PRISM Bremsschuhe im Test: Wie drückt der Schuh?

Mit der Untermarke PRISM bietet die Karlsruher BMX-Schmiede KHE unterschiedlichste Fahrradkomponenten im mittleren Preissegment an. Im Sortiment finden sich unter anderem Bremsschuhe mit verschiedenen Gummimischungen und somit auch Bremscharakteristiken. Für unseren Test haben wir uns die PRISM Bremsschuhe transparent / P2 70 und die PRISM Bremsschuhe lila /Y25 ans BMX geschraubt.

Auf der Suche nach PRISM Produkten führt bis auf wenige Ausnahmen nahezu kein Weg an dem Onlineshop von KHE Bikes vorbei. Die weltweit geschützte Untermarke von KHE gibt es bereits seit über 15 Jahren und richtet sich an BMX Rider, aber auch an MTB Dirt Jumper und Fixie Fahrer. Während für KHE Produkte eigentlich immer eigene Entwicklungen genommen werden, greift die Kultschmiede bei PRISM Komponenten auf vorhandene Werkzeuge zurück. Das Ziel der Karlsruher ist es, gute Produkte im mittleren Preissegment anbieten zu können.

Da die Bremsleistung von Bremsschuhen natürlich von diversen Faktoren abhängig ist, wollen wir Euch diese nicht vorenthalten. Getestet haben wir die Bremsschuhe bei trockenen Bedingungen im Bereich Old School BMX Freestyle. Bei der Bremse handelte es sich um eine Promax U-Brake aus Aluminium, gebremst wurde auf einer verchromten Felgenflanke. Besonders dem letzten Punkt muss besondere Beachtung geschenkt werden. Andere Konstellationen können ein völlig anderes Ergebnis bezüglich der Bremsperformance liefern!

PRISM Bremsschuhe transparent / P2 70

Die PRISM Bremsschuhe transparent / P2 70 werden von KHE Bikes als durchsichtige Bremsschuhe mit maximaler Bremswirkung angeboten. Der Bremsschuh kommt ohne Abdeckung und weist nur eine geringe Krümmung auf – auffallend ist die obere, etwas bauchige Kantenführung. Die Bremsfläche beträgt etwa 58 mm x 12 mm. Das Pärchen kostet 6,95 Euro und kommt mit speziellen Unterlegscheiben, die eine optimale Einstellung des Bremswinkels ermöglichen. Rollrichtung und Laufseite müssen bei der Montage nicht beachtet werden – die bauchige Seite sollte natürlich zum äußeren Felgenrand zeigen.

Mit der von KHE Bikes angegebenen „maximalen Bremsleistung“ hat die badische BMX Schmiede definitiv nicht übertrieben. Die transparenten Gummis packen selbst bei wenig Handkraft beherzt zu, bleiben dabei aber über den kompletten Bremsbereich sehr gut dosierbar. Kickturns oder Wheelies gehen richtig gut von der Hand, bei Front und Back Wheel Hops überzeugt der zuverlässige Grip. Kritik müssen sich die PRISM Bremsschuhe transparent / P2 70 allerdings bei der Geräuschkulisse gefallen lassen – die lautstarken Bremsgeräusche sind auf Dauer etwas nervig.

PRISM Bremsschuhe lila /Y25

Mit einem komplett anderem Erscheinungsbild präsentieren sich die PRISM Bremsschuhe lila /Y25 zum Preis von 4,95 Euro. Nicht nur farblich unterscheidet sich dieses Modell vom PRISM Bremsschuhe transparent / P2 70, sondern auch vom Gesamtaufbau. Das schwarze Bremsgummi steckt in einer lila-farbigen Abdeckung und ist leicht gekrümmt. Auffallend ist die etwas längere, schlankere Ausführung. Bei der Montage muss die Rollrichtung und Laufseite beachtet werden – dank Aufdruck besteht keine Verwechslungsgefahr. Spezielle Unterlegscheiben gewährleisten auch bei diesem Bremsschuh eine ideale Bremswinkeleinstellung.

So unterschiedlich der Aufbau und die Optik, so verschieden auch die Bremseigenschaften. Bremsmanöver erfordern bedeutend mehr Handkraft – bezüglich der Bremsperformance können die PRISM Bremsschuhe lila /Y25 den PRISM Bremsschuhen transparent / P2 70 nicht das Wasser reichen. Dennoch gelingt das Tricksen mit dem farbigen Modell recht gut. Auf schnellen Tracks würden wir uns definitiv mehr Power wünschen. Was bei dieser Bremse heraussticht: Silence! Die Bremsschuhe geben auf der verchromten Felgenflanke keinen Laut von sich!

Fazit PRISM Bremsschuhe

Den Problemfall verchromte Felgenflanke meistern beide getesteten PRISM Bremsschuhe recht ordentlich. Die PRISM Bremsschuhe transparent / P2 70 bremsen stark wie ein Bär, äußern sich aber auch bezüglich der Lautstärke wie dieser. Das Modell Y25 hat weniger Biss, versieht dafür aber lautlos seinen Dienst. Unser Wunsch an KHE Bikes: Die Bremsleistung der P2 70 mit dem Flüsterton der Y25!

