Fuji Jari 1.3: Die neue Gravel Allroundmaschine von Fuji im Test

Wie in jedem Jahr wird auch die Saison 2017 von einem Begriff klar dominiert: In diesem Jahr heißt das Zauberwort Gravel Riding. Die neue Art des Rennradfahrens hat das Fat Bike endgültig aus den Headlines der Szene und Magazine weggefegt. Der US-amerikanische Bikehersteller Fuji entert seinerseits mit der neuen Jari Serie den Gravel Markt – ein Bike, das mit vielen Detaillösungen das Rennradfahren neu definiert. Wir konnten im Test das Fuji Jari 1.3 genauestens abchecken.

Bereits jetzt scheinen vielen Bikern beim Fallen des Wortes Gravel alle Gesichtszüge zu entgleisen. Klar, das Gravel Bike ist omnipräsent – doch da müssen jetzt alle durch! Für die Einen ist es Rennradfahren für Einsteiger, für die Anderen eine Art Cyclocross Bike und für die Nächsten ein Trekkingbike light. Irgendwie haben alle Parteien recht: Das Gravel Bike soll ja auch alle ansprechen – und im Falle des Fuji Jari klappt das sogar verdammt gut!

Im Grunde genommen steht Gravel für Kies und Schotter – Untergründe, die Rennradfahrer eigentlich meiden. Grund hierfür ist neben dem schlechten Rollverhalten das extrem unkomfortable Fahren sowie die ständige Angst um die Reifen. Genau in diese Lücke stoßen die Gravel Bikes hinein. Breitere Reifen, dazu schlauchlos, gewährleisten ein entspanntes Fahren über Kies und Schotter, zudem ist die Pannenanfälligkeit sehr gering. Wie gering, sollte unser Test bestätigen. Standardmäßig rollt das Fuji Jari 1.3 mit Clement X’Plor MSO 700x36c Bereifung, die auf Stan’s NoTubes Radler Laufräder aufgezogen sind.

Das Fuji Jari 1.3 musste sich im Test jegliche Bodenbeschaffenheiten gefallen lassen: Schotter, Asphalt, Feldwege und besonders die in der Eifel dominanten Waldwege sollten zeigen, was in dem Bike steckt. Die sportlich-komfortable Sitzposition und das vergleichsweise lange Steuerrohr erlauben dem Rider sehr weite, entspannte Touren – in diesem Fall also eher Endurance-Rennrad als CX Bike. Erstaunt hat uns das extrem gute Lenkverhalten und die überragende Lenkkontrolle des Fuji Jari.

Der ergonomisch geformte Lenker wirkt optisch zwar etwas gewöhnungsbedürftig, besticht aber mit einer tollen Handhabung. Verschiedene Griffpositionen von aufrecht komfortabel bis geduckt pushend gewährleisten in jeder Situation die ideale Fahrhaltung. Besonders angetan waren wir vom souveränen Fahrverhalten auf ruppigen Waldwegen: Das Jari läuft hier richtig gut! Wir hatten nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl. Den Wechsel zwischen den Untergründen nimmt das Fuji ebenfalls sehr gelassen hin – auf Asphalt lässt es sich geschmeidig wie ein Rennrad peitschen.

Nicht nur die Sitzposition gewährleistet Komfort, sondern auch die speziell geformten Sitzstreben des mehrfach konifizierten Alu-Rahmens. Im Gegensatz zum CX Bike, das eindeutig mehr in Richtung Wettkampf tendiert, wirken die Sitzstreben geradezu filigran. Für eine höhere Seitensteifigkeit spendierte das US-amerikanische Unternehmen mit japanischen Wurzel dem Jari sowohl vorne als auch hinten eine 12 mm Steckachse. Der Vortrieb und das präzise Lenkverhalten sprechen für sich. Fahrstabilität bei hohem Tempo – perfekt!

