Special Burgen und Schlösser Tour: Etappe 1 – Vom Duisburger Hauptbahnhof bis zur Burg Altendorf

Vom Duisburger Hauptbahnhof zum Schloss Broich – Vom Schloss Broich zum Schloss Landsberg – Vom Schloss Landsberg zum Haus Oefte – Vom Haus Oefte zur Ruine Neu-Isenburg – Von der Ruine Neu-Isenburg zur Vryburg – Von der Vryburg zur Burg Altendorf / Gesamt Etappe 1: Etwa 67,5 Kilometer und 1077 Höhenmeter

  • Vom Duisburger Hauptbahnhof zum Schloss Broich
    Etwa 14 Kilometer und 64 Höhenmeter
  • Vom Schloss Broich zum Schloss Landsberg
    Etwa 12 Kilometer und 210 Höhenmeter
  • Vom Schloss Landsberg zum Haus Oefte
    Etwa 9 Kilometer und 193 Höhenmeter
  • Vom Haus Oefte zur Ruine Neu-Isenburg
    Etwa 16 Kilometer und 450 Höhenmeter
  • Von der Ruine Neu-Isenburg zur Vryburg
    Etwa 12 Kilometer und 110 Höhenmeter
  • Von der Vryburg zur Burg Altendorf
    Etwa 4,5 Kilometer und 50 Höhenmeter

Vom Duisburger Hauptbahnhof zum Schloss Broich

Eckdaten: Etwa 14 Kilometer und 64 Höhenmeter

Unsere Burgen und Schlösser Tour beginnt in Duisburg am Hauptbahnhof. Wir haben den Duisburger Hauptbahnhof als Startpunkt gewählt, weil der Bahnhof sehr markant ist und daneben eine sehr gute Erreichbarkeit mit dem Bus, der Bahn und dem Auto bietet. Vor dem Start kann natürlich noch in der nahe gelegenen Fußgängerzone ein gutes Frühstück eingenommen werden oder aber, falls noch nicht geschehen, die für die Tour notwendigen Getränke eingekauft werden. Überraschenderweise liegt die erste Sehenswürdigkeiten nur wenige Meter vom Hauptbahnhof weg, weshalb der Startpunkt ebenfalls gut gewählt ist. Die Fahrt durch eine große Stadt ist immer relativ grenzwertig, aber wir kommen aus Duisburg relativ schnell heraus. Doch wollen wir langsam beginnen, wir haben schließlich noch eine lange und sehr schöne Tour mit über 180 Kilometer und fast 4000 Höhenmeter vor uns!

Am Duisburger Hauptbahnhof orientieren wir uns am Ausgang Ost, also entgegengesetzt zur Stadtmitte. Wir folgen dem ausgeschilderten Fahrradweg Richtung Mülheim. Die erste Sehenswürdigkeit ist bereits nach wenigen Metern erreicht, das Haus Königsberg, ein Museum zur Erinnerung an die Königsberger Kultur- und Stadtgeschichte. Wir folgen weiter den Wegweisern Richtung Mülheim. Die Fahrt durch den Duisburger Stadtteil Duissern, über die Wintgensstraße und links abbiegend auf die Meidericher Straße, ist zwar kein Hochgenuss, bringt uns aber effizient aus der Stadt heraus. Auf der Meidericher Straße (L1) halten wir uns geradeaus, überqueren die Straße Ruhrdeich und nachfolgend die Brücke über die Ruhr – unser erster Kontakt zur Ruhr. Fast vier Kilometer sind wir bis hierhin unterwegs, bevor wir nach rechts die Straße verlassen und auf dem ausgewiesenen Fahrradweg die nächste Sehenswürdigkeit anvisieren. Wir folgen entspannt und (noch) locker den Radwegschildern Richtung „Aquarius Mülheim“.

Skizze Tourenverlauf Duisburg Hbf / Schloss Broich

 

