Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Die Vorteile eines Fahrrades mit eingebautem Rückenwind liegen auf der Hand. Die Wege lassen sich nicht nur schneller, sondern vor allem kraftsparender zurücklegen. Durchaus verlockend ist natürlich der Gedanke, mit einem entsprechenden Umrüstsatz das eigene Fahrrad in ein E-Bike, genauer gesagt Pedelec, umzuwandeln. Einen besonders unkomplizierten Einbau versprechen Vorderrad-Umrüstsätze, da grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wie der Umbau funktioniert, zeigen wir hier anhand eines Umbausatzes des Kölner Unternehmens GermanXia.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile

Im Internet finden sich verschiedenste E-Bike Umbaukits von unterschiedlichsten Herstellern – darunter auch GermanXia. In diesem Werkstatt-Special greifen wir auf ein fertig eingespeichtes Vorderrad mit 250 Watt Nabenmotor mit 100 mm Einbaubreite und Scheibenbremsaufnahme des Kölner Unternehmens zurück. Unsere Wahl fiel zudem auf das Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Beim Akku haben wir uns aufgrund der universellen Verwendbarkeit für einen Trinkflaschen-Akku entschieden. Die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile sind tatsächlich sehr überschaubar. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht. Ein großer Unterschied zu Umbausätzen aus dubiosen Quellen.

Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers

Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der von uns verwendete Trinkflaschen-Akku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.

Für ein gutes Handling auf ein ausbalanciertes Gewichtsverhältnis achten

Durch den verbauten Antrieb fällt das Gesamtgewicht des Bikes natürlich höher aus. Beim Umbau sollte daher immer das zulässige Systemgewicht des Fahrrades beachtet werden. Bemerkbar macht sich das Mehrgewicht in erster Linie beim Tragen und beim Rangieren. Die Lage des Akkus sollte für ein besseres Handling daher möglichst tief und zentral gewählt werden, zum Beispiel am Sattelrohr. Am oder besser auf dem Gepäckträger macht die Platzierung ebenfalls durchaus Sinn. Für diesen Fall bietet GermanXia spezielle Gepäckträger-Akkus an. Wenig sinnvoll ist die Montage des knapp 3 Kilogramm wiegenden Akkus an der Front des Bikes wie zum Beispiel am Lenker oder in einer Lenkertasche. Hierdurch würde zu viel Gewicht auf dem Vorderrad lasten und somit die Fahreigenschaften äußerst negativ beeinflussen.

E-Bike Umrüstsatz: Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte, großdimensionierte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann eines individuellen Lösungsansatzes.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Umrüstsatz: Funktionsweise des PAS-Sensors

Mittels des PAS-Sensors registriert das System eine Tretbewegung. Der komplette Sensor besteht aus einer fest an der Kurbel montierten Scheibe mit integrierten Magneten sowie einem am Tretlagergehäuse befestigten Sensor, der beim Passieren der einzelnen Magnete einen elektrischen Impuls sendet. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor wird dem System nur signalisiert, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da ab setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit also nicht dynamisch zur einsetzenden Kraft. Das heißt im Klartext: Selbst bei einer abgesprungenen Kette sorgt der Antrieb für Fortbewegung – solange in die Pedale getreten wird.

Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung des Umrüstsatzes

Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Aufgrund des Nachlaufs des Motors trägt das nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.

Das war es schon!

Nach dem E-Bike Umbau kann der Vorderrad-Antrieb in Betrieb genommen werden. Da im Falle des GermanXia Umrüstsatzes eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Unabdingbar ist natürlich ein vorheriger gründlicher Sicherheits- und Funktionscheck des Bikes sowie des Antriebs. Funktionieren die Bremsen, sind alle Schrauben fest angezogen und lassen sich der Akku sowie das Display einschalten? Die Kabel dürfen weder die Lenkung einschränken noch zu stramm verlegt sein. Besteht die Gefahr, dass die Isolierung der Kabel im Fahrbetrieb Schaden nimmt? Auf den ersten Metern ist zudem das Ansprechverhalten des PAS-Sensors zu prüfen und bei Bedarf die Position zu korrigieren. Wichtig: Am Besten mit keiner oder nur schwacher Unterstützung anfahren und danach erst die Unterstützung stufenweise erhöhen.

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!
Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Herstellervorgaben müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Der Gedanke, das eigene Fahrrad durch entsprechende Anbauten zum E-Bike werden zu lassen, klingt durchaus verlockend. Rein theoretisch kann jedes Fahrrad mit einem E-Bike Umbausatz zum Pedelec umgebaut werden. Das Angebot an entsprechenden E-Bike Umrüstsätzen ist auf jeden Fall riesig. In der Praxis sind allerdings einige Punkte – auch aus rechtlicher Sicht – zu beachten. Unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org haben sich ausgiebig mit dem Thema befasst.

Was spricht für den Umbau eines Fahrrades zum E-Bike? Lohnt sich das überhaupt?

