Cratoni Interceptor 2.0 Downhill-Helm: Die Neulauflage des Klassikers im Test

In der heutigen schnelllebigen Zeit erlangen nur wenige Produkte echten Kultstatus. Hierzu gehört der Cratoni Interceptor Downhill-Helm, der unzählige Male ganz oben auf dem Siegertreppchen stand. Der französische Downhill-Star Nicolas Vouilloz prägte mit seinem Fahrstil und seinem ungebremsten Siegeswillen eine ganze Epoche – und mit ihm besagter Helm. Auch uns begleitet der Interceptor schon fast unser gesamtes Leben auf dem Mountainbike. Umso gespannter waren wir natürlich auf die Neulauflage des Klassikers in unserem Test.

Cratoni Interceptor 2.0 Downhill-Helm: Die Neulauflage des Klassikers im Test

Mit dem Interceptor 2.0 führt Cratoni den legendären Downhill-Helm in ein neues Zeitalter. Seit dem Launch der ersten Modells hat sich viel geändert. Nicht nur die Charakteristik der Strecken hat sich gewandelt, sondern auch das Material. Hohe Anforderungen, denen die Schutzbekleidung, insbesondere der Helm, gerecht werden muss. Cratoni hat den Interceptor nicht einfach nur an heutige Bedürfnisse angepasst, sondern von Grund auf neu aufgebaut. Geblieben sind das sehr markante Design, die exzellente Verarbeitung und die feinen Detaillösungen, die modernen Ansprüchen gerecht werden.

So verfügt der Cratoni Interceptor 2.0 über einen Brillen-Port, der es erlaubt, die Brille kurzerhand nach oben zu schieben und zu parken. Die Neulauflage des Klassikers bietet zudem eine Brillenband-Halterung für eine rutschfeste Fixierung der Google. Keine Kompromisse geht Cratoni bei der Sicherheit ein. Der Interceptor 2.0 Enduro Helm ist nicht nur nach den Normen CPSC und CE EN 1078 zertifiziert, sondern auch nach der Bikepark-Norm ASTM F1952-15. Damit eignet sich der Helm für härteste und risikobehaftete Einsätze. Trotz des hohen Schutzes besticht der Helm durch ein sehr niedriges Gewicht. 773 Gramm in der Größe S/M können sich wirklich sehen lassen.

Cratoni Interceptor 2.0: Großzügig bemessene Belüftungslöcher und ACT Luftkanaltechnik

Ein großer Unterschied zum Urmodell liegt bei der Wahl des Materials für die Außenschale. Nicht handlaminiertes Carbon-Glasfaser, sondern Polycarbonat ist bei dem Cratoni Interceptor 2.0 heute das Material der Wahl. Die Helmschale weist zudem sehr großzügig bemessene Belüftungslöcher auf. Das sorgt nicht nur für eine optimale Frischluftzufuhr, sondern ermöglicht auch ein äußerst niedriges Gewicht. Auf Insektenschutzgitter verzichtet der Helm vollends. Das Resultat: selbst auf anspruchsvollen Enduro-Touren, bei denen Tretpassagen unumgänglich sind, schränkt der Helm die Luftzufuhr ebenso wenig ein wie ein Open-Face Enduro-Helm.

Unterstützt wird die Belüftung durch ein innenseitig angelegtes Kanalsystem namens ACT Luftkanaltechnik. Das funktioniert auf jeden Fall ziemlich gut. Neben der Sicherheit, dem Design und der vorbildlichen Belüftung legte Cratoni bei der Entwicklung des Downhill-Helms auch großen Wert auf hohen Tragekomfort. Der Interceptor sitzt hervorragend und das antibakteriell behandelte Clean Tex Polster sorgt selbst nach vielen Einsätzen für hygienische Frische. Tatsächlich neigt der Helm nach längerem Tragen nicht zum Müffeln. Damit der Helm wirklich perfekt passt, liegen direkt Ersatzpads zur Größenregulierung bei.

Spezielle Downshell verhindert Dellen und Kratzer der EPS Innenschicht

Verschlossen wird der Helm durch das D-Ring Verschlusssystem. Das System ist bewährt und zuverlässig, erfordert beim Einfädeln aber etwas Fingerspitzengefühl. Freunde des Schnellverschlusses werden sich hier etwas umgewöhnen müssen, was allerdings kein Problem darstellen sollte. Um Dellen und Kratzer im Übergangsbereich der EPS Innenschicht zur PC Außenschicht zu vermeiden, ist dieser mit einer speziellen Downshell versehen. Selbstverständlich kommt der Helm mit Inmold Technologie Verbundbauweise, in der das Schutzmaterial EPS direkt in die Polycarbonat Schale eingeschäumt wird.

Das Gesichtsfeld des Cratoni Fullface-Helms ist sehr großzügig geschnitten. Am Rand des Blickfeldes sind lediglich die Spitze des abnehmbaren Visiers und der Kinnbügel wahrnehmbar – beides hat allerdings keinen Einfluss auf das primäre Sichtfeld. Der große Ausschnitt bietet zudem genug Raum für jegliche MX-Goggles. Wir haben den Helm mit der Madvision Goggle aus gleichem Hause getestet, die wir bereits vor wenigen Wochen im Test hatten. Auch das Tragen einer herkömmlichen Brille mit oder ohne Sehschärfe ist beim Cratoni Interceptor 2.0 Downhill-Helm problemlos möglich.

