Flyer X-Serie MTB Deluxe – Der Traum vom Fliegen…

…doch wer fliegen will, muss erstmal laufen lernen. Auch die Geschichte des Flyer verlief nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Bereits 1993 entstand das elektrifizierte Fahrrad „Roter Büffel“ der Firma BKTech. 1995 folgte das Flyer Classic und später auch das New Flyer. Die Bikes sorgten zwar für Aufsehen, konnten aber leider nicht die erforderlichen Stückzahlen erreichen, was letztendlich zum Ende der Firma BKTech führte. Durch die 2001 gegründete Biketec AG konnte das Flyer gerettet werden. Die Entwicklung des Flyer wird seitdem permanent vorangetrieben und im Jahre 2010 erblickte die X-Serie, ein vollgefedertes MTB mit E-Unterstützung, das Licht der Welt. Wir haben uns das Pedelec Flyer X-Serie MTB Deluxe 26″ zur Brust genommen.

Das Gewicht (ohne Pedalen) beträgt für das „nackte“ Flyer in der Größe S knapp über 23 Kilogramm. Inbegriffen sind das montierte ABUS Hinterradschloss und der Seitenständer. Beide Teile haben wir noch vor der ersten Testfahrt demontiert. Auch wenn diese beiden Komponenten sicherlich Vorteile mit sich bringen, wollen wir als Mountainbiker so etwas eigentlich nicht am Bike sehen. Das hat nicht nur optische Gründe. Das Schloss ist sehr schwer und drückt unnötig auf die Waage und der Seitenständer kann in machen Fahrsituationen störend sein. Das kurze Schutzblech haben wir zum Schutz des Akkus allerdings am Rad belassen – auch wenn es uns nicht wirklich gefällt.

Von Werk aus rollt das Bike auf Schwalbe Marathon Reifen. Eine Reifenwahl, die wir für den Einsatz des Mountainbikes im Gelände auch nicht ganz nachvollziehen können. Wir haben mit dem Maxxis Ardent in der Größe 26×2.25 einen guten Allrounder montiert. Der Rahmen ist für MTB Reifen ausreichend dimensioniert.Tourenfahrer werden die ergonomischen Lenkergriffe begrüßen, die ein langes Touren ohne einschlafende Hände ermöglichen. An der Front versieht eine Rock Shox Recon Gold ihren Dienst. Für die Verzögerung verbauen die Schweizer am Flyer die XT-Bremsen des japanischen Herstellers Shimano. Auch bei der Schaltung vertrauen die Schweizer der XT-Gruppe. Die zehn Gänge lassen sich knackig und präzise schalten.

Der Viergelenker bietet 100 mm Federweg und wird bei seiner Arbeit von einem Rock Shox Ario Dämpfer unterstützt. Die Gabel als auch der Dämpfer lassen sich hervorragend und einfach an den Fahrer bzw. die Gegebenheiten anpassen, eine Dämpferpumpe ist hier natürlich Voraussetzung. Hier gilt das Optimum zwischen einem sensibel ansprechenden Fahrwerk und einem Schutz vor dem Durchschlagen des Dämpfers zu ermitteln. Der Dämpfer als auch die Federgabel lassen sich blockieren, die Gabel sogar bequem vom Lenker aus. Wir haben im Laufe des Tests, wegen einer besseren Lenkkontrolle, den original verbauten Lenker gegen einen etwas breiteren Lenker ausgetauscht.

Das theoretische Achsgewicht verteilt sich netto, das heißt ohne Fahrer, etwa zu 56% auf das Hinterrad und zu 44% auf das Vorderrad. Der 36 Volt Akku mit einer Leistung von den üblichen 250 Watt sitzt zwischen dem Sattelrohr und dem Hinterrad. Die Positionierung des Akkus hat zur Folge, dass das Bike eine sehr langen Kettenstrebe, bei einem vergleichsweise steilen Lenkwinkel, aufweist. Die Sitzposition auf dem Flyer ermöglicht sportliches Fahren als auch langes Touren. Besonders auf langen Touren ist man für den bequemen Sattel sehr dankbar. Die mitgelieferten Pedale bieten einen guten Halt und sind auch als Klickpedale einsetzbar. Lobenswert ist die Verwendung einer Sattelklemme mit Schnellspanner.

Die Konsole ist leicht bedienbar und zeigt zuverlässig den Ladestand des Akkus an – Ausreißer konnten wir nicht feststellen. Neben den allgemeinen Tachofunktionen, wie beispielsweise die Anzeige der Tageskilometer und Gesamtkilometer, wird auf dem gut ablesbaren Display auch der aktuelle Energieverbrauch angezeigt. Was uns fehlt ist eine schnöde Uhr und die Anzeige der Kurbelumdrehungen. Die verschiedenen Unterstützungsstufen lassen sich unkompliziert mit den Up- und Down-Tasten aktivieren. Die Hand vom Lenkergriff zu nehmen ist hierfür nicht erforderlich. So muss es sein!

Das Flyer bietet drei Unterstützungsstufen: Eco mit 50%, Standard mit 120% und High mit 200%. Von Werk aus ist eine Schiebehilfe montiert. Leider bietet das Flyer keine Rekuperation, also das Aufladen des Akkus während des Fahrens, an. Die überflüssige Energie verpufft somit leider an der Bremse. Der Akku des Bikes ist nach knapp über drei Stunden komplett aufgeladen, was schon recht zügig ist. Nicht ganz überzeugend finden wir die Ausmaße der Ladestation. Der riesige Kasten ist für den mobilen Einsatz nicht unbedingt empfehlenswert. Schön wäre ein smartes Ladeteil wie beispielsweise beim Laptop.

Der Hinterbau arbeitet sehr sauber und sensibel, obwohl die optimale Einstellung des Dämpfers bei verschiedenen Gegebenheiten eine Gratwanderung ist. Um ein Durchschlagen des Dämpfers zu verhindern, wird man meistens etwas straffer unterwegs sein. Dennoch vermag der Hinterbau zu überzeugen und ruppige Wege werden weitgehendst glattgebügelt. Das Bike lässt sich gut handeln, wobei die Front etwas direkter zur Sache geht als der Hinterbau. Das Flyer agiert als Gesamtpaket, durch die lange Kettenstrebe und das Gewicht, etwas träger als ein herkömmliches MTB. Das leichte Surren des E-Motors ist zwar wahrnehmbar, aber keinesfalls aufdringlich. Selbst bei hohem Tempo vermittelt das Flyer ein sicheres und sattes Fahrgefühl.

