Procraft Pedale Freeride Pro – Das schlanke Pedal im Test

Sie ist schlank und schwarz: Was sicherlich auch auf das eine oder andere Model zutrifft, beschreibt hier die Procraft Pedale Freeride Pro. Der aus Aluminium gefräste Pedalkörper sorgt mit einer Trittfläche von über 90 Millimeter x 90 Millimeter für mächtig Halt. Die Pedale bietet auf jeder Seite zehn Pins, die danach gieren, sich zornig in die Sohle des Schuhs zu beißen.

Die in schwarz gehaltene Pedale wiegt 220 Gramm, macht bei dem Pärchen also 440 Gramm. Damit deckt sich die Herstellerangabe zu 100 Prozent mit unserer Messung. Die Pedale ist schön schlank gestaltet und weist gerade mal eine Höhe von etwa 17 Millimeter auf. Die Montage der Pedale erfolgt ausschließlich mit einem Innensechskantschlüssel. Die Pins lassen sich, ebenfalls mit einem Innensechskantschlüssel, bequem austauschen. Ein großer Vorteil der Procraft Pedale Freeride Pro ist, dass selbst bei verbogenen Pins der Austausch selbiger ohne Probleme möglich ist. Leider liefert Procraft jedoch keine Ersatzpins mit. Wieso das so ist, wissen wir allerdings auch nicht. Schade eigentlich! Doch widmen wir uns jetzt der Praxis…

Ein Abrutschen von der Pedale ist Dank der zornigen Pins nahezu ausgeschlossen. Selbst bei widrigsten Bedingungen mit Nässe und Matsch bot uns die Procraft Pedale erstklassigen Halt. Durch die großzügigen Aussparungen der Pedale können sich keine Lehm- und Schlammplatten unter der Sohle bilden. Trotz der Aussparungen ist der Pedalkörper sehr solide und robust. Weder der Pedalkörper, noch die gedichteten Industriekugellager oder die Achse aus CroMo bereitete uns während des Tests Kopfzerbrechen. Egal ob wildes Beschleunigen aus Anliegern, die ruppige Fahrt über Wurzelteppiche oder Jumpen angesagt ist – wer eine Pedale für diese Bereiche sucht, sollte die Procraft Pedale Freeride Pro in die engere Wahl ziehen.

Preis: 69,90 Euro (Preisvergleich lohnt!)

Centurion E-Fire 10 – Test – Das urbane Feuer entfacht

Urbanes Biken liegt voll im Trend und ist angesagter denn je. Auch wir als leidenschaftliche Offroader, mit der Vorliebe für grobstollige Reifen, schätzen das schnelle Vorankommen auf Asphalt, zumal die Industrie immer fetzigere und coolere Fahrräder auf den Markt bringt. Das Sahnehäubchen des urbanen Gleitens stellen moderne schnittige Pedelecs dar. Vorweg wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass Pedelecs nicht einer Altersgruppe vorbehalten sind – entgegen aller Vorurteile! Das Centurion E-Fire 10 trägt das Feuer schon in seiner Bezeichnung, kann es aber auch bei uns das Feuer der Leidenschaft entfachen?

Optisch ist das Centurion E-Fire ein verdammt heißes Eisen! Das E-Fire gehört zu den Fahrrädern, die im Stand schon schnell aussehen. Schlank und schnittig, mit einem Hauch Eleganz, so könnte man das Centurion E-Fire 10 grob umschreiben. Auffallend ist der Doppelrohrrahmen des Centurion. Die Aero-Sitzstreben gehen in die beiden Oberrohre über und verlaufen so bis zum Steuerrohr. Den Platz zwischen den beiden Oberrohren hat Centurion mit einer Kunststoffplatte überbrückt, die aber entfernt werden kann. Auf dem Unterrohr sitzt der 36 Volt Bosch Lithium-Ionen-Akku mit 288 Wattstunden, der das Pedelec mit Energie versorgt.

Der 250 Watt Bosch Mittelmotor sorgt in Verbindung mit dem Aufbau des E-Fire – Centurion hat den Akku sehr tief auf dem Unterrohr platziert – für eine sehr gute Gewichtsverteilung. Die theoretische Verteilung des Gewichts liegt bei etwa 47 % vorne und 53 % hinten. Das Gewicht des E-Fire 10 beträgt bei der Rahmengröße 51 cm etwa 21,4 Kilogramm ohne Pedalen, man bleibt also auch mit montierten Pedalen unter der Marke von 22 Kilogramm. Durch den tief verbauten Mittelmotor liegt der Schwerpunkt des Centurion ebenfalls tief, was dem Handling sehr entgegenkommt. Ohne Nachdruck wird jede Lenkbewegung vom E-Fire sofort umgesetzt.

Allerdings ist durch den tief verbauten Mittelmotor auch das Tretlager sehr tief, weshalb man beim Pedalieren in Kurven sehr aufpassen muss, um nicht mit der Pedale aufzusetzen. Fahrtechnisch zeigt das E-Fire keine Schwächen, auch bei höherem Tempo kann man sauber seine Linie fahren. Das Centurion bleibt auch bei höheren Geschwindigkeiten kurvenstabil. Die SR Suntour NCX-E RL Lite Federgabel mit 63 mm Federweg sorgt für ein sicheres und entspanntes Fahren, auch wenn es mal etwas ruppiger wird. Mit einem Innensechskantschlüssel kann das Ansprechverhalten der Gabel an den Fahrer angepasst werden, ferner bietet die Gabel eine Lockout-Funktion.

Die an unserem E-Fire verbauten Tektra Scheibenbremsen sind auch für Anfänger gut geeignet, da diese zwar wirksam bremsen, aber nicht zu bissig sind. Ein wenig störend ist allerdings die Geräuschekulisse der Bremse beim Verrichten ihrer Arbeit. Da wir gerade bei den negativ aufgefallenen Punkten angelangt sind: Die ergonomisch geformten Giffe wären eigentlich sehr lobenswert, wenn sich diese nicht dauernd verdrehen würden! Weshalb man bei einem Fahrrad in dieser Preisklasse keine schraubbaren Griffe verbaut hat, bleibt uns ein Rätsel. Verwunderlich, da die anderen verbauten Parts durchaus überzeugen.

Das E-Fire 10 ist wahlweise mit einer Shimano 10-Gang XT-Schaltung oder einer Shimano Alfine 8-Gang Nabenschaltung erhältlich. An unserem Rädchen war letztere verbaut. Die Alfine Schaltung lässt sich gut bedienen, ganz so exakt wie eine XT-Schaltung arbeitet sie aber nicht. Dafür ist die Nabenschaltung, gegenüber einem normalen Schaltwerk, unanfälliger gegen Dreck und Beschädigungen und lässt sich auch unter Last sanft schalten. Während vorne ein Schnellspanner den schnellen Ein- und Ausbau des Vorderrades ermöglicht, muss man für die Montage/Demontage des Hinterrades zu einem 15er Schlüssel greifen.