Fazit

Klassiker nicht nur im neuen Gewand, sondern auch mit vielen Neuerungen. Die Zertifizierung nach Bikepark-Norm ASTM F1952-15 entspricht ebenso modernen Anforderungen wie die Top-Belüftung und der außergewöhnlich hohe Tragekomfort. Verarbeitung und Qualität bewegen sich ebenfalls auf höchstem Niveau. Die Fans des Vorgängers mit handlaminierter Carbon-Glasfaser sollten sich zudem das geringe Gewicht der EPS-Schale vor Augen halten: die Neuauflage ist über 200 Gramm leichter als das vorherige Modell. Lediglich der Preis von knapp 280 Euro – angesichts der Qualitäten des Helms absolut gerechtfertigt – dürfte die Käuferschicht etwas eingrenzen. Auf jeden Fall ein würdiger Nachfolger.

Produktdetails Cratoni Interceptor 2.0

  • Verfügbare Größen: S-M (54-58cm), M-L (58-61cm)
  • Farben: Black matt, white matt oder grey-lime matt (im Test)
  • Gewicht: 773 Gramm (Größe S/M)
  • Normen: CPSC, CE EN 1078 und ASTM F1952-15 (Bikepark-Norm)
  • Preis: 279,95 Euro

Web: www.cratoni.com

O’Neal Park FR Knieschützer Carbon: Der leichte Knie-/Schienbeinschoner im Test

Hochfliegende Steine, ein Abrutschen vom Pedal und nicht zuletzt auch ein Abflug: Das Schienbein muss beim Shredden über Trails einiges einstecken. Ein großflächiger Schutz des Schienbeins macht also absolut Sinn. Mit dem Park FR Knieschützer Carbon bietet die US-amerikanische Offroad-Bekleidungsmarke O’Neal einen Schoner an, der neben dem Knie- einen vollständigen Schienbeinschutz aufweist. Zeit für einen Test.

O'Neal Park FR Knieschützer Carbon

Der O’Neal Park FR Knieschützer Carbon besteht aus einer Kombination aus Soft- und Hartschalenprotektoren. Das „Carbon“ in der Produktbezeichnung bezieht sich auf den Carbon-Look – gefertigt sind die Hartschalen aus Kunststoff. Zertifizierte Sicherheit gewährleistet die Norm EN1621-1. Die Hartschalen sind fest vernäht und bilden somit eine untrennbare Einheit mit dem stoßabsorbierenden Schaumstoff. Für Belüftung sorgen die Ventilationslöcher und die perforierten Schaumeinsätze. Gehalten wird der Schoner durch drei einzeln verstellbare Klettbänder, wobei der oberste oberhalb der Kniekehle besonders breit dimensioniert ist.

O’Neal Park FR Knieschützer Carbon mit tief reichendem Schienbeinschutz

Die Schoner sitzen beim Fahren sehr gut und verrutschen nicht. Das verlängerte Neoprenmaterial an der Oberseite unterstützt den sicheren Halt des Protektors selbst in ruppigen Passagen. Bezüglich des Tragekomforts müssen wir allerdings zwei kleine Einschränkungen einräumen. So ist der untere Klettstreifen ziemlich kurz ausgefallen und muss daher recht straff gezogen werden, was beim längeren Tragen etwas unangenehm wird. Der zweite Punkt bezieht sich auf die obere Hartschale am Knie. Beim Stehen drückt diese leicht oberhalb des Knies, wobei die Polsterung aber gute Dienste leistet und den Druck spürbar minimiert.

Volle Punktzahl kann der 576 Gramm (Größe M) leichte Schoner mit der Verarbeitung und dem großflächigen Schutz einfahren. Das Knie und das Schienbein werden auch im seitlichen Bereich optimal geschützt. Dank des tief reichenden Schienbeinschoners bleibt selbst ein Abrutschen vom Pedal ohne Folgen. Abgesehen von den erwähnten Einschränkungen bietet der O’Neal Park FR Knieschützer Carbon durch die ergonomische Formgebung und die Belüftung einen guten Tragekomfort. Ebenfalls überzeugend ist die Qualität des Schoners. Die sauberen Nähte und das hochwertige Material sprechen für sich.

Fazit

Der O’Neal Park FR Knieschützer Carbon punktet mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Schoner zeichnet sich nicht nur durch die Optik aus, sondern bietet auch einen guten Schutz des Knies und Schienbeins. Ebenfalls überzeugend ist die Verarbeitung des Schoners. Leichte Abstriche gibt es – bedingt durch das kurze untere Klettband – beim Tragekomfort.

