Bikepark Beerfelden – Freeriden im Odenwald

Einen gewissen Sinn für skurrilen Humor kann man den Beerfeldern nicht abstreiten. Dies mussten wir am eigenen Leibe bei einem Besuch des Örtchens Beerfelden im Odenwald erleben. Selbst im Biergarten treiben die Wirte Schabernack mit ihren Gästen. Immerhin kann man in Beerfelden auch eine „Sehenswürdigkeit“ bestaunen, den aus dem Mittelalter stammenden Galgen. Doch auch dies konnte uns nicht abschrecken und so nahmen wir unerschrocken den Bikepark Beerfelden unter die Stollen.

Die erste Überraschung erwartet den Biker mit dem Shuttleservice. Kein Schlepplift bringt den Biker auf den Berg, sondern ein Shuttlebus. Das erinnert ein wenig an Downhillracing in deutschen Landen. Für nur 13 Euro kann man den ganzen Tag, entspannt und relativ schnell, shutteln. Zumindest fast den ganzen Tag. Die letzte Abfahrt, die wir geplant hatten, fiel leider aus, weil der Shuttlefahrer auf einmal weg war. Nun gut, wir sind nicht nachtragend!!! Die zweite Überraschung sind die von uns erwarteten Northshores. Wer meint, er könne über viele Meter Hühnerleiter shreddern, wird enttäuscht sein. Lediglich ein nur wenige Meter langer Northshore und einige Northshorekicker locken hier den Biker. Der Northshore bzw. die Kicker sind mit den beiden Strecken, einem Singletrail und einem Freeride, gekoppelt. Diese können nach Lust und Laune mit den Strecken kombiniert werden, oder auch nicht.

Der Singletrail, als leicht ausgewiesen, erweist sich ruppiger als erwartet. Nette Wurzeln warten hier auf die erschreckten Anfänger. Hehehe. Es muss ein Genuss sein, diesen Trail bei Nässe zu fahren. Kanten und Sprünge sind auf dem Singletrail nicht zu finden. Hierfür bietet sich der Freeride an. Auch dieser kann mit einer schönen Streckenführung und einem hohen Spaßfaktor überzeugen, ohne jedoch besonders spektakulär zu sein. Der softe Waldboden mit den Wurzeln und Sprüngen ist spaßig, ausgeprägte Wurzelpassagen finden sich aber leider auch hier nicht. Genauso vermissen wir Steinfelder. Beide Strecken sind etwa 1 Kilometer lang und bieten etwa 90 Höhenmeter. Gute Nachricht: Es ist eine dritte Strecke, die verschärft sein soll, in Bau. Man darf gespannt sein.

Ein Fahrer, den wir trafen, äußerte sich zum Thema Northshores. Es habe Tatsache mal einige Northshores gegeben, die aber wieder abgerissen werden mussten. Die Überreste sieht man tatsächlich noch am Rand liegen. Schade eigentlich…

Fazit:

Für einen Bikepark zur Zeit leider zu wenig Spielmöglichkeiten. Die vorhandenen Trails bringen Fahrspaß, aber man vermisst die Vielfalt. Vorteil ist hier der Shuttleservice, gleich ob Schlepplift oder Shuttlebus, zu einem sehr fairen Kurs.

Mehr Infos unter www.bikepark-beerfelden.de

Sprungsucht auf dem Flugfeld – Dirtpark Remscheid

Mit einem verschmitzten Lächeln erklärt uns „Peda“, einer der Fahrer des Teams Sprungsucht aus Remscheid, den Werdegang des Dirtparks. Eigentlich aus einer Stratftat und einer Anzeige resultierend, nahm der illegale Streckenbau in Remscheid eine unglaubliche Kehrtwende. Viel Eigeninitiative der Biker und das Bereitstellen eines Grundstücks sowie von Werkzeug durch die Stadt Remscheid ließ einen Dirtspot entstehen, wie er offizieller nicht mehr sein kann: Das „Flugfeld“…

Die Anzeige gegen die Biker wurde fallengelassen, durch Sponsorengelder konnte für eine Woche ein Bagger gemietet werden und eine Baufirma spendierte das notwendige Erdreich. Seitdem ist viel geschehen und viel passiert. Nicht immer lief alles nach Plan, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Brüderlich wurde ein verwildeter Fußballplatz geteilt, die eine Hälfte für die Soccer, die andere Hälfte für die Biker. Knapp 45 x 45 Meter beherbergen jetzt mehrere Lines, wobei sogar ein Wallride als Abschluss dienen kann.