Das Mülheimer Aquarius

Wir tauchen ein in die Ruhraue. Weite Wiesen, die Brücken über die Ruhr und die Ruhr selber prägen das Bild. Auf unserer ersten Etappe wird uns die Orientierung sehr leicht gemacht – kein Wunder, befahren wir ja den bekannten und beliebten RuhrtalRadweg. Wir folgen weiter dem Radweg Richtung „Aquarius Mülheim“ und radeln durch den Mülheimer Stadtteil Alstaden zum Ruhr-Stadion, wo wir nachfolgend auf die andere Seite der Autobahn A40 gelangen. Auf der ersten Etappe rollen wir sehr viel über Asphalt, jedoch sollte man bedenken, wie viele Menschen hier ihr zu Hause haben und auf engstem Raum zusammenleben. Den Wegweisern folgend erreichen wir Mülheim-Styrum und lassen den Lärm der Autobahn hinter uns. Der Radweg führt uns von der Straße weg direkt zum Mülheimer Aquarius, einem über 100 Jahre alten ehemaligen Wasserturm. Der 50 Meter hohe Turm ist weithin sichtbar und grenzt direkt am Schloss Styrum. Im Schloss findet sich ein Restaurant und der Biergarten ist wirklich sehr empfehlenswert. Vom Autoverkehr verschont folgen wir weiter dem Radweg und gelangen mit der Styrumer Brücke auf die andere Seite der Ruhr. Die Industrie ist hier allgegenwärtig und dennoch zeigt sich der Radweg von einer sehr idyllischen Seite. Mit dem Erreichen einer Parkanlage stehen wir unmittelbar vor unserem ersten Etappenziel, dem Schloss Broich in Mülheim. Wir folgen dem Radweg, der auch gleichzeitig den Wanderweg = darstellt und gelangen direkt zum Schloss. Bei schönem Wetter werden die Wiesen vor dem Schloss belagert – anders als in der Vergangenheit finden sich hier aber keine Krieger und Soldaten mehr, sondern nur noch Erholungssuchende, welche die Sonne vor einer sehr schönen Kulisse genießen.

Das Schloss Broich

Vor über 1100 Jahren eroberten die Wikinger die nahe gelegene Stadt Duisburg. Es wird vermutet, dass die ursprüngliche Burg deshalb von den Ostfranken zur Sicherung der Ruhr und des Westfälischen Hellwegs errichtet wurde.

Das Schloss Broich in Mülheim

Kurze Zeit später wurden die Wikinger wieder vertrieben und die Burg fand erst mal keine Verwendung mehr. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg zu einer Festung umgebaut, verfiel allerdings und wurde im Jahre 1975 wieder eröffnet. Heutzutage erfreut sich das Schloss Broich regen Besuches und Attraktionen wie den Burgfolk und den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt darf man sich nicht entgehen lassen.

Vom Schloss Broich zum Schloss Landsberg

Eckdaten: Etwa 12 Kilometer und 210 Höhenmeter

Weiter geht’s auf dem Radweg Richtung Essen-Kettwig/Mintard. Wir bleiben weiterhin vom Autoverkehr verschont – fast unglaublich, wenn man sich die Karte dieses Gebietes anschaut. Links neben uns taucht die Ruhr erneut auf und das erste Mal können wir mit Fug und Recht behaupten, auf die Ruhr hinab zu blicken. Die links unter uns verlaufende Straße überqueren wir mit einer sehr interessanten Brückenkonstruktion. Irgendwie erinnert die Brücke an einen übergroßen und überbreiten North Shore. Wir gelangen direkt an das Ufer der Ruhr mit dem Blick auf den Bismarckturm auf der anderen Seite des Flusses. Unvorstellbar ist, dass der Bismarckturm auf dem Kahlenberg wegen einer Hochhaus Bebauung in den 70er Jahren abgerissen werden sollte – zum Glück ist das aber nicht geschehen! Wir genießen das lockere Kurbeln über die breiten und befestigten Wege. Noch können wir entspannt dahin gleiten, aber das wird sich bald ändern! Wir gelangen auf einen asphaltierten Weg, der uns nur zwei Möglichkeiten lässt: Links oder rechts?! Wir entscheiden uns für die Fahrt nach rechts weiter in Richtung des Kloster Saarn.

Kurze Zeit später passieren wir das Kloster Saarn, welches zu unserer Rechten liegt. Die Klosteranlage Mariensaal, wie sie auch genannt wird, wurde bereits im Jahre 1214 gegründet und stellt ein sehenswertes Stück Geschichte dar.

Skizze Tourenverlauf Schloss Broich / Schloss Landsberg

 

