Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB? Der ultimative Bikevergleich für das Prümtal und die Umgebung

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB?

Wer die schöne Westeifel mit dem Rad erkunden möchte, findet in Prüm die perfekte Ausgangsbasis. Von der geschichtsträchtigen Abteistadt aus eröffnen sich Strecken, die gegensätzlicher kaum sein könnten: von flachen, schnellen Ex-Bahntrassen im Tal bis hin zu den rauen, steilen Höhenzügen des Schneifel-Rückens kommt jeder Radfahrer auf seine Kosten. ​Doch wer hier auf Tour geht, steht unweigerlich vor der Frage, ob eher das sportliche, leichte Gravelbike oder das kraftvolle E-MTB die bessere Wahl ist. ​Wir haben den Härtetest rund um unsere Base in Prüm gemacht und zeigen dir, wo welches Bike die Nase vorn hat.

Auf rauen Pisten hoch über dem Prümtal – wie hier von unserer unvergessenen Andrea zelebriert

​1. Das Revier für Gravel-Spezialisten: Bahntrassen-Flug und breite Forstwege

​Das absolute Filetstück der Region Prüm liegt direkt vor der Haustür: ​Das Pronsfelder „Action-Kreuz“ und der Prümtal-Radweg. Von Prüm aus führt der Radweg flussabwärts über das historische Eisenbahnerdorf Pronsfeld. Bis nach Waxweiler ist die ehemalige Bahntrasse komplett asphaltiert und verläuft wunderschön parallel zur Prüm. Hier fliegt das Gravelbike förmlich dahin.

Unsere Gravel-Tipps für dich:

Prümtal-Radweg: Fahr genau bis Waxweiler! Weiter flussabwärts verläuft der Radweg teilweise über die hügelige Landstraße ohne separaten Radweg – das macht mit dem Rad deutlich weniger Spaß.

Abstecher nach Bleialf: Ab Pronsfeld zweigt eine weitere geniale Bahntrasse ab. Der Weg Richtung Bleialf ist ebenfalls komplett asphaltiert, extrem naturnah und bietet Gravel-Genuss pur. Extrem beliebt ist die Fahrt weiter bis ins belgische St. Vith.

Alternative Nimstal: Wer eine Alternative sucht, wechselt ins benachbarte Nimstal. Auch hier verläuft ein hervorragender Radweg, der sich mit seinem Mix aus feinem Asphalt und perfekt gepflegten Schotterabschnitten („Gravel“) ideal für sportliche Runden eignet.

Der sportliche Uphill: Da die Landstraßen auf die Hochebenen oft keinen Radweg haben, nutzen Graveler abseits der Täler die meist breiten und gut ausgebauten Forst- und Wirtschaftswege – es lohnt sich, sowohl landschaftlich als auch fahrtechnisch.

​2. Das E-MTB-Revier rund um Prüm: Wurzeln, Höhenmeter und das Pronsfelder „Action-Kreuz“

​Sobald man den feinen Asphalt der Täler verlässt und die echten Höhenmeter der Eifel bezwingen will, verschieben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten des E-MTBs. Hier knacken die giftigen Rampen locker die 10 % bis 15 % Steigung – perfekt für satten Motor-Support.

Unsere E-MTB-Tipps für dich:

Pronsfeld Pumptrack und Hochbergtrail: Pronsfeld ist nicht nur für Graveler ein Knotenpunkt. ​Richtung Bleialf wartet ein Pumptrack inklusive Jumpline auf euch. In Richtung Waxweiler kommst du am Ziel des Hochbergtrails vorbei. Wer die Herausforderung sucht, folgt der Beschilderung zum Einstieg. Die Abfahrt ist extremst steil und mit engen Kehren gespickt – hier ist eine sehr gute Fahrtechnik Voraussetzung! Für Gravelbike absolut ungeeignet!

Schönecker Schweiz (Nimstal): Dieses Highlight liegt im benachbarten Nimstal! Dort findest du offiziell ausgewiesene Mountainbikerouten durch eine faszinierende Landschaft. Aber Achtung: Die Strecken sind teilweise mit schönen Wurzelpassagen gespickt. Mit dem Gravelbike macht das hier – abgesehen vom unteren, sehr gut ausgebauten Talweg – schlicht keinen Sinn. Für das E-MTB ist die Schönecker Schweiz ein Traumrevier.

Der Schwarze Mann: Der Höhenzug bei Prüm ist ein Eldorado für Mountainbiker. Wer die breiten, gut ausgebauten Waldwege im Express-Tempo nehmen oder die raueren Naturpfade unter die Stollen nehmen will, ist mit dem E-MTB bestens bedient. Ein beliebtes Ziel ist das Blockhaus oben am Skilift.

Die Wolfsschlucht, der „Hausberg“ direkt vor der Tür: Auf den breiten Waldwegen direkt bei Prüm kann man zwar auch mit dem Gravelbike Spaß haben, aber mit dem Mountainbike erwacht das Gebiet erst richtig zum Leben, weil du spontan jeden Trail links und rechts mitnehmen kannst.

3. Das Angebot für Radfahrer in und um Prüm wächst weiter


​Prüm-Wolfsschlucht: Downhill-Strecke im Bau

In der Wolfsschlucht bei Prüm tut sich was: Hier entsteht aktuell eine offizielle Downhill-Strecke mit Anliegern, Sprüngen und weiteren Spaß-Faktoren. Bis zur Fertigstellung wird es zwar noch etwas dauern, aber Enduro- und Downhill-Fans sollten den Spot definitiv schon jetzt auf dem Schirm haben. Wir bleiben für euch dran!

Radweg-Lückenschluss von Prüm nach Gerolstein im Bau

Neben den bestehenden Routen entsteht gerade ein weiteres Highlight für die Rad-Infrastruktur der Eifel. ​Auf einer Länge von rund 22 Kilometern wird die stillgelegte Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein im Rahmen des Eifel-Ardennen-Radwegs komplett ausgebaut. Nach der geplanten feierlichen Eröffnung im Frühjahr 2028 wird die alte Abteistadt unumstritten DIE Rad-Hauptstadt der Westeifel sein.

4. ​Fazit: Die Base steht – du wählst das Werkzeug

​Rund um Prüm gibt es kein „besser“ oder „schlechter“ zwischen Gravelbike und E-MTB. Wer das entspannte, schnelle Dahingleiten auf den perfekt asphaltierten Ex-Bahntrassen bis Waxweiler oder Bleialf sucht, greift zum Gravelbike. Wer dagegen den Pumptrack testen, sich den extrem steilen Hochbergtrail hinabstürzen, die wurzeligen MTB-Routen der Schönecker Schweiz bezwingen oder die Wolfsschlucht erkunden will, findet im E-MTB die ultimative Allzweckwaffe für die Westeifel.