Web

www.khebikes.com

Bergamont Kiez Flow 2017: Das Dirtbike für Allrounder im Test

Test: Die Kiez Modelle der Hamburger Bikeschmiede Bergamont sprechen speziell Dirtbiker an. Charakteristisch für die Serie sind stabile Alu-Rahmen mit dirtspezifischer kompakter Geometrie sowie die Ausstattung mit praxisorientierten Parts. Das mit Schaltung ausgestattete Bergamont Kiez Flow, das wir im Test hatten, soll sowohl mit einem breiteren Einsatzbereich als auch einem niedrigen Preis punkten. Das perfekte Bike für Allrounder und Einsteiger also?

Das Bergamont Kiez Flow ist auf jeden Fall ein Hingucker! Der äußerst robust wirkende Rahmen kommt mit einer unübersehbaren neongelben Lackierung, die verbauten Parts fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Bereits optisch lässt der Rahmen des Kiez Flow keine Zweifel an der Familienzugehörigkeit aufkommen. Die kompakte Geometrie mit den kurzen Kettenstreben und dem steilen Lenkwinkel verspricht auf den ersten Blick ein agiles Handling.

Tatsächlich orientiert sich die Geometrie des Kiez Flow an den anderen Kiez Modellen. Der Lenkwinkel von 69° und der Sitzwinkel von 73,5° bei Größe M sind nahezu identisch mit den Werten der Modelle Pro, 040 und Dirt. Unterschiede zeigen sich bei der Kettenstrebe, dem Radstand und dem Sitzrohr, die beim Flow – auch optisch – etwas länger ausfallen. Angeboten wird das Kiez Flow in fünf Rahmengrößen von S bis XXL.

Der zweifach konifizierte, T4/T6 wärmebehandelte Aluminiumrahmen vermittelt einen sehr souveränen Eindruck. Kompromisse müssen bei der Leitungsverlegung gemacht werden: Sämtlich Züge und Leitungen sind außen verlegt. Sollte bei einem Sturz das Schaltauge zu Schaden kommen, lässt sich dieses unkompliziert austauschen. Über Steckachsen verfügt das Kiez Flow nicht – hier finden herkömmliche Schnellspanner Verwendung.

Interessant ist natürlich auch der Blick auf die verbauten Parts – was erwartet den Käufer bei einem Preis von etwa 600 Euro? Ausgeliefert wird das Bergamont Kiez Flow mit einer Suntour XCM 26“ Federgabel mit 100 mm Federweg, Stahlfeder und einstellbarer Federvorspannung. Ebenfalls von Suntour stammt die XCT Kurbel mit drei Kettenblättern. In Verbindung mit der Shimano Acera Schaltung stehen dem Rider 24 Gänge zur Verfügung.

Auf eine hydraulische Scheibenbremse muss der Rider trotz des günstigen Preises nicht verzichten. Verbaut ist am Kiez Flow des Modelljahres 2017 laut Liste die Tektro Draco 2 mit 160 mm Bremsscheiben – unser Testbike kam allerdings mit der Tektro Auriga. Eindeutig in Richtung Urban und Dirt geht die Bereifung Maxxis DTH, die auf Laufräder aus eigenem Hause aufgezogen sind. Komplettiert wird das Bergamont Kiez Flow durch viele Bauteile der Hamburger Bikeschmiede.

Besonders mit Blick auf Federgabel und Schaltung sicherlich keine High-End Ausstattung, was zu diesem Preis allerdings auch utopisch wäre. Die Ausstattung drückt den Preis ganz klar nach unten, leider aber auch das Gewicht nach oben: Mit den von uns gemessenen 15,1 Kilogramm ohne Pedale ist das Bergamont Kiez Flow sicherlich kein Leichtgewicht! Umso gespannter waren wir auf den praktischen Teil des Tests.

Kompakte Geometrie, kurze Kettenstrebe und 26 Zoll Laufräder – was sich in der Theorie nach Spaß anhört, bewahrheitet sich auch beim Riden. Das Bergamont Kiez Flow ist unglaublich handlich und agil, schon auf den ersten Metern auf Asphalt verleitet das Bike zum Spielen und zu Tricks. Da lässt der nächste Pumptrack nicht lange auf sich warten. Das Kiez Flow liegt richtig gut in der Hand und der schmale Lenker unterstützt das Tricksen zusätzlich.

Wir mussten gar nicht erst auf den nächsten Singletrail abbiegen, um die größte Schwäche des preisgünstigen Dirt-Bikes auszumachen: Die Federgabel. Sicherlich tut sie das, was eine Federgabel tun sollte: Federn. Abträglich für den vollkommenen Fahrspaß ist allerdings das ungestüme Ausfedern. Nicht nur auf dem Trail, sondern auch beim Pushen auf dem BMX Track sorgt das Ausfederverhalten der Suntour Federgabel für lange Gesichter.

Die recht gut rollenden und zum Einsatzgebiet passenden Maxxis Reifen haben wir im Verlauf des Tests gegen All Mountain Reifen ausgetauscht. Gründe hierfür waren unsere recht raue BMX Piste und die Frage, ob das Kiez Flow auf dem Trail überzeugen kann. Das agile Handling sorgt auch abseits von Spots für mächtig Fahrspaß, wobei das Bike allerdings Fehler nur wenig verzeihen mag. Ruppige, schnelle Abfahrten erfordern ein kräftiges Händchen, um das unruhige Fahrverhalten im Zaum zu halten.