Die unterschiedlichen Charaktere der Lines und die verschiedenen Größen bieten für jeden Sprungsüchtigen die passende Line. So finden sich hier Lines mit Tables, Doubles, Stepjumps und die eine oder andere Möglichkeit für Transferjumps. Gestartet wird auf einer Erhöhung, die man bequem über eine Holztreppe erreichen kann. Die offizielle Eröffnung der „BMX-Radsportanlage“, wie es so schön in Beamtendeutsch heißt, fand am 27. Mai 2006 statt. Einem Besuch des Dirtparks „Flugfeld“ steht also nichts im Wege 🙂

Der Dirtpark in Remscheid ist ein Vorzeigeprojekt der Extraklasse. Aber Vorsicht, nicht immer verlaufen die illegalen Buddeleien so glimpflich. Also besser vorher(!) die Lage abchecken! Zu finden ist das Flugfeld im Remscheider Norden am Holz. Eine Anfahrtsskizze und die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln findet ihr auf der Webseite des Teams Sprungsucht. Mehr Infos unter www.sprungsucht.de

Bikepark Hombruch in Dortmund – BikerX, Dual und Dirten im Pott

Das am 25. Mai 2006 angesetzte Opening des Bikeparks Hombruch in Dortmund fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Der langanhaltende Regen der vorangegangenen Wochen weichte die Strecke zu sehr auf, womit das Opening der Strecke verschoben wurde, um diese zu schonen. Dennoch machte sich die FRAKTUR für euch auf den Weg nach Dortmund, um dem Bikepark Hombruch einen Besuch abzustatten. Was euch dort erwartet, erfahrt ihr hier.

Der Bikepark Hombruch ist definitiv ein Vorzeigeprojekt und ein Aushängeschild für den Mountainbikesport im Ruhrgebiet und zeigt, dass auch in diesen Gefielden ein Ausleben unseres geliebten Hobbies auf legalem Wege möglich ist. Auf dem Gelände, welches die Stadt Dortmund zur Verfügung stellt, wird seit 2002 von Dual- und 4X Racern sowie Dirtern aus dem gesamten Ruhrgebiet emsig gebaut und gebuddelt. Unterstützt wird dieses Projekt vom lokal ansässigen Bikeshop DOUBLEXSTORE.

Der große Startberg mit etwa acht Metern Höhe gibt den Start auf den BikerX bzw. die verkürzte Variante des BikerX frei. Auch der Start zu den verschiedenen Dirtlines beginnt auf diesem Berg. Der BikerX zeichnet sich durch gut geshapte Doubles und Stepjumps in allen erdenklichen Größen aus und erfreut durch eine schöne Streckenführung mit hohen Anliegern. Im Anschluss daran folgt ein zweiter kleinerer Startberg für den Dualslalom. Auch hier erwarten einen schöne Sprünge und flowige Anlieger. Der Streckenuntergrund ist der üblicherweise verwendete Brechsand. Der Zustand der Strecken ist sehr gut und gepflegt.

Die im Bikepark Hombruch vertretenen Dirtlines siedeln sich von der Größe im mittleren bis großen Segment an. Im Gegensatz zum BikerX und dem Dual-Kurs, der auch von Novizen zumindest fahrbar ist, sollten sich blutige Anfänger nicht an den Dirts versuchen. Neben dem Bikepark bietet ein kleiner Skatepark die Möglichkeit, an Rampen sein Können unter Beweis zu stellen.