Im Gegensatz zum Rahmen ist die Gabel aus Carbon gefertigt – hier bedienten sich die Ingenieure der Gabel aus dem CX Bereich. Sowohl das Jari als auch das Cross aus dem Hause Fuji verfügen über die FC440 Full Carbon Gabel. Die intern verlegten Züge sorgen für eine saubere Optik und verhindern lästiges Klappern. An dem knapp unter 10 Kilogramm wiegenden Jari 1.3 kommt die 105 Gruppe einschließlich Scheibenbremse von Shimano zum Einsatz. Über die Zuverlässigkeit und Funktionalität der sehr bewährten Komponentengruppe brauchen wir kaum noch Worte zu verlieren.

Beim Fuji Jari 1.3 lohnt auch ein Blick auf die vielen liebevoll umgesetzten Detaillösungen Ausgelegt für weite Abenteuertouren verfügt das Jari über Low-Profile-Bento-Box Aufnahmen auf dem Oberrohr, drei Flaschenhalter sowie versteckte Schutzblechösen. Beim Tragen in unwegsamen Gelände macht sich das 2 mm dicke Silikonschutzpolster auf der Unterseite des Oberrohrs bezahlt. Wer noch breitere Reifen aufziehen möchte, kann dies beim Jari bis 700x45c bzw. 650x47c realisieren.

Fazit Fuji Jari 1.3

Die neue Gravel Allroundmaschine von Fuji bedeutet Fahrspaß pur! Extrem vielseitig, komfortabel und dennoch äußerst sportlich ist das Jari die perfekte Wahl für alle Radfahrer, die sich nicht auf einen Einsatzbereich festlegen wollen. Genau so stellen wir uns ein Gravel Bike vor! Kurz: Wir sind begeistert!

Produktdetails Fuji Jari 1.3

  • Erhältliche Größen in Deutschland: 52 cm bis 58 cm
  • Farbe: Satin green
  • Preis: 1.999,00 Euro
  • www.fujibikes.eu

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Jari 1.3*

XXS (46cm)

XS (49cm)

S (52cm)

M (54cm)

L (56cm)

XL (58cm)

XXL (61cm)

Seat Tube Center To Top

460

490

520

540

560

580

610

Seat Tube Effective

460

490

520

540

560

580

610

Top Tube Effective

510

525

535

545

560

575

595

Head Tube Length

110

120

140

150

170

190

210

Seat Tube Angle

74.5°

74.5°

74°

73°

73°

72.5°

72.5°

Headtube Angle

70.5

70.5

71

71.5

72

72

72

Chainstay Length

435

435

435

435

435

435

435

Wheelbase

1004

1020

1022

1016

1027

1037

1058

Bottom Bracket Drop

69

69

67

67

67

65

65

Fork Offset

48

48

48

48

48

48

48

Trail

73

73

70

67

64

64

64

Stack

532

541

560

572

592

609

628

Reach

363

375

375

370

379

383

397

Standover

748

767

790

804

824

841

865

Stem

80

80

80

90

90

110

110

Handlebar Width

400

400

400

420

420

440

460

Crank

165

170

170

172.5

172.5

175

175

Wheel Size

700

700

700

700

700

700

700

Seat Post Diameter

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

*Herstellerangaben

Rose Xeon RS-200 Lady: Liebe auf den ersten Blick

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Test: Wow! Als wir das Paket mit meinem ersten (Test-)Rennrad öffnen, bin ich zunächst einmal sprachlos. Was für ein Sahnestückchen! Ein strahlend-schneeweißer Alu-Rahmen mit Carbon-Gabel, ein knallrot glänzendes Lenkerband, dazu der weiß-rote Sattel, schwarz-weiße Laufräder… sehr stylisch, sehr puristisch, sehr sportlich. Ich fühle mich quasi direkt underdressed. Und auch oversized, so filigran wirkt das Rädchen!

