iXS DH-X1.1 Gloves – Ein Kunstwerk für die Hände – Test Handschuhe

Wir wissen nicht, was den Leutchen von iXS bei der Planung des DH-X1.1 Downhill und Freeride Handschuhs durch den Kopf gegangen ist, aber das Ergebnis kann sich wirklich – im wahrsten Sinne des Wortes – sehen lassen. Der Handschuh wirkt fast wie ein kleines Kunstwerk und bei so viel kreativem Schaffen kommen uns natürlich Zweifel, ob das Ganze nicht zu Lasten der Funktionalität und Haltbarkeit geht. Wir haben deshalb die Lage mal für euch „abgecheckt“!

Wir hatten im Test die iXS DH-X1.1 Gloves in der Ausführung schwarz. Die Einstufung in Schwarz lässt sicherlich kaum Spielraum, aber der Blick auf die Handschuhe zeigt uns ein farbenfrohes Szenario. Neben schwarz sehen wir die Farben türkis bzw. ein helles blau, lila und mint – Farbexperten mögen uns die grobe Einteilung verzeihen. Der farbliche Aufbau ist definitiv sehr geglückt und wirkt nicht wie ein Sammelsurium. Der größte Teil des Handschuhs ist in der Tat schwarz, die Zwischenräume der Finger sind lila, das Bündchen ist mint, der Handrücken weist einen Teil in türkis auf und die aufgebrachten Gummiapplikationen weisen alle drei genannten Farben auf – mit einem Hauch grau.

Soviel zur Optik – mal abgesehen von den Beschichtungen für einen besseren Halt auf den Griffen und den Brems- und Schaltfingern. Hier sind auch nochmal die Farben lila und mint vertreten – in Form von Punkten, Sternen, Balken und Klecksen. Damit haben wir auch schon den Brückenschlag zu der Funktionalität des Handschuhs. Das Bündchen lässt sich per Klett einstellen und zeigt sich außerordentlich geschmeidig. Der Handschuh ist MX typisch tief geschnitten für eine bessere Bewegungsfreiheit. Der stark beanspruchte Daumenbereich ist doppelt ausgeführt und verspricht ein langes Handschuhleben.

Das auf der Innenhand angebrachte Polster sorgt für Schutz und entspanntes Fahren. Die Gummiapplikationen und die verschiedenen Materialien des Handschuhs sind sinnig angebracht. Der Handschuh sitzt wirklich perfekt und man hat einen sicheren Grip. Die Bewegungsfreiheit ist voll gegeben und man hat ein gutes Lenk- und Bremsgefühl. Der Handschuh scheuert und kratzt nicht und ist sogar dabei noch atmungsaktiv. Die Verarbeitung gibt keinen Grund zum Meckern und der Handschuh zeigte keine Ausfallerscheinungen – und das, wo wir neben dem Fahren nebenbei, den Handschuh tragend, noch einen Spot umgeschaufelt haben. Erhältlich ist der schlanke Handschuh für schlanke 29,95 Euro.

Preis: 29,95 Euro
Größen: S bis XXL
Erhältliche Farben: Schwarz, weiß

Centurion Trailbanger Ultimate 3 – Ein Name, ein Bike, ein Wort! Test

Die Marke Centurion begleitet uns schon seit den 80er Jahren! Auch wenn wir persönlich damals beim BMX klar auf die amerikanischen Bikes gesetzt haben, die deutsche Marke war immer präsent! Der Blick in die Historie von Centurion lässt längst Vergessenes wieder aufleben. Viele große Unternehmen versäumen es leider, neue Wege zu beschreiten – Centurion wagte es immer, einen Schritt forscher an die Sache zu gehen. So löste sich Centurion teilweise auch vom altbewährten LRS System. Viel Zeit zur Trauer blieb allerdings nicht, da bereits das Centurion Trailbanger Ultimate 3 auf seinen Einsatz bei uns wartete.

Der Rahmen ist sehr ansprechend und macht einen durchdachten Eindruck. Die verbauten Komponenten wirken auf den ersten Blick sehr stimmig und eines wird direkt klar: Das Bike ist exklusiv – so wie der Preis auch! Knapp 4000 Euro muss der Käufer für das Centurion Trailbanger Ultimate 3 auf den Tisch legen. Etwas preisgünstiger zeigt sich das Ultimate 1 mit weniger kostspieligen Komponenten. Dafür spart man über 1400 Euro gegenüber dem Ultimate 3. Doch nicht das Centurion Trailbanger Ultimate 1, sondern das Ultimate 3 wollte und sollte uns überzeugen. Beim Trailbanger setzt Centurion auf das VPP System. Das System mit dem virtuellen Drehpunkt hat sich bereits bei vielen Marken und Bikern durchgesetzt.

