Special: Burgen und Schlösser Tour – Mit dem MTB durch das Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet – wer denkt da nicht direkt an Hütten, Bergwerke, Großstädte und überfüllte Autobahnen?! Kein Vorurteil, denn leider trifft dieses Bild wirklich auf das Ruhrgebiet zu. Ein Bild, welches wahrlich kaum zum Biken einlädt! Doch das ist nur die eine Seite des Ruhrgebietes, denn die andere Seite dieses unterschätzten Lebensraumes vieler Millionen Menschen bietet Stauseen, Wälder und Hügel mit erstaunlich vielen Höhenmetern.

Nur unweit der Ruhrgebiets-Metropolen eröffnet sich dem Betrachter ein Landschaftsbild, welches durch Schönheit und Naturbelassenheit verzaubert. Ein Landschaftsbild, welches es wirklich wert ist, entdeckt zu werden. Unsere Burgen und Schlösser Tour widmet sich dem Ruhrgebiet von seiner schönen Seite und zeigt, dass auch das Ruhrgebiet, neben einem schönem Landschaftsbild, Geschichte zu bieten hat. Eine Geschichte, die weit vor der Industrialisierung begann. Unser Streifzug durch das Ruhrgebiet führt uns an mittelalterlichen Burgen und Schlössern vorbei, vergisst aber auch nie, auf die industriellen Wurzeln hinzuweisen, wie zum Beispiel den Bergbau und die Stahlindustrie.

Unsere Burgen und Schlösser Tour soll Spaß bereiten. Spaß an der Geschichte, Spaß am Ruhrgebiet und Spaß am Biken. Die Tour führt uns über Radwege, Wald- und Forstwege, schöne Trails und zum Teil auch sehr anspruchsvolle Singletrails, die ein großes Können erfordern. Der Anteil an Straßenkilometer ist bewusst klein gehalten, kann aber natürlich in diesem Großraum nie ganz vermieden werden. Vielmehr versuchen wir, die verschiedenen Gegebenheiten in ein stimmiges und ansprechendes Gesamtgefüge zusammenzuführen.

Kurz nach dem Start in Duisburg

Unsere Burgen und Schlösser Tour soll Anreiz für den Leser sein, selbst diese herrliche Gegend kennenzulernen und zu erkunden. Die von uns beschriebene Tour sollte also mehr als Reisebericht und nicht als Reiseführer angesehen werden. Auf unserer Tour treffen wir auch auf Wanderwege, die als Gehwege gekennzeichnet sind. Die rechtliche Lage ist eindeutig: Gehwege dürfen, wenn nicht explizit das Fahrrad erlaubt wird, nicht mit dem Fahrrad befahren werden. Auf den Wanderkarten ist das nicht ersichtlich, weshalb wir diese Gehwege auch in unsere Tour integriert haben und auch nennen werden – sofern diese Gegebenheit für uns während der Tour ersichtlich waren. Der Leser kann somit entspannt beim Planen seiner eigenen Tour auf diese Gegebenheiten vorab reagieren. Man sollte sich vor Augen halten, dass eine Zuwiderhandlung nicht nur eine Strafe, sondern auch im Falle eines Unfalls höchst unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen kann. Also besser das Bike schieben oder diesen Bereich umfahren!

Alternativen zum Umfahren finden sich in Form von ausgewiesenen Radwegen zur Genüge. Der Blick auf unsere Tour und der Abgleich mit der Karte eures Vertrauens (bei uns die KOMPASS Wander- und Bikekarte 754 und 756) zeigen diesbezüglich direkt Alternativen auf.

Die Hörder Burg in Dortmund-Hörde – fast das Ziel unserer Tour

Taucht ein in das Ruhrgebiet, wie es viele noch nicht kennen! Taucht ein in tiefe Wälder, lasst euch vom Plätschern der Bäche verwöhnen, genießt den Ausblick über weite Felder und stöbert mit uns in der Geschichte. Das Ruhrgebiet hat sehr viel zu bieten – man muss diesem Landstrich nur die Chance geben, sich von seiner besten Seite zeigen zu dürfen. Unser Einstiegspunkt für unsere Burgen und Schlösser Tour ist Duisburg, das Ziel unserer Tour bildet Dortmund. Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten finden sich genügend und einige Ausflugsziele lassen sich bequem mit der Bahn erreichen. Wir bewegen uns bei unserer Tour ausschließlich im Bereich der VRR, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

Skizze Tourenverlauf

Gesamtübersicht über die Tour

Duisburger Hauptbahnhof

Schloss Broich

Schloss Landsberg

Haus Oefte

Ruine Neu-Isenburg

Vryburg

Burg Altendorf

Ruine Isenburg

Burg Blankenstein

Burgruine Hardenstein

Burgruine Volmarstein

Wasserschloss Werdringen

Hohensyburg

Freischütz

Wasserschloss Haus Rodenberg

Hörder Burg

Dortmunder Hauptbahnhof

Gesamte Tour (Duisburg Hbf – Dortmund Hbf):
Etwa 186 Kilometer und 3945 Höhenmeter

Die Frage des richtigen Bikes…

…können wir an dieser Stelle natürlich nicht eindeutig beantworten, da einige Faktoren eine große Rolle spielen. Das Wichtigste ist, dass man sich auf seinem Bike wohl fühlt und man sich auf sein Bike zu hundert Prozent verlassen kann. Unsere Tour ist so vielseitig gestaltet, dass wir einen guten Allrounder brauchen. Von den breiten und befestigten Radwegen an der Ruhr, von den Verbindungsstücken auf Asphalt bis zu den technisch sehr anspruchsvollen Trails weit oberhalb der Ruhr – das Bike als auch der Fahrer müssen bei allen Gegebenheiten Herr der Lage bleiben. Wir empfehlen ein gutes und zuverlässiges All Mountainbike oder ein leichtes Enduro. Wir sind die komplette Tour mit einem Rose Granite Chief 8 von 2011 gefahren. Das Bike hat sich auf dieser Tour sehr bewährt und wir können an dieser Stelle das Bike nur empfehlen. Die Reifen sollten ebenfalls den unterschiedlichsten Untergründen gerecht werden. Schlammige Abschnitte kommen ebenso vor wie Wurzelpassagen und einige Kilometer auf Asphalt.

Die Frage der einzelnen Etappen…

…können wir ebenfalls nicht pauschal beantworten. Hier spielen natürlich die körperlichen Voraussetzungen eine ganz große Rolle. Die von uns vorgestellten drei Etappen sind lediglich als Vorschlag gedacht und können beliebig angepasst werden. Oft bietet sich auch ein Quereinstieg bzw. Querausstieg an, weshalb wir die Anschlussstellen der Bahn benannt haben. Schließlich sind wir am Rande einer Metropole! Ebenfalls nicht unbeachtet sollte die Tatsache sein, dass diese Tour auch Teile von „nur“ Fußgängerwegen beinhaltet – wir sind bereits auf die Problematik eingegangen. Nicht alle Tourenabschnitte können von allen Fahrern vom „Können“ her befahren werden. Zum Beispiel ist der Abschnitt um die Hohensyburg nicht ganz unproblematisch. Fahranfänger sollten diesen Teil bewusst nicht befahren!

Anmerkung

Die Angaben in den einzelnen Artikeln erfolgen ohne Garantie, ohne Anrecht auf Vollständigkeit und Aktualität sowie ohne jegliche Verpflichtungen seitens des Autors. Der Autor weist darauf hin, dass das Befahren der Wege nach der Beschreibung eigenverantwortlich geschieht! Die Qualität der Wege und die Fahrbarkeit, auch in Bezug auf die Gesetzeslage, ist vom Reisenden selbst zu prüfen und seinem persönlichen Können anzupassen!

Das Recht der Nutzung von Wegen und Passagen kann sich jederzeit ändern! Straßen und insbesondere Wanderwege unterliegen oftmals Änderungen in Bezug auf Streckenführung, Kennzeichnung, Beschaffenheit und Verkehrsauflagen. Die Beschreibungen der Touren befreien nicht von gesetzlichen Auflagen! Den gesetzlichen Auflagen ist unbedingt Folge zu leisten! Gesperrte Wege und Privatwege, die offensichtlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, dürfen nicht befahren/betreten werden! Sollte dieses Werk in einer Beschreibung einen dieser Punkte verletzt haben, bittet der Autor um sofortige Mitteilung, um die entsprechende Passage im Artikel zu aktualisieren.

Burgen und Schlösser Tour – Mit dem MTB durch das Ruhrgebiet von Andreas Waldera erschien als gedruckte Buch-Version im Jahr 2011 bei der Books on Demand GmbH, Norderstedt (ISBN 978-3-8423-5701-3).

Überblick

Etappe 1: Vom Duisburger Hauptbahnhof bis zur Burg Altendorf

Etappe 2: Von der Burg Altendorf bis zur Burgruine Volmarstein

Etappe 3: Von der Burgruine Volmarstein bis zum Dortmunder Hauptbahnhof

 

Special Burgen und Schlösser Tour: Etappe 3 – Von der Burgruine Volmarstein bis zum Dortmunder Hauptbahnhof

Von der Burgruine Volmarstein zum Wasserschloss Werdringen – Vom Wasserschloss Werdringen zur Burgruine Hohensyburg – Von der Hohensyburg zum „Forsthaus“ Freischütz – Vom Freischütz zum Wasserschloss Haus Rodenberg – Vom Wasserschloss Haus Rodenberg zur Hörder Burg – Von der Hörder Burg zum Dortmunder Hauptbahnhof / Gesamt Etappe 3: Etwa 53,5 Kilometer und 918 Höhenmeter

  • Von der Burgruine Volmarstein zum Wasserschloss Werdringen
    Etwa 8,5 Kilometer und 190 Höhenmeter
  • Vom Wasserschloss Werdringen zur Burgruine Hohensyburg
    Etwa 12 Kilometer und 360 Höhenmeter
  • Von der Hohensyburg zum „Forsthaus“ Freischütz
    Etwa 13 Kilometer und 300 Höhenmeter
  • Vom Freischütz zum Wasserschloss Haus Rodenberg
    Etwa 5 Kilometer und 13 Höhenmeter
  • Vom Wasserschloss Haus Rodenberg zur Hörder Burg
    Etwa 11 Kilometer und 55 Höhenmetern
  • Von der Hörder Burg zum Dortmunder Hauptbahnhof
    Etwa 4 Kilometer

Von der Burgruine Volmarstein zum Wasserschloss Werdringen

Eckdaten: Etwa 8,5 Kilometer und 190 Höhenmeter

Wir setzen unsere Fahrt auf der „Hauptstraße“ fort, die uns an der Kirche vorbei durch den Ort führt. Die Von-der-Recke-Straße rechts abbiegend fahren wir direkt am Volmarsteiner Dorfplatz vorbei. Wir kurbeln die Einbahnstraße leicht bergan. Erst mit dem Erreichen der Osthausstraße verlassen wir die Von-der-Recke-Straße und begeben uns jetzt auf ausgewiesenen Wanderweg mit der Kennzeichnung Raute. Immerhin haben wir alleine in Volmarstein, nach dem Verlassen der Burgruine, etwa 70 Höhenmeter gemacht.

Skizze Tourenverlauf Burgruine Volmarstein / Wasserschloss Werdringen

Erst mal werden wir uns auf Asphalt fortbewegen, dafür aber abseits der größeren Straßen. Möglichkeiten zur Einkehr und zum Stillen des Durstes gibt es in Volmarstein zur Genüge. Von der Burg über den Dorfplatz bis zur Margarethen Höhe – wer hier durstig und hungrig bleibt ist selber Schuld! Wie sollte es anders sein, mal wieder erwartet uns ein kurzes Stück Gehweg. Die Wanderroute führt uns über die Autobahn A1 und hier sollte man einen Blick nach rechts werfen. Wir erkennen das hier ansässige Unternehmen ABUS, dem Hersteller von Schlössern, Helmen und diversen anderen Dingen, die wir als Biker so brauchen! Nach der Autobahnüberfahrt überqueren wir die sehr stark befahrene Straße und biegen mit der Raute nach links ab. Auch wenn wir dem „Heiler Weg“ auf Asphalt folgen, es wird wieder ländlicher und angenehmer. Die Autobahn ist nur noch als Rauschen wahrnehmbar und wir tauchen in eine andere Welt ein. Der Blick nach links gleitet über das Ruhrtal, während der Blick nach rechts nicht mehr die Frage offen lässt, weshalb Hagen das Tor zum Sauerland darstellt. Die bewaldeten Hänge mit verheißungsvollen Höhenmeter locken, sind aber nicht Bestandteil unserer Tour. Mit dem Wanderweg A8 verlassen wir den Hauptteil des „Heiler Weg“ und folgen dem Wanderweg nach links. Wir passieren einige Häuser und fahren auf einem kleinen schmalen Weg in den Wald hinein. Der erste Teil des Weges ist wild und ungepflegt – und macht daher doppelt Spaß. Wir erreichen einen breiten Forstweg, der uns direkt zur Autobahn führt. Den Tunnel lassen wir allerdings unbeachtet und setzen unseren Weg auf dem Wanderweg A8 fort. Wir gelangen im weiteren Verlauf auf einen asphaltierten Waldweg und orientieren uns an der Gabelung links dem Kennzeichen X entsprechend, während der Wanderweg A8 nach rechts abzweigt. Der Wanderweg X führt uns durch den Tunnel und wir lassen somit die Autobahn hinter uns. Wir folgen brav dem Wanderweg X20 und lassen die Straße als auch die Bahnschienen hinter uns. Wir folgen dem kombinierten Geh- und Radweg, einem leicht ruppigen Feldweg. Wir dürfen hier sogar mal offiziell fahren! Am Ende des Feldweges gelangen wir wieder auf Asphalt. Während der Wanderweg X nach links führt, halten wir uns jetzt rechts.
Wir visieren bereits unser nächstes sehenswertes Etappenziel an: Das Wasserschloss Werdringen. Wir erreichen die Bundesstraße B226, halten uns kurz rechts und biegen direkt wieder links ab in die Westpreußenstraße. Die spätere Beschilderung weist uns in die Richtung Harkortsee und Hafen Baukey. Ein weiteres Mal unterqueren wir Bahnschienen und endlich wird es wieder ruhiger und ländlicher. Auf der Brockhauser Straße ist das Wasserschloss Werdringen bereits ausgeschildert. Wir statten dem romantischen Wasserschloss natürlich einen Besuch ab.