Nicht förderlich zeigt sich auch hier die Suntour Federgabel, die den Fahrer nur mäßig unterstützt. Die preisgünstige Shimano Acera Schaltung funktionierte recht zufriedenstellend und ohne größere Probleme. Überrascht waren wir tatsächlich von den Tektro Bremsen, die einen richtig guten Job machten – wie gesagt, man beachte die Preisklasse, in der sich das Bergamont Kiez Flow bewegt. Touren sind bedingt möglich, aber die Geometrie ist eindeutig für den Spaß auf Spots ausgelegt, weniger auf ausgiebige Ausfahrten.

Trotz des Gewichts von über 15 Kilogramm animiert das Bergamont Kiez Flow zum Jumpen – und das erstaunlich leichtfüßig. Das Bike „segelt“ richtig gut, lässt sich schön in der Luft manövrieren und in die Landung pressen. Wer nach dem Spaß auf dem Spot noch nach Hause radeln muss, ist für die Schaltung auf jeden Fall sehr dankbar. Wer tatsächlich weitere Touren mit dem preisgünstigen Dirtbike anstrebt, sollte zumindest über einen anderen Sattel nachdenken.

Fazit Bergamont Kiez Flow

Der Preis ist heiß – und erfordert Kompromissbereitschaft. Das Herzstück des Bergamont Kiez Flow Hardtails ist der Rahmen, der eine sehr gute Basis zum Aufrüsten bietet. Die Ausstattung erlaubt mehr oder weniger ein Abschweifen in andere Bereiche, jedoch mit Einschränkungen. Die größte Schwäche am Bergamont Kiez Flow sehen wir bei der verbauten Gabel. Das Bike eignet sich unserer Auffassung nach für Einsteiger, die zum Spot eine gewisse Strecke per Rad zurücklegen müssen oder sich noch nicht ganz sicher sind, wohin die Reise beim Biken gehen soll.

Produktdetails Bergamont Kiez Flow

Erhältlich in den Größen S bis XXL
Gewicht ohne Pedale: 15,1 Kilogramm
Preis: 629,00 Euro
http://www.bergamont.com/global_de/

Datenblatt / Rahmengeometrie Bergamont Kiez Flow*

S M L XL XXL
Seat tube length 330 mm 380 mm 420 mm 470 mm 510 mm
Top tube parallel 538 mm 550 mm 560 mm 573 mm 590 mm
Top tube horizontal 545 mm 560 mm 575 mm 590 mm 610 mm
Chainstay 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm
Headtube length 105 mm 110 mm 115 mm 125 mm 145 mm
Head angle 68,5° 69° 69° 69° 69,5°
Seat angle 73,5° 73,5° 73,5° 73,5° 73,5°
BB orientation -40 -40 -40 -40 -40
Wheelbase 1051 mm 1061 mm 1076 mm 1092 mm 1108 mm
Standover height 691 mm 707 mm 720 mm 732 mm 759 mm
Stack 570 mm 576 mm 581 mm 590 mm 611 mm
Reach 376 mm 389 mm 403 mm 415 mm 429 mm

*Herstellerangaben

Kenda Classic BMX Reifen mit Gumwall: Darf es etwas Retro sein?

Produktcheck: Kein anderer BMX Reifen steht so für die 1980er Jahre wie der legendäre Comp III. Das außergewöhnliche Profil des Tioga/Mitsuboshi Reifens schrieb Geschichte – und gilt bis heute als das i-Tüpfelchen beim Aufbau eines Retro-BMX. Die Original-Pelle aus den 80er Jahren ist nicht nur rar und teuer, sondern eignet sich aufgrund ihres Alters leider auch nur noch bedingt zum Fahren. Wer seinem Retro-BMX oder Retro-BMX-Cruiser dennoch das perfekte Outfit verleihen möchte, dem stehen mit den Kenda Classic BMX Reifen sehr gute Alternativen zur Verfügung.

Bei unserer Suche nach einem adäquaten Reifen für Oldschool BMX Räder sind wir auf den Webshop von Sella-Berolinum (www.sella-berolinum.de) gestoßen. Das Portfolio des Versenders reicht von A wie Antrieb bis Z wie Zahnkränze. Besonders Liebhaber von Retro-Bikes sollten mal ein Blick in den Shop werfen – hier werden teilweise Produkte angeboten, die bei vielen großen Shops vergeblich gesucht werden. In unserem Fall handelte es sich um den Kenda Classic BMX Reifen mit Gumwall.

Im Sella-Berolinum Online-Shop ist der Kenda Classic BMX Reifen sowohl in 20“ als auch 24“ erhältlich – somit kommen auch Retro-Cruiser in den Genuss eines authentischen Reifens. Zur Auswahl steht beim 24er Reifen die Reifenbreite 1.75 (47-406) und 2.125 (57-507), 20 Zoll Fans müssen sich mit der Breite 1.75 (47-406) begnügen. Die Preise liegen bei geschmeidigen 10,00 bzw. 10,50 Euro für die 24“ Reifen und bei 11,50 Euro für den 20“ Schlappen. Das Gewicht der 24″x 2,125 Ausführung liegt bei etwa 805 Gramm.