Das Gewicht des Centurion Trailbanger Ultimate 3 beträgt schlanke 14,6 Kilogramm – und das mit den von uns verbauten Plattformpedalen! Für gute Rolleigenschaften und somit effektives Vorankommen sorgen die Nobby Nic von Schwalbe. Centurion spendiert dem Trailbanger diesen Reifen in 2.4 und stellt für den herkömmlichen Einsatz sicherlich eine gute Wahl dar, beim Shreddern durch die Kurven kommt man allerdings schnell an die Grenzen des Reifens. Wir haben uns im weiteren Verlauf des Tests für den Schwalbe Muddy Mary Freeride entschieden, der zwar nicht so gut rollt wie der Nobby Nic, aber bedeutend mehr Spaß und letztendlich auch Sicherheit bietet.

Auffallend ist beim Hinterbau nicht nur das VPP System. Der Hinterbau arbeitet sehr gut, vermittelt aber kein zu softes Feeling. Trotz aller Schluckfreudigkeit zeigt sich der Hinterbau straff und gibt dem Fahrer immer ein direktes Feedback, egal ob man über Wurzeln fliegt oder Steinteppiche ebnet. Die 16 Zentimeter am Heck bieten ebenso viel Reserven wie die 16 Zentimeter der Fox 160 Talas R. Der Hinterbau wirkt, von oben auf das Bike blickend, sehr großzügig gestaltet. Bei der Montage des Hinterradreifens wird man eines Besseren belehrt. Der Abstand des Reifens ist zur unteren kettenzugewandten Strebe sehr knapp bemessen.

Im Klartext bedeutete das für uns, dass wir den Muddy Mary Freeride in 2.5 nicht montieren konnten und uns somit für die Muddy Mary Kombination 2.5 vorne und 2.35 hinten entschieden haben. Ebenfalls auffallend war, dass mit dieser Bestückung die Kette bei „Kette links“ leicht an den Stollen rieb. Das Steckachsensystem ist natürlich nicht nur praktisch, sondern bringt auch Steifheit – wobei das hintere Laufrad leicht friemelig eingesetzt werden muss. Das Trailbanger wird mit drei Kettenblättern ausgeliefert, womit der Einsatzbereich sehr breit gefächert wird.

Oftmals wird bei VPP Systemen der Pedalrückschlag bemängelt, der mal mehr oder mal weniger „schlimm“ ausfällt. Beim Trailbanger ist auf dem kleinsten Kettenblatt pedalierend nur ein ganz minimaler unrunder Tritt bemerkbar und ist somit eigentlich nicht der Rede wert. Dafür bekommt man mit dem VPP des Trailbanger ein System, welches wie gesagt im Centurion zwar straff, aber dennoch sauber agiert. Der Hinterbau arbeitet leicht beim Uphill, kann aber mit den zur Verfügung stehenden Dämpfereinstellungen des Fox Dämpfers minimiert werden. Bei steileren Uphills lohnt der Griff zur Gabel, um diese von 160mm auf 130 mm oder besser noch 100 mm abzusenken, weil sonst die Nase leicht wird.

Die Wahl der Komponenten ist gut, besonders die Kind Shock i-950 Vario-Sattelstütze verdient hier Lob! Ein Griff unter den Sattel und man kann den Sattel stufenlos absenken oder wieder nach oben bewegen. Die Shimano XT Schaltung als auch die Formula RX Bremsen versehen zuverlässig ihren Dienst. Die Bremsen machen sich bei Nässe akustisch stark bemerkbar, was aber nichts an der Bremsleistung ändert. Die Reifen sollte man seinen Bedürfnissen entsprechend wählen. Nicht verständlich ist für uns die Wahl der Lenkergriffe, die wir direkt gegen die UMF Jelly Schraubgriffe – quasi aus dem gleichen Haus – getauscht haben. Der Sattel von Fizik war für uns sehr angenehm, sogar beim Touren.