Respektiere die Natur!

Die Westeifel ist ein sensibler Naturraum. Egal ob mit oder ohne Motor: Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wald-, Forst- und offiziellen Mountainbikewegen, meide illegale Pfade und nimm Rücksicht auf Wanderer und Wildtiere. Das Befahren und die Auswahl der Strecken erfolgt auf eigene Gefahr und sollte immer den persönlichen Grenzen entsprechend angepasst werden.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test: Bezaubernde Mary

Im vergangenen Winter stand bei uns der Test von Mountainbike-Reifen im Fokus. Nasskalte Witterungsbedingungen und die damit verbundenen schwierigen Streckenverhältnisse stellten in Kombination mit wechselnden Untergründen höchste Anforderungen an die Reifen – perfekte Bedingungen also für einen Praxischeck. Einer dieser Reifen war der speziell für den Gravity-Bereich entwickelte Schwalbe Magic Mary Radial Gravity.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test: Bezaubernde Mary

Mit den Radialreifen hat Schwalbe für mächtig Wirbel im Fahrradbereich gesorgt. Das grundlegende Merkmal der neuen Reifen ist die komplett neu gedachte Konstruktion der Karkasse. Die Karkassenfäden, die bei herkömmlichen Fahrradreifen diagonal im 45°-Winkel über den Reifen laufen, sind bei den Radialreifen in einem deutlich stumpferen Winkel angeordnet. Hierdurch wird das Karkassenmaterial kürzer, was wiederum dafür sorgt, dass sich die Karkassenfäden mit weniger Spannung überlappen. Der Reifen verformt sich punktueller und reagiert bei Unebenheiten deutlich flexibler und anpassungsfähiger. Laut Schwalbe bieten die Radialreifen bei gleichem Luftdruck etwa 30 % mehr Auflagefläche als ein vergleichbarer herkömmlicher Reifen. So viel zur Theorie.

Im Test: Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro mit Addix Soft Compound

Für unseren Reifentest auf der Fraktur hatten wir uns für den Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro mit Addix Soft Compound entschieden. Bei Addix Soft handelt es sich um eine Gummimischung, die eine Brücke über viele Bereiche schlägt und sich somit für Enduro und Downhill ebenso eignet wie für All Mountain oder Trail. Wegen der optimierten Kälteeigenschaften ermöglicht Addix Soft zudem einen ganzjährigen Einsatz, also auch im Winter. Weitere Merkmale des Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test sind 67 EPI und TLR. In der von uns getesteten Reifengröße 27.5 x 2.5 bringt der Reifen 1258 Gramm auf die Waage – pro Stück natürlich. Der Preis für den einzelnen Reifen beträgt 79,90 Euro.

Neue Innenkonstruktion, bewährtes Profil-Design

Obwohl die Karkasse des Magic Mary völlig neu konstruiert ist, präsentiert sich das Profil im alt-bekannten Look. Die abgeschrägten Flach-Stollen im Laufflächenzentrum für ein besseres Rollverhalten haben sich ebenso bewährt wie das offene Profildesign und die bissigen Schulterstollen. Anders sieht es bei dem im Fahrrad-Bereich revolutionären Aufbau der Karkasse aus. Tatsächlich macht sich die neue Innenkonstruktion bereits bei der Montage positiv bemerkbar. Die geschmeidige Karkasse ermöglicht ein sehr unkompliziertes Aufziehen des Reifens. Rider, die noch mit Schlauch unterwegs sind und auf einer Enduro-Tour einen Platten bekommen, werden dies besonders zu schätzen wissen.

Getestet haben wir den Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro primär in seinem natürlichen Habitat, und das besonders der Schwerkraft folgend – sprich bergab. Die geschmeidige Reifenkarkasse passt sich Unebenheiten wie Steinen oder Wurzeln perfekt an, wodurch der Reifen enormen Grip aufbaut. Man hat geradezu das Gefühl, dass der Reifen sich förmlich in den Trail beißt. Die im Vergleich zu herkömmlichen Reifen höhere Auflagefläche trägt ihren Teil dazu bei, dass der Reifen gefühlt mit dem Trail verschmilzt. Ob es am Ende wirklich etwa 30 % mehr Auflagefläche ist wie von Schwalbe angegeben, können wir – zumindest was die Bezifferung angeht – nicht beurteilen.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro im Test: Bezaubernde Mary

Auf dem Trail: Bremse auf!

Neben dem fantastischen Grip bietet der Schwalbe Radialreifen durch die geschmeidigere Karkasse eine hohe Dämpfung. Egal ob Steinfelder oder Wurzelteppiche, anvisieren und Bremse auf heißt die Devise. Das bewährte Profil und die weiche Gummimischung erledigen ihren Teil für noch mehr Speed – beim Ballern geradeaus ebenso wie in Kurven. Die spürbare flexiblere Verformbarkeit der Karkasse spricht vor allem Rider an, die bei ihren Rides einen niedrigeren Luftdruck bevorzugen. Natürlich kann der subjektiven Instabilität mit höherem Luftdruck entgegengewirkt werden, allerdings büßt der Reifen dann von seinen Vorteilen ein. Der Schwalbe bietet dann zwar immer noch guten Grip, aber die Fahrcharakteristik gleicht sich der eines herkömmlichen Diagonalreifens an.

Das Rollverhalten des Reifens ist dank der flacheren Mittelsollen für einen Reifen in dieser Klasse recht gut – mit etwas mehr Luftdruck sind sogar weitere Touren kein Problem. Die Begrifflichkeit des „Anker Werfens“ nimmt beim Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro hingegen eine neue Dimension an. Mit unfassbarer Brutalität bringt der Reifen die Bremskräfte auf den Boden. Selbst auf losen Böden beißt sich der Schwalbe Magic Mary Gravity Pro beim Bremsen regelrecht im Untergrund fest und ermöglicht so ein punktgenaues Verzögern in der sprichwörtlich letzten Sekunde. Das offene Profil sorgt zudem für eine gute Selbstreinigung, wodurch der Reifen auch bei matschigen Böden das Brems-Niveau auf Dauer hochhalten kann.