Im Gegensatz zu den Originalen aus den 1980er Jahren verfügt der Reifen über Gumwall – und nicht über Skinwall. BMX Reifen mit Skinwall sind im Netz zwar nach wie vor erhältlich, aber wesentlich teurer. Wir haben den Kenda Reifen sowohl vorne als auch hinten in der Dimension 24″x 2,125 geordert. Die Verarbeitungsqualität des sehr preisgünstigen Reifens kann absolut überzeugen – und die Optik begeistert sowieso. Der Kenda Classic BMX Reifen lässt sich gut aufziehen und rotiert sauber.

Bei der Montage des Reifens im Comp III Design muss keine Laufrichtung beachtet werden, da das Profil keine bestimmte Ausrichtung erfordert. Ebenfalls nicht unterschieden wird zwischen Vorder- und Hinterrad. Beim 24“ BMX Old School Cruiser bietet sich die Möglichkeit, wie in den 1980er Jahren üblich vorne einen breiteren und hinten einen schmaleren Reifen zu fahren. Das sorgt für ein Plus an Grip vorne und weniger rotierende Masse am Hinterrad für eine bessere Beschleunigung.

Der Classic Reifen von Kenda vermittelt ein sehr gutes Fahrgefühl und Sicherheit. Die Reifen im Comp III Design sind zwar nicht außerordentlich leicht, bieten aber eine gelungene Kombination aus Haftung, Bremsleistung und Rollverhalten.  Nicht nur auf Asphalt, sondern auch auf staubigen Pisten und Rampen überzeugt der Reifen mit einem guten Grip – schnelle Runden auf dem BMX Race Track machen mit der Pelle ebenso Laune wie Old School Trick-Sessions im Skatepark. Wir würden sagen: Läuft!

Fazit Kenda Classic BMX Reifen

Die Kenda Classic BMX Reifen mit Gumwall versprühen den Charme der 1980er Jahre und sind beim Aufbau eines Retro-BMX das Tüpfelchen auf dem i. Dank des kleinen Preises dürften die Reifen der kleinste Kostenpunkt beim Aufbau des Traumbikes sein. Wer nicht unbedingt Wert auf einen Skinwall Reifen legt, ist mit dem Kenda Classic sehr gut bedient.

B’TWIN Fahrradhelm MTB 900: Der All Mountain Helm im Test

Test: Wer sich einen neuen All Mountain oder Enduro Helm zulegen möchte, dem stehen eine Vielzahl an attraktiven Modellen verschiedener Hersteller zur Auswahl. Die Decathlon Eigenmarke B’TWIN bietet mit dem Fahrradhelm MTB 900 ein Modell an, das sich nicht nur preislich, sondern auch mit interessanten Detaillösungen von der Konkurrenz abgrenzt. Wir hatten den preiswerten All Mountain / Enduro Helm über einen Zeitraum von mehreren Wochen im Test.

Der Aufbau eines Mountainbike Helmes lässt sich im Normalfall wie folgt beschreiben: Als äußerer Schutz kommt eine stabile, einteilige Helmschale zum Einsatz, darunter findet sich zur Stoßabsorption die innere Schale aus EPS. Für einen sicheren und guten Sitz sorgt ein Einstellsystem, das je nach Ausführung mehr oder weniger aufwändig vom Hersteller umgesetzt wird. Gehalten und fixiert wird der Helm durch die Kinnriemen und den Verschluss. Die unterschiedlichen Lösungsansätze zeigen sich in den verschiedensten Technologien. Herausheben könnte man an dieser Stelle sicherlich den unkomplizierten Fidlock-Magnetverschluss oder die MIPS-Technologie, die auch Rotationskräfte abfängt. Helme, die mit diesen Features ausgestattet sind, gehen allerdings schnell in den dreistelligen Preisbereich.

Mit einem Preis von knapp unter 40 Euro bewegt sich der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 natürlich in einer komplett anderen Preisklasse. Trotz des außerordentlich günstigen Preises weiß dieser MTB Helm absolut zu begeistern. Bereits bei dem oben beschriebenen Aufbau geht der MTB 900 seinen eigenen Weg. Im Gegensatz zu anderen Helmen ist die äußere Helmschale dreigeteilt – offensichtlich erkennbar an den Unterbrechungen. Der größte Teil ist oberhalb der Schädeldecke platziert, die beiden links und rechts befindlichen Teile decken in erster Linie den hinteren, unteren Bereich des Kopfes ab. Typisch für einen All Mountain bzw. Enduro Helm ist die tief geschnittene Helmschale für ein Plus an Schutz.

Ungeachtet der Dreiteilung der Polycarbonat Helmschale wird der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 im Inmolding Verfahren hergestellt, was nicht nur die Steifigkeit des Helms erhöht, sondern gleichzeitig auch ein niedriges Gewicht ermöglicht. Die bei einem Sturz auf den Kopf wirkende Aufschlagenergie wird durch den EPS Schaumstoff absorbiert. Natürlich entspricht der Helm der Norm CE EN1078 für Fahrrad-, Roller- und Skaterhelme. Der Helmschale sollte allerdings weitere Aufmerksamkeit geschenkt werden. So haben die Designer des B’TWIN Helms selbst an einen Kantenschutz gedacht, der das EPS zusätzlich schützt. In dieser Preisklasse sicherlich keine Selbstverständlichkeit!

