Pro-Tec Pinner LT Knee/Shin Guard – Test Knie-/Schienbeinschoner

Was soll daran so schwer sein? Ein Knie-/Schienbeinschoner muss doch nur gut sitzen, bequem sein und schützen! Ach so, natürlich darf er nicht so dick auftragen, damit er auch noch unter Racing-Pants getragen werden kann. Richtig, der Knie-/Schienbeinschoner sollte auch stoßabsorbierend sein – schließlich sind die Zeiten des wabbeligen weichen Schaumstoffes als „Schutz“ vorbei – zum Glück. Achso, und da wäre noch…

…dass er auch noch gut verschlossen werden kann. Die Halteriemen dürfen sich nicht selbständig öffnen, weder irgendwo hängenbleiben noch verrutschen. Die Bewegungsfreiheit darf natürlich auch nicht eingeschränkt werden. Und natürlich muss der Schoner noch mit Kunststoffschalen versehen sein. Dann wäre noch der Punkt Belüftung. Naja, irgendwie doch ganz schön viele Punkte! Ufff…zum Glück gibt es Hersteller, die so etwas für einen übernehmen und sich damit rumplagen! Es ist ja wirklich so…eigentlich stellt man sich einen Knie- und Schienbeinschoner ziemlich simpel im Aufbau vor. Wenn man sich seine Ansprüche anschaut, stellt man fest, dass diese dann doch sehr klar definiert und umfangreich sind. In den vielen Jahren, die wir schon auf dem Bike sitzen, haben wir viele Protektoren kommen – und wieder gehen sehen. Mit dem Pro-tec Pinner LT Knee/Shin Guard hatten wir mal wieder einen Knie-/Schienbeinschoner im Test, der sich genau diesen Anforderungen stellen musste.

Wir lassen jetzt mal bewusst den Punkt Optik außen vor. Natürlich ist es schön, wenn man bei kurzen Pants einen optisch ansprechenden Schoner trägt, aber spätestens beim Tragen von langen Racing-Pants ist dieser Punkt nur noch zweitrangig. Womit wir schon beim ersten wichtigen Punkt wären, dass die Schoner nicht zu dick auftragen. Ein Pluspunkt, den der Pinner klar für sich verbuchen kann. Natürlich müssen die Pants Spielraum und Flexibilität im Bereich der Knie aufweisen, aber ansonsten steht dem Einsatz nichts im Wege. Der Tragekomfort der Pinner ist gut, sie sitzen angenehm bei gleichzeitig guter Bewegungsfreiheit. Der Bereich Knie und Schienbein ist großflächig abgedeckt. Das Trägermaterial besteht aus stoßabsorbierendem EVA Schaum, auf dem Kunststoffschalen aufgenäht sind. Die beiden Kunststoffschalen bieten löblicherweise keine Angriffsfläche zwischen Schienbein und Knie. Das Trägermaterial sorgt dank der vielen Belüftungslöcher für Frischluft, nur im Bereich der aufgenähten Kunststoffschalen ist bauartbedingt natürlich die Frischluftzufuhr eingeschränkt

Ein Punkt zur Kritik ist vielleicht das Anziehen der Schoner. Da der Pinner im Kniebereich einen „Strumpf“ hat, muss man beim Anziehen vorher die Schuhe ausziehen. Auf einer Tour kann das schon ein wenig abnerven, wenn man mal „eben“ den Schoner überstreifen möchte. Vorteil der Geschichte ist aber, dass der Schoner gut fixiert wird – abgesehen von den drei Halteriemen mit Klettbesatz am Ende. Ein weiterer Vorteil ist, dass hier nichts scheuert – das haben wir bei anderen Schonern schon ganz anders erlebt! Die Halteriemen sind im Bereich oberhalb des Knie, unterhalb des Knie bzw. oberhalb der Wade und unterhalb der Wade angebracht. Verrutschen? Unmöglich! Was die Halteriemen angeht…der Pinner wird in zwei Größen ausgeliefert: S/M und L/XL. Bei 175 cm Körpergröße greift man natürlich wie gewohnt zur Größe M, in diesem Fall S/M. Der Schoner passt wie angegossen, aber die Halteriemen…meine Herren! Wieso sind diese so kurz? Ein bisschen längere Halteriemen würden wir uns schon wünschen. Ein Kritikpunkt ist auch der Klettverschluss oberhalb des Knie. Auf dem Protektor ist die Widerhakenseite angebracht.

Wenn der obere Halteriemen nicht bis ans Ende gezurrt wird, bleiben die Widerhaken unbedeckt und verhaken sich dann gerne in der Hose. Vielleicht sollte der Hersteller diesen Punkt überdenken. Abgesehen hiervon ist der Pro-tec Pinner LT Knee/Shin Guard ein sehr durchdachter und sehr guter Knie-/Schienbeinprotektor. Mit etwas „smarteren“ Beinen stellt sich natürlich auch nicht das Problem mit der Länge der Halteriemen und des Klettverschlusses.

Fazit:

Sehr durchdachter und gut schützender Knie-/Schienbeinschoner! Nichts scheuert oder sorgt für wunde Stellen. Einzig der Punkt mit den ziemlich kurzen Halteriemen trübt ein wenig den Gesamteindruck. Vielleicht sollte der Hersteller den Schoner nicht nur in zwei, sondern in drei oder vier Größen anbieten.

