 bietet neben den eigentlichen 14 Liter Stauraum zusätzlich drei Liter Stauraum. Durch einen raffinierten Reißverschluss, gibt eine verborgene Stofffalte bei Bedarf zusätzlich diese drei Liter Stauraum frei. Der Vaude Hyper Vent besteht aus wasserabweisendem Material. Sollte es unterwegs arg nass werden, bietet der Hyper Vent für Regenfahrten eine im Rucksack integrierte Regenhülle. Zur Unterbringung von Kleinmaterial, wie zum Beispiel Handy oder sonstigem, weist der Hyper Vent 14+3 zwei mit Reißverschluss verschließbare Taschen auf.
Der Hyper Vent lässt sich, mit wenigen Handgriffen, schnell und unkompliziert auf den Biker einstellen. Der Clou sind hierbei die längenverstellbaren Schulterträger. Für sehr große Biker können diese Träger zusätzlich im Innenbereich des Rucksackes angepasst werden. Kaum erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Hyper Vent einen vom übrigen Gepäck getrennten Stauraum für den Trinkbeutel und einen Trinkschlauchausgang vorweist. Der Vaude Rucksack bietet, durch die breiten Schulterträger und das durchdachte Rückensystem, einen außergewöhnlichen Tragekomfort und schränkt die Bewegungsfreiheit in keinster Weise ein. Auch die Luftzirkulation im Rückenbereich kann überzeugen. Wir hatten den Hyper Vent mehrere Monate im täglichen Einsatz, sei es auf Touren oder auch nur auf dem Weg zur Arbeit. Selbst nach dieser Zeit zeigt der Hyper Vent keine Ermüdungserscheinungen. Qualität, die das Team der Fraktur überzeugt!
Preis: 54,95 Euro
Farben: d’grey/l’grey, iceblue/anthracite, red/anthracite, royal/grey
Freeride ist die Faszination des Mountainbikens pur. Mit eigener Muskelkraft werden Berggipfel erzwungen, um danach lässig auf Singletrails bergab ins Tal zu fegen. Dabei ist jede Serpentinenkurve, Wurzelpassage oder Kante eine willkommene Herausforderung. Kein ernsthafter Freerider wird hier ohne Schutzkleidung fahren. Das Tragen eines Helmes, egal ob Fullface oder Nussschälchen, sollte selbstverständlich sein. Schienbeinprotektoren, je nach Anforderung sogar Rückenprotektoren, gehören mittlerweile zur Standardausrüstung eines jeden Freeriders. Bei einer langen Tour darf natürlich auch nicht die Trinkflüssigkeit fehlen. Wer so bepackt in die Berge zieht, wird nicht an einem guten Rucksack vorbeikommen.
Rucksack ist nicht gleich Rucksack. Oft sieht man die verschiedensten Biker mit geradezu abenteuerlich bepackten Rucksäcken. Die Schienbeinprotektoren baumeln hier, der Fullfacehelm baumelt dort. Oft endet dieses Szenario mit einem ungewollten Zwischenstopp, wenn sich einer der baumelnden Protektoren in den Speichen verfangen hat. Zähneknirschen muss nicht sein, wenn man bereits bei der Wahl des Rucksackes auf die Anforderungen achtet. Bergauf sollte der Rucksack, neben der Trinkflüssigkeit, die Schienbeinprotektoren und den Helm aufnehmen. Diese sollten selbst im Wiegetritt nicht sinnlos rumbaumeln und somit den Biker unnötig belasten. Bergab darf der Rucksack die Bewegungsfreiheit nicht einschränken und muss zudem perfekt wackelfrei sitzen.