Überhaupt lässt die Verarbeitung keine Wünsche offen. Wir konnten weder raue Kanten noch Produktionsrückstände ausfindig machen. Was wir an einem All Mountain oder Enduro Helm auf jeden Fall sehen wollen ist ein Kamera-Port für Helm-Cam – und diesen finden wir auch am B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 vor. Top! Der Blick in das Helminnere ist ebenfalls sehr sehenswert, geht B’TWIN hier einen doch recht ungewöhnlich, aber ziemlich simplen Weg. Nicht das vermutete Einstellsystem sorgt hier für einen optimalen Sitz des Helms, sondern ein im hinteren Kopfbereich angebrachtes Gummiband. Um den Tragekomfort zu erhöhen ist das Gummiband mit Polster umhüllt.

Das Innenpolster des Helms ist wie bei einem BMX oder Skate-Helm per Klett direkt an der EPS Innenschale befestigt. Leider lässt sich das Innenpolster trotz Klett nicht komplett entfernen. Grund ist die Naht für den Halt im Bereich des Gummibandes. Hier würden wir uns ebenfalls Klett wünschen. Für den Blendschutz verfügt der Helm über ein nicht verstellbares Helmschild. Eine Einstellmöglichkeit wäre natürlich schön, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Der Klickverschluss aus Kunststoff lässt sich auch mit Handschuhen gut bedienen und fixiert den Helm zuverlässig. Der Blick auf die Waage zeigt beim Modell in der Größe M (56-59) 353 Gramm – das ist etwas schwerer als vom Hersteller angegeben.

In der Praxis präsentiert sich der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 äußerst unkompliziert. Ein Eindruck, der bereits vor der ersten Ausfahrt Gestalt annimmt: Es müssen lediglich die Kinnriemen angepasst werden. Erstaunlich ist, dass trotz fehlendem Einstellsystem der Helm außerordentlich gut sitzt. Egal ob ruppige Wurzelpassagen beim Enduro Riden oder auf der Rampe mit dem BMX, da wackelt und verrutscht nichts! Wichtig ist natürlich, dass der Helm perfekt passt – wir würden diesbezüglich ein Anprobieren in einem Decathlon Shop empfehlen. Der Tragekomfort des MTB 900 Helms überzeugt, auch noch nach Stunden.

Für die Belüftung des Kopfes weist der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 sieben Belüftungsöffnungen auf. Bei sommerlichen Temperaturen kann die Kühlung nicht ganz überzeugen und ist in diesem Punkt eher mit einem BMX Helm vergleichbar. Hier kommt es auf das individuelle Empfinden an, uns hat es zumindest nicht gestört. Das Tragen einer Brille bereitet keinerlei Probleme, ebenfalls unproblematisch zeigt sich der MTB 900 Fahrradhelm in Verbindung mit einer Goggle. Kurz: Ein Helm, der beim Aufbau in einigen Punkten seinen eigenen Weg geht, aber als Gesamtkonzept absolut überzeugen kann.

Fazit B’TWIN Fahrradhelm MTB 900

Leichter, sehr gut verarbeiteter All Mountain und Enduro Helm, der mit einem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis punktet. Der B’TWIN Fahrradhelm MTB 900 verfügt über Features wesentlich teurerer Helme. Optimiert werden könnte vom Hersteller die Belüftung – schön wäre zudem ein herausnehmbares Innenpolster.

Produktdetails B’TWIN Fahrradhelm MTB 900

  • Drei Größen verfügbar: 53-56, 56-59 und 59-61
  • Erhältlich in den Farben rot oder schwarz
  • Preis: 39,99 Euro
  • www.btwin.com/de/home

XLC Sportswear: Bike Bermuda und Bike Shirt im Produktcheck

Produktcheck: Mit den derzeit vorherrschenden Temperaturen scheint uns das Frühjahr direkt in den Hochsommer katapultiert zu haben. Bereits vorab hatten wir uns mit leichter XLC Sportswear eingedeckt. Wer noch auf der Suche nach einer leichten Shorts und einem luftigen Shirt für heiße Sommertage sein sollte, für den haben wir hier zwei wirklich coole Tipps!

XLC Bike Bermuda TR-S17 – Legere geschnittene Shorts

Die XLC Bike Bermuda TR-S17 kombiniert lässiges Design mit hohem Tragekomfort und Leichtigkeit. Das schnell trocknende, atmungsaktive Material aus 100% Polyester fühlt sich auf der Haut sehr angenehm an. Für einen hohen Wohlfühlfaktor sorgen zudem die Bi-Elastizität des Stoffes und die antibakterielle Funktion, die unangenehmen Schweißgeruch unterbindet. Im Innenschenkel- und Gesäßbereich kommt verstärktes Material zum Einsatz. Die Shorts verfügt im Rückenbereich über leichtes und flexibles Ripstop-Gewebe, der elastische Bund gewährleistet einen zuverlässigen Sitz der Hose. Anpassen lässt sich der Bund unkompliziert mittels zweier Klettgurte. Auf dem linken Hosenbein ist eine Seitentasche mit Reißverschluss angebracht, zusätzlichen Platz bieten die zwei Eingriff-Fronttaschen. Verfügbar ist die hochwertig verarbeitete XLC Bike Bermuda TR-S17 in der Farbe schwarz in den Größen XS bis XL zu einem Preis von etwa 45 Euro.