Produktdetails

  • Größen: In verschiedenen Größen erhältlich von XS bis XXL
  • Farbe: Black/White
  • Gewicht (Paar): 576 Gramm (Größe M)
  • Norm: Zertifiziert nach EN1621-1
  • Preis: 69,99 Euro

Web: www.oneal.eu

iXS Hex Knieschoner: Knie-/Schienbeinschoner mit einem Plus an Schutz im Test

Anders als die Produktbezeichnung vermuten lässt handelt es sich beim iXS Hex Knieschoner um einen Knie-/Schienbeinschoner. Damit richtet sich der Schoner besonders an Rider, die neben dem Knie auch das Schienbein geschützt wissen wollen. Das Plus an Schutz ist aber nicht der einzige Unterschied zu herkömmlichen Knieschonern. Wir haben uns die Schoner umgeschnallt und ausgiebig auf unseren Home-Trails in der Eifel getestet.

Wer auf der Suche nach einem Knie-/Schienbeinschoner ist, wird früher oder später auf den Hex Knieschoner von iXS stoßen. Die Schweizer Marke ist bekannt für ihr Engagement im Rennsport und das Portfolio dementsprechend ausgerichtet. Das Protektoren-Angebot umfasst direkt mehrere Produktlinien. Eine hiervon ist die Hex-Serie, die neben Pull-Over Protektorenwesten, einer Protektorenjacke und einem Ellbogenschoner ebenfalls einen Knieschoner beinhaltet. Charakteristisch für die Protektoren der Hex-Serie sind die 3D-designten Hex-Form-Elemente. Diese sollen zuverlässig bei harten Einschlägen schützen, indem sie die Aufprallenergie absorbieren und verteilen. Bestätigt wird der Schutz dem Einsatz entsprechend durch zertifizierte Prüfnormen – beim iXS Hex Knieschoner ist das die überarbeitete Gelenkprotektoren-Norm EN1621-1:2012 L1.

Auffällig ist die Flexibilität der Hex-Form-Elemente, die sich dadurch gut an das Knie bzw. das Schienbein anschmiegen. Dank der LoopLock-Verschlüsse lassen sich die Schoner leicht anlegen, ohne dass hierfür extra die Schuhe ausgezogen werden müssen. Besonders im Rahmen einer AM- oder Enduro-Tour ein großer Vorteil. Die ergonomische Formgebung und das AeroMesh-Material sorgen für ein sehr angenehmes Tragegefühl. An Ort und Stelle wird der Schoner durch drei Klettverschlüsse gehalten. Der empfindliche Bereich unterhalb der Kniekehle wird durch eine zusätzliche Stoffunterlage geschützt, wodurch bei korrekter Ausrichtung die Gefahr von Scheuerstellen wesentlich minimiert wird.

Offene Waben der Hex-Form-Elemente sorgen für Belüftung

Einmal fixiert sitzen die Schoner wie angenagelt. Auf ruppigen Trails bleiben die Schoner dort, wo sie hingehören – das ändert sich auch nicht bei einem Abflug. Vorteilhaft ist beim iXS Hex nicht nur der großzügig bemessene Schutz des Knies, sondern auch der erweiterte Schutz des Schienbeins. Allerdings sollte beachtet werden, dass bei diesem Schoner nicht das komplette Schienbein geschützt wird, sondern nur der obere Bereich. Vorteil: die im Vergleich zu Komplett-Schienbeinschonern kürzere Länge (knapp über 30 cm in der Größe S/M) ermöglicht einen unkomplizierten Transport selbst bei kleineren Rücksäcken. Damit eignet sich der Schoner perfekt für Touren, ohne dass er die ganze Zeit getragen werden muss.

Angezogen macht der Schoner nicht weiter auf sich aufmerksam. Er stört nicht, schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein und verrutscht sogar in Schiebe- und Tragepassagen nicht. Die offenen Waben der Hex-Form-Elemente und das schweißresistente, antibakterielle AeroMesh-Material gewährleisten trotz der guten Schutzfunktion eine gute Atmungsaktivität. Dank der antibakteriellen Eigenschaften neigen die Schoner auch nicht zum Müffeln. Die Verarbeitungsqualität ist iXS-typisch auf hohem Niveau und lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Selbst nach etlichen Touren machen die Schoner noch einen sehr guten Eindruck.

Fazit iXS Hex Knieschoner

Der iXS Hex Knieschoner ist perfekt für alle Rider, die neben dem Knie auch den oberen Bereich des Schienbeins geschützt wissen wollen. Die im Vergleich zu herkömmlichen Schienbeinschonern etwas kürzere Ausführung ermöglicht ein unkompliziertes Mitführen auf Enduro- oder Freeride-Touren, ohne dass der Schoner die ganze Zeit getragen werden muss. Wobei ein langes Tragen gar kein Problem darstellt. Der Knie-/Schienbeinschoner sitzt sehr angenehm und verrutscht selbst in Schiebepassagen nicht.

Produktdetails

  • In verschiedenen Größen erhältlich
  • Gewicht (Paar): 386 Gramm (Größe S/M)
  • Norm: EN1621-1:2012 L1
  • Preis: 79,90 Euro

Web: www.ixs.com

Cratoni AllRace: Der ultraleichte All-Mountainhelm im Test

Mit einem sensationellen Gewicht von nur etwa 250 Gramm gehört der Cratoni AllRace zu den absoluten Leichtgewichten unter den Mountainbike Helmen. Trotz des minimalen Gewichts geizt der Helm nicht mit feinen Detaillösungen wie beispielsweise eine 3-fach Höhenverstellung. Was der Cratoni AllRace sonst noch zu bieten hat und wie er sich im Praxiseinsatz schlägt, zeigt unser Test.