Das Wasserschloss Werdringen

In unmittelbarer Nähe zum Freiherr-vom-Stein-Turm und dem Harkortsee findet sich in Hagen-Vorhalle das idyllische Wasserschloss Werdringen. Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr das Wasserschloss bereits im 13. Jahrhundert. Heute findet sich hier neben einem Museum für Ur- und Frühgeschichte ein Schloss-Café, welches zum Verweilen einlädt.

Tipp! Das Wasserschloss Werdringen bietet sich als guter Quereinstieg bzw. Querausstieg an, da der Stadtteil Hagen-Vorhalle eine S-Bahn Anbindung bietet.

Vom Wasserschloss Werdringen zur Burgruine Hohensyburg

Eckdaten: Etwa 12 Kilometer und 360 Höhenmeter

Weiter geht’s auf dem ausgeschilderten Radweg Richtung Freiherr-vom-Stein-Turm und im weiteren Verlauf auf dem Wanderweg = nach rechts in den Wald hinein. Der Weg schraubt sich leicht bergan und gut fahrbar nach oben. Wir passieren den Freiherr-vom-Stein-Turm zu unserer Linken und folgen weiterhin dem Wanderweg mit der Kennzeichnung = bzw. dem ausgefüllten Rechteck.

Skizze Tourenverlauf Wasserschloss Werdringen / Burgruine Hohensyburg
Freiherr-vom-Stein-Turm

Der Weg führt wieder bergab und nach einer Schussfahrt biegt der Wanderweg scharf rechts ab und führt über eine wilde Treppe – ein Traum, der nicht nur die Ärmchen durchschüttelt, sondern auch alle Plomben auf Wanderschaft schickt. Wir gelangen ein kurzes Stück auf eine Anliegerstraße und überqueren zusammen mit der Hauptstraße die Ruhr. Wir befinden uns immer noch auf dem ausgewiesenen Wanderweg, der uns direkt zum gegenüberliegenden Ufer der Ruhr nach Herdecke führt. Ein letztes Mal auf unserer Tour haben wir die Ruhr überquert. Jetzt folgen wir dem Radweg Richtung Schwerte. Einige hundert Meter radeln wir am Ufer der Ruhr entlang, passieren Freizeiteinrichtungen und Biergärten. Das leichte Surren der Reifen verrät, wie leicht wir auf dem Asphaltweg dahin rollen. Weitgehendst bleiben wir von Autos verschont.

Kurz vor der Schleuse biegen wir links in den Gerhart-Hauptmann-Weg ab und halten uns immer rechts, auf der Straße bleibend, den Berg hoch. Hoch heißt in diesem Fall wirklich hoch! Meter für Meter kurbeln wir in der Siedlung bergan. Wir bleiben auf dem Gerhart-Hauptmann-Weg bis dieser in die Straße „Auf den Brennen“ übergeht. Hier biegen wir nach rechts in die für Autos und Mopeds gesperrte kleine Anliegerstraße ab und gelangen wieder in den Wald. Wir fahren jetzt auf dem Wanderweg O – durch den Wald und auf Asphalt, dafür aber ohne Autos! Ein kurzes Stück verlassen wir, dem Wanderweg O folgend, zwar den Asphaltweg, gelangen aber letztendlich wieder auf den asphaltierten Waldweg.

Wir sind jetzt weit oberhalb der Ruhr. Das Gelände fällt steil rechts ab und die markanten Felsen verleihen dem Szenario ein leicht alpines Flair. Was für ein fantastischer Ausblick! Wir passieren einen Friedhof und ein auf der rechten Seite befindliches eingezäuntes Gelände. Hinter dem Gelände führt der Wanderweg O rechts nach oben ab, dem wir aber an dieser Stelle nicht folgen werden! Wir bleiben also auf dem Asphaltband und gelangen auf eine kleine Straße. Auch hier fahren wir geradeaus weiter und gelangen somit auf den Wanderweg X, der uns jetzt erst mal den Weg weisen wird.
„Im Kleff“ biegen wir dem X folgend rechts ab. Die kleine Asphaltstraße führt uns im Wald am Speicherbecken vorbei. Wir befinden uns hier im Herzen eines unglaublich schönen Terrain zum Biken. Im weiteren Verlauf orientieren wir uns jetzt am Wanderweg D, um nicht zur großen Straße zu gelangen. Wir gelangen auf dem Wanderweg X zum „Am Klusenberg“ und folgen jetzt dem Wanderweg X/A3/A4, eine Schotterpiste, durch den Wald. Wir bleiben auf dem Weg „Am Klusenberg“ und folgen weiterhin dem Wanderweg D. Der Wanderweg führt uns auf einen sehr schönen schmalen Trail, der leicht bergan führt. Der Blick nach rechts lässt Menschen mit Höhenangst erschrecken – es ist fast schon unglaublich, wie steil der Hang zur Ruhr abfällt. Ein mulmiges Gefühl! Der Wanderweg spuckt uns direkt auf die Hauptstraße aus. Auf der linken Seite befindet sich das Road Stop – unmenschlich! Mannomann, riecht das lecker nach Essen! Wer also Hunger oder Durst verspürt, ist hier bestens aufgehoben! Wir überqueren die Hauptstraße und lassen das Road Stop hinter uns.

Die restlichen Meter zur Burgruine folgen wir einfach den Hinweisschildern Richtung Hohensyburg. Auf Asphalt kurbeln wir die letzten Meter zur Burgruine Hohensyburg hoch. Eine unglaubliche Kulisse: Die Burgruine, das nahe Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Blick auf das beginnende Sauerland – und das Ganze hoch über der Ruhr! Ein Highlight dieser Tour, aber noch nicht das letzte Highlight! Wir haben noch etwas vor uns!

Die Burgruine Hohensyburg

Hoch über dem Zusammenfluss von der Ruhr und der Lenne in den Hengsteysee thront die Hohensyburg. Vor über 800 Jahren wurde die steinerne Burg gebaut, doch schon um 700 nach Christi befand sich hier eine Verteidigungsanlage. Die Burgruine, in unmittelbarer Nähe zum Casino, ist frei zugänglich und lohnt sich auf jeden Fall zu erkunden, da viele Teile der Burg noch erhalten sind.

Die Burgruine Hohensyburg
Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Der Vincketurm, der bereits von weitem sichtbar ist, ist wesentlich neueren Datums. Der 26 Meter hohe Aussichtsturm wurde 1857 errichtet. Neben der Burgruine und dem Vincketurm findet sich ein weitere Sehenswürdigkeit: Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Von der Hohensyburg zum „Forsthaus“ Freischütz

Eckdaten: Etwa 13 Kilometer und 300 Höhenmeter

Am Kaiser-Wilhelm-Denkmal wählen wir den Wanderweg =, der mit dem Kaiser in unserem Rücken nach rechts abzweigt und uns auf den Wanderweg D/X9 führt. Der Wanderweg führt unterhalb des Kaisers entlang, quasi zu seinen Füßen. Diesen sehr spaßigen Trail fahren wir bis zur Ruhr runter. Es ist ein unglaublich schöner Trail, der sich teilweise in engen Serpentinen am Hang herunter schlängelt. Der Weg zeigt sich zum Teil sehr anspruchsvoll, technisch, ruppig und ist für Anfänger ungeeignet! Das verstehen wir unter einer genialen Abfahrt! Der Wanderweg beschert uns einen Kilometer Abfahrtsspaß mit mächtig viel Höhenmeter. Wir wollen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich um einen Wanderweg handelt und dieser natürlich auch von Wanderern und Fußgängern genutzt wird! Besonders am Wochenende ist die Burgruine und das Denkmal ein beliebtes Ausflugsziel. Dementsprechend hat man hier Vorsicht walten zu lassen und den Fußgängern den Vorrang zu gewähren! Rüpelhaftes Verhalten schadet uns allen!

Unten angelangt schauen wir direkt auf die Ruhr. Grob visieren wir jetzt den Ebberg an und fahren links der Ruhr entgegen. Der Rad- und Gehweg ist breit und asphaltiert, kein Wunder also, dass der Weg von vielen Radlern, Nordic Walkern und Fußgängern genutzt wird. Wir folgen dem Asphaltstreifen am Haus Husen vorbei, einem Jugendferienheim der Pfadfinder. Da wir in diesem Bereich autofrei radeln, können wir die Tour am Rande des Ruhrtals mit den angrenzenden bewaldeten Hängen doppelt genießen.

Skizze Tourenverlauf Burgruine Hohensyburg / Freischütz

Wir folgen weiterhin der Kennzeichnung des Wanderweges XR und das Rauschen der Autobahn drängt sich uns immer mehr auf. Ein winziges Stück müssen wir auf den Verkehr achten, da wir am Ortsausgangsschild Dortmund-Syburg auf die Westhofener Straße treffen. Allerdings legen wir nur wenige Meter, der Kennzeichnung S links folgend, auf der Straße zurück. Der Wanderweg S knickt sofort stark rechts von der Westhofener Straße ab. Der raue Forstweg des Ebbergs steigt bergan und addiert einige Höhenmeter auf unsere Gesamtbilanz. Der Forstweg, zeitweise ein richtig schöner Singletrail, kostet mächtig Körner – es geht sehr steil bergauf! Der Wanderweg, der auch als Wanderweg D/X gekennzeichnet ist, führt direkt zum Naturfreundehaus Ebberg. Hier kann man die Körner, die man gerade beim Uphill verbrannt hat, wieder zu sich führen. Das Naturfreundehaus bietet eine sehr schöne Möglichkeit zur Einkehr und einen schönen Biergarten.

Auf dem Wanderweg S geht es weiter durch den Wald. Es erwartet uns ein schöner und mit Wurzeln bespickter Trail, der leicht bergan führt. Für die Freunde des Downhills und des Freeridens lohnt sich definitiv der Blick zur Seite. Wir gelangen auf eine Lichtung mit Blick über das Feld zur linken Seite und dem Wald zur rechten Seite. Wir stoßen auf eine kleine asphaltierte Straße, während wir linker Hand ein großes Gestüt erblicken. Der Wanderweg S folgt an dieser Stelle der kleinen Straße nach links, wir halten wir uns allerdings geradeaus und befahren den Wanderweg mit der Kennzeichnung XW. Bis zur Autobahnüberquerung erwartet uns ein netter Abfahrtsspaß – nicht sonderlich technisch, aber spaßig.

Nach der Überquerung der Autobahn folgen wir weiterhin der Kennzeichnung X und D – also links abbiegen! Wir bewegen uns jetzt erst mal auf Asphalt fort, meist aber ohne nennenswerten Kontakt zu Autos – abgesehen von der Hauptstraße, die wir überqueren müssen. Wir erreichen den Dortmunder Stadtteil Holzen. Die Kennzeichnung des Wanderweges XW/D führt uns durch den Ort. Über den Heideweg gelangen wir zur Straße „Feldmark“.
Auch wenn wir uns, langsam aber sicher, Dortmund nähern, haben wir noch Highlights parat – wie zum Beispiel den Schwerter Wald, den wir als nächstes anvisieren. Wir folgen der Kennzeichnung des Wanderweges D/X und fahren somit auch ein Stück der Radtour Hörde. In unmittelbarer Nähe zur Autobahn A1 führt uns die Radtour Hörde über eine weitgehendst autofreie Asphaltstraße. Wir orientieren uns weiter an der Kennzeichnung D und fahren an der Ecke Klusenweg / Bergerhof, direkt vor dem Ortseingangsschild Schwerte, in den Krinkelweg. Der Wanderweg D führt uns kurze Zeit später vom Asphalt weg – wir verlassen also die Straße rechts abzweigend und überqueren einen kleinen Bach. Keine Sorge, wir bleiben trockenen Fußes, da wir hier eine Brücke vorfinden. Hinter der Brücke führt uns der Wanderweg A2 nach links. Endlich sind wir wieder im Wald unterwegs. Vogelgezwitscher umgibt uns und die Stollen der Reifen krallen sich freudig in den Waldboden. Bis zur Überquerung der Straße bleiben wir auf dem Wanderweg mit der Kennzeichnung A2. Wir visieren grob unser Etappenziel an, das Freischütz, bleiben aber weiterhin auf dem Wanderweg A2 – der uns letztendlich zu unserem Etappenziel führen wird. Wir fahren durch ein schönes und hügeliges Waldgebiet. Man muss ein wenig Obacht auf die Kennzeichnung A2 geben, da diese nicht immer sonderlich offensichtlich ist. Der Wanderweg A2 führt uns direkt zum Freischütz, einem Freizeitparadies für jung und alt.