XLC Bike Shirt JE-S14 – Luftiges Shirt mit V-Ausschnitt für heiße Sommertage

Passend zur XLC Bike Bermuda bietet sich das XLC Bike Shirt JE-S14 an, allerdings ergänzt das Shirt auch jede andere Shorts perfekt. Das atmungsaktive, sehr leichte Shirt ist extrem luftdurchlässig und nimmt selbst heißesten Sommertagen den Schrecken. Der bequeme Kragen mit V-Ausschnitt gefällt ebenso wie das schlichte, aber gelungene Design des Kurzarm-Jerseys. Wie bei der XLC Bike Bermuda überzeugt auch hier die hochwertige Verarbeitung. Beide Produkte sind übrigens „Made in Turkey“ und stammen daher also nicht wie viele andere Bekleidungsartikel verschiedener Marken aus Fernost. Erhältlich ist das XLC Bike Shirt JE-S14 in den Farben blau (auf dem Foto) und anthrazit in vier Größen von S bis XL. Der Preis liegt bei etwa 35 Euro.

XLC Bike Bermuda und Bike Shirt Fazit

Cooles Design, angenehmer Tragekomfort, überzeugende Verarbeitungsqualität und hohe Funktionalität: Die beiden von uns bei sommerlichen Temperaturen verwendeten XLC Sportswear Produkte wissen zu begeistern. Sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis!

Web

www.xlc-parts.de

Werkstatt: Unter Spannung! Montage BMX / Cruiser Kettenspanner

Wie ärgerlich! Genussvoll ein paar Tricks mit dem BMX Cruiser auf’s Parkett gelegt – und dann das: Das Hinterrad hat sich verkantet und blockiert im wahrsten Sinne des Wortes den weiteren Fahrspaß. Bei horizontalen Ausfallenden ist diese „Panne“ leider keine Seltenheit. Abhilfe versprechen hier sogenannte Kettenspanner. Wir haben uns ein Modell genauer angeschaut.

Gegen ein Verrutschen des Hinterrades hilft im Normalfall nur bloße Gewalt. Nicht selten werden die Hinterradachsenmuttern von vielen Ridern deshalb bis zum Bluten der Arme angeknallt. Doch es geht auch wesentlich feinfühliger und materialschonender. Bereits in den 1980er Jahren wurden von BMX Fahrern die Kettenspanner von Omas Hollandrad genutzt.

Eine Lösung, die angesichts der fetten Ausfallenden moderner Alu-Rahmen und 14 mm Achsen leider so nicht mehr funktioniert. Also Finger weg von Omas gutem Stück!

Eine gute Lösung haben wir im Webshop von KHE Bikes gefunden. Der Clatch gleicht vom Aufbau den altbewährten Kettenspannern, besteht zum überwiegenden Teil aus Aluminium und ist für moderne 14 mm Achsen ausgelegt. Die Stahlschraube zum Feststellen und Kontern verfügt über eine selbstsichernde Mutter, die eine zuverlässige Fixierung gewährleistet.

Moderne BMX-Kettenspanner bieten im Vergleich zu den nostalgischen Vorläufern feine Detaillösungen: Die gegen das Ausfallende drückende Auflage des Kettenspanners ist wie beim Clatch sehr breit dimensioniert und erlaubt so die unkomplizierte Montage an modernen Alu-Rahmen. Langlöcher gewährleisten zudem eine perfekte Anpassung und Ausrichtung des Kettenspanners.

Die Montage eines Kettenspanners gestaltet sich denkbar einfach – darin unterscheidet sich Omas gutes Stück vom Hollandrad nicht von einem modernen Modell wie dem Clatch. Zuerst Muttern und Unterlegscheiben der Hinterradachse entfernen – Laufrad im Rahmen belassen. Im nächsten Schritt den Kettenspanner auf die Achse schieben, die Führung muss zur Achsenmitte ausgerichtet sein.

Danach die Unterlegscheiben und Muttern der Achse platzieren und ganz leicht mit der Hand anziehen. Mit den Muttern der beiden Kettenspanner das Hinterrad mittig ausrichten, dabei unbedingt auch auf die Kettenspannung achten. Wenn alles passt: Achsenmutter mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festziehen. Fertig! Wir empfehlen die Montage des Kettenspanners an beiden Seiten.

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!

Bergamont EnCore 9.0 Test: Dann lasst uns mal Gas geben!

Test: Die Hamburger Bikeschmiede Bergamont gibt im Enduro Rennsport richtig Gas! Das Bergamont Hayes Factory Team rund um André Kleindienst und Joseph Nation zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie ein Enduro Bike bei entsprechenden Skills in Perfektion bewegt werden kann. Beide Rider greifen auf das EnCore zurück, das neben der Team Edition noch in drei weiteren Ausführungen erhältlich ist. Im Rahmen unseres Tests konnten wir mit dem Bergamont EnCore 9.0 die Trails in der Eifel unsicher machen. Und wir dürfen verraten: Das Teil rockt!

