Giant STP 0 – Das Urban Freeride Hardtail im Test

Urban Freeride bezeichnet nicht nur eine Disziplin beim Mountainbiken, sondern steht vor allem für Lifestyle und Unabhängigkeit. Unter die Räder kommt alles, was auch nur irgendwie mit dem Bike gefahren, gesprungen oder gesurft werden kann. Unter der Rubrik „Urban Freeride“ findet sich bei Giant die STP-Serie. Mit diesen Bikes will Giant die Biker ansprechen, die ihren Freiheitsdrang unabhängig vom Spot ausleben wollen. Ein Bike dieser Serie ist das Giant STP 0 bzw. Zero.

Die STP-Serie umfasst vier verschiedene Modelle, die sich durch markante Merkmale unterscheiden. Neben der Single Speed Ausführung „Giant STP Single Speed“ findet sich zum Beispiel auch ein STP mit einer Cro-Mo Gabel – BMX lässt grüßen! Wir beschäftigten uns allerdings mit dem Giant STP 0, welches neben der verbauten mechanischen Scheibenbremse Hayes MX4 mit einer Marzocchi Dirt Jumper 1 mit 100mm Federweg und Steckachse auftrumpft.

Giant verzichtet bei dem Alu-Rahmen auf unnötige Schnörkeleien und verpasst dem STP dort Verstärkungen, wo diese auch gebraucht werden. Trotz der schnörkellosen Optik sticht das Giant durch die gelb-schwarze Lackierung direkt ins Auge. Erhältlich ist das STP 0 lediglich in der Größe L, bezeichnend für 15 Zoll. Die Oberrohrlänge beträgt 585mm, die Kettenstrebenlänge 401mm und der Lenkwinkel 69 Grad – kurz gesagt relativ gebräuchliche Werte für ein Bike dieser Klasse.

Nicht nur optisch passt die Marzocchi Dirt Jumper 1 hervorragend zum STP. Die phatten Decals der Gabel sorgen mit der auffallenden Lackierung des Rahmens für Hingucker. Die Dirt Jumper 1 lässt sich durch die externe Einstellung der Zugstufe als auch durch die Luftunterstützung perfekt an den Spot bzw. die Bedürfnisse des Fahrers anpassen. Von der Funktion gibt es an der Marzocchi nichts zu meckern und die Steckachse sorgt für eine hohe Steifheit der Gabel.

Erstaunlich ist die Bremskraft und der gute Druckpunkt der mechanischen Hayes MX4, die trotz der nur 160mm „großen“ Bremsscheiben vorne und hinten recht gute Verzögerungsdienste leistet. Der Einsatzbereich bezieht sich hierbei natürlich auf den Bereich Urban, Dirt und Dual. Ebenfalls Sinn und Verstand macht die verbaute Truvativ Kettenführung, welche die Kette sicher im Zaum hält. Acht Gänge (SRAM) bietet das STP, das ist völlig ausreichend, für den passenden Gang ist also stets gesorgt.

Auf die Waage bringt das STP knapp 15,2 Kilogramm. Beim Sprint wirkt das Bike erstaunlicherweise leicht träge. Das Handling des Bikes ist gut, könnte aber etwas agiler sein. Auf dem Trail liegt das STP 0 hervorragend. Man kann dem STP sogar eine leichte Tourentauglichkeit zusprechen, dank des durchgehenden Sattelrohrs lässt sich das STP gut pedalieren und man haut sich nicht mit dem Knie direkt das Kinn auf. Nur bergauf sollte es nicht gehen…und wenn dann nur auf den Starthügel 😉

Höchstpunktzahl erntet das STP Zero in der Luft, souverän beansprucht das Giant den Luftraum für sich und lässt sich erstklassig manövrieren. Auch in schnellen Kurven kann das Bike dank des steifen Rahmens absolut begeistern – das Giant STP bietet genug Reserven und lässt sich im Drift wunderbar kontrollieren. Das Bike rollt auf Kendas K-Rad in der Größe 26×2.3, für den gedachten Einsatzzweck auf festem Untergrund ebenfalls eine gute Wahl. Ein Bike mit Spaßgarantie!

Fazit:
Das Giant STP ist eine robuste Spaßmaschine, die nicht nur beim Urbanriding, sondern auch auf dem Trail richtig Fun bereitet. Der steife Rahmen macht einen sehr guten Eindruck und bietet viel Reserven. Das sinnvoll zusammengestellte Gesamtpaket rundet das gute Bild des STP 0 ab.