Die Stärke des Trailbanger ist das spielerisch gute Handling. Jede Lenkbewegung wird sofort – wie gewünscht – in Richtungsänderung umgesetzt. Das Trailbanger macht seinem Namen alle Ehre: Die Spielwiese des Centurion ist der Trail! Das Bike verhält sich auf dem Trail sehr agil, in der Luft dagegen etwas träge und bedarf etwas Kraft. Wer einen schmalen Trail befahren will – gerne mit Anliegern gespickt oder dort, wo im Laufe der Zeit Anlieger entstanden sind – darf sich eines Bikes erfreuen, mit dem man richtig Gas geben kann. Das Bike lässt sich um die Ecke peitschen und hinterlässt auf dem Gesicht des Fahrers ein häßliches Grinsen.

Wir hatten anfangs Probleme mit dem Abspringen der Kette – ein Problem, welches wir durch Kürzung der Kette eliminieren konnten. Das Trailbanger erwies sich bei uns im Test als tolles Enduro für den Trail – egal ob durch den Wald oder die Hatz auf anspruchsvollen Pisten. Das Centurion scheut sich auch nicht davor, eine weite Tour oder eine ruppige Abfahrt anzugehen. Bergauf als auch bergab macht das ausgewogene Bike eine gute Figur, setzt aber seinen Glanzpunkt als Trailbanger. In diesem Fall kann man wirklich mal behaupten: Hier passt der Name wie die Faust auf’s Auge. Leider reißt der Anschaffungspreis aber auch ein faustgroßes Loch in die Haushaltskasse.

Preis: 3999 Euro
Farbe: weiß
Größen: 41, 46, 51, 56 cm

iXS X-Fly-by BC Shorts – Die Hose für DEIN Lebensgefühl? Test

Backcountry steht für das Hinterland, die Freiheit und das Lebensgefühl, welches das Biken uns vermittelt. Biken ist mehr als nur ein Hobby, Biken ist Lebensinhalt und Lebensauffassung. Mehr als nur im Kopf und beim Bike zeigt sich das auch zusehends bei der Auswahl der Bekleidung. Hersteller wie iXS unterstützen den Biker und dessen Lebensgefühl und bieten direkt ein ganzes Sortiment an – fernab von Race und Stress. Mit der iXS X-Fly-by BC Shorts haben wir uns einen Vertreter dieser Reihe geschnappt!

Ein Hauch von Nichts vermittelt die iXS X-Fly-by BC Shorts beim Tragen. Die Hose ist nicht nur super leicht, sondern auch sehr weich und anschmiegsam. Die luftige Shorts zeigt also nicht das für MX-Shorts typische steife Verhalten. Der Stretch im Bereich des Gesäßes sorgt für eine sehr gute Passform. Die Bewegungsfreiheit ist voll gegeben und somit steht auch dem Tricksen nichts im Wege. Die Passform der Hose kann absolut überzeugen und die Bundregulierung verdient ein Lob. Damit die Hose aber nicht nur legere aussieht, sondern auch sinnvoll beim Biken getragen werden kann, zeichnet sich die Hose durch einen weiteren Vorteil gegenüber herkömmlichen MX-Shorts aus: Der recht strapazierfähige Stoff, aus dem die Fly-by Shorts besteht, ist atmungsaktiv und sorgt somit dafür, dass man auch bei kräftezerrenden Aktionen nicht im Schweiß badet.

Die Verarbeitung der iXS X-Fly-by BC Shorts ist sehr gut und gibt uns keinen Grund zur Kritik. Stoff und Nähte scheuern nicht und reizen somit auch nicht die Haut. Die Hose besitzt neben den zwei Eingrifftaschen zusätzlich zwei Cargotaschen, die sich optisch sehr gut ins Gesamtbild einfügen. Die Hose ist in beige und in schwarz erhältlich. Wir hatten, wie auf den Bildern ersichtlich, die Ausführung in beige. Unser Farbgefühl würde die iXS X-Fly-by allerdings eher im Bereich der Farbe Ocker ansiedeln. Die aufgedruckten Decals und die Absetzung in braun sehen schon ziemlich lässig und trendy aus. Das Tragen von Schienbein- und Knieprotektoren bereitet keine Probleme, lediglich der Klettaufsatz von diversen Schonern kann den Rand der Hosenbeine fusselig werden lassen. Die Hose ist in den Größen S bis XXL erhältlich und kostet knapp 70 Euro. Für eine kurze Hose nicht wenig Geld, aber dennoch sinnvoll angelegt, zumal die iXS X-Fly-by BC Shorts auch ohne Bike lässig zu tragen ist!