Das E-Fire rollt auf 28″ Schwalbe Marathon Supreme, die sehr gut rollen und dem Einsatzgebiet entsprechend auf den meisten Untergründen einen guten Grip bieten. Die Bremskräfte werden gut übertragen und der auf der Reifenflanke angebrachte Reflektorstreifen sorgt für ein Plus an Sicherheit im Dunkeln. Der Procraft Lenker mit einer Breite von 640 mm trägt ebenso zum entspannten Radeln bei wie der Centurion Cross Comfort Sattel. Einen Blick sollte man unbedingt den Ausfallenden widmen: Die Ausfallenden lassen sich lösen und verschieben – eine sehr schöne und elegante Lösung zum Spannen der Kette!

Das E-Fire lässt sich sehr agil bewegen und der Schub des Bosch Mittelmotors bereitet wahre Freude und Entzücken. Das Bosch Antriebssystem bietet vier Fahrmodis (Eco, Tour, Sport und Speed) mit jeweils drei Unterstützungsstufen an. Die Bedieneinheit am Lenker ist leicht zu bedienen und gut ablesbar. Neben dem Batterie Ladezustand und der momentanen Geschwindigkeit sind die wichtigsten Eckdaten zur Tour ablesbar, wie beispielsweise die noch verbleibende Reichweite des Akkus. Das Einzige, was wir vermissen, ist eine Uhr.

Die Reichweite des Akkus hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Als grobe Orientierung sei angemerkt, dass bei gemäßigter Unterstützung Touren von 80 Kilometern im Flachland möglich sind. Der Bosch Antrieb zeigt sich ebenso zuverlässig wie der Rest des Bikes. Wir konnten beim Einsatz im Alltag keine nennenswerten Ausfallerscheinungen feststellen. Egal ob Regenfahrt oder die hastige Fahrt vom Bordstein runter, das E-Fire funktioniert tadellos. Für Tourenfahrer wichtig: Es lässt sich nachträglich noch ein Gepäckträger montieren. Das E-Fire 10 ist für den urbanen Einsatz auf jeden Fall eine gute Wahl, sei es die Fahrt zur Arbeit oder die lange Tour zur Nordsee.

Rahmengrößen: 46, 51, 56 und 61 cm
Farbe: weiß
Preis: 2449 Euro

Haibike eQ Xduro FS RX – Das Allmountain-Pedelec im Test

Optisch wirkt das Haibike eQ Xduro FS RX wie aus einem Guss. Das Bike macht einen sehr durchdachten und aufgeräumten Eindruck, farblich sind die Komponenten perfekt auf das Bike abgestimmt. Auf jeden Fall ist das All-Mountainbike optisch sehr ansprechend, aber nicht unbedingt außergewöhnlich. Der Blick über das Bike verharrt letztendlich im Bereich oberhalb des Tretlagers. Ein gedrehter Bosch Motor sorgt bei dem Pedelec für die Unterstützung. Diese Symbiose macht das Haibike eQ Xduro FS RX erst zu dem, was es wirklich ist: Ein Pedelec der Begierde – zumindest optisch! Was das Pedelec dann wirklich zu Leisten vermag, sollten wir während unseres Tests erfahren.

Das Gewicht des eQ Xduro FS RX in der Größe 40 cm beträgt einschließlich des Akkus und der von uns verbauten Plattformpedalen 21,4 kg. Die Achsverteilung des Gewichts liegt nahezu bei 50%. Für die E-Power sorgt ein Bosch Mittelmotor mit 36 Volt und 250 Watt. Gespeist wird der Antrieb von einem Lithium Ionen Akku (288 Wh). Am Lenker thront das gut ablesbare LCD Bedienelement von Bosch, womit man gleichzeitig auch alle wichtigen Infos im Blick hat. Der Viergelenker wird durch einen Fox RP 2 ProPedal Dämpfer im Zaum gehalten, die Front durch eine Fox 32 RL O/B Federgabel mit Remote Lockout. Gabel als auch Dämpfer lassen sich dank der Luftunterstützung schnell und einfach anpassen. 120 mm Federweg, die nicht nur auf dem Papier hinreichend Reserven bieten.

Das Haibike begeistert mit einem unglaublich guten Handling. Besonders auf verblockten Trails und in Spitzkehren schätzt man das punktgenaue Lenkverhalten des Bikes. Das Bike folgt ohne Umschweife jeder Lenkbewegung – trotz des Gewichts von Trägheit keine Spur. Der Schwerpunkt des Bikes ist spürbar tief. Das Bike liegt satt und sicher auf dem Trail und gleitet sanft über Wurzelpassagen. In der Luft profitiert man von der ausgeglichenen Gewichtsverteilung, was uns im Test volle Kontrolle beim Jumpen und an Kanten bescherte. Der Schub des Motors kann in der höchsten Stufe fast beängstigend wirken. Steile Rampen bergauf, selbst wenn diese verblockt sind, verlieren an Schrecken. Das Fahrwerk und der Motor bilden eine Einheit, das zeigt sich nicht nur optisch mit dem gedrehten Motor.

Wohl behütet ist der Bosch-Motor im Rahmen „integriert“ und bietet somit direkt noch den Vorteil, dass der Motor nicht wie ein Fremdkörper wirkt. Ein weiterer und nicht unerheblicher Vorteil ist, im Vergleich zu den „hängenden“ Motoren, die Bodenfreiheit. Lediglich der Akku wirkt ein wenig dominant, durch die Farbanpassung aber durchaus vertretbar. Die Charakteristik des Bosch Motors passt zum Fahrwerk des Haibike wie der bekannte Nagel zwischen die Augen. Im Wiegetritt gehend, hilft der Griff zum Dämpfer, um dem Wippen entgegenzuwirken. Homogen und tatkräftig unterstützend zeigt sich der Motor auch im Wiegetritt – keine Spur von Bockigkeit! Überhaupt begeistert der Motor in allen Belangen. Durch den direkt einsetzenden Schub kann man definiert aus Kurven und Anliegern herausbeschleunigen und starke Steigungen anvisieren.

Der Einsatzbereich des Haibike eQ Xduro FS RX reicht vom Touren bis zum anspruchsvollen Ride über verwinkelte und verblockte Trails. Die Sitzposition ist top. Das ausgeglichene Fahrwerk sorgt in Grenzsituationen für Souveränität und Fahrsicherheit. Ein vollwertiges All-Mountainbike – das Xduro erweitert den Fahrspaß allerdings noch um Weiten, da eigentlich alle Trails – dank der E-Power – scheinbar immer leicht bergab führen. Die Agilität des Bikes und das hervorragend arbeitende Fahrwerk gehen mit dem Motor Hand in Hand. Der Fahrer hat dabei die volle Kontrolle über den Motor. Die Unterstützung ist in vier Bereiche (Eco, Tour, Sport und Speed) unterteilt – und diese wiederum in drei Teilbereiche. Somit ist eine Unterstützung von 0% bis 250% möglich. Eine Rekuperation (Energierückgewinnung) und Schiebehilfe bietet das Bike nicht.