Die Benutzung des Bikeparks Hombruch ist übrigens kostenfrei. Zu finden ist der Bikepark in Dortmund an der Deutsch-Luxemburger Straße bzw. der Kieferstraße und befindet sich direkt neben dem Hallenbad. Saison ist, sobald es die Witterung zulässt. Aber nicht an diesem besagten 25. Mai 2006 😉 Mehr Infos zum Bikepark Hombruch findet ihr unter www.bikepark-hombruch.de

Cadenet – Dirten und Riden am Rande des Luberon

Zwischen dem Grand Luberon und dem Fluss La Durance liegt die französische Stadt Cadenet mit etwa 4000 Einwohner. Über dem Ort thront das Chateau, welches über Cadenet wacht. Der Charme dieses Städtchens und die günstige Lage in unmittelbarer Nähe zum Grand Luberon, aber auch zu den Chaine des Cotes, machen Cadenet als Unterkunft für Biker zur ersten Wahl. So muss man in Cadenet auch nicht lange suchen, um sich die Zeit mit dem Bike zu versüßen.

Dirtspot:

An der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure bzw. Pertuis befindet sich, knapp ein Kilometer nach dem Ortsausgangschild von Cadenet, ein Dirtspot auf der linken Seite. Über einen Feldweg ist der Spot, der von der Straße zu erkennen ist, erreichbar. Die Dirts sind in einem sehr guten Zustand und dürften sich von der Größe im mittleren Segment einordnen. Für Dirter auf jeden Fall einen Abstecher wert!

Freeride/Downhill:

Auch Freerider und Downhiller kommen in Cadenet nicht zu kurz! Eine schöne Abfahrt bietet sich von der Ruine Castelar, nicht mit dem Chateau zu verwechseln, an. Dieser staubtrockene Downhill bietet fetzige Kurvenkombinationen, Steilstücke auf losem Untergrund, Kanten und Sprünge. Der Downhill startet direkt auf dem höchsten Punkt der Ruine (Grundmauer eines Turmes). Nach einem staubigen Steilstück folgt ein Singletrail durch dichte Nadelbüsche. Prinzipiell muss man sich an den Abzweigungen größtenteils rechts orientieren. Nach mehreren spaßigen Kanten und Kurven folgt man einem Steinweg, wo etwas pedaliert werden muss. Der weitere Verlauf der Abfahrt bedeutet Downhillspaß pur!

Am Hang entlang in Richtung D973 erwarten einen Steinkanten, Steinpassagen, schöne Kurvenkombinationen, Anlieger und kleinere Sprünge. Rechts und links neben der Strecke finden sich weitere Gaps und Kanten. Ziel der Abfahrt ist in der Nähe des oben beschriebenen Dirtspots. Etwa 180 Höhenmeter werden auf dieser Abfahrt vernichtet. Zu finden ist der Downhill relativ leicht. Auf der D973 von Cadenet in Richtung Villelaure nach etwa 1,5 Kilometern links in die Straße mit der Kennzeichnung B.D.50 abbiegen, später der gelben Markierung des Wanderweges folgen. An der Citerne links abbiegen und dem Weg bis zum Castelar auf der linken Seite folgen. Da es keinen Sessellift gibt, ist hier Muskelpower gefragt.

Dirts und Northshores in Puyvert:

Ein weiterer Dirtspot befindet sich in Puyvert, etwa zwei Kilometer von Lourmarin entfernt. Der Spot weist Dirts in allen möglichen Größen auf, weshalb auch weniger versierte Dirter hier Spaß haben können. Zudem liegen überall Paletten und Bretter rum, um sich an die Dirts ranzutasten. Leider befindet sich der Spot in einem relativ schlechten Zustand. Zusätzlich zu den Dirts findet sich ein BMX-Race bzw. Dual-Parcours mit einem Starthügel und mehreren kleineren Sprüngen und Anliegern.