Der Mittelmotor schiebt das Bike kräftig nach vorne, was besonders bei höherem Tempo auffällt. Schon der leichte Druck auf die Pedale im Stand weckt den Motor aus dem Schlaf – er will arbeiten! Die Beschleunigung am Start könnte unseres Erachtens, besonders mit der höchsten Unterstützungsstufe, allerdings etwas aggressiver sein. Sobald das Flyer Fahrt aufgenommen hat, gibt es kein Erbarmen mit den anderen Verkehrsteilnehmern. Bis in den 30er km/h Bereich schiebt der Panasonic Motor das Bike, als auch den Fahrer, vehement nach vorne. In der höchsten Unterstützung mit 200% und ein wenig Krafteinsatz sind auch Geschwindigkeiten um die 38 km/h möglich – und das ohne Probleme. Das reicht aus, um bei uns in der Stadt, im morgendlichen Berufsverkehr, gut mit den Autos Schritt halten zu können.

Der Schub bleibt über den gesamten Bereich gutmütig und stellt selbst unerfahrene Pedelecfahrer nicht vor Schwierigkeiten. Auch bei rasanten Fahrten können das Fahrwerk und die gut dosierbaren Bremsen überzeugen. Nicht nur in Kurven und bei hohem Tempo macht das Flyer eine sehr gute Figur, auch kleinere Kanten und Sprünge sind ohne Probleme möglich: Das Bike bleibt in der Luft ausgeglichen, wenngleich auch etwas träge. Sehr positiv wirkt sich der Mittelmotor, verglichen mit einem Hinterradnabenmotor, hier auf das Fahrwerk aus. Absolut überzeugend zeigt sich das Flyer auf schmalen Trails mit engen Kehren steil bergan. Unglaublich, wie sich das Bike auf und in den Trail fest beißt – der gutmütige Vortrieb sorgt mit dem Fahrwerk für erstklassige Klettereigenschaften.

Die Reichweite des Akkus reicht im Modus Standard, im Flachland ohne nennenswerte Steigungen, für knapp 50 Kilometer. Dazu kommt noch die Reserve von etwa 10% – was mit einem Blinken des letzten Balkens angezeigt wird. Mit der Unterstützungsstufe Eco sind über 70 Kilometer im Flachland möglich, ehe das System die Reserve anzeigt. Bei Fahrten mit Steigungen bzw. mit der höchsten Unterstützungsstufe minimieren sich natürlich die möglichen Kilometer. Dann heißt es entweder per Muskelkraft weiterfahren oder den Akku laden. Leider ist das Laden des Akkus nicht am Bike möglich. Schön gelöst ist dagegen der gemeinsame Schlüssel zur Akkuentnahme und dem verbauten Hinterradschloss, welches wir, wie bereits erwähnt, demontiert haben.

Die Verarbeitung des Bikes gibt keinen Grund zur Kritik. Die Bremsleitung für die Hinterradbremse, der Schaltzug als auch die Leitungen für die Elektronik laufen komplett durch das Unterrohr – eine sehr saubere und aufgeräumte Lösung. Die durch den Kettenschutz versteckte Kettenspannung funktioniert ohne Probleme. Wir hatten während des Fahrens keinen Kettenabwurf, auch nicht im ruppigen Gelände. Sollte beim Tragen des Bikes ohne verbautes Hinterrad – durch die fehlende Kettenspannung – dennoch die Kette neben das Kettenblatt fallen, lässt sich der Kettenschutz mit einer Schraube lösen. Anders kommt man in diesem Bereich nicht an die Kette. Das Gleiche gilt auch für die Reinigung der Kettenspannung.

Mit leichten Modifikationen ist das Flyer X-Serie MTB Deluxe im Bereich XC und AM ein absolute Spaßgranate! Durch die gleichmäßige Kraftentfaltung ist das Flyer auch für ungeübte Pedelecfahrer oder Anfänger sehr gut geeignet. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit sollte aber – eigentlich selbstredend – dem persönlichen Können und den Gegebenheiten angepasst werden. Die verbauten Komponenten wurden, der Klasse des Bikes entsprechend, sinnvoll ausgewählt. Für den Kaufpreis von knapp 4400 Euro, der sicherlich zur Zeit gerechtfertigt ist, erhält man aber auch schon einen gebrauchten Kleinwagen.

Erhältliche Farbe: Silber (Alu gebürstet), schwarz und perlweiß
Erhältliche Größen: S (46,5 cm) ,M (50 cm) und L (55 cm)
Preis: 4390 Euro

McKinley Black Burn 35 – Der Alpin-Rucksack im Test

Den offiziellen Saisonbeginn haben wir auch dieses Jahr mit einer Mehrtages-Tour „eingeläutet“. Auch wenn wir immer predigen, niemals mit ungetestem Material eine lange Tour zu bestreiten, müssen wir (für euch) natürlich mal wieder gegen alle Gesetze der Vernunft verstoßen. Dazu kam, dass wir mit McKinley Produkten keinerlei Erfahrungen besaßen. Fast nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass es sich beim Black Burn 35 nicht explizit um einen Fahrradrucksack handelt.

Auf unserer letztjährigen Fahrt ist uns, bei einem Wander-Rucksack einer anderen Firma, einer der Schultergurte abgerissen. Das permanente Auf- und Absetzen hat den damaligen Rucksack in das Reich seiner Rucksack-Ahnen befördert. Auf der Tour wahrlich ein äußerst schlechter Zeitpunkt! Auch diesmal hatten wir wieder 10 Kilogramm Gepäck verstaut. Mehr sollte man seinem Rücken auf Dauer nicht zumuten. Mit einem Volumen von 35 Litern ist der Stauraum des Black Burn nicht verschwenderisch, aber ausreichend.