Die Mintarder Ruhrtalbrücke

Wir befahren weiter den Radweg auf dem Saarner Damm bis zur Landsberger Straße, auf die wir nach rechts abbiegen. Zum ersten Mal auf dieser Tour können wir jetzt bergan kurbeln. Von der Landsberger Straße biegen wir links auf die Voßbecker Straße ab und halten uns in Richtung des Friedhofs. Vorbei an Fachwerkhäusern nähern wir uns dem Friedhof und fahren rechts am Friedhof vorbei. Wir orientieren uns jetzt an der Kennzeichnung des Wanderweges A9, der uns auf Asphalt weiter bergan kurbeln lässt. Erstaunlich ist, dass wir seit dem Kloster bereits über 50 Höhenmeter gemacht haben. Unter uns schlängelt sich die Ruhr und bereits jetzt können wir die Mintarder Ruhrtalbrücke erkennen, die sich weit und unübersehbar über das Ruhrtal spannt. Mit einer Länge von 1800 Metern ist die Mintarder Ruhrtalbrücke Deutschlands längste Straßenbrücke aus Stahl. Über die Brücke verläuft die Autobahn A52, welche die beiden Städte Düsseldorf und Essen verbindet – und das in einer luftigen Höhe von 65 Metern. Mit der Brücke in Sichtweite folgen wir der kleinen Asphaltstraße vorbei an Wiesen und Höfen. Nichts erinnert hier mehr an die Industrie des Ruhrpotts!

Wir tauchen endlich in den Wald ein und der Weg, den wir befahren, scheint ein aus Lehm geformter Traum zu sein. Der Weg, den uns die Kennzeichnung A9 offenbart, ist schmal, ruppig und leicht kurvig. Links von dem Wanderweg fällt der Hang steil und tief ab. Wir nähern uns der Ruhrtalbrücke und folgen weiterhin der Kennzeichnung A9. Der Weg führt bergab und rüttelt uns mächtig durch. Wir gelangen unter die Ruhrtalbrücke und stoßen auf eine kleine asphaltierte Anliegerstraße, der wir nach rechts folgen. Wir sind jetzt auf dem Wanderweg X, der uns auf die Straße „Am Biestenkamp“ führt. Ein wunderbares Stadtviertel mit einigen schönen Fachwerkhäusern – so stellt man sich Urlaub vor! Der Kennzeichnung X folgend überqueren wir die Hauptstraße und gelangen wieder in den Wald. Jetzt heißt es richtig pumpen, der Waldweg führt mächtig steil nach oben. Im weiteren Verlauf des Wanderweges X gelangen wir auf freies Feld und für kurze Zeit müssen wir uns wieder mit Asphalt anfreunden.
Wir erreichen die Essener Straße, eine große Landstraße. Ein kurzes Stück folgen wir dieser nach rechts und biegen nachfolgend links in den Blomerich Weg ab. Wir befahren den Wanderweg XR, der uns erst in den Wald und nachfolgend wieder auf Waldboden führt. Wir halten uns an die Kennzeichnung XR bis zu einer Lichtung, wo der Wanderweg A3 nach links abzweigt. Die Stelle ist markant, weil sich hier auf der linken Seite eine runde Feuerstelle befindet. Dem Wanderweg A3 folgend gelangen wir direkt zum Schloss Landsberg.

Auf den letzten Metern des Wanderweges, hinunter zum Schloss Landsberg, ist erhöhte Vorsicht angebracht! Auch wenn der Wanderweg durch die leichten Steinpassagen verlockend sein mag, muss man hier nicht nur auf Fußgänger und Wanderer achten, sondern auch auf einige quer liegende Baumstämme. Selbsternannte Naturfreunde haben anscheinend großen Spaß daran, Baumstämme auf bzw. in den Weg zu legen. Der Abschluss des Weges zum Schloss Landsberg ist sowieso mit zwei Hindernissen versehen. Was soll’s?!

Das Schloss Landsberg

Im Jahre 1276 erbaut, wurde das Schloss Landsberg 1903 von August Thyssen gekauft und gehört jetzt der Thyssen-Krupp-Gruppe. Neben dem Schloss befindet sich ein unübersehbarer Neubau, der burgähnlich gestaltet wurde und als Fortbildungsstätte dient. Die Parkanlage des Schlosses ist frei zugänglich, während das Schloss selber der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung steht.

Das Schloss Hugenpoet liegt unweit des Schlosses Landsberg. Das Schloss Hugenpoet ist zwar nicht direkt ein Bestandteil unserer Burgen und Schlösser Tour, dennoch wollen wir kurz auf dieses Schloss eingehen. Bei dem Schloss handelt es sich um ein Wasserschloss, welches von Gräften umgeben ist und heute ein Restaurant beinhaltet. Das Schloss bietet einen schönen Rahmen für Veranstaltungen und Feierlichkeiten wie Hochzeiten.

Die Rindersberger Mühle

Vom Schloss Landsberg zum Haus Oefte

Eckdaten: Etwa 9 Kilometer und 193 Höhenmeter

Wer dem Schloss Hugenpoet einen Besuch abstatten möchte, dem bietet sich jetzt eine sehr gute Möglichkeit. Dafür muss man nur dem Kopfsteinpflaster vom Schloss Landsberg weiter bergab folgen und nach der Tordurchfahrt links orientieren. Das Schloss Hugenpoet liegt nur wenige hundert Meter entfernt.