In der schwächsten Unterstützungsstufe (Eco – Stufe 1) reicht der Akku für über 1000 Höhenmeter bei 30 Kilometer – und es war noch genügend Akkulaufzeit vorhanden. Die Fahrt zum König des Bayerischen Waldes, dem Großen Arber, kann man so zum Beispiel ohne Bedenken antreten – so wie wir es getan haben. In der stärksten Unterstützungsstufe (Speed – Stufe 3) reicht der Akku immer noch für über 700 Höhenmeter bei 20 Kilometer. Im Flachland sind 60 bis 80 Kilometer realistisch, je nach eigener Power sind weitaus mehr Kilometer möglich. Thermische Probleme sind Fremdwörter für den Bosch Antrieb. Obwohl das Haibike recht gut rollt, ohne Unterstützung des Motors lässt sich das Xduro – wegen des Gesamtgewichts – natürlich mühsamer fortbewegen als ein herkömmliches Mountainbike in dieser Klasse.

Die Magura MT 4 Bremse, farblich perfekt zum Bike passend, sorgt mit ihrem Biss für eine ordentliche, aber gut dosierbare Verzögerung des Bikes. Die MT 4 ist standfest und zeigt auch bei längeren Abfahrten keinerlei Anzeichen eines Fadings. Die Bereifung Continental X-King 26×2.2 ist dem Einsatzbereich entsprechend gut gewählt, ebenso verhält es sich mit dem DT Swiss AM60 Laufradsatz und den anderen verbauten Komponenten. Der Sattel erlaubt auch längere Touren und die Verwendung von Schraubgriffen ist ebenso lobenswert. Leider gehört die bei unserem Testrad verbaute Vario-Sattelstütze nicht zur Serienausstattung. Die Funktion der Shimano XT-Schaltung mit 10 Gängen ist vorbildlich und lässt keinen Raum für Kritik.

Doch nicht alles ist am Haibike perfekt: Bei ruppigen Passagen fällt leider die Kette vom Kettenblatt. Wenn das Abfallen der Kette nicht rechtzeitig bemerkt wird, verklemmt sich diese zwischen Kettenblatt und Motor. In diesem Fall hilft nur noch grobes zupacken, um die Kette wieder aus ihrer Zwangslage zu befreien. Da nur 1 Kettenblatt (38 Zähne) verbaut ist, tritt man sich bergab ab etwa 45 km/h einen „Wolf“. Der Motor unterstützt gesetzestreu bis 25 km/h – NUR möchte man fast schon sagen, aber natürlich völlig richtig. Bei sehr steilen Rampen wird die Nase des Bikes leicht, nicht zuletzt auch wegen der Power des Bosch Motors. Die Fox 32 RL O/B Remote funktioniert tadellos, allerdings würden wir uns eine Gabel mit Absenkung wünschen – auf die Lockout-Funktion können wir dagegen sehr gerne verzichten.

Fazit Haibike eQ Xduro FS RX

Mit dem Haibike eQ Xduro FS RX gehen einem fast schon die Argumente aus, nicht auf ein All-Mountainbike mit Motorunterstützung zu setzen. Den sportlichen Aspekt trägt das Xduro immer noch Rechnung, erweitert aber den Bereich in einigen Punkten um den Spaß-Faktor, zum Beispiel bei Singletrails, die bergan führen. Der Preis von knapp 3400 Euro ist absolut gerechtfertigt, vor allem dann, wenn man den Preis mit dem eines Allmountain ohne Motor vergleicht. Die Verarbeitung ist wie die Funktion top, dazu gesellen sich hochwertige Parts! Einzig das Gewicht, welches beim Fahren nicht auffällt, könnte (beim Tragen) geringer ausfallen – denn eines ist klar, das Bike ist ein Objekt der Begierde und gehört sicher verwahrt – also in die Wohnung oder den sicheren Keller!

Farbe: Weiß/schwarz/blau
Erhältliche Größen in cm: 40, 44, 48, 52 und 56
Preis: 3399 Euro

Procraft H-Lifter – Die höhenverstellbare Sattelstütze im Test

Sie gehört an ein Enduro und Allmountain Bike wie das Salz in die Suppe. Die Rede ist natürlich von einer Vario-Sattelstütze, die ein Plus an Fahrsicherheit (optimale Sattelhöhe bei verschiedenen Gegebenheiten) und Komfort (Anpassung der Sattelhöhe während der Fahrt) bedeutet. Der zum Teil immer noch sehr hohe Anschaffungspreis schreckt viele Biker allerdings vor einem Kauf ab. Nicht nur bei den Freunden des überschaubaren Preises haben sich die Komponenten von Procraft einen Namen gemacht. Procraft bietet mit der H-Lifter eine höhenverstellbare Sattelstütze an, die eine Höhenverstellung von bis zu 95 Millimeter verspricht.

Procraft hält es mit der H-Lifter ähnlich wie damals Henry Ford bei der Tin Lizzie – die Auswahl beschränkt sich genau auf eine Ausführung! Bei der Procraft H-Lifter Sattelstütze bedeutet das genau: Der Durchmesser beträgt 31,6 mm und die lieferbare Farbe beschränkt sich natürlich auf schwarz. Ohne wenn und aber! Wer bzw. welches Bike mit diesen Parametern kompatibel ist, darf sich an einer Sattelstütze erfreuen, die einen Verstellbereich von 95 mm bietet – und das bei einem Preis von 139,90 Euro. Vor dem Einbau gilt der erste prüfende Blick selbstverständlich der Waage: 670 Gramm! Kein Leichtgewicht, aber noch okay!

Optisch kann die Verarbeitung überzeugen, obwohl uns die Machart und Optik der Sattelstütze sehr an andere auf dem Markt erhältliche konkurrierende Sattelstützen erinnert. Der maximale Einschub der Sattelstütze in das Sattelrohr liegt bei 230 mm und die maximale Sattelstützenlänge beträgt 400 mm. Die Bedienung ist denkbar einfach. Mit einem Griff unter den Sattel lässt sich die Sattelhöhe bequem und unkompliziert einstellen. Sicherlich verspricht eine Fernbedienung am Lenker mehr Komfort und Sicherheit, da man nicht die Hand vom Lenker nehmen muss um die Sattelstütze zu bedienen, allerdings kann auch die Handhabe der Procraft H-Lifter überzeugen.