Cratoni AllRace: Ultraleichter Mountainbike Helm im Test

Zu einem Preis von 119,95 Euro findet sich bei Cratoni mit dem AllRace einer der leichtesten All-Mountainhelme der Welt. Trotz des von uns gemessenen Gewichts von nur 254 Gramm in der Gr. S/M muss und darf natürlich nicht auf Sicherheit verzichtet werden. So erfüllt das Modell selbstverständlich die Norm CE EN1078. Die Verarbeitung des Helms lässt Cratoni-typisch keine Wünsche offen – und auch an feinen Detaillösungen fehlt es nicht. So schützt die Downshell-Technologie mit umlaufenden Kanten die in diesem Bereich empfindliche EPS Innenschicht vor Beschädigungen. Weitere Features sind unter anderem das leicht bedienbare Steplock Mini-Schloss, das Insektenschutznetz und die ergonomische High-End Gurtbandführung.

Beim Cratoni AllRace handelt es sich um einen Allrounder für jegliche Touren mit dem Bike. Egal ob schnelle XC Runden auf dem Programm stehen oder herausfordernde Enduro-Stages, der Helm vermittelt in jedem Terrain ein hohes Maß an Sicherheit. Hierfür sorgt nicht nur die gute Passform, die dank 3-fach Höhenverstellung weiter optimiert werden kann, sondern auch die tief gezogene Helmschale. Selbst in ruppigen Passagen sitzt der Helm wackelfrei auf dem Kopf. Ungeachtet des Sicherheitsgefühls macht sich der Helm beim Fahren somit nicht bemerkbar. Das sensationelle Gewicht trägt hierzu ebenso bei wie die 19 Ventilationsöffnungen, die in Kombination mit dem Air Flow System selbst bei hitzigen Fahrten eine ausreichende Belüftung gewährleisten.

Fazit Cratoni AllRace Mountainbike Helm

Beim Cratoni AllRace handelt es sich um einen echten Allrounder für jegliche Touren mit dem Bike. Egal ob XC, All-Mountain oder Enduro, der extrem leichte Helm vermittelt in jedem Terrain ein sicheres Gefühl. Das sensationelle Gewicht und die angenehme Passform sprechen ebenso für sich wie die gute Verarbeitung. Lediglich auf das MIPS-System muss bei diesem Helm verzichtet werden.

Produktdetails

  • Verfügbare Größen: S-M (52-57 cm) / M-L (56-61 cm) / XXL (60-65 cm)
  • In verschiedenen Farben erhältlich, im Test: Black-Red-Matt
  • Gewicht: 254 Gramm (Größe S/M)
  • Norm CE EN1078
  • Preis: 119,95 Euro

Web: www.cratoni.com

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Die Vorteile eines Fahrrades mit eingebautem Rückenwind liegen auf der Hand. Die Wege lassen sich nicht nur schneller, sondern vor allem kraftsparender zurücklegen. Durchaus verlockend ist natürlich der Gedanke, mit einem entsprechenden Umrüstsatz das eigene Fahrrad in ein E-Bike, genauer gesagt Pedelec, umzuwandeln. Einen besonders unkomplizierten Einbau versprechen Vorderrad-Umrüstsätze, da grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wie der Umbau funktioniert, zeigen wir hier anhand eines Umbausatzes des Kölner Unternehmens GermanXia.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile

Im Internet finden sich verschiedenste E-Bike Umbaukits von unterschiedlichsten Herstellern – darunter auch GermanXia. In diesem Werkstatt-Special greifen wir auf ein fertig eingespeichtes Vorderrad mit 250 Watt Nabenmotor mit 100 mm Einbaubreite und Scheibenbremsaufnahme des Kölner Unternehmens zurück. Unsere Wahl fiel zudem auf das Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Beim Akku haben wir uns aufgrund der universellen Verwendbarkeit für einen Trinkflaschen-Akku entschieden. Die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile sind tatsächlich sehr überschaubar. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht. Ein großer Unterschied zu Umbausätzen aus dubiosen Quellen.

Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers

Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der von uns verwendete Trinkflaschen-Akku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.

Für ein gutes Handling auf ein ausbalanciertes Gewichtsverhältnis achten

Durch den verbauten Antrieb fällt das Gesamtgewicht des Bikes natürlich höher aus. Beim Umbau sollte daher immer das zulässige Systemgewicht des Fahrrades beachtet werden. Bemerkbar macht sich das Mehrgewicht in erster Linie beim Tragen und beim Rangieren. Die Lage des Akkus sollte für ein besseres Handling daher möglichst tief und zentral gewählt werden, zum Beispiel am Sattelrohr. Am oder besser auf dem Gepäckträger macht die Platzierung ebenfalls durchaus Sinn. Für diesen Fall bietet GermanXia spezielle Gepäckträger-Akkus an. Wenig sinnvoll ist die Montage des knapp 3 Kilogramm wiegenden Akkus an der Front des Bikes wie zum Beispiel am Lenker oder in einer Lenkertasche. Hierdurch würde zu viel Gewicht auf dem Vorderrad lasten und somit die Fahreigenschaften äußerst negativ beeinflussen.