Machen wir uns nichts vor: Vom Talent der Bergamont Hayes Factory Team Fahrer können auch wir nur träumen – was uns im direkten Vergleich zu den Top-Ridern an Skills fehlt, muss grob gesagt das Fahrwerk wieder gut machen. Die technischen Daten des Bergamont EnCore 9.0 hören sich diesbezüglich auf jeden Fall sehr verlockend an: 170 mm Federweg an der Front und 165 mm Federweg am Heck sollten das Gröbste auf dem Trail eliminieren – zumal feine Fox Float Performance Fahrwerkskomponenten verbaut sind.

Herzstück des Enduros ist ein Aluminium-Rahmen mit einer sehr modernen Geometrie. Der hochwertig wirkende Rahmen besteht aus 6013 Aluminium Ultra Lite Rohrsatz, ist T4/T6 wärmebehandelt und zudem dreifach konifiziert. Auffallend ist sicherlich das breit dimensionierte Unterrohr zur Erhöhung der Steifigkeit. Umlenkhebel und Kettenstreben sind hingegen aus High Modulus Carbon gefertigt – letztere werden durch fette Gummi-Protektoren vor Beschädigungen bzw. äußeren Einwirkungen geschützt.

Wie bereits erwähnt kommen Fox Float Performance Fahrwerkskomponenten zum Einsatz. Vorne versieht eine Fox 36 Float Performance Federgabel mit 15 mm Steckachse ihren Dienst, das Heck wird durch einen Fox Float X Performance Elite Series High Volume Dämpfer im Zaum gehalten. Auch bei den anderen verbauten Parts gibt es wohl kaum Grund zum Meckern: Die 1×11-fach Shimano Deore XT Schaltung (Zähne vorne/hinten: 30/11-42) macht an einem Enduro Bike ebenso Sinn wie die Magura MT5 Scheibenbremse und die e*thirteen TRS1+ Kettenführung.

Wie jedes moderne Enduro Mountainbike rollt das Bergamont EnCore 9.0 auf 27.5“ Laufrädern – in diesem Fall ist ein Sun Ringlé Charger Expert AL Laufradsatz verbaut, auf dem Maxxis High Roller 2 Reifen mit einer Breite von 2.4 aufgezogen sind. Unverzichtbar an einem Enduro ist eine Vario-Sattelstütze. Auch hier haben die Hamburger nicht geschlafen: Die Manitou Jack bietet einen großzügigen Verstellbereich bis 150 mm, selbstverständlich komfortabel vom Lenker aus bedienbar. Ohne Pedale bringt das Bergamont EnCore 9.0 in der Größe M 14,3 Kilogramm auf die Waage.

Nach der unkomplizierten Anpassung des luftgestützten Fahrwerks konnte es endlich losgehen! Der flache Lenkwinkel und der tiefe zentrale Schwerpunkt begeistern auf der Abfahrt mit einer extrem hohen Laufruhe, weder Wurzelteppiche noch Steinpassagen vermögen das Bergamont EnCore 9.0 aus der Ruhe zu bringen. Dank des präzisen Lenkverhaltens lässt sich das Enduro um die Ecken peitschen und im Grenzbereich sauber manövrieren. Obwohl das Bike recht gestreckt ist, lässt das EnCore 9.0 selbst enge Kurven schnell und sauber hinter sich.

Die aufgezogenen Maxxis Reifen bieten auf den unterschiedlichsten Untergründen bei verschiedenen Witterungsverhältnissen ausreichend Grip. Exakt dosierbar erlauben die Magura Bremsen ein punktgenaues Verzögern des Bikes. Die XT Schaltung funktioniert erwartungsgemäß perfekt, alles andere hätte uns an dieser Stelle allerdings auch verwundert. Die Kettenführung ist definitiv nicht fehl am Platz: Selbst auf ruppigsten Passagen konnten wir keinen einzigen Kettenabwurf vermerken.

So sehr ein Enduro auch auf Abfahrten getrimmt ist, die Uphill Qualitäten sollten definitiv nicht zu kurz kommen – eine Gratwanderung für alle Hersteller von Enduro Bikes. Mit dem EnCore haben die Hamburger ein Enduro auf die Räder gestellt, das weite Touren und Uphills nicht scheut. Die Übersetzung ist für ein breites Terrain ausgelegt, deutsches Mittelgebirge passt also! Das antriebsneutrale Fahrwerk und die entspannte Sitzposition tragen ihren Teil zum effizienten Touren bei. Lediglich sehr steile Rampen quittiert das Bergamont EnCore 9.0 mit dem Heben der Nase. Eine kleine Schwäche, die der EnCore Fahrer aber gerne in Kauf nimmt: Der nächste Downhill entlohnt voll und ganz!

Fazit Bergamont EnCore 9.0

Das Bergamont EnCore 9.0 rockt! Selbst wer nicht mit dem Talent der Top-Rider gepeitscht ist, kann mit diesem Enduro richtig schnell sein! Das Bergamont EnCore 9.0 liegt auf der Abfahrt verdammt gut in der Hand und punktet zudem auch bergauf. Die verbauten Komponenten sind top, die Verarbeitungsqualität des Rahmens begeistert!