Eine sehr gute Lösung ist der Vaude Ramp 16 Rucksack. Mit einem Fassungsvermögen von 16 Litern bietet dieser speziell für Freerider entwickelte Rucksack genug Stauraum für eine ausgedehnte Freeridetour. Mit zwei versteckten Trinksystemausgängen und einem vom übrigen Stauraum getrennten Fach für den Trinkbeutel, ist die Versorgung mit dem wertvollen Nass unkompliziert gewährleistet. Nicht nur der Trinkbeutel, sondern auch Müsliriegel und Schienbeinprotektoren finden genug Platz im Ramp 16. Ein kleines, mit einem Reißverschluss verschließbares Innenfach, bietet Stauraum für Kleingeld oder das Handy. Die Scheinbeinprotektoren können wahlweise auch in der großen Netzaußentasche untergebracht werden, die sogar bequem einen Crosscountryhelm aufnehmen kann. Die große breite Helmhalterung sorgt selbst bei Fullfacehelmen für eine perfekte und wackelfreie Befestigung. Ein Manko bei den meisten Rucksäcken!
Ein besonderer Zungenschnalzer, dieses robusten und etwas spartanisch anmutenden Rucksackes, ist das Trägersystem: Die extrem breiten Schulterträger und der phatte, mit Klettverschluss versehene Hüftgurt. Die breiten Schulterträger bieten neben zwei zusätzlichen kleinen Aufbewahrungsfächern eine Signalpfeife, bei der uns prompt drei Einsatzgebiete einfallen: Unbequeme Zeitgenossen bei der Abfahrt aus dem Weg pfeifen (sollte man allerdings nicht machen!), netten Girls hinterherpfeifen (darf man machen) und bei einem Abflug um Hilfe pfeifen (sollte man machen!). Die schönsten Freeridegebiete finden sich natürlich im sonnigen Süden. Da wir allerdings auch in unseren verregneten Breitengraden freeriden, vermissen wir eine integrierte Regenhülle beim Ramp 16. Zur provisorischen Abhilfe findet sich bei VAUDE eine Rucksack-Regenhülle (15,30 Euro). Leider gehört ein Trinkbeutel nicht zur Standardausrüstung des Ramp 16.
Erhältliche Farben: Anthracite/black, anthrazite/red
Volumen: 16 Liter
Preis: 59,95 Euro
Kanada, das zweitgrößte Land der Erde, ist mehr als nur ein Land voller Menschen vom Schlage eines „Grizzly Adams“. Auch wenn die Fernsehserie „der Mann in den Bergen“ in den USA spielte, assoziiert man diese Serie, mit den gezeigten weiten Wäldern und der unberührten Natur, gerne mit Kanada. Fast die Hälfte der kanadischen Landmasse ist mit Wäldern bedeckt. Das sind immerhin 417 Millionen Hektar. Kanada ist aber weit mehr als nur ein Land mit riesigen Wäldern. Kanada bietet modernste Städte und ist zudem ein starker Industriestandort. Die kanadische Autoindustrie, zum Beispiel, ist die viertgrößte der Welt! Diese Bündelung der vermeintlichen Gegensätze, der Industrie und der Natur, macht Kanada zu dem, was wir als Biker lieben: Zu einem Freerideparadies.
Nicht nur feinste Bikes und Zubehör, sondern auch Spitzenfahrer, wie zum Beispiel Wade Simmons oder Richie Schley, kommen aus Kanada. Die Erfahrungen, die solche Fahrer sammeln, sind unbezahlbar. So verwundert es nicht, dass die Traditionsmarke Race Face, zusammen mit Profi-Freerider Wade Simmons, die Protektorenserie Rally Freeride Armor entwickelt hat. Den Rally Freeride Armor gibt es als Ellbogenschoner und als Knie-/Schienbeinschoner. Letzteren haben wir uns umgeschnallt und für euch getestet.
Auffallend ist der extrem tiefgezogene Schienbeinschutz. Den bei vielen anderen Schienbeinschonern zu bemängelnden unzureichenden Schutz des unteren Schienbeinbereichs hat Race Face meisterlich gelöst. Die harte Plastikschale reicht seitlich weit um das Schienbein rum und lässt nur den hinteren Bereich der Wade ungeschützt. Das Knie findet in einer separaten Plastikschale ebenfalls einen sehr guten Schutz. Auch hier reicht die Plastikschale seitlich weit um das Knie rum. Befestigt werden die Protektoren über Riemen mit Klettverschluss. Ein Überstreifen über den Fuß entfällt. Der Rally Freeride Armor lässt sich somit schnell und unkompliziert anziehen.