Mit seinem schwarzen Outfit und den dezenten grünen (lime) Absetzungen zeigt sich der Rucksack optisch sehr ansprechend! Der McKinley Black Burn 35 bietet ein sehr großes Hauptfach, davor findet sich ein flacheres Fach. Im Hauptfach ist im Rückenbereich eine Unterteilung angebracht, die zum Beispiel eine Trinkblase aufnehmen kann. Seitlich der Unterteilung findet sich je eine nach unten offene Lasche, die für uns aber keine Bedeutung spielen. Eine Durchführung für den Trinkschlauch ist natürlich ebenfalls vorhanden.

Vom Hauptfach aus ist – per Reißverschluss – die Rückenstütze, eine vorgeformte flache Kunststoffplatte, zugänglich. Diese lässt sich bei Bedarf entfernen, um somit zum Beispiel ein Waschen des Rucksacks zu ermöglichen. Das Nebenfach ist unterteilt und bietet zusätzlich eine mit einem Reißverschluss verschließbare Tasche an. Hier findet sich auch ein Karabinerhaken aus Kunststoff für den Schlüssel, damit dieser nicht im Rucksack auf Wanderschaft geht.

Auffallend sind bei dem Haupt- als auch dem Nebenfach die weit nach unten reichenden Reißverschlüsse. Pro Reißverschluss finden sich zwei Schieber. Der Black Burn lässt sich so sehr weit öffnen und bietet somit einen guten Zugriff auf den Inhalt. Der Reißverschluss des Hauptfachs ist durch überlappenden Stoff geschützt, der Reißverschluss des Nebenfachs ist gummiert. Die Reißverschlüsse sind mit einer Schlaufe versehen und können bequem, auch mit Handschuhen, bedient werden.

Eine kleine und innenseitig mit einem weichen Stoff versehene Außentasche bietet einen kuscheligen Platz für kratzempfindliche Gegenstände wie beispielsweise ein Handy. Außen am Rucksack sind noch einige Gurte und Schlaufen angebracht, womit sich noch das eine oder andere Gepäckstück befestigen lässt. Die Fixierungen sind für die Bereiche Snowboard, Ski und Wandern ausgelegt – für uns also nur bedingt nutzbar. Uns fehlt dagegen eine Signalpfeife und ein Netz für die Unterbringung eines Fahrradhelms.

Die breiten weichen Schultergurte und der Hüftgurt lassen sich schnell und unkompliziert anpassen. Der Black Burn sitzt wie angegossen. Ein höhenverstellbarer Brustgurt fixiert den Rucksack zusätzlich. Der McKinley Black Burn 35 schränkt die Bewegungsfreiheit in keinster Weise ein – weder bei den Armen noch im Bereich des Nackens. Selbst auf Wurzelpassagen bereitete uns der vollbeladenen Rucksack keinerlei Probleme.

Der Rucksack bietet, dank des Ergofit-Rückensystems, einen sehr guten Tragekomfort. Für eine Luftzirkulation sorgen die Aussparungen, wobei aber auch hier die „belasteten“ Stellen nicht schwitzfrei bleiben. Wir hatten den Rucksack, zusätzlich zur Mehrtages-Tour, auch im Alltag im Einsatz. Trotz des Dauereinsatzes zeigte sich der Black Burn auch nach dem Test noch in einem guten Zustand. Besonderes Augenmerk galt natürlich den Nähten und hier besonders der Bereich der Schultergurte. Kein Grund zur Kritik!

Die Reißverschlüsse kamen uns vor dem Test etwas feinzahnig vor, was aber im Test keinerlei Probleme mit sich brachte. Leider wird der Black Burn ohne Regencover ausgeliefert. Für uns nicht ganz nachvollziehbar. Auch wenn die Reißverschlüsse laut Hersteller wasserabweisend sind, der Rucksack hält einem Regen nicht stand. Also unbedingt an ein Regencover denken! Der Black Burn Rucksack ist übrigens auch mit einem Volumen von 28 Litern als auch einer 25 Liter Version speziell für Frauen erhältlich.

Preis: 84,95 Euro

Univega Alpina HT-E70 – Das Mountain-Pedelec im Test

Der Aufwärtstrend der Fahrräder mit eingebautem Rückenwind scheint nicht abreißen zu wollen. Egal ob Tourer oder Trekkingrad, E-Bikes und Pedelecs sind beliebter denn je. Eine bestimmte Gruppe Radfahrer wehrt sich aber immer noch! Wer mit einem E-MTB unterwegs ist, stößt bei Mountainbikern nach wie vor auf Unverständnis und skeptische Blicke. Mit dem Univega Alpina HT-E70 hatten wir solch ein E-MTB, genauer gesagt ein Mountain-Pedelec, im Test.

Abgesehen von dem mächtigen Akku, der Bedienkonsole, dem Kabelbaum und dem voluminösen Hinterradnabenmotor, handelt es sich bei dem Univega – nicht nur optisch – um ein normales Mountainbike Hardtail mit Diamantrahmen. Der Rahmen ist solide verarbeitet und zeigt sich modisch in schwarz matt. Die grünen Absetzungen am Rahmen und den Anbauteilen sorgen für ein sportliches Erscheinungsbild. Auch der Akku passt sich farblich harmonisch in das stimmige Gesamtbild ein.

An der Front versieht eine Rock Shox Recon Gold RL mit 100 mm Federweg ihren Dienst. Das Blockieren der Gabel geschieht bequem vom Lenker aus. Die Schalthebel entstammen Shimanos SLX Serie, während das Schaltwerk aus der höherwertigen XT Serie stammt. Die Kurbelgarnitur ist ebenfalls der XT-Serie entnommen. Lenker, Vorbau, Sattelstütze sowie Sattel sind von Concept und optisch perfekt auf das Bike abgestimmt.

Interessant ist die Wahl der Reifen an unserem Testbike: Vorne rollt das Pedelec auf Schwalbes Nobby Nic 2.25, hinten dagegen auf Schwalbes Racing Ralph 2.25. Das Plus an Grip an der Front macht sich definitiv bemerkbar. Um Kosten zu sparen verbauen Hersteller gerne preiswerte Naben. Univega lässt sich nichts zu Schulden kommen und spendiert dem Alpina HT-E70 eine Shimano XT Vorderradnabe. Die mitgelieferten Sport-Pedalen haben wir allerdings direkt gegen Plattformpedalen getauscht.