Witzig sind die Northshoreelemente vor Ort, samt Wippe und Gaps. Wer ein bisschen Vertrauen zur französischen Bauweise hat, kann hier recht viel Spaß haben. Zu finden ist der abwechslungsreiche, aber etwas verwilderte Spot in Puyvert an der Avenue de la Graviere. Aber wer weiss, vielleicht ist beim nächsten Besuch schon wieder alles auf Vordermann 🙂

Seraign in Belgien – Une question de temps

Eigentlich erwartet uns in Seraign immer das gleiche Schicksal. Von der Innenstadt aus muss man sich im Grunde nur an den Hochhäusern auf dem Berg orientieren. Doch irgendwie verfehlen wir immer das Ziel. Knapp, aber sicher. Neben der Orientierung an den Hochhäusern sollte man sich zum Sportzentrum an der „Avenue des Puddleurs“ navigieren lassen. Voila. Ein kleiner Weg zum „Square des Marteleurs“ ebnet den Einstieg zu dem uns bekannten Downhill.

Seraign ist für uns eine altbekannte Strecke. Seit einigen Jahren kennen wir schon den Trail in Seraign in der Nähe von Liege (französisch: Liège). Bereits im Jahre 1999 fuhren wir dort einen Lauf zur Belgischen Downhill-Meisterschaft. Da wir seit geraumer Zeit nicht mehr vor Ort waren und sich Strecken im Laufe der Zeit zum Teil enorm verändern, wollten wir wissen, ob auch in Seraign der Zahn der Zeit nagt. Wie hat sich der Trail mit dem freeridelastigen Charakter in den letzten Jahren entwickelt?

Die erste Abfahrt bringt direkt die erste Überraschung. Mehrere Jahre Abstinenz verstrichen ohne große Änderungen der ehemaligen Meisterschaftsstrecke. Die Downhillpiste hat sich im groben, bis auf einen Table am Anfang, nicht verändert und selbst die Streckenführung wurde beibehalten. Somit ist die Strecke, wie gewohnt, sehr flüssig fahrbar und die etwas über 90 Höhenmeter lassen sich aufgrund fehlender Wurzeln und Steinpassagen flott zurücklegen. Die Streckenführung mit den flowigen Kurven auf dem Waldboden kann nach wie vor überzeugen. Gaps und Kanten sucht man in Seraign allerdings vergeblich. Da es sich um normale Wanderwege handelt, kann es natürlich zu Begegnungen mit Wanderern kommen. Die Belgier sehen das allerdings sehr locker und so kann weiter Gas gegeben werden.

Es gibt allerdings auch Neuerungen in Seraign. Neuerungen, die den Abfahrtsspaß in Seraign enorm steigern. Die bestehende Abfahrt lässt sich im oberen Teil wunderbar mit Northshore-Elementen kombinieren. Diese kannten wir bis dato noch nicht. Fleißige Bastler haben in den Wald kleine, aber feine Northshores gebaut, die für Abwechslung sorgen. Gleichfalls Abwechslung bringt der am Sportplatz befindliche BMX bzw. Dualkurs mit mehreren Doubles, Tables und Anliegern. Die BMX-Bahn zeigte sich, anders als in der Vergangenheit, in einem überraschend guten Zustand.

Die angrenzenden Straßen lassen ein Shuttlen mit dem Auto zu…wenn man denn den Weg kennt! Ansonsten lassen sich die etwa 90 Höhenmeter der Abfahrt recht schnell hochschieben bzw. sogar hochfahren. Einen Sessellift oder dergleichen gibt es in Seraign „natürlich“ nicht.

Fazit:

Seraign glänzt nicht mit krassen oder gigantischen Highlights, sondern eher mit den abwechslungsreichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Durch die Kombination dieser Möglichkeiten kann man einen sehr schönen Tag in Seraign verleben. Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten 😉

Bike Park Colorado – „Bonjour, my name is Christian…“

Im März 1998 wurde ein Meilenstein beim Downhill gelegt. Mit über 212 km/h fuhr der sympatische Franzose Christian Taillefer in Vars (Frankreich) einen neuen Weltrekord ein…auf einer vereisten Skipiste. Doch Christian ist nicht nur auf der Suche nach Weltrekorden. Er entwickelt Bikes, richtet Downhilltouren aus und eröffnete Mitte dieses Jahres inmitten der Provence in Frankreich den „Bike Park Colorado“. Grund genug für die FRAKTUR, dem Bikepark bei Villars in der Nähe von Apt persönlich einen Besuch abzustatten. Kaum angekommen, kam uns Christian Taillefer mit freudigem Gesicht entgegengelaufen. „Bonjour, my name is Christian“.