Kleine Probleme bereiteten die unteren Riemen des Schienbeinschoners. Da diese viel zu kurz waren oder unsere Beine zu dick, fanden die Riemen bei uns im Test keine Verwendung. Aber auch ohne die unteren Riemen hatten wir mit dem Sitz und dem Halt der Protektoren keinerlei Probleme. Die Knieschale wird durch zwei gekreuzte Riemen gehalten. Ein kleiner Kritikpunkt an den Protektoren, da diese gerne mal in der Kniekehle kneifen. Die Protektoren sitzen ansonsten perfekt und lassen dem Biker völlige Bewegungsfreiheit.
Selbst bei einem Sturz verrutschen die Race Face Protektoren nicht. Eine feine Sache, die man zu schätzen weiss, wenn man schon mal Schienbeinprotektoren getragen hat, die nach einem Sturz über dem Schuh hingen. Der spürbar dicke Schaumstoff sorgt für eine optimale Stoßabsorption. Natürlich schwitzt man auch in den Rally Freeride Armor, trotz durchlöchertem Schaumstoff und Luftschlitzen in den Plastikschalen. Dank der guten Qualität der Schoner ist aber auch das kein Problem. Selbst mehrmaliges Waschen in der Waschmaschine konnte den Rally Freeride Armor nichts anhaben.
Fazit:
Absolut empfehlenswert! Die Race Face Rally Freeride Armor Protektoren sitzen und passen perfekt, bieten einen sehr guten Schutz und lassen sich schnell und unkompliziert anziehen.
Farbe: light grey / black
Größen: S, M, L, XL
Preis: 99,90 Euro
Hohoho…es ist schon wieder soweit. Wem die Bude nicht durch den Gebrauch eines Adventskranzes abgefackelt ist, wird sich sicherlich auf Weihnachten freuen. Vielen wird der Weihnachtsstress durch allerlei Geschenke, welche liebevoll unter dem Weihnachtsbaum gestapelt werden, versüßt. Im Einklang mit dem Klang friedvoller Weihnachtsmusik, wie zum Beispiel Motörhead, schwelgt man in Erinnerungen und freut sich auf das neue kommende Jahr. Ja, es ist soweit. 2006 steht vor der Türe. Natürlich hat Marzocchi auch für 2006 feine neue Federgabeln im Sortiment. Darunter auch den Nachfolger der Marzocchi 66 RC. Wir hatten die 2005er Gabel in der vergangenen Saison im Einsatz. Zeit für ein Resümee und einen Blick auf die Neuerungen des 2006er Modells. Wo sind die Unterschiede und für wen lohnt sich die Marzocchi 66 RC?
Die Marzocchi 66 RC wendet sich vor allem an Freunde des harten Freeridens. Selbst Kritiker von Einbrückengabeln müssen einsehen, dass diese Gabeln auch Vorteile gegenüber Doppelbrückengabel bieten, wie zum Beispiel der nicht eingeschränkte Lenkradius. Die Einbrückengabel Marzocchi 66 RC mit 170mm Federweg besticht vor allem mit einer Eigenschaft: Dem typischen butterweichen Ansprechverhalten einer Marzocchi. Dieses ist in unseren Augen perfekt. Verantwortlich hierfür ist bei der 66 RC der Aufbau und das Innenleben der 888 Triple, quasi dem großen Bruder. Die Einstellung von Zugstufe und Druckstufe wird durch edel wirkende, jedoch sehr hohen Alueinstellköpfen oberhalb der Gabelkrone ermöglicht. Der Einstellbereich lässt sich perfekt an das jeweilige Fahrverhalten des Bikers und des Geländes anpassen.