Für die elektische Power sorgt ein BionX PL250G2 Hinterradnabenmotor. Energielieferant ist der auf dem Unterrohr angebrachte 48 Volt Li-Ion Akku mit 6,6Ah/316Wh. In Zaum gehalten wird das schwarze Rädchen von der speziellen E-Bike-Bremse Auriga E-Sub mit Rekuperationsschalter. So ausgestattet bringt das Pedelec, für das man knapp 2700 Euro auf die Ladentheke legen muss, in der Größe 44 etwa 20,7 Kilogramm auf die Waage. Den klappernden Akku haben wir mit einem untergelegten Stück Fahrradschlauch erstmal dingfest gemacht.

Am Testbike war die Bremsstärke der Motorbremse (Rekuperationsstärke) zu hoch eingestellt. Das Bike neigte beim Bremsen in Kurven, durch die danach zeitlich leicht versetzt einsetzende Motorbremse, zum Abkippen. Kein Drama, da sich die Rekuperationsstärke einstellen lässt. Das geschieht, wie auch das Einstellen der Uhrzeit oder des Radumfangs, durch Programmierung mittels der LCD Bedienkonsole.

Die LCD Bedienkonsole dient nicht nur zur Steuerung des BionX Systems, sondern gibt beispielsweise auch Auskunft über die Geschwindigkeit, die gefahrenen Kilometer und die Uhrzeit. Ohne große Erläuterungen finden sich selbst Technikverweigerer auf dem gut ablesbaren Display sofort zurecht. Die Bedienkonsole ist leicht bedienbar nah am Lenkergriff angebracht. So lässt sich bequem vierstufig bis zu 300% Unterstützung mobilisieren! Ein Wert, der nicht nur auf dem Papier überzeugt!

Aufladen lässt sich der Akku mit dem mitgelieferten Netzteil. Der Akku kann am Bike als auch separat geladen werden. Gegen Langfinger ist der Akku am Bike mit einem Schloss gesichert. Eine weitere Möglichkeit zum Laden des Akkus besteht durch Aktivierung des Generatormodus an der Bedienkonsole – auch hier ist vierstufig einstellbar, wieviel Muskelkraft in den Akku fließen soll. Die Bremse führt bei Betätigung dem Akku ebenfalls Energie zu.

Die Sitzposition des HT-E70 ist sportlich ausgelegt. Das Bike rollt auch ohne Unterstützung leichtfüßig, nur der Antritt gestaltet sich ohne Unterstützung durch die Masse etwas zäh. Was soll’s, Unterstützung einschalten und ab geht die Post! Etwas gewöhnungsbedürftig ist der zeitlich leicht versetzt einsetzende Schub des BionX Motors. Der Schub, den der Hinterradnabenmotor von BionX entwickelt, ist wahrlich beeindruckend.

Egal ob es heftig von vorne stürmt oder die Heidi auf der Alm zum Gipfelsturm motiviert, es scheint kein Berg zu steil und kein Berg zu hoch zu sein. Auf sehr steilen Rampen hat man eher das Problem, dass die Nase des Bikes steigt oder das Hinterrad, zum Beispiel auf Wiesenauffahrten, durchdreht. Hier könnte man natürlich auch hinten noch den Nobby Nic aufziehen. Die Motorbremse sorgt, je nach Rekuperationsstärke, für eine mächtige Bremswirkung.

Das fällt vor allem dann auf, wenn man die Bremsstärke der Motorbremse bewusst stark verringert. Die Auriga E-Sub Bremse könnte in unseren Augen etwas kraftvoller zur Sache gehen, verrichtet ihre Arbeit aber ansonsten makellos. Bauartbedingt bzw. dem Gesetz verpflichtend schaltet sich die Unterstützung bei etwa 25 km/h ab. Wer schneller unterwegs sein möchte, muss das mit 100% Muskelkraft bewerkstelligen. Der Nachteil ist das im Vergleich zu einem normalen MTB höhere Gewicht des Pedelecs.

Perfekt abgestimmt bereitet das Univega HT-E70 mächtig Spaß. Forst- und Feldwege werden zur Spielwiese für das Bike. Besonders die Beschleunigung aus Kurven lässt die Moral der nicht motorisierten Biker schnell sinken. Das ändert sich auch nicht bei Passagen bergan. Während andere schnaufend Meter für Meter zurücklegen, radelt man entspannt bergan – und das meistens auch noch schneller! Mit dem kräftigen Akku kann man so die anderen Biker eine ganze Weile auf Trab halten!

Bei schnellen Lastwechsel auf kurvenreichen Pisten agiert das Univega etwas träge. Das hohe Gewicht des hinteren Laufrades mit knapp sieben Kilogramm lässt das Bike auf ruppigen Passagen bergab etwas rüder zur Sache gehen als gewohnt. Ähnlich verhält es sich bei Kanten und Sprüngen. Das Mehrgewicht des hinteren Laufrades ist hier ein großer Nachteil. Ein Nachteil, welcher natürlich auch bei Tragepassagen – wie beim AlpenX – zum Tragen kommt.

Die Frage der Reichweite des Bikes lässt sich nicht so einfach beantworten, da diese von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Wie ist das Gelände, wieviel Energie muss der Akku dem System zuführen? Grob könnte man sagen, dass im Flachland – ohne nennenswerte Steigungen – Tagestouren durchaus möglich sind, im Bergischen könnte das aber, stark abhängig von der körperlichen Verfassung des Fahrers, sehr eng werden. Drei Stunden muss man für das Laden des Akkus schon einrechnen.

Sollte keine Ladestation oder ein zweiter Akku verfügbar sein, lässt sich das Univega HT-E70 natürlich auch mit purer Muskelkraft fortbewegen. Die Schaltvorgänge sind sauber und exakt und auch die Federgabel versieht unauffällig ihren Dienst – da gibt es nichts zu Meckern. Meckern müssen wir allerdings über den Sattel. Der sieht optisch zwar fesch aus, aber bei längeren Touren zeigt sich der Sattel doch sehr unbequem.