E-Bike Umrüstsatz: Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte, großdimensionierte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann eines individuellen Lösungsansatzes.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Umrüstsatz: Funktionsweise des PAS-Sensors

Mittels des PAS-Sensors registriert das System eine Tretbewegung. Der komplette Sensor besteht aus einer fest an der Kurbel montierten Scheibe mit integrierten Magneten sowie einem am Tretlagergehäuse befestigten Sensor, der beim Passieren der einzelnen Magnete einen elektrischen Impuls sendet. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor wird dem System nur signalisiert, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da ab setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit also nicht dynamisch zur einsetzenden Kraft. Das heißt im Klartext: Selbst bei einer abgesprungenen Kette sorgt der Antrieb für Fortbewegung – solange in die Pedale getreten wird.

Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung des Umrüstsatzes

Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Aufgrund des Nachlaufs des Motors trägt das nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.

Das war es schon!

Nach dem E-Bike Umbau kann der Vorderrad-Antrieb in Betrieb genommen werden. Da im Falle des GermanXia Umrüstsatzes eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Unabdingbar ist natürlich ein vorheriger gründlicher Sicherheits- und Funktionscheck des Bikes sowie des Antriebs. Funktionieren die Bremsen, sind alle Schrauben fest angezogen und lassen sich der Akku sowie das Display einschalten? Die Kabel dürfen weder die Lenkung einschränken noch zu stramm verlegt sein. Besteht die Gefahr, dass die Isolierung der Kabel im Fahrbetrieb Schaden nimmt? Auf den ersten Metern ist zudem das Ansprechverhalten des PAS-Sensors zu prüfen und bei Bedarf die Position zu korrigieren. Wichtig: Am Besten mit keiner oder nur schwacher Unterstützung anfahren und danach erst die Unterstützung stufenweise erhöhen.

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!
Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Herstellervorgaben müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Der Gedanke, das eigene Fahrrad durch entsprechende Anbauten zum E-Bike werden zu lassen, klingt durchaus verlockend. Rein theoretisch kann jedes Fahrrad mit einem E-Bike Umbausatz zum Pedelec umgebaut werden. Das Angebot an entsprechenden E-Bike Umrüstsätzen ist auf jeden Fall riesig. In der Praxis sind allerdings einige Punkte – auch aus rechtlicher Sicht – zu beachten. Unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org haben sich ausgiebig mit dem Thema befasst.

Was spricht für den Umbau eines Fahrrades zum E-Bike? Lohnt sich das überhaupt?

Zunächst ist die finanzielle Einsparung mehr als verlockend. Wer die Nachrüstung selbst vornimmt, wird mit einigen Hundert Euro auskommen. Soll die Nachrüstung vom Fachmann durchgeführt werden, können die Kosten schnell ansteigen und das Vorhaben damit vermutlich unrentabel werden. Ob das Fahrrad umgerüstet werden kann und sollte, hängt vorrangig mit der Qualität des Rades und dem aktuellen Zustand zusammen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, wer mit dem nachgerüsteten E-Bike letztlich in welchem Rahmen unterwegs sein wird. Dabei ist auch das Gewicht des Fahrers zu berücksichtigen. Ob das potenzielle E-Bike für kurze Wegstrecken oder ausgiebige Touren genutzt werden soll, ist ebenfalls für die Entscheidungsfindung relevant.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, im Fachhandel die Meinung eines Experten einzuholen. Dieser kann am besten erkennen, ob sich der Umbau rentiert. Viele Händler scheuen sich allerdings vor definitiven Zusagen. Der Grund: Gibst Du die Umrüstung bei ihnen daraufhin in Auftrag, müssen die Händler die vollständige Haftung für das Produkt übernehmen. Zusammengefasst sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Alter, Zeitwert, Fahrleistung: Für die Nachrüstung eignen sich Räder, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Zeitwert sollte bei 500 Euro oder darüber liegen. Aluminium-Fahrräder sollten noch nicht mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt haben. Stark verschlissene Räder eignen sich generell nicht für eine Umrüstung zum E-Bike.
  • Stabilität: Nur ein intaktes Rad wird den Belastungen als E-Bike standhalten. Wenn der Nachrüstsatz verbaut ist, nimmt das Rad an Gewicht zu. Abhängig vom jeweiligen Modell können Motor und Akku bis zu zehn Kilogramm wiegen. Nur stabile Räder werden dieser Mehrbelastung gerecht.
  • Bremsen: E-Bikes sind mit hochwertigen hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen ausgestattet. Dies ist wichtig, denn die schweren Räder, die mit entsprechend hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, verlangen nach einer zuverlässigen Bremsleistung. Ist das Rad nicht mit Scheibenbremsen ausgerüstet, sollten die Bremsen ebenfalls umgerüstet werden.
  • Rahmenbeschaffenheit: Der Motor muss am Rahmen verbaut werden. Nicht jede Rahmengeometrie ist mit jedem Nachbausatz kompatibel. Vor der Kaufentscheidung sollte nachgeprüft werden, ob sich der Motor am Fahrradrahmen verbauen lässt.