Größen: L (15″)
Farbe: gelb-schwarz
Gewicht: 15,2 Kilogramm
Preis: 800 Euro

Mehr Infos unter www.giant-bicycles.com

Yeti 575 Carbon im Test – Über Mythen und Legenden…

Test: Um das Yeti ranken sich Mythen und Legenden. Nicht greifbar und fernab der Zivilisation lebt es in entfernten Gegenden und nur wenige Menschen können behaupten, jemals dieses seltene Geschöpf gesehen zu haben – wenn überhaupt! Nicht viel anders verhält es sich mit den Bikes der Kultschmiede Yeti. Mit dem Yeti 575 Carbon hatten wir solch ein edles Bike im Test, mit einem für uns überraschenden Ergebnis! Ein Bericht über Mythen und Legenden…

Bereits optisch liegt das Yeti auf einem sehr hohen Level. Für Innovationen und ausgefeilte Technik war die Schmiede Yeti schon immer sehr bekannt – man denke hier an das Lawwill und das 303. Auch das Yeti 575 Carbon zeigt sich ansprechend und interessant zugleich. Dafür sorgt nicht nur das „Hydroforming“ Oberrohr und das markant wirkende Unterrohr, sondern auch der Hinterbau…und auf diesen sollte man mal ein genaues Auge werfen!

Sehr interessant ist bei dem abgestützten Eingelenker die „Alternativlösung“ der normalerweise verbauten Lager oberhalb der Hinterradachse. Anstatt der Lager besitzt das Yeti 575 Carbon an dieser Stelle „nur“ eine flexende Verbindung! Der Vorteil dieser Lösung: Leichter und wartungsärmer als herkömmliche Lager! Auch wenn man am Anfang dieser Lösung etwas skeptisch gegenübersteht, so viel können wir verraten, es funktioniert… und hält!

Der Modellname „575“ kommt nicht von ungefähr, sondern bezeichnet den Federweg am Heck mit 5,75 Zoll, also 146 mm. Auch die Bezeichnung „Carbon“ hat natürlich ihren Sinn, da der Hinterbau des Yeti 575 Carbon aus Carbon besteht. Mit dem satten Federweg ist das Yeti 575 für Long-Travel Federgabeln von 140mm bis 160mm Federweg vorgesehen. Das im Bereich All-Mountain anzusiedelnde 575 basiert auf Yeti’s XC-Racer AS-R, allerdings mit kräftigem Federwegzuwachs.

„AS“ steht bei Yeti für Active Suspension. Yeti verspricht sich durch das am Anfang des Federwegs straffere Ansprechverhalten eine bessere Dämpferperformance. Auch wenn es von Yeti so gewollt ist, wir konnten uns mit dem degressiven Fahrwerk nicht so recht anfreunden. Kleine Unebenheiten werden vom Fahrwerk kaum geschluckt und direkt an den Fahrer weitergegeben. Erst bei weiterer Beanspruchung des Federwegs wird der Hinterbau softer, ohne aber spürbar progressiv gegenzusteuern.

Die Sitzposition auf dem Yeti 575 ist leicht nach hinten verlagert. Das Yeti lässt sich hervorragend pedalieren, bietet guten Vortrieb und eignet sich hervorragend für ausgedehnte Touren mit viel Höhenmetern. Ein sehr großer Vorteil ist hier die voll versenkbare Sattelstütze. Auch bergab gefällt die Fahrerposition auf dem Bike. Das Yeti liegt sehr gut in der Hand. Der Lenkwinkel ist mit der verbauten Gabel für ein All-Mountain erstaunlich flach. Auf Trails entwickelt sich das Yeti durch das agile Handling zur Spaßmaschine.

Im Grenzbereich regiert das 575 leicht untersteuernd. Die Front unterstützend haben wir vorne einen breiteren Reifen als hinten montiert. Unser Bike rollte somit vorne mit einer 2.5er Walze, während hinten ein 2.25er Reifen seinen Dienst versah. Auffallend ist, dass der Carbon-Hinterbau des Yeti sehr schmal ausfällt. Wer hinten eine dickere „Pelle“ fahren möchte, wird enttäuscht sein. Viel mehr als den verbauten Reifen kann der Hinterbau leider nicht aufnehmen.

Ein weiterer Grund zur Kritik ist für uns der flexende Hinterbau des Yeti 575 Carbon. Hier würden wir uns mehr Seitensteifheit wünschen. Absolut top ist die Verarbeitung des Rahmens. Kein Makel stört das Auge! Erstklassig! Erhältlich ist das Yeti 575 Carbon als Rahmen mit dem FOX RP23 Dämpfer für etwa 1700 Euro. Komplettbikes variieren von der Austattung je nach Händler. Wir wollen dennoch kurz auf die verbauten Komponenten dieses Bikes, besonders auf die Marzocchi Gabel, eingehen.