Fazit

Wollen wir nicht lange rumschwafeln: mit dem Magic Mary Radial Gravity Pro ist Schwalbe echt ein großer Wurf gelungen. Der Reifen bietet bei entsprechend geringem Luftdruck einen unfassbaren Grip und erlaubt extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten. Die Bremskraft ist geradezu brutal. Mit höherem Luftdruck büßt der Reifen zwar seine Charakteristik etwas ein, bleibt aber auch hier ganzjährig eine gute Wahl für schnelle Abfahrten.

Schwalbe Magic Mary Radial Gravity Pro mit Addix Soft Compound: Details

  • Ausführung: HS447, Evo, TLR, 67EPI Radial B
  • Compound: Addix Soft
  • Gewicht: 1258 gr. / Stck. (27.5 x 2.5)
  • Preis: 79,90 Euro

Hersteller: www.schwalbe.com

VEE Tire Crown GEM Reifen für XC und Trail: Die schnelle Pelle im Test

VEE Tire Crown GEM Reifen für XC und Trail: Die schnelle Pelle im Test

Nach dem VEE Tire Flow Snap hatten wir mit dem VEE Tire Crown GEM einen weiteren MTB Reifen des taiwanischen Herstellers im Test. Empfohlen wird der Reifen für Tour und All Mountain, knifflige Cross-Country Strecken, technische Enduro-Trails sowie Down-Country. Fast schon zu schön und vielseitig, um wahr zu sein. Kurze Rede, langer Sinn: wir haben den Reifen aufgezogen und in unterschiedlichsten Bereichen getestet.

Vor wenigen Wochen hatten wir mit dem VEE Tire Flow Snap bereits einen Reifen des aus Taiwan stammenden Herstellers im Test. Die Allroundeigenschaften des Reifens konnten uns im Bereich All Mountain und Enduro absolut überzeugen, und das sogar bei matschigen Bodenverhältnissen. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen an den Crown GEM Reifen, der laut VEE Tire in jeder Situation funktioniert – egal bei welchem Wetter, egal in welchem Gelände. Das breite Einsatzspektrum von Tour und All Mountain über für knifflige Cross-Country Strecken bis hin zu technischen Enduro-Trails lässt aufhorchen.

Flaches Profil mit eng angeordneten kleinen Stollen

Angeboten wird der VEE Tire Crown GEM in unterschiedlichsten Größen, Breiten und Ausführungen. Das Spektrum reicht von 26“ bis 29“ – und wird durch Plus-Reifen und E-Bike Ready Versionen ergänzt. Die Auswahl ist also groß und spricht somit eine große Nutzerschicht an. Wir hatten im Test den Reifen in den Größen 29×2.30 und 27.5×2.35 mit Dual Control Compound und Skinwall Synthesis. Das Gewicht der 90 TPI Reifen liegt bei 851 Gramm (27.5“) bzw. 973 Gramm (29“). Beide Reifen sind natürlich Tubeless-Ready und kosten in der uns vorliegenden Version jeweils 24,95 Euro.

Wie der VEE Tire Flow Snap baut auch der VEE Tire Crown GEM relativ breit und wirkt somit im Vergleich zu Reifen anderer Hersteller mit gleichen Maßen sehr voluminös. Das flache Profil mit den eng angeordneten kleinen Stollen sorgt nicht nur für ein niedriges Gewicht, sondern verspricht zudem wenig Rollwiderstand. Die Reifen lassen sich mit wenig Kraftaufwand montieren und sitzen sofort ohne Unwucht passgenau auf der Felge. Um die Pannenanfälligkeit des Reifens zu testen, sind wir den Crown GEM mit Schläuchen gefahren. Getestet haben wir den Reifen auf verschiedenen Untergründen wie Asphalt, Waldboden und Schotter bei Regen sowie im Trockenen.

Dual Control Compound aus zwei Arten von Materialien

Neben dem Profil spielt natürlich die Gummimischung eine entscheidende Rolle bezüglich des Grips, der Traktion, des Rollwiderstandes und der Haltbarkeit. Für Geschwindigkeit und Kontrolle besteht Dual Control Compound aus zwei Arten von Materialien. Mit einer Härte von 56a in der Mitte und einer weicheren 48a an den Seiten soll der Crown GEM Mountainbike-Reifen wenig Rollwiderstand mit ausgezeichneten Kurveneigenschaften kombinieren. Damit unterscheidet sich das von uns getestete DCC Modell deutlich von dem ebenfalls mit Tackee Compound erhältlichen Reifen. TC weist eine Härte von 48a sowohl in der Mitte als auch an den Seiten auf.

VEE Tire Crown GEM Reifen für XC und Trail: Die schnelle Pelle im Test

Die flache Profilgestaltung mit den eng angeordneten kleinen Stollen ermöglicht in Verbindung mit der festeren Gummimischung in der Mitte der Lauffläche auf harten und trockenen Trails ein sehr effizientes Vorankommen. Dank des geringen Rollwiderstandes lässt sich das Bike nicht nur schnell beschleunigen, sondern ebenso mit maximaler Warp-Geschwindigkeit die Berge hochtreten. Das gilt für Asphalt ebenso wie für harte Waldböden und Feldwege. Die weicheren Stollen am Rand sorgen für ausreichend Grip in den Kurven. Bezüglich des Bremsverhaltens weiß der VEE Tire Crown GEM ebenso zu begeistern.

Anders sieht es hingegen bei Nässe und vor allem auf losen oder matschigen Untergründen auf. Hier reißt der Grip ohne Vorwarnung abrupt ab und lässt den Reifen unter diesen Gegebenheiten unberechenbar werden. Bei diesen Bedingungen zeigen sich die Nachteile des Reifen-Designs – was im Trockenen zu begeistern vermag, kehrt sich bei Nässe ins Gegenteil um. Auf schlammigen Trails, wo der VEE Tire Flow Snap in einem vorherigen Test der Fraktur unfassbar gut war, waren wir mit dem VEE Tire Crown GEM selbst nach mehrmaligem Absenken des Reifenluftdrucks teilweise lost. Zum Abschluss des Tests dann aber noch zwei sehr positive Eigenschaften: der Verschleiß des Reifens ist absolut vernachlässigbar und auch die Pannensicherheit ist top.