Mit dem Univega HT-E70 bekommt der Käufer ein gutes und solide aufgebautes Mountainbike. Besonders bei MTB-Touren mit ständigem Auf und Ab spielt das Univega seine Trümpfe voll aus. Das Univega HT-E70 ist auf jeden Fall eine Bereicherung im Bereich MTB, da es selbst weniger trainierten Fahrern Touren mit einem anspruchsvollen Höhenprofil ermöglicht. Den Stärken des Bikes stehen aber auch, wie so oft im Leben, Schwächen gegenüber.

Farbe: Magicblack matt
Größen: 44, 48 und 52
Preis: 2699,99 Euro

iXS Assault Knee Guard – Test – Wenn das Frettchen kommt…

Es ist schon ein trauriger Anblick! Die Klettstreifen zum Fixieren der Schienbeinschoner sind verdreht und hängen mittlerweile am letzten Faden. Das einst so bissige Klett verbeißt sich nur noch widerwillig in sein Gegenüber und erinnert so an eine zahnlose Oma. Überhaupt sehen die in die Jahre gekommenen Schienbeinschoner so aus, als hätte ein Frettchen daran seinen Appetit gestillt. Es wird also höchste Zeit für neue Schienbeinschoner! Wer gerade auf der Suche ist, sollte vielleicht mal die aktuellen iXS Assault Kneeguard auf seinem Radar orten!

In der Assault Serie von iXS findet sich neben der Protektorenjacke und dem Ellbogenschoner auch der bereits genannten Knie-/Schienbeinschoner. Der Preis für das Pärchen liegt bei knapp 50 Euro. Erhältlich ist der Schoner in verschiedensten Größen, womit für jeden der passende Protektor verfügbar sein sollte. Auch farblich hat der Käufer die Wahl, so ist der Schoner in den Farben grün, braun, schwarz und weiß erhältlich. Der Schutz der iXS Assault Kneeguard wird zudem durch die Norm CE/EN 1621-2 bestätigt.

Auffallend ist die Squeezebox, ein spezielles Gelenk zwischen Knie und Schienbein. Das System soll, neben einer optimalen Anpassung des Schoners an Knie und Schienbein, ein Verrutschen des Schoners verhindern und gleichzeitig das Pedalieren nicht beeinträchtigen. Hört sich nicht nur gut an, sondern ist es auch. Die Schoner sitzen gut, verrutschen in der Tat nicht und stören die Bewegungsfreiheit in keinster Weise. Natürlich tragen auch die Silikonabschlüsse ihren Teil dazu bei, dass die Schoner schön fixiert bleiben.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Fixierung sind natürlich die Klettstreifen. Am Schienbein wird der Schoner oberhalb und unterhalb der Wade mit je einem Klettstreifen gehalten. Lobenswert ist hier die vernünftige Länge der Klettstreifen – weder zu kurz noch zu lang. Eine weitere Fixierung des Schoners ist oberhalb des Knies zu finden. Dieser Bereich ist einem Strumpf nachgebildet, allerdings offen und wird mit einem aufgebrachtem Klett verschlossen. Das Material ist in diesem Bereich sehr weich und angenehm zu Tragen. Auch hier kratzt der Klettverschluss nicht.

Die Atmungsaktivität ist gut, wobei man natürlich immer darauf hinweisen muss, dass man das nicht mit nackten Beinen vergleichen kann. Dafür bekommt man einen ausgezeichneten Schutz geboten. Die Kunststoffkappen am Knie und Schienbein erledigen die „grobe“ Arbeit, daneben sorgen die EVA-Schaumeinlagen für hohe Stoßabsorbation. Weder der seitliche Schutz noch die solide Verarbeitung geben uns Grund zum Nörgeln. Durch die unkomplizierte Handhabe und die guten Trageeigenschaften eignen sich die iXS Assault Kneeguard nicht nur für Downhiller und Freerider, sondern auch für Enduristen und All Mountainbiker, die es gerne mal krachen lassen!

Preis: 49,99 Euro
Größen: XS bis XL, zusätzlich noch KM und KL
Erhältliche Farben: Grün, braun, schwarz und weiß

iXS Wendigo BC Elite Shorts – Die Freeride/DH-Shorts im Test

Die im Bereich Mountainbike tätigen Firmen neigen bei den Produktbezeichnungen zu einer gewissen Skurrilität. So benennt Kona ein Bike nach dem Hawaiianischen Staatsfisch und eine deutsche Firma tauft ihre Bikes mit Namen von Giften und Drogen. Der Bekleidungsspezialist iXS bietet mit der lässigen Wendigo BC Elite Shorts die passende Beinbekleidung für die nun bevorstehende wärmere Jahreszeit.

Die Zielgruppe ist von Haus aus klar definiert: Freerider und Downhiller. Wieso eine Firma eine Hose unter dem Namen eines menschenfressenden, unserem Werwolf ähnlichen übernatürlichen Wesen anbietet, wissen wir allerdings nicht. Ein Verwandlungskünstler ist die Shorts nicht – sie ist und bleibt eine Shorts, es handelt sich also nicht um eine Zip-Off Hose. Aber eines hat die Shorts mit dem blutrünstigen Wesen gemein: Sie ist robust und widerstandsfähig, hat aber den Vorteil, dass sie nicht nur nachtaktiv (Nightride) ist, sondern auch tagaktiv.

Die iXS Wendigo BC Elite Shorts besticht nicht nur durch die lässige Optik. Die sehr leichte Hose ist ziemlich durchdacht, was man auch an den schönen Detaillösungen sehen kann. Die Shorts besitzt neben zwei mit Reißverschluss verschließbare Einschubtaschen zwei Cargotaschen, die nicht nur praktisch sind, sondern der Hose auch eine fesche Optik verleihen. Zu der feschen Optik trägt auch das Muster des atmungsaktiven und sehr weichen Nylon-Stoffs bei.

Die Hose ist zwar zum größten Teil unifarben, wirkt aber dennoch weder langweilig noch altbacken. Farblich leicht abgesetzt ist der Bereich Oberschenkel-Innenseite und der untere Rückenbereich. Bunt wird es beim Blick in die Einschubtaschen und beim Öffnen der beiden Ventilationsbelüftungen. Die Belüftung kann mit einem Reißverschluss je nach Bedarf geschlossen bzw. geöffnet werden – für eine frische Brise in der Buxe! Alle Reißverschlüsse sind einfach zu bedienen, auch mit Handschuhen!