Preis: Etwa 55 Euro

Pro-Tec IPS Back Pad – Der Rückenprotektor im Test

Pro-tec bietet mit dem IPS Back Pad einen Rückenschutz speziell für die Bereiche Snow und Bike – sprich MTB und BMX – an. Beim Pro-tec IPS Back Pad handelt es sich um einen „reinen“ Rückenschutz, er ist also nicht Bestandteil einer Weste oder einer Jacke. Da man allerdings nicht immer mit einer Protektorenjacke unterwegs sein möchte, sei es aus Gründen der Außentemperatur oder einfach nur aus Gründen der Bequemlichkeit, haben wir uns das kleine Schwarze mal zur Brust genommen!

Das kleine Schwarze besteht genauer gesagt aus schwarzen Kunststoffschuppen, welche mittels Kunststoffschrauben auf einer schlagabsorbierendem Trägerfläche aus Ethylene Vinyl Acetate befestigt sind – besser bekannt als EVA Foam. Der zu schützende Bereich ist großflächig dimensioniert, in der Tat wird der größte Teil des Rückens bedeckt. Damit sich der Schwitzfaktor in Grenzen hält, sind einige Bereiche des Trägermaterials ausgespart und nur durch einen dünnen roten Stoff bedeckt.

Der Tragekomfort des IPS Back Pad ist außerordentlich gut – es fühlt sich fast an wie ein Hauch von Nichts. Die Schulterriemen sind relativ schmal, weich und anschmiegsam. Die Schulterriemen lassen sich natürlich in der Länge verstellen und können so der eigenen Anatomie angepasst werden. Die Einstellung der Schultergurte ist denkbar einfach, der Hüftgurt wird mittels Klettverschluss verschlossen. Angeboten wird das Pro-tec IPS Back Pad in vier Größen – welche Größe man für sich benötigt kann man dem Webauftritt von Pro-tec entnehmen.

Der Protektor ist anatomisch geformt und passt sich sehr gut der Körperhaltung an, das bedeutet Beweglichkeit pur. Durch den fehlenden Brustgurt ist die Fixierung des Pro-tec IPS Back Pad oberhalb der Kleidung allerdings nur bedingt zufriedenstellend. Unter einem Trikot oder einer Jacke ist der Protektor am Besten aufgehoben. Den festen Sitz einer Protektorenjacke erreicht das IPS Back Pad allerdings auch dann nicht. Bei uns wanderte der Protektor beim Radfahren leicht nach oben, allerdings in einem akzeptablen Bereich.

Das Pro-tec IPS Back Pad ist atmungsaktiv und durch die Aussparungen wird dem Hitzestau zusätzlich entgegengewirkt, aber wie bei allen Protektoren ist bei schweißtreibenden Aktionen die Belüftung dennoch nur bedingt ausreichend. Allerdings kein besonderer Grund zur Kritik, weil wir es von anderen Protektoren auch nicht anders kennen. Geliefert wird das IPS Back Pad in einem Netz. Zum Lieferumfang gehören vier Ersatzkunststoffschrauben zur Befestigung der Kunststoffschuppen.

Fazit Pro-tec IPS Back Pad

Vor allem die sehr unkomplizierte Handhabe des Pro-tec IPS Back Pad gefällt uns sehr gut. Der Protektor ist sehr leicht und bietet Beweglichkeit pur! Den festen Sitz einer Protektorenjacke bietet das IPS Back Pad zwar nicht, ist aber dennoch ein sehr nützlicher und wirksamer Rückenschutz.

Preis: Etwa 55 Euro

XLC Arenal II (BH-F01) – Der MTB-Enduro-/Freeride-Helm im Test

Einen preisgünstigen MTB-Enduro-/Freeride-Helm bietet XLC mit dem Arenal II (BH-F01). Dieser bietet neben der Helmschale im Dirt Style einen Kinnschutz, der je nach Bedarf montiert bzw. demontiert werden kann. Wenn es auf dem Trail also hart auf hart kommt, kann man sich mit einem Fullfacehelm den Herausforderungen stellen. Mit einem Preis von unter 50 Euro ist der Helm sicherlich auch eine giftige Kampfansage an die anderen Hersteller!

In dieser Preisklasse finden sich im Normalfall eigentlich nur normale XC-Helme. Mit dem Kauf des XLC Arenal II erwirbt man einen Helm mit zwei verschiedenen Anforderungsprofilen. Die lockere Feierabendtour um den See ist genauso der Einsatzbereich des Helmes wie der verblockte Wanderweg im Mittelgebirge – wo man bestenfalls das Bike selber hochtreten muss! Grenzen gibt es also kaum, wenn es denn nicht der harte Downhill ist – doch dazu später mehr. Die Helmschale bringt 460 Gramm auf die Waage, mit dem Kinnschutz summieren sich nochmal 190 Gramm, was als Fullfacehelm summa summarum 650 Gramm ergibt. Ein ziemlich guter Wert für einen Fullfacehelm. Doch gerade beim Schutz des Kopfes sollte man nicht auf das Geld achten, wenn der Preisvorteil durch mangelnde Sicherheit erworben wird.