Zunächst ist die finanzielle Einsparung mehr als verlockend. Wer die Nachrüstung selbst vornimmt, wird mit einigen Hundert Euro auskommen. Soll die Nachrüstung vom Fachmann durchgeführt werden, können die Kosten schnell ansteigen und das Vorhaben damit vermutlich unrentabel werden. Ob das Fahrrad umgerüstet werden kann und sollte, hängt vorrangig mit der Qualität des Rades und dem aktuellen Zustand zusammen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, wer mit dem nachgerüsteten E-Bike letztlich in welchem Rahmen unterwegs sein wird. Dabei ist auch das Gewicht des Fahrers zu berücksichtigen. Ob das potenzielle E-Bike für kurze Wegstrecken oder ausgiebige Touren genutzt werden soll, ist ebenfalls für die Entscheidungsfindung relevant.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, im Fachhandel die Meinung eines Experten einzuholen. Dieser kann am besten erkennen, ob sich der Umbau rentiert. Viele Händler scheuen sich allerdings vor definitiven Zusagen. Der Grund: Gibst Du die Umrüstung bei ihnen daraufhin in Auftrag, müssen die Händler die vollständige Haftung für das Produkt übernehmen. Zusammengefasst sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Alter, Zeitwert, Fahrleistung: Für die Nachrüstung eignen sich Räder, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Zeitwert sollte bei 500 Euro oder darüber liegen. Aluminium-Fahrräder sollten noch nicht mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt haben. Stark verschlissene Räder eignen sich generell nicht für eine Umrüstung zum E-Bike.
  • Stabilität: Nur ein intaktes Rad wird den Belastungen als E-Bike standhalten. Wenn der Nachrüstsatz verbaut ist, nimmt das Rad an Gewicht zu. Abhängig vom jeweiligen Modell können Motor und Akku bis zu zehn Kilogramm wiegen. Nur stabile Räder werden dieser Mehrbelastung gerecht.
  • Bremsen: E-Bikes sind mit hochwertigen hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen ausgestattet. Dies ist wichtig, denn die schweren Räder, die mit entsprechend hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, verlangen nach einer zuverlässigen Bremsleistung. Ist das Rad nicht mit Scheibenbremsen ausgerüstet, sollten die Bremsen ebenfalls umgerüstet werden.
  • Rahmenbeschaffenheit: Der Motor muss am Rahmen verbaut werden. Nicht jede Rahmengeometrie ist mit jedem Nachbausatz kompatibel. Vor der Kaufentscheidung sollte nachgeprüft werden, ob sich der Motor am Fahrradrahmen verbauen lässt.

Welche Bauteile beinhaltet ein E-Bike Umbausatz?

Ein E-Bike-Nachrüstsatz besteht aus folgenden Einzelteilen:

  • Motor: Die Vorgehensweise ist abhängig von der Art des Motors. Das Vorder- oder Hinterrad muss dabei durch ein Rad mit Motor ersetzt werden. Alternativ wird das Innenlager durch ein Motor-Innenlager ausgetauscht.
  • Akku: Der Akku ist unerlässlich und wird zusätzlich verbaut. Akkus dienen dazu, den Motor mit Strom zu versorgen.
  • Steuertechnik: Der Controller übernimmt die Steuerung der Energieleistung, die an den Motor weitergegeben wird und gibt damit auch die Drehzahl vor. Der Trittfrequenzsensor dient der Aktivierung des Motors, wenn dieser die Tretbewegungen registriert.

Die Kaufentscheidung sollte nicht vorschnell getroffen werden. Wer selbst nachrüsten möchte, sollte genau auf die Bauteile achten, denn sie müssen zum Fahrrad passen. Besitzt das Fahrrad beispielsweise eine Nabenschaltung, lassen sich Hinterrad-Nabenmotoren nicht einbauen. Ein Mittelmotor lässt sich nur dann nachrüsten, wenn nur ein Kettenblatt vorhanden ist. Auch die Befestigung des Akkus muss berücksichtigt werden. Für die Anbringung am Unterrohr sind Flaschenhaltergewinde geeignet. Soll der Akku am Heck angebracht werden, sind passende Systemträger notwendig. Diese müssen in der Regel zugekauft werden und sind nicht im Nachrüst-Set enthalten. Während der Umbauarbeiten sind häufig auch die Rücklichter neu anzubringen und Kabelverbindungen müssen angepasst werden. Für die Sicherung der Verbindungen lassen sich Kabelbinder nutzen.

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Gibt es verschiedene Möglichkeiten und Varianten?

Die Nachrüst-Sets unterscheiden sich in der Art des Motors. Am häufigsten werden Heckmotoren verwendet. Die meisten Bikes sind so konstruiert, dass eine Mehrbelastung der Nabe keine Probleme mit sich bringt. Heckmotoren lassen sich allerdings nicht verbauen, wenn eine Rücktrittbremse vorhanden ist. Mittelmotoren können bei Ketten- und Nabenschaltungen verwendet werden und sind auch mit Rücktrittbremsen kompatibel. Die Möglichkeit, Frontmotoren nachzurüsten, ist allgemein weniger beliebt. In der Praxis zeigt sich, dass durch das Gewicht der Motoren der Schwerpunkt sich nach vorn verlagert und damit das Fahrgefühl negativ beeinflussen kann. Frontmotoren sind allerdings mit Naben- und Kettenschaltung wie auch mit einer Rücktrittbremse kompatibel.

Wichtig: E-Bike Umbausatz ist nicht gleich E-Bike Umbausatz!