In der linken Cargotasche findet sich dann noch die eine oder andere Überraschung! Speziell für Bikepark-Besucher ist hier eine Einschubtasche für die Tages-Karte untergebracht. Ebenfalls sehr originell: Das mit einer Kordel gesicherte Brillenputztuch. Durch den lässigen Schnitt der Hose gibt es weder Probleme beim Tragen von Protektoren noch behindert die Shorts den Bewegungsablauf. Das Innenfutter der Hose aus Mesh ist sehr anschmiegsam und fühlt sich sehr angenehm an.

Der Bund der Hose ist zweiseitig per Klett anpassbar. Der Hosenbund ist recht hoch geschnitten, für uns Biker absolut top! Die Verarbeitung der Hose einschließlich der Nähte überzeugt. Die iXS Wendigo BC Elite Shorts ist in den Größen S bis XXL sowie in den Farben braun und schwarz erhältlich. Die Hose ist auch für Allmountain Biker und Enduristen sehr empfehlenswert, allerdings sollte man bei längeren Touren unten drunter nicht auf eine Radlerhose mit Sitzpolster verzichten!

Preis: 99,95 Euro
Größen: S bis XXL
Erhältliche Farben: Braun, schwarz

Breezer Thunder Comp – Das Kult-Hardtail im Test

Wer von den Anfängen und den Pionieren des Mountainbikens redet, der kommt nicht an dem Namen Joe Breeze vorbei! Niemand anders als dieser Joe Breeze hat 1977 mit dem JBX1 den ersten echten Mountainbike Rahmen geschweißt – das erste Fahrrad, das wirklich als Mountainbike gedacht war! Ein Meilenstein in der Geschichte des Fahrrades! Im Jahre 1991 erblickte das Breezer „The Thunder“ das Licht der Welt.

21 Jahre später steht nun das 2012er Breezer Thunder Comp für uns bereit. Der Blick auf das Breezer Thunder Comp zeigt ein farblich perfekt abgestimmtes Bike. Die Gabel passt ebenso gut zum schön lackierten Rahmen wie beispielsweise die Sattelstütze, der Sattel oder der Lenker. Der Blick auf die Waage erstaunt: Das schlanke Breezer Thunder Comp bringt in der Größe 17″ stattliche 12 Kilogramm auf die Waage – ohne Pedalen. In den vielen Jahren hat sich einiges geändert – aber nicht alles. So ist der Schriftzug immer noch verschnörkelt und verleiht dem Bike zusätzlich Charme. Im Gegensatz zu den frühen Tagen des Thunder besitzt das Bike jetzt natürlich eine Federgabel. Verbaut sind weitgehendst Komponenten der Mittelklasse, was sich auch am Preis von knapp 1200 Euro zeigt – und am Gewicht. Tuning ist also noch möglich. Für den Rahmen greift Breezer auf Alu, sprich 6066er Alu, zurück – im Gegensatz zum Breezer Lightning Pro, welches einen Stahlrahmen besitzt. Für die Liebhaber von Bigfoots gibt es das Thunder, als auch das Lightning Pro, übrigens ebenfalls als 29 Zoll Bikes. Doch widmen wir uns wieder dem 26 Zöller!

An der Front sorgt eine Rock Shox Recon Silver R mit Stahlstandrohren und 100 mm Federweg für die Glättung der Piste. Extern einstellbar sind die Zugstufe und die Vorspannung der Gabel. Für die verfügbaren 30 Gänge zeigt sich ein Mix aus preiswerteren Shimano Deore Komponenten und einem XT-Schaltwerk (Shadow) verantwortlich. Beim Vorbau und beim Lenker wurde auf die farblich perfekt abgestimmten Oval Komponenten zurückgegriffen. Ebenfalls von Oval stammen der Sattel und die Sattelstütze, die sich ebenso stimmig zum Bike zeigen. Die Bremsanlage stammt ebenfalls von Shimano mit einer vorne verbauten 180er Bremsscheibe und einer hinten verbauten 160er Bremsscheibe. Das Laufradsatz besteht grob aus WTB LaserDisc XC Rims, die sich ihrerseits um Shimano Deore M595 Naben drehen. Bei den Reifen hat sich Breezer für die WTB Bronson Comp in der Dimension 26×2.1 entschieden. Alles in allem ein solide aufgebautes Bike, wo der Rotstift sinnvoll angesetzt wurde, um dem Käufer für einen überschaubaren Betrag ein vernünftiges Bike anbieten zu können. Lobenswert ist, dass das Bike in den Größen XS (15″) bis XL (21″) erhältlich ist.

Die erste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: Man sitzt erstaunlich gelassen und entspannt auf dem Breezer Thunder, also weder gedrungen noch gestreckt. Eine Sitzposition, die neben einer Hatz durch den Wald auch zu langen Touren einlädt, ohne dass man jedes Mal Angst haben muss, in den XC Racemodus zu verfallen. Ein Lob wollen wir an dieser Stelle auch an den Sattel loswerden: Der Sattel von Oval sieht nicht nur fesch aus, sondern ist auch erstaunlich bequem. Lange Touren? Kein Problem! Auch wenn die Sitzposition auf dem Bike entspannt ist, in dem Breezer Thunder Comp stecken dennoch die Gene eines Race Bikes. Der Vortrieb des Bikes lässt keine Wünsche offen. Trotz des relativ hohen Gewichts zeigt das Thunder Sprinterstärken. Der recht steife Rahmen sorgt für eine gute und verlustarme Kraftübertragung. Das Bike dient einem Ziel: Dem schnellen Vorankommen! Egal ob vom Start weg oder beim Beschleunigen aus Kurven, mit dem Thunder kann man mächtig Kette geben. Diesem Einsatzgebiet entsprechend zeigen sich auch die Reifen von WTB als gute Wahl.

