Bergamont EnCore 9.0 Test: Dann lasst uns mal Gas geben!

Test: Die Hamburger Bikeschmiede Bergamont gibt im Enduro Rennsport richtig Gas! Das Bergamont Hayes Factory Team rund um André Kleindienst und Joseph Nation zeigt auf beeindruckende Art und Weise, wie ein Enduro Bike bei entsprechenden Skills in Perfektion bewegt werden kann. Beide Rider greifen auf das EnCore zurück, das neben der Team Edition noch in drei weiteren Ausführungen erhältlich ist. Im Rahmen unseres Tests konnten wir mit dem Bergamont EnCore 9.0 die Trails in der Eifel unsicher machen. Und wir dürfen verraten: Das Teil rockt!

Machen wir uns nichts vor: Vom Talent der Bergamont Hayes Factory Team Fahrer können auch wir nur träumen – was uns im direkten Vergleich zu den Top-Ridern an Skills fehlt, muss grob gesagt das Fahrwerk wieder gut machen. Die technischen Daten des Bergamont EnCore 9.0 hören sich diesbezüglich auf jeden Fall sehr verlockend an: 170 mm Federweg an der Front und 165 mm Federweg am Heck sollten das Gröbste auf dem Trail eliminieren – zumal feine Fox Float Performance Fahrwerkskomponenten verbaut sind.

Herzstück des Enduros ist ein Aluminium-Rahmen mit einer sehr modernen Geometrie. Der hochwertig wirkende Rahmen besteht aus 6013 Aluminium Ultra Lite Rohrsatz, ist T4/T6 wärmebehandelt und zudem dreifach konifiziert. Auffallend ist sicherlich das breit dimensionierte Unterrohr zur Erhöhung der Steifigkeit. Umlenkhebel und Kettenstreben sind hingegen aus High Modulus Carbon gefertigt – letztere werden durch fette Gummi-Protektoren vor Beschädigungen bzw. äußeren Einwirkungen geschützt.

Wie bereits erwähnt kommen Fox Float Performance Fahrwerkskomponenten zum Einsatz. Vorne versieht eine Fox 36 Float Performance Federgabel mit 15 mm Steckachse ihren Dienst, das Heck wird durch einen Fox Float X Performance Elite Series High Volume Dämpfer im Zaum gehalten. Auch bei den anderen verbauten Parts gibt es wohl kaum Grund zum Meckern: Die 1×11-fach Shimano Deore XT Schaltung (Zähne vorne/hinten: 30/11-42) macht an einem Enduro Bike ebenso Sinn wie die Magura MT5 Scheibenbremse und die e*thirteen TRS1+ Kettenführung.

Wie jedes moderne Enduro Mountainbike rollt das Bergamont EnCore 9.0 auf 27.5“ Laufrädern – in diesem Fall ist ein Sun Ringlé Charger Expert AL Laufradsatz verbaut, auf dem Maxxis High Roller 2 Reifen mit einer Breite von 2.4 aufgezogen sind. Unverzichtbar an einem Enduro ist eine Vario-Sattelstütze. Auch hier haben die Hamburger nicht geschlafen: Die Manitou Jack bietet einen großzügigen Verstellbereich bis 150 mm, selbstverständlich komfortabel vom Lenker aus bedienbar. Ohne Pedale bringt das Bergamont EnCore 9.0 in der Größe M 14,3 Kilogramm auf die Waage.

Nach der unkomplizierten Anpassung des luftgestützten Fahrwerks konnte es endlich losgehen! Der flache Lenkwinkel und der tiefe zentrale Schwerpunkt begeistern auf der Abfahrt mit einer extrem hohen Laufruhe, weder Wurzelteppiche noch Steinpassagen vermögen das Bergamont EnCore 9.0 aus der Ruhe zu bringen. Dank des präzisen Lenkverhaltens lässt sich das Enduro um die Ecken peitschen und im Grenzbereich sauber manövrieren. Obwohl das Bike recht gestreckt ist, lässt das EnCore 9.0 selbst enge Kurven schnell und sauber hinter sich.

Die aufgezogenen Maxxis Reifen bieten auf den unterschiedlichsten Untergründen bei verschiedenen Witterungsverhältnissen ausreichend Grip. Exakt dosierbar erlauben die Magura Bremsen ein punktgenaues Verzögern des Bikes. Die XT Schaltung funktioniert erwartungsgemäß perfekt, alles andere hätte uns an dieser Stelle allerdings auch verwundert. Die Kettenführung ist definitiv nicht fehl am Platz: Selbst auf ruppigsten Passagen konnten wir keinen einzigen Kettenabwurf vermerken.