Da ich bis dato ausschließlich Erfahrungen auf vergleichsweise bulligen Mountainbikes gesammelt habe, frage ich mich unwillkürlich, wie mich diese schmalen 23er Reifen (die haben ja nicht mal Profil!!) und das federleichte Bike überhaupt zuverlässig tragen sollen. Andersherum ist das jedenfalls kein Problem – mühelos bugsiere ich das nur knapp über 7 kg wiegende Schneewittchen mit einer Hand die Treppen herunter (spätestens nach 2 Etagen hätte mein Bizeps das Mountainbike schon angemault), auf dem Weg zu unserem ersten gemeinsamen Einsatz.

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Die anfänglichen Bedenken lösen sich nicht nur sofort in Luft auf, sondern machen absoluter Begeisterung Platz. Das Rad fliegt geradezu über den Asphalt und ist dabei absolut spursicher. Selbst als ich mich endlich traue, auf steileren Abfahrten laufen zu lassen und ordentlich Tempo gewinne (übrigens nicht nur für meine Verhältnisse), kommen wir nicht mal ansatzweise ins Straucheln. Die 105er Schalt-/Bremshebel von Shimano lassen sich prima auch auf kleine Frauenhände einstellen, so dass ich im wahrsten Sinne des Wortes alles gut im Griff habe. Die Schaltung erfolgt präzise, reibungs- und nahezu geräuschlos. Die Bremsen tun genau das, was sie sollen und lassen sich sehr gut dosieren.

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Dank des auf die weibliche Anatomie zugeschnittenen Sattels kann ich sogar das olle Sitzpolster getrost zuhause lassen. Selbst der heftige Regenschauer ändert nichts an der guten Performance – das knallrote Lenkerband sieht nicht nur fesch aus, sondern bietet auch nass noch genügend Grip. Eigentlich möchte ich das Test-Rennrad gar nicht mehr hergeben. Wieso hab ich das noch nicht früher ausprobiert?!

Fazit

Liebe nicht nur auf den ersten Blick, auch die inneren Werte überzeugen. Großartig!!

Produktdetails

  • Gewicht: 7,2 kg (RH 49 cm/ Farbe anodized-black) ohne Pedale
  • Preis: 1449,00 Euro
  • www.roseversand.de

Fuji Altamira 2.2 – Der Carbon Roadracer im Test

Mit dem Fuji Altamira 2.2 erwartete uns ein schicker Carbon Racer in geschmeidiger Carbon-Optik mit weiß/roten Absetzungen. Das Gewicht des Fuji Altamira 2.2 in der Größe 50 beträgt komplett aufgebaut, allerdings ohne montierte Pedale, 7,7 Kilogramm. Irgendwie fühlt sich das Altamira in der Hand leichter an, doch die Waage lügt nicht. Ein Wert der zwar nicht zu den absoluten Leichtgewichten zuzuordnen ist, aber dennoch als gut angesehen werden kann.

Ausgestattet ist das Altamira mit sehr feinen Komponenten, wobei sicherlich der Shimano Ultegra Di2 Schaltung das Hauptaugenmerk gilt. Zwanzig schaltfreudige Gänge stehen dem Racer zur Verfügung. Bei den Bremsen greift Fuji ebenfalls auf die Ultegra Gruppe zurück. Auf den Oval 327 aero Laufrädern sind die Slickreifen Vittoria Zaffiro Pro Slick in der Dimension 700cx23 aufgezogen. Ebenfalls von Oval stammen die Carbon-Sattelstütze, der Sattel, der Vorbau, der Lenker und das Tape. Sehr fein! Der Steuersatz von FSA und die Kurbeln von Rotor runden das gute Bild des Racers ab. Wir konnten es kaum abwarten endlich den Asphalt unter uns zu spüren.