Wir sind die Gabel sowohl bei sommerlichsten Temperaturen in Südfrankreich als auch bei winterlichen Temperaturen gefahren. Die Gabel funzt! Die 66 RC hinterließ auf den schnellen, mit phatten losen Steinen gespickten Abfahrten in der Provence einen ebenso souveränen Eindruck wie auch auf heimischen Wurzelpassagen. Phatte Drops steckt die Gabel mit einem soften „Schmatzer“ weg. Die 20mm Steckachse sorgt für ein verwindungsteifes Ansprechen selbst bei harten Bremsmanövern. Leichtgewichte sind sie allerdings nicht, die Gabeln von Marzocchi. Etwa 2,8 Kilogramm bringt die 66 RC auf die Waage. Die mit Aluschaft ausgestattetete 66 VF2 des 2006er Sortiments wiegt etwa 2,4 Kilogramm.
Dem Kritikpunkt der hohen Einbauhöhe von 592mm haben sich die Ingeneure von Marzocchi gestellt und offerieren die 2006er, dank einer neuen Gabelkrone und neuen Tauchrohren, mit einer Einbauhöhe von 555 mm. Auch die Aufnahme des Bremssattels wurde für 2006 geändert. Das 2005er Modell bietet noch den IS2000, die neue Gabel kommt mit dem „Post Mount“ Standard daher. Ebenfalls geändert hat sich das Innenleben. Die etwas teureren HSCV-Kartuschen werden in den 2006er Modellen nicht mehr verbaut. Wem die 170mm Federweg der 66 RC zu viel sind, kann diese auf 150mm umbauen.
Fazit:
Perfekte Funktion, zuverlässig und robust. Die 2005er Marzocchi 66 RC ist ein Juwel für den ambitionierten Freerider. Es ist eigentlich gar nicht vorstellbar, solch eine Gabel noch zu verbessern. Die Neuerungen werden aber sicherlich der Gabel gut zu Gesicht stehen.
Vorsichtig und leise wird die Türe des Arbeitszimmers geöffnet. Behutsam schleicht ein Mann im Morgengrauen durch das Zimmer, um am anderen Ende des Zimmers das Objekt seiner Begierde vorsichtig vom Radständer zu nehmen. Leise, das Bike schiebend, wird der Weg zur Haustüre eingeschlagen. Erst als die Haustüre wieder mit einem „Klack“ ins Schloss fällt, atmet der Mann auf. Diese Szene entstammt keinem Tatort, sondern der Realität. Das Bike, ein Focus Zonukwa, gehört der besseren Hälfte des vermeintlichen Diebes. Und diese schläft noch tief und fest an diesem Morgen.
Brav sieht es nicht aus, das Focus Zonukwa. Die giftige Lackierung passt zum Charakter des kleinen Focus. Durch das kurze Oberrohr und den kleinen Radstand ist das Zonukwa ein Genuss auf verwinkelten Trails. Wo andere Bikes sich schwerfällig durch enge Serpentinen quälen, zirkelt das Focus leichtfüßig von Spitzkehre zu Spitzkehre. Diese Wendigkeit wird allerdings durch ein unruhiges Fahrverhalten auf schnellen Trails „erkauft“. Die Frage, ob das Zonukwa auch als 2006er Modell noch als „ladylike“ bezeichnet werden darf, ist Ansichtssache. Unsere Testfahrerin kritisierte das unruhige und nervöse Fahrverhalten des kleinen Bikes. Das Zonukwa braucht eine starke Führungshand. Mit dieser ist Fahrspaß allerdings garantiert. Die Magura Julie Scheibenbremse hält das knapp 13 Kilogramm wiegende Zonukwa gut im Zaum. Die Bremshebel können auch an kleinere Hände und Finger angepasst werden. Der Gelsattel „Speed She Pro“ von WTB ist definitiv „ladylike“. Aber auch die Herren der Schöpfung können auf diesem Sattel bequem Platz nehmen.