Das „Forsthaus“ Freischütz

Das Freischütz sticht als Etappenziel etwas aus unserer Burgen und Schlösser Tour heraus. Das Freischütz, einst als Forsthaus gebaut um den Wilderern das Handwerk zu legen, dient heute als Freizeitzentrum. Am Rande des Schwerter Waldes direkt an der Hörder Straße gelegen, ist die Eventlocation sehr gut mit dem Auto, dem Motorrad, dem Fahrrad und sogar mit dem Bus erreichbar. Die Gastronomie, der Biergarten und das Kinder Spielparadies sorgen dafür, dass im Freischütz immer etwas los ist.

Vom Freischütz zum Wasserschloss Haus Rodenberg

Eckdaten: Etwa 5 Kilometer und 13 Höhenmeter

Nach der Rast im Freischütz folgen wir dem Wanderweg A1 und nutzen die Brücke über die stark befahrene Hörder Straße. Der Wanderweg führt uns über einen mit Wurzeln bespickten schmalen Weg auf einen breiten, aber leicht ruppigen Forstweg, der mit Steinen durchsetzt ist. Wir bleiben auf dem Wanderweg A1, bis wir nur noch die Wahl nach links oder rechts haben. Während der Wanderweg A1 leicht bergan nach rechts führt, wählen wir den Wanderweg O nach links. Dem Wanderweg mit der Kennzeichnung O folgend passieren wir eine Schutzhütte zu unserer rechten Seite und orientieren uns immer geradeaus, dem ausgefüllten Rechteck entsprechend. Dieser breite Weg bringt uns direkt nach Aplerbeck. Wir gelangen auf die Schwerter Straße und werden jetzt dem ausgewiesenen Radweg R10 bis zum Haus Rodenberg folgen. Relativ stressfrei gelangen wir so zum Ortskern, da der Radweg auch durch einen großen Sport- und Freizeitpark mit einem Skatepark führt! Wir erreichen das Wasserschloss Haus Rodenberg mit einem herrlichen Biergarten vor einer herrlichen Kulisse.

Das Wasserschloss Haus Rodenberg

Das Wasserschloss Haus Rodenberg liegt mitten im Dortmunder Ortsteil Aplerbeck. Die erste urkundliche Erwähnung des Wasserschlosses fand vor über 700 Jahren statt. So schön das Schloss auch ist, leider handelt es sich nur noch um die Vorburg mit dem Wirtschaftsteil. Der angrenzende See und die schöne Kulisse sorgen natürlich dafür, dass das Wasserschloss immer gut besucht wird. Die Gastronomie und der Biergarten sind sehr zu empfehlen.

Tipp! Der Dortmunder Stadtteil Aplerbeck bietet neben einem Bahnhof eine sehr zentrale U-Bahn-Haltestelle.

Skizze Tourenverlauf Freischütz / Wasserschloss Haus Rodenberg
Das Wasserschloss Haus Rodenberg in Dortmund-Aplerbeck

Vom Wasserschloss Haus Rodenberg zur Hörder Burg

Eckdaten: Etwa 11 Kilometer und 55 Höhenmeter

Unser letztes Ziel, abgesehen vom Dortmunder Hauptbahnhof, ist die Hörder Burg. Die Burg liegt im Dortmunder Stadtteil Hörde und die Fahrt dahin ist, trotz der Fahrt in der Nähe der Großstadt Dortmund, anfänglich weitgehendst überraschend angenehm. Wir folgen also weiter dem Radweg R10 und fahren eine Weile parallel zur Emscher über breite ausgebaute Radwege. Wir gelangen nachfolgend in eine Siedlung und in die Straße „Nagelpötchen“, die uns auf die stark befahrene Schüruferstraße ausspuckt, auf die wir nach rechts abbiegen. Unser Wegweiser bleibt weiterhin der Radweg R10. Vor dem Blausielweg, wo der Radweg R10 weiterhin entlang führt, biegen wir allerdings nach rechts in die neu geschaffene Grün- und Erholungsanlage ab.

Wir erhaschen hier einen ersten Blick auf den Phoenix-See. Unter uns huschen die Autos über die B236. Von der Sulpkestraße, der wir nach links folgen, kommen wir auf die Berghofener Straße. Wir sind bereits seit einiger Zeit nur noch auf Asphalt unterwegs – ein Tribut den man zahlen muss, wenn man in einer Großstadt unterwegs ist. Weiter geht es wieder auf dem Radweg R10 und wir gelangen im weiteren Verlauf auf die Landstraße L661. Entlang der stark befahrenen Landstraße radeln wir Richtung Witten und Hombruch. Dortmund-Hombruch dürfte übrigens vielen Bikern wegen des dort befindlichen Bikeparks und Skateparks ein Begriff sein. Ein Besuch der lohnt, aber nicht zu unserer Tour gehört. Irgendwann geht alles zu Ende und auch wir bereiten uns langsam auf die letzten Kilometer vor. Kurz vor dem Dortmunder Ortsteil Benninghofen, Ecke „Am Marksbach“ / „An der Goymark“, folgen wir dem Radweg nach rechts und verlassen somit den Radweg R10. Wir orientieren uns immer geradeaus und schöne Trails sind jetzt nicht mehr zu erwarten. Über die Benninghofer Straße und die Straße „Stiftskamp“ gelangen wir zur Faßstraße, die uns direkt zur Hörder Burg bringt.

Skizze Tourenverlauf Wasserschloss Haus Rodenberg / Hörder Burg

Die Hörder Burg

Das letzte Ziel unserer Reise ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende Hörder Burg. Einst als Wasserburg gebaut, befindet sich die Burg jetzt wieder in der Nähe eines Gewässers. Ausschlaggebend hierfür war die Demontage des Stahlwerks auf Phoenix-Ost, Folge des Niedergangs der heimischen Stahlindustrie. Im Oktober 2010 fand die Flutung des Phoenix-Sees statt, dort wo früher die Hermannshütte stand. Die Arbeiten am Phoenix-See sind noch nicht abgeschlossen, weshalb der Blick auf den künstlichen See zur Zeit noch einer Baustelle gleicht – noch…. Dortmund ist mit dem Phoenix-See definitiv um eine Attraktion reicher. Wir sind gespannt, wie sehr sich das Hörder Stadtbild durch den attraktiven See verändern wird.

Von der Hörder Burg zum Dortmunder Hauptbahnhof

Von Hörde aus ist die Fahrt zur Dortmunder Innenstadt und dem Hauptbahnhof bereits ausgeschildert. Die Fahrt ist jetzt nur noch zweckmäßig zu betrachten, obwohl die Dortmunder Innenstadt sehr viel zu bieten hat. Viele Cafés, Kneipen und Biergärten sorgen für ein munteres Treiben in der recht großzügig geschnittenen Innenstadt. Dortmund wirkt im Vergleich zu vielen anderen Städten des Ruhrgebietes nicht so gequetscht und erscheint dadurch sehr freundlich und sympathisch. Bei einem Heimspiel des BVB versinkt die Stadt in gelb-schwarz und trotz der vielen Fans bleibt es hier ruhig – zumindest haben wir bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht.

Von Hörde aus sind es bis zum Bahnhof, über den ausgewiesenen Fahrradweg, etwas über vier Kilometer. Alternativ kann man sich natürlich auch der Bahn oder der U-Bahn bedienen, schließlich befinden wir uns hier in einer Großstadt mit einer sehr guten Anbindung.

 

Zurück zur Hauptübersicht Burgen und Schlösser Tour – Mit dem MTB durch das Ruhrgebiet

Special Burgen und Schlösser Tour: Etappe 2 – Von der Burg Altendorf bis zur Burgruine Volmarstein

Von der Burg Altendorf zur Ruine Isenburg – Von der Ruine Isenburg zur Burg Blankenstein – Von der Burg Blankenstein zur Burgruine Hardenstein – Von der Burgruine Hardenstein zur Burgruine Volmarstein / Gesamt Etappe 2: Etwa 64,5 Kilometer und 1950 Höhenmeter

  • Von der Burg Altendorf zur Ruine Isenburg
    Etwa 13 Kilometer und 350 Höhenmeter
  • Von der Ruine Isenburg zur Burg Blankenstein
    Etwa 15,5 Kilometer und 405 Höhenmeter
  • Von der Burg Blankenstein zur Burgruine Hardenstein
    Etwa 13 Kilometer und 385 Höhenmeter
  • Von der Burgruine Hardenstein zur Burgruine Volmarstein
    Etwa 23 Kilometer und 810 Höhenmeter

Von der Burg Altendorf zur Ruine Isenburg

Eckdaten: Etwa 13 Kilometer und 350 Höhenmeter

Weiter geht’s, der Kennzeichnung A1 folgend, auf der Burgstraße durch die Stadt. Wir biegen nach links ab in die Kohlenstraße und orientieren uns jetzt am Wanderweg A3. Kurz vor dem Erreichen des Ortsausgangsschildes führt uns die A3 nach rechts weg über einen asphaltierten Feldweg. Von der „Am Fröhlinge“ gelangen wir auf den Wanderweg Raute, dem wir jetzt folgen werden. Wir fahren auf dem Wanderweg Raute weiter in Richtung Hattingen-Niederwenigern und streifen dabei den Weg „Deipenbecke“, bleiben aber auf jeden Fall geradeaus auf dem Wanderweg Raute. Am Reiterhof Grossheimann teilt sich der Wanderweg in die Raute 7 und die Raute 8. Wir wählen links den Wanderweg Raute 7, ein sehr schmaler Trampelpfad an einer Hecke, der auch von Reitern genutzt wird – was man auch merkt – es ist morastig und sehr anstrengend.

Skizze Tourenverlauf Burg Altendorf / Ruine Isenburg

 

Die Burg Altendorf

Der Kennzeichnung des Wanderweges Raute wird in die Turmstraße gefolgt, eine kleine asphaltierte Straße ohne nennenswerten Kontakt zu Autos. Vorbei an Feldern und Pferdewiesen gelangen wir so direkt nach Niederwenigern. Weiterhin auf dem Wanderweg Raute fahrend erreichen wir die markante Kirche des Ortes und folgen dem Wanderweg weiter nach rechts. Am Siepenweg erwartet uns eine kleine Herausforderung: Eine Treppe, die nach unten führt. Es wartet ein kleiner Singletrail und dann eine weitere Herausforderung. Der Weg gabelt sich und wir wählen den Weg rechts! Wir bleiben somit auf dem Wanderweg Raute und dieser führt anspruchsvoll nach oben. Der Uphill ist zwar kurz, lässt uns aber gut pumpen! Wir kommen an einem Bauernhof vorbei und gelangen zur kleinen Straße „Am Bahrenberg“, auf die wir nach rechts abbiegen. Unser neuer Begleiter ist der Wanderweg H, der uns auf einen Waldweg lotst. Der Forstweg bringt uns nach Niederbonsfeld. Der kurze knackige Uphill, es handelt sich immer noch um den Wanderweg H, lässt die Waden brennen. Wir erreichen die Anliegerstraße Kressenberg, folgen dem Wanderweg Raute 7 nach rechts und passieren dabei den Wasserturm. Auf dem Bergkamm dahin gleitend bietet sich zu unserer Rechten ein fantastischer Blick über das Tal hinweg. Links neben uns lockt der Wald, in den wir gleich eintauchen werden.

Der Wanderweg Raute 7 offenbart sich als ein echt spaßiges Highlight dieser Etappe. Anfänglich ein breiter und ruppiger Forstweg, wird der Wanderweg Raute 7 nach dem Abbiegen nach links – weg vom Hauptweg – zu einem Singletrail allerhöchster Güte! Immer leicht bergab führend werden wir von einer Kurve in die nächste Kurve katapultiert. Der Trail ist schmal, eng, ruppig und zum Teil leicht verblockt. Genau das ist es doch, was unser Herz erfreut! Natürlich sollte und muss immer auf Wanderer geachtet und die Geschwindigkeit diesbezüglich angepasst werden. Auf jeden Fall Abfahrtsspaß pur, bevor uns der Trail wieder auf Asphalt ausspuckt, wo wir die Kirche passieren. Wir folgen dem Wanderweg und gelangen zum Ortskern von Nierenhof. Hier bietet sich auch ein idealer Quereinstieg bzw. Querausstieg durch den S-Bahnhof.
Im Ort orientieren wir uns an dem Radweg in Richtung Hattingen und dann an dem Wanderweg X28, der von der Hattinger Straße weg auf der anderen Straßenseite um 180 Grad versetzt an der Mauer hoch führt. Der Wanderweg X führt im weiteren Verlauf rechts von der Anliegerstraße weg in Richtung Isenburg. Hier könnte man dem Wanderweg folgen, wir fahren aber weiter auf der Straße, um die Isenburg am Ende des Bergkammes von unten zu bezwingen. Definitiv werden wir diesen Wanderweg für die Abfahrt nutzen! Wir fahren also weiter geradeaus, halten uns im weiteren Verlauf rechts und kommen am Reitzentrum Hattingen/Velbert vorbei. Direkt am Rande des Berges radelnd gelangen wir über den Balkhauser Weg zum Fuße der Isenburg. Wir müssen uns zwar die Straße mit Autos und Motorrädern teilen, der Verkehr hält sich aber in Grenzen.