Doch bereits hier kann man mit der Erfüllung der europäischen Norm CE EN 1078 grünes Licht geben. Tatsächlich macht die Helmschale einen soliden Eindruck. Die Helmschale des XLC Arenal II ist nicht nur optisch an die bekannten Dirtschalen angelegt, sondern auch was die Stabilität und die Innenausstattung angeht. Die sehr feste Helmschale vermittelt ein sicheres Gefühl und auch vom Tragegefühl gefällt der Arenal II – billig wirkt der Helm nicht. Wie bei Dirthelmen ist das Kopfband nicht einstellbar, das heißt der Helm muss von Anfang an passen. Leider befinden sich im Lieferumfang keine Wechselpads, mit denen man den Helm notfalls anpassen könnte – ein Punkt, den wir leider kritisieren müssen.

Die weitere Anpassung des Helmes geschieht wie gewohnt über das Kinnband sowie die Gurtbänder und gestaltet sich ohne Probleme. Wenn der Helm passt, dann sitzt er ausgezeichnet und bietet einen guten Tragekomfort. Die Belüftung bei Enduro-/Freeride-Helmen ist immer ein Thema für sich. Auch beim Arenal II bekommt man in schweißtreibenden Passagen schnell ein hitziges Köpfilein – daran ändern auch die großen Belüftungslöcher nichts. Bei den jetzt immer tiefer werdenen Tagestemperaturen vielleicht ein kleiner Pluspunkt – im Sommer eher weniger 😉 Der XLC Arenal II besticht zwar nicht durch extravagante Decals, dafür lässt er aber viel Spielraum für die eigene Kreativität – der Aufkleber von XLC lässt sich rückstandsfrei entfernen.

Der Klickverschluss zum Verschließen des Helmes ist auch mit Handschuhen einfach zu bedienen. Das Tragen einer Brille bereitet ebenfalls keine Probleme. Etwas nervig ist die Friemelarbeit bei der Montage bzw. Demontage des Kinnschutzes. Der Kinnschutz wird in die Helmschale geschoben und mit vier kleinen Schrauben fixiert. Eine Friemelsarbeit, für die man einen Schraubendreher bzw. ein Multitool benötigt. Der Kinnschutz ist etwas flexibler als bei herkömmlichen Downhillhelmen, weshalb wir den Einsatzbereich des XLC Arenal II auf der anspruchsvollen Tour, aber nicht unbedingt im Bikepark sehen – dafür bietet XLC den Pinatubo an. Leider lösten sich im Test zwei der vier Schraubeinsätze am Kinnschutz. Das ist zwar reparabel, aber dennoch ärgerlich.

Fazit:
Der Preis ist natürlich heiß! Aber nicht nur vom Preis weiß der XLC Arenal II zu begeistern. Der Helm sieht gut aus, vermittelt ein gutes Tragegefühl und der Einsatzbereicht bewegt sich von der entspannten Tour im Flachland bis zum anspruchsvollen Trail im Gebirge. Die Belüftung, die friemelige Montage bzw. Demontage des Kinnschutzs und die Schraubeinsätze, die sich gelöst haben, verdienen aber ein wenig Kritik.

Preis: 49,95 Euro
Farbe: Schwarz matt
Größen: 54-58 cm, 58-62 cm

Vertrieb: E. Wiener Bike Parts GmbH

Mehr Infos unter www.xlc-parts.com

Cratoni Ramp – Helm für Enduro und Freeride – Test

Eine faszinierende Landschaft! Unendlich erscheinende Wälder und Bergketten erstrecken sich vor den zwei Enduropiloten und ziehen die Blicke dieser beiden Biker auf sich. Nach der mühsamen Auffahrt und der Hatz über verschlungene Singletrails stehen die beiden Biker jetzt etwas zögernd vor der nun kommenden Abfahrt. Ein mit Wurzeln und Steinen übersäter Wanderweg führt tief runter in das dunkle Herz dieses Berges. Nicht erkennbar, was auf die beiden Biker wartet – nur unendlich viele Steine und Wurzeln. Hier einen Abflug machen? Bloß nicht! Das kann man sich aber leider nie aussuchen, wohl aber den richtigen Helm! Anspruchsvolle Enduro- und Freeridetouren benötigen einen Helm, der einen Kompromiss aus einem XC-Helm und einem DH-Helm darstellt. Aber wie soll das gehen?

Enduro- und Freeridetouren im anspruchsvollen Gelände bringen ein großes Problem mit sich. Meist entscheidet man sich wegen des Tragekomforts für einen XC-Helm, welcher den größten Teil der Anforderungen meist auch völlig entspricht – gäbe es da nicht die verblockten Abfahrten oder die Schussfahrt ins Tal, die einem nicht nur das Adrenalin aus den Ohren spritzen lässt, sondern auch für das eine oder andere „Ahhhhhh“ oder „Urgghh“ sorgt. Schließlich sind wir auf einer Endurotour, mit XC hat das wirklich nichts mehr zu tun. Die Gefahr über den Lenker zu gehen ist allgegenwärtig. Hier ist ein Fullfacehelm angesagt! Aber mal ehrlich, wer mag direkt zwei Helme mit sich rumschleppen? Die Lösung des Problems könnte ein Helm wie der Cratoni Ramp sein – haben wir uns gedacht.