Die Ausstattung des Focus ist solide. Alle verbauten Komponenten erwiesen sich trotz härterer Einsätze als absolut zuverlässig. Der Rahmen des Zonukwa überzeugte nicht nur durch Stabilität und Optik, sondern auch von der Verarbeitung. Nicht ganz überzeugen konnte die Federgabel. Die Manitou Splice Comp Air mit 100 mm Federweg verhielt sich vom Ansprechverhalten etwas „bockig“ und trug sicherlich ihren Teil zu dem unruhigen Fahrverhalten des Zonukwa auf schnellen Trails bei. Für Straßenracer und Uphiller lohnt der Griff zum Lockout-Schalter der Gabel. Die Einstellung der Zugstufe sucht man allerdings vergeblich.
Das Zonukwa läßt sich erstklassig beschleunigen. Der steife Rahmen überträgt die Muskelkraft konsequent in Vorwärtsbewegung. Bei steilen Uphills sorgt der kurze Rahmen allerdings für ein schnelles Abheben des Vorderrades. Eine Gewichtsverlagerung des Bikers oder der Bikerin in Richung Front des Zonukwa ist für steile Uphills unerlässlich. Die verbaute Deore/LX-Kombination von Shimano funktioniert zufriedenstellend. Der gekröpfte Lenker von Ritchey sorgt für eine gute sportliche Sitzhaltung, mit der auch lange Touren nicht zur Tortur werden. Die Bereifung mit Schwalbes Smart Sam darf als ein Kompromiss aus Rollverhalten und Traktion angesehen werden und wurde im Verlauf des Tests durch griffigere Reifen ausgetauscht. Der angebrachte „Rockring“, normalerweise mit der Funktion zum Schutze des Kettenblattes, ist mehr Schein als Sein und musste direkt nach der ersten Ausfahrt mit „Fremdkontakt“ demontiert werden.
Zufrieden kehrt der vermeintliche Dieb nach Hause zurück. Das kurze Oberrohr und die niedrige Rahmenhöhe scheinen eine gute Basis für ein Ladybike zu sein. Die aufrechte Sitzposition sorgt für ein entspanntes Biken. Der Sattel trägt sein Übriges dazu bei. Das Zonukwa ist keine Lady, sondern eher eine fauchende Wildkatze, die es zu zähmen gilt. Wer das Kätzchen im Griff hat, egal ob Herrchen oder Frauchen, wird mit dem Zonukwa sehr viel Spaß haben. Vor allem auf technisch verwinkelten Trails, mit engen heftigen Wendemanövern, kann das Zonukwa seine Stärken voll ausspielen. Geradezu mit einem Trialcharakter ist es das Spaßmobil für technische Highlights. Problem bereitet der kurze Radstand bei schnellen Passagen. Dort reagiert das Zonukwa etwas nervös. Das tief liegende Tretlager führt zu häufigen und ungewollten Bodenkontakten.
Fazit:
Robuste und superwendige Singletrailrakete. Auf technisch verwinktelten Trails kann das Focus Zonukwa seine Stärken voll ausspielen.
Gewicht: etwa 12,9 Kilogramm
Farbe: pisabeige/santosorange
Erhältliche Rahmengrößen: 40, 45 und 50cm
Preis: 899, 00 Euro
Es ist mal wieder soweit…nicht nur Matsch und Schnee, sondern vor allem die früh hereinbrechende Nacht sorgen für das alljährliche Trainingsdefizit im Winter. Wer rastet der rostet, und so sollte trotz Eiseskälte und Dunkelheit das Bike nicht in der Ecke verstauben. Wer jedoch kältegeplagt mit seinen Zähnen lauter klappert als die Naben von Hügi klackern, wird nicht viel Spaß beim winterlichen Ausflug in den Wald haben. Die oft gepredigte Weisheit der Motorradfahrer „es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Adidas hat sich das Leiden der Biker zu Herzen genommen und bietet die, speziell für Mountainbiker entwickelte, „Response Windpro Jacket“ an.