Das Fuji Altamira 2.2 ist sehr wendig und agil. Die Sitzposition ist natürlich sportlich geduckt, lässt aber auch eine aufrechtere Sitzhaltung bei längeren Touren zu. Die seitliche Belastung des Rahmens weist zwar ein leichtes Flexen auf, was sich aber im Fahrbetrieb nicht negativ bemerkbar macht. Im Gegensatz zu komplett harten „Böcken“ bietet das Fuji einen recht hohen Dämpfungskomfort, was uns besonders bei langen Strecken sehr entgegen kam. Wir haben das Fuji Altamira 2.2 quer durch die Eifel gehetzt. Sei es von der Nordeifel bis in die Südeifel oder über den Islek nach Belgien und Luxemburg.

Das Altamira ist sprintstark und zeigt auch bei hohem Tempo keine Nervosität. Die Stärken des Bikes sind nicht nur beim Klettern zu finden, sondern auch bei schnellen Serpentinenabfahrten mit häufigen Lastwechseln und harten Bremsmanövern. Wobei wir hier schon beim Thema Bremsen sind. Die als Standard eingestuften Ultegra Bremsen verrichten zuverlässig ihre Arbeit, wobei wir den Biss, den wir von Bremsen am MTB gewohnt sind, allerdings auch hier vermissen.

Dennoch geht man auch im Rennradsport einen (mächtigen) technischen Schritt nach vorne: Stichwort Schaltung! Als wahr gewordener Traum darf sicherlich die verbaute Schaltgruppe Shimano Ultegra Di2 bezeichnet werden. Unglaublich leise und präzise gestalten sich die Gangwechsel – und das mit minimalsten Kraftaufwand. Hier wird schnell klar, dass der elektronischen Schaltung die Zukunft gehört. Nach der anfänglichen Skepsis möchte man auf diese Schaltung nicht mehr verzichten.

Überrascht waren wir auch von der hohen Laufzeit des Akkus. Angst vor Nässe bzw. Regen muss man auch nicht haben, die Shimano Ultegra Di2 ließ uns während des Tests zu keiner Zeit im Stich. Der Akku soll mindestens 1000 Kilometer halten, wobei dies natürlich stark von den Schaltgewohnheiten bzw. den Schaltvorgängen abhängig ist. Wir haben für die ausgedehnten Fahrten am Wochenende den Akku immer frisch geladen und konnten somit stets ohne Bedenken unsere Kilometer runterspulen. Einen Ausfall der Schaltung konnten wir nicht verzeichnen. Technik die begeistert!

Mit dem Fuji Altamira 2.2 erwartet den Käufer ein schicker Allrounder mit vielen Stärken. Das Altamira überzeugt auf langer Strecke ebenso wie auf kurzen sprintstarken Etappen. Das von Werk bevorzugte Einsatzgebiet des Uphills kann man getrost auch auf die Abfahrt und lange Touren erweitern. Der Racer liegt sehr gut in der Hand und überzeugt durch ein sehr gutes Handling, jede Lenkbewegung wird sofort umgesetzt. Kurz gesagt, nicht nur für Uphiller eine sehr gute Wahl! Neben den sehr guten Fahreigenschaften gefällt uns ebenso die Verarbeitung des Bikes, da gibt es nichts zu Meckern.

Der Rahmen aus C5 Ultra Hochmodulfasern ist nicht nur optisch gelungen, sondern auch auf dem aktuellen Stand der Dinge. So ist beispielsweise das Steuerrohr konisch ausgeführt und natürlich ist auch das Schaltauge austauschbar. Das Fuji Altamira 2.2 ist in den Größen S (44 cm) bis L/XL (58 cm) erhältlich. Dementsprechend angepasst sind natürlich auch die Lenkerbreite, die Vorbaulänge und die Kurbellänge. Top, ohne Einschränkungen empfehlenswert!