Preis: Etwa 70 Euro
Größen: S bis XXL
Erhältliche Farben: Schwarz, beige

Kona Cadabra 2011 – Sorgloser Grenzgänger? – Test

Ein Test wie der des Kona Cadabra ist für uns nicht unbedingt eine leichte Aufgabe, scheint das Bike vom Datenblatt zwischen den Bereichen XC, Tour und Enduro zu liegen. Um wirklich sicher zu gehen, wo das Bike seine Stärken und seine Schwächen hat, haben wir das Bike sehr lange gequält. Neben den Spots im Bergischen und bei uns vor der Tür haben wir auch Trails in Südfrankreich unter die Stollen genommen. Dabei haben wir sehr viel über das Kona Cadabra erfahren…und waren so manches Mal sehr überrascht!

Wir wollen an dieser Stelle gar nicht so ausführlich auf das Magic Link eingehen. Bereits bei unseren Tests des Kona CoilAir haben wir das Magic Link kennen und lieben gelernt. Das System hat uns von Anfang an begeistert, weil es – schlicht und einfach gesagt – genau eines macht: Funktionieren! Je nach Kettenzug und Körperhaltung wandert der Dämpfer auf dem Schlitten des Magic Link und verändert somit nicht nur den Federweg, sondern auch die Geometrie. Da immer wieder Anfragen zu dem System kommen, sei erwähnt, dass es kein 0 oder 1 bzw. Ein oder Aus System ist. Der Übergang ist fließend und das Magic Link kann zusätzlich den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. Eine Tatsache, die sich auch beim Kona Cadabra nicht anders zeigt. Je nach Beanspruchung des Bikes werden dem Fahrer zwischen 10 und 16 Zentimeter Federweg geboten. Auch hier funktioniert das System einwandfrei!

Ein breite Spanne, die im Minimalzustand den Federweg eines XC-Racers bietet und im Maximalzustand den Federweg eines Enduros. Wenn das mal keine Ansage ist! Die Waage katapultiert das Bike eindeutig in die Enduro Ecke: Mit 13,3 Kilogramm in der Größe 16 Zoll zeigt sich das Bike nicht gerade als Leichtgewicht. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass hier noch das Gewicht der Pedalen addiert werden muss. Die verbauten Komponenten drängen das Bike dann allerdings wieder in etwas softere Gefilde: FOX 32 Talas RL Federgabel, Mavic Crossride Disc Laufräder und die Avid Elixir 5 Bremsen mit einer 160 mm Bremsscheibe hinten und einer 185 mm Bremsscheibe vorne. Die Einstufung als All Mountain Bike scheint an dieser Stelle gerechtfertigt. Auch die anderen verbauten Komponenten tendieren eher im Bereich unterhalb der aggressiveren Enduro Klasse. Von der Güte der verbauten Komponenten gibt es sicherlich nicht viel zu kritisieren.

Auffallend ist die große Bodenfreiheit des Bikes. Auch bei Nutzung des Maximalfederwegs zeigt sich das Bike recht hoch. Das hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist auf der Abfahrt zu suchen. Hier würde man sich einen tieferen Schwerpunkt wünschen, um mehr in den Trail einzutauchen und dadurch etwas aggressiver auf dem Trail wirken zu können. Der Vorteil liegt beim Pedalieren – selbst auf Wurzelteppichen kann man meist unbesorgt weiterkurbeln. Diesen Vorteil nutzt das Cadabra besonders bei seiner Paradedisziplin aus, welche sich für uns völlig überraschend zeigte: Der technische Uphill auf verblockten Wegen! Es ist fast unglaublich, wie dieses Bike zu klettern vermag! Die Betonung liegt allerdings wirklich auf dem technischen Uphill, bei Fahrten bergauf auf Straßen kann das Bike den XC-Feilen kein Paroli bieten – aber welches XC-Bike bietet so massigen Federweg und soviel Reserven im Falle eines Falles?

Doch widmen wir uns noch mal kurz der Abfahrt. Das Fahrwerk arbeitet exzellent, da gibt es nichts zu meckern. Das Bike bietet auch bei Kanten genug Reserven und schluckte während des Tests einige fiese Dinger weg. Der Hinterbau harmoniert sehr gut mit der FOX 32 Talas – eine gute Kombi! Die verbauten Avid Elixir 5 verzögern das Bike recht gut, für ein aggressiveres Reinbremsen in Kurven wünschen wir uns etwas mehr Bremspower – leicht erreichbar durch größere Bremsscheiben. Hier müssen wir natürlich anmerken, dass unser krankes Hirn bergab einfach in den Modus Downhill schaltet. Der Bremspunkt und die Dosierbarkeit der Bremse ist gut und stellt auch Fahranfänger nicht vor eine unlösbare Aufgabe. Die Schaltung ist ein Misch aus den Shimano Gruppen SLX / XT und zeigte sich im Test unauffällig.