Welche Bauteile beinhaltet ein E-Bike Umbausatz?

Ein E-Bike-Nachrüstsatz besteht aus folgenden Einzelteilen:

  • Motor: Die Vorgehensweise ist abhängig von der Art des Motors. Das Vorder- oder Hinterrad muss dabei durch ein Rad mit Motor ersetzt werden. Alternativ wird das Innenlager durch ein Motor-Innenlager ausgetauscht.
  • Akku: Der Akku ist unerlässlich und wird zusätzlich verbaut. Akkus dienen dazu, den Motor mit Strom zu versorgen.
  • Steuertechnik: Der Controller übernimmt die Steuerung der Energieleistung, die an den Motor weitergegeben wird und gibt damit auch die Drehzahl vor. Der Trittfrequenzsensor dient der Aktivierung des Motors, wenn dieser die Tretbewegungen registriert.

Die Kaufentscheidung sollte nicht vorschnell getroffen werden. Wer selbst nachrüsten möchte, sollte genau auf die Bauteile achten, denn sie müssen zum Fahrrad passen. Besitzt das Fahrrad beispielsweise eine Nabenschaltung, lassen sich Hinterrad-Nabenmotoren nicht einbauen. Ein Mittelmotor lässt sich nur dann nachrüsten, wenn nur ein Kettenblatt vorhanden ist. Auch die Befestigung des Akkus muss berücksichtigt werden. Für die Anbringung am Unterrohr sind Flaschenhaltergewinde geeignet. Soll der Akku am Heck angebracht werden, sind passende Systemträger notwendig. Diese müssen in der Regel zugekauft werden und sind nicht im Nachrüst-Set enthalten. Während der Umbauarbeiten sind häufig auch die Rücklichter neu anzubringen und Kabelverbindungen müssen angepasst werden. Für die Sicherung der Verbindungen lassen sich Kabelbinder nutzen.

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Gibt es verschiedene Möglichkeiten und Varianten?

Die Nachrüst-Sets unterscheiden sich in der Art des Motors. Am häufigsten werden Heckmotoren verwendet. Die meisten Bikes sind so konstruiert, dass eine Mehrbelastung der Nabe keine Probleme mit sich bringt. Heckmotoren lassen sich allerdings nicht verbauen, wenn eine Rücktrittbremse vorhanden ist. Mittelmotoren können bei Ketten- und Nabenschaltungen verwendet werden und sind auch mit Rücktrittbremsen kompatibel. Die Möglichkeit, Frontmotoren nachzurüsten, ist allgemein weniger beliebt. In der Praxis zeigt sich, dass durch das Gewicht der Motoren der Schwerpunkt sich nach vorn verlagert und damit das Fahrgefühl negativ beeinflussen kann. Frontmotoren sind allerdings mit Naben- und Kettenschaltung wie auch mit einer Rücktrittbremse kompatibel.

Wichtig: E-Bike Umbausatz ist nicht gleich E-Bike Umbausatz!

Damit das E-Bike wirklich als Pedelec und damit als rechtlich normales Fahrrad gilt, müssen wichtige Parameter eingehalten werden. So darf der Motor eine Nennleistung von 250 Watt nicht überschreiten. Der Antrieb darf zudem nur beim Treten aktiv unterstützen. Die Tretunterstützung ist ferner auf maximal 25 km/h begrenzt. Daumenschalter oder ähnliches, die einen Vortrieb ohne Tretbewegung ermöglichen, sind am Pedelec nicht erlaubt – Ausnahme bildet hier lediglich die Schiebehilfe bis max. 6 km/h. Es empfiehlt sich zudem unbedingt auf eine CE Kennzeichnung zu achten. Von Billigangeboten aus dubiosen Quellen ist dringend abzuraten!

Wann ergibt das Umrüsten Sinn?

Der Umbau des Fahrrades zum E-Bike erscheint wirtschaftlich, schließlich kann das gewohnte Bike weiterhin genutzt werden und die Anschaffung eines weiteren Rades wird überflüssig. Zu bedenken gilt es die Kosten für den Umbausatz und den Aufwand für die Umbaumaßnahme. Wer sich den Umbau selbst nicht zutraut, muss einen Fachhändler finden. Dieser befindet sich dann auch in der Produkthaftung. Wer sein Bike selbst umbaut, verliert die Gewährleistung für das Rad durch den Hersteller. Der Versicherungsschutz durch die private Haftpflichtversicherung erlischt laut bussgeldkatalog.org bei leichten Modifikationen nicht. Kommt es mit einem umgebauten Rad zu einem Unfall und Dritte kommen zu Schaden, zahlt der Versicherer – so unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org weiter. Das Umrüsten ergibt Sinn, wenn es sich um ein stabiles Rad neueren Datums handelt und der Nachrüst-Satz zum Bike passt. Kosten lassen sich einsparen, wenn die notwendigen Kenntnisse vorhanden sind, um den Umbau fachgerecht selbst vornehmen zu können.

Mehr Infos zum Thema: www.bussgeldkatalog.org/e-bike-nachruesten/

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen keine Rechtsberatung! Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Focus Sam C Factory im Test: Let’s Rock’n’Roll!