So sehr ein Enduro auch auf Abfahrten getrimmt ist, die Uphill Qualitäten sollten definitiv nicht zu kurz kommen – eine Gratwanderung für alle Hersteller von Enduro Bikes. Mit dem EnCore haben die Hamburger ein Enduro auf die Räder gestellt, das weite Touren und Uphills nicht scheut. Die Übersetzung ist für ein breites Terrain ausgelegt, deutsches Mittelgebirge passt also! Das antriebsneutrale Fahrwerk und die entspannte Sitzposition tragen ihren Teil zum effizienten Touren bei. Lediglich sehr steile Rampen quittiert das Bergamont EnCore 9.0 mit dem Heben der Nase. Eine kleine Schwäche, die der EnCore Fahrer aber gerne in Kauf nimmt: Der nächste Downhill entlohnt voll und ganz!

Fazit Bergamont EnCore 9.0

Das Bergamont EnCore 9.0 rockt! Selbst wer nicht mit dem Talent der Top-Rider gepeitscht ist, kann mit diesem Enduro richtig schnell sein! Das Bergamont EnCore 9.0 liegt auf der Abfahrt verdammt gut in der Hand und punktet zudem auch bergauf. Die verbauten Komponenten sind top, die Verarbeitungsqualität des Rahmens begeistert!

Produktdetails Bergamont EnCore 9.0

Datenblatt / Rahmengeometrie Bergamont EnCore 9.0*

S M L XL
BB center to top of seattube 400,0 mm 440,0 mm 480,0 mm 515,0 mm
Top tube parallel 546,0 mm 566,0 mm 584,0 mm 607,0 mm
Top tube horizontal 586,0 mm 608,0 mm 629,0 mm 644,0 mm
Chainstay 430,0 mm 430,0 mm 430,0 mm 430,0 mm
Headtube length 100,0 mm 115,0 mm 130,0 mm 145,0 mm
Head angle 65,0° 65,0° 65,0° 65,0°
Seat angle 75,3° 75,3° 75,3° 75,3°
BB offset -14,0 mm -14,0 mm -14,0 mm -14,0 mm
Wheelbase 1.181,0 mm 1.202,0 mm 1.223,0 mm 1.240,0 mm
Standover height 771,0 mm 776,0 mm 795,0 mm 811,0 mm
Stack 574,0 mm 602,0 mm 615,0 mm 629,0 mm
Reach 435,0 mm 450,0 mm 465,0 mm 475,0 mm

*Herstellerangaben

Fuji Jari 1.3: Die neue Gravel Allroundmaschine von Fuji im Test

Wie in jedem Jahr wird auch die Saison 2017 von einem Begriff klar dominiert: In diesem Jahr heißt das Zauberwort Gravel Riding. Die neue Art des Rennradfahrens hat das Fat Bike endgültig aus den Headlines der Szene und Magazine weggefegt. Der US-amerikanische Bikehersteller Fuji entert seinerseits mit der neuen Jari Serie den Gravel Markt – ein Bike, das mit vielen Detaillösungen das Rennradfahren neu definiert. Wir konnten im Test das Fuji Jari 1.3 genauestens abchecken.

Bereits jetzt scheinen vielen Bikern beim Fallen des Wortes Gravel alle Gesichtszüge zu entgleisen. Klar, das Gravel Bike ist omnipräsent – doch da müssen jetzt alle durch! Für die Einen ist es Rennradfahren für Einsteiger, für die Anderen eine Art Cyclocross Bike und für die Nächsten ein Trekkingbike light. Irgendwie haben alle Parteien recht: Das Gravel Bike soll ja auch alle ansprechen – und im Falle des Fuji Jari klappt das sogar verdammt gut!

Im Grunde genommen steht Gravel für Kies und Schotter – Untergründe, die Rennradfahrer eigentlich meiden. Grund hierfür ist neben dem schlechten Rollverhalten das extrem unkomfortable Fahren sowie die ständige Angst um die Reifen. Genau in diese Lücke stoßen die Gravel Bikes hinein. Breitere Reifen, dazu schlauchlos, gewährleisten ein entspanntes Fahren über Kies und Schotter, zudem ist die Pannenanfälligkeit sehr gering. Wie gering, sollte unser Test bestätigen. Standardmäßig rollt das Fuji Jari 1.3 mit Clement X’Plor MSO 700x36c Bereifung, die auf Stan’s NoTubes Radler Laufräder aufgezogen sind.

Das Fuji Jari 1.3 musste sich im Test jegliche Bodenbeschaffenheiten gefallen lassen: Schotter, Asphalt, Feldwege und besonders die in der Eifel dominanten Waldwege sollten zeigen, was in dem Bike steckt. Die sportlich-komfortable Sitzposition und das vergleichsweise lange Steuerrohr erlauben dem Rider sehr weite, entspannte Touren – in diesem Fall also eher Endurance-Rennrad als CX Bike. Erstaunt hat uns das extrem gute Lenkverhalten und die überragende Lenkkontrolle des Fuji Jari.