Als große Enttäuschung erwies sich für uns die verbaute Marzocchi 55 ETA mit den stattlichen 160mm Federweg. Das sonst von Marzocchi-Gabeln gewohnte erstklassige Ansprechverhalten vermissten wir bei dieser Gabel allerdings komplett. Nur widerwillig gab die Marzocchi 55 ETA ihren Federweg frei und sorgte so für unseren Unmut. Eine Gabel mit Federwegsminimierung macht an dem Yeti 575 aber auf jeden Fall Sinn. Bei vollem Federweg einer Gabel des Kalibers wie der Marzocchi 55 wird die Nase des Yeti 575 bei steilen Rampen etwas leicht und fängt an zu steigen. Durch die Aktivierung des ETA der Marzocchi 55 ETA wurde die Klettereigenschaft erheblich verbessert. An den verbauten DT Swiss-Laufräder und der standfesten Magura Louise gibt es nichts auszusetzen und kann für den Einsatz am Yeti absolut empfohlen werden.

Fazit:
Mythen und Legenden…wenn man eine trifft, ist man ein wenig enttäuscht. Das Yeti macht durch das agile Handling Spaß und begeistert durch eine erstklassige Verarbeitung, das degressive Fahrwerk und der flexende Hinterbau stoßen aber, zumindest bei uns, auf wenig Gegenliebe.

Größen: S, M, L, XL
Farbe: schwarz, orange, grau, türkis
Gewicht des Rahmens: 2850 Gramm (Werksangabe)
Preis: etwa 1700 Euro

Mehr Infos unter www.yeticycles.ch

BMW Mountainbike Cross Country – Keine Verschnaufpause! – Test

Nein, das BMW Cross Country hatte bei uns wahrlich kein schönes Leben! Wochenlang wurde es in heimischen Gefilden durch Regen und Matsche gescheucht, um anschließend in der Provence mit Steinen übersäte Trails über sich ergehen zu lassen. Eine Verschnaufpause gab es für das BMW Cross Country nicht, dafür sollte unser Test sorgen! Konnte das BMW Mountainbike Cross Country, mit einem Kaufpreis jenseits der 4000 Euro Grenze, die sehr hohen Erwartungen erfüllen?

Ästhetik…eine Eigenschaft, die man den Entwicklern und Designern der Firma BMW definitiv nicht absprechen kann. Ein Beweis dafür ist nicht nur das BMW MTB Enduro, welches wir bereits vor einiger Zeit im Test hatten, sondern auch das BMW MTB Cross Country. Das BMW Enduro konnte uns nicht nur optisch, sondern auch von den fahrtechnischen Eigenschaften absolut begeistern. Die Erwartungshaltung an das BMW MTB Cross Country zu Beginn des Tests war natürlich dementsprechend hoch.

Doch zurück zur Optik! Es ist schon eine Augenweide, die dem Betrachter mit dem BMW MTB Cross Country kredenzt wird: Die schön geschwungenen Rahmenrohre, die sauberen Schweißnähte, der edel in silber lackierte Rahmen und die farblich abgesetzte Wippe in Kupfer. Ebenfalls sehr edel präsentiert sich die Firmenpräsentation auf dem Bike. Lediglich ein kleines BMW-Zeichen auf der Wippe rechts und links und ein BMW Zeichen als AHead-Kappe. Der Beweis, dass manchmal weniger mehr ist. Man sieht es dem Bike an: Es ist edel…und teuer.

Aufgebaut ist das BMW MTB Cross Country mit allem, was gut, leicht…und teuer ist. Die FSA Carbon Team Issue Kurbel, die Mavic Crossmax ST Laufräder, der Fi’Zi:k Gobi Titan Sattel, die Magura Marta Bremsen mit den zart anmutenden Scheiben und die Manitou Luftfedergabel R-7 Super Click It Remote Lockout. Bei der Schaltung vertraut das BMW MTB Cross Country fast komplett auf die High-End-Gruppe X.0 von SRAM. Fast. Nur der Umwerfer ist von der Konkurrenz, von Shimano, natürlich aus der Top-Gruppe XTR. Natürlich…

Nach so viel Beweihräucherung wollten wir natürlich wissen, ob das Bike auf dem Trail das halten kann, was es dem Auge verspricht. Die Sitzposition auf dem BMW MTB Cross Country ist sehr sportlich. Fahrtechnisch präsentieren sich die Automobile des Konzerns auf höchstem Niveau, das kann man auch dem Bike bescheinigen. Der Hinterbau mit dem Manitou S-Type SPV Dämpfer und den 100 mm Federweg arbeitet hervorragend. Bei Unebenheiten spricht das Fahrwerk sensibel an, im Wiegetritt und beim Uphill stört kein unnötiges Wippen den Vorwärtsdrang.