Die Montage des Sattels ist schnell erledigt, da die Sattelklemmung nur eine Schraube aufweist. Die Kreisbahn der Sattelklemme ermöglicht eine stufenlose Einstellung des Sattel-Neigungswinkels. Durch die fehlende Verzahnung kann der Sattel allerdings auch leichter verrutschen. Bauartbedingt lässt sich die Sattelstütze natürlich nicht kürzen. Durch die pneumatische Federung lässt sich der Sattel ohne großen Druck absenken. Das Ausfahren des Sattels ist gedämpft, womit einem schmerzhafte Erfahrungen im Bereich des Unterleibs erspart bleiben. Fixiert wird die Sattelstütze übrigens hydraulisch – in jeder gewünschten Höhe.

In der Praxis weiß die Procraft H-Lifter absolut zu überzeugen. Die Absenkung von 95 mm reicht für den Bereich Allmountain und Enduro zum größten Teil aus, wobei persönliche Vorlieben natürlich auch eine große Rolle spielen. Die Verarbeitung zeigt sich nicht nur optisch gut – wir konnten keine Auffälligkeiten feststellen. Auch nach dem Test konnten wir kein Spiel an der Procraft H-Lifter ausmachen. Die unkomplizierte Handhabe weiß ebenso zu überzeugen wie die Funktion. Der Griff unter dem Sattel wird schnell zur Routine. Der Nachteil der Procraft H-Lifter ist die alleinige Verfügbarkeit des Durchmessers von 31,6 mm. Damit ist der Kreis der Interessenten natürlich leider schon eingeschränkt.

Preis: 139,90 Euro

Rose Beef Cake FR-8 – Der Bestseller im Test

Tests von Rose Bikes haben bei uns auf der Fraktur mittlerweile Tradition. Bereits mit der ersten Serie konnte uns der Versandhandel aus Bocholt mit seinen neu geschaffenen Bikes begeistern. Während in früheren Zeiten mit den Red Bull Mountainbikes nicht unbedingt die Spaßfraktion zu der anvisierten Käuferschicht gehörte, hat sich das mit den Rose Bikes deutlich geändert. Die Palette der Rose Bikes wurde in den Jahren enorm erweitert und auch die Bestseller werden permanent weiterentwickelt. Zu diesen Bestsellern gehört zweifellos das Rose Beef Cake, welches uns als FR-8 des Modelljahres 2012 zur Verfügung stand.

Die Komponentenliste liest sich wie der Wunschzettel zu Weihnachten für den Weihnachtsmann. Damit dieser auf dem ruppigen Weg zur Erde weder Steine noch Wurzeln zu befürchten hat, stammen der Dämpfer als auch die Gabel von Fox. Bei der Federgabel handelt es sich um eine Fox 36 Talas RC2, die definitiv unsere Augen vor Freude glänzen lässt. Den schluckfreudigen Viergelenker hält ein Fox DHX 5.0 Dämpfer im Zaum. Der Dämpfer als auch die Gabel sind auf den Laufflächen Kashima beschichtet. Das sieht nicht nur verdammt edel aus, sondern es „flutscht“ auch noch besser. Bei Bedarf lässt sich der Federweg des Bikes minimieren. Die Front lässt sich, bequem mit einem Drehknopf, von 180 mm auf 140 mm absenken. Die Reduzierung des Federwegs am Heck von 180 mm auf 165 mm geschieht, mit wenigen Handgriffen, durch eine alternative Dämpferanlenkung.

Zur erstklassig arbeitenden XT-Schaltung muss man wohl ebenfalls keine Worte verlieren, die Gänge sind perfekt abgestuft und lassen sich präzise schalten. Die verbaute FSA Gravity Light DH Kurbel bietet zwei Kettenblätter mit 36 Zähnen und 24 Zähnen. Damit die Kette auch bei harten Aktionen brav auf dem Kettenblatt bleibt, wurde dem Beef Cake FR-8 eine Rose Kettenführung spendiert. Der DT Swiss FR 2050 Laufradsatz rotiert um Steckachsen. Während vorne eine 20 mm Steckachse ihren Dienst versieht, ist am 142 mm breiten Hinterbau eine 12 mm Steckachse verbaut. Für eine erhöhte Steifigkeit ist also gesorgt. Ebenfalls dem Einsatzgebiet entsprechend zeigen sich die Gummis. Der Schwalbe Muddy Mary Freeride in 26×2.5 ist sicherlich nicht die schlechteste Wahl.

Nicht anders verhält sich die Wahl restlichen Komponenten. Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Die Formula The One Scheibenbremsen mit den 203 mm Bremsscheiben, vorne als auch hinten, sind einfach nur „wow“. Was für ein Druckpunkt, was für eine Bremsleistung! Der Blick auf die Waage zeigt 14,8 Kilogramm (Größe S), allerdings ohne Pedalen. Auch in diesem Jahr tendieren wir bei der Wahl der Größe wieder zum kleineren Rahmen. Wir würden tendenziell bei Rose die vorgeschlagene Rahmengröße immer ein wenig tiefer ansiedeln – aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Wenn der Weihnachtsmann das Bike nicht bei euch vorbei bringt, der Postbote kann es für euch auch bei Rose abholen. Schließlich ist bis Weihnachten ja noch etwas hin…

Optisch ist das Rose sehr gelungen. Es ist schwarz wie ein gutes Irish Stout, dazu noch edel in matt gehalten. Die Beschriftung ist ebenfalls schwarz, allerdings glänzend. Nach wie vor verschwinden die Züge und Leitungen im Rahmen, womit für eine aufgeräumte Optik gesorgt ist. Um dem Wandern der Züge entgegenzuwirken, wurden diese fixiert. Das Rose Beef Cake FR-8 wirkt sehr kompakt, diesen Eindruck vermittelt das Bike auch beim Fahren. Die Sitzposition ermöglicht durchaus noch ein anständiges Pedalieren. Das Bike liegt richtig gut in der Hand, womit der erste Ausflug direkt am heimischen Spot angesagt war. Das Beef Cake lässt sich wunderbar in der Luft dirigieren und vermittelt ein sehr sicheres Feeling. Durch das gerade Sattelrohr und dem Sattelschnellspanner lässt sich der Sattel wunderbar absenken und stört somit nicht beim Tricksen.

Auffallend ist der tiefe Schwerpunkt des Bikes. Das Beef Cake liegt unglaublich satt auf dem Trail, egal ob in der waagerechten oder bergab. Das Fahrwerk spricht sensibel an, übermittelt aber immer noch ein gutes Feedback vom Untergrund. Der Viergelenker ist recht progressiv und bietet genügend Reserven. Das ausgeglichene Fahrwerk zeigt auch noch in Grenzsituationen gut beherrschbar. Agil lässt sich der Freerider um Kurven peitschen und durch Anlieger dreschen. Trotz der Stärke auf dem Trail ist erstaunlich, wie gut sich das Bike beschleunigen und pedalierend bei Laune halten lässt. Auch wenn das Beef Cake sicherlich kein Tourenwunder ist, lässt es sich dennoch für Touren „missbrauchen“. Nachteilig ist das tiefe Tretlager allerdings beim Pedalieren auf schmalen Pfaden am Hang und in Kurven.