Der Cratoni Ramp besteht primär aus den zwei Hauptteilen Helmschale und Kinnschutz. Der Kinnschutz wird bei Bedarf mit vier Schrauben an der Helmschale fixiert. Der Cratoni ist in den Größen S/M (54-58 cm) und M/L (58-61 cm) erhältlich. Das von uns ermittelte Gewicht des Helms variiert leicht von der Werksangabe – nach oben. So bringt die Helmschale in der Größe S/M etwa 540 Gramm auf die Waage, dazu summiert sich der Kinnschutz mit etwa 190 Gramm. Auch wenn die Helmschale vergleichsweise schwer erscheint, ist das Gesamtgewicht für einen Fullfacehelm sehr niedrig. Die Helmschale strotz vor Stabilität und erinnert optisch stark an die bekannten Dirtschalen. Wie diese besitzt der Ramp kein einstellbares Kopfband, dafür werden aber wechselbare Pads mitgeliefert, damit der Helm angepasst werden kann.

Das Kinnband und die Gurtbänder lassen sich schnell und einfach anpassen. Der Klickverschluss lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Die Passform und der Tragekomfort entsprechen ebenfalls denen eines Dirthelms, das gilt auch für die Belüftung. Trotz der Ventilationsöffnungen läuft einem auf schweißtreibenden Trails die Suppe regelrecht aus dem Helm. Zum Ausgleich dafür bietet der Helm einen sehr guten Schutz. Der Helm ist im Nackenbereich tief geschnitten und bietet, abgesehen von der Belüftung, einen guten Tragekomfort. Optisch finden wir den Helm um Klassen besser als die normalen Dirtschalen, dafür sorgt neben dem Dekor vor allem die Form der Helmschale. Bevor es in den verblockten Trail mit Abfluggefahr geht, ist ein bisschen Schrauberei angesagt. Der Kinnschutz wird aufgesteckt und, wie bereits beschrieben, mit vier Schrauben fixiert.

Auf der Tour gestaltet sich diese Schrauberei wegen der relativ kleinen Schrauben als etwas umständlich, außerdem benötigt man einen Schraubendreher bzw. ein Multitool. Die Verwandlung des Helmes ist beeindruckend, der Helm wirkt jetzt optisch wie ein normaler Fullfacehelm. Der Kinnschutz ist weicher als bei einem herkömmlichen Downhillhelm, dafür lässt sich der Kinnschutz im Rucksack transportieren und platzsparend leicht zusammendrücken, ohne dass er sofort bricht. Das Gesichtsfeld ist sehr groß und das Tragen einer MX-Brille bereitet ebenfalls keinerlei Probleme – sofern die Brille ein silikonbeschichtetes Brillenband hat. Durch den weit vorstehenden Kinnschutz wird die Atmung in keinster Weise beeinträchtigt – wenn es dann doch mal wieder anstrengend wird 😉

Fazit:

Ein toller Endurohelm mit kleinen Schwächen wie zum Beispiel die Fixierung des Kinnschutzes mit den kleinen Schrauben und die Belüftung. Die Stabilität eines Downhillhelmes bietet der Ramp zwar nicht, dafür übertrumpft er aber in diesem Punkt jeden XC-Helm. Der Cratoni Ramp bietet einen guten Kompromiss und bietet sich sehr als Helm für die nächste Enduro- und Freeridetour an! Wer sich nur im Bikepark rumtummelt, sollte dann aber doch eher zum Cratoni Interceptor greifen!

Preis: Knapp 90 Euro

Mehr Infos unter www.cratoni.de

Canyon Torque FRX 9.0 LTD – Koblenzer Dampfhammer! Test

Das Torque FRX 9.0 der Koblenzer Bikeschmiede Canyon gibt es in zwei verschiedenen Versionen. Mit der Singlecrown RockShox Totem Coil mit 180 mm an der Front und Avid Elixir Bremsen ist die Hardcore Variante eines Freeriders für 2699 Euro erhältlich, das auf Downhill getrimmte FRX 9.0 LTD wechselt für 3299 Euro den Besitzer. Neben der mächtigen FOX 40 RC2 FIT Gabel für die Schockabsorbierung an der Front sorgt Formula’s „The One“ für die Verzögerung. Den Einsatzbereich des FRX 9.0 LTD wollen wir aber nicht nur auf Downhill beschränken, sondern auch auf das ausweiten, was Biker mitsamt Bike ohne technische und motorisierte Unterstützung gen Himmel treibt – und damit meinen wir nicht Uphill!

Für knapp 3300 Euro bekommt man mit dem Canyon Torque FRX 9.0 LTD ein optisch äußerst schickes und phattes Rädchen mit einem Wohlfühlpaket in Form der ausgewählten Komponenten. Dazu gehören neben den Mavic Deemax Laufrädern die Shimano Saint Schaltung, die schon erwähnte FOX 40 RC2 FIT Federgabel, Truvativ Holzfeller OCT Kurbeln, Sunline Direct Mount Vorbau samt Lenker mit einer Breite von 737 mm und noch weiteren netten Schmankerln. So mächtig und phatt das Canyon Torque FRX 9.0 LTD sich auch präsentiert, selbst nach der Montage von Plattformpedalen (nicht im Lieferumfang!) bleibt das Canyon noch deutlich unterhalb der 18 Kilogramm Marke. Wir hatten vor geraumer Zeit bereits das Playzone von Canyon im Test. Was uns direkt auffiel war der hohe Wohlfühl-Charakter des Bikes ab der ersten Sekunde des Aufsitzens. Auf das Bike setzen, Helm auf und Gas geben, souveräner kann ein Bike zu Beginn eines Tests sich kaum empfehlen. Man hatte das Gefühl, das Bike schon ewig unter seinem Allerwertesten zu haben! Optisch sieht das FRX 9.0 dem Playzone sehr ähnlich, aber alles am FRX ist phatter, viel phatter! Was sich nicht ändert ist das gute Gefühl, sobald man auf dem Bike Platz genommen hat. Vor der ersten Abfahrt eine grobe Einstellung des Fahrwerks und ab geht die Post!