Größen: S (44 cm), S/M (47 cm), M (50 cm), M/L (53 cm), L (55 cm), L/XL (58 cm)
Preis: 3499 Euro

Wieso nicht mal… Rennrad fahren – Unterwegs mit dem Rose Xeon DX

Nichts scheint gegensätzlicher zu sein als das Mountainbiken und das Rennrad fahren. Während der Biker Dreck liebt und es möglichst ruppig zur Sache gehen soll, bevorzugt der Rennradfahrer aalglatte Straßen. Optisch unterscheiden sich nicht nur die Fahrräder, sondern teilweise auch die Kleidungsstücke der Fahrer. Der Trend beim Biken geht, dank des Freeride Gedankens, zu lockeren und cooleren Klamotten, beim Rennrad scheint das, bis auf wenige Ausnahmen, nahezu undenkbar. Und wenn wir ehrlich sind, so richtig Grüne sind sich beide Parteien nicht. Und trotz der „Hürden“ kann der Griff des Mountainbikers zum Rennrad nicht nur Sinn machen, sondern letztendlich auch viel Spaß bereiten. Doch worauf ist beim Kauf eines Rennrades zu achten und was erwartet den Biker letztendlich?

Als Mountainbiker kennt man sich aus: SRAM X0 Schaltung, 2.5 er Bereifung, Matschreifen, SAG und so weiter und so fort. Schauen wir uns Rennräder an, merken wir schnell, dass wir umdenken müssen. Andere Bezeichnungen, andere Größen, andere Schaltgruppen etc. zeigen, dass wir es hier mit einer ganz anderen Materie zu tun haben. Dennoch gibt es auch viele Parallelen – zum Glück! Wie beim Mountainbike muss die Rahmengröße passen. Entweder berät der Händler vor Ort oder aber der Hersteller/Versender hat auf seiner Webseite eine Größentabelle abgebildet, die Auskunft über die richtige Rahmengröße gibt. Im Gegensatz zum MTB tendieren wir von der Fraktur beim Rennrad, sollte man sich genau zwischen zwei Rahmengrößen befinden, zum größeren Rahmen.

Die guten Erfahrungen mit den Mountainbikes des Versenders Rose haben uns dazu bewegt, im Rose Online Shop ein Rennrad zu bestellen. Die einfache Konfiguration und Zusammenstellung des Fahrrades geht schnell von der Hand und Randnotizen geben dem Besteller immer wieder gute Tipps zur Hand, wie zum Beispiel bei der Wahl der Übersetzung. Wir haben uns für den Langstreckenracer Rose Xeon DX-4400 entschieden. Das Rose Xeon DX ist speziell für lange Strecken ausgelegt und kommt somit unserem Ziel, Tagestouren um die 200 Kilometer zurückzulegen, sehr entgegen. Der Unterschied zum „normalen“ Racer ist vor allem in der etwas komfortableren Geometrie zu finden. Das Gewicht (Größe M) liegt mit den von uns verbauten Pedale und Bikecomputer bei 8,9 Kilogramm.

Selbst als eingefleischte Mountainbiker müssen wir dem Rose Versand Respekt zollen, da der Versender definitiv Mut zur Lücke beweist, nämlich dem Einsatz von Scheibenbremsen am Rennrad. Für uns Mountainbiker eine Normalität, ist die Akzeptanz der Roadracer den Scheibenbremsen gegenüber im Moment noch eher etwas zurückhaltend. Widmen wir uns nun dem Bestellvorgang. Vorab sollte man wissen, auf welchen Hersteller man bei der Schaltgruppe und bei den Bremsen setzt. Während das Rose Xeon DX-3000 mit Shimanos Ultegra Gruppe bestückt ist und auch Shimano Scheibenbremsen verbaut hat, setzt das Rose Xeon DX-4400 auf SRAM Force und Avid Bremsen. Bei den Scheibenbremsen beider Hersteller handelt es sich um mechanische Bremsen.