Das Gesamtkonzept ist einfach stimmig. Das Rose Beef Cake FR-8 ist ein Freerider mit einem enormen Spaßpotential, dafür sorgen neben dem guten Fahrwerk auch die verbauten Komponenten. Billig ist natürlich etwas anderes, immerhin muss man für das gute Stück knapp 2900 Euro auf den Tisch legen – bei den verbauten Komponenten allerdings kein Wunder. Die einzige Auffälligkeit, die uns im Test nicht gefallen hat, konnten wir nach einigen Schlammschlachten ausmachen: Ein Knarzen im Bereich der unteren Dämpferanlenkung. Nach ein wenig Pflege war das Problem allerdings auch schon wieder behoben.

Übrigens: Der Rose Versand bietet die Möglichkeit, dass ihr vor dem Kauf das Bike selber auf Herz und Nieren testet könnt – und das bei euch auf eurem eigenen Trail!

Farbe: Anodized black, pearl-orange/pearl-white
Preis: 2899 Euro

Sigma ROX 8.1 Bikecomputer Test – Kleines Hochleistungspaket im Dauerstress

Speziell an ambitionierte Radsportler richtet sich der Bikecomputer Sigma ROX 8.1. Der kleine Bruder des ROX 9.1 besticht durch allerlei Funktionen, die ein effizienteres Training ermöglichen sollen. Verpackt ist das kleine Hochleistungspaket in ein sehr ansprechendes weißes Gehäuse. Über mehrere Wochen hinweg begleitete uns der ROX 8.1 auf unseren Touren. Was kann das kleine Funktionswunder und wo liegen seine Schwächen?

Zum Lieferumfang des Sigma ROX 8.1 Multifunktionsbikecomputers gehört neben dem eigentlichen Bikecomputer (dem Computerkopf) natürlich die passende Halterung, der Geschwindigkeitssensor und das Befestigungsmaterial. Zusätzlich finden wir einen Trittfrequenzsender, einen Brustgurt sowie den dazu gehörenden R1 Sender. Zum Befestigungsmaterial gehören neben Gummiringen auch Kabelbinder. Selbstverständlich ist, dass die Magnete für die Sender ebenfalls mitgeliefert werden – ohne würde das Ganze ja nicht funktionieren! Die Funktionstasten des ROX 8.1 Bikecomputers sind gut angeordnet, machen einen hochwertigen Eindruck und sind einfach zu bedienen. Lobenswert ist, dass die Funktionstasten eine etwas rauere Oberfläche aufweisen. Die Menüsteuerung ist logisch aufgebaut, aufgrund der vielfältigen Einstellmöglichkeiten und Funktionen sollte man aber nicht den Blick ins Handbuch scheuen.

In dem Manual ist die Funktionsweise und die Einstellung des ROX 8.1 sehr gut beschrieben. Neben einer deutschen Beschreibung findet sich hier auch die Ausführung in englischer, französischer, italienischer und spanischer Sprache. Die Montage des Sigma ROX 8.1 ist denkbar einfach und geht schnell von der Hand – großartige handwerkliche Geschicklichkeit wird nicht verlangt. Die Synchronisierung des/der Sender mit dem Bikecomputer geschieht automatisch und muss nicht extra angestoßen werden. Nach nur wenigen Augenblicken ist der Computer bereits betriebsbereit. Das Display lässt sich sehr gut ablesen, selbst mit der vom Werk aus aufgebrachten Schutzfolie – diese lässt sich natürlich ohne Rückstände entfernen. Die erstmalige Einstellung und Anpassung des Bikecomputers bereitet ebenfalls keine Probleme, wobei ein Blick ins Handbuch sicherlich sehr zu empfehlen ist.

Das Display ist in drei Bereiche unterteilt, die je nach Anforderung die gewünschten Informationen bereit halten. An Informationen fehlt es dem ambitionierten Biker beim Einsatz des Sigma ROX 8.1 sicherlich nicht. So gibt der Bikecomputer Auskunft über die Strecke, Fahrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, max. Höhe, max. Geschwindigkeit, Durchschnittstrittfrequenz, max. Trittfrequenz, Entfaltung (Optimierung des Gangwechsels), durchschnittliche Entfaltung, Höhenmeter bergauf und bergab, Strecke bergauf und bergab, Steigrate, aktuelle Leistung in Watt (berechnet), max. Leistung, % von der max. Herzfrequenz und die Uhrzeit. Zwei Favoriten (A und B) können mit bis zu zehn, frei wählbare Funktionen belegt werden. Wir hatten auf den vielen Kilometern, die wir mit dem ROX runtergespult haben, keinerlei Aussetzer oder gar unsinnige Angaben. Eine Beeinflussung durch Fremdeinwirkung (andere Bikecomputer oder Strommasten) konnten wir ebenfalls nicht feststellen.

Der Brustgurt für die Messung der Herzfrequenz ist aus Textil, welcher nicht nur angenehm zu tragen ist, sondern auch in der Waschmaschine gewaschen werden kann. Regenfahrten können dem ROX nichts anhaben, auch hier konnten wir keine Aussetzer feststellen. Witzig ist der Rechtschreibfehler bei der Einblendung des Radgewichts, welches mit Redgewicht benannt ist. Im Gegensatz zum großen Bruder ROX 9.1 zeichnet der ROX 8.1 keine Logs auf. Ebenfalls verzichten muss man beim „kleinen“ ROX auf die Möglichkeit des Ghost-Race, wo man praktisch gegen sich selber fahren kann. Nachteilig finden wir, dass der ROX nur sieben Touren speichern kann. Die älteste Tour wird dann vom Computer überschrieben. Besonders bei langen mehrtägigen Touren oder bei Etappenfahrten kann das eng werden. Ansonsten gibt es beim Sigma ROX nichts zu kritisieren. Die Funktionen decken fast alles ab, was ein ambitionierter Biker benötigt – für etwas mehr muss man zum ROX 9.1 greifen. Die Verarbeitung ist ebenfalls top!

Optional ist für den ROX eine Docking-Station erhältlich, mit der man den Bikecomputer mit einem PC verbinden kann. Damit ist, neben der übermittlung der gespeicherten Daten vom ROX an den PC, auch die bequeme Einstellung des Bikecomputers vom PC aus möglich. Die Daten werden mit dem Programm Sigma Data Center verwaltet und ausgewertet. Als Betriebssysteme werden die gängigen Windows-Versionen als auch MAC OS unterstützt. Bei uns bereitete die Installation der Version 2.1 unter Windows 7.0 keinerlei Probleme, man sollte sich aber unbedingt an die aufgeführten Installationsschritte halten. Nach Eingabe des Lizense Keys kann das Programm für die unbeschränkte Benutzung aktiviert werden. Mit dem Programm können mehrere Geräte verwaltet werden. Die grafische Oberfläche ist sehr übersichtlich und leicht verständlich aufgebaut. Unterteilt wird zwischen Geräte-Gesamtwerte, Trainingsdaten, Statistik und Geräteeinstellung. Ein wirklich gelungenes Tool zur Optimierung des Trainings!