Vom Schloss Landsberg folgen wir auf Kopfsteinpflaster wieder dem Wanderweg A3/R bergan zurück, den wir bereits zur Fahrt hinunter zum Schloss Landsberg genutzt haben. Wie bereits auf der Hinfahrt bemerkt, müssen wir auch jetzt wieder an den Hindernissen vorbei. Der Weg wird wieder breiter und lehmiger, zur Orientierung dient uns jetzt die Kennzeichnung T1, die uns nach links von dem Wanderweg A3 wegführt. An der nächsten Gabelung, die wir erreichen, folgen wir der Kennzeichnung X nach links. Wir gelangen zu dem kleinen asphaltierten Höseler Weg, wo wir uns von dem Wanderweg X verabschieden. Der Wanderweg X führt hier nach links die Straße entlang, wir aber folgen dem Wanderweg A3 über die Straße hinweg wieder in den Wald hinein. So oft es geht wollen wir unseren Stollen ordentlich Dreck zu fressen geben! Wir tauchen ein in eine Welt mit bewaldeten Hügeln. Anzeichen an eine in der Nähe gelegenen Großstadt sind nicht ersichtlich. Wir befahren weiter den Wanderweg A3 und Freerider sollten in diesem Bereich die Augen offen halten. An einer Lichtung angelangt folgen wir geradeaus dem Wanderweg M. Der Wanderweg M bringt uns direkt nach Kettwig vor der Brücke, anfänglich über einen spaßigen Singletrail, später übergehend auf einen breiten Forstweg.

Wir stoßen auf die Straße Sommersberg und folgen dem Wanderweg X durch den Ort an der Rindersberger Mühle vorbei. Die durch Wasserkraft angetriebene Kornmühle stammt aus dem 15. Jahrhundert und steht – natürlich – unter Denkmalschutz.

Skizze Tourenverlauf Schloss Landsberg / Haus Oefte

Wir überqueren die Heiligenhauser Straße und gelangen mit der Kennzeichnung X in die Straße „Am Wildbach“, anschließend in den Klipperweg. Der folgende schmale Singletrail führt uns zur Charlottenhofstraße, auf der sich die Autos und Motorräder serpentinenmäßig nach oben schrauben. Vorsichtig überqueren wir die Straße und orientieren uns weiter am Wanderweg X. Es geht weiter den Berg hoch und das noch nicht mal entspannt. Der Wanderweg ist steil, manchmal schmal und die eine oder andere Stufe steuern ihren Teil dazu bei, dass der Uphill recht anspruchsvoll ist. Oben angekommen erreichen wir die Fachklinik Rhein-Ruhr und folgen weiterhin der Kennzeichnung X. Wir gelangen wieder zur Charlottenhofstraße und diesmal begleiten wir die Straße einige Meter. Mit dem Abbiegen in die Oefte, weiter auf dem Wanderweg A2, verlassen wir wieder die Charlottenhofstraße. Wir passieren den Charlottenhof, eine ehemalige Unternehmervilla, jetzt Heimat der Jugendbildungsstätte St. Altfrid. Für kurze Zeit tauchen wir in den Wald hinein, weiterhin dem Wanderweg A2 folgend. Wir gelangen auf eine weitgehendst autofreie Straße, die vielmehr ein asphaltierter Feldweg ist. An einer Gabelung teilt sich der Wanderweg X vom Wanderweg A2. Wir wählen den Wanderweg X nach links. Die Kilometer schmelzen dahin – es geht zügig über meist asphaltierten Untergrund leicht bergab. Die Landschaft zeigt sich hügelig und vermittelt Urlaubsflair. Auch wenn der Weg nicht anspruchsvoll ist, die Aussicht ist toll! Ein bisschen kurios sind die Bezeichnungen der Wanderwege! Eigentlich noch auf dem Wanderweg X unterwegs, befahren wir schon wieder den Wanderweg A2 und auch den Wanderweg A3. Da unser nächstes Ziel das Schloss Oefte ist, bleiben wir auf dem Wanderweg A2 geradeaus, während die Kennzeichnung X und A3 nach rechts in einen Privatweg abzweigen.