Fazit

Auf trockenen und harten Böden kann der VEE Tire Crown GEM seine Stärken voll ausspielen: der Reifen eignet sich perfekt für XC- und Trail-Runden, wo es auf schnelle Zeiten und hohe Effizienz ankommt. Allerdings konnte uns der Crown GEM mit DCC bei nassen und matschigen Verhältnissen nicht überzeugen. Auch auf losen Schotterwegen ist der Reifen weit weg von einem souveränen Fahrverhalten. Unserer Meinung nach handelt es sich somit nicht um einen Allrounder, sondern um einen Spezialisten für trockene, harte Untergründe – und hier schlägt sich die schnelle Pelle von VEE Tire hervorragend. Sehr großes Potential sehen wir dank der Verfügbarkeit in 26″ ebenfalls im Bereich Pumptrack und 4X.

VEE Tire Crown GEM: Details

  • Gummimischung: Dual Control Compound
  • Karkasse: Skinwall Synthesis
  • Eigenschaften: TLR, 90 TPI
  • Gewicht: 851 Gramm (27.5 x 2.35), 973 Gramm (29 x 2.30)
  • Preis: 24,95 Euro

Webwww.veetireco.de

VEE Tire Flow Snap Reifen im Test: Der perfekte Allrounder?

Wer alle möglichen Streckeneigenschaften in kompakter Form auf einem einzigen Trail vorfinden möchte, der ist in den deutschen Mittelgebirgen wie der Eifel goldrichtig. Schlammige Passagen wechseln sich mit trockenen ab, Laub- und Mischwälder gehen harmonisch ineinander über und der Boden geizt nicht mit Wurzeln und Steinen. Keine Frage, hier braucht es den perfekten Allrounder. Kann der VEE Tire Flow Snap Reifen die hohen Anforderungen erfüllen?

VEE Tire Flow Snap Reifen im Test: Der perfekte Allrounder?

Für klar definierte Anforderungen bieten sich Spezialisten an, die einen ganz bestimmten Bereich perfekt abdecken. Bei der Entwicklung neuer Reifen-Modelle können die Ingenieure auf feste Parameter zurückgreifen und dementsprechend agieren. Nicht so bei Allroundern. Diese müssen unterschiedlichste Anforderungen erfüllen – und das so gut wie möglich. Das gelingt den Reifen-Herstellern mal mehr, aber auch mal weniger gut. Auf der Suche nach dem perfekten Allrounder sind wir auf den VEE Tire Flow Snap Reifen gestoßen. Auf der Internetseite bezeichnet der aus Taiwan stammende Hersteller den Reifen als Enduro-König. Das lässt aufhorchen.

Reifen mit Tackee Compound und Enduro Core Karkasse

Angeboten wird der Flow Snap in unterschiedlichen Ausführungen und Größen als universeller Gravityreifen von Schlamm über trockenes bis hin zu losem Gelände. Der Reifen ist sogar als 26″ Variante verfügbar. Im Rahmen des Tests haben wir uns für den Reifen mit Tackee Compound und Enduro Core Karkasse in Skinwall-Ausführung entschieden. Enduro Core ist laut VEE Tire die richtige Wahl, um Abfahrten standzuhalten und gleichzeitig die Klettereigenschaften zu erhalten. Die 1-lagige Ummantelung in Verbindung mit der reduzierten Apex-Festigkeit soll der perfekte Gewichtskompromiss für die Anforderungen im Bereich Enduro und Super Trail sein.

Die Montage des VEE Tire Flow Snap geht sehr fix von der Hand. Ohne großen Kraftakt lässt sich der Reifen unkompliziert auf die Felge hieven. Hilfe in Form eines Reifenmontagemittels wird nicht benötigt. Der Reifen sitzt sofort passgenau ohne Unwucht in der Felge. Montiert haben wir den Reifen in zwei Ausführungen: vorne den Flow Snap in der Dimension 29 x 2.35, hinten in 27,5 x 2.35. Weitere Eigenschaften sind TLR und 72 TPI, das von uns gemessene Gewicht liegt bei 1079 Gramm (27,5 x 2.35) bzw. 1280 Gramm (29 x 2.35). Montiert baut der Reifen recht breit und steht 2.4er Modellen anderer Hersteller (auf der gleichen Felge) in nichts nach.

VEE Tire Flow Snap: Besonders souverän auf Waldböden

Auf dem Trail wurden wir von den Fahreigenschaften des VEE Tire Flow Snap regelrecht geflasht. Mit der weichen Tackee Compound Gummimischung verspricht der taiwanische Hersteller nicht zu viel. Die markanten Mittelstollen und die äußeren, seitlich versetzten Stollen, die nicht weniger markant designt sind, beißen sich regelrecht im Trail fest. Selbst bei Nässe überzeugt der Reifen durch eine überdurchschnittlich gute Fahrperformance. Spurtreu lässt sich der VEE Tire Flow Snap über den Trail lenken. Im Grenzbereich verliert der Reifen kurzzeitig den Grip, packt dann aber sofort wieder und ermöglicht so das Beibehalten der Linie.

Sein Potential musste der Flow Snap auf unterschiedlichsten Untergründen und Witterungsverhältnissen unter Beweis stellen. Besonders souverän verhält sich der Reifen auf Waldböden – egal ob trocken, halbtrocken oder nass. Das offene Profil gewährleistet bei schlammigen Böden zudem eine gute Selbstreinigung und trägt somit zum Grip und zur Traktion bei. Ebenfalls überzeugend sind die vorbildlichen Eigenschaften beim Bremsen. Selbst bei harten Bremsmanövern weiß der Reifen durch Spurtreue zu überzeugen. Auf Schotterpisten schwimmt der Reifen allerdings etwas auf, bleibt dabei aber dennoch gut beherrschbar.

Begeistert hat uns der hohe Durchschlagsschutz, dem sogar kernige Wurzelpassagen nichts anhaben können. Plattenanfälligkeit ist für den VEE Tire Flow Snap ein Fremdwort. Doch nicht nur bergab, sondern auch bergauf kann der Reifen punkten. Auf Enduro-Touren gewährleistet der Flow Snap bei Uphills in schwierigen Passagen eine gute Traktion. Trotz der weichen Gummimischung lässt sich der Reifen gut bergauf treten, wobei natürlich nicht die Leichtfüßigkeit einer XC-Rennpelle erwartet werden darf. Dann wäre natürlich noch der Punkt Verschleiß. Weiche Gummimischungen neigen zum hohen Abrieb, aber selbst hier überrascht der VEE Tire Flow Snap. Der Verschleiß hält sich absolut in Grenzen und rundet den sehr guten Eindruck des Reifens ab.