Wir biegen an der Tippelstraße rechts ab und folgen dem Wanderweg X zur Isenburg hoch. Der Weg wird immer schmaler und anspruchsvoller und letztendlich zu einem sehr feinen Singletrail, bleibt aber fast bis oben fahrbar. Auf den letzten Metern, zur Isenburg hoch, ist das Schultern des Bikes angesagt, da wir Treppen emporsteigen müssen. Fast 95 Höhenmeter haben wir für die Auffahrt zur Isenburg absolviert, die weit oberhalb der Ruhr auf das Ruhrtal herab blickt.

Die Ruine Isenburg

Westlich von Hattingen findet sich weit oberhalb der Ruhr die Ruine Isenburg. Die etwa 800 Jahre alte Isenburg, welche in frühen Urkunden Burg Isenberg genannt wurde, wird vom „Verein zur Erhaltung der Isenburg“ betrieben. Die Ruine ist frei zugänglich und die ausgegrabenen Grundmauern und Teile des Bergfrieds lassen erahnen, welche Dimensionen diese Burg einst gehabt haben muss. Wir bitten darum, dass im Bereich der Burg bitte nicht gefahren wird! Ein schönes und imposantes Stück Geschichte, welches zu Erhalten lohnt!

Die Isenburg
Blick von der Isenburg auf die Ruhr

Tipp! Die Ruine Isenburg bietet sich als guter Quereinstieg bzw. Querausstieg an, da die S-Bahn S9 in Velbert-Nierenhof hält. Die S9 verkehrt zwischen Haltern, Essen und Wuppertal.

Von der Ruine Isenburg zur Burg Blankenstein

Eckdaten: Etwa 15,5 Kilometer und 405 Höhenmeter

Nun folgen wir dem Wanderweg X28 auf dem Bergkamm in Richtung Nierenhof. Nach einem kurzen Stück bergan eröffnet sich uns ein flowiger und spaßiger Singletrail. Es läuft rund, da es meistens leicht bergab geht. Zur Belohnung gibt es eine kleine technische Passage. Letztendlich erreichen wir nach dem Spaß im Wald wieder die uns bereits bekannte Hattinger Straße und die davon nach links abzweigende „Alte Poststraße“. Nach wenigen Metern zweigt der Wanderweg X nach rechts ab – eine Treppe führt nach oben. Da wir mal wieder wenig Lust haben das Bike zu schultern, ziehen wir eine Umfahrung der Treppe vor. Wir folgen daher der Straße und biegen nach rechts in die Sackgasse ein, die einen Teil dieser Straße bildet. So gelangen wir ans obere Ende der Treppe und können frohen Mutes unseren Weg auf dem gekennzeichneten Wanderweg fortsetzen. Nach einer Tordurchfahrt und mit dem Bach rechts unter uns gelangen wir wieder auf artgerechten Untergrund für unsere Stollen. Der Weg führt in den Wald – bergan natürlich! Wir bleiben jetzt einige Zeit dem Wanderweg X28 erhalten und ergötzen uns an der Schönheit dieses Landstrichs – mit einigen Schweißperlen auf der Stirn. Der Wanderweg X28 trifft im weiteren Verlauf auf den Wanderweg H. Wir sagen unserem liebgewonnenen Wanderweg X28 Lebe wohl und befahren den Wanderweg H nach links bergan. Kurze Zeit später treffen wir auf den Wanderweg Raute und folgen der Kennzeichnung Raute als auch dem H nach rechts. Nach wenigen Metern beschreibt der Wanderweg H eine fast 180 Grad Kehre, wir bleiben aber auf dem Wanderweg mit der Raute und fahren somit geradeaus weiter.

Skizze Tourenverlauf Ruine Isenburg / Burg Blankenstein

Da wir mittlerweile genug Höhenmeter gemacht haben, geht es jetzt mal mit Pfeffer bergab über eine große Lichtung. Hier teilen sich einige Wanderwege auf, wir fahren aber weiter geradeaus – wieder in den Wald hinein. Also nicht nach links in den Wanderweg XR bzw. Raute 4 abbiegen – auch wenn dieser frohlockt! Wir gelangen an eine Schutzhütte und folgen rechts abbiegend dem Wanderweg Raute 8 bzw. X. Nach etwa 100 Metern überqueren wir einen Wanderweg und halten uns weiter geradeaus – wir sind jetzt auf dem Wanderweg A2 unterwegs. Diesem folgen wir bis zu einer weiteren Schutzhütte. Da unser nächstes Zwischenziel die Schulenburg in Hattingen sein wird, fahren wir nach links auf den Wanderweg X/A1, der im späteren Verlauf als Wanderweg XR ausgewiesen ist. Munter flockig führt uns der breite Wanderweg direkt zur Schulenburg – Restaurant und Biergarten. Wir befinden uns jetzt oberhalb von Hattingen und folgen dem Wanderweg X17 am Parkplatz vorbei zur Straße runter. Hier biegen wir nach rechts in die Friedrichstraße ein. Da wir uns wieder auf der Straße bewegen heißt es bitte auf Autos aufzupassen! Noch mehr Autos erwarten uns dann mit der Bredenscheider Straße, die wir überqueren müssen. Der Wanderweg X17/XR führt auf der anderen Seite der Straße weiter und lässt die stark befahrene Straße hinter sich. Wir überqueren einen kleinen Bach und folgen dem Asphaltband nach links. Der Lärm der Straße verstummt. Es ist fast unglaublich, wie sehr sich diese unscheinbare Straße ihren Weg über Felder und durch Wälder nach oben bahnt – nicht umsonst der Ruhrhöhenweg. Auch wenn wir uns auf Asphalt bewegen, den landschaftlichen Reiz kann das nicht trüben. An der Kennzeichnung des X orientierend, fahren wir ein kurzes Stück auf einer kleinen Landstraße und biegen nach links auf den Wanderweg XR/X17 ab.

Wir gelangen zur Holthauser Straße, die nicht mit Autos geizt. Diese verlassen wir schnell mit der nächsten Anliegerstraße nach links – vor dem Kreisverkehr! Wenige Meter waren wir jetzt ohne Wanderwegkennzeichnung unterwegs – alternativ hätte man vor der kleinen Anliegerstraße die Treppen links nach oben nehmen können. Mit unserer kleinen Umfahrung konnten wir im Sattel sitzen bleiben.
Wir treffen mit der Umfahrung aber wieder auf den Wanderweg und vor uns offenbart sich ein wunderbarer Ausblick auf eine fantastische hügelige Landschaft mit Feldern und Städten. Als optisches Schmankerl sehen wir jetzt zum ersten Mal die Burg Blankenstein.

Wir orientieren uns weiter an der Kennzeichnung des Wanderweges. Der Wanderweg entpuppt sich im oberen Bereich als spaßiger Trail. Der leider nur kurze, aber dafür ruppige Singletrail lässt des Bikers Herz höher schlagen. Der weitere Verlauf über asphaltierte Feldwege beinhaltet zwar keine technischen Highlights mehr, schmeichelt aber durch die Landschaft dem Auge. Es geht leicht bergab und wir rollen schnell und kraftschonend unserem Etappenziel entgegen. Der Wanderweg X bringt uns bis zu einer größeren Straße. An der Straße biegen wir nach links ab und orientieren uns jetzt an dem Wanderweg A2, der uns zur Wittener Straße und dann weiter bis zum Fuße der historischen Altstadt führt. Die Altstadt und die Burg befinden sich direkt über uns und wir haben mindestens zwei Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Der Aufstieg kann über die vor uns liegende Treppe geschehen oder über den links steil nach oben führenden Gehweg. Wie auch immer man sich entscheidet, man gelangt zur Burgstraße, die uns durch den historischen Ortskern zur Burg Blankenstein führt.

Die Burg Blankenstein

Der Anblick der Burg Blankenstein ist überwältigend. Auch wenn es sich bei der Burg Blankenstein um eine Ruine handelt, ist man doch von dem sehr guten Zustand verblüfft. Der etwa 30 Meter hohe Bergfried kann bestiegen werden und bietet eine fantastische Aussicht – anzumerken ist, dass die Burg bereits 70 Meter über der Ruhr thront! Im Innern des Hofes findet sich ein Burgrestaurant – festlicher kann man wohl kaum speisen! Veranstaltungen wie das Ritteressen runden den guten Eindruck von der Burg Blankenstein ab. Ein absolutes Muss für unsere Burgen und Schlösser Tour!

Die Burg Blankenstein

 

Von der Burg Blankenstein zur Burgruine Hardenstein

Eckdaten: Etwa 13 Kilometer und 385 Höhenmeter

Nicht unerwähnt darf das Haus Kemnade bleiben. Das Wasserschloss scheint nahezu dem Märchen Dornröschen zu entstammen. Nicht ohne Grund finden hier viele Feierlichkeiten wie zum Beispiel Hochzeiten statt. Als nächstes Zwischenziel werden wir das Wasserschloss Haus Kemnade ansteuern. Diese Etappe ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern auch von den Gegebenheiten sehr vielfältig. Man muss an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch als Gehweg gekennzeichnete Wanderwege Verwendung finden – hier ist natürlich dem Gesetz entsprechend zu handeln.

Das Haus Kemnade

Der Start dieser Etappe erfolgt natürlich von der Burg Blankenstein aus. Einen Teil des Weges kennen wir bereits – wir sind ihn bis zur Burg gefahren und müssen diesen Weg bis zu dem Punkt zurück fahren, an dem wir vom Wanderweg X auf den Wanderweg A2 abgebogen sind. Wir überqueren also von der Burg kommend wieder die Wittener Straße und befahren zunächst den Wanderweg A2. An der besagten Abzweigung folgen wir jetzt aber wieder dem Wanderweg mit der Kennzeichnung X. Unser Intermezzo auf dieser Straße ist aber nur von kurzer Dauer, da uns die Kennzeichnung X nach links von der Straße wegführt. Das Restaurant „Das Krans“ rückt immer näher und im späteren Verlauf dieser Etappe werden wir dieses Restaurant mit Biergarten sogar noch passieren – aber noch nicht jetzt! 500 Meter vor dem Restaurant verlassen wir die asphaltierte Straße und begeben uns auf einen Forstweg. Im späteren Verlauf gelangen wir auf einen Waldweg mit einem schönen Streckenverlauf und teilweise am Hang entlang. Dazu verlassen wir den Wanderweg X und folgen dem Wanderweg A1 bzw. dem Wanderweg Raute nach links. Am Ende des Forstweges gelangen wir auf einen als Gehweg gekennzeichneten Waldweg – hier ist natürlich dem Gesetz folge zu leisten. Der Wanderweg A1 bleibt unser Begleiter und führt uns nach rechts – ein munteres auf und ab folgt.

Skizze Tourenverlauf Burg Blankenstein / Burgruine Hardenstein

Wir erreichen eine Schutzhütte zu unserer Linken und gleichzeitig eine kleine Straße, auf die wir nach links abbiegen. Am Ende der Straße namens „Im Katzenstein“ gelangen wir auf eine Hauptstraße, die uns links direkt zum Haus Kemnade führt. Auf dem kurzen Weg zum Haus Kemnade müssen wir eine ziemlich nervige Ampel mit einer noch nervigeren Rotphase passieren. Am Haus Kemnade heißt es erst mal den Anblick des Wasserschlosses und der umliegenden Hügellandschaft zu genießen. Von hier ist auch die Burg Blankenstein weit oberhalb der Ruhr zu sehen.

Einem Tourenfahrer würden wir jetzt die Weiterfahrt über den RuhrtalRadweg Richtung Witten empfehlen – wir wollen allerdings ein wenig Vibrations im Lenker spüren! Somit müssen wir wieder ein kurzes Stück zurück. Also passieren wir mal wieder die nervige Ampel und fahren die Straße „Im Katzenstein“ hoch. Wir erreichen die Schutzhütte und bleiben auf dem Asphaltband. Autos muss man hier nicht fürchten, hier sind Fahrzeuge aller Art verboten. Nach etlichen Höhenmetern erreichen wir das Restaurant „Das Krans“. Der Biergarten lädt zum Verweilen ein. Ein kleiner Trail, als Wanderweg A2 gekennzeichnet, führt runter zur Straße – den wir natürlich nutzen. Mit dem Wanderweg W/A2/X17 verlassen wir diese kleine Straße recht schnell wieder und folgen den Kennzeichnungen nach rechts auf einen Trail. Wir orientieren uns im weiteren Verlauf an der Kennzeichnung X/W. Ein herrlicher Trail, bei dem einen die Äste ins Gesicht peitschen. Bis zur Straße heißt es einfach nur Spaß haben! Nach dem Überqueren der Straße soll der Spaß aber nicht zu Ende sein – im Gegenteil. Der Singletrail zeigt sich zum Teil schon recht ruppig – wenn da mal keine Freude aufkommt! Kurz vor Witten-Buchholz spuckt uns der Waldweg auf eine Straße. Während die Kennzeichnung für den Wanderweg nach rechts zeigt, wählen wir die Fahrt nach links und gelangen so am Ortseingang wieder auf den Wanderweg X. Die Straße mit dem schönen Namen „Waldweg“ führt uns direkt zur Hauptstraße „Im Hammertal“. Wir überqueren die Hauptstraße und folgen dem gegenüberliegenden Wanderweg X.
Wir folgen der Straße „Rehnocken“ und bleiben dieser Straße durch eine Wohnsiedlung treu, also nicht in den Blankenburger Weg abbiegen! Munter kurbeln wir in der Siedlung bergan und machen hier etwa 50 Höhenmeter, bis wir die Brücke erreichen, die über die Autobahn führt. Wir nutzen die Brücke um auf die andere Autobahnseite zu gelangen. Der Kennzeichnung X folgend gelangen wir auf einen schmalen Singletrail, der auf einem Bergkamm entlang führt. Eine witzige, anspruchsvolle und nicht ganz unstrapaziöse Angelegenheit. Nach dem Überqueren einer kleinen Anliegerstraße bleibt es spaßig und es geht leicht bergab. Wir müssen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es sich hier um einen als Gehweg gekennzeichneten Wanderweg handelt!