Diese Irreführung der Wegbezeichnungen kann nur einen Sinn haben: Wir sollen nicht zum Schloss gelangen! Weshalb, werden wir gleich klären! Wir kommen zu den ersten Vorboten: Ein Golfplatz! Zur rechten Seite bietet sich ein toller Blick über ein weites Tal. Wir sind weiter auf dem Wanderweg A2 unterwegs.
An der Gabelung folgen wir dem Wanderweg A2 nach links, während der Wanderweg A8 nach rechts abzweigt. Diese Stelle werden wir nachher wieder passieren, wenn wir vom Schloss Oefte unseren Weg in Richtung Neu-Isenburg fortsetzen.

Das Schloss Oefte ist nicht mehr fern. Wir folgen dem Weg immer geradeaus. An einer weiteren Gabelung zweigt der Wanderweg A2 nach links ab, wir fahren aber weiter geradeaus. Nach nur wenigen Metern können wir das Schloss Oefte bereits erkennen. Mehr können und dürfen wir von dem Schloss allerdings nicht sehen, da wir nicht zu der erlauchten Gesellschaft des Essener Golf-Clubs gehören. Der Zutritt ist nur den Mitgliedern erlaubt und somit bleiben die Reichen und die Schönen unter sich. Uns soll es nicht stören, bevor wir einen kleinen Ball durch die Gegend schubsen schwingen wir uns lieber wieder auf das Bike und genießen die freie Natur – und diese gibt es hier zur Genüge und für Alle!

Vom Haus Oefte zur Ruine Neu-Isenburg

Eckdaten: Etwa 16 Kilometer und 450 Höhenmeter

Wir kehren zurück zu dem Punkt, wo der Wanderweg A8 von dem Wanderweg A2 abzweigt. Im weiteren Verlauf orientieren wir uns links bleibend auf dem Wanderweg XR und genießen die sehr schöne idyllische Landschaft. Endlich verlassen wir auch wieder die befestigten Wege und kurbeln leicht bergan über ein gerodetes Waldstück. Da wir uns lange genug ausgeruht haben, wollen wir mal wieder richtig die Waden brennen lassen! Uns erwartet ein kurzer, aber sehr knackiger Uphill! Es wird steil – sehr steil! Also schnell die Gabel abgesenkt und Druck auf die Front des Bikes gebracht. Auch wenn die Waden brennen, das Stück bergauf ist wirklich machbar – wichtig ist die Wahl der Linie. Uns erwartet ein schmaler leicht zugewachsener Trail mit einer sehr schönen Streckenführung. Wir sind allerdings nicht die einzigen Biker, die hier unterwegs sind.

Skizze Tourenverlauf Haus Oefte / Ruine Neu-Isenburg

Während wir schnaufend nach oben kurbeln, heißt es auf entgegenkommende schnelle Biker zu achten, die bergab Gas geben. Einigen Mitmenschen scheinen Mountainbiker wirklich ein Dorn im Auge zu sein, da hier wieder vermehrt quer liegende Baumstämme zu sehen sind. Ein Hoch auf die selbsternannten Naturfreunde!

Auf dem „Kutschenweg“ angelangt endet erst mal der Offroad-Spaß. Wir folgen weiterhin der Kennzeichnung X bzw. der Kennzeichnung A2. Bis zur abzweigenden Straße „Pastoratsberg“ vernichten wir auf der sehr kurvigen Straße einige Höhenmeter. Auf dem Stück bergab ist unbedingt Vorsicht walten zu lassen, da hier auch Autos und Motorräder unterwegs sind. Mit der kleinen Anliegerstraße „Pastoratsberg“ verlassen wir den „Kutschenweg“ und bleiben weiterhin auf dem Weg mit der Kennzeichnung X/A1/A2. Die kleine Straße führt steil bergauf und führt uns durch eine vor- und frühgeschichtliche Ringwallanlage. Von der Alte Burg ist aber nicht mehr viel zu sehen, obwohl durch Ausgrabungen Reste der Mauer freigelegt wurden. Wir befahren weiter die Straße und genießen, wenn es die Bäume zulassen, den Blick über das Ruhrtal tief unter uns. Langsam wird es Zeit an die Überquerung der Ruhr zu denken, weshalb wir nach Essen-Werden runter müssen. Wir folgen daher dem Wanderweg Raute, der sich nach einiger Zeit links abzweigend anbietet. Geschmeidig gleiten wir zu Tal, aber Vorsicht, am Ende erwarten uns einige Treppen! Nicht die Treppen als solches stellen ein Problem dar, sondern die Tatsache, dass man die Straße „An der Stadtmauer“ nicht einsehen kann, auf die wir gespuckt werden. „An der Stadtmauer“ folgen wir der Kennzeichnung des Wanderweges = nach links in Richtung der Ruhr. Wir gelangen auf die Straße Wesselswerth, biegen aber nicht rechts der Kennzeichnung = folgend ab, sondern nach links. Der Wanderweg = führt in eine Einbahnstraße in entgegengesetzter Richtung. Von der Straße Wesselswerth biegen wir rechts in die Gyrenkampstraße und danach rechts auf die Laupendahler Landstraße ab. Wir sind jetzt direkt an der Ruhr und steuern direkt auf die Gustav-Heinemann-Brücke zu, die wir gleich zur Überquerung der Ruhr nutzen werden.
Auf der anderen Seite der Ruhr angelangt schweift unser Blick nochmal zurück über Essen-Werden mit der imposanten Kirche. Wir orientieren uns am S-Bahnhof, durch den wir auf die andere Seite der Bahnschienen gelangen.