Fazit

Der perfekte Allrounder? Nach dem Test können wir sagen: verdammt nah dran! Der VEE Tire Flow Snap bietet auf nahezu allen Böden unglaublichen Grip. Egal ob trocken, halbtrocken oder nass, auf den Reifen ist Verlass. Ganz leichte Schwächen leistet sich der Reifen lediglich auf Schotterpisten, bleibt aber dennoch immer kontrollierbar. Der Rollwiderstand ist angesichts des enormen Grips erstaunlich gut und ermöglicht so auch anspruchsvollere Enduro-Touren. Mit seinem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis ist der VEE Tire Flow Snap die ideale Wahl für alle Rider, die einen zuverlässigen Reifen mit Top-Performance suchen.

VEE Tire Flow Snap: Details

  • Gummimischung: TC – Tackee Compound
  • Karkasse: Enduro Core (Skinwall),
  • Eigenschaften: TLR, 72 TPI
  • Gewicht: 1079 Gramm (27.5 x 2.35), 1280 Gramm (29 x 2.35)
  • Preis: 49,95 Euro

Web: www.veetireco.de

Cratoni Madvision Downhill-Goggle im Test: Speed needs control!

Beim Shredden auf der letzten Rille kann selbst ein kleiner Fahrfehler weitreichende Folgen haben – sei es in Form einer schlechteren Zeit oder eines Sturzes. Hier heißt es den Überblick zu bewahren, sowohl psychisch als auch optisch. Letzteres lässt sich mit einer Goggle erreichen, doch die Auswahl ist groß. Wir haben uns für den Test der Cratoni Madvision Downhill-Goggle entschieden, da diese einige tolle Features mit an Bord hat. Aber ist die MX-Brille den stolzen Preis von knapp 160 Euro wert?

Cratoni Madvision Downhill-Goggle im Test: Speed needs control!

Mit 159,95 Euro bewegt sich die Cratoni Madvision Downhill-Goggle im oberen Preissegment. Wer so viel Geld in die Hand nimmt, erwartet einiges – und das zu Recht. Bei Cratoni ist die Madvision das Top-Modell im MX Brillen-Sortiment. Tatsächlich finden sich bei Cratoni vier verschiedene Modelle von 29,95 Euro bis zu besagten 159,95 Euro. Hierfür erhält der Käufer eine sehr schicke Goggle, die mit modernsten Features bzw. Technologien ausgestattet ist. Im Lieferumfang sind zudem 10 Tear-Offs (Abreißfolien) enthalten. Angeboten wird die Cratoni Madvision Downhill-Goggle in drei Modellvarianten. Neben der im Test befindlichen Brille mit Rahmen in black matt und Glas mit Amber-Tönung und blauem Spiegel gibt es noch die Rahmenfarben sage matt und neonyellow matt – beide mit Glas in amber mit rotem Spiegel.

Die 176 Gramm leichte Cratoni Madvision Downhill-Goggle verfügt über bewegliche Outrigger, wodurch die Brille nahezu zu jedem Fullface-Helm passen sollte. Wir haben die Madvision in Kombination mit dem neuen Cratoni Interceptor 2.0 sowie mit einem XLC Full Face Helm älteren Baujahres getestet. Bei beiden Helmen sorgten die beweglichen Outrigger und das breite Anti-Slip Brillenband für eine optimale Anpassung an die Helmform. Damit sitzt die Brille nicht nur ideal, sondern auch wackelfrei und rutschfest. Einen großen Teil zum Tragekomfort trägt zudem das Triple-Layer Foam mit 3D Textur bei. Der weiche Schaumstoff schmiegt sich sehr angenehm an die Haut an. Der Rahmen selbst ist flexibel genug, um sich seinerseits an unterschiedliche Gesichtsformen anzupassen.

Cratoni Madvision mit Color+ Sport Glas

Neben dem Rahmen kommt natürlich dem Glas eine enorme Bedeutung zu. Zum Einsatz kommt das kontrastverstärkende High-Definition Glas Color+ Sport mit 100% UV-Schutz und Tear Off Pins. Und hier macht sich ein großer Unterschied zu preiswerteren Goggles auf dem Markt bemerkbar. Das Color+ Sport Glas mit Amber-Tönung besticht durch eine hohe Farbbrillianz, beeindruckende Sehtiefe sowie kontrastreiche Wahrnehmung. Der Tönungsgrad beträgt 13%, was der Kategorie 3 entspricht, also dem Einsatz bei sonnigen Verhältnissen. Überzeugen kann ebenfalls das groß dimensionierte Sichtfeld der Goggle. Der Rahmen ist nur am äußersten Rand wahrnehmbar, wodurch die Sicht nicht eingeschränkt wird. Das Glas ist zudem absolut verzerrungsfrei, auch im seitlichen Bereich.

Gerade jetzt mit den kühleren Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit müssen Goggles über eine weitere wichtige Eigenschaft verfügen: Anti-Fog. Das Color+ Sport Glas kommt diesbezüglich natürlich mit einer Anti-Fog Beschichtung. In Kombination mit dem gut belüfteten Rahmen wird fast in jeder Situation ein Beschlagen des Glases unterbunden. Lediglich bei schnaufendem Schieben bergauf legte sich am äußersten Rand ein kleiner Schleier, der aber – oben angekommen – ohne zutun schnell wieder verschwand. Beim Fahren hatten wir zu keiner Zeit Probleme, weder bei Highspeed noch in sehr technischen, langsamen Passagen. Was uns ebenfalls überzeugt hat ist die hohe Resistenz des Glases gegenüber Kratzern. By the way: Für die Cratoni Madvison ist optional auch ein klares Ersatzglas erhältlich.

Cratoni Madvision Downhill-Goggle im Test: Speed needs control!

Fazit

Der Preis erscheint auf den ersten Blick hoch, dafür erhält der Käufer allerdings eine Goggle, die keinerlei Wünsche offen lässt. Die Qualität der Brille ist auf allen Ebenen erstklassig. Nicht nur der Rahmen weiß zu überzeugen, sondern auch das Color+ Sport Glas. Die hohe Farbbrillianz, die beeindruckende Sehtiefe und die kontrastreiche Wahrnehmung bewegen sich auf höchstem Niveau. Was wir uns von Cratoni allgemein bei den MX-Brillen wünschen würden, wäre eine einfachere Darstellung der verfügbaren Ersatzteile auf der Webseite.