Atmungsaktives und windabweisendes Material mit verlängertem Rückenteil und aufgebrachten Rückentaschen bilden die Basis für diese Jacke. Die elastischen Einsätze an der Seite und den Ärmeln sorgen für optimale Bewegungsfreiheit und gute Passform. Bei unseren Einsätzen um den Gefrierpunkt konnte die Jacke mit dem „climawarm“ Thermofutter absolut überzeugen. Frieren gehört dank „climawarm“ der Vergangenheit an. Durch das atmungsaktive Material und dem guten Schnitt der Jacke fühlt man sich selbst bei übelsten Tretpassagen noch wohl. Damit man auf dem Heimweg nicht noch vom Auto überfahren wird, was ja dann doch sehr ärgerlich wäre, sorgen die vielen aufgedruckten Reflektoren für gute Sichtbarkeit im Dunkeln. Vom Scheinwerfer angestrahlt erleuchtet man, passend zur Jahreszeit, wie ein Weihnachtsbaum. Den Pflegehinweisen von Adidas sollte man allerdings Beachtung schenken. Die Reflektoren leiden etwas unter der Wäsche mit der Waschmaschine. Die gute Verarbeitung und die Funktionalität wissen zu begeistern. Soviel Zufriedenheit und Qualität lässt sich Adidas aber auch bezahlen: Knapp 140 Euro für das „Response Windpro Jacket“ sind kein Pappenstiel!
Fazit:
Die ideale Jacke für die Übergangszeit. Qualität und Funktion die begeistern, aber das Portemonnaie auch enorm erleichtern!
Erhältliche Farben: poppy/schwarz, lagoon/schwarz, sun/schwarz
Material: 50% Polyester, 34% Plyamid, 16% Polyurethan
Preis: etwa 139 Euro
Seit jeher plagt den Menschen die Frage über den kleinen, aber dennoch entscheidenden Unterschied zwischen den Geschlechtern. In heiligen Schriften wird die Rolle den Geschlechtern strikt zugewiesen. Heutzutage flimmern abendfüllende Fernsehsendungen, eigens diesem Thema gewidmet, über die Mattscheibe. Ja, so ist es, und nun scheinen wir seit Tausenden von Jahren zu wissen, daß der Mann für das Grobe im Alltag zuständig ist und die Frau mehr für die feinen Dinge des Lebens.
Auch bei Schwalbe tobte anscheinend der Geschlechterkampf und hat vorsorglich beiden Geschlechtern einen Reifen gewidmet. Der „Al Mighty“, den Schwalbe als den „allmächtigen Herrscher über alle Downhill-Hänge“ propagandiert, soll für den optimalen Run beim Downhill sorgen. Die „Big Betty“, „the Queen of Freeride“, soll dagegen den Freerider beglücken. Die in unserem Test befindliche Betty ist wirklich „Big“! Mit einer Breite von 2.40 macht diese Dame dennoch eine sehr gute Figur. Der Al Mighty kommt in unserem Test mit einer Breite von 2.35 daher. Schwalbe bietet diese beiden Reifen in zwei unterschiedlichen Gummimischungen an. Neben der „normalen“ ORC Gummimischung (Offroad Racing Compound) können Adrenalinjunkies auch noch auf die etwas weichere Gooey Gluey Gummimischung zurückgreifen.
Big Betty
Feststellen sollte man zuerst die Kriterien, die ein Reifen erfülle sollte. Für den Freerider ist sicherlich ein Reifen sinnvoll, der guten Grip mit einem guten Rollwiderstand vereint. Schließlich geht es ja auch mal bergauf oder über Singletrails. Dies soll aber nicht heißen, daß der Downhiller auf den Rollwiderstand „pfeift“. Im Gegenteil, auch hier ist ein guter Rollwiderstand sehr wichtig, nur wird etwas mehr Wert auf die Traktion gelegt. Es geht, ganz plumb gesagt, nunmal bergab und beim wettkampforientierten Downhiller ist der Kampf um den Bruchteil einer Sekunde oberste Priorität. Würde man dies in Prozenten ausdrücken wollen, würde das Verhältnis Traktion/Rollwiderstand beim Freerider vielleicht bei 40/60 liegen, beim Downhiller dagegen eher bei 60/40. Von persönlichen Vorlieben mal abgesehen.