Die Sitzposition auf dem Bike ist zentral und sehr tourenfreundlich. Weite und ausgedehnte Touren stellen mit dem Kona Cadabra kein Problem dar – bis auf den verbauten Sattel, der uns mit Wonne quälte. Auch beim Uphill kann die Sitzposition überzeugen. Bergauf gilt das ungeschriebene Gesetz: Sitzen bleiben um die beste Performance aus dem Bike zu holen! Bei sehr steilen Rampen lässt sich die Gabel schnell und unkompliziert absenken. Der Wiegetritt ist durch das ständig arbeitende System nicht die ganz große Stärke des Bikes. Was wir bei dem Kona Cadabra während des Tests bitterlich vermisst haben war eine Vario-Sattelstütze. Die Maxxis Reifen gehen für den Einsatzbereich AM völlig in Ordnung und zeigten sich als gute Allrounder. Ein bisschen Probleme bereitete uns anfänglich die Centerlock Adapterlösung Avid G3 Clean Sweep / Mavic. Diese sollte der Händler auf jeden Fall auf festen Sitz kontrollieren.

Nach einigen Wochen intensiven Fahrens mit dem Kona Cadabra bleibt festzustellen: Eigentlich kann man mit dem Bike alles fahren, von der ruppigen Abfahrt bis zum technisch hoch anspruchsvollen Uphill. Das Cadabra zeigte sich während des gesamten Tests immer als guter Griff für den jeweiligen Bereich, egal ob es die verwinkelten Trails in heimischen Gefiilden waren oder die ruppigen Passagen mit den Kindskopf großen Steinen. Die Hatz durch anliegerbehaftete Strecken ist mit dem agilen Cadabra ebenso möglich wie kleinere Sprungeinlagen am Spot. Auch Teile unseres neuen Werkes MTB Haldencross – Die Tour über die Halden des Ruhrpotts (ISBN 978-3-8423-5960-4) haben wir mit dem Cadabra absolviert.

Mit dem Kona muss man sich nicht lange mit dem Thema beschäftigen, welches Bike man denn nun für welche Tour braucht – das Cadabra passt fast immer! Wer ein Bike mit exzellenten Klettereigenschaften sein Eigen nennen möchte, gerne weite und ausgedehnte Touren fährt und auch auf Abfahrten nicht verzichten möchte, sollte das Kona Cadabra in die engere Wahl ziehen. Eng wird es allerdings auch für das Budget – knapp 3000 Euro muss man für das Kona auf die Ladentheke legen.

Preis: 2999 Euro
Farbe: Blue/Black/Brushed Silver
Größen: 14.4, 16, 17, 18, 19, 20 und 22 Zoll

Uvex Radical Pro – Let’s get radical! Test Sportbrille

Manche Dinge sind manchmal wirklich fast zu schade, um sie selbst zu benutzen! Mit dem Test der Sportbrille uvex radical pro in der Ausführung green-white ist es uns ähnlich ergangen! Die Brille auf dem Riechorgan durch die Gegend transportierend, beneidet man eigentlich irgendwie die Leute, die einem zusehen. Die Sportbrille von uvex ist ein absoluter Blickfang. Doch nicht nur Außenstehende haben einen Nutzen von dieser Brille, sondern auch der Träger selbst – wie wir während des Tests herausgefunden haben.

Ausgeliefert wird die sehr leichte Brille in einem festen Brillenetui, welches die Brille beim Transport in einem Koffer oder Rucksack zuverlässig vor äußerer Gewalt schützt. Neben der Brille finden in dem Etui zwei Paar Wechselgläser Platz, welche lobenswerterweise direkt mitgeliefert werden. So hat man, den Witterungsverhältnissen entsprechend, die Scheibenfarben Mirror Green (stark verspiegelt – Schutzstufe S3), Litemirror Green (leicht grünlich – Schutzstufe S1) und die klaren Scheiben (Schutzstufe S0) zur Auswahl. Das ebenfalls im Etui befindliche Brillensäckchen kann zusätzlich als Putztuch für die Brille verwendet werden.

Der Austausch der Gläser gestaltet sich denkbar einfach. Allerdings muss man hierzu auf die Scheiben greifen – kein wirklicher Nachteil, da man die Scheiben mit dem Brillensäckchen ja wieder putzen kann. Die Passform der Sportbrille ist optimal. Eine Verstellung der Bügel bietet die uvex radical pro allerdings nicht. Die Brille sitzt sehr angenehm und stört nicht, obwohl sie selbst bei ruppigen Passagen nicht verrutscht. Die weichen Bügel passen sich gut dem Kopf an und die griffige Beschichtung auf der Bügelinnenseite tut ihr Übriges.