Damit das E-Bike wirklich als Pedelec und damit als rechtlich normales Fahrrad gilt, müssen wichtige Parameter eingehalten werden. So darf der Motor eine Nennleistung von 250 Watt nicht überschreiten. Der Antrieb darf zudem nur beim Treten aktiv unterstützen. Die Tretunterstützung ist ferner auf maximal 25 km/h begrenzt. Daumenschalter oder ähnliches, die einen Vortrieb ohne Tretbewegung ermöglichen, sind am Pedelec nicht erlaubt – Ausnahme bildet hier lediglich die Schiebehilfe bis max. 6 km/h. Es empfiehlt sich zudem unbedingt auf eine CE Kennzeichnung zu achten. Von Billigangeboten aus dubiosen Quellen ist dringend abzuraten!

Wann ergibt das Umrüsten Sinn?

Der Umbau des Fahrrades zum E-Bike erscheint wirtschaftlich, schließlich kann das gewohnte Bike weiterhin genutzt werden und die Anschaffung eines weiteren Rades wird überflüssig. Zu bedenken gilt es die Kosten für den Umbausatz und den Aufwand für die Umbaumaßnahme. Wer sich den Umbau selbst nicht zutraut, muss einen Fachhändler finden. Dieser befindet sich dann auch in der Produkthaftung. Wer sein Bike selbst umbaut, verliert die Gewährleistung für das Rad durch den Hersteller. Der Versicherungsschutz durch die private Haftpflichtversicherung erlischt laut bussgeldkatalog.org bei leichten Modifikationen nicht. Kommt es mit einem umgebauten Rad zu einem Unfall und Dritte kommen zu Schaden, zahlt der Versicherer – so unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org weiter. Das Umrüsten ergibt Sinn, wenn es sich um ein stabiles Rad neueren Datums handelt und der Nachrüst-Satz zum Bike passt. Kosten lassen sich einsparen, wenn die notwendigen Kenntnisse vorhanden sind, um den Umbau fachgerecht selbst vornehmen zu können.

Mehr Infos zum Thema: www.bussgeldkatalog.org/e-bike-nachruesten/

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen keine Rechtsberatung! Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Focus Sam C Factory im Test: Let’s Rock’n’Roll!

Test: Für Enduristen mit Rennambitionen hält die zu den Derby Cycle gehörende Premiummarke Focus das Sam bereit. Im Praxistest konnten wir dem letztjährigen Factory Modell ordentlich auf den Zahn fühlen. Die von uns getestete Version ist zwar nicht mehr Teil des 2018er Sortiments, allerdings bietet Focus mit den aktuellen Carbon-Modellen Sam C SL und Sam C Pro zwei sehr attraktive Alternativen. Let’s Rock’n’Roll!

Mit der Sam Modellreihe hält die Bikeschmiede Focus ein sehr heißes Eisen für race-orientierte Enduristen im Feuer. Das Focus Sam C basiert auf einem leichten Carbon-Rahmen, der am Heck spendable 160 Millimeter Federweg bereit hält. In der Factory Ausführung von 2017 wird das Fahrwerk durch einen RockShox Monarch RT Dämpfer und eine absenkbare RockShox Yari RC 170 Millimeter Federgabel komplettiert.

Weiterhin finden sich am Testbike unter anderem SRAM Guide R Bremsen, 1×11 SRAM GX Schaltung (30 / 10-42 Zähne) und Truvativ Descendant Kurbeln. Über die Trails rollt das Sam C Factory mit 27.5“ DT Swiss EX 1501 Spline One Laufräder, auf die Focus die griffigen Continental Baron Projekt Protection in 2.4“ Breite aufgezogen hat. Das Gesamtpaket wiegt knapp 13,5 Kilogramm, der Preis liegt bzw. lag bei geschmeidigen 4.999,00 Euro.

Die Optik des Focus Sam C Factory gleicht einer Kampfansage. Durch die neon-gelben Decals auf dem braunen Lack und das extravagante Design des Rahmens ist das Enduro alles andere als ein graues, verschüchtertes Mäuschen. Das Focus Sam C Factory möchte Action – und das nicht zu knapp! Die größte Stärke des Sam ist rasch ermittelt: Möglichst schnell bergab. Auffallend ist das straffe Fahrwerk des Mehrgelenkers, das vom Rider ein aktives Führen des Bikes fordert.

Der Hinterbau steckt souverän grobes Gelände weg, gibt aber auch immer Rückmeldung. Ein Verhalten, das aktiven Fahrern durchaus entgegen kommt. Passend hierzu zeigt sich auch das beherzte Beschleunigen sobald Druck auf das Pedal ausgeübt wird. Eigenschaften, die vor allem eines gewährleisten: Verdammt schnelles Shreddern. Das spritzige und agile Handling trägt seinen Teil zum schnellen Abrocken anspruchsvoller Stages bei.

Bei Sprüngen bzw. Gaps verhält sich das Focus Sam C Factory absolut gutmütig und begeistert mit einer tollen Gewichtsverteilung. Wer bergab Spaß haben möchte, muss natürlich erst mal nach oben. Der breite Übersetzungsbereich lässt hierfür genug Spielraum, doch so recht möchte beim Uphill trotz absenkbarer Gabel kein Spaß aufkommen. Das Bike klettert dennoch tapfer und belohnt den Kraftakt letztendlich mit einer fulminanten Abfahrt. Und genau letztere wollen wir unbedingt haben!

Fazit Focus Sam C Factory

Bergab eine Rakete, bergauf tapfer! Auf fordernden Stages und anspruchsvollen Abfahrtspisten ist das Focus Sam C Factory bei einer aktiven Fahrweise auf jeden Fall für Bestzeiten gut. Let’s Rock’n’Roll!