Tipp! Einen guten Quereinstieg bzw. Querausstieg bietet der S-Bahnhof in Essen-Werden. Wir passieren den S-Bahnhof und somit kann man auch von hier die Tour fortführen oder die Tour beenden. Die S-Bahn S6 fährt von Essen Hauptbahnhof nach Köln-Nippes über Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln Hauptbahnhof – und natürlich auch in entgegengesetzter Richtung.

Wir wählen den Ausgang Wilhelm-Bernsau-Weg und folgen somit weiter der Kennzeichnung des Wanderweges XR. Direkt nach dem Bahnhof führt der Weg bergan. Durch eine Siedlung mit etwa 50 zu machenden Höhenmetern gelangen wir wieder, der Kennzeichnung X folgend, auf einen Wanderweg, der dem Namen alle Ehre macht. Was folgt ist Singletrail Spaß pur. Ein nettes Auf und Ab, ruppig und schmal, lässt richtig Freude aufkommen. Oberhalb der Ruhr und der Hauptstraße scheint der Wald zu unserer linken Seite unendlich zu sein – wenn man die Karte nicht im Kopf hätte und wüsste, wie nah man dem Zentrum der Stadt Essen wirklich ist. Wir fahren direkt am Hang entlang, der zur offenen Seite mit einem Zaun gesichert ist. Nach diesem sehr witzigen Intermezzo gelangen wir mit dem Wanderweg X wieder auf einen breiten Hauptweg, der uns direkt zur Bundesstraße B224 führt. Wir überqueren die Bundesstraße und gelangen wieder in den Wald, wo wir uns weiterhin an der Kennzeichnung X orientieren. Es ist unglaublich! Wir bewegen uns am Rande einer Ruhrgebiets-Metropole und finden uns wieder in einem zerklüfteten hügeligen Waldgebiet. Der Forstweg spuckt uns im weiteren Verlauf auf eine kleine asphaltierte Straße, ein Teil der Straße „Hügelweg“. Wir befinden uns direkt vor dem eingezäunten Gelände der Villa Hügel. Für die Besichtigung der Villa Hügel ist ein Eintrittspreis zu entrichten, weshalb wir uns schnell wieder von dannen machen. Wir orientieren uns weiter am Wanderweg X.

Es folgt ein kurzes Stück im Wald, bevor wir wieder auf Asphalt kurbeln müssen. Wir bleiben der Kennzeichnung X erst mal treu und biegen von der Frankenstraße in den folgenden Waldweg mit der Kennzeichnung X29 rechts ab. Wir sind jetzt im Essener Stadtwald unterwegs, dem Freizeitgebiet der Essener. Unglaublich, wie viele Menschen hier unterwegs sind: Es wird geschnauft, gekeucht und nach Luft gerungen. Wir sehen viele Jogger, Biker, Nordic Walker, Fußgänger mit und ohne Kinderwagen und viele Hunde. Sehr viele Menschen – und wir sind mittendrin. Der vermeintlich langweilige Waldweg bergab offeriert sogar einen höheren Spaßfaktor, als zunächst vermutet. Geschickt gelangen wir mit dem Wanderweg X29 auf die andere Seite der Landstraße L63 und der Bahnschienen. Jetzt folgen wir dem Wanderweg mit der Kennzeichnung Dreieck nach rechts unserem Etappenziel entgegen, der Ruine Neu-Isenburg. Nach einem kurzen Stück Asphalt gelangen wir wieder auf einen Forstweg, der uns bis kurz vor den Hermann’s Blick führt. Der Aussichtspunkt ist nur wenige Meter von unserem Tourenverlauf entfernt. Der fantastische Blick auf den unten liegenden Baldeneysee – einer der sechs Ruhrstauseen – und über das Ruhrtal lohnt auf jeden Fall.