Es zeigt sich, dass die Wahl der Manitou Luftfedergabel R-7 Super Click It Remote Lockout äußerst geglückt ist. Die sehr gut ansprechende Gabel, die ebenfalls 100 mm Federweg bietet, lässt sich nicht nur hervorragend an den Fahrer anpassen, sondern harmoniert auch sehr gut mit dem Hinterbau. Das BMW MTB Cross Country liegt satt auf dem Trail, büßt aber dennoch nichts von seiner Leichtfüßigkeit ein. Steile Rampen meistert das BMW gut, nur wenn es sehr steil wird muss man etwas auf die Front des Bikes drücken, um nicht den Bodenkontakt zu verlieren.

Das sehr gut durchdachte Gesamtkonzept zeigt sich auch bei den Magura Marta Scheibenbremsen, die von der Bremspower absolut überzeugen können. Viele der Anbauteile wie Lenker, Vorbau oder Sattelstütze stammen von Ritchey, da gibt es wie bei den Mavic Crossmax ST Laufrädern nichts zu makeln. Die Continental Explorer Reifen in der Größe 26 x 2.1 rollen sehr leichtfüßig über die Trails, allerdings lässt auf Schotter und rutschigem Untergrund der Grip etwas zu wünschen übrig.

Das BMW zeigt sich recht hart im Nehmen, das belegt unser Einsatz auf den rauen Pisten in Südfrankreich. Die Komponenten passen hervorragend und der Rahmen ist ein absolutes Spitzenerzeugnis. Ein Bike, das von vorne bis hinten durchdacht ist und einfach passt! Das BMW MTB Cross Country stellt also nicht nur ein optisches Highlight dar, sondern kann auch von der Funktion voll überzeugen. Der Preis des BMW mit knapp 4200 Euro ist sicherlich kein Pappenstiel, aber durchaus gerechtfertigt.

Fazit:
Das BMX XC wird sicherlich trotz der hervorragenden Funktion, Verarbeitung und Optik durch den Preis von knapp 4200 Euro leider nur eine Randerscheinung bleiben. Liebhaber werden dies zu schätzen wissen. Exklusivität ist also gesichert und das BMW wird auch in Zukunft bewundernde Blicke auf sich ziehen.

Größen: M, L, XL
Farbe: Silber
Gewicht: 12,3 Kilogramm
Preis: 4199 Euro

Mehr Infos unter shop.bmwgroup.com

Schwalbe Mow Joe und Mad Mike – BMX Tires im Test

Alteingesessenen Unternehmen sagt man nach, dass diese zu starr und zu unflexibel in ihrer Denkweise und ihrem Handeln seien. Oft wird dem Blick zurück in die Vergangenheit mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem Blick nach vorne. Innovation fehl am Platz! Mit ihrer 100-jährigen Firmengeschichte blickt die Familie Bohle auf eine lange Firmengeschichte zurück. Auch im Bereich BMX ist Schwalbe schon seit langer Zeit eine feste Größe. Der „Mow Joe“ und der „Mad Mike“ mussten sich für uns, stellvertretend für den Innovationsstand bei Schwalbe, in diverse Böden krallen.

Schwalbe Mow Joe

Beim Mow Joe handelt es sich um einen reinrassigen Reifen für BMX-Race. Erstes Augenmerk: Das Gewicht! Natürlich ein ganz wichtiger Faktor beim Race! Schwere Reifen bremsen vehement den Vorwärtsdrang und kosten wertvolle Zeit. Doch nicht nur das Gewicht ist entscheidend, sondern auch der Grip in den Kurven und die Traktion beim Beschleunigen. Mit etwa 330 Gramm ist der Mow Joe ein absolutes Fliegengewicht. Das macht sich dann auch direkt beim Sprint bemerkbar. Doch nicht nur das Gewicht, sondern auch der Grip des Faltreifens kann begeistern. Trotz des guten Grips und des guten Beschleunigungsverhaltens rollt der Mow Joe sehr leichtfüßig über die Bahn. Nein, nicht ein, sondern der perfekte Reifen für schnelle Runden! Der Schwalbe Mow Joe wandert für 33,90 Euro über die Ladentheke. Kein Pappenstiel, aber jeden Cent wert. Erhältlich ist der Schwalbe Mow Joe in den Größen 20 x 1.85, 20 x 2.00 und speziell für die Cruiser-Klasse in der Größe 24 x 1.85. Für Racer ein absolut empfehlenswerter Reifen!