Für optimale Bedingungen ist natürlich ein vernünftiges Setup des Fahrwerks erforderlich! Aufwand und Arbeit, die sich aber in Form von perfekten Runs auszahlt. Bei der FOX 40 RC2 FIT Federgabel und dem FOX DHX RC4 Dämpfer kann man sich nach Lust und Laune auslassen. Einstellen kann man alles, angefangen von der geschwindigkeitsabhängigen Dämpfung bis zur Zugstufe. Keine Arbeit für mal eben in der TV-Werbepause, aber der Aufwand lohnt sich! Das Fahrwerk spricht sensibel an, ohne dass man allerdings Gefahr läuft, das Canyon an die Grenzen seines Schaffens zu bringen. Die 20 Zentimeter am Heck werden effektiv zur Streckenebnung eingesetzt. Ebenso effektiv arbeitet die Fox an der Front. Trotz ihres voluminösen Äußeren hat man nicht das Gefühl, einen schweren Klotz unterhalb der Lenkzentrale zu haben – kein Wunder, mit knapp über drei Kilo ist die Fox sogar ziemlich leichtgewichtig. Die Stärken des Bikes kann man vor allem auf den heimischen winkeligen Strecken ausspielen! Mit einer unglaublichen Wendigkeit lässt sich das Canyon um die Ecken drücken und das sehr gute Beschleunigungsvermögen reißt den Untergrund geradezu in Stücke. Wie die Koblenzer den Hinterbau so effektiv gestaltet haben, verdient schon höchsten Respekt.

Das Canyon ist trotz des sehr gut arbeitenden Hinterbaus keine Sänfte und vermittelt immer einen guten Eindruck darüber, was gerade unter dem Bike stattfindet. Es poltert nicht einfach nur den Trail runter, es will runtergepeitscht werden! Mit Nachdruck muss man das Bike in den Trail pushen, es am Zügel packen und den Weg weisen. Um das Canyon perfekt zu Nutzen ist aktives Fahren angesagt. Das Canyon honoriert das mit einem sehr direkten Fahrverhalten, ein Ruck am Lenker reicht und das Torque FRX folgt brav und ohne Umschweife der gewünschten Richtung. Besonders technisch versierte Fahrer werden dieses direkte Fahrverhalten zu schätzen wissen. Auf sehr schnellen Pisten wünscht man sich allerdings etwas mehr Laufruhe, hier könnte vielleicht ein flacherer Lenkwinkel von Vorteil sein und ein etwas tieferes Tretlager. Dies zu ändern würde natürlich bedeuten, dass sich der Charakter des Bikes wieder ändern würde. Die Koblenzer bieten mit dem FRX 9.0 kein kompromissloses DH-Bike an, sondern versuchen, alle positiven Gene in einem Bike zu vereinen. Hier muss man sich fragen, was man mit dem Bike vor hat – und vor allem wo! Das Jagdgebiet des Torque FRX sind die heimischen Pisten mit all den herrlichen Fiesheiten. Doch das Canyon hat noch so einiges mehr auf dem Kasten!

Zum Beispiel Jumpen! Das Canyon fliegt einfach nur unglaublich geil! Ohne großartig am Bike ziehen zu müssen fliegt man sicher wie der Airbus durch die Lüfte. Das gute Gefühl verleitet dann zu einigen Spökes in der Luft, welche oft nur durch die Doppelbrückengabel eingeschränkt werden. Selbst wenn der Spot nicht viele Höhenmeter hat, dank der guten Beschleunigung kann man auch auf ebenem Gelände mächtig abrocken! Auch ungewohnt für einen Downhiller: Ein Ruck am Lenker und die Front steigt einladend für Manuals. Und wer mit dem Canyon keinen Wheelie schafft, wird es wohl nie schaffen! Unterstützt wird das sichere Fahrgefühl durch die verbauten Komponenten. Wirklich sehr überzeugend agiert die Formula „The One“ Bremse. Da soll mal einer sagen, die Italiener können nur Pizza backen! Die Koblenzer haben dem Rahmen ebenbürtig die Komponenten ausgewählt. Der Preis geht für diesen Rahmen mit dieser Ausstattung auf jeden Fall in Ordnung – wenn man bedenkt, was alleine die Fox Federgabel kosten würde! Vielleicht auch für einige Biker sehr interessant: Mit dem Canyon kann man sogar einigermaßen kurbeln – dank des guten Vortriebs und dem durchgehenden Sattelrohr – alles das, was mit einem Kettenblatt halt geht!