Produktdetails Focus Sam C Factory

  • Farbe: Braun/neon-gelb
  • Gewicht ohne Pedale: Etwa 13,5 Kilogramm
  • Ehemaliger Preis: 4.999,00 Euro
  • Web: www.focus-bikes.com

Focus Mares Ultegra Cyclocross Bike im Test: Die Schlammschlacht möge beginnen!

Test: Kaum eine Fahrradmarke ist so sehr mit Cyclocross Tradition behaftet wie Focus. Mitgründer der Premiummarke war niemand Geringerer als Mike „The Bike“ Kluge, seines Zeichens mehrmaliger Deutscher Meister sowie Weltmeister 1992 im Querfeldein. Bereits von Anfang an flossen die wertvollen Erfahrungen des Cross-Spezialisten in die Produkte ein. Das aktuelle Focus Mares kann somit auf 25 Jahre Erfahrung im Bereich CX zurückgreifen. Unser Begleiter im herbst- und winterlichen Matsch war das Focus Mares Ultegra. Die Schlammschlacht konnte beginnen!

Die Premiummarke Focus gibt sich beim Mares ziemlich selbstsicher. Eingestuft als DIE Referenz im Cyclocross ist auch das Einsatzgebiet eindeutig definiert: Cyclocross Wettbewerbe. Entwickelt wurde das Focus Mares für Racer, die sich ein robustes und für extreme Anforderungen optimiertes CX Bike wünschen. Tatsächlich weist die Rennfeile sehr durchdachte Detaillösungen auf, die erst auf dem zweiten Blick auffallen. Die Mares Serie umfasst insgesamt acht Modelle, uns stand für den Test das Focus Mares Ultegra zur Verfügung. Mit einem Preis von 2.999,00 Euro immerhin das zweitteuerste Modell der Mares Reihe.

Das Focus Mares Ultegra baut auf einem leichten Carbon-Rahmen mit Vollcarbon-Gabel auf. Ausgestattet ist der Rennhobel der Bezeichnung entsprechend mit der Shimano 6800 Ultegra Schaltgruppe sowie Shimano Ultegra RS685 Scheibenbremsen. Bei der Lenkzentrale setzt Focus auf Aluminium: Verbaut sind BBB Deluxe Vorbau und Lenker. Die Carbon-Sattelstütze CPX Plus stammt ebenfalls aus dem Hause BBB. Auf die DT Swiss P1850 Spline Disc-Laufräder sind Continental Cyclo-X King 700x35C Faltreifen aufgezogen. Der Blick auf die Waage zeigt bei unserem Testbike in der Größe M ohne Pedale ein Gewicht von knapp 8,5 Kilogramm.

Die feine Optik geht einher mit einer exzellenten Verarbeitung des Rahmens und der Gabel. Bei genauerer Betrachtung fallen zudem zwei Detaillösungen auf: Die Focus R.A.T. Steckachsen und der Focus CX Chainguide. Der Hersteller verspricht mit der patentierten Steckachse einen Radwechsel in unter zehn Sekunden – und damit verspricht Focus in der Tat nicht zu viel! Schneller geht es auch nicht mit Schnellspannern! Ebenfalls top ist der eigens von Focus entwickelte CX Chainguard, der effektiv das Herunterfallen der Kette im rauen Gelände verhindert. Nicht zu verachtende Features, die im Wettkampf über Sieg oder Niederlage entscheiden können!

Die Steifigkeit und die aggressive Rahmengeometrie mit dem kurzen Oberrohr verleihen dem Focus Mares ein extrem agiles und präzises Handling. Unterstützt wird das direkte, willige Fahrverhalten durch eine extrem sportliche Sitzhaltung mit deutlicher Sattelüberhöhung. Pfeilschnell lässt sich das Mares durch enge Kehren jagen, Lastwechsel werden mit Bravour gemeistert. Die Verspieltheit des Bikes geht nicht zu Lasten eines souveränen Geradeauslaufs. Ebenfalls richtig Spaß bereitet der Vortrieb – das Mares hängt mächtig gut an der Kette. Jeden Druck auf das Pedal belohnt das CX Bike durch Schub. Die 2-fach Schaltung mit 46/36 Zähnen und 11 bzw. 22 Gänge (11/28) decken einen breiten Übersetzungsbereich ab, lediglich an sehr steilen Rampen könnte die Übersetzung etwas kürzer sein.

Das feine Handling geht Hand in Hand mit einer äußerst präzise arbeitenden Bremsanlage. Punktgenau lässt sich das Mares verzögern und in die Kurven drücken. Die grobstollige Continental Bereifung beißt sich regelrecht im Untergrund fest und gewährleistet maximalen Speed bei jeglichen Wetterbedingungen. Erstaunlich ist, dass die Bereifung vom Rollverhalten sogar auf Asphalt überzeugen kann. Hier konnten wir eine weitere Stärke des Focus Mares ausmachen: Touren! Obwohl das Bike für die Rennstrecke entwickelt wurde, lassen sich komfortabel Kilometer machen. Somit ist das Focus Mares Ultegra auch eine sehr gute Alternative für Rider, die auf der Suche nach einem sehr sportlichen Gravel-Bike sind. Für CX Racer ist dieses Bike ohnehin erste Wahl!