Schwalbe Mad Mike

Natürlich bietet Schwalbe nicht nur den Mow Joe an, sondern auch Reifen für andere Bereiche des BMX. Neben dem „Table Top“ Timo Pritzel Series, der in Zusammenarbeit mit Timo Pritzel entstanden ist, dem „Crazy Bob“ für Tricks und Rampen und dem „Jumpin Jack“ für Dirt, um nur einige zu nennen, bietet Schwalbe mit dem Mad Mike einen sehr preiswerten Allrounder an. Der Blick auf das Profil des Mad Mike kommt einer Zeitreise gleich. Es handelt es sich um das für die achtziger Jahre typische Profil, welches sich im Laufe der vielen Jahre bewährt hat. Erhältlich ist der Mad Mike in verschiedenen Größen und Breiten. Der 20-Zöller wiegt je nach Ausführung bis zu 760 Gramm, was natürlich nicht unbedingt ein Leichtgewicht darstellt. Der Grip des Reifens ist auf der Bahn und auf Lehm gut, allerdings zeigen sich Schwächen auf rutschigem Untergrund und Nässe. Natürlich wirkt sich das relativ hohe Gewicht des Reifens auf das Beschleunigungsverhalten aus, aber wer nicht um jede Sekunde kämpft, wird das bei dem Preis gerne in Kauf nahmen. Der Preis für den Mad Mike bewegt sich bei 10,90 Euro! Mit dem Mad Mike erhält der Käufer einen guten Allrounder, der ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet.

Fazit Schwalbe BMX Tires

Den Mow Joe und den Mad Mike kann man natürlich nicht miteinander vergleichen, das wäre so, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Der Mow Joe ist ein reinrassiger Racereifen, der derzeit sicherlich den Höchststand der Entwicklung für Race-BMX darstellt. Dementsprechend teuer ist der Mow Jow natürlich auch. Der Mad Mike ist ein Allrounder, der für sein Geld eine sehr gute Leistung bietet, aber für Race (mittlerweile) etwas zu schwer ist und vom Grip etwas zu wenig Reserven bietet. Trotz der langen Firmengeschichte gibt es bei Schwalbe keine Verschnaufspausen und der Blick geht nach vorne. Bestes Beispiel dafür ist der Mow Jow für den absoluten Racer und der Mad Mike, mit dem der breite Markt im unteren Preissegment bestens abgedeckt wird!

Mehr Infos unter www.schwalbe.com

Poison Curare T im Test – Das leichte Enduro aus der Giftküche

In der „Giftküche“ der Firma Poison kocht und zischt es wieder! Wer sich mit den Bikes und insbesondere mit der Namensgebung der Bikes von Poison beschäftigt, wird automatisch zum Kenner aller erdenklichen Drogen- und Giftstoffe…Strychnin, Taxin, Zyankali…da darf natürlich Curare nicht fehlen! Von den Indios als Pfeilgift zur Jagd eingesetzt, so ist auch das Curare von Poison für die Jagd oder aber, je nach Betrachtungsweise, für den Genuss bestimmt! Das etwas andere „Waidmannsheil“ hier auf der Fraktur!

Im Gegensatz zu den „normalen“ Giftstoffen ist der Erwerb des Poison Curare natürlich ohne Probleme möglich…und das völlig legal. Das Curare gibt es in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten, wir hatten das preislich „mittlere“ Modell „Curare T“ im Test. Es ist schon erstaunlich, was man für knapp 1300 Euro alles bekommen kann! Der vielversprechende Viergelenker mit seinem achteckigen Unterrohr und dem zum Steuerrohr gezogenen Oberrohr ist mit Parts aufgebaut, die man in dieser Preisklasse nicht vermuten würde.

Für die Front zeigt sich eine Rock Shox Domain 318 UT mit 160 mm Federweg verantwortlich, die in Kooperation mit dem für den Hinterbau verantwortlichen Manitou Radium RL PlatformPlus Dämpfer für Fahrwerksruhe sorgen soll. Für die Verzögerung wurde die Hayes Stroker Trail verbaut. Viele der verbauten Parts stammen von der hauseigenen Marke Amoeba, die Hone Kurbel und das XT Schaltwerk stammen von Shimano. Die Mavic EX-325 Disc Felgen und die Michelin Mountain AT runden den guten theoretischen und optischen Eindruck ab.

Der optisch gute Eindruck vom Viergelenker bestätigt sich auch beim Fahren. Der Hinterbau mit 150mm Federweg arbeitet sehr gut und unauffällig, effektiv werden Bodenwellen und Unebenheiten weggebügelt. Trotz des gut ansprechenden Fahrwerks macht sich bergauf kein Wippen bemerkbar, der Manitou Dämpfer erweist sich beim Curare als sehr gute Wahl. Auch auf der Jagd nach einer schnellen Linie bergab lässt sich der Hinterbau des Curare kaum aus der Ruhe bringen. Kritik muss sich hier etwas die Rock Shox gefallen lassen.