Test: Für Enduristen mit Rennambitionen hält die zu den Derby Cycle gehörende Premiummarke Focus das Sam bereit. Im Praxistest konnten wir dem letztjährigen Factory Modell ordentlich auf den Zahn fühlen. Die von uns getestete Version ist zwar nicht mehr Teil des 2018er Sortiments, allerdings bietet Focus mit den aktuellen Carbon-Modellen Sam C SL und Sam C Pro zwei sehr attraktive Alternativen. Let’s Rock’n’Roll!

Mit der Sam Modellreihe hält die Bikeschmiede Focus ein sehr heißes Eisen für race-orientierte Enduristen im Feuer. Das Focus Sam C basiert auf einem leichten Carbon-Rahmen, der am Heck spendable 160 Millimeter Federweg bereit hält. In der Factory Ausführung von 2017 wird das Fahrwerk durch einen RockShox Monarch RT Dämpfer und eine absenkbare RockShox Yari RC 170 Millimeter Federgabel komplettiert.

Weiterhin finden sich am Testbike unter anderem SRAM Guide R Bremsen, 1×11 SRAM GX Schaltung (30 / 10-42 Zähne) und Truvativ Descendant Kurbeln. Über die Trails rollt das Sam C Factory mit 27.5“ DT Swiss EX 1501 Spline One Laufräder, auf die Focus die griffigen Continental Baron Projekt Protection in 2.4“ Breite aufgezogen hat. Das Gesamtpaket wiegt knapp 13,5 Kilogramm, der Preis liegt bzw. lag bei geschmeidigen 4.999,00 Euro.

Die Optik des Focus Sam C Factory gleicht einer Kampfansage. Durch die neon-gelben Decals auf dem braunen Lack und das extravagante Design des Rahmens ist das Enduro alles andere als ein graues, verschüchtertes Mäuschen. Das Focus Sam C Factory möchte Action – und das nicht zu knapp! Die größte Stärke des Sam ist rasch ermittelt: Möglichst schnell bergab. Auffallend ist das straffe Fahrwerk des Mehrgelenkers, das vom Rider ein aktives Führen des Bikes fordert.

Der Hinterbau steckt souverän grobes Gelände weg, gibt aber auch immer Rückmeldung. Ein Verhalten, das aktiven Fahrern durchaus entgegen kommt. Passend hierzu zeigt sich auch das beherzte Beschleunigen sobald Druck auf das Pedal ausgeübt wird. Eigenschaften, die vor allem eines gewährleisten: Verdammt schnelles Shreddern. Das spritzige und agile Handling trägt seinen Teil zum schnellen Abrocken anspruchsvoller Stages bei.

Bei Sprüngen bzw. Gaps verhält sich das Focus Sam C Factory absolut gutmütig und begeistert mit einer tollen Gewichtsverteilung. Wer bergab Spaß haben möchte, muss natürlich erst mal nach oben. Der breite Übersetzungsbereich lässt hierfür genug Spielraum, doch so recht möchte beim Uphill trotz absenkbarer Gabel kein Spaß aufkommen. Das Bike klettert dennoch tapfer und belohnt den Kraftakt letztendlich mit einer fulminanten Abfahrt. Und genau letztere wollen wir unbedingt haben!

Fazit Focus Sam C Factory

Bergab eine Rakete, bergauf tapfer! Auf fordernden Stages und anspruchsvollen Abfahrtspisten ist das Focus Sam C Factory bei einer aktiven Fahrweise auf jeden Fall für Bestzeiten gut. Let’s Rock’n’Roll!

Produktdetails Focus Sam C Factory

  • Farbe: Braun/neon-gelb
  • Gewicht ohne Pedale: Etwa 13,5 Kilogramm
  • Ehemaliger Preis: 4.999,00 Euro
  • Web: www.focus-bikes.com

Focus Mares Ultegra Cyclocross Bike im Test: Die Schlammschlacht möge beginnen!

Test: Kaum eine Fahrradmarke ist so sehr mit Cyclocross Tradition behaftet wie Focus. Mitgründer der Premiummarke war niemand Geringerer als Mike „The Bike“ Kluge, seines Zeichens mehrmaliger Deutscher Meister sowie Weltmeister 1992 im Querfeldein. Bereits von Anfang an flossen die wertvollen Erfahrungen des Cross-Spezialisten in die Produkte ein. Das aktuelle Focus Mares kann somit auf 25 Jahre Erfahrung im Bereich CX zurückgreifen. Unser Begleiter im herbst- und winterlichen Matsch war das Focus Mares Ultegra. Die Schlammschlacht konnte beginnen!

Die Premiummarke Focus gibt sich beim Mares ziemlich selbstsicher. Eingestuft als DIE Referenz im Cyclocross ist auch das Einsatzgebiet eindeutig definiert: Cyclocross Wettbewerbe. Entwickelt wurde das Focus Mares für Racer, die sich ein robustes und für extreme Anforderungen optimiertes CX Bike wünschen. Tatsächlich weist die Rennfeile sehr durchdachte Detaillösungen auf, die erst auf dem zweiten Blick auffallen. Die Mares Serie umfasst insgesamt acht Modelle, uns stand für den Test das Focus Mares Ultegra zur Verfügung. Mit einem Preis von 2.999,00 Euro immerhin das zweitteuerste Modell der Mares Reihe.