Der softe und gummierte Nasenbügel lässt sich leicht dem Riechorgan anpassen. Die Sicht ist absolut verzerrungsfrei – für uns eine Selbstverständlichkeit bei uvex! Ebenso selbstverständlich bei uvex ist, dass alle Gläser 100% UV-Schutz bieten und sich an der Brille keine scharfen Kanten finden. Die Scheiben sind gut belüftet, ohne dass ein Windzug die empfindlichen Augen belastet. Die Brillenscheiben sind relativ unempfindlich – obwohl man es auch hier nicht übertreiben sollte mit der Handhabung. So… und jetzt bitte ein Foto, damit wir auch optisch etwas von der Brille haben 😉

Ausführungen: green-white, black-mat, white-lilac, white-red, black
Preis: 79,95 Euro

Rose Beef Cake FR SL 8 – Das leichte Freeride-Bike im Test

Bereits vor knapp zwei Jahren hatten wir das Rose Beef Cake im Test. Damals handelte es sich um die erste Generation des von Rose geschaffenen Freeriders. Zwei Jahre sind, bei der rasanten Entwicklung im Bereich der Mountainbikes, geradezu eine Ewigkeit. Auf jeden Fall hat Rose das Sortiment um einen wichtigen Punkt erweitert. So findet sich neben dem Beef Cake DH für den abfahrtsorientierten Fahrer und neben dem Beef Cake FR für den nach Grenzen suchenden Freerider jetzt die Klasse des leichten Freeriders. Ob man diese Klasse nun Super-Enduro oder Freeride Light nennt, ist eigentlich uninteressant. Interessant ist der enorm breite und zum Teil recht grobe Einsatzbereich, den ein Bike in dieser Klasse verspricht. Mit einem Bike in dieser Klasse mag man als Fahrer kaum noch Kompromisse eingehen – was den Fun betrifft.

Fun bedeutet bei einem Big Bike eindeutig die kompromisslose Abfahrt, der Spaß im Bikepark und am Spot – aber auch die Möglichkeit, den entferntesten Winkel der Welt per Muskelkraft zu erreichen, um die schönsten Spots fernab des Bike-Massentourismus erleben zu können und zu dürfen. Ein Bike, welches für uns von der Fraktur quasi wie geschaffen ist. Genau das brauchen wir, genau so etwas suchen wir! Dass Rose alleine schon bei den Komponenten kein Risiko eingeht, verrät der Blick auf die Komponentenliste. So verrichtet für die zuverlässige Verzögerung die Formula The One mit 203er Scheiben ihren Dienst. Der DT Swiss EX 1750 Laufradsatz wurde mit 2.4er Schwalbe Big Betty Evo Reifen bestückt. Dazu gesellen sich viele Parts von Syncros – schon recht nobel der Hobel!

Jede Pore des Beef Cake offenbart einen Freerider! Die fette Optik des Rahmens mit der voluminösen Fox Talas 36 RC2 mit 180 mm Federweg, der Lenkwinkel von 66 Grad, der Fox DHX 5.0 Dämpfer, der 710 mm breite Lenker – unbestreitbar ein imposantes Erscheinungsbild. Dass das Rose Beef Cake FR SL 8 in der Größe S mit den von uns montierten Plattformpedalen dennoch unterhalb der 15 Kilogramm Marke bleibt, mag man kaum glauben. Bewerkstelligt hat Rose das mit exklusiven Parts wie zum Beispiel der Sram X0 Schaltgruppe mit 30 Gängen. Trotz des geringen Gewichts, immerhin handelt es sich hier um ein Bike in der Klasse der Big Bikes, muss man sich wegen der Stabilität keine Sorgen machen. Was auch kommen und sich in den Weg stellen mag, das Rose bietet nicht nur bei der Stabilität genug Reserven – die Grenze ist definitiv eher beim Fahrer zu suchen. Die Grenze des Machbaren scheint beim Rose zu verwischen, da das Bike nicht nur für die nach Adrenalin schreienden Biker ein Volltreffer ist.