Die Domain arbeitet zwar gut, allerdings zeigt sich die Gabel bei einem Fahrergewicht bis zu 75 Kilogramm etwas zu straff abgestimmt und harmoniert somit nicht ganz mit dem sehr gut ansprechenden Hinterbau. Die Domain bietet zwar einen Drehknopf zum Minimieren der Vorspannung an, aber das gewünschte Ergebnis erreichten wir dennoch leider nicht. Hier vermissen wir jetzt die Luftunterstützung, die diesen Umstand beseitigen würde. Dafür lässt sich der Federweg einstellen, was bei steilen Rampen bergauf Vorteile bringen kann.

Die montierten zwei Kettenblätter mit dem LX Shifter machen sich beim Curare voll bezahlt. Die Kletterfähigkeit des Bikes, selbst bei vollem Federweg der Gabel, ist beeindruckend. Selbst Kehren beim Uphill meistert das Curare vorbildlich, ohne dass es bockig die Nase hebt. Das Curare erweist sich als wahre Kletterziege und stellt nicht nur bergab, sondern auch bergauf sein ausgewogenes Fahrverhalten unter Beweis. Die Sitzposition ist zentral und entspannt und ermuntert so auch zu Touren. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist hier die voll versenkbare Sattelstütze.

Ebenfalls als sehr gute Wahl erweist sich die Hayes Stroker Trail. Obwohl die Bremscheiben vorne und hinten mit 180 mm Durchmesser relativ klein ausfallen, kann die Hayes voll überzeugen. Der gute Druckpunkt, die gute Dosierbarkeit und die gute Bremsleistung geben keinerlei Anlass zur Kritik. Ebenfalls überzeugend sind die Michelin Mountain AT, die mit einem sehr breiten Einsatzbereich für helle Freude sorgen und somit hervorragend zum Curare passen.

Das Einsatzgebiet des Curare ist von Tour bis Enduro sehr breit gefächert. Das Poison zeigt sich nicht als schlechter Kompromiss, sondern kann hier in allen Disziplinen überzeugen. Ärgerlich ist eine Kleinigkeit…auf der ersten Abfahrt mit diversen Kanten und Sprüngen hatten wir ungewollte Schaltvorgänge…Grund war der Schaltzug, der beim Einfedern an der Sattelklemme hängen blieb. Nach dem Drehen der Sattelklemme mit der Öffnung nach vorne waren die geisterhaften Schaltvorgänge allerdings Geschichte.

Fazit:

Für einen Preis von 1299 Euro ist es erstaunlich, was man für einen Gegenwert bekommt. Auf dem Bike fühlt man sich von Anfang an wohl und auch die Fahreigenschaften können überzeugen. Die Komponenten erweisen sich als sehr gute Wahl, lediglich die Rock Shox Domain 318 erweist sich als zu straff abgestimmt.

Größen: 40, 45, 50 cm
Farbe: Mehrere Farben und Oberflächen zur Auswahl
Gewicht: etwa 15,4 Kilogramm (ohne Pedalen)
Preis: 1299 Euro

Mehr Infos unter www.poison-bikes.de

X4U Admiral – Das Einsteiger-Race-BMX im Test

Mit dem Admiral erweitert die Hermann Hartje KG ihre „BMX 4-U“ Palette um ein Race-BMX in der Einsteigerklasse. Damit befindet sich das Admiral mit dem zugesprochenen hohen militärischen Dienstgrad in guter Gesellschaft, darf es sich zum elitären Kreis des Colonel, Major, Commander und einigen weiteren hochrangigen Offizieren bei X4U zählen. Doch wie verhält sich das Admiral, wenn es zur Schlacht auf die Bahn geht?

Optisch macht das Admiral einen vielversprechenden Eindruck! Das phatte Unterrohr, die dreiteilige Kurbel und die auffallend blaue Lackierung sorgen für die ersten Hingucker. Auf dem Steuerrohr lächelt einem der Aufkleber „Made in Germany“ entgegen. Das BMX sieht sehr kompakt aus, die Oberrohrlänge mit knapp 520 mm entspricht den gebräuchlichen Maßen der Pro-Modelle anderer Hersteller, die Kettenstrebenlänge fällt mit etwa 370 mm dagegen etwas kürzer gegenüber anderen Pro-Modellen aus.

Ausgestattet ist das Admiral mit Plattformpedalen, einem großen BMX Lager (US BB), Tektro Bremsen vorne und hinten, Anbauteilen wie die dreiteilige Kurbel von Prism, einem 670mm breiten Lenker und Schwalbe Mad Mike Bereifung mit vorne und hinten 20×1.75. Keine High-End-Teile, aber insgesamt machen die verbauten Komponenten einen befriedigenden und ausreichenden Eindruck. Der besorgte Blick geht dann eher in Richtung der Waage: 11,6 Kilogramm sind schon recht üppig für ein Race BMX.