So verspielt sich das Design des Rahmens zeigt, so schnörkellos und unkompliziert zeigt sich das Bike beim Fahren. Das direkte Lenkverhalten vermag ebenso zu begeistern wie die Wendigkeit. Singletrails und schmale Wege werden zur Spielwiese für das Bike. Steilere Serpentinenauffahrten meistert das Breezer gut, bei sehr steilen Uphills bedarf es etwas mehr Druck auf die Front. Auch bei höherem Tempo überzeugt das ausgewogene Fahrverhalten. Das Bike liegt gut auf dem Trail und zeigt in den schnellen Kurven nur ein leichtes Untersteuern. Die Rock Shox Recon arbeitet gut und unauffällig, die Schaltvorgänge gestalten sich präzise. Die Bremsen begeistern durch Biss bei guter Dosierbarkeit und sorgen so für eine anständige Verzögerung. Lobenswert ist, dass Breezer dem Thunder Comp vom Werk aus Schraubgriffe und eine Sattelklemme mit Schnellspanner spendiert hat. Ein öfteres Absenken der Sattelstütze hinterlässt jedoch leider böse Spuren an der schönen Sattelstütze. Die Verarbeitung des Rahmens und die Qualität der Lackierung geben uns keinen Anlass zum Meckern. Beachten sollte man vor allem die schöne Verarbeitung im vorderen Bereich des Rahmens sowie die Lösung der Ausfallenden.

Die Stärke des Bikes sehen wir bei langen Touren und beim Heizen über Singletrails. Ein gutes und sinniges Bike für den Alltagsbiker, Racer finden beim Breezer Thunder Comp genug Möglichkeiten, das Bike entsprechend zu pimpen. Eines bekommt man aber auf jeden Fall für sein Geld: Ein Bike mit Kult-Charakter, an dem man lange seine Freude haben dürfte.

Farbe: Silber-grün-weiß
Preis: 1199,00 Euro

Rose NPL-E3 Pedelec – Das Trekking-Pedelec im Test

Schon oft hatten wir Bikes vom Bocholter Versandhandel Rose im Test. Die Bikes hatten alle eines gemeinsam: Grobstollig und ausgelegt für raues Gelände! Mit dem Test des Rose NPL-E3 Pedelec beschäftigen wir uns diesmal mit einem Trekking Rad – genauer gesagt einem Trekking Pedelec. Wie jeder weiß, muss man beim Pedelec immer noch selber in die Pedale treten. Die Elektronik sorgt dafür, dass der E-Antrieb den Biker unterstützt – wenn er denn mag.

Wie immer bei Rose darf der Postbote mächtig schleppen. Der riesige Karton beinhaltet das Bike komplett montiert, womit sich der Käufer nur noch um wenige Dinge kümmern muss. Als erste Aufgabe steht die Montage der Pedalen und die Einstellung des Lenkers samt der Bedienelemente an. Kein Teufelswerk und daher schnell erledigt. Die Überprüfung des restlichen Bikes zeigt: Yessss, die Jungs von der Rose Montageabteilung haben sauber gearbeitet!

Im Gegensatz zur Serie war bei unserem Testrad kein silberner Akku verbaut, sondern ein weißer Akku. Bis auf die Farbe sind die Akkus allerdings identisch. Dass in dem Akku mächtig Energie steckt, merkt man an der langen Betriebszeit mit zugeschaltetem E-Antrieb. Wieviel Kilometer man letztendlich zurücklegen kann, ist natürlich von vielen Faktoren abhängig. Im Flachland bei Rückenwind fährt es sich natürlich energieschonender als in den Bergen mit langen Bergaufpassagen.

Ein großer Unterschied ist natürlich auch bei den E-Bikern zu suchen. So greift der passive E-Biker seltener zur Elektronik um den Energiezuschuss zu regeln, während der aktive E-Biker die Elektronik ähnlich wie eine Schaltung nutzt. Besonders im letzten Fall wäre eine zusätzliche Bedienung in Griffnähe traumhaft. Angegeben ist der 48-Volt Akku mit 420 Wattstunden, was laut Beschreibung für über 100 Kilometer reichen soll. Nachdem wir das Bike ausgiebig genutzt haben, würden wir bei normalem Gebrauch eher von realistischen 60 bis 80 Kilometern ausgehen.

Der BionX Motor (BionX PL250HT XL, 48V, G1) leistet 250 Watt und bildet das Zentrum des Hinterrades. Stattliche 6,9 Kilogramm bringt das Hinterrad alleine schon auf die Waage. Damit das Gewicht etwas ausgeglichener auf dem Bike verteilt ist, sitzt der Akku auf dem Unterrohr. Das Komplettbike in der Größe 18,5 Zoll brachte bei uns mit Akku, der alleine schon ca. 3,4 Kilogramm wiegt, etwa 23 Kilogramm auf die Waage.

Die Achslastverteilung des Leerbikes entspricht etwa 1:1,5 (v/h). Ein theoretischer Wert, der sich allenfalls beim Tragen des Bikes bemerkbar macht. Vom Start weg fühlt man sich auf dem Rose sehr wohl. Das Bike vermittelt ein sehr gutes Gefühl, lässt sich präzise Lenken und meistert enge Kehren ebenso souverän wie schnelle Kurven. Vorteilhaft ist hier sicherlich auch der höhenverstellbare speedlifter Vorbau, um den persönlichen Vorlieben Rechnung zu tragen.

Das Rose NPL-E3 Pedelec unterstützt den Fahrer mit einem sehr guten Fahrwerk. Der Viergelenker bietet stattliche 100 mm Federweg, vorne an der Front sind es immerhin noch 60 mm. Die Luftelemente lassen sich unkomlipiziert den persönlichen Anforderungen in Bezug auf das Gewicht, die Zuladung bzw. die Wegstrecke einstellen. Eine Dämpferpumpe ist natürlich erforderlich. Zusätzlich lassen sich der Dämpfer als auch die Marzocchi TXC Gabel per Lock-Out blockieren, die Gabel sogar bequem vom Lenker aus.

Die mit Gummi beschichteten Pedalen bieten einen guten Halt. Der Gangwechsel mit der Shimano XT ist ebenso präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. Ebenfalls von Shimano sind die Bremsen, die mit den 160 mm Bremsscheiben sehr gut dosierbar sind und dennoch mit Biss für eine gute Verzögerung des Bikes sorgen. Die Reifen von Schwalbe überzeugen durch ein sehr gutes Rollverhalten bei gleichzeitig gutem Grip, lediglich auf sandigem und schlammigem Untergrund fängt der Reifen an zu schwimmen.