Der ergonomisch geformte Lenker wirkt optisch zwar etwas gewöhnungsbedürftig, besticht aber mit einer tollen Handhabung. Verschiedene Griffpositionen von aufrecht komfortabel bis geduckt pushend gewährleisten in jeder Situation die ideale Fahrhaltung. Besonders angetan waren wir vom souveränen Fahrverhalten auf ruppigen Waldwegen: Das Jari läuft hier richtig gut! Wir hatten nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl. Den Wechsel zwischen den Untergründen nimmt das Fuji ebenfalls sehr gelassen hin – auf Asphalt lässt es sich geschmeidig wie ein Rennrad peitschen.

Nicht nur die Sitzposition gewährleistet Komfort, sondern auch die speziell geformten Sitzstreben des mehrfach konifizierten Alu-Rahmens. Im Gegensatz zum CX Bike, das eindeutig mehr in Richtung Wettkampf tendiert, wirken die Sitzstreben geradezu filigran. Für eine höhere Seitensteifigkeit spendierte das US-amerikanische Unternehmen mit japanischen Wurzel dem Jari sowohl vorne als auch hinten eine 12 mm Steckachse. Der Vortrieb und das präzise Lenkverhalten sprechen für sich. Fahrstabilität bei hohem Tempo – perfekt!

Im Gegensatz zum Rahmen ist die Gabel aus Carbon gefertigt – hier bedienten sich die Ingenieure der Gabel aus dem CX Bereich. Sowohl das Jari als auch das Cross aus dem Hause Fuji verfügen über die FC440 Full Carbon Gabel. Die intern verlegten Züge sorgen für eine saubere Optik und verhindern lästiges Klappern. An dem knapp unter 10 Kilogramm wiegenden Jari 1.3 kommt die 105 Gruppe einschließlich Scheibenbremse von Shimano zum Einsatz. Über die Zuverlässigkeit und Funktionalität der sehr bewährten Komponentengruppe brauchen wir kaum noch Worte zu verlieren.

Beim Fuji Jari 1.3 lohnt auch ein Blick auf die vielen liebevoll umgesetzten Detaillösungen Ausgelegt für weite Abenteuertouren verfügt das Jari über Low-Profile-Bento-Box Aufnahmen auf dem Oberrohr, drei Flaschenhalter sowie versteckte Schutzblechösen. Beim Tragen in unwegsamen Gelände macht sich das 2 mm dicke Silikonschutzpolster auf der Unterseite des Oberrohrs bezahlt. Wer noch breitere Reifen aufziehen möchte, kann dies beim Jari bis 700x45c bzw. 650x47c realisieren.

Fazit Fuji Jari 1.3

Die neue Gravel Allroundmaschine von Fuji bedeutet Fahrspaß pur! Extrem vielseitig, komfortabel und dennoch äußerst sportlich ist das Jari die perfekte Wahl für alle Radfahrer, die sich nicht auf einen Einsatzbereich festlegen wollen. Genau so stellen wir uns ein Gravel Bike vor! Kurz: Wir sind begeistert!

Produktdetails Fuji Jari 1.3

  • Erhältliche Größen in Deutschland: 52 cm bis 58 cm
  • Farbe: Satin green
  • Preis: 1.999,00 Euro
  • www.fujibikes.eu

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Jari 1.3*

XXS (46cm)

XS (49cm)

S (52cm)

M (54cm)

L (56cm)

XL (58cm)

XXL (61cm)

Seat Tube Center To Top

460

490

520

540

560

580

610

Seat Tube Effective

460

490

520

540

560

580

610

Top Tube Effective

510

525

535

545

560

575

595

Head Tube Length

110

120

140

150

170

190

210

Seat Tube Angle

74.5°

74.5°

74°

73°

73°

72.5°

72.5°

Headtube Angle

70.5

70.5

71

71.5

72

72

72

Chainstay Length

435

435

435

435

435

435

435

Wheelbase

1004

1020

1022

1016

1027

1037

1058

Bottom Bracket Drop

69

69

67

67

67

65

65

Fork Offset

48

48

48

48

48

48

48

Trail

73

73

70

67

64

64

64

Stack

532

541

560

572

592

609

628

Reach

363

375

375

370

379

383

397

Standover

748

767

790

804

824

841

865

Stem

80

80

80

90

90

110

110

Handlebar Width

400

400

400

420

420

440

460

Crank

165

170

170

172.5

172.5

175

175

Wheel Size

700

700

700

700

700

700

700

Seat Post Diameter

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

27.2

*Herstellerangaben

Fuji Beartooth 1.1: Das 27.5″ Plus-Hardtail für Einsteiger im Test

Mit großen und scheinbar unaufhaltsamen Schritten schreitet die Evolution bei den MTB-Laufradmaßen voran: Nach 27.5″ und Fatbike stellt jetzt 27.5″+ das Maß aller Dinge dar. So verwundert es nicht, dass der Markt mittlerweile prall angereichert ist mit diversen 27.5″+ MTB Modellen. Auch die US-amerikanische Marke Fuji mischt hier mächtig mit und bietet unter anderem das Fuji Beartooth 1.1 an, ein preiswertes Plus-Hardtail für Einsteiger.