Das Gewicht macht sich dann auch auf der Bahn bemerkbar. Das Bike wirkt beim Beschleunigen etwas träge und kommt nicht so fix wie gewollt vom Startgatter weg. Auch das Beschleunigen aus den Kurven wirkt etwas zäh. Die Geschwindigkeiten auf der BMX Bahn bringen das Admiral dann an seine Grenzen. Das Admiral verhält sich bei hohen Geschwindigkeiten nervös. Diese Nervosität zeigt das Cross4You auch bei schnellen Jumps und beim Pushen. Auch in schnellen Anliegern ist das Admiral nicht so souverän, wie wir es von einem Racer gewohnt sind.

Schnelle BMX-Bahnen sind nicht die Stärke des Admiral, selbst wenn auf dem Rahmen der Aufdruck „Race“ verewigt wurde. Doch wenn nicht Race, wo dann liegen die Stärken des Admiral? Die Antwort fanden wir schnell…jeder kennt sie, heimlich angelegte kleine Bahnen…auch bei uns findet sich solch eine kleine Bahn, enge Kurven, enge Anlieger, eine Strecke die eher im mittleren Geschwindigkeitsbereich anzusiedeln ist…und siehe da, auf der engen Strecke lässt sich das Admiral mit Leichtigkeit durch die Kurven zirkeln und in die engen Anlieger drücken. Selbst die Jumps passten jetzt.

Durch die relativ kurze Kettenstreben und dem schmalen Lenker ist das X4U sehr handlich. Auf den kleinen und engen Trails macht das Setup mehr Sinn als auf der Racepiste. Für die Traktion wäre es allerdings wünschenswert, wenn die Bereifung vorne etwas voluminöser ausfallen würde. Die Verarbeitung des Rahmens gibt keinen Grund zur Kritik, die Qualität der Lackierung ist ebenfalls gut. Die sehr schlecht verzögernde vordere Bremse, die man eigentlich zum Race nicht braucht (aber wenn schon mal eine dran ist, sollte diese auch bremsen), und die Pedalen, die nach dem Test sehr rau liefen, geben Grund zur Kritik.

Fazit X4U Admiral

Von einem Race-BMX, egal ob Einstiegsklasse oder nicht, erwarten wir etwas mehr „Race“. Das fängt beim Gewicht an und spiegelt sich in der Auswahl der Komponenten wider. Die Fahrleistung des X4U Admiral auf der BMX-Bahn lässt Wünsche offen, abseits der Bahn zeigt das Admiral dann seine Stärken. Das Einsatzgebiet sehen wir deshalb nicht in der Race-Einstiegsklasse, sondern in der allgemeinen Einstiegsklasse.

Gewicht: 11,6 Kilogramm
Preis: 379 Euro

Kona Wah Wah Pedale – Test – Das Leben einer Plattformpedale

Pedalen führen wahrlich kein beneidenswertes Leben! Aufopferungsvoll versehen sie ihren Dienst, werden getreten, mit Steinen und Wurzeln malträtiert und dennoch finden sie kaum Beachtung! Wenn sie dann ins Alter kommen und ihre Zähne verlieren, ist für die meisten Vertreter die Zeit des Abschieds gekommen! Viele Pedalen trifft bereits sehr früh dieses Schicksal, die neue Kona Wah Wah Plattformpedale steht dem gelassen gegenüber.

Die Wah Wah macht bereits optisch einen sehr schlanken Fuß. Gerade mal 17mm dick bei einem Gewicht von etwa 480 Gramm für das Paar und die große Standfläche lassen die Pedale sehr schlank wirken. Der Pedalkörper aus 6061 Aluminium dreht sich laufruhig und leise um eine Cromolyachse. Wer einmal in die Wah Wah Pedale reingetreten hat, wird diese Pedale direkt zu schätzen wissen. Der Grip auf der Kona Wah Wah ist exzellent. Dass dies nicht nur bei trockenem, sondern auch bei widrigen Umständen so ist, dafür sorgen zehn zornige Pins pro Seite.

Selbst bei Matschwetter verliert man nicht den Grip auf den Plattformpedalen. Im Gegensatz zu vielen anderen Pedalen, bei denen die Montage der Pins von oben nur mit einem „winzigen“ Innensechskant-Schlüssel möglich ist, bietet die Wah Wah die entspannte Montage der Pins von der geschützten Unterseite aus an. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Pedalen hervorragend an die persönlichen Bedürfnisse anpassen lassen. Noch ein „kleiner“ Unterschied zu vielen anderen Pedalen: Montiert wird die Wah Wah Pedale nicht mit einem herkömmlichen Maulschlüssel, sondern ausschließlich mit einem Innensechskant-Schlüssel.

Fazit:
Hart im Nehmen, coole Optik, gute Verarbeitung und Grip ohne Ende!