Flyer X-Serie MTB Deluxe – Der Traum vom Fliegen…

…doch wer fliegen will, muss erstmal laufen lernen. Auch die Geschichte des Flyer verlief nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Bereits 1993 entstand das elektrifizierte Fahrrad „Roter Büffel“ der Firma BKTech. 1995 folgte das Flyer Classic und später auch das New Flyer. Die Bikes sorgten zwar für Aufsehen, konnten aber leider nicht die erforderlichen Stückzahlen erreichen, was letztendlich zum Ende der Firma BKTech führte. Durch die 2001 gegründete Biketec AG konnte das Flyer gerettet werden. Die Entwicklung des Flyer wird seitdem permanent vorangetrieben und im Jahre 2010 erblickte die X-Serie, ein vollgefedertes MTB mit E-Unterstützung, das Licht der Welt. Wir haben uns das Pedelec Flyer X-Serie MTB Deluxe 26″ zur Brust genommen.

Das Gewicht (ohne Pedalen) beträgt für das „nackte“ Flyer in der Größe S knapp über 23 Kilogramm. Inbegriffen sind das montierte ABUS Hinterradschloss und der Seitenständer. Beide Teile haben wir noch vor der ersten Testfahrt demontiert. Auch wenn diese beiden Komponenten sicherlich Vorteile mit sich bringen, wollen wir als Mountainbiker so etwas eigentlich nicht am Bike sehen. Das hat nicht nur optische Gründe. Das Schloss ist sehr schwer und drückt unnötig auf die Waage und der Seitenständer kann in machen Fahrsituationen störend sein. Das kurze Schutzblech haben wir zum Schutz des Akkus allerdings am Rad belassen – auch wenn es uns nicht wirklich gefällt.

Von Werk aus rollt das Bike auf Schwalbe Marathon Reifen. Eine Reifenwahl, die wir für den Einsatz des Mountainbikes im Gelände auch nicht ganz nachvollziehen können. Wir haben mit dem Maxxis Ardent in der Größe 26×2.25 einen guten Allrounder montiert. Der Rahmen ist für MTB Reifen ausreichend dimensioniert.Tourenfahrer werden die ergonomischen Lenkergriffe begrüßen, die ein langes Touren ohne einschlafende Hände ermöglichen. An der Front versieht eine Rock Shox Recon Gold ihren Dienst. Für die Verzögerung verbauen die Schweizer am Flyer die XT-Bremsen des japanischen Herstellers Shimano. Auch bei der Schaltung vertrauen die Schweizer der XT-Gruppe. Die zehn Gänge lassen sich knackig und präzise schalten.

Der Viergelenker bietet 100 mm Federweg und wird bei seiner Arbeit von einem Rock Shox Ario Dämpfer unterstützt. Die Gabel als auch der Dämpfer lassen sich hervorragend und einfach an den Fahrer bzw. die Gegebenheiten anpassen, eine Dämpferpumpe ist hier natürlich Voraussetzung. Hier gilt das Optimum zwischen einem sensibel ansprechenden Fahrwerk und einem Schutz vor dem Durchschlagen des Dämpfers zu ermitteln. Der Dämpfer als auch die Federgabel lassen sich blockieren, die Gabel sogar bequem vom Lenker aus. Wir haben im Laufe des Tests, wegen einer besseren Lenkkontrolle, den original verbauten Lenker gegen einen etwas breiteren Lenker ausgetauscht.

Das theoretische Achsgewicht verteilt sich netto, das heißt ohne Fahrer, etwa zu 56% auf das Hinterrad und zu 44% auf das Vorderrad. Der 36 Volt Akku mit einer Leistung von den üblichen 250 Watt sitzt zwischen dem Sattelrohr und dem Hinterrad. Die Positionierung des Akkus hat zur Folge, dass das Bike eine sehr langen Kettenstrebe, bei einem vergleichsweise steilen Lenkwinkel, aufweist. Die Sitzposition auf dem Flyer ermöglicht sportliches Fahren als auch langes Touren. Besonders auf langen Touren ist man für den bequemen Sattel sehr dankbar. Die mitgelieferten Pedale bieten einen guten Halt und sind auch als Klickpedale einsetzbar. Lobenswert ist die Verwendung einer Sattelklemme mit Schnellspanner.

Die Konsole ist leicht bedienbar und zeigt zuverlässig den Ladestand des Akkus an – Ausreißer konnten wir nicht feststellen. Neben den allgemeinen Tachofunktionen, wie beispielsweise die Anzeige der Tageskilometer und Gesamtkilometer, wird auf dem gut ablesbaren Display auch der aktuelle Energieverbrauch angezeigt. Was uns fehlt ist eine schnöde Uhr und die Anzeige der Kurbelumdrehungen. Die verschiedenen Unterstützungsstufen lassen sich unkompliziert mit den Up- und Down-Tasten aktivieren. Die Hand vom Lenkergriff zu nehmen ist hierfür nicht erforderlich. So muss es sein!

Das Flyer bietet drei Unterstützungsstufen: Eco mit 50%, Standard mit 120% und High mit 200%. Von Werk aus ist eine Schiebehilfe montiert. Leider bietet das Flyer keine Rekuperation, also das Aufladen des Akkus während des Fahrens, an. Die überflüssige Energie verpufft somit leider an der Bremse. Der Akku des Bikes ist nach knapp über drei Stunden komplett aufgeladen, was schon recht zügig ist. Nicht ganz überzeugend finden wir die Ausmaße der Ladestation. Der riesige Kasten ist für den mobilen Einsatz nicht unbedingt empfehlenswert. Schön wäre ein smartes Ladeteil wie beispielsweise beim Laptop.

Der Hinterbau arbeitet sehr sauber und sensibel, obwohl die optimale Einstellung des Dämpfers bei verschiedenen Gegebenheiten eine Gratwanderung ist. Um ein Durchschlagen des Dämpfers zu verhindern, wird man meistens etwas straffer unterwegs sein. Dennoch vermag der Hinterbau zu überzeugen und ruppige Wege werden weitgehendst glattgebügelt. Das Bike lässt sich gut handeln, wobei die Front etwas direkter zur Sache geht als der Hinterbau. Das Flyer agiert als Gesamtpaket, durch die lange Kettenstrebe und das Gewicht, etwas träger als ein herkömmliches MTB. Das leichte Surren des E-Motors ist zwar wahrnehmbar, aber keinesfalls aufdringlich. Selbst bei hohem Tempo vermittelt das Flyer ein sicheres und sattes Fahrgefühl.