Schnell kommt man mit dem Franzosen ins Gespräch, der uns über die weiteren Pläne des Bikeparks aufklärte. Im Moment sei noch nicht alles fertiggestellt, er selber rechne noch mit etwa zwei Monaten Bauzeit. Dann wird aber alles, was einen Bikepark ausmacht, auch vorhanden sein. Bikeverleih, Bikeshop und Shuttleservice für Downhillfreaks. Dies wollten wir hören, und sahen uns den Bikepark genauer an. Phatte Dirtlines mit Startrampen, kleine Dualstrecken für die weniger geübten Biker und ein phatter BikerX. Das riesige Gelände weist genug Parkplätze für kommende Events aus und läßt auf eine starke Erweiterung, wie zum Beispiel mit NorthShores, hoffen.

Fazit:

Wer der Provence einen Besuch abstattet und in der Nähe von Apt ist, sollte dem „Bike Park Colorado“ einen Besuch abstatten.

Boppard Bikepark – Spot-Check

An Europas größter Rheinschleife läßt es sich gut leben. Die Einwohner der Stadt Boppard, etwa 20 Kilometer von Koblenz entfernt gelegen, werden mit einem herrlichen Blick auf eine geradezu bezaubernde Landschaft verwöhnt. Für den kulinarischen Genuß sorgt der in der Gegend angebaute Wein mit den obligatorischen Weinfesten im Spätsommer. Diese Tatsache lockt sehr viele Touristen in die Stadt, die trotz des starken Tourismus nichts von ihrem Charme eingebüßt hat. Der Blick in die Straßen läßt das Durchschnittsalter der Besucher auf über fünfzig vermuten.

Das könnte und sollte sich in Zukunft ändern. Grund dafür ist der Bikepark Boppard. Mit Erschaffung eines Erlebnisparks für Mountainbiker könnte in Zukunft ein frischer Wind durch Boppards Gassen wehen. Wie schon die Bikeparks im Sauerland zeigen, läßt es sich mit Mountainbiker gut leben. Netter Nebeneffekt für die Stadtherren und die Tourismusbranche ist das Klingeln in der Kasse. Wir haben uns am ersten Septemberwochenende 2005 auf den Weg nach Boppard gemacht, um die aktuelle Lage des Bikeparks abzuchecken.

Der Bikepark ist anhand des ortsansässigen Sessellitftes leicht zu finden. Wer nach Hinweisschildern zum Bikepark sucht, kann lange suchen. Es gibt keine. Auch die Anfrage beim Personal des Sesselliftes, bezüglich Mitnahme der Bikes, sorgt für lange Gesichter. Die Mitnahme der Bikes per Sessellift ist noch nicht bewilligt, da der Bikepark offiziell noch gar nicht eröffnet wurde. Schon im Mai hätte der Park, nach Aussage des Personals, eröffnet werden sollen. Bisher Fehlanzeige. Im Gespräch mit den Locals, den Erbauern der Strecke, zeigte sich leichte Frustration. Das ganze Projekt läuft mittlerweile fast zwei Jahre, die Abnahme der Strecke scheiterte, nach deren Aussage, bisher an Kleinigkeiten.