Al Mighty
Tatsächlich ist das Rollverhalten des Schwalbe Big Betty deutlich besser als das Rollverhalten des Al Mighty. Tretpassagen sind definitiv nicht das Einsatzgebiet des Al Mighty. Wird dann noch die Gooey Gluey Mischung gefahren, artet die Treterei regelrecht in Stress aus. Allerdings wird der hohe Rollwiderstand mit einer erstklassigen Traktion belohnt. Schon die ORC Mischung kann überzeugen, die sich in Waldboden, auf Steine und Wurzeln verbeißt. Die Gooey Gluey Mischung kann noch einen „Ticken“ drauflegen. Den besten Kompromiss zwischen Traktion und Rollverhalten erreichten wir bei einem Luftdruck von etwa 1,6 bar. Ein Wert, der sicherlich von Fahrer zu Fahrer abweicht. Auch den Big Betty sind wir mit einem Luftdruck von etwa 1,6 bar gefahren. Der Vortrieb des Faltreifens ist deutlich besser als der des Al Mighty, der im Gegesatz zum Big Betty als Drahreifen ausgeliefert wird. Wer meint, mit dem Freeridereifen müsse man deutlich kürzer treten, der irrt. Der Big Betty beißt sich phänomenal in den Boden fest, selbst in der ORC Mischung.
Big Betty
Die Traktion ist zwar nicht so gut wie die des Al Mighty, aber dennoch erstklassig. Die Gooey Gluey Mischung des Big Betty büßt zum Big Betty in der ORC Mischung merklich an Rollwiderstand ein, bietet aber dafür etwas mehr Traktion. Überzeugend ist auch der Grip der beiden Schwalbe Reifen auf seitlich abfallenden Trails und das Bremsverhalten. Selbst harte Bremsmanöver in Kurven bringen weder den Big Betty noch den Al Mighty aus dem Konzept. Ein wichtiges Plus an Sicherheit. Was uns bei den Schwalbe Reifen ebenfalls überzeugen konnte war die Pannensicherheit. Selbst der Faltreifen ließ uns während des langen Tests nicht im Stich.
Al Mighty
Unserer Meinung nach wird der Big Betty in der ORC Mischung für die meisten Freerider eine sehr gute Wahl sein. Der gute Grip gepaart mit einem guten Rollverhalten und Langlebigkeit machen diesen Reifen zum perfekten Allrounder. Wer einen Ticken mehr Gas geben will auf der Abfahrt, sollte sich die Gooey Gluey Mischung gönnen, wenngleich die Traktion mit einem merklich höheren Rollwiderstand erkauft wird. Der relativ schwere Al Mighty bleibt in unseren Augen definitiv den Abfahrtsfahrern vorbehalten. Das mühselige Bergaufkurbeln mit dem Al Mighty, ganz gleich in welcher Mischung, kann und darf man keinem Freerider antun. Sessellift oder Shuttleservice sind hier ein Muss. Auch die Langlebigkeit kann dem Big Betty nicht das Wasser reichen. Aber dafür rockt der Al Mighty bergab. Die Gooey Gluey Mischung lohnt sich nur für den Raceeinsatz im Kampf um den Bruchteil einer Sekunde, zumal diese Gummimischung einiges kurzlebiger ist als ORC Gummimischung. Neben 26 Zoll ist der Al Mighty auch in 24 Zoll erhältlich!
Fazit:
Mit dem Schwalbe Al Mighty und dem Schwalbe Big Betty kommen Downhiller und Freerider voll auf ihre Kosten. Selbst Grenzgänger dürfen sich an diesen Reifen erfreuen, zumal neben der „normalen“ ORC Mischung noch die weiche Gooey Gluey Mischung erhältlich ist.