Der Mittelmotor schiebt das Bike kräftig nach vorne, was besonders bei höherem Tempo auffällt. Schon der leichte Druck auf die Pedale im Stand weckt den Motor aus dem Schlaf – er will arbeiten! Die Beschleunigung am Start könnte unseres Erachtens, besonders mit der höchsten Unterstützungsstufe, allerdings etwas aggressiver sein. Sobald das Flyer Fahrt aufgenommen hat, gibt es kein Erbarmen mit den anderen Verkehrsteilnehmern. Bis in den 30er km/h Bereich schiebt der Panasonic Motor das Bike, als auch den Fahrer, vehement nach vorne. In der höchsten Unterstützung mit 200% und ein wenig Krafteinsatz sind auch Geschwindigkeiten um die 38 km/h möglich – und das ohne Probleme. Das reicht aus, um bei uns in der Stadt, im morgendlichen Berufsverkehr, gut mit den Autos Schritt halten zu können.

Der Schub bleibt über den gesamten Bereich gutmütig und stellt selbst unerfahrene Pedelecfahrer nicht vor Schwierigkeiten. Auch bei rasanten Fahrten können das Fahrwerk und die gut dosierbaren Bremsen überzeugen. Nicht nur in Kurven und bei hohem Tempo macht das Flyer eine sehr gute Figur, auch kleinere Kanten und Sprünge sind ohne Probleme möglich: Das Bike bleibt in der Luft ausgeglichen, wenngleich auch etwas träge. Sehr positiv wirkt sich der Mittelmotor, verglichen mit einem Hinterradnabenmotor, hier auf das Fahrwerk aus. Absolut überzeugend zeigt sich das Flyer auf schmalen Trails mit engen Kehren steil bergan. Unglaublich, wie sich das Bike auf und in den Trail fest beißt – der gutmütige Vortrieb sorgt mit dem Fahrwerk für erstklassige Klettereigenschaften.

Die Reichweite des Akkus reicht im Modus Standard, im Flachland ohne nennenswerte Steigungen, für knapp 50 Kilometer. Dazu kommt noch die Reserve von etwa 10% – was mit einem Blinken des letzten Balkens angezeigt wird. Mit der Unterstützungsstufe Eco sind über 70 Kilometer im Flachland möglich, ehe das System die Reserve anzeigt. Bei Fahrten mit Steigungen bzw. mit der höchsten Unterstützungsstufe minimieren sich natürlich die möglichen Kilometer. Dann heißt es entweder per Muskelkraft weiterfahren oder den Akku laden. Leider ist das Laden des Akkus nicht am Bike möglich. Schön gelöst ist dagegen der gemeinsame Schlüssel zur Akkuentnahme und dem verbauten Hinterradschloss, welches wir, wie bereits erwähnt, demontiert haben.

Die Verarbeitung des Bikes gibt keinen Grund zur Kritik. Die Bremsleitung für die Hinterradbremse, der Schaltzug als auch die Leitungen für die Elektronik laufen komplett durch das Unterrohr – eine sehr saubere und aufgeräumte Lösung. Die durch den Kettenschutz versteckte Kettenspannung funktioniert ohne Probleme. Wir hatten während des Fahrens keinen Kettenabwurf, auch nicht im ruppigen Gelände. Sollte beim Tragen des Bikes ohne verbautes Hinterrad – durch die fehlende Kettenspannung – dennoch die Kette neben das Kettenblatt fallen, lässt sich der Kettenschutz mit einer Schraube lösen. Anders kommt man in diesem Bereich nicht an die Kette. Das Gleiche gilt auch für die Reinigung der Kettenspannung.

Mit leichten Modifikationen ist das Flyer X-Serie MTB Deluxe im Bereich XC und AM ein absolute Spaßgranate! Durch die gleichmäßige Kraftentfaltung ist das Flyer auch für ungeübte Pedelecfahrer oder Anfänger sehr gut geeignet. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit sollte aber – eigentlich selbstredend – dem persönlichen Können und den Gegebenheiten angepasst werden. Die verbauten Komponenten wurden, der Klasse des Bikes entsprechend, sinnvoll ausgewählt. Für den Kaufpreis von knapp 4400 Euro, der sicherlich zur Zeit gerechtfertigt ist, erhält man aber auch schon einen gebrauchten Kleinwagen.

Erhältliche Farbe: Silber (Alu gebürstet), schwarz und perlweiß
Erhältliche Größen: S (46,5 cm) ,M (50 cm) und L (55 cm)
Preis: 4390 Euro

Univega Alpina HT-E70 – Das Mountain-Pedelec im Test

Der Aufwärtstrend der Fahrräder mit eingebautem Rückenwind scheint nicht abreißen zu wollen. Egal ob Tourer oder Trekkingrad, E-Bikes und Pedelecs sind beliebter denn je. Eine bestimmte Gruppe Radfahrer wehrt sich aber immer noch! Wer mit einem E-MTB unterwegs ist, stößt bei Mountainbikern nach wie vor auf Unverständnis und skeptische Blicke. Mit dem Univega Alpina HT-E70 hatten wir solch ein E-MTB, genauer gesagt ein Mountain-Pedelec, im Test.

Abgesehen von dem mächtigen Akku, der Bedienkonsole, dem Kabelbaum und dem voluminösen Hinterradnabenmotor, handelt es sich bei dem Univega – nicht nur optisch – um ein normales Mountainbike Hardtail mit Diamantrahmen. Der Rahmen ist solide verarbeitet und zeigt sich modisch in schwarz matt. Die grünen Absetzungen am Rahmen und den Anbauteilen sorgen für ein sportliches Erscheinungsbild. Auch der Akku passt sich farblich harmonisch in das stimmige Gesamtbild ein.

An der Front versieht eine Rock Shox Recon Gold RL mit 100 mm Federweg ihren Dienst. Das Blockieren der Gabel geschieht bequem vom Lenker aus. Die Schalthebel entstammen Shimanos SLX Serie, während das Schaltwerk aus der höherwertigen XT Serie stammt. Die Kurbelgarnitur ist ebenfalls der XT-Serie entnommen. Lenker, Vorbau, Sattelstütze sowie Sattel sind von Concept und optisch perfekt auf das Bike abgestimmt.

Interessant ist die Wahl der Reifen an unserem Testbike: Vorne rollt das Pedelec auf Schwalbes Nobby Nic 2.25, hinten dagegen auf Schwalbes Racing Ralph 2.25. Das Plus an Grip an der Front macht sich definitiv bemerkbar. Um Kosten zu sparen verbauen Hersteller gerne preiswerte Naben. Univega lässt sich nichts zu Schulden kommen und spendiert dem Alpina HT-E70 eine Shimano XT Vorderradnabe. Die mitgelieferten Sport-Pedalen haben wir allerdings direkt gegen Plattformpedalen getauscht.