Fazit Canyon Torque FRX 9.0 LTD

Wir haben uns vor dem Test des Canyon Torque FRX 9.0 LTD das Bike anders vorgestellt – enttäuscht wurden wir aber definitiv nicht! Das Bike macht mächtig Spaß und das Fahrwerk arbeitet hervorragend! Wir sehen nach dem Test das Canyon aber nicht in der Downhillecke, sondern mehr als Freerider mit Downhillambitionen. Erstes und vorrangiges Ziel mit dem Canyon ist der Bikepark mit allen seinen Spielmöglichkeiten und Variationen! Wenn dann ein Downhill vor Ort sein sollte, umso besser 😉

O’Neal Element Glove – Der preiswerte Handschuh im Test

Eigentlich kann man es ja nicht mehr hören! Uns werden von der Obrigkeit (mal wieder) drastische Sparkurse angedroht, die Arbeitgeber machen was sie wollen und wringen die Arbeitnehmer aus wie einen nassen Waschlappen. Das Geld wird knapper und die einzigen die anscheinend sparen können (und müssen) sind natürlich wieder wir! Mit dem Element Glove bietet O’Neal einen sehr preiswerten Handschuh für unter 20 Euro an – doch taugt der Handschuh was?

Ein bekannter Spruch, der da lautet „Was nix kostet, taugt nix!“, lässt angesichts des sehr niederigen Preises dann doch erstmal Skepsis aufkommen. Kein Wunder, stimmt der Spruch leider viel zu oft, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Ist der O’Neal Element Glove einer dieser wenigen Ausnahmen? Optisch kann der Element Glove auf jeden Fall punkten, der Handschuh sieht verdammt chick aus und muss sich nicht hinter den teureren Modellen verstecken. In der uns vorliegenden weißen Version sieht der Handschuh ziemlich edel aus und passt optisch hervorragend zu den O’Neal Trail FR Knee Guard Schienbeinschonern, die wir letztens bereits im Test hatten. Was optisch direkt auffällt ist der fehlende Silikonbesatz an den Bremsfingern, womit man aber ehrlich gesagt ganz gut leben kann. Wir hatten jetzt im Test nicht das Gefühl, als wenn uns dadurch etwas lebenswichtiges fehlen würde.

Der Handschuh sitzt sehr gut und vermittelt ein gutes Gefühl. Der belüftete Handrücken mit den sich optisch gut ins Gesamtbild einfügenden Protektorenaufsätzen und die Stretcheinsätze zwischen den Fingern sind alles andere als Low-Budget. Der Handschuh schnürt nichts ab, kratzt nicht und flattert nicht wie eine leere Hose im Wind – auch hier müssen wir sagen: Top! Die Handinnenfläche ist aus Clarino und leicht anatomisch vorgeformt. Das größte Problem ist bei Handschuhen immer die Haltbarkeit, durch die hohe Beanspruchung lösen sich diese schon mal gerne in Wohlgefallen auf. Beim Element Glove waren auf den ersten Blick Zweifel wegen der Haltbarkeit aufgekommen. Die Nähte im Bereich zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger schienen eine gute Angriffsfläche zu bilden.

Doch wieder wusste der Element Glove zu überraschen. Die Nähte zeigten keinen wunden Punkt, der Stoffbesatz hielt und zeigte nach vielen Einsätzen lediglich eine leichte Verfilzung. Was nicht da ist, kann sich auch nicht von dannen machen: Das kann man wohl so für den fehlenden Silikonbesatz der Bremsfinger übernehmen. Wie schon angemerkt sehr gut verschmerzbar. Selbst nach vielen Einsätzen und Maschinenwäschen zeigte sich der O’Neal Element Glove immer noch von seiner besten Seite. Top! Übrigens: Es gibt den Handschuh übrigens auch in einer speziellen Version für Kinder und für Girls!

Fazit:

So macht sparen Spaß! Top Qualität, super Griffgefühl und hohe Stabilität zum Sparkurs! Kaufempfehlung! So sparen wir gerne! Hellas! Und auf die nächste Diätenerhöhung!

Farben: Blau, Rot, Schwarz, Weiß
Größen: S bis XXL
Preis: 19,90 Euro
Vertrieb: 2Wheel-Distribution (www.2wheel-distribution.com)

Mehr Infos unter www.oneal-europe.com

O’Neal Trail FR Knee Guard – Schienbeinschoner im Test

Knie und Schienbein müssen geschützt werden! Da wird wohl keiner widersprechen wollen, die Frage ist nur auf welche Art und Weise. Auf schönen Enduro- und Freeridetouren oder am heimischen BMX-Spot ist das Tragen von dicken DH-Schonern aber eher lästig. Diese sind zu klobig und oft auch umständlich beim Anziehen. Die Lösung sind leichtere und etwas smartere Schoner wie der O’Neal Trail FR Knee Guard, den wir für Euch getestet haben.

Wir hatten es mit der Bemerkung mit dem Anziehen bereits angemerkt. Beim Downhill und im Bikepark geht es in Ordnung, wenn das Anziehen eines Schoners etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Selbst wenn dieser wie ein Strumpf übergestülpt werden muss, geht das in Ordnung, da man den Schoner den ganzen Tag meist sowieso nicht mehr auszieht. Aber auf einer Tour, egal ob in den Alpen oder im deutschen Mittelgebirge, kommt dieser Umstand auf gar keinen Fall in Frage. Spätestens bei der dritten Abfahrt wird man diese Schoner völligst genervt in die nächste Schlucht werfen – bedingt auch durch die mittlerweile dünnen Nerven der Mitfahrer, die dauernd warten müssen! Wohl dem, der den Mitstreitern entkommen kann oder sich zumindest von den Schonern lösen kann, bevor diese in den Abgrund geworfen werden.