Fazit Focus Mares Ultegra

Das perfekte CX Bike für alle Rider, die keine Zeit verlieren wollen – egal ob beim Rennen oder Training! Doch trotz der ausgeprägten Race-Gene lassen sich mit dem Focus Mares Ultegra im Rahmen einer Gravel-Tour mächtig Kilometer klotzen. Chapeau!

Produktdetails Focus Mares Ultegra

  • Verfügbare Größen: XS, S, M, L, XL und XXL
  • Farbe: Carbon/White
  • Gewicht ohne Pedale: Etwa 8,5 Kilogramm (Gr. M)
  • Preis: 2.999,00 Euro
  • Web: www.focus-bikes.com

Datenblatt / Rahmengeometrie Focus Mares Ultegra*

  XS S M L XL XXL
Rahmenhöhe (mm) 480 510 540 560 580 600
Oberrohr (mm) 523 534 544 555 565 577
Lenkwinkel (°) 70 70 70,5 71 71 71,5
Sitzwinkel (°) 73,5 73,5 73,5 73,5 74,5 74,5
Kettenstrebenlänge (mm) 425 425 425 425 425 425
BB Drop (mm) 65 65 65 65 65 65
Steuerrohr (mm) 110 120 130 140 150 160
Gabeleinbaulänge (mm) 399 399 399 399 399 399
Gabelvorbiegung (mm) 45 45 45 45 45 45
Radstand (mm) 1003 1015 1020 1027 1037 1045
Stack (mm) 526 536 547 559 568 579
Reach (mm) 367 375 382 390 397 405

*Herstellerangaben

B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen im Test

B‘TWIN, die Fahrradmarke des französischen Sportartikelherstellers Decathlon, bietet mit der B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen eine leichte, preisgünstige Regenjacke an, welche die Bikerin bei Regenschauern von bis zu 2 Stunden zuverlässig trocken halten soll. Wir haben die Regenjacke in fröhlichem Pink getestet.

Die B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen macht nicht nur auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Das Material ist angenehm weich und griffig, die Nähte zum Schutz vor eindringender Nässe allesamt verschweisst. Der Reißverschluss ist leichtgängig, Belüftungsöffnungen auf Vorder- und Rückseite sowie im Seitenbereich wurden harmonisch integriert. Das fröhliche Neon Pink ist für regengraue Touren genau richtig und sorgt zusammen mit den Reflektoren an Rücken, Armen und Taille für die nötige Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer.

Die wasserdichte Reißverschlusstasche am Rücken bietet genug Platz für Handy und Schlüssel. Auch die Passform überzeugt: Die B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen trägt sich sehr angenehm. Die farblich abgesetzten Gummibündchen an Ärmeln und Taille sitzen nicht zu spack. und die für Biker wichtige Rückenpartie ist ausreichend lang geschnitten, um vor Spritzern zu schützen. Insgesamt scheint die Jacke ein bisserl klein auszufallen, schränkt die Bewegungsfreiheit aber überhaupt nicht ein. Ein weiterer Vorteil: die Regenjacke lässt sich prima kompakt zusammenrollen, nimmt im Rucksack nicht nur äußerst wenig Platz ein, sondern fällt mit gerade mal 220 Gramm auch kaum ins Gewicht.

Und im Einsatz? Laut Angaben von Decathlon hält das Hauptmaterial (100% Polyester) dem Druck einer Wassersäule von 2000 mm stand, was einem Regenschauer von 2 Stunden entspricht. Die B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen musste im Praxischeck nasse Touren unterschiedlicher Dauer über sich ergehen lassen – und hat uns dabei buchstäblich nicht im Regen stehen lassen, auch bei Überschreitung der versprochenen 2 Stunden. Ebenso punkten konnte die Reißverschlusstasche im Rückenbereich, die ihren Inhalt zuverlässig vor Nässe schützen konnte. Einziges Manko: Bei langem, schweißtreibendem Einsatz war der Feuchtigkeitsabtransport von der Innenseite durch die Belüftungslöcher und Mikroperforation nicht mehr ausreichend. Erhältlich ist die B’TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 in neonpink in den DE-Größen 34 – 42 für faire 39.99€. 

Fazit B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen

Gesucht und gefunden – die leichte B‘TWIN Fahrrad-Regenjacke 500 Damen ist gut verarbeitet und bietet hohen Tragekomfort bei gleichzeitig zuverlässigem Schutz vor Nässe. Sie lässt sich prima verstauen und wird ab sofort zu unserem ständigen Begleiter für alle (Regen-) Fälle. Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis!

Web

www.decathlon.de

XLC Montageständer TO-S83 im Produktcheck

Produktcheck: Herbst- und Winterzeit ist Schrauberzeit! Die frühe Dunkelheit und das nass-kalte Klima laden regelrecht zu ausgiebigen Werkstatt-Sessions ein. Egal ob Wartung, Reparatur oder der Aufbau des Retro-Klassikers – alles, was bei schönem Wetter liegengeblieben ist, lässt sich jetzt wunderbar nachholen. Mit Hilfe eines Montageständers können diese Arbeiten bedeutend leichter und rückenfreundlicher ausgeführt werden. Kann der XLC Montageständer TO-S83 die Erwartungen erfüllen?