Für die elektische Power sorgt ein BionX PL250G2 Hinterradnabenmotor. Energielieferant ist der auf dem Unterrohr angebrachte 48 Volt Li-Ion Akku mit 6,6Ah/316Wh. In Zaum gehalten wird das schwarze Rädchen von der speziellen E-Bike-Bremse Auriga E-Sub mit Rekuperationsschalter. So ausgestattet bringt das Pedelec, für das man knapp 2700 Euro auf die Ladentheke legen muss, in der Größe 44 etwa 20,7 Kilogramm auf die Waage. Den klappernden Akku haben wir mit einem untergelegten Stück Fahrradschlauch erstmal dingfest gemacht.

Am Testbike war die Bremsstärke der Motorbremse (Rekuperationsstärke) zu hoch eingestellt. Das Bike neigte beim Bremsen in Kurven, durch die danach zeitlich leicht versetzt einsetzende Motorbremse, zum Abkippen. Kein Drama, da sich die Rekuperationsstärke einstellen lässt. Das geschieht, wie auch das Einstellen der Uhrzeit oder des Radumfangs, durch Programmierung mittels der LCD Bedienkonsole.

Die LCD Bedienkonsole dient nicht nur zur Steuerung des BionX Systems, sondern gibt beispielsweise auch Auskunft über die Geschwindigkeit, die gefahrenen Kilometer und die Uhrzeit. Ohne große Erläuterungen finden sich selbst Technikverweigerer auf dem gut ablesbaren Display sofort zurecht. Die Bedienkonsole ist leicht bedienbar nah am Lenkergriff angebracht. So lässt sich bequem vierstufig bis zu 300% Unterstützung mobilisieren! Ein Wert, der nicht nur auf dem Papier überzeugt!

Aufladen lässt sich der Akku mit dem mitgelieferten Netzteil. Der Akku kann am Bike als auch separat geladen werden. Gegen Langfinger ist der Akku am Bike mit einem Schloss gesichert. Eine weitere Möglichkeit zum Laden des Akkus besteht durch Aktivierung des Generatormodus an der Bedienkonsole – auch hier ist vierstufig einstellbar, wieviel Muskelkraft in den Akku fließen soll. Die Bremse führt bei Betätigung dem Akku ebenfalls Energie zu.

Die Sitzposition des HT-E70 ist sportlich ausgelegt. Das Bike rollt auch ohne Unterstützung leichtfüßig, nur der Antritt gestaltet sich ohne Unterstützung durch die Masse etwas zäh. Was soll’s, Unterstützung einschalten und ab geht die Post! Etwas gewöhnungsbedürftig ist der zeitlich leicht versetzt einsetzende Schub des BionX Motors. Der Schub, den der Hinterradnabenmotor von BionX entwickelt, ist wahrlich beeindruckend.

Egal ob es heftig von vorne stürmt oder die Heidi auf der Alm zum Gipfelsturm motiviert, es scheint kein Berg zu steil und kein Berg zu hoch zu sein. Auf sehr steilen Rampen hat man eher das Problem, dass die Nase des Bikes steigt oder das Hinterrad, zum Beispiel auf Wiesenauffahrten, durchdreht. Hier könnte man natürlich auch hinten noch den Nobby Nic aufziehen. Die Motorbremse sorgt, je nach Rekuperationsstärke, für eine mächtige Bremswirkung.

Das fällt vor allem dann auf, wenn man die Bremsstärke der Motorbremse bewusst stark verringert. Die Auriga E-Sub Bremse könnte in unseren Augen etwas kraftvoller zur Sache gehen, verrichtet ihre Arbeit aber ansonsten makellos. Bauartbedingt bzw. dem Gesetz verpflichtend schaltet sich die Unterstützung bei etwa 25 km/h ab. Wer schneller unterwegs sein möchte, muss das mit 100% Muskelkraft bewerkstelligen. Der Nachteil ist das im Vergleich zu einem normalen MTB höhere Gewicht des Pedelecs.

Perfekt abgestimmt bereitet das Univega HT-E70 mächtig Spaß. Forst- und Feldwege werden zur Spielwiese für das Bike. Besonders die Beschleunigung aus Kurven lässt die Moral der nicht motorisierten Biker schnell sinken. Das ändert sich auch nicht bei Passagen bergan. Während andere schnaufend Meter für Meter zurücklegen, radelt man entspannt bergan – und das meistens auch noch schneller! Mit dem kräftigen Akku kann man so die anderen Biker eine ganze Weile auf Trab halten!

Bei schnellen Lastwechsel auf kurvenreichen Pisten agiert das Univega etwas träge. Das hohe Gewicht des hinteren Laufrades mit knapp sieben Kilogramm lässt das Bike auf ruppigen Passagen bergab etwas rüder zur Sache gehen als gewohnt. Ähnlich verhält es sich bei Kanten und Sprüngen. Das Mehrgewicht des hinteren Laufrades ist hier ein großer Nachteil. Ein Nachteil, welcher natürlich auch bei Tragepassagen – wie beim AlpenX – zum Tragen kommt.

Die Frage der Reichweite des Bikes lässt sich nicht so einfach beantworten, da diese von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Wie ist das Gelände, wieviel Energie muss der Akku dem System zuführen? Grob könnte man sagen, dass im Flachland – ohne nennenswerte Steigungen – Tagestouren durchaus möglich sind, im Bergischen könnte das aber, stark abhängig von der körperlichen Verfassung des Fahrers, sehr eng werden. Drei Stunden muss man für das Laden des Akkus schon einrechnen.

Sollte keine Ladestation oder ein zweiter Akku verfügbar sein, lässt sich das Univega HT-E70 natürlich auch mit purer Muskelkraft fortbewegen. Die Schaltvorgänge sind sauber und exakt und auch die Federgabel versieht unauffällig ihren Dienst – da gibt es nichts zu Meckern. Meckern müssen wir allerdings über den Sattel. Der sieht optisch zwar fesch aus, aber bei längeren Touren zeigt sich der Sattel doch sehr unbequem.

Mit dem Univega HT-E70 bekommt der Käufer ein gutes und solide aufgebautes Mountainbike. Besonders bei MTB-Touren mit ständigem Auf und Ab spielt das Univega seine Trümpfe voll aus. Das Univega HT-E70 ist auf jeden Fall eine Bereicherung im Bereich MTB, da es selbst weniger trainierten Fahrern Touren mit einem anspruchsvollen Höhenprofil ermöglicht. Den Stärken des Bikes stehen aber auch, wie so oft im Leben, Schwächen gegenüber.

Farbe: Magicblack matt
Größen: 44, 48 und 52
Preis: 2699,99 Euro