Das Focus Mares Ultegra baut auf einem leichten Carbon-Rahmen mit Vollcarbon-Gabel auf. Ausgestattet ist der Rennhobel der Bezeichnung entsprechend mit der Shimano 6800 Ultegra Schaltgruppe sowie Shimano Ultegra RS685 Scheibenbremsen. Bei der Lenkzentrale setzt Focus auf Aluminium: Verbaut sind BBB Deluxe Vorbau und Lenker. Die Carbon-Sattelstütze CPX Plus stammt ebenfalls aus dem Hause BBB. Auf die DT Swiss P1850 Spline Disc-Laufräder sind Continental Cyclo-X King 700x35C Faltreifen aufgezogen. Der Blick auf die Waage zeigt bei unserem Testbike in der Größe M ohne Pedale ein Gewicht von knapp 8,5 Kilogramm.

Die feine Optik geht einher mit einer exzellenten Verarbeitung des Rahmens und der Gabel. Bei genauerer Betrachtung fallen zudem zwei Detaillösungen auf: Die Focus R.A.T. Steckachsen und der Focus CX Chainguide. Der Hersteller verspricht mit der patentierten Steckachse einen Radwechsel in unter zehn Sekunden – und damit verspricht Focus in der Tat nicht zu viel! Schneller geht es auch nicht mit Schnellspannern! Ebenfalls top ist der eigens von Focus entwickelte CX Chainguard, der effektiv das Herunterfallen der Kette im rauen Gelände verhindert. Nicht zu verachtende Features, die im Wettkampf über Sieg oder Niederlage entscheiden können!

Die Steifigkeit und die aggressive Rahmengeometrie mit dem kurzen Oberrohr verleihen dem Focus Mares ein extrem agiles und präzises Handling. Unterstützt wird das direkte, willige Fahrverhalten durch eine extrem sportliche Sitzhaltung mit deutlicher Sattelüberhöhung. Pfeilschnell lässt sich das Mares durch enge Kehren jagen, Lastwechsel werden mit Bravour gemeistert. Die Verspieltheit des Bikes geht nicht zu Lasten eines souveränen Geradeauslaufs. Ebenfalls richtig Spaß bereitet der Vortrieb – das Mares hängt mächtig gut an der Kette. Jeden Druck auf das Pedal belohnt das CX Bike durch Schub. Die 2-fach Schaltung mit 46/36 Zähnen und 11 bzw. 22 Gänge (11/28) decken einen breiten Übersetzungsbereich ab, lediglich an sehr steilen Rampen könnte die Übersetzung etwas kürzer sein.

Das feine Handling geht Hand in Hand mit einer äußerst präzise arbeitenden Bremsanlage. Punktgenau lässt sich das Mares verzögern und in die Kurven drücken. Die grobstollige Continental Bereifung beißt sich regelrecht im Untergrund fest und gewährleistet maximalen Speed bei jeglichen Wetterbedingungen. Erstaunlich ist, dass die Bereifung vom Rollverhalten sogar auf Asphalt überzeugen kann. Hier konnten wir eine weitere Stärke des Focus Mares ausmachen: Touren! Obwohl das Bike für die Rennstrecke entwickelt wurde, lassen sich komfortabel Kilometer machen. Somit ist das Focus Mares Ultegra auch eine sehr gute Alternative für Rider, die auf der Suche nach einem sehr sportlichen Gravel-Bike sind. Für CX Racer ist dieses Bike ohnehin erste Wahl!

Fazit Focus Mares Ultegra

Das perfekte CX Bike für alle Rider, die keine Zeit verlieren wollen – egal ob beim Rennen oder Training! Doch trotz der ausgeprägten Race-Gene lassen sich mit dem Focus Mares Ultegra im Rahmen einer Gravel-Tour mächtig Kilometer klotzen. Chapeau!

Produktdetails Focus Mares Ultegra

  • Verfügbare Größen: XS, S, M, L, XL und XXL
  • Farbe: Carbon/White
  • Gewicht ohne Pedale: Etwa 8,5 Kilogramm (Gr. M)
  • Preis: 2.999,00 Euro
  • Web: www.focus-bikes.com

Datenblatt / Rahmengeometrie Focus Mares Ultegra*

  XS S M L XL XXL
Rahmenhöhe (mm) 480 510 540 560 580 600
Oberrohr (mm) 523 534 544 555 565 577
Lenkwinkel (°) 70 70 70,5 71 71 71,5
Sitzwinkel (°) 73,5 73,5 73,5 73,5 74,5 74,5
Kettenstrebenlänge (mm) 425 425 425 425 425 425
BB Drop (mm) 65 65 65 65 65 65
Steuerrohr (mm) 110 120 130 140 150 160
Gabeleinbaulänge (mm) 399 399 399 399 399 399
Gabelvorbiegung (mm) 45 45 45 45 45 45
Radstand (mm) 1003 1015 1020 1027 1037 1045
Stack (mm) 526 536 547 559 568 579
Reach (mm) 367 375 382 390 397 405

*Herstellerangaben