Für Arbeiten am Fahrrad wird qualitativ hochwertiges Werkzeug benötigt. Keine Binsenweisheit, sondern bittere Realität. Billiges Werkzeug erschwert nicht nur das Arbeiten, sondern vermurkst auch Schrauben und Material. Von Billigangeboten können wir daher nur abraten. Neben gutem Werkzeug lohnt auch die Anschaffung eines Montageständers. Das praktische Arbeitsgerät ermöglicht nicht nur die ordentliche Fixierung des Bikes, sondern bietet auch eine angenehme, ergonomische Arbeitshöhe. Sicherlich kann auch auf den Knie rutschend gearbeitet werden, aber das ist weder komfortabel noch gesundheitsfördernd. Ein Vertreter in diesem Bereich ist der zweibeinige XLC Montageständer TO-S83 für knapp 90,00 Euro.

Wir hatten den XLC Montageständer TO-S83 bereits den Sommer über im Einsatz und konnten das Produkt daher ausgiebig testen. Ausgelegt ist der Montageständer für Fahrräder bis maximal 20 Kilogramm. Für unsere Bikes und Rennräder mehr als ausreichend, knapp wird es hingegen bei E-Bikes. Das Aufstellen des XLC Montageständers geht denkbar einfach und schnell von der Hand. Die beiden Standbeine werden zuverlässig durch einen Schnellspanner fixiert. Die Standfläche beträgt etwa 80×85 cm, womit die Verwendung auch in engen Räumen möglich ist. Kunststoffkappen am Hauptträger und an den Beinenden verhindern ein Wegrutschen.

Die Teleskop-Funktion erlaubt eine Arbeitshöhe von 105 bis 150 cm. Das Einstellen der Höhe geschieht hier ebenfalls unkompliziert via Schnellspanner. Natürlich ist vor dem Arbeiten auf die ordnungsgemäße Fixierung zu achten. Der Klemmarm ist horizontal wie vertikal rotierbar – das erlaubt eine ideale Positionierung des Bikes. Die Ausladung beträgt 25 cm. Gehalten wird der Rahmen von einer Klemmvorrichtung mit einem Klemmmaß von bis zu 55 mm. Die Halteklaue verfügt nicht nur über einen lackschonenden Einsatz, sondern auch Aussparungen für Leitungen. Dem Abquetschen von Bremsleitungen kann somit effektiv vorgebeugt werden.

Als weiteres Feature besitzt der XLC Montageständer TO-S83 eine Werkzeugablage mit Unterteilungen. Werkzeug, Schrauben und Pflegemittel finden so griffbereit Platz. Dank der geringen Packmaße und des schnellen Aufbaus bietet sich der Montageständer auch für mobile Einsätze an – zum Beispiel bei Wettbewerben oder am heimischen Spot. Überzeugt haben uns zudem der gute und sichere Stand sowie die zuverlässige Fixierung des Bikes. So machen die Arbeiten am Bike Spaß – und das ganze ohne Rückenschmerzen oder wunde Knie.

Fazit XLC Montageständer TO-S83

Große Hilfe zum (recht) kleinen Preis. Die zweibeinige Ausführung spart Platz, bietet aber dennoch einen guten und sicheren Stand. Zusammengeklappt findet der XLC Montageständer TO-S83 in jeder Zimmerecke Platz. Der schnelle Aufbau, die soliden Schraubverbindungen und die unkomplizierte, zuverlässige Fixierung können punkten. Nachteil ist einzig die maximale Belastbarkeit von 20 Kilogramm.

Produktdetails XLC Montageständer TO-S83

  • Maximale Belastbarkeit: 20 Kilogramm
  • Standfläche: 80×85 cm
  • Arbeitshöhe: 105 bis 150 cm
  • Preis: 89,95 Euro
  • www.xlc-parts.com

Sigma ROX 7.0 GPS: Fahrradcomputer mit GPS Navigation im Test

Test: Leistungsorientierten Radfahrern bietet Sigma Sport mit der ROX GPS Serie direkt drei professionelle Fahrradcomputer für Training und Wettkampf an. Letztes Jahr hat das Unternehmen die Nachfolger des Top-Modells ROX 10.0 in den Handel gebracht. Der Sigma ROX 7.0 GPS, den wir über mehrere Wochen ausgiebig testen konnten, richtet sich in erster Linie an Biker, die sich zwar alle wichtigen Fahrrad-Funktionen und GPS-Navigation wünschen, aber auf Analysen und Leistungsauswertungen verzichten können bzw. wollen.

Vor etwa einem Jahr präsentierte Sigma Sport der Öffentlichkeit die neuen ROX Modelle 7.0 GPS und 11.0 GPS. Obwohl die beiden Fahrradcomputer als Nachfolger des Top-Modells ROX 10.0 ins Rennen geschickt wurden, ist der ROX 10.0 nach wie vor erhältlich. Die neue Generation besticht vor allem durch ihr markantes Design und dem Vier-Tasten-Bedienkonzept. Optimiert wurden von dem Pfälzer Unternehmen unter anderem die Screens und die Darstellung einzelner Werte. Ebenfalls geändert wurde auch die Lenkerhaltung, die jetzt um 20% kleiner ausfällt.

Obwohl sich der Sigma ROX 7.0 GPS und der Sigma ROX 11.0 GPS ähneln wie eineiige Zwillinge, unterscheidet sich der Leistungsumfang enorm. Das 7.0er ROX Modell kommt im Gegensatz zum teureren ROX 11.0 komplett ohne Herzfrequenz-, Leistungs- und Trittfrequenz-Funktionen daher. Bezüglich der Fahrrad-Funktionen gibt es bis auf die HF-basierte Kalorienauswertung keinerlei Einschränkungen. Auch bei den Höhen-Funktionen mit barometrischer Höhenmessung begegnen sich die beiden neuen Modelle auf Augenhöhe.