Web: www.cratoni.com

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Das in Pulheim bei Köln ansässige Unternehmen GermanXia hat sich auf Mobilität im E-Bike Bereich spezialisiert. Neben Komplettbikes umfasst das Portfolio auch verschiedene Umrüstsätze, mit denen ein herkömmliches Fahrrad zum E-Bike umgerüstet werden kann. Einen besonders unkomplizierten Umbau verspricht der GermanXia E-Bike Vorderrad-Umrüstsatz, da hier grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wir wollten wissen: wie unkompliziert ist der Umbau wirklich und wie bewährt sich der Antrieb im Praxistest?

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Im Test: GermanXia Vorderrad-Antrieb mit LED Display und PAS-Sensor

Die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten der GermanXia E-Bike Umrüstsätze ermöglichen einen sehr individuellen Aufbau des Fahrrades zum Pedelec. Angeboten wird der bürstenlose, wartungsfreie 250 Watt Vorderrad-Nabenmotor in Kombination mit Laufrädern von 20 bis 28 Zoll. Der Vorderrad-Nabenmotor ist speziell auf die Laufradgröße abgestimmt. Für die Begrenzung der Unterstützung auf maximal 25 km/h sorgt ein interner Hallsensor. Wir hatten im Test die 26 Zoll Version als Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Bei der Bestellung müssen die Einbaubreite und die Möglichkeit der Scheibenbremsmontage explizit angegeben werden. Auch bei den Akkus bietet GermanXia mehrere Optionen an. Aufgrund der universellen Verwendbarkeit haben wir uns für einen 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku entschieden.

E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile

Erstaunlich ist der Blick auf die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln – das war es schon. Das Gesamtgewicht in unserer Ausführung beträgt knapp 6,6 Kilogramm, den größten Teil davon beanspruchen der Akku mit 2933 Gramm und das Laufrad mit 2891 Gramm. Die Komponenten machen einen hochwertigen Eindruck. Das Vorderrad ist sauber eingespeicht und zentriert. Die Verwendung von dickeren Speichen in Kombination mit der robusten 36-Loch Alu-Felge spricht für den Qualitätsanspruch des Herstellers. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen zudem eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht.

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Es geht los: Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers

Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der Trinkflaschenakku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Wir haben beides ausprobiert. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.

Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und definitiv Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann – wie in unserem Fall – eines individuellen Lösungsansatzes. Spätestens hier zeigt sich, dass der Umbau nicht mit wenigen Handgriffen erledigt ist.

Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung

Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Das trägt nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen werden. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.

Konfiguration des Systems entfällt

Nach dem E-Bike Umbau kann der GermanXia Vorderrad-Antrieb sofort in Betrieb genommen werden. Da eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Das Aufladen des Akkus kann direkt am Bike oder auch nach Entnahme des Akkus erfolgen. Die seitliche Entnahme aus dem Akkuhalter heraus ermöglicht selbst auf engem Raum ein unkompliziertes Handling des Energiespeichers. Durchdacht ist ebenfalls die kleine Griffmulde für ein einfacheres Tragen. Ein weiteres Feature ist die Diebstahlsicherung des Akkus per Schlüssel. Abgerundet wird der Trinkflaschenakku durch eine per Taste aktivierbare Akku-Ladezustand-Anzeige.

Der GermanXia 26″ Vorderrad-Antrieb E-Bike Umbausatz im Praxistest

Die Tretunterstützung erfolgt bei Betätigung der Kurbel und setzt relativ schnell, wenn auch nicht sofort ein. Sobald das System eine Tretbewegung registriert, sorgt der GermanXia Vorderrad-Antrieb für Schub. Abhängig von der gewünschten Unterstützungsstufe kann der Vortrieb überraschend kraftvoll sein. Selbst ein schwerer Cruiser bekommt so ordentlich Beine. Die Unterstützung läuft etwas nach, das gilt ebenso, wenn die Tretbewegung beendet wird. Eine sofortige Unterbrechung der Tretunterstützung ist dennoch möglich. Hierfür muss nur einer der Bremshebel betätigt werden. Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht also absolut Sinn.

PAS-Sensor vs. Drehmomentsensor

Der Sensor hat einen entscheidenden Einfluss auf die Fahrcharakteristik. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor – der gegen Aufpreis bei GermanXia erhältlich ist – signalisiert der PAS-Sensor dem System nur, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da an setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit unabhängig vom Pedaldruck. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, das selbst bei einer abgesprungenen Kette der Antrieb für Schub sorgt – vorausgesetzt es wird weiter in die Pedale getreten. Wer sich eine natürlich wirkende Unterstützung wünscht, kommt nicht an einem Drehmomentsensor vorbei. Nachteil: Der Drehmomentsensor ist teurer und das Kabel muss aus dem Tretlager herausgeführt werden.

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Bedienung des Systems

Die übersichtliche Gestaltung des LED-Displays ermöglicht eine sehr einfache Bedienung des Systems. Zur Verfügung stehen insgesamt fünf Unterstützungsmodi, die per LED angezeigt werden. Vier LEDs geben den aktuellen Akkuzustand an. An- und Ausschalten lässt sich das System mittels eines separaten Knopfs. Die einzelnen Modi wirken sich spürbar auf den Grad der Unterstützung aus. Besonders in den beiden stärksten Modi überrascht der Antrieb durch enormen Zug – Zug deshalb, weil der Vorderradantrieb das Fahrrad zieht, und nicht schiebt wie bei einem Hinterrad- oder Mittelmotorantrieb. Wer bisher „nur“ mit einem „normalen“ Fahrrad unterwegs war, benötigt aufgrund der veränderten Fahrcharakteristik etwas Eingewöhnungszeit.

Reichweite des GermanXia Vorderrad-Antriebs mit 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku

Kaum ein Wert lässt mehr Raum für freie Interpretationen wie die Reichweite eines E-Bikes. Zu viele Faktoren haben Einfluss, um wirklich eine genaue Aussage treffen zu können. Unser Testbike verfügte nicht nur über sehr breite Reifen, sondern war mit einem Gesamtgewicht von knapp über 30 Kilogramm auch recht schwer. Hinzu kam noch das Fahrergewicht von etwa 80 Kilogramm. Dennoch waren bei günstigen Wetterverhältnissen und wenig Steigungen ohne Probleme 80 Kilometer möglich. Damit haben wir uns aber nicht begnügt und forderten das System in der Eifel heraus. Auf einer Tour, wo lediglich die beiden stärksten Unterstützungsstufen aktiviert waren, schaffte der Akku eine Reichweite von 34 Kilometern – und das mit 400 Höhenmetern.