Kurz vor dem Aussichtspunkt Hermann’s Blick folgen wir dem Wegweiser „Hütte“ nach links und somit dem Wanderweg Quadrat. Der Wanderweg Quadrat beschert uns einen sehr anspruchsvollen Uphill, der nicht nur sehr steil, sondern im oberen Bereich auch noch mit Wurzeln bespickt ist. Ein ziemlich große Herausforderung! Der Wanderweg wird wieder seichter und wir folgen weiterhin dem Weg, der uns direkt zur Ruine Neu-Isenburg führt.

Die Ruine Neu-Isenburg

Wird von der Ruine Isenburg gesprochen, ist meistens die Isenburg bei Hattingen gemeint. Wir sprechen hier aber von der Neu-Isenburg in Essen. Bereits vor über 700 Jahren wurde diese Burg zerstört – ein langes Leben war der Burg Neu-Isenburg somit leider nicht beschert.

Die Ruine Neu-Isenburg

Die Burgruine ist frei zugänglich und strahlt ein unglaubliches Flair aus. Die Pflanzen haben sich teilweise der Burgruine bemächtigt und manchmal, ja manchmal, trifft man hier sonderbar gewandetes Volk, die sich mit Holzschwertern gegenseitig auf die Murmel hauen. Aber auch ohne dieses Spektakel zieht diese Burgruine die Menschen in den Bann. Ein Besuch des alten Gemäuers lohnt auf jeden Fall.

Von der Ruine Neu-Isenburg zur Vryburg

Eckdaten: Etwa 12 Kilometer und 110 Höhenmeter

Nach der Besichtigung der Ruine Neu-Isenburg geht es weiter auf dem Wanderweg A3, der auf der anderen Straßenseite als Forstweg, mit einem fantastischen Blick auf die Ruhr und den Baldeneysee, den Berg hoch führt. Wir folgen weiterhin der Kennzeichnung A3, die uns am Jagdhaus Schellenberg vorbei in den Schellenberger Wald führt. An der Straße angelangt, befahren wir jetzt wieder den Wanderweg XR, nicht den Wanderweg S oder den Wanderweg A3! Der Weg gestaltet sich anfänglich als breiter unspektakulärer Forstweg. Kurz vor dem Erreichen der Ostpreußenstraße bekommen wir sogar richtig Spaß, weil der Weg leicht bergab führt und leicht ruppig ist. Man sollte sich übrigens nicht durch die Wegkennzeichnung verunsichern lassen, weil wir teilweise nur das ausgefüllte Rechteck als Kennzeichnung erblicken. Bis zur Vryburg gestaltet sich die weitere Fahrt technisch wenig ansprechend, beeindruckt aber nachfolgend durch die Nähe zur Ruhr und dem schönen Ausblick. Doch soweit sind wir noch nicht!

An der Ostpreußenstraße folgen wir wieder der Kennzeichnung X, die uns auf der Straße bergab führt. Wir überqueren die Hauptstraße, wo sich eine Lawine aus Blech über den Asphalt schiebt. Zum Glück zweigt der Weg mit der Kennzeichnung XR rasch nach links ab. Wir gelangen auf den RuhrtalRadweg, den wir auf unserer Burgen und Schlösser Tour bereits teilweise genutzt haben.

Skizze Tourenverlauf Ruine Neu-Isenburg / Vryburg

Der an dieser Stelle asphaltierte Weg führt direkt an der Ruhr entlang und erst mit dem Erreichen der Konrad-Adenauer-Brücke müssen wir uns kurzfristig mit dem Straßenverkehr auseinandersetzen. Wir überqueren die Ampel, bleiben aber auf dieser Seite der Ruhr und folgen der Fahrradstraße mit dem witzigen Namen „Zornige Ameise“ bzw. dem Wanderweg XR. Am Wochenende und bei schönem Wetter scheint hier die ganze Welt unterwegs zu sein. Es ist ein Geschiebe, ein Gedrängel, ein Gequietsche und ein Geklingel. Wir passieren den Steeler Ruderverein und im weiteren Verlauf sorgt ein eigens eingerichteter Fahrradstreifen, der glücklicherweise die Fußgänger von den Fahrradfahrern trennt, für ein etwas entspannteres Fahren. Möglichkeiten zur Einkehr gibt es hier zur Genüge – wie auch Biergärten mit dem Blick auf die Ruhr und die bewaldeten Hänge auf der anderen Seite der Ruhr. Wir fahren weiter auf dem RuhrtalRadweg und steuern allmählich unserem nächsten Ziel, der Vryburg, entgegen.