Nun steht der Konfiguration des Rädchens nichts mehr im Wege. Die Online-Konfiguration ist denkbar einfach, wobei man aber einige Punkte beachten sollte. Ein besonderes Augenmerk sollte man, mal abgesehen von der Farbe des Rahmens und der Gabel, der Kassettenabstufung schenken. Die eingeblendete Infobox informiert darüber, ob man zu einer Profiübersetzung oder doch lieber zu einer Bergübersetzung greifen sollte. Das Xeon DX kann, nicht nur bei der Übersetzung, perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Wem beispielsweise die standardmäßig verbauten Reifen zu breit sind, wählt halt schmalere. Man wünscht sich einen anderen Sattel oder Lenker? Kein Problem! Ein eventueller Aufpreis wird direkt angezeigt.

Wir beließen es bei unserem Rad bei der vorkonfigurierten Ausstattung. Da wir ja nicht aus unserer Haut können, haben wir die leichten Spank Spike Plattformpedale verbaut. Um direkt die Frage vorweg zu beantworten: Ja, die MTB Pedale passen! Die meisten werden sicherlich Klickpedale montieren, aber das soll jeder für sich entscheiden. Die Lieferung verlief optimal, aber anders kennen wir es vom Rose Versand auch nicht. Das Bike ist nahezu fertig montiert, nur wenige Handgriffe muss man selbst erledigen. Darunter zählt unter anderem das Ausrichten des Lenkers und die Montage der Pedale. Natürlich sollte man die Schrauben überprüfen, aber auch hier konnten wir keinen Ausreißer entdecken. Jetzt konnte es los gehen…

Das Rose Xeon DX sieht nicht nur schnell aus, es ist es auch. Unglaublich, wie der steife Alu-Rahmen die eingesetzte Kraft in Vorwärtsenergie umwandelt. Es ist schon fast beängstigend, wie schnell man mit dem Rennrad auf Geschwindigkeit kommt und – besser noch – das hohe Tempo auch halten kann. Das Xeon fliegt geradezu über den Asphalt und wer hätte gedacht, dass man auf dem Untergrund Spaß haben kann. Die Reifen surren leise und man merkt, dass das Rad für genau diese Aufgabe geschaffen wurde. Es ist wirklich wahr: Im Vergleich zum Rennrad ist das MTB ein Trekker, da kann man das MTB pimpen wie man will. Allerdings wird auch etwas anderes klar: Um wirklich Freude mit einem Rennrad zu haben, braucht man eine gute Asphaltdecke.

Nicht immer sind die Straßen perfekt. Bei schnellen Straßen bergab sind Schlaglöcher alles andere als witzig. Wo man mit dem MTB einfach „drüberbrät“, ist beim Rennrad schon hartes zupacken angesagt. Wir sind mit dem Xeon DX am Niederrhein als auch in der Eifel unterwegs gewesen. Während viele Fahrradfahrer den flachen Niederrhein wegen des stetigen und gleichmäßigen Vorankommens schätzen, lieben wir die Eifel. Es ist ein Traum, mit dem Xeon DX die schmalen und wenig befahrenen Kommunalstraßen hoch zu peitschen, um dann wieder ins nächste Tal kurvig bergab zu schießen. Das Xeon DX offenbart hier erstaunliche Stärken. Das Xeon liegt wie ein Brett. Der steife Rahmen sorgt für hohe Kurven- und Bremsstabilität.

Die verbaute Avid BB 7 ROAD Bremse mit den 160 mm Bremsscheiben verzögert zuverlässig und ist sehr gut dosierbar, womit auch (Scheibenbrems-)Anfänger nicht vor einer unlösbaren Aufgabe stehen. Selbst lange Abfahrten und heftiges Bremsen bringen die Bremsen nicht ans Limit. Im Vergleich zum MTB ist die am DX-4400 verbaute Bremse weitaus weniger bissig, was angesichts der schmalen Reifen und dem „schlanken“ Profil sicherlich Sinn macht. Wo wir schon bei den Reifen sind: Die Continental Grand Prix 4000 S (bei uns verbaut waren 700x25C) bieten sogar bei Nässe noch ordentlich Grip. Ein „Ausflug“ auf einen matschigen Wanderweg haben uns die Reifen aber nicht verziehen – null Grip, aber wer startet schon solche Aktionen?!