Der O’Neal Trail FR Knee Guard (samt Fahrer) hat hier nichts zu befürchten. Gehalten wird der Schoner durch drei Klettstreifen, wobei der oberste oberhalb der Kniekehle besonders breit ausgefallen ist – das verspricht auf den ersten Blick einen hohen Tragekomfort. Der mittlere Halteriemen oderhalb der Wade und der untere Halteriemen unterhalb der Wade entsprechen herkömmlichen Halteriemen, wie man sie auch von anderen Schonern diverser Hersteller kennt. An dem oberen als auch dem unteren Schonerrand wurde auf der Innenseite je ein Silikonstreifen aufgebracht, welcher ein Verrutschen der Schoner verhindert. Eine feine Detaillösung, die erstklassig funktioniert! Der stoßabsorbierende Schaumstoff weist Lüftungslöcher auf, die das Tragen des Schoners angenehmer gestalten.

Der O’Neal Trail FR Knee Guard macht optisch einen sehr guten und vielversprechenden Eindruck. Jeder von uns kennt seine bevorzugte Größe, was beim O’Neal auffällt: Die Protektoren sitzen, aber die Halteriemen sind zu kurz. Eine Nummer größer passt besser, aber der oberste Halteriemen macht beim Tragen stress. Dieser scheuert und kratzt, selbst nach unzähligen Versuchen eine optimale Position zu finden. Der Grund ist die sehr voluminöse Klettseite mit den Widerhaken, hier hat O’Neal definitiv nicht an Material gespart. Wir würden uns hier auf jeden Fall einen schmaleren Klett wünschen, welcher mehr weiches Material am Rand stehen lassen würde, damit der Klettverschluss nicht die empfindliche Haut reizt. Vielleicht würde es auch reichen, die Klettbänder Widerhaken/Schlaufen zu tauschen, aber diese Überlegung überlassen wir lieber dem Hersteller.

Auch wenn der Protektorenbereich des Schoners hervorragend passt, durch den kratzenden obersten Halteriemen tendiert der Tragekomfort leider in Richtung null. Ein wenig enttäuschend, da wir bis jetzt mit den Produkten von O’Neal sehr gut gefahren sind. Sehr gut gefällt uns dagegen der Protektor und der Schutz als solches. Das Knie und das Schienbein werden gut geschützt und bieten auch einen relativ guten Seitenschutz. Die Bewegungsfreiheit wird trotz des guten Schutzes nicht beeinträchtigt. Ein Minuspunkt kommt leider selten alleine, so riss nach einer Weile der vernähte mit dem Logo sichtbare Stoffbesatz im unteren Bereich des Schoners aus 🙁

Fazit:

Obwohl der Protektor als solches in Punkto Schutz, Handhabung und Bewegungsfreiheit überzeugen kann, sorgen der Tragekomfort und die Verarbeitung für mächtig Minuspunkte!

Farben: Schwarz und weiß
Preis: 39,90 Euro
Vertrieb: 2Wheel-Distribution (www.2wheel-distribution.com)

Mehr Infos unter www.oneal-europe.com

Nachtrag: Schnelle Reaktion von O’Neal auf die Kritikpunkte (01.06.2010)

„Wir nehmen Reklamationen sehr ernst und sind dankbar über Feedback von unseren Kunden und Fachredaktionen. Wenn es um Herstellerfehler geht, erstatten wir problemlos Ersatz. Beim Trail Knee Guard haben wir aktuell eine Reklamationsrate von 0,2 %. Das Problem mit der Naht wurde bisher erst bei 4 Trail-Guards reklamiert. Trotzdem haben wir eine kleine konstruktive Änderung vorgenommen, welche für die nächste Produktion geändert wurde. Das Problem mit dem Klettverschluss war uns bisher nicht bekannt, aber wir werden eine Änderung vornehmen, damit der Tragekomfort jederzeit garantiert ist. Kurzfristige Abhilfe: Mit der Nagelschere die scharfen Kanten des Klettverschlusses rundschneiden.“

SE Bikes OM Flyer Dollar – Test – Geld stinkt nicht!

Zugegeben, wir hatten schon viele Bikes im Test, aber noch nie verursachte ein Bike so eine Hysterie wie das OM Flyer Dollar von SE Bikes. Das OM Flyer Dollar ist komplett anders als alle anderen Bikes, die wir bis dato im Test hatten! Schon das Erscheinen am heimischen Spot verursachte geradezu einen Massenauflauf. Von einem schönen Teller alleine wird man aber bekanntlich nicht satt! Ist das OM Flyer also nur ein kleiner Appetitanreger oder doch ein ausgewogenes sättigendes Mahl?

Ausgereifte Serienmodelle – da kann meist nichts schief laufen. Zu Tausenden laufen die Bikes vom Fließband und meist sind die Kinderkrankheiten schon ausgemerzt. Messen sind für die Hersteller natürlich eine wunderbare Plattform für PR. Vorabmodelle schüren die Neugierde der Besucher auf die neuen Serienmodelle. Nicht immer entsprechen die Vorabmodelle und Messe-Muster zu 100% den späteren Serienmodellen. Da wird oft noch schnell was hergerichtet oder optisch angepasst. Wir hatten das OM Flyer Dollar als Messeausstellungsstück im Test, resultierend daraus weicht die Serie leicht von unserem Testbike ab. Wir lassen im Test natürlich nichts unerwähnt, weisen aber an entsprechender Stelle darauf hin. Doch kommen wir zum Kern des Tests. Um was genau handelt es sich bei dem OM Flyer Dollar eigentlich? Das OM Flyer ist im Grunde ein zu großes BMX, eigentlich ein viel zu großes BMX! Wie die Ur-Cruiser bewegt sich das Bike auf 26″ Laufrädern.