Tatsächlich zeigt sich bei der Begutachtung der Strecke die professionelle Bauweise der Rampen, Wallrides und Northshores. Wir haben schon offizielle Strecken gesehen, die im Vergleich zu Boppard geradezu aberteuerlich zusammengeschustert wurden und dennoch den Segen bei der Streckenabnahme fanden. Wir konnten in Boppard definitiv keine Mängel feststellen. Die Freeridestrecke, welche etwa 250 Höhenmeter Abfahrtsspaß bietet, ist mit Sinn und Verstand angelegt. Dabei bieten jede Menge Sprünge, Rampen, Wallrides und Anlieger Spaß für Anfänger als auch Pros.

Alle Teilstücke lassen sich umfahren und können daher auch von Novizen, mit entsprechender Vorsicht, unter die Räder genommen werden. Der staubige Untergrund bietet allerdings keinerlei Wurzeln oder Steinpassagen. Die Bezeichnung als Freeridestrecke, mit den zum Teil recht hohen Sprüngen, ist gerechtfertigt. Abseits des Bikeparks verläuft unter dem Sessellift ein steiniger und technisch anspruchsvoller alpiner Wanderweg, der des Downhillers Herz höher schlagen läßt. Da dieser Weg aber eigentlich nicht befahren werden sollte, werden wir hier nicht weiter ins Detail gehen.

Auf dem Berg, am Start des Freerides, können sich auch Dirtjumper heftigst austoben. Mehrere Dirtlines locken die Herren und Damen der Lüfte. Die über drei Meter hohe Startrampe sorgt für den nötigen Speed. Auch die Freerider kommen in den Genuß einer eigenen, etwa drei Meter hohen Startrampe. Man sieht, in diesem Park steckt Geld. Und sehr viel Arbeit. Das Hinhalten der Locals bezüglich einer offiziellen Eröffnung des Parks bedeutet natürlich Frust.
Unglaublich, wenn man sieht, daß der Park eigentlich fertig ist.

Da der Sessellift uns Biker nicht befördern darf, bietet sich eine kleine asphaltierte Straße, die auch mit dem PKW befahren werden darf, zum Shutteln an. Die Straße läßt sich zur Not sogar mit einem DH-Boliden hochkurbeln. Das kostet natürlich Körner, die man eher für die Abfahrt gebrauchen könnte. Im Gespräch mit verschiedenen Bikern mischt sich die Begeisterung für diesen Park mit der Enttäuschung über den fehlenden Biketransport per Sessellift. Eine Tatsache, die sicherlich viele Biker von einem Besuch dieses schönen Bikeparks abhalten wird.

Also ihr Herren Stadträte und Verantwortlichen der Stadt Boppard, gebt den Bikepark, der ohnehin bereits kräftig befahren wird, und die Benutzung des Sesselliftes für den Biketransport, zu angemessenen und realistischen Preisen, offiziell endlich frei!

Fazit:

Sehr geiler Spot zum Austoben! Durchdacht und mit Sinn umgesetzt. Flow garantiert! Einzig die fehlende Transportmöglichkeit des Bikes mit dem Sessellift mindert den Spaß! Wir kommen auf jeden Fall wieder! Mit oder ohne Sessellift!

Anfahrt:
In Boppard am Sessellift der Straße bis zum Kyfhäuser Weg folgen, danach den Kyfhäuser Weg in Richtung Vierseenblick einschlagen. Etwa 1,5 Kilometer Anstieg.

Update Bikepark Boppard 05.10.2006: Sesselliftbetrieb für MTB

Seit Juni 2006 bietet der Bikepark Boppard endlich einen Sesselliftbetrieb auch für uns Biker an. Der Preis für den Transport eines Erwachsenen beträgt für die Tageskarte 20 Euro und für die 10er-Karte 37 Euro. Allerdings sollte man etwas Zeit mitbringen. Die Auffahrt dauert etwa 20 Minuten, dazu kommt natürlich noch die Wartezeit am Lift. Der ist zwar meist nicht überfüllt, aber für Mountainbikes gibt es nicht so viele Haken. Biker mit extremer Höhenangst können sich auf harte Zeiten einrichten! Der Sessellift erreicht eine Höhe von etwa 20 Metern. Der Sesselliftbetrieb läuft bis Ende Oktober. Viel Spaß!