Die SRAM FORCE Schaltung bietet knackige Gangwechsel, die auf Anhieb sitzen. Gewöhnungsbedürftig ist der Schaltvorgang an sich, der Schalthebel befindet sich auf der Innenseite des Bremshebels. Ein Vorgang, an den man sich allerdings schnell gewöhnt. Skepsis hatten wir anfänglich wegen des fi’zi:k Arione CX MG Sattels. Nach etlichen Kilometern im Sattel können wir aber sagen: Top das Teil! Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die sehr nach vorne gebeugte Sitzhaltung. Die ersten Ausfahrten machten sich am Ende des Tages nicht im Rücken oder in den Beinen, sondern in den Oberarmen bemerkbar. Vorteilhaft an einem Rennradlenker sind die verschiedenen Griffpositionen, um die Handgelenke ein wenig zu entlasten.

Manchmal steckt der Teufel im Detail. Unser MTB Helm mit einem etwas längeren Schirm beeinträchtigt auf dem Rennrad etwas die Sicht. Eine andere Sache verwundert aber noch mehr: Der Spaß mit dem Xeon! Früher undenkbar, jetzt aber „leider“ Realität. Oft ertappt man sich, dass man das MTB stehen lässt und dann zum Rennrad greift. Wobei wir aber noch eine Sache dringend ansprechen wollen: Ob man mit dem Rennrad Spaß hat, hängt nicht nur von der Straße/Strecke ab, sondern auch vom Verkehr und der Toleranz der Autofahrer gegenüber Radfahrern bzw. Rennradfahrern. Im Gegensatz zum MTB können wir mit dem Rennrad den Verkehr (abgesehen von gesperrten Straßen und Radwegen) nicht einfach mal „aussperren“.

Wir werden sicherlich nicht zu Rennradfahrern mutieren, aber wir haben das Rennrad und in diesem Fall das Rose Xeon DX-4400 schätzen und lieben gelernt. Das Rennrad ist für uns keine Alternative zum MTB, dafür ist der Einsatzbereich zu unterschiedlich. Für uns ist das Rennrad ein Zugewinn an Spaß auf zwei Rädern, natürlich ist auch der (wirtschaftliche) Nutzen des Rennrades nicht außer Acht zu lassen. Wieso die 80 Kilometer zu Tante Trude nicht mit dem Rad zurücklegen und dafür das Auto stehen lassen?! Sicherlich lassen sich auch mit dem MTB diese Strecken zurücklegen, allerdings mit mehr Kraftaufwand, dazu noch langsamer und daraus resultierend mit weniger Fahrspaß. Ob Rennrad fahren cool ist? Das liegt an uns, und wir sind Biker 😉

Erhältliche Farben: lava-red/matt-black, sugar-white/matt-black sowie iron-grey/matt-black
Größen: XXS, XS, S, M, L, XL und XXL
Preis: 1945,00 Euro

Kona Humu – Ein Bike namens humuhumu nukunuku apua’a – Test

Fisch ist gesund! Dass wir Biker auch ohne Fisch sehr viel Gesundheit tanken (wenn wir nicht gerade in einem Steinfeld zertrümmern oder uns die Schulter an einer Astgabel herausreißen), wissen wir ja alle nur zu gut! Doch gibt es tatsächlich auch ein Biken abseits der Spots, in einem Leben, dem wir uns stellen müssen! Sei es der Weg zur Arbeit oder zur Schule, der beschwerliche Weg zur Eisdiele oder vielleicht doch zur Fisch-Bude! Mit dem Bigbike?! Neee, nicht wirklich! Auch für diese Strapazen gibt es spezielle Bikes, die mal mächtig cool sein können – so wie das Kona Humu!