Auffallend ist der tiefe Schwerpunkt des Bikes. In Verbindung mit dem sehr gut ansprechenden Hinterbau und der ohne Tadel arbeitenden sensiblen Gabel ballert man verblockte Trails runter, als gäbe es kein Morgen. Um das Potential des Rose perfekt nutzen zu können, sollte man mit möglichst viel Sag unterwegs sein. Die spürbare Progression des Dämpfers gefällt uns wirklich sehr gut. Das Bike bleibt über den gesamten Federweg souverän und immer beherrschbar. Jede Lenkbewegung, jede Richtungsänderung wird vom Rose unmittelbar umgesetzt. Hier gefällt uns auch der sehr steife Rahmen. Aufpassen muss man allerdings beim Pedalieren in den Kurven oder am Hang – gerne setzt da mal die Pedale auf. Für uns kein Grund zur Kritik, sondern einfach nur Gewöhnung. Wer schon mal ein betagteres Kona Stab bewegt hat, wird das kennen. Doch nicht nur der Abwärtsdrang des Beef Cake mag zu begeistern. Die Beschleunigung des Big Bikes gleicht einem leichten Enduro – in Verbindung mit den guten Flugeigenschaften des Bikes ein Garant für den Spaß am Spot zu Hause.

Das Bike lässt sich hervorragend um die Ecken peitschen – wir hatten erst leichte Bedenken wegen des doch flachen Lenkwinkels. Vom Charakter her mag das Beef Cake eher flüssige Trails als enge Serpentinen. Auf unseren heimischen schmalen Spots ist der Lenker etwas breit und auch beim Jumpen würden wir einen schmaleren Lenker bevorzugen – aber das liegt wieder im Auge des Betrachters und ist ebenfalls nicht kritikwürdig. Ebenfalls sehr überrascht waren wir von der Tourentauglichkeit des Beef Cake FR SL. Das Bike ist natürlich bergauf kein Sprinter, aber man kann ohne Probleme genüsslich bergan kurbeln. Vor langen Touren muss man sich also nicht fürchten, man sollte sich halt nur nicht einer Gruppe Biker mit XC-Rennpfeilen anschließen. Lobenswert ist auch die voll versenkbare Sattelstütze. Die Innen durch den Rahmen verlegten Züge haben uns schon vor zwei Jahren begeistert – mittlerweile rutschen diese auch nicht mehr durch. Uns gefällt aber nicht nur der Rahmen, sondern das Gesamtkonzept des Beef Cake FR SL. Das Bike ist stimmig, durchdacht und passt einfach – zu uns, zu euch! Ein endgeiles Gerät!

Preis: 3199 Euro
Erhältliche Farben: anodized black, pearl-orange/pearl-white
Größen: S, M, L

O’Neal Talent FR Knee/Shin Guard – Knie-/Schienbeinschoner – Test

Mit dem Talent FR Knee/Shin Guard hat O’Neal einen komplett neuen Schienbeinschoner entwickelt, wobei unsere Bezeichnung Schienbeinschoner nur zu einem Teil der Wirklichkeit entspricht. Genau genommen handelt es sich beim Talent um einen kombinierten Knieschoner und Schienbeinprotektor. Der Knieschoner ist ein Neopren-Kniestrumpf, der die Grundlage zur Fixierung des Schienbeinschoners bildet und auch alleine getragen werden kann – Dirter und BMXer wird es freuen.

Der Schienbeinschoner ist wie gewohnt mit einem stoßabsorbierenden gelochten Schaumstoff, mit je einem weit reichenden Kunststoffaufsatz für das Schienbein als auch für das Knie, versehen. Die Verbindung des Schienbeinschoners mit dem Kniestrumpf geschieht durch Klettverschlüsse – ein System, welches bombenfest hält! Der untere Bereich des O’Neal Talent FR Knee/Shin Guard wird durch zwei Halteriemen fixiert.

Beim O’Neal Talent FR Knee/Shin Guard überzeugt nicht nur die Idee, sondern auch die Umsetzung. Weder im Bereich der Kniekehle noch im Bereich der Wade stören oder kratzen die Halteriemen. O’Neal hat sich bei dem Schienbeinschoner offensichtlich sehr viel Gedanken gemacht und vor allem der Wohlfühlfaktor kann beim Talent voll und ganz überzeugen. Der Talent sitzt sehr gut und verrutscht auch beim Sturz nicht – ein sehr wichtiger Faktor! Das System kann voll überzeugen, auch wenn die Knie immer recht warm sind.