Erhältliche Größen:
Al Mighty: 24×2.35, 24×2.60, 26×2.35, 26×2.60
Big Betty: 26×2.40
Gewicht:
Al Mighty: um die 1200 Gramm
Big Betty: etwa 890 Gramm
Preise:
Al Mighty: 44,90 Euro
Big Betty: 39,90 Euro
1926 gründtete Philipp M. Winter in Fürth-Poppenreuth die „Optische-Industrie-Anstalt Philipp M. Winter“, welche im Jahre 1938 mit der industriellen Produktion von Brillen begann. Rainer Winter, Sohn des Unternehmensgründers, dessen erste Aufgabe als Geschäftsführer die Leitung des Bereichs Sonnenbrille war, entwickelte 1960 für das bis dahin namenlose Vertriebsprogramm eine neue Marke. UVEX war geboren.
Der Name UVEX entstammte dem Qualitätsmerkmal „UltraVioletEXcluded“. Seit dieser Zeit entwickelt und erforscht das Unternehmen immer neuere Technologien zum Schutze des Menschen mit dem Leitspruch „Protecting People“. Tradition, die verpflichtet! Verantwortlich für den Bereich Sport- und Freizeit ist in der UVEX-Gruppe „UVEX Sports“. Hier findet sich auch die Sparte Radhelme. Einem Helm aus dieser Sparte haben wir besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt: Dem UVEX Downhill.
Die Optik des UVEX Downhill ist schon sehr markant. Der ausgeprägte Kinnschutz und die Form des Helmes zogen direkt unsere Blicke auf sich. Auch wenn die Farbe unseres Helmes in mattem olivgrün (offizielle Bezeichnung: nato olive-uni) unsere Lieblingsfarbe knapp, aber sicher verfehlt, kann der Helm optisch alleine durch die Helmform punkten. Allerdings blieb auch hier UVEX nicht rastlos. Neben dem doch recht schlichten Helm in nato-olive uni, ist ebenfalls ein in schwarz-rot gehaltenener und mit einem überlackierten und ansprechenden Dekor versehener Helm erhältlich. Nicht nur das Gewicht von etwas unter 1000 Gramm überzeugt. Für einen Fullfacehelm ein durchaus akzeptables Gewicht. Der UVEX Downhill wartet mit einem sehr guten Tragekomfort und vielen durchdachten Detaillösungen auf. Detaillösungen, wie man sie bei Helmen anderer Hersteller vergeblich sucht.
Dazu gehören unter anderem die Führungsnut und die seitlich angebrachten Gumminoppen zum Fixieren des Gummibandes der MX-Brille. Ein Verrutschen oder gar Abrutschen der Motocrossbrille ist damit quasi unmöglich. Ein schleichender Erstickungstod ist mit dem UVEX Downhill ebenfalls nicht zu befürchten. Der gepolsterte Kinnriemen sitzt gut und die Frischluftzufuhr für die Atmung ist sehr gut. Für jähzornige Mitmenschen ist der Helm ebenfalls bestens geeignet, da der Verschluß mittels eines Klickmechanismus spielerisch einfach zu bedienen ist. Somit ist auch mit Handschuhen, ohne nervige Fummelei, ein schnelles Anziehen des Helmes garantiert. Das Helmvisier ist groß und einstellbar, wenn auch nur begrenzt.
Der größte Teil der antiallergischen und absorptionsfähigen Innenpolsterung läßt sich bequem entfernen und kann somit separat gewaschen werden. Ein Plus an Hygiene. Die Kühlung des Schädels mit Frischluft kann der UVEX Downhill, dessen Außenschale aus dem Thermoplast Ectrolon besteht, allerdings nur bedingt befriedigen. Ein Manko, mit dem man allerdings gut leben kann. Sicherheitstechnische Aspekte werden mit Erfüllung der wichtigsten Prüfzeichen erfüllt. Der UVEX Downhill entspricht natürlich sämtlichen gängigen Sicherheitsstandards wie der CE EN 1078 und der U.S. CPSC.
Fazit:
Der UVEX Downhill bietet kaum Grund zum Nörgeln. Der gute Tragekomfort, der einfache Verschlußmechanismus, die abnehmbare Polsterung…die Liste ließe sich immer weiter führen. In unseren Augen ist der einzige Punkt zum Meckern die dürftige Kühlung des Schädels.