Gewöhnungsfaktor Maximalstufe

Der PAS-Sensor ermöglicht ein sehr kraftsparendes Vorankommen mit dem Bike. Wie bereits beschrieben reicht ein leichtes Treten, und der Antrieb legt los. In der höchsten Unterstützungsstufe wird dank des maximalen Drehmoments von 42 Newtonmetern selbst schweren Stahlrössern ordentlich Leben eingehaucht. Wir waren von der Power des Antriebs wirklich überrascht. Der Unterstützungsgrad verringert sich natürlich mit steigender Fahrgeschwindigkeit progressiv und endet den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend bei 25 km/h. Um Schäden am Motor zu verhindern, verfügt das System über einen Thermoschutz. Selbst auf langen Steigungen in der Eifel mit Maximalstufe konnten wir keine Aussetzer durch eine thermische Überlastung feststellen.

Woher kommt das Knacken und Knarzen?

Allerdings ist eine andere Sache relativ schnell aufgefallen. Nach etwa 50 Kilometern machte sich der Antrieb durch ein Knacken und Knarzen bemerkbar. Die Ursache dessen war jedoch schnell ausgemacht: die Speichen hatten sich stark gelockert. Nach dem Festziehen und Zentrieren des Laufrades hatte sich das Problem erledigt. In Anbetracht der Tatsache, dass auch bei Neurädern nach kurzer Betriebszeit unbedingt eine Erstinspektion empfohlen wird, sehen wir das nicht als Minuspunkt an. Abgesehen hiervon überzeugte der GermanXia Vorderrad-Antrieb bei uns während der gesamten Testphase durch hohe Zuverlässigkeit. Dank der wasserdichten Stecker stellten selbst Fahrten bei Regen kein Problem dar.

GermanXia E-Bike Umrüstsatz mit Vorderrad-Antrieb im Test

Fazit

Der Umbau eines Fahrrades mit dem GermanXia Vorderrad-Antrieb stellt durchaus eine gute Alternative zu einem „fertigen“ E-Bike dar. Allerdings müssen einige Dinge beachtet werden, damit der Umbau nicht nur dem Gesetz entspricht, sondern auch ausreichend Fahrsicherheit bietet. Wer sich ein natürliches Fahrgefühl wünscht, sollte zudem nicht den PAS-Sensor, sondern einen Drehmomentsensor verbauen. Last but not least: Der Umbau erfordert handwerkliches Geschick, Fachkenntnisse und spezielles Werkzeug, weshalb wir für die Umrüstung unbedingt eine Fachwerkstatt empfehlen würden.

Wichtiger Hinweis: Wer sein Fahrrad mit dem Umbausatz umrüstet, wird zum Inverkehrbringer des umgerüsteten Pedelecs und steht dementsprechend auch in der Haftung!

GermanXia 26″ Vorderrad-Antrieb mit 36V/11.6 Ah Trinkflaschen-Akku: Details

  • Antriebsart: Pedelec-Antrieb mit Tretkraftunterstützung bis 25 km/h
  • Antrieb: Bürstenloser, wartungsfreier 250 Watt Vorderrad Nabenmotor
  • Spitzenleistung*: 500 Watt
  • Max. Drehmoment*: 42 Nm
  • Gewicht des Umbausets: Etwa 6,6 Kilogramm (Akku: 2933 Gramm / Laufrad: 2891 Gramm)
  • Verfügbare Laufradgrößen: 20″ bis 28″
  • Alle Komponente sind zertifiziert und entsprechen den Anforderungen der CE, EMC und RoHS
  • Preis der getesteten Ausführung komplett: 822,00 Euro
  • Web: www.germanxia.de

*Angaben des Herstellers

Filmer LED-Scheinwerfer im Test: Stilvoll durch Nacht und Wind

Fest verbaute LED-Fahrradscheinwerfer kommen in erster Linie an City- und Trekkingbikes zum Einsatz. Doch auch bei Cruisern kann ein permanent verbautes Frontlicht absolut Sinn machen. Besonders im Alltagseinsatz ist somit immer garantiert, dass das Licht an Bord ist. Filmer bietet zwei attraktive Modelle an, die sich optisch sehr gut an Retro-Bikes und Cruisern machen. Doch können die LED-Scheinwerfer halten, was die Optik verspricht?

Filmer Retro-Look Scheinwerfer 30 Lux

Optisch machen die batteriebetriebenen Filmer LED-Scheinwerfer einiges her. Die stark spiegelnde Chromoberfläche verleiht den Frontlichtern einen sehr exklusiven Touch, wodurch besonders Liebhaber von Retro-Bikes und Beach-Cruisern angesprochen werden. Beide Lampenmodelle verfügen über das deutsche KBA Prüfzeichen und entsprechen somit der StVZO. Der oben befindliche Schalter dient nicht nur zum Ein- oder Ausschalten, sondern auch zur Regulierung der Leuchtstärke. Möglich sind je nach Anforderung 100% oder energiesparende 50%. Fest montiert werden die LED-Scheinwerfer mittels der mitgelieferten Halterung an der Gabelbrücke. Die Schutzklasse IPX4 gewährleistet einen Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Für die Inbetriebnahme sind jeweils vier AAA-Batterien erforderlich, die nicht zum Lieferumfang gehören.

Filmer LED-Scheinwerfer 40 Lux

Filmer LED-Scheinwerfer 40 Lux im Praxistest

Das batteriebetriebene Filmer LED-Frontlicht (Art.-Nr. 40001) mit 40 Lux Beleuchtungsstärke und Reflektor besteht aus einem zweigeteilten Kunststoffgehäuse. Der vordere verchromte Teil mit der Linse kann für einen Batteriewechsel unkompliziert abgenommen werden. Durch die Verwendung von Kunststoff ist die Leuchte zudem ziemlich leicht. Lediglich 83 Gramm gehen inklusive Halterung zu Lasten des Gewichtskontos. Hinzu kommt das Gewicht der Batterien mit etwa 45 Gramm. Schwächer werdende Batterien lassen sich dank des integrierten Indikators vorzeitig erkennen. Rechtzeitig erkennen lassen sich auch Hindernisse auf der Fahrbahn. Der Nah- und Seitenbereich wird ausreichend ausgeleuchtet, der Fahrweg erstrahlt in hellem Licht – die Übergänge sind jedoch recht hart und wenig homogen. Mittels des Schalters lässt sich bei Bedarf für eine höhere Reichweite das Licht um 50% auf 20 Lux reduzieren. Erstaunlich ist, dass der Energiespar-Modus nur wenig an Helligkeit einbüßt.