Kona Humu was?! Das hört sich schnell ausgesprochen (für mitteleuropäische Ohren zumindest) wie eine japanische Aufforderung zum Balztanz an…ist es aber nicht – die komplette Bezeichnung „humuhumu nukunuku apua’a“ ist hawaiianisch und bezeichnet den Staatsfisch Hawaiis! Wieso ein Fahrrad heißen muss wie ein Fisch, das wissen wohl nur die Leutchen von Kona selber. Damit das Kona Humu für euch nicht der Fisch im Sack ist, stellen wir euch das Kona Humu mal in Ruhe vor! Auch wenn es so scheint, es ist keine Reise in die Welt der Aquaristik!

Zugegeben…es sieht schon sehr Retro aus! Und genau das macht das Kona Humu zu einem echten Hingucker. Der Rahmen mit seinen vergleichsweise dünnen Cro-Mo Rohren, der Mittelstange und dem gebogenen Oberrohr… ja, das hat schon was! Die Lackierung in Bright Blue, die schlanke starre Gabel und die megaphatten Felgen mit der 2.3er Bereifung von Kenda – wow! Auf dem Kona fühlt man sich, als stünde man im Scheinwerferlicht…als Mad Max, als Zeitreisender oder auch nur als jemand, der gerade etwas zu erledigen hat – allerdings nur viel cooler!

Purismus! Das trifft die Sache schon recht gut! Alles ist da, was man braucht! Ein megebreiter Lenker, hart zupackende V-Brakes (die ihre Sache sehr gut machen) und die zornigen Retro-Bremshebel von Tektra sowie der mit Federn ausgestattete stylische Sattel. Mehr Federn als hier sucht man vergeblich! Das Kona Humu ist ein Starrbike, ein echtes Starrbike! Immerhin federn die Reifen und der Sattel, das muss reichen! Tut es auch! Das Kona Humu hängt richtig gut an der Kette, trotz der voluminösen Reifen lässt sich das Bike gut beschleunigen.

Die Sitzposition ist sehr angenehm…und natürlich cool! Weite Strecken stellen mit dem Kona Humu kein Problem dar, es sollte nur nicht bergauf gehen. Nicht dass es mit dem supersteifen Rahmen nicht möglich wäre, aber als Singlespeeder wählt man dann doch eher die Horizontale… oder bergab! Geradezu selbstverständlich wird das Humu mit einem Rockring aus Metall und Bärentatzen ausgeliefert! Der Stylefaktor lässt sich durch den Fahrer natürlich auch noch erhöhen, das Kona Humu lässt da einiges zu, auch wenn es kein MTB darstellt! Das Rädchen liegt sehr gut in der Hand, nicht nur beim Wheelie 😉

Mit dem Humu hat Kona wirklich ein cooles Retrobike im Sortiment. Neben dem stylischen Rahmen aus Cro-Mo mit den feinen Schweißnähten reihen sich noch sinnvolle Details in das gelungene Gesamtbild des Bikes ein, wie z.B. der kurze Vorbau. Pimpen ist noch gut möglich, wie z.B. beim Innenlager und bei den Kurbeln. Mit einem Gewicht von etwa 13,7 Kilogramm ist das Bike nicht nur gut zu Rad, sondern auch mal schnell zu Fuß die Bahnhofstreppe hochgetragen. Die Laufräder sind verschraubt, weswegen man einen altertümlichen Werkzeugknochen dabei haben sollte. Noch wichtiger ist allerdings ein fettes Schloss! Und jetzt einmal die Fischplatte bitte!

Preis: etwa 449 Euro
Rahmengrößen: 16, 18 und 20 Zoll

Mehr Infos unter www.konaworld.com