Um dem Wanderweg XW weiterhin folgen zu können, müssen wir die kommende Landstraße überqueren. Da es sich in diesem Bereich anscheinend bei den Wanderwegen fast nur noch um als Gehweg gekennzeichnete Wege handelt, ist natürlich dementsprechend zu handeln, um dem Gesetz zu entsprechen. Der Wanderweg X führt uns auf einem breiten Wanderweg quer durch den Wald und im späteren Verlauf über eine praktisch verkehrsfreie Anliegerstraße „Zum Wiesengrund“. Wir treffen auf eine weitere Straße und folgen weiterhin dem Wanderweg X. Wir gelangen wieder in den Wald und orientieren uns direkt links.

Wieder erblicken wir das so liebgewonnene Zeichen des Gehweges – was das heißt wissen wir ja! Wir folgen jetzt dem Wanderweg A1/2 und nicht mehr dem Wanderweg X! Bergab gelangen wir an eine Gabelung, an der wir uns links auf dem Wanderweg XR/W halten. Dem X folgend kommen wir zu einer kleinen asphaltierten Straße und befahren die Straße nach links bergan – ein anstrengendes Stück Arbeit, bevor uns die „Am Masling“ auf die Hauptstraße ausspuckt. Wir orientieren uns an dem Wanderweg A1 und überqueren die Rauendahlstraße. Der Kennzeichnung bleiben wir eine ganze Weile treu. Kurz vor dem Erreichen einer Siedlung und dem Ende des Hohlweges gilt es Obacht geben wegen des weiteren Verlaufs.
Der Wanderweg A1 führt offensichtlich leicht links ab, allerdings biegt stark rechts ab auch ein Wanderweg! Hierbei handelt es sich ebenfalls um den Wanderweg A1 und genau diesen nehmen wir auch. Die Kennzeichnung des Wanderweges ist relativ schlecht zu erkennen, weshalb man gut aufpassen sollte. Als erstes zeigt sich sich der Wanderweg als breiter Waldweg schnurstracks geradeaus. Plötzlich wird es richtig spaßig! Der Wanderweg wird schmal, ausgewaschen, zeigt sich wurzelig und ruppig! Ein Heidenspaß! Unten angekommen folgt ein Paradies mit vielen Trails. Wir folgen dem Wanderweg O/A1 und somit einem Singletrail mit allem, was das Herz erfreut! Der Wanderweg A1 führt uns durch das Muttental direkt zur Ruine Hardenstein.

Das Muttental gehört zu Witten, genauer gesagt zum Wittener Ortsteil Bommern. Unter Mountainbikern ist das Muttental nicht ganz unbekannt. Lange bevor die ersten Biker allerdings hier unterwegs waren, wurde im Muttental bereits Steinkohle abgebaut. Schon im Jahre 1510 soll hier Tagebau betrieben worden sein. Seit dem Jahre 1972 gibt es den Bergbauwanderweg Muttental. Die Zeichen des Bergbaus sind im Muttental allgegenwärtig. Im weiteren Verlauf der Tour werden wir einige Sehenswürdigkeiten passieren.

Die Burgruine Hardenstein

Die Burgruine Hardenstein liegt nordwestlich von Witten-Herbede direkt am Südufer der Ruhr. Die Burg wurde etwa um 1350 durch die Herren von Hardenstein errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg immer weniger genutzt und verfiel. An Charme hat die Burg nichts verloren, im Gegenteil, die Burgruine zeigt sich geradezu malerisch. Aus Sicherheitsgründen ist die Burgruine zur Zeit abgesperrt, weil sich jederzeit Steine lösen und herab fallen können. Die Ruine ist umgeben von den Resten einer Ringmauer, in deren Innenraum sich Sitzgelegenheiten finden. Hier lohnt sich auf jeden Fall eine Rast, um die sehenswerte Burg auf sich wirken zu lassen.

Tipp! Die Ruhrtal-Fähre

Etwa 400 Meter von der Burgruine Hardenstein entfernt bietet der Fährbetrieb Ruhrtal-Fähre das Umsetzen auf die andere Seite der Ruhr. Der Transport ist frei, aber über ein freiwillig entrichtetes Fährentgelt freut sich nicht nur der Fährbetrieb, sondern man sorgt auch dafür, dass solche Attraktionen auf Dauer erhalten bleiben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Ruhr kann man im Sommer ausgiebig dem Sonnenbaden frönen – eine fantastische Kulisse gibt es gratis dazu.

Von der Burgruine Hardenstein zur Burgruine Volmarstein

Eckdaten: Etwa 23 Kilometer und 810 Höhenmeter

Die Wanderwege O, A1 und A3 streifen bzw. passieren die Burgruine Hardenstein. Für welchen Weg man sich entscheidet, innerhalb oder außerhalb der Ringmauer, ist eigentlich egal, da sich beide Wege wieder treffen. Wir lassen die Ruine hinter uns. Auf dem Waldweg leicht bergan kurbelnd fahren wir an einem Nachkriegsstollen vorbei. Der Weg führt uns zur Straße „Auf der Marta“, wo sich die Wanderwege teilen.

Vor unseren Augen offenbart sich ein unglaublicher Blick auf eine Felsabrisskante. Genauer gesagt handelt es sich hier um den Steinbruch Dünkelberg, eine von über 30 Sehenswürdigkeiten, die der etwa 9 Kilometer lange Bergbaurundwanderweg Muttental zu bieten hat. Unglaublich, dass zeitweise über 60 Zechen in diesem Bereich gleichzeitig in Betrieb waren.

Für uns geht es allerdings weiter. Der Straße rechts folgend bewegen wir uns weiter auf dem Wanderweg mit der Kennzeichnung A1 bzw. O. Mit dem Wanderweg verlassen wir nach kurzer Zeit die Straße und kurbeln links leicht bergan.

Skizze Tourenverlauf Burgruine Hardenstein / Burgruine Volmarstein

 

Die Burgruine Hardenstein
Bergbau-Ausstellung Herberholz

Geradeaus, nicht nach rechts abbiegend, gelangt man über einen asphaltierten Feldweg zum Schloss Steinhausen. Das Schloss kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erbaut wurde das Schloss Steinhausen bereits im 13. Jahrhundert und diente zur Sicherung eines Ruhrüberganges. Bis auf den Schlosspark ist das Schloss nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Viele Biker werden das Schloss bereits kennen, da hier die Mountainbikeschule bikeride von Manfred Stromberg beheimatet ist. Allerdings bietet sich hier auch die Möglichkeit zur Einkehr im Restaurant oder im Biergarten.

Wir folgen dem Wanderweg A2 nach rechts und im weiteren Verlauf geradeaus, bevor man nach wenigen hundert Metern mit dem Wanderweg A2 nach rechts fahrend die Straße verlässt. Endlich bekommen wir wieder Dreck unter die Stollen! Uns erwartet ein flowiger abschüssiger Singletrail, bevor wir wieder auf eine kleine asphaltierte Straße gelangen. Links abbiegend mit dem Wanderweg A2 passieren wir die Bergbau-Ausstellung Herberholz. Das Zechenhaus Herberholz erinnert an die ehemalige Zeche und bietet eine kleine sehenswerte Ausstellung. Der Eintritt ist übrigens frei! Wir folgen der kleinen Straße und gelangen auf einen breiten Waldweg in Richtung Zeche Maximus. Überall am Wegesrand finden sich Hinweise auf den früheren, sehr regen Bergbau in dieser Gegend – anschaulich bebildert und beschrieben. Das Verlassen der Wanderwege ist wegen der Einsturzgefahr aus Sicherheitsgründen übrigens nicht zu empfehlen! Wir befinden uns auf dem Wanderweg X, A3 und H. Wir überqueren den Bach zu unserer rechten Seite und nehmen den Wanderweg A1 in Richtung Göpel. Der Waldweg steigt an und lässt die Beine kurz brennen. Wir passieren den Göpelschacht Moses und gelangen auf eine kleine Anliegerstraße und orientieren uns am Wanderweg O, um nicht wieder zur Ruine Hardenstein zu gelangen. Wer nicht genug bekommen kann, darf diese Runde gerne nochmal wiederholen. Durch eine kleine Siedlung gelangen wir zur Durchgangsstraße Rauendahlstraße, die wir überqueren müssen. Es folgt ein kurzes, wirklich übles Stück Weg – es ist ein Reit- und Wanderweg und nach Regenfällen eine regelrechte Schlammbrühe.
Nur wenige Meter, aber die Mama hat Spaß an der Wäsche am Ende des Tages. Es geht im weiteren Verlauf spaßig bergab, besonders nach dem Abbiegen des Wanderweges O nach links, dem wir natürlich folgen in Richtung der jetzt sichtbaren Angelseen. Ein schmaler ausgewaschener Trail – kurz aber knackig fein.

Die kleine Straße „Am Masing“ beendet unseren Ausritt im Dreck. Wir müssen jetzt erst mal wieder mit Asphalt vorlieb nehmen. Munter kurbeln wir bergauf – gar nicht unanstrengend! Wir folgen dem Wanderweg O und gelangen auf die Schlagbaumstraße, die an Wiesen und Wald vorbei stetig bergan führt. Ein sehr idyllisches Bild und die Gedanken an Ferien auf dem Bauernhof drängen sich einem immer mehr auf. Wir fahren die kleine Straße bis zur Landstraße Bommerholzer Straße, die L525. Rechts neben uns erblicken wir die Feuerwehr „Löscheinheit-Bommerholz“, mehr oder weniger eine Garage. Weiter geht’s auf dem Wanderweg O kurz nach rechts und überqueren geschwind die Landstraße. Wir folgen der kleinen Straße am Parkplatz vorbei in Richtung des Hauses Bommerholz. In der Kurve verlassen wir die kleine asphaltierte Waldstraße und setzen unseren Weg über den Wanderweg W fort, der geradeaus am Haus Bommerholz vorbeiführt. Wir tauchen wieder in den Wald hinein und unsere Stollen bekommen endlich wieder das zu fressen, was sie am meisten mögen: Dreck! Der kurze ruppige Trail trifft auf einen breiten Wanderweg, auf den wir nach links abbiegen. Wir bleiben somit auf dem als W gekennzeichneten Wanderweg, bis wir wieder auf Asphalt gelangen. „Am Pastoratbusch“ biegt der Wanderweg W nach links ab, wir bleiben jedoch geradeaus auf der kleinen Anliegerstraße mit der Kennzeichnung A6. Wir folgen dem schmalen Asphaltband und halten uns im weiteren Verlauf rechts, um unten zur Straße zu gelangen. Wir orientieren uns am Wanderweg A6, der uns erst über den Bach und dann durch einen Tunnel lotst. Am Rande einer Wohnsiedlung visieren wir das nächste Zwischenziel an: Die Egge-Klause. Nach der Tunneldurchfahrt folgen wir somit rechts dem Wanderweg A6 bzw. dem N. Der breite und gut befestigte Forstweg führt ohne Gnade nach oben.
Unglaublich, wie viele Höhenmeter man hier schon machen kann! Der Blick ins Tal entlohnt für die Strapazen! Wir erreichen die Egge-Klause mit einem sehr schönen Biergarten. Leider sind die Öffnungszeiten sehr eng abgesteckt. Hinter der Egge-Klause entdecken wir den Wanderweg A7, ein kleiner schmaler Weg, der versteckt rechts abzweigt und am Ende viele Wurzeln zu bieten hat. In diesem Bereich sind neben uns natürlich viele Wanderer unterwegs! Wir verbleiben auf dem Wanderweg A7 bis zur Straße. Das letzte Stück vor der Straße sollte man seinen Kommunionsanzug verstauen und sich seelisch auf mächtig viel Dreck und Matsch vorbereiten! Kurz gesagt: Eine herrliche Sauerei! Wir folgen der Straße nach links – erst bergab um die Reifen frei zu fahren, dann stetig bergauf. Am Ende der „Im Flachsteich“ folgen wir nach rechts dem Fahrradwegzeichen „Von Ruhr zur Ruhr“. An der Ecke „Im Loh“ und „Am Böllberg“ biegen wir rechts ab auf die „Am Böllberg“. Wir befahren jetzt den Radweg EN4. Durch eine kleine Siedlung und ansässigen Bauernhöfen gelangen wir zum Böllberg. Mit dem Wanderweg X verlassen wir die Straße nach links und es geht auf ruppigem Untergrund abwärts – was nicht unwesentlich Freude bereitet! Das verfallene Bauernhaus „Im Korten“ und die Hauptstraße beenden unseren Abwärtsdrang. Wir überqueren die Straße und folgen dem Wanderweg X, der hier mal wieder als Gehweg gekennzeichnet ist und dementsprechendes Verhalten fordert. Bergauf führt der kleine Weg direkt nach Voßhöfen.