Mit dem Erreichen des Essener Stadtteils Horst und der Horster Straße, Ecke Breloher Steig, verlassen wir den RuhrtalRadweg wieder und folgen dem ausgeschilderten Radweg Richtung Horst-Mitte. Der Breloher Steig führt uns durch ein kleines schräges Gewerbegebiet bis zum Lindkenshofer Weg, der nach rechts abzweigt. Hier treffen wir auch wieder auf die Kennzeichnung A2, der wir in den Lindkenshofer Weg folgen. Die Kennzeichnung A2 führt uns durch eine kleine Siedlung bis zum etwas abseits gelegenen Hotel im Park, der Villa Vogelsang. Der Name scheint Programm zu sein, nur das Gezwitscher der Vögel unterbricht die Ruhe, die uns umgibt. Wir sind kurz vor der Vryburg, was auch anhand des Straßenschildes „Vryburg“ ersichtlich ist, welches nach links zeigt. Logischerweise folgen wir dem Straßenschild und sind weiterhin auf dem Wanderweg mit der Kennzeichnung A2 unterwegs. Wir passieren das Haus Horst, einem Herrensitz, welches westlich direkt neben der Vryburg steht. Der Wanderweg A2 führt rechts bergab und wir steuern direkt auf das Ehrenmal zu, welches direkt am Fuße der Vryburg zu finden ist.
Die Vryburg

Die Vryburg befindet sich am Nordufer der Ruhr im Essener Stadtteil Horst. Erstaunlich ist, dass eine genaue Datierung der Burg bis jetzt nicht möglich war. Man schätzt aber, dass diese Burg etwa 1000 Jahre alt ist. Die Burg wurde von Gräben geschützt, die heute noch sichtbar sind. In jüngster Vergangenheit gab es immer wieder Ärger wegen der Gräben, weil Dirt Biker diese Gräben umfunktioniert haben. Wir bleiben bei unserer Tour natürlich auf den Hauptwegen.

Von der Vryburg zur Burg Altendorf

Eckdaten: Etwa 4,5 Kilometer und 50 Höhenmeter

Bis zur mittelalterlichen Ringwallanlage brachte uns der Wanderweg A2. Jetzt lösen wir uns wieder von dem Wanderweg A2 und fahren den Hauptweg weiter bergab, um nach einer starken Rechtskehre die Untertunnelung der Bahnschienen zu nutzen. Den Tunnel verlassend schaut man direkt auf die Ruhr, der wir nach links mit dem Radweg folgen. Wir fahren fernab des Straßenverkehrs, was auch einige Zeit so bleiben wird. Bereits jetzt können wir die kleine Brücke sehen, die wir nachher in Anspruch nehmen werden, um auf die andere Seite der Ruhr zu gelangen. Nach dem Überqueren der modernen Brücke, die genau das Gegenteil darstellt von der direkt links benachbarten ehemaligen Eisenbahnbrücke, orientieren wir uns an dem Radweg in Richtung der Stadt Hattingen. Mit dem Erreichen des Endes der Trinkwassergewinnungsanlage verlassen wir den Radweg an der Ruhr und biegen zweimal rechts ab, um auf den Wanderweg X zu gelangen. Sind wir gerade noch stromaufwärts gefahren, fahren wir jetzt wieder stromabwärts. Wir folgen der nächsten Abzweigung links, ein leicht bergan gehender asphaltierter Rad- und Wanderweg, der im 90 Grad Winkel abzweigt. Es handelt sich um den Wanderweg A1, der uns über ländliche Felder führt, mit der Ruhr in unserem Rücken.

Skizze Tourenverlauf Vryburg / Burg Altendorf

Wir erreichen die Stadt Burgaltendorf und machen uns auf den Weg zur Ruine. Wir folgen weiterhin dem Wanderweg A1 auf der Burgstraße und nach wenigen hundert Metern sehen wir die Ruine zu unseren Linken. Ein herrlicher Platz für eine willkommene Rast. Hier findet sich übrigens, angrenzend an die Burgruine, eine Gaststätte mit Biergarten – mit einer fantastischen Aussicht.

Die Burg Altendorf

Die Burg Altendorf wurde im 12. Jahrhundert errichtet und befindet sich heute im Besitz der Stadt Essen. Der Außenbereich der Burganlage kann frei besichtigt werden. Mehrere Informationstafeln geben Auskunft über die Burg und der einzelnen Burgelemente. Da sich die Burgruine in der Stadt befindet, kann eine Anreise zur Burg auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto geschehen.

 

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