Wer jetzt meint, dass es dann vielleicht doch eher ein MTB wäre, wenngleich auch ein Singlespeed, tappt aber vollends im Dunkeln. Ehrlich gesagt, als BMX Veteran würde unsereins Magenkrämpfe bekommen, wenn SE Bikes in die Kategorie MTB rutschen würde! Die Traditionsmarke aus den USA, die schon vor über 30 Jahren für Furore sorgte, ist ein Meilenstein in der Fahrradgeschichte – in der BMX Geschichte – wir denken da nur mal an das legendäre PK Ripper! Ein Tatsache, die man selbst als eingefleischter Kuwahara-Fan nicht abstreiten kann – und auch gar nicht möchte. Der Vorbau und der Lenker zeigen auf, dass das OM Flyer definitiv nicht zur Kategorie MTB gehört und auch nicht gehören will! Die Front ist höher als beim Mountainbike und die Gabel ist starr – eine Federgabel wäre bei einem BMX ein schlechter Witz gewesen. Die Gene sind eindeutig BMX-lastig, was natürlich sehr erfreut, womit aber auch klar wird, dass das OM Flyer allerdings immer ein Nischenprodukt bleiben wird. Mainstream, nein, das will der OM Flyer Biker nicht wirklich!

Das OM Flyer gibt es in mehreren Ausführungen und in mehreren Farben, auch Jahrgangsmäßig wird immer wieder etwas verändert – womit wir wieder beim Thema Messe-Muster wären. Das OM Flyer besticht erstmal durch seine Optik. Bei der Lackierung bleibt einem echt der Atem weg! So eine geile Lackierung haben wir an einem normalen Bike wirklich noch nie gesehen! Die gute Nachricht ist, dass diese Lackierung Serie ist! Den Rahmen zieren 100 Dollar Noten, keine Stelle wurde ausgelassen und lassen das OM Flyer zu einem Kunstwerk werden! Wir von der Fraktur sind uns einig: Dem Designer gebührt ein Preis! Damit alles passt, wurde auch noch die Gabel (mit dem typischen Erscheinungsbild der Landing Gear) als auch der Lenker mit den 100 Dollar Noten verziert – frei nach dem Motto „Geld stinkt nicht!“. Bis hierher unterscheidet sich unser Bike noch nicht vom Serienmodell. Als gelungene optische Unterstützung dienen die goldenen Alex Felgen mit den grünen Naben, die goldene Sattelklemme, der grüne Sattel, die grünen Pedalen und der grüne BMX-Vorbau.

Der Vorbau und die Naben entsprechen zwar der Serie, wurden aber für die Messe kurzfristig von rot auf grün überlackiert. SE Bikes versprach uns, dass man sich beim Serienmodell diesbezüglich keine Sorgen machen müsse, da die meisten Teile in der Serie eloxiert wären. Ansonsten machte auch das Messe-Muster einen sehr guten Eindruck. Die Komponenten wurden gut ausgewählt, optisch als auch funktionell. Das wird zum Beispiel auch durch die dreiteilige BMX-Kurbel mit dem phatten BMX-Lager bestätigt. Der Rahmen besteht aus 6061 Aluminium und die Landing Gear Gabel aus Cr-Mo. Wer vom MTB kommt wird sich erstmal etwas umorientieren müssen. Die Haltung ist anders, die Front höher und dadurch ungewohnt. Die starre Gabel verzeiht nur wenig Fehler, dennoch ist das Bike aufgrund der Größe natürlich fehlertoleranter als ein 20″ BMX. Obwohl das OM Flyer wegen seiner Größe träger ist als ein 20″ BMX, lädt das OM Flyer dennoch zum Spielen ein. Wer dafür eine Vorderradbremse braucht, bekommt diese beim Serienmodell mitgeliefert.

Die Übersetzung gefällt sehr gut, sie stellt einen guten Kompromiss aus Beschleunigung und schneller Fahrt dar. Das 12,2 Kilogramm schwere Bike entwickelt sich auf dem Racetrack zu einem Geschoss. Für die Verzögerung ist eine stylische grüne Tektra Bremse verbaut, die hart zupackt. Uns nervte die Bremse mit gelegentlichen Klemmattacken, zum Beispiel bei 180’s aus der Bowl heraus mit anschließendem hartem Break. Der Grund lag beim Bremszug, aber auch hier soll es in der Serie keinerlei Probleme geben. Das OM Flyer lässt sich schön aus Cornern heraus beschleunigen und gefällt durch das direkte Handling. Fahrspaß ist garantiert – und neidische Blicke! Die Zielgruppe für das Bike? Man könnte sagen BMX orientierte coole Twens, der junggebliebene Oldschool-BMXer, der gemütliche Stadt-Cruiser oder einfach alle, die ein wenig OM sind! OM, das steht übrigens für „Old Man“, dem Nicknamen des SE Bikes Gründers Scot Breithaupt. Was wir uns wünschen würden? Einen etwas flacheren Lenker, Skinwall-Reifen und Oldschool-Pads 🙂

Fazit:
Einfach nur geil! Geniale Optik, gute Komponenten und garantierter Fahrspaß! Was will man mehr?

Preis: 800 USD

Vertrieb Deutschland: Advanced Sports GmbH