Farben: Grau und weiß
Preis: 90 Euro

Mehr Infos unter www.konaworld.com

Redline Flight Pro XXL im Test – Bubba Harris Signature Series

Race-BMX…Oldschool-BMXer denken da gerne an die guten alten Zeiten zurück, in denen sich Marken wie Hutch oder CW Racing erbitterte Kämpfe auf den Racepisten lieferten. Bereits damals war Redline eine der angesagtesten Marken auf dem BMX-Markt und Fahrer wie Stu Thomsen sorgten für unzählige Siege. Während viele Marken mittlerweile nur noch Geschichte sind, setzt Redline nach wie vor Maßstäbe. Allen voran fährt Bubba Harris für Redline die Siege ein, dem mit der eigenen Signature Serie gehuldigt wird. Stellvertretend für die „Flight Series“ hatten wir das Flight Pro XXL im Test!

Bereits optisch hebt sich das Redline von der Masse ab. Die Machart und die Lackierung des Rahmens, als auch das Gesamtbild des in poliert, rot und schwarz gehaltenem Flight Pro sind echte Hingucker. Der genau Blick auf das Bike zeigt die Erfahrung von Redline beim BMX. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Und man widmet sich, wohl auch ein wenig Stolz aufgrund der Geschichte und des Erfolgs des Unternehmens, ausgiebig dem Markenhype um Redline. Die phatte dreiteilige Kurbel, der Vorbau, die Gabel…alles trägt den Namen Redline. Auch der Lenker, die Pedalen, die Naben mit den aus Cromoly bestehenden Hohlachsen, das Kettenblatt, der Sattel und sogar die Kettenspanner tragen das Zeichen der BMX-Schmiede mit dem Sitz im Bundesstaat Washington.

Als Felgen wurden geöste rote Sun Rhyno Lite XL Rims verbaut mit Tioga Competition III Bereifung, vorne mit 20×2.125 und hinten mit 20×1.75. Die Tektro-Bremse mit erstaunlich fühlbarem Druckpunkt sorgt für die Verzögerung des Bikes. Übersetzt ist das Flight Pro mit 44/16, obwohl man sich bei der Übersetzung keine Sorgen machen muss, da noch fünf weitere Ritzel (13, 14, 15, 17 und 18 Zähne) mitgeliefert werden! Der Rahmen besteht aus U-6 Alu, welches mehr Stabilität bei weniger Gewicht gegenüber dem herkömmlichen 7005 und 6061 Alu bieten soll, während die Gabel aus Cromoly gefertigt wurde. Die Oberrohrlänge des Flight Pro XXL beträgt 21,7″, die Kettenstrebe 15,3″ und der Lenkwinkel 74 Grad, auf die Waage bringt das Redline 10,5 Kilogramm.

So viel zur Theorie, doch wie macht sich das Redline auf der Bahn? Vorweg gesagt…unglaublich! Bereits die ersten Meter zeigen die enorme Laufruhe des Bikes. Das Flight Pro XXL liegt unglaublich gut auf der Bahn und lässt sich hervorragend beschleunigen. Das Bike ist supersteif! Die erste Welle, Speedwheelie…wow, das geht richtig sauber und gut von der Hand. Das Verhältnis zwischen Front und Heck ist sehr ausgeglichen. Auch in der Luft macht das Flight Pro einen unglaublich souveränen Eindruck und lässt sich sauber in die Landung drücken. Anlieger rein, raus…auch hier zeigt das Redline keinerlei Anzeichen von Nervosität. Sollte dennoch mal das Vorderrad anfangen zu rutschen, lässt sich das Flight Pro hervorragend korrigieren. Definitiv ein Bike, dass nicht nur für die Racestrecke gebaut wurde, sondern auch dafür, Bestzeiten zu fahren.

Beeindruckend ist übrigens auch der Lieferumfang des Bikes! Neben dem schlanken Padset zum Aufkleben auf Oberrohr, Vorbau und Lenker findet sich ein Numberplate, um direkt an den Start gehen zu können. Redline scheint wirklich an alles gedacht zu haben, wie bereits das oben erwähnte Plus an Ritzel belegt. Selbst ein kleines „Make-Up-Set“ in Form von zwei kleinen Farbtöpfchen mit roter und schwarzer Farbe zum Ausbessern von Macken wird mitgeliefert. Für den Fall der Fälle 😉

Fazit Redline Flight Pro XXL

Beeindruckend! Optisch und fahrtechnisch ein absolutes Traumbike! Ein Bike, das von vorne bis hinten durchdacht ist! Kaufen und sofort damit auf die Bahn, dass ist das Motto des Redline Flight Pro. Trotz aller Ausgereiftheit hat das Redline nichts von dem Kult der 80er Jahren verloren!

Gewicht: 10,5 Kilogramm
Preis: 799 Euro

Mehr Infos unter www.redlinebicycles.com