Cratoni Interceptor – Der legendäre Fullfacehelm im Test

Den Cratoni Interceptor gibt es schon eine Ewigkeit – zumindest gefühlt. Ständige Weiterentwicklung in Bezug auf Materialien, Passform, Sicherheit, Komfort und Gewicht haben zu dem geführt, was uns jetzt zum Test zur Verfügung stand. Neben dem bei uns im Test befindlichen Helm in mattem White-Black ist der Interceptor auch noch invertiert in mattem Black-White erhältlich. Die Helmform knüpft mit dem kantigen Erscheinungsbild an alte Traditionen an.

Wie immer gefällt der Interceptor durch sein zeitloses Design! Um diesen Helm sein Eigen nennen zu dürfen muss man 150 Euro berappen – dafür bekommt man den Helm, einen sehr edlen silbernen Helmsack, Ersatzpads zur Größenregulierung und 5 Cent zurück. Einige Leser werden jetzt sicherlich die Hände über den Kopf zusammenschlagen, aber man muss sich schon vor Augen halten, was man dafür bekommt. Beim Interceptor handelt es sich nicht um einen Helm mit einer stinknormalen Kunststoffschale, sondern um einen Helm aus handlaminiertem Carbon-Glasfaser!

Der Blick auf die Waage zeigt bei uns ziemlich genau 990 Gramm. Das ist zwar etwas mehr Gewicht als Cratoni selber angibt, aber bei einem Gewicht von unter einem Kilogramm darf sich der Helm im Bereich DH Fullface dennoch als Leichtgewicht bezeichnen. Der Vorteil gegenüber einem schwereren Helm liegt klar auf der Hand: Weniger Kräfte die auf Nacken und Hals wirken – nicht nur zum entspannteren Fahren wichtig, sondern auch im Falle eines Sturzes ein nicht unwesentlicher Vorteil!

Wir sind den Helm beim Downhill und BMX gefahren. Das Einsatzgebiet des Interceptor lässt sich einfach bestimmen: Alles was mit dem Mountainbike bzw. BMX zu tun hat und wobei man sich erbärmlich verletzen kann. Neben der Sicherheit bietet der Interceptor einen ausgezeichneten Tragekomfort. Das Innenfutter ist angenehm zur Haut, auch bei schweißtreibenden Aktionen. Der Helm sitzt wie angegossen, egal wie ruppig es auf dem Trail ist. Das Sichtfeld ist ebenfalls ausgezeichnet und das Tragen von Brillen, sei es MX-Brille oder normale Brille, bereitete uns keinerlei Probleme.

Für Frischluft sorgen zehn Belüftungslöcher, vier davon sind alleine schon im Kinnschutz untergebracht. Die im Kinnschutz integrierte Belüftung ist erstklassig, die Frischluftzufuhr im Bereich des Deckhaares erwartungsgemäß eher „knapp“ bemessen. Cratoni hat alle Belüftungslöcher, auch die im Bereich des Hinterkopfes, mit Metallgittern versehen. Diese sorgen dafür, dass der Fahrer sorgfältig gesiebte Luft zugeführt bekommt. So kommt Luft rein, unerwünschte Haustiere bleiben aber draußen!

Die Geräuschkulisse ist gut, dafür sorgt die Aussparung des Innenfutters im Bereich der Ohren. Das Helmschild ist mit vier Schrauben fixiert und lässt sich stufenlos verstellen. Mit dem Verschlusssystem können wir uns dagegen nicht wirklich anfreunden. Auch wenn das System gut funktioniert, sehr solide und sicher ist, aber die Handhabe mit dickeren Fingern oder mit Handschuhen ist eher etwas grenzwertig. Eine Sache sehen wir am Interceptor allerdings gar nicht gerne: Die sehr spitzen Enden des Helmschilds – auch wenn diese nach hinten zeigen.

Fazit Cratoni Interceptor

Kurz nach der Jahrtausendwende schon eine Hausnummer und dank der permanenten Weiterentwicklung immer noch absolut top! Der Cratoni Interceptor vereint alle positiven Eigenschaften, die man von einem modernen DH und BMX Helm erwartet! Die Sicherheit, der gute Tragekomfort, die tolle Optik und die sehr gute Verarbeitung – nimmt man jetzt noch das Material Carbon-Glasfaser hinzu, ist der Preis wirklich gerechtfertigt. Einzig das Verschlusssystem ist nicht so ganz unser Ding!

Preis: 149,95 Euro

Redaktion
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