Retro-Look Scheinwerfer 30 Lux

Ähnlicher Aufbau, nur 20 Gramm Mehrgewicht, aber eine andere Optik: Der Retro-Look Scheinwerfer 30 Lux (Art.-Nr. 40027) erstrahlt komplett in Chrom und besticht durch ein sehr edles Finish. Allerdings besteht auch dieses Gehäuse aus Kunststoff. Der Batteriewechsel gestaltet sich ähnlich wie beim Filmer LED-Scheinwerfer 40 Lux, der vordere abnehmbare Teil ist jedoch noch mit einer zusätzlichen Schraube gesichert. Schwächer werdende Batterien werden durch den Batterie-Indikator angezeigt. Der Lichtkegel ist leider nicht so homogen und geschmeidig wie die Optik des Fahrradscheinwerfers. Die Ausleuchtung des Fahrwegs grenzt sich sehr stark vom Seitenbereich ab. Besonders in Kurven sorgt das für Unsicherheit beim Fahren. Bei der Qualität des Chroms müssen ebenfalls Abstriche gemacht werden. Dieser ist relativ empfindlich. Entstandene Kratzer und Scheuerstellen lassen sich selbst mit Politur nicht mehr beseitigen oder zumindest abschwächen.

Filmer LED-Scheinwerfer im Test

Fazit Filmer LED-Scheinwerfer

Die beiden Filmer LED-Scheinwerfer im Test bieten zweifellos eine tolle Optik. Durch die Verwendung von Kunststoff sind die Leuchten zudem sehr leicht. Die Übergänge des Lichtfelds zwischen Seitenbereich und Fahrweg sind bei beiden Modellen recht hart. Beim Chrom sollte die Erwartungshaltung bezüglich der Langlebigkeit nicht zu hoch angesetzt werden. Echte Retro-Liebhaber, die auf Authentizität wert legen, dürften sich außerdem am Kunststoff stören.

Web: www.filmer.de

SKS S-Blade und S-Board Set für Road und Allroad im Test: Auffällig unauffällig

Nach dem Test des SKS Blade MTB Schutzblech-Sets haben wir uns dem S-Blade und S-Board gewidmet. Die ebenfalls im Set angebotenen Schutzbleche sind speziell für Road und Allroad konzipiert. Auch bei diesen Modellen verspricht der in Sundern beheimatete Hersteller eine sehr schnelle und unkomplizierte Montage. Wir haben die aus schlagfestem Hochleistungskunststoff gefertigten Spritzschützer für einen Test an unseren Crosser geschnallt.

SKS S-Blade und S-Board Set für Road und Allroad im Test

Wenn es darauf ankommt: Extrem schnelle Montage für spontane Einsätze

Eine dauerhafte Montage von Schutzfängern kommt für uns an einem Crosser oder Rennrad nicht in Frage. Es muss also eine schnell montierbare und unkomplizierte Lösung zum Einsatz kommen. In diesem Punkt kann das SKS S-Blade und S-Board Set für Road und Allroad auf jeden Fall volle Punktzahl einfahren. Dank der Quick-Release Befestigungen sind sowohl das vordere als auch hintere Schutzblech mit wenigen Handgriffen am Bike fixiert. Eine permanente Verschraubung oder spezielle Adapter sind nicht notwendig. Wobei wir kurz auf die Bezeichnung Schutzbleche eingehen wollen: Blech ist eigentlich die falsche Bezeichnung, handelt es sich genau genommen um schlagfestes Kunststoff. Und dieser ist zudem extrem flexibel und formbeständig.

Wie wird das SKS S-Blade und S-Board Set für Road und Allroad am Bike montiert?

Wie bereits erwähnt geschieht die Montage am Bike völlig werkzeuglos. Lediglich bei der Erstmontage kann es erforderlich werden, dass der Winkel des hinteren S-Blade Schutzblechs mit Hilfe eines 4 Millimeter Innensechskantschlüssels justiert werden muss. Das war es dann schon. Befestigt wird das S-Blade mittels eines Spanngurts und Spannbügels an der Sattelstütze. Der Spanngurt lässt sich mit wenigen Handgriffen den Anforderungen entsprechend anpassen, danach muss nur noch der Spannbügel ein- und umgelegt werden. Ebenso unkompliziert gestaltet sich die Montage des vorderen S-Boards. Zwei Gummistraps ermöglichen eine Fixierung an Gabeln mit unterschiedlichen Durchmessern. Somit stellen auch Aero-Gabeln kein Problem dar.

SKS S-Blade und S-Board Set: Auffällig unauffällig

Auffällig unauffällig gestalten sich mit dem SKS S-Blade und S-Board Set sowohl tägliche Einsätze im Alltag als auch das Training. Die Fenders fallen nahezu nicht auf, besonders das vordere S-Blade ist erst auf dem zweiten Blick erkennbar. Auffällig ist beim Fahren auf regennassen Straßen oder Wegen allerdings der recht hohe Schutz vor aufwirbelnder Nässe. Vor allem der Bereich des Rückens und Gesäßes wird ideal geschützt. Nicht ganz vermeiden lassen sich hingegen nasse Füße und Schienbeine. Hier muss in Form von wasserdichten Schuhen oder Socken nachgeholfen werden, aber ansonsten verrichtet das S-Board einen sehr guten Dienst. Ruppige Wege müssen übrigens nicht gescheut werden: Die hochwertig verarbeiteten Fenders sitzen dank der Gummistraps bzw. des auf der Innenseite gummierten Spanngurts bombenfest!

Fazit

Universelle Passform, leichtgewichtig, schnell montierbar und hoher Schutzfaktor: Die perfekte Wahl für ambitionierte Cross-Rider, die auch bei Regenwetter unterwegs sein wollen, ohne sich dabei jedesmal komplett einzusauen. Mit empfohlenen Reifenbreiten von 30 bis 38 Millimetern eignet sich das Set allerdings nur bedingt für Gravelbikes mit sehr breiter Bereifung.

Produktdetails SKS S-Blade und S-Board Set 28″

  • Farbe: Schwarz
  • Gewicht: 115 Gramm (vorne) / 93 Gramm (hinten)
  • Material: Schlagfester Hochleistungskunststoff
  • Montage: Quick-Release-Befestigung
  • Radgröße: 27,5″ / 28″
  • Reifenbreite: 30 bis 38 Millimeter
  • Preis: 25,99 Euro

Web: www.sks-germany.com