Produktdetails Bergamont EnCore 9.0

Datenblatt / Rahmengeometrie Bergamont EnCore 9.0*

S M L XL
BB center to top of seattube 400,0 mm 440,0 mm 480,0 mm 515,0 mm
Top tube parallel 546,0 mm 566,0 mm 584,0 mm 607,0 mm
Top tube horizontal 586,0 mm 608,0 mm 629,0 mm 644,0 mm
Chainstay 430,0 mm 430,0 mm 430,0 mm 430,0 mm
Headtube length 100,0 mm 115,0 mm 130,0 mm 145,0 mm
Head angle 65,0° 65,0° 65,0° 65,0°
Seat angle 75,3° 75,3° 75,3° 75,3°
BB offset -14,0 mm -14,0 mm -14,0 mm -14,0 mm
Wheelbase 1.181,0 mm 1.202,0 mm 1.223,0 mm 1.240,0 mm
Standover height 771,0 mm 776,0 mm 795,0 mm 811,0 mm
Stack 574,0 mm 602,0 mm 615,0 mm 629,0 mm
Reach 435,0 mm 450,0 mm 465,0 mm 475,0 mm

*Herstellerangaben

Cratoni Crush Sportbrille: Das Leichtgewicht im Test

Mit dem Brillen-Modell Crush spricht der bekannte deutsche Markenhersteller Cratoni Profis und ambitionierte Sportbegeisterte an, die auf der Suche nach einer leichten und stylischen Sportbrille sind. Im Rahmen unseres Brillentests haben wir natürlich ein genaues Auge auf die Cratoni Crush geworfen. Womit das Leichtgewicht punkten kann und wo wir Verbesserungsbedarf sehen erfahrt ihr hier bei uns auf der Fraktur.

Beim Gewicht verspricht Hersteller Cratoni nicht zu viel – oder sagen wir lieber zu wenig. Eine genaue Angabe sucht man bei der Artikelbeschreibung zwar vergebens, aber hier können wir nachhelfen: Lediglich 25 Gramm bringt die Sportbrille auf die Waage. Ein Wert, der sich durchaus sehen lassen kann. Optisch ist die Cratoni Crush für unseren Geschmack sehr gelungen. Das Design ist frech, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Die Verarbeitung überzeugt ebenfalls: Hochwertig und ohne Produktionsrückstände begeistert die Cratoni Crush mit einem edlen Finish.

Ausgeliefert wird die Cratoni Crush Sportbrille mit Softcase, Mikrofaserbeutel sowie insgesamt drei Gläser-Paaren. Neben den im Brillengestell befindlichen, polarisierenden, dunkel getönten Gläsern mit Schutzstufe 3 und 8-18% Lichtdurchlässigkeit liegen zusätzlich Gläser in orange (Schutzstufe 1-2, 43-80% Lichtdurchlässigkeit) und klar zum Auswechseln bei. Schutz vor schädlicher Ultraviolettstrahlung gewährleistet der 100% UV-Schutz. Das Wechseln der Gläser ist recht unkompliziert und geschieht mit nur ein paar Handgriffen innerhalb weniger Sekunden. Dank des mitgelieferten Mikrofaserbeutels können die angegrabschten Gläser direkt wieder gereinigt werden.

Das Blickfeld ist großzügig dimensioniert und frei von Verzerrungen. Sicht und Wahrnehmung gefällt uns bei allen drei Glas-Varianten. Bei den polarisierenden Gläsern wird zudem die reflektierende Lichteinstrahlung gefiltert. In der Praxis zeigt sich dies durch angenehme Kontraststärke und sehr gute Wahrnehmung – der Biker tappt sprichwörtlich nicht im Dunkeln. Lange Freude an der Brille verspricht die kratzfeste Beschichtung, die in unserem Test einiges über sich ergehen lassen musste – übertreiben sollte man die Nehmerqualitäten der Brille allerdings nicht, natürlich hat alles seine Grenzen. Für klare Sicht bei widrigen Bedingungen spendierte Cratoni der Crush zudem eine Anti-Fog Beschichtung – wie bei der Kratzfestigkeit kommt es aber auch hier auf das Maß an.

Die Cratoni Crush gehört zu der Art Brille, die von Anfang an sitzen muss wie ein gutes Paar Schuhe. Aufgrund fehlender Anpassungsmöglichkeiten können keine individuellen Passform-Korrekturen vorgenommen werden. In unserem Fall saß die Brille perfekt – wir konnten im Test weder ein Drücken noch spätere Druckstellen feststellen. Die Gummierung am Nasenbügel sowie an den Brillenbügeln sorgen für einen sicheren und zuverlässigen Sitz der Sportbrille, selbst auf ruppigen und schweißtreibenden Trails. Dank des geringen Gewichts ist die Crush kaum wahrnehmbar. Das Problem Zugluft kennt die Cratoni nicht: Auch nach langen und schnellen Serpentinen-Abfahrten kamen wir ohne tränende oder brennende Augen im Tal an.

Fazit Cratoni Crush Sportbrille

Leichtgewichtige Sportbrille, die mit hoher Verarbeitungsqualität, tollem Design und hochwertigen Gläsern punkten kann. Leider bietet die Cratoni Crush keine Möglichkeiten einer individuellen Anpassbarkeit.

Produktdetails Cratoni Crush

  • Gestell verfügbar in drei Farbkombinationen
  • Gewicht: 25 Gramm
  • Preis: 79,95 Euro
  • Webseite Hersteller: www.cratoni.com