In Voßhöfen angelangt machen wir eine geschmeidige 180 Grad Kehre nach links um die Bushaltestelle herum und biegen damit in die Straße „Am Storch“ ein. Netterweise ist diese Straße für Fahrradfahrer freigegeben – unglaublich! In dieser landschaftlich sehr ansprechenden Gegend ist das leider anscheinend keine Selbstverständlichkeit. Wir folgen der Kennzeichnung X über einen Forstweg, der für Autos und Reiter gesperrt ist. Der Forstweg wird zu einem Waldweg, der über den Höstreichberg führt. Der Waldweg führt wieder auf die Straße und unser Wegweiser ist weiterhin die Kennzeichnung X, die uns jetzt über Asphalt radeln lässt.
Nach wenigen hundert Metern haben wir freien Blick über die Felder auf die Stadt Wetter und unserem Etappenziel: Volmarstein. Wir befahren jetzt wieder den Ruhrhöhenweg, der auf die Voßhöfener Straße trifft. Wir visieren den kleinen schmalen abschüssigen Wanderweg direkt auf der anderen Seite der Straße an. Wir gelangen auf die kleine Straße „Im Blumental“ und folgen somit den Wanderweg X4 bis zur Gabelung „Horstbecke“. Wir nehmen die „Horstbecke“ nach links und somit auch den Wanderweg A2. Wir bleiben auf der „Horstbecke“ bis zum Ortseingangsschild Volmarstein-Grundschöttel. Wir biegen rechts auf die Karl-Siepmann-Straße ab und umrunden somit den Ortskern. Wir sind auf dem Wanderweg X4 unterwegs, der uns durch die Siedlung führt. Über die „Am Brummstein“ – die natürlich mal wieder als Gehweg gekennzeichnet ist – gelangen wir zu der sehr stark frequentierten Grundschötteler Straße. Diese überqueren wir und folgen ab jetzt den Wegweisern zur Burgruine Volmarstein. Die Straße führt mächtig bergab – und wenn einem nicht die Gehwegschilder den Fahrspaß vermiesen, dann wie in diesem Fall die Tempo 30 Schilder! Also besser mal ab und zu in die Bremse langen! Zur Belohnung dürfen wir am Ende dieser Etappe nochmal richtig keulen! Zur Burg Volmarstein geht es mächtig den Berg hoch – jeder Meter will erkämpft sein. Das Ende einer Etappe mit vielen Höhenmetern!

Diese Etappe ist für uns etwas grenzwertig gewesen: Nicht wegen der relativ vielen Höhenmeter, im Gegenteil! Was uns verblüfft sind diese vielen, als Gehweg ausgewiesenen Wanderwege. Ein Teil davon macht sicherlich Sinn, aber große Teile durch den Wald als Gehwege auszuweisen und dem Biker dadurch den Eintritt in diese schöne Natur zu verwehren, halten wir für etwas fragwürdig. Wie dem auch sei, das Gesetz lässt da keinen Raum für Interpretationen: Biken ist auf Gehwegen für Menschen unseres Alters verboten! Wir haben diese Wege dennoch mit in die Beschreibung aufgenommen, damit ihr eure eigenen Touren dementsprechend besser planen könnt oder zumindest wisst, wann und wo ihr dem Gesetz entsprechend zu handeln habt!

Die Burgruine Volmarstein
Die Burgruine Volmarstein mit Blick auf Wetter (Ruhr)

Die Burgruine Volmarstein

Die vollständig begehbare Burgruine ist jederzeit frei zugänglich und bietet einen herrlichen Ausblick über die Stadt Wetter, die Stadt Volmarstein und die Ruhr. Die etwa 900 Jahre alte Burg schützte einst die „Erzbischöfliche Schutzgeleitstraße“ von Ennepetal nach Soest. Im Mittelalter verfiel die Burg und der Brand von 1754 zerstörte nicht nur Volmarstein, sondern besiegelte endgültig das Ende der Burg. Die Bürger der Stadt nutzten die Steine der Burg für den Wiederaufbau der Stadt. Die Burgruine ist sehr gut gesichert und lädt, dank des begrünten Innenhofs und der Sitzmöglichkeiten, zum Verweilen ein. Der Blick von der Burg zeigt Volmarstein und die auf der anderen Seite der Ruhr gelegene Stadt Wetter. Die Burgruine Volmarstein wird auch für Veranstaltungen genutzt – ein herrliches Vergnügen in einer atemberaubenden Umgebung!

Tipp! Die Burgruine Volmarstein bietet sich als guter Quereinstieg bzw. Querausstieg an, da die auf der anderen Ruhrseite gelegene Stadt Wetter schnell und einfach erreichbar ist. Wetter bietet einen Bahnhof, der von den S-Bahnen Richtung Witten, Dortmund und Hagen angesteuert wird.

 

Zurück zur Hauptübersicht Burgen und Schlösser Tour – Mit dem MTB durch das Ruhrgebiet

Special Burgen und Schlösser Tour: Etappe 1 – Vom Duisburger Hauptbahnhof bis zur Burg Altendorf

Vom Duisburger Hauptbahnhof zum Schloss Broich – Vom Schloss Broich zum Schloss Landsberg – Vom Schloss Landsberg zum Haus Oefte – Vom Haus Oefte zur Ruine Neu-Isenburg – Von der Ruine Neu-Isenburg zur Vryburg – Von der Vryburg zur Burg Altendorf / Gesamt Etappe 1: Etwa 67,5 Kilometer und 1077 Höhenmeter

  • Vom Duisburger Hauptbahnhof zum Schloss Broich
    Etwa 14 Kilometer und 64 Höhenmeter
  • Vom Schloss Broich zum Schloss Landsberg
    Etwa 12 Kilometer und 210 Höhenmeter
  • Vom Schloss Landsberg zum Haus Oefte
    Etwa 9 Kilometer und 193 Höhenmeter
  • Vom Haus Oefte zur Ruine Neu-Isenburg
    Etwa 16 Kilometer und 450 Höhenmeter
  • Von der Ruine Neu-Isenburg zur Vryburg
    Etwa 12 Kilometer und 110 Höhenmeter
  • Von der Vryburg zur Burg Altendorf
    Etwa 4,5 Kilometer und 50 Höhenmeter

Vom Duisburger Hauptbahnhof zum Schloss Broich

Eckdaten: Etwa 14 Kilometer und 64 Höhenmeter

Unsere Burgen und Schlösser Tour beginnt in Duisburg am Hauptbahnhof. Wir haben den Duisburger Hauptbahnhof als Startpunkt gewählt, weil der Bahnhof sehr markant ist und daneben eine sehr gute Erreichbarkeit mit dem Bus, der Bahn und dem Auto bietet. Vor dem Start kann natürlich noch in der nahe gelegenen Fußgängerzone ein gutes Frühstück eingenommen werden oder aber, falls noch nicht geschehen, die für die Tour notwendigen Getränke eingekauft werden. Überraschenderweise liegt die erste Sehenswürdigkeiten nur wenige Meter vom Hauptbahnhof weg, weshalb der Startpunkt ebenfalls gut gewählt ist. Die Fahrt durch eine große Stadt ist immer relativ grenzwertig, aber wir kommen aus Duisburg relativ schnell heraus. Doch wollen wir langsam beginnen, wir haben schließlich noch eine lange und sehr schöne Tour mit über 180 Kilometer und fast 4000 Höhenmeter vor uns!

Am Duisburger Hauptbahnhof orientieren wir uns am Ausgang Ost, also entgegengesetzt zur Stadtmitte. Wir folgen dem ausgeschilderten Fahrradweg Richtung Mülheim. Die erste Sehenswürdigkeit ist bereits nach wenigen Metern erreicht, das Haus Königsberg, ein Museum zur Erinnerung an die Königsberger Kultur- und Stadtgeschichte. Wir folgen weiter den Wegweisern Richtung Mülheim. Die Fahrt durch den Duisburger Stadtteil Duissern, über die Wintgensstraße und links abbiegend auf die Meidericher Straße, ist zwar kein Hochgenuss, bringt uns aber effizient aus der Stadt heraus. Auf der Meidericher Straße (L1) halten wir uns geradeaus, überqueren die Straße Ruhrdeich und nachfolgend die Brücke über die Ruhr – unser erster Kontakt zur Ruhr. Fast vier Kilometer sind wir bis hierhin unterwegs, bevor wir nach rechts die Straße verlassen und auf dem ausgewiesenen Fahrradweg die nächste Sehenswürdigkeit anvisieren. Wir folgen entspannt und (noch) locker den Radwegschildern Richtung „Aquarius Mülheim“.

Skizze Tourenverlauf Duisburg Hbf / Schloss Broich

 

Das Mülheimer Aquarius

Wir tauchen ein in die Ruhraue. Weite Wiesen, die Brücken über die Ruhr und die Ruhr selber prägen das Bild. Auf unserer ersten Etappe wird uns die Orientierung sehr leicht gemacht – kein Wunder, befahren wir ja den bekannten und beliebten RuhrtalRadweg. Wir folgen weiter dem Radweg Richtung „Aquarius Mülheim“ und radeln durch den Mülheimer Stadtteil Alstaden zum Ruhr-Stadion, wo wir nachfolgend auf die andere Seite der Autobahn A40 gelangen. Auf der ersten Etappe rollen wir sehr viel über Asphalt, jedoch sollte man bedenken, wie viele Menschen hier ihr zu Hause haben und auf engstem Raum zusammenleben. Den Wegweisern folgend erreichen wir Mülheim-Styrum und lassen den Lärm der Autobahn hinter uns. Der Radweg führt uns von der Straße weg direkt zum Mülheimer Aquarius, einem über 100 Jahre alten ehemaligen Wasserturm. Der 50 Meter hohe Turm ist weithin sichtbar und grenzt direkt am Schloss Styrum. Im Schloss findet sich ein Restaurant und der Biergarten ist wirklich sehr empfehlenswert. Vom Autoverkehr verschont folgen wir weiter dem Radweg und gelangen mit der Styrumer Brücke auf die andere Seite der Ruhr. Die Industrie ist hier allgegenwärtig und dennoch zeigt sich der Radweg von einer sehr idyllischen Seite. Mit dem Erreichen einer Parkanlage stehen wir unmittelbar vor unserem ersten Etappenziel, dem Schloss Broich in Mülheim. Wir folgen dem Radweg, der auch gleichzeitig den Wanderweg = darstellt und gelangen direkt zum Schloss. Bei schönem Wetter werden die Wiesen vor dem Schloss belagert – anders als in der Vergangenheit finden sich hier aber keine Krieger und Soldaten mehr, sondern nur noch Erholungssuchende, welche die Sonne vor einer sehr schönen Kulisse genießen.

Das Schloss Broich

Vor über 1100 Jahren eroberten die Wikinger die nahe gelegene Stadt Duisburg. Es wird vermutet, dass die ursprüngliche Burg deshalb von den Ostfranken zur Sicherung der Ruhr und des Westfälischen Hellwegs errichtet wurde.

Das Schloss Broich in Mülheim

Kurze Zeit später wurden die Wikinger wieder vertrieben und die Burg fand erst mal keine Verwendung mehr. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg zu einer Festung umgebaut, verfiel allerdings und wurde im Jahre 1975 wieder eröffnet. Heutzutage erfreut sich das Schloss Broich regen Besuches und Attraktionen wie den Burgfolk und den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt darf man sich nicht entgehen lassen.

Vom Schloss Broich zum Schloss Landsberg

Eckdaten: Etwa 12 Kilometer und 210 Höhenmeter

Weiter geht’s auf dem Radweg Richtung Essen-Kettwig/Mintard. Wir bleiben weiterhin vom Autoverkehr verschont – fast unglaublich, wenn man sich die Karte dieses Gebietes anschaut. Links neben uns taucht die Ruhr erneut auf und das erste Mal können wir mit Fug und Recht behaupten, auf die Ruhr hinab zu blicken. Die links unter uns verlaufende Straße überqueren wir mit einer sehr interessanten Brückenkonstruktion. Irgendwie erinnert die Brücke an einen übergroßen und überbreiten North Shore. Wir gelangen direkt an das Ufer der Ruhr mit dem Blick auf den Bismarckturm auf der anderen Seite des Flusses. Unvorstellbar ist, dass der Bismarckturm auf dem Kahlenberg wegen einer Hochhaus Bebauung in den 70er Jahren abgerissen werden sollte – zum Glück ist das aber nicht geschehen! Wir genießen das lockere Kurbeln über die breiten und befestigten Wege. Noch können wir entspannt dahin gleiten, aber das wird sich bald ändern! Wir gelangen auf einen asphaltierten Weg, der uns nur zwei Möglichkeiten lässt: Links oder rechts?! Wir entscheiden uns für die Fahrt nach rechts weiter in Richtung des Kloster Saarn.

Kurze Zeit später passieren wir das Kloster Saarn, welches zu unserer Rechten liegt. Die Klosteranlage Mariensaal, wie sie auch genannt wird, wurde bereits im Jahre 1214 gegründet und stellt ein sehenswertes Stück Geschichte dar.