Leichte Unterschiede gibt es bei den Runden- und automatischen Runden-Funktionen – hier hat das kleinere Modell teilweise sogar die Nase vorne. Ein Vergleich der Funktionen lohnt sich also genauso wie der Vergleich der Preise. Welche Funktionen benötige ich wirklich – und was ist mir das Plus an Funktionen wert? Wie das Vorgänger-Modell bieten die beiden neuen ROX Modelle GPS Navigations-Funktionen im Bereich Trackansicht, Tracknavigation und Rückführung auf gleicher Strecke.

Ausgeliefert wird das Sigma ROX 7.0 GPS mit zwei Lenkerhaltern zzgl. Kabelbindern, einem USB-Verbindungskabel sowie einer mehrsprachigen Kurzanleitung. Erhältlich ist der smarte Bike-Computer zu einem Preis von 134,95 Euro in schwarz oder weiß. Der ROX 7.0 GPS wiegt 65 Gramm, hinzu kommen 6 Gramm für die neue Lenkerbefestigung. Ein zusätzlicher Sensor für die Geschwindigkeit und gefahrenen Kilometer ist dank GPS nicht nötig. Praktisch: Sigma Sport liefert direkt zwei Halter mit, womit der Sigma ROX ohne Aufwand an zwei Rädern genutzt werden kann.

Im Lieferumfang des ROX 7.0 GPS enthalten ist zudem der Zugangscode zum Sigma Data Center. Unter www.sigma-download.com lässt sich das Sigma Data Center für Windows, Mac OS, Android und iOS herunterladen. Wir haben die Windows-Version heruntergeladen und installiert. Nach dem Aufruf des Programms wurde mittels eines Updates direkt auf die aktuellste Version upgegraded. Für die Darstellung im Data Center greift Sigma auf das Openstreetmap Kartenmaterial zurück, wodurch keine Karten gekauft bzw. kostenpflichtige Nutzungslizenzen erworben werden müssen.

Der Sigma ROX 7.0 GPS lässt sich auch ohne Sigma Data Center nutzen, allerdings ist dies kaum zu empfehlen. Für eine volle Nutzung des smarten Fahrradcomputers ist die Installation des Programms notwendig. Neben einer detaillierten Auswertung der getrackten Werte lassen sich mittels des Programms auch Strecken anlegen und auf das Gerät übertragen. Zusätzlich lassen sich individuelle Wegpunkte mit Notizen einbinden. Über die Bedienerfreundlichkeit des Programms lässt sich streiten – unseres Erachtens dürfte die Handhabung gerne etwas intuitiver und unkomplizierter sein.

Das Laden des Bike-Computers geschieht mittels des mitgelieferten USB-Verbindungskabels, Ladevorgang und Status werden auf dem Display angezeigt. Eine Gummiklappe schützt den USB-Port vor Schmutz und Wasser. Nach dem allerersten Einschalten des Sigma ROX 7.0 GPS Fahrradcomputers sind die üblichen Einstellungen wie Sprache oder Datum vorzunehmen. Unter einer Gummihaut stecken auch die vier Tasten, mit denen sich der ROX bedienen lässt. Die Tasten sind ausreichend dimensioniert, um auch mit Handschuhen bedient werden zu können.

Durch seine Größe von knapp 74 mm x 50 mm ermöglichte der Sigma ROX 7.0 GPS den Entwicklern die Realisierung eines 1,7 Zoll Full-Dot-Matrix-LCD Displays mit einer Auflösung von 160×128 Pixeln. Dank der wählbaren Kachelgrößen lassen sich die Werte je nach Einstellung ideal ablesen. Überzeugend ist auch die Darstellung bei direkter Sonneneinstrahlung. Für Fahrten im Dunkeln bietet der Fahrradcomputer eine Hintergrundbeleuchtung.

Der Empfang des GPS-Signals geht zügig und vor allem zuverlässig über die Bühne. Sobald das GPS Signal verfügbar ist, kann mit der Messung begonnen werden – hierzu muss der Start per Knopfdruck bestätigt werden. Selbst im Mittelgebirge war der Empfang des GPS Signals vorbildlich und ermöglichte somit eine lückenlose Aufzeichnung der gefahrenen Touren. Bei Stillstand stoppt das Gerät automatisch, womit sich auch realistische Trainingszeiten ergeben. Statusänderungen meldet der ROX durch ein Piepsen, welches sich allerdings lautlos stellen lässt.

Am Gerät selbst lassen sich alle Daten der Trainingseinheiten ablesen – das betrifft die aktuellen Werte ebenso wie vergangene. Für eine genaue Betrachtung der gefahrenen Tracks und Werte ist allerdings das Einlesen ins Sigma Data Center erforderlich. Dieses geschieht wie das Laden per USB-Verbindungskabel. Sowohl die textliche als auch die grafische Darstellung überzeugt. Auf ein Höhenprofil muss hierbei ebenso wenig verzichtet werden wie auf eine Kartenansicht. Vorbereite Tracks lassen sich per Data Center auf den Fahrradcomputer übertragen, womit auch eine spätere GPS Navigation möglich wird.