Die Schoner lassen sich bequem den ganzen Tag tragen, sie stören und behindern nicht. Die Bewegungsfreiheit ist ebenfalls voll gegeben. In den Kniestrumpf muss man natürlich hinein schlüpfen, aber angesichts des Tragekomforts für uns nicht wirklich ein Grund zur Kritik. Ebenfalls überzeugend ist die Qualität des Schoners, Auffälligkeiten konnten wir nicht verbuchen. Ein durchdachter und gut umgesetzter Knie-/Scheinbeinschoner für den harten Einsatz!

Größen: S/M, M/L
Erhältliche Farben: Schwarz, weiß
Preis: 59,90 Euro

Sigma BC 2209 Targa – Computerliebe – Test Bikecomputer

Für den Test des Sigma BC 2209 Targa braucht man vor allem eines: Viel Zeit! Das kleine Dingen ist voll gepumpt mit Funktionen und lässt, von der technischen Seite gesehen, jeden Steinzeithobel zu einem Space-Shuttle werden. Wir hatten den Minicomputer über mehrere Monate im Einsatz, haben etliche Kilometer runtergespult und einige Höhenmeter gemacht. Auch die Eckdaten unseres neuesten Werkes, welches wir Euch in diesem Monat noch vorstellen werden, entstammen dem kleinen faszinierenden Kasten.

Unsere größte Befürchtung war, dass die Batterien nicht lange genug durchhalten würden. Besonders der harte Winter war eine große Belastung für die Energiezellen – in Form einer CR 2450 für den Computer selber und einer CR 2032 für den Sender. So viel kann jetzt schon gesagt werden, auch just in diesem Moment erfreut sich der Sigma BC 2209 immer noch bester Gesundheit und strotzt vor Kraft – mit den Originalbatterien! Der Sigma bietet eigentlich alles, was man auf einer Tour im Allgemeinen an Fahrinformationen benötigt. Mit Informationen geizt der kleine Computer wirklich nicht.

Neben den selbstverständlichen Funktionen wie zum Beispiel die Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, der Durchschnittsgeschwindigkeit oder der Tageskilometer, begeistert natürlich vor allem der erweiterte Funktionsumfang, der den Targa von einem herkömmlichen Bikecomputer weit abheben lässt. Wer hat bei einem „normalen“ Bikecomputer nicht schon die Anzeige der hart erkämpften Höhenmeter vermisst? Nicht nur hierzu gibt der Sigma BC 2209 Auskunft. Die Höhenmess-Funktionen vermögen ebenso zu begeistern wie die Anzeige der aktuellen Temperatur oder die Herz-Frequenz-Funktionen.

Wer hat im Dunkeln nicht schon seinen Compi verflucht, weil auf dem Display nichts mehr zu erkennen war? Voila, der BC 2209 bietet eine gut zu bedienende Hintergrundbeleuchtung – selbst mit Handschuhen. Doch nicht nur die vielen Funktionen begeistern, sondern auch die Umsetzung. Ausgeliefert wird der Sigma BC 2209 Targa mit allem, was man für den Betrieb benötigt, einschließlich des Brustgurts. Nicht mitgeliefert werden beim Targa die Module für die Trittfrequenz. Der kabellose Computer ist ohne große Friemelei und langwierige Abgleicharbeiten in Kürze einsatzbereit.

Die Bedienung des Sigma BC 2209 Targa ist selbst für Anti-Nerds kinderleicht. Die Ablesbarkeit ist hervorragend und verdient ein großes Lob. Witzig und sinnig ist die seitliche Erhöhung des Gehäuses, um das Display zu schonen und zu schützen. Beim Verlassen des Bikes kann der Compi schnell von der Halterung gelöst werden. Wer zusätzlich Infos zur Trittfrequenz braucht, kann optional den Targa nachrüsten oder zum funktionsgleichen BC 2209 MHR greifen. Während des Tests überzeugte uns der kleine silber-grau-schwarze Kasten durch seine Zuverlässigkeit und die unkomplizierte Bedienbarkeit – auch mit Handschuhen.

Wir konnten weder Störeinflüsse noch Ausfälle verbuchen, selbst die Ablesbarkeit des Displays gibt uns auch keinen Grund zum Meckern. Wer den Compi zum Wandern mitnehmen möchte, wird sich am mitgelieferten Armband erfreuen. Sigma Sport legt mit dem BC 2209 die Messlatte ganz hoch – und das zu einem sehr fairen Preis! Nur zu einer Sache können wir an dieser Stelle nichts sagen: Die Auswertung der Daten mittels des Sigma Data Centers. Wie war das noch mal mit dem Anti-Nerd?

Preis: 109,95 Euro (BC 2209 MHR 124,95 Euro)