Skizze Tourenverlauf Schloss Broich / Schloss Landsberg

 

Die Mintarder Ruhrtalbrücke

Wir befahren weiter den Radweg auf dem Saarner Damm bis zur Landsberger Straße, auf die wir nach rechts abbiegen. Zum ersten Mal auf dieser Tour können wir jetzt bergan kurbeln. Von der Landsberger Straße biegen wir links auf die Voßbecker Straße ab und halten uns in Richtung des Friedhofs. Vorbei an Fachwerkhäusern nähern wir uns dem Friedhof und fahren rechts am Friedhof vorbei. Wir orientieren uns jetzt an der Kennzeichnung des Wanderweges A9, der uns auf Asphalt weiter bergan kurbeln lässt. Erstaunlich ist, dass wir seit dem Kloster bereits über 50 Höhenmeter gemacht haben. Unter uns schlängelt sich die Ruhr und bereits jetzt können wir die Mintarder Ruhrtalbrücke erkennen, die sich weit und unübersehbar über das Ruhrtal spannt. Mit einer Länge von 1800 Metern ist die Mintarder Ruhrtalbrücke Deutschlands längste Straßenbrücke aus Stahl. Über die Brücke verläuft die Autobahn A52, welche die beiden Städte Düsseldorf und Essen verbindet – und das in einer luftigen Höhe von 65 Metern. Mit der Brücke in Sichtweite folgen wir der kleinen Asphaltstraße vorbei an Wiesen und Höfen. Nichts erinnert hier mehr an die Industrie des Ruhrpotts!

Wir tauchen endlich in den Wald ein und der Weg, den wir befahren, scheint ein aus Lehm geformter Traum zu sein. Der Weg, den uns die Kennzeichnung A9 offenbart, ist schmal, ruppig und leicht kurvig. Links von dem Wanderweg fällt der Hang steil und tief ab. Wir nähern uns der Ruhrtalbrücke und folgen weiterhin der Kennzeichnung A9. Der Weg führt bergab und rüttelt uns mächtig durch. Wir gelangen unter die Ruhrtalbrücke und stoßen auf eine kleine asphaltierte Anliegerstraße, der wir nach rechts folgen. Wir sind jetzt auf dem Wanderweg X, der uns auf die Straße „Am Biestenkamp“ führt. Ein wunderbares Stadtviertel mit einigen schönen Fachwerkhäusern – so stellt man sich Urlaub vor! Der Kennzeichnung X folgend überqueren wir die Hauptstraße und gelangen wieder in den Wald. Jetzt heißt es richtig pumpen, der Waldweg führt mächtig steil nach oben. Im weiteren Verlauf des Wanderweges X gelangen wir auf freies Feld und für kurze Zeit müssen wir uns wieder mit Asphalt anfreunden.
Wir erreichen die Essener Straße, eine große Landstraße. Ein kurzes Stück folgen wir dieser nach rechts und biegen nachfolgend links in den Blomerich Weg ab. Wir befahren den Wanderweg XR, der uns erst in den Wald und nachfolgend wieder auf Waldboden führt. Wir halten uns an die Kennzeichnung XR bis zu einer Lichtung, wo der Wanderweg A3 nach links abzweigt. Die Stelle ist markant, weil sich hier auf der linken Seite eine runde Feuerstelle befindet. Dem Wanderweg A3 folgend gelangen wir direkt zum Schloss Landsberg.

Auf den letzten Metern des Wanderweges, hinunter zum Schloss Landsberg, ist erhöhte Vorsicht angebracht! Auch wenn der Wanderweg durch die leichten Steinpassagen verlockend sein mag, muss man hier nicht nur auf Fußgänger und Wanderer achten, sondern auch auf einige quer liegende Baumstämme. Selbsternannte Naturfreunde haben anscheinend großen Spaß daran, Baumstämme auf bzw. in den Weg zu legen. Der Abschluss des Weges zum Schloss Landsberg ist sowieso mit zwei Hindernissen versehen. Was soll’s?!

Das Schloss Landsberg

Im Jahre 1276 erbaut, wurde das Schloss Landsberg 1903 von August Thyssen gekauft und gehört jetzt der Thyssen-Krupp-Gruppe. Neben dem Schloss befindet sich ein unübersehbarer Neubau, der burgähnlich gestaltet wurde und als Fortbildungsstätte dient. Die Parkanlage des Schlosses ist frei zugänglich, während das Schloss selber der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung steht.

Das Schloss Hugenpoet liegt unweit des Schlosses Landsberg. Das Schloss Hugenpoet ist zwar nicht direkt ein Bestandteil unserer Burgen und Schlösser Tour, dennoch wollen wir kurz auf dieses Schloss eingehen. Bei dem Schloss handelt es sich um ein Wasserschloss, welches von Gräften umgeben ist und heute ein Restaurant beinhaltet. Das Schloss bietet einen schönen Rahmen für Veranstaltungen und Feierlichkeiten wie Hochzeiten.

Die Rindersberger Mühle

Vom Schloss Landsberg zum Haus Oefte

Eckdaten: Etwa 9 Kilometer und 193 Höhenmeter

Wer dem Schloss Hugenpoet einen Besuch abstatten möchte, dem bietet sich jetzt eine sehr gute Möglichkeit. Dafür muss man nur dem Kopfsteinpflaster vom Schloss Landsberg weiter bergab folgen und nach der Tordurchfahrt links orientieren. Das Schloss Hugenpoet liegt nur wenige hundert Meter entfernt.

Vom Schloss Landsberg folgen wir auf Kopfsteinpflaster wieder dem Wanderweg A3/R bergan zurück, den wir bereits zur Fahrt hinunter zum Schloss Landsberg genutzt haben. Wie bereits auf der Hinfahrt bemerkt, müssen wir auch jetzt wieder an den Hindernissen vorbei. Der Weg wird wieder breiter und lehmiger, zur Orientierung dient uns jetzt die Kennzeichnung T1, die uns nach links von dem Wanderweg A3 wegführt. An der nächsten Gabelung, die wir erreichen, folgen wir der Kennzeichnung X nach links. Wir gelangen zu dem kleinen asphaltierten Höseler Weg, wo wir uns von dem Wanderweg X verabschieden. Der Wanderweg X führt hier nach links die Straße entlang, wir aber folgen dem Wanderweg A3 über die Straße hinweg wieder in den Wald hinein. So oft es geht wollen wir unseren Stollen ordentlich Dreck zu fressen geben! Wir tauchen ein in eine Welt mit bewaldeten Hügeln. Anzeichen an eine in der Nähe gelegenen Großstadt sind nicht ersichtlich. Wir befahren weiter den Wanderweg A3 und Freerider sollten in diesem Bereich die Augen offen halten. An einer Lichtung angelangt folgen wir geradeaus dem Wanderweg M. Der Wanderweg M bringt uns direkt nach Kettwig vor der Brücke, anfänglich über einen spaßigen Singletrail, später übergehend auf einen breiten Forstweg.

Wir stoßen auf die Straße Sommersberg und folgen dem Wanderweg X durch den Ort an der Rindersberger Mühle vorbei. Die durch Wasserkraft angetriebene Kornmühle stammt aus dem 15. Jahrhundert und steht – natürlich – unter Denkmalschutz.

Skizze Tourenverlauf Schloss Landsberg / Haus Oefte

Wir überqueren die Heiligenhauser Straße und gelangen mit der Kennzeichnung X in die Straße „Am Wildbach“, anschließend in den Klipperweg. Der folgende schmale Singletrail führt uns zur Charlottenhofstraße, auf der sich die Autos und Motorräder serpentinenmäßig nach oben schrauben. Vorsichtig überqueren wir die Straße und orientieren uns weiter am Wanderweg X. Es geht weiter den Berg hoch und das noch nicht mal entspannt. Der Wanderweg ist steil, manchmal schmal und die eine oder andere Stufe steuern ihren Teil dazu bei, dass der Uphill recht anspruchsvoll ist. Oben angekommen erreichen wir die Fachklinik Rhein-Ruhr und folgen weiterhin der Kennzeichnung X. Wir gelangen wieder zur Charlottenhofstraße und diesmal begleiten wir die Straße einige Meter. Mit dem Abbiegen in die Oefte, weiter auf dem Wanderweg A2, verlassen wir wieder die Charlottenhofstraße. Wir passieren den Charlottenhof, eine ehemalige Unternehmervilla, jetzt Heimat der Jugendbildungsstätte St. Altfrid. Für kurze Zeit tauchen wir in den Wald hinein, weiterhin dem Wanderweg A2 folgend. Wir gelangen auf eine weitgehendst autofreie Straße, die vielmehr ein asphaltierter Feldweg ist. An einer Gabelung teilt sich der Wanderweg X vom Wanderweg A2. Wir wählen den Wanderweg X nach links. Die Kilometer schmelzen dahin – es geht zügig über meist asphaltierten Untergrund leicht bergab. Die Landschaft zeigt sich hügelig und vermittelt Urlaubsflair. Auch wenn der Weg nicht anspruchsvoll ist, die Aussicht ist toll! Ein bisschen kurios sind die Bezeichnungen der Wanderwege! Eigentlich noch auf dem Wanderweg X unterwegs, befahren wir schon wieder den Wanderweg A2 und auch den Wanderweg A3. Da unser nächstes Ziel das Schloss Oefte ist, bleiben wir auf dem Wanderweg A2 geradeaus, während die Kennzeichnung X und A3 nach rechts in einen Privatweg abzweigen.

Diese Irreführung der Wegbezeichnungen kann nur einen Sinn haben: Wir sollen nicht zum Schloss gelangen! Weshalb, werden wir gleich klären! Wir kommen zu den ersten Vorboten: Ein Golfplatz! Zur rechten Seite bietet sich ein toller Blick über ein weites Tal. Wir sind weiter auf dem Wanderweg A2 unterwegs.
An der Gabelung folgen wir dem Wanderweg A2 nach links, während der Wanderweg A8 nach rechts abzweigt. Diese Stelle werden wir nachher wieder passieren, wenn wir vom Schloss Oefte unseren Weg in Richtung Neu-Isenburg fortsetzen.

Das Schloss Oefte ist nicht mehr fern. Wir folgen dem Weg immer geradeaus. An einer weiteren Gabelung zweigt der Wanderweg A2 nach links ab, wir fahren aber weiter geradeaus. Nach nur wenigen Metern können wir das Schloss Oefte bereits erkennen. Mehr können und dürfen wir von dem Schloss allerdings nicht sehen, da wir nicht zu der erlauchten Gesellschaft des Essener Golf-Clubs gehören. Der Zutritt ist nur den Mitgliedern erlaubt und somit bleiben die Reichen und die Schönen unter sich. Uns soll es nicht stören, bevor wir einen kleinen Ball durch die Gegend schubsen schwingen wir uns lieber wieder auf das Bike und genießen die freie Natur – und diese gibt es hier zur Genüge und für Alle!

Vom Haus Oefte zur Ruine Neu-Isenburg

Eckdaten: Etwa 16 Kilometer und 450 Höhenmeter

Wir kehren zurück zu dem Punkt, wo der Wanderweg A8 von dem Wanderweg A2 abzweigt. Im weiteren Verlauf orientieren wir uns links bleibend auf dem Wanderweg XR und genießen die sehr schöne idyllische Landschaft. Endlich verlassen wir auch wieder die befestigten Wege und kurbeln leicht bergan über ein gerodetes Waldstück. Da wir uns lange genug ausgeruht haben, wollen wir mal wieder richtig die Waden brennen lassen! Uns erwartet ein kurzer, aber sehr knackiger Uphill! Es wird steil – sehr steil! Also schnell die Gabel abgesenkt und Druck auf die Front des Bikes gebracht. Auch wenn die Waden brennen, das Stück bergauf ist wirklich machbar – wichtig ist die Wahl der Linie. Uns erwartet ein schmaler leicht zugewachsener Trail mit einer sehr schönen Streckenführung. Wir sind allerdings nicht die einzigen Biker, die hier unterwegs sind.

Skizze Tourenverlauf Haus Oefte / Ruine Neu-Isenburg

Während wir schnaufend nach oben kurbeln, heißt es auf entgegenkommende schnelle Biker zu achten, die bergab Gas geben. Einigen Mitmenschen scheinen Mountainbiker wirklich ein Dorn im Auge zu sein, da hier wieder vermehrt quer liegende Baumstämme zu sehen sind. Ein Hoch auf die selbsternannten Naturfreunde!

Auf dem „Kutschenweg“ angelangt endet erst mal der Offroad-Spaß. Wir folgen weiterhin der Kennzeichnung X bzw. der Kennzeichnung A2. Bis zur abzweigenden Straße „Pastoratsberg“ vernichten wir auf der sehr kurvigen Straße einige Höhenmeter. Auf dem Stück bergab ist unbedingt Vorsicht walten zu lassen, da hier auch Autos und Motorräder unterwegs sind. Mit der kleinen Anliegerstraße „Pastoratsberg“ verlassen wir den „Kutschenweg“ und bleiben weiterhin auf dem Weg mit der Kennzeichnung X/A1/A2. Die kleine Straße führt steil bergauf und führt uns durch eine vor- und frühgeschichtliche Ringwallanlage. Von der Alte Burg ist aber nicht mehr viel zu sehen, obwohl durch Ausgrabungen Reste der Mauer freigelegt wurden. Wir befahren weiter die Straße und genießen, wenn es die Bäume zulassen, den Blick über das Ruhrtal tief unter uns. Langsam wird es Zeit an die Überquerung der Ruhr zu denken, weshalb wir nach Essen-Werden runter müssen. Wir folgen daher dem Wanderweg Raute, der sich nach einiger Zeit links abzweigend anbietet. Geschmeidig gleiten wir zu Tal, aber Vorsicht, am Ende erwarten uns einige Treppen! Nicht die Treppen als solches stellen ein Problem dar, sondern die Tatsache, dass man die Straße „An der Stadtmauer“ nicht einsehen kann, auf die wir gespuckt werden. „An der Stadtmauer“ folgen wir der Kennzeichnung des Wanderweges = nach links in Richtung der Ruhr. Wir gelangen auf die Straße Wesselswerth, biegen aber nicht rechts der Kennzeichnung = folgend ab, sondern nach links. Der Wanderweg = führt in eine Einbahnstraße in entgegengesetzter Richtung. Von der Straße Wesselswerth biegen wir rechts in die Gyrenkampstraße und danach rechts auf die Laupendahler Landstraße ab. Wir sind jetzt direkt an der Ruhr und steuern direkt auf die Gustav-Heinemann-Brücke zu, die wir gleich zur Überquerung der Ruhr nutzen werden.
Auf der anderen Seite der Ruhr angelangt schweift unser Blick nochmal zurück über Essen-Werden mit der imposanten Kirche. Wir orientieren uns am S-Bahnhof, durch den wir auf die andere Seite der Bahnschienen gelangen.