Die GPS Navigation ist erstaunlich genau und die Ablesbarkeit auch im Gelände gut. Zu bedenken ist hierbei allerdings, dass der Wegverlauf ausschließlich per Linie ohne Hintergrundgrafik dargestellt wird. Der Sigma ROX 7.0 GPS bildet im Gegensatz zum Data Center keine Karten ab. Lediglich bei Wegkreuzungen mit mehreren, naheliegenden Abzweigungen kann der weitere Wegverlauf etwas unklar werden. Allerdings meldet sich die Navigation nach mehreren Metern mit der Meldung, dass der Track verlassen wurde. Zu den weiteren Navigations-Funktionen zählen auch die zu erwartende Ankunftszeit und die Entfernung bis zum Ziel.

Die Bedienung des Sigma ROX 7.0 GPS erscheint anfangs etwas umständlich. Obwohl das Gerät nur vier Tasten besitzt, hangelten wir uns anfänglich etwas unbeholfen durch die Menüführung. Hier gilt: Übung macht den Meister! Nach einer „Einarbeitungsphase“ stellt die Bedienung keine Probleme mehr dar. Laut Sigma Sport soll der Akku 13 Stunden Betrieb ermöglichen, in unserem Test hielt der Akku zwischen 10 und 11 Stunden – für ausgiebige Tagestouren reicht das allerdings allemal. Das Aufladen geschieht sehr zügig, bei Mehrtages- Touren sollte unbedingt entweder ein USB-Netzteil oder eine USB-Powerbank mitgeführt werden.

Fazit Sigma ROX 7.0 GPS

Erstklassige Verarbeitung, Zuverlässigkeit und ein wirklich gelungenes Design kombiniert mit tollen Fahrradcomputer-Funktionen, GPS Navigation und STRAVA Anbindung: Der Sigma ROX 7.0 GPS ist sein Geld definitiv wert!

Produktdetails Sigma ROX 7.0 GPS

XLC Pedal PD-M12 Colour Edition: Das preisgünstige Flatpedal im Test

Test: Im hart umkämpften Segment preisgünstiger Flatpedals sticht das XLC Pedal PD-M12 alleine schon aufgrund der ansprechenden Optik heraus. Das zur Colour Edition Serie gehörende Produkt ist in sechs attraktiven Farben erhältlich und weiß trotz eines Preises von unter 50 Euro mit einer hochwertigen Verarbeitung zu überzeugen. Wir haben uns für einen Test das XLC Pedal PD-M12 an die Bikes geschraubt.

Getreu nach der Aussage des US-amerikanischen Autopioniers Henry Ford „Sie können einen Ford in jeder Farbe haben, solange es schwarz ist“ agieren anscheinend auch viele Hersteller von Bike-Parts. Besonders im preisgünstigen Segment ist die Auswahl an guten Parts, die auch noch optisch etwas zu bieten haben, eher dürftig. Mit der Colour Edition Serie kontert XLC diesen Bereich konsequent mit einer breiten Produktpalette. Eines dieser Produkte ist das XLC Pedal PD-M12, welches wir für einen ausgiebigen Test an unsere Bikes geschraubt haben.

Der fließgepresste und CNC-bearbeitete Aluminiumkörper des XLC PD-M12 Pedals hat eine Auflagefläche von etwa 99 mm x 83 mm. Die Höhe des nicht-konkaven Pedals beträgt 13 mm, wobei der Bereich der Achse minimal höher ausfällt. Der sauber verarbeitete Käfig rotiert um eine CNC-gefertigte und gedichtete Achse aus CroMo. Für ein geschmeidiges Drehen sind Cartridge Lager verantwortlich. Montiert sind pro Seite und Pedal 13 auswechselbare Pins. Das Gewicht des Pärchens liegt bei 358 Gramm.

Obwohl die Pins nur 3 mm in die Höhe ragen, vermittelt das Pedal eine hohe Trittsicherheit. In ruppigen Passagen kann sich der Rider ebenso auf den guten Grip verlassen wie bei Nässe. Weder die nicht-konkave Bauform noch der leicht erhöhte Achsenbereich machen sich beim Fahren negativ bemerkbar – im Gegenteil, das Trittgefühl überzeugt. Beim Aufsetzen des XLC PD-M12 Pedals reduzieren die abgeschrägten Stirnflächen die Gefahr eines Hängenbleibens an Steinen oder Wurzeln.

Dank der offenen Gestaltung des Pedalkörpers bleibt der Grip auch bei Schlammschlachten erhalten. Druck und Power lassen sich selbst bei widrigen Bedingungen gut auf das Pedal transferieren. Natürlich zählen auch die inneren Werte: Abdichtung und Lager zeigen selbst nach einigen Wochen harten Einsatzes keine Verschleißerscheinungen. Die von Werk aus mit Schraubensicherung versehenen Pins waren zum Abschluss des Flatpedal-Tests vollständig vorhanden.

Fazit XLC Pedal PD-M12

Machen wir es kurz: Tolle Optik, sehr gute Funktion, überzeugender Grip, hochwertige Verarbeitung, ordentliches Gewicht – und das alles bei einem Preis von unter 50 Euro.

Produktdetails XLC Pedal PD-M12

  • Erhältlich in sechs unterschiedlichen Farben.
  • Gewicht Paar: 358 Gramm
  • Preis: 49,95 Euro
  • www.xlc-parts.com