Die Ausstattung des Bikes lässt keine Wünsche offen – sei es für den gemütlichen Wochenendradler oder der weitreisenden Trekker. Angefangen von der Beleuchtung, welche der STVZO entspricht, über die ergonomischen Lenkergriffe bis zum stabilen Gepäckträger – so kann man unbesorgt auch lange Reisen antreten. Der stabile Seitenständer sorgt für einen guten Stand des Bikes. Eines sollte man alllerdings immer mit sich führen: Ein verdammt dickes Schloss, das Rose NPL mit dem unübersehbaren Akku ist nicht gerade unauffällig!

Das vollständige Laden des Akkus nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch, als in der Beschreibung angegeben. Bei uns dauerte das komplette Laden etwa 6 Stunden, dafür bekommt man aber ein Energiepaket, welches es in sich hat! Der Schub setzt mit einer leichten Verzögerung ein. Radfahrer, die vorher noch nie ein Pedelec gefahren sind, sollten diesen Zuwachs an Power nicht unterschätzen! Die Bremse ist mit der Steuerelektronik verbunden und schaltet beim Bremsen natürlich sofort die Unterstützung ab. Auch ab 25 km/h ist Schluss mit dem Energiezuschuss.

Das BionX bietet vier Unterstützungsstufen. Der maximale Unterstützungsgrad beträgt 300 Prozent! So wie die Zahl selber ist auch der Schub beeindruckend! Selbst sehr steile Passagen lassen sich ohne Probleme meistern – Wahnsinn! Im Generatormodus kann man den Akku während des Fahrens auch wieder aufladen. Wer keinen Berg für eine Abfahrt hat, kann so sein reichhaltiges Frühstück wieder abtrainieren. Bequemer ist natürlich das Laden an der Steckdose.

Der Akku, der mit einem Schloss gesichert ist, lässt sich am Bike als auch separat aufladen. Auch bei dem kleinen Rahmen lässt sich der Akku gut entnehmen. Manchmal sind es aber die Kleinigkeiten, die etwas nerven. So lässt sich der Akku mit seiner glatten und gut zu reinigenden Oberfläche leider nur schlecht tragen – man hat immer den Eindruck, einen glitschigen Fisch in den Händen zu halten. Hier ist der Hersteller (Griffmulde?) gefordert! Das Bedienelement von BionX ist quasi selbsterklärend und lässt sich ebenfalls abnehmen.

Ein weiterer Bikecomputer ist nicht nötig, da das Bedienteil alle grundlegenden Funktionen beinhaltet. Während das Vorderrad einen Schnellspanner aufweist und die Montage/Demontage werkzeugfrei von statten geht, benötigt man für den Ausbau des Hinterrades einen 15er Schlüssel! Dieser gehört nicht zum Lieferumfang und sollte unbedingt mitgeführt werden! Ansonsten ist beim Radausbau nichts zu beachten, ausser dass am Vorderrad eine Steckverbindung und am Hinterrad zwei Steckverbindungen zu trennen sind.

Erstaunlich ist, dass das Rose Pedelec auch ohne Zuschaltung einer Unterstützung leicht zu pedallieren ist – trotz des Gewichts. Sollte also doch mal der Akku am Ende und weit und breit keine Ladestation in Sicht sein, kommt man dennoch zügig voran. Die Verarbeitung des Bikes gibt keinen Grund zur Kritik und auch die innenverlegten Schaltzüge gefallen. Ein sehr durchdachtes, qualitativ hochwertiges und sehr zuverlässiges Trekking-Bike, für das man allerdings auch knapp 3500 Euro hinblättern muss.

Rahmengrößen: 18,5″, 20,5″ und 22,5″
Farbe: anadized-black
Preis: 3499,00 Euro

Arnette Hazard – I wear my sunglasses at night

I wear my sunglasses at night: Ganz so weit wie Corey Hart mit seinem Megahit aus den 80er Jahren wollen wir dann nun doch nicht gehen! Fakt ist aber, dass die Sonnenstunden im Moment täglich anwachsen und wir wollen nicht nur den Überblick behalten, sondern gleichzeitig auch die Guckerchen vor den bösen UV-Strahlen schützen. Da scheint die Arnette Hazard ja wie gerufen – wir wollten wissen, wer mit der Sonnenbrille den coolen Blick behält!

Auffallend bei der Arnette Hazard Sonnenbrille ist der phatte und stylische Brillenrahmen aus Kunststoff. Die Hazard lebt nicht auf schlankem Fuß, was man dann allerdings auch am Gewicht merkt. Die Brille drückt immerhin mit knapp 40 Gramm auf die Waage bzw. die Nase. Die Passform der Sonnenbrille ist gut. Bei dem Glas gibt sich Arnette nicht die Blöße. Das stark getönte Glas zeigt keinerlei Verzerrungen und bietet natürlich UV-Schutz.

Das Sichtfeld ist gut, lediglich im unteren äußeren Bereich wird die Sicht durch den Brillenrahmen etwas beeinträchtigt. Die Verarbeitung kann überzeugen, weder scharfe Kanten noch ein Herstellungsgrat geben uns einen Grund zur Kritik. Verstellmöglichkeiten bietet die Arnette Hazard leider nicht. So lassen sich weder die Bügel einstellen noch die Nasenpads. Hier liegt der Nachteil der Arnette Hazard. Für den sportlichen Einsatz wären definitiv weiche Nasenpads, gummierte Bügel und ein leichteres Gewicht wünschenswert.

Mit der Arnette Hazard erhält der Käufer eine attraktive, stabile und ziemlich stylische Sonnenbrille. Den Einsatzbereich würden wir eher beim Bummeln mit der Freundin, beim Chillen im Cafe/Biergarten und bei gemütlichen Touren sehen. Passt also immer noch 😉 Übrigens…der Song „Sunglasses At Night“ von Corey Hart fetzt tatsächlich immer noch! Wer diesen Song nicht kennen sollte, muss unbedingt mal reinhören – 80er Jahre pur!

Farben: Verschiedene Farben/Designs erhältlich
Preis: 79,00 Euro