Tipp! Einen guten Quereinstieg bzw. Querausstieg bietet der S-Bahnhof in Essen-Werden. Wir passieren den S-Bahnhof und somit kann man auch von hier die Tour fortführen oder die Tour beenden. Die S-Bahn S6 fährt von Essen Hauptbahnhof nach Köln-Nippes über Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln Hauptbahnhof – und natürlich auch in entgegengesetzter Richtung.

Wir wählen den Ausgang Wilhelm-Bernsau-Weg und folgen somit weiter der Kennzeichnung des Wanderweges XR. Direkt nach dem Bahnhof führt der Weg bergan. Durch eine Siedlung mit etwa 50 zu machenden Höhenmetern gelangen wir wieder, der Kennzeichnung X folgend, auf einen Wanderweg, der dem Namen alle Ehre macht. Was folgt ist Singletrail Spaß pur. Ein nettes Auf und Ab, ruppig und schmal, lässt richtig Freude aufkommen. Oberhalb der Ruhr und der Hauptstraße scheint der Wald zu unserer linken Seite unendlich zu sein – wenn man die Karte nicht im Kopf hätte und wüsste, wie nah man dem Zentrum der Stadt Essen wirklich ist. Wir fahren direkt am Hang entlang, der zur offenen Seite mit einem Zaun gesichert ist. Nach diesem sehr witzigen Intermezzo gelangen wir mit dem Wanderweg X wieder auf einen breiten Hauptweg, der uns direkt zur Bundesstraße B224 führt. Wir überqueren die Bundesstraße und gelangen wieder in den Wald, wo wir uns weiterhin an der Kennzeichnung X orientieren. Es ist unglaublich! Wir bewegen uns am Rande einer Ruhrgebiets-Metropole und finden uns wieder in einem zerklüfteten hügeligen Waldgebiet. Der Forstweg spuckt uns im weiteren Verlauf auf eine kleine asphaltierte Straße, ein Teil der Straße „Hügelweg“. Wir befinden uns direkt vor dem eingezäunten Gelände der Villa Hügel. Für die Besichtigung der Villa Hügel ist ein Eintrittspreis zu entrichten, weshalb wir uns schnell wieder von dannen machen. Wir orientieren uns weiter am Wanderweg X.

Es folgt ein kurzes Stück im Wald, bevor wir wieder auf Asphalt kurbeln müssen. Wir bleiben der Kennzeichnung X erst mal treu und biegen von der Frankenstraße in den folgenden Waldweg mit der Kennzeichnung X29 rechts ab. Wir sind jetzt im Essener Stadtwald unterwegs, dem Freizeitgebiet der Essener. Unglaublich, wie viele Menschen hier unterwegs sind: Es wird geschnauft, gekeucht und nach Luft gerungen. Wir sehen viele Jogger, Biker, Nordic Walker, Fußgänger mit und ohne Kinderwagen und viele Hunde. Sehr viele Menschen – und wir sind mittendrin. Der vermeintlich langweilige Waldweg bergab offeriert sogar einen höheren Spaßfaktor, als zunächst vermutet. Geschickt gelangen wir mit dem Wanderweg X29 auf die andere Seite der Landstraße L63 und der Bahnschienen. Jetzt folgen wir dem Wanderweg mit der Kennzeichnung Dreieck nach rechts unserem Etappenziel entgegen, der Ruine Neu-Isenburg. Nach einem kurzen Stück Asphalt gelangen wir wieder auf einen Forstweg, der uns bis kurz vor den Hermann’s Blick führt. Der Aussichtspunkt ist nur wenige Meter von unserem Tourenverlauf entfernt. Der fantastische Blick auf den unten liegenden Baldeneysee – einer der sechs Ruhrstauseen – und über das Ruhrtal lohnt auf jeden Fall.

Kurz vor dem Aussichtspunkt Hermann’s Blick folgen wir dem Wegweiser „Hütte“ nach links und somit dem Wanderweg Quadrat. Der Wanderweg Quadrat beschert uns einen sehr anspruchsvollen Uphill, der nicht nur sehr steil, sondern im oberen Bereich auch noch mit Wurzeln bespickt ist. Ein ziemlich große Herausforderung! Der Wanderweg wird wieder seichter und wir folgen weiterhin dem Weg, der uns direkt zur Ruine Neu-Isenburg führt.

Die Ruine Neu-Isenburg

Wird von der Ruine Isenburg gesprochen, ist meistens die Isenburg bei Hattingen gemeint. Wir sprechen hier aber von der Neu-Isenburg in Essen. Bereits vor über 700 Jahren wurde diese Burg zerstört – ein langes Leben war der Burg Neu-Isenburg somit leider nicht beschert.

Die Ruine Neu-Isenburg

Die Burgruine ist frei zugänglich und strahlt ein unglaubliches Flair aus. Die Pflanzen haben sich teilweise der Burgruine bemächtigt und manchmal, ja manchmal, trifft man hier sonderbar gewandetes Volk, die sich mit Holzschwertern gegenseitig auf die Murmel hauen. Aber auch ohne dieses Spektakel zieht diese Burgruine die Menschen in den Bann. Ein Besuch des alten Gemäuers lohnt auf jeden Fall.

Von der Ruine Neu-Isenburg zur Vryburg

Eckdaten: Etwa 12 Kilometer und 110 Höhenmeter

Nach der Besichtigung der Ruine Neu-Isenburg geht es weiter auf dem Wanderweg A3, der auf der anderen Straßenseite als Forstweg, mit einem fantastischen Blick auf die Ruhr und den Baldeneysee, den Berg hoch führt. Wir folgen weiterhin der Kennzeichnung A3, die uns am Jagdhaus Schellenberg vorbei in den Schellenberger Wald führt. An der Straße angelangt, befahren wir jetzt wieder den Wanderweg XR, nicht den Wanderweg S oder den Wanderweg A3! Der Weg gestaltet sich anfänglich als breiter unspektakulärer Forstweg. Kurz vor dem Erreichen der Ostpreußenstraße bekommen wir sogar richtig Spaß, weil der Weg leicht bergab führt und leicht ruppig ist. Man sollte sich übrigens nicht durch die Wegkennzeichnung verunsichern lassen, weil wir teilweise nur das ausgefüllte Rechteck als Kennzeichnung erblicken. Bis zur Vryburg gestaltet sich die weitere Fahrt technisch wenig ansprechend, beeindruckt aber nachfolgend durch die Nähe zur Ruhr und dem schönen Ausblick. Doch soweit sind wir noch nicht!

An der Ostpreußenstraße folgen wir wieder der Kennzeichnung X, die uns auf der Straße bergab führt. Wir überqueren die Hauptstraße, wo sich eine Lawine aus Blech über den Asphalt schiebt. Zum Glück zweigt der Weg mit der Kennzeichnung XR rasch nach links ab. Wir gelangen auf den RuhrtalRadweg, den wir auf unserer Burgen und Schlösser Tour bereits teilweise genutzt haben.

Skizze Tourenverlauf Ruine Neu-Isenburg / Vryburg

Der an dieser Stelle asphaltierte Weg führt direkt an der Ruhr entlang und erst mit dem Erreichen der Konrad-Adenauer-Brücke müssen wir uns kurzfristig mit dem Straßenverkehr auseinandersetzen. Wir überqueren die Ampel, bleiben aber auf dieser Seite der Ruhr und folgen der Fahrradstraße mit dem witzigen Namen „Zornige Ameise“ bzw. dem Wanderweg XR. Am Wochenende und bei schönem Wetter scheint hier die ganze Welt unterwegs zu sein. Es ist ein Geschiebe, ein Gedrängel, ein Gequietsche und ein Geklingel. Wir passieren den Steeler Ruderverein und im weiteren Verlauf sorgt ein eigens eingerichteter Fahrradstreifen, der glücklicherweise die Fußgänger von den Fahrradfahrern trennt, für ein etwas entspannteres Fahren. Möglichkeiten zur Einkehr gibt es hier zur Genüge – wie auch Biergärten mit dem Blick auf die Ruhr und die bewaldeten Hänge auf der anderen Seite der Ruhr. Wir fahren weiter auf dem RuhrtalRadweg und steuern allmählich unserem nächsten Ziel, der Vryburg, entgegen.

Mit dem Erreichen des Essener Stadtteils Horst und der Horster Straße, Ecke Breloher Steig, verlassen wir den RuhrtalRadweg wieder und folgen dem ausgeschilderten Radweg Richtung Horst-Mitte. Der Breloher Steig führt uns durch ein kleines schräges Gewerbegebiet bis zum Lindkenshofer Weg, der nach rechts abzweigt. Hier treffen wir auch wieder auf die Kennzeichnung A2, der wir in den Lindkenshofer Weg folgen. Die Kennzeichnung A2 führt uns durch eine kleine Siedlung bis zum etwas abseits gelegenen Hotel im Park, der Villa Vogelsang. Der Name scheint Programm zu sein, nur das Gezwitscher der Vögel unterbricht die Ruhe, die uns umgibt. Wir sind kurz vor der Vryburg, was auch anhand des Straßenschildes „Vryburg“ ersichtlich ist, welches nach links zeigt. Logischerweise folgen wir dem Straßenschild und sind weiterhin auf dem Wanderweg mit der Kennzeichnung A2 unterwegs. Wir passieren das Haus Horst, einem Herrensitz, welches westlich direkt neben der Vryburg steht. Der Wanderweg A2 führt rechts bergab und wir steuern direkt auf das Ehrenmal zu, welches direkt am Fuße der Vryburg zu finden ist.
Die Vryburg

Die Vryburg befindet sich am Nordufer der Ruhr im Essener Stadtteil Horst. Erstaunlich ist, dass eine genaue Datierung der Burg bis jetzt nicht möglich war. Man schätzt aber, dass diese Burg etwa 1000 Jahre alt ist. Die Burg wurde von Gräben geschützt, die heute noch sichtbar sind. In jüngster Vergangenheit gab es immer wieder Ärger wegen der Gräben, weil Dirt Biker diese Gräben umfunktioniert haben. Wir bleiben bei unserer Tour natürlich auf den Hauptwegen.

Von der Vryburg zur Burg Altendorf

Eckdaten: Etwa 4,5 Kilometer und 50 Höhenmeter

Bis zur mittelalterlichen Ringwallanlage brachte uns der Wanderweg A2. Jetzt lösen wir uns wieder von dem Wanderweg A2 und fahren den Hauptweg weiter bergab, um nach einer starken Rechtskehre die Untertunnelung der Bahnschienen zu nutzen. Den Tunnel verlassend schaut man direkt auf die Ruhr, der wir nach links mit dem Radweg folgen. Wir fahren fernab des Straßenverkehrs, was auch einige Zeit so bleiben wird. Bereits jetzt können wir die kleine Brücke sehen, die wir nachher in Anspruch nehmen werden, um auf die andere Seite der Ruhr zu gelangen. Nach dem Überqueren der modernen Brücke, die genau das Gegenteil darstellt von der direkt links benachbarten ehemaligen Eisenbahnbrücke, orientieren wir uns an dem Radweg in Richtung der Stadt Hattingen. Mit dem Erreichen des Endes der Trinkwassergewinnungsanlage verlassen wir den Radweg an der Ruhr und biegen zweimal rechts ab, um auf den Wanderweg X zu gelangen. Sind wir gerade noch stromaufwärts gefahren, fahren wir jetzt wieder stromabwärts. Wir folgen der nächsten Abzweigung links, ein leicht bergan gehender asphaltierter Rad- und Wanderweg, der im 90 Grad Winkel abzweigt. Es handelt sich um den Wanderweg A1, der uns über ländliche Felder führt, mit der Ruhr in unserem Rücken.

Skizze Tourenverlauf Vryburg / Burg Altendorf

Wir erreichen die Stadt Burgaltendorf und machen uns auf den Weg zur Ruine. Wir folgen weiterhin dem Wanderweg A1 auf der Burgstraße und nach wenigen hundert Metern sehen wir die Ruine zu unseren Linken. Ein herrlicher Platz für eine willkommene Rast. Hier findet sich übrigens, angrenzend an die Burgruine, eine Gaststätte mit Biergarten – mit einer fantastischen Aussicht.

Die Burg Altendorf

Die Burg Altendorf wurde im 12. Jahrhundert errichtet und befindet sich heute im Besitz der Stadt Essen. Der Außenbereich der Burganlage kann frei besichtigt werden. Mehrere Informationstafeln geben Auskunft über die Burg und der einzelnen Burgelemente. Da sich die Burgruine in der Stadt befindet, kann eine Anreise zur Burg auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto geschehen.

 

Zurück zur Hauptübersicht Burgen und Schlösser Tour – Mit dem MTB durch das Ruhrgebiet