Natürlich sollten technische Neuerungen stets mit Vorsicht betrachtet werden und müssen auch nicht immer die Zustimmung des Einzelnen finden, doch die neue Plus-Dimension hat zweifelsohne Vorteile. Dank des größeren Luftvolumens können Plusreifen mit deutlich weniger Luftdruck gefahren werden, was wiederum mehr Grip und Sicherheit bedeutet. Gute Nachricht vorweg: Theorie und Praxis stimmen hier überein. Wir sind im Test übrigens mit etwa 1,2 bar unterwegs gewesen – und das komplett pannenfrei.

Widmen wir uns jetzt dem Hauptakteur des Tests: Dem Fuji Beartooth 1.1. Das Alu-Hardtail rollt auf Schwalbe Nobby Nic Performance Reifen in der Dimension 27.5″ x 3.0″. Dank der Plus-Dimensionierung verfügt das Bike natürlich über den neuen 148mm Boost-Standard – der Reifen braucht schließlich Platz. Gleiches gilt auch für die Front: Hier versieht eine ausladende SR Suntour Raidon 27.5+ Federgabel mit 120 mm Federweg ihren Dienst. Eine ordentliche Verzögerung des Fuji Beartooth 1.1 Hardtails soll die hydraulische Shimano M365 Scheibenbremse gewährleisten. Verbaut ist vorne wie hinten eine 180 mm Bremsscheibe.

In Sachen Schaltung bleibt Fuji beim Beartooth One.1 dem japanischen Megakonzern treu: Das 2×10 Gang Arbeitsteam setzt sich aus Deore Umwerfer, Deore XT Schaltwerk und Shimano Deore Rapid Fire Schalthebel zusammen. Ein großer Teil der Komponenten stammt von der Komponentenmarke Oval Concepts. Dem aufmerksamen Betrachter wird sicherlich nicht die Vario-Sattelstütze entgangen sein, die wir nachträglich montiert haben. Serienmäßig kommt das 27.5″+ Trail-Hardtail mit Oval Concepts Alu-Sattelstütze und Sattel.

Das optisch harmonisch wirkende Beartooth ist sauber verarbeitet, nur die interne Leitungsverlegung wurde vom US-amerikanischen Hersteller nicht wirklich konsequent umgesetzt: Der Schaltzug für den Umwerfer verläuft innenliegend im Unterrohr, die hintere Bremsleitung sowie der Zug für das Schaltwerk hingegen außenliegend am Oberrohr. Interessant ist natürlich auch der Blick auf die Waage: 13,2 Kilogramm in der Größe 17″ – ohne Pedale. Erhältlich ist das Fuji Beartooth One.1 zu einem Preis von 1.399,00 Euro.

Getestet haben wir das Fuji Beartooth 1.1 auf den abwechslungsreichen Eifel-Trails bei eher widrigen, winterlichen Bedingungen – also auch bei Schnee. Die zentrale Sitzposition bietet dem Rider in Verbindung mit dem 130 mm Steuerrohr und dem kurzen Vorbau eine vergleichsweise aufrechte Sitzhaltung, die sich besonders bei Touren auszahlt. In diesem Bereich kann das preisgünstige Einsteiger-Hardtail dann auch prompt volle Punktzahl einfahren. Die effiziente Kraftumsetzung äußert sich mit einem kernigen Vortrieb und toller Beschleunigung.

Trotz der Breite von 3.0″ rollen die Schwalbe Nobby Nic Performance Reifen erstaunlich leichtfüßig über Asphalt und Trails. Das Plus in der Bezeichnung macht sich auch beim Komfort bemerkbar. Die Dämpfung erlaubt komfortables Touren und glättet in Kombination mit der gut ansprechenden SR Suntour Raidon Unebenheiten wie Steine oder Wurzeln. Die Federgabel lässt sich dank Luftunterstützung und einstellbarer Zugstufe perfekt an den Rider bzw. die Anforderungen anpassen. Zudem verfügt die Suntour mit den 32 mm Standrohren über eine zuschaltbare Lockout-Funktion.

Die Steuerzentrale agiert agil und setzt die Lenkbewegungen sofort in Richtungsänderung um. Das Fuji Beartooth 1.1 lässt sich nahezu spielerisch um enge Ecken zirkeln, neigt allerdings zu leichter Nervosität bei schnellen ruppigen Abfahrten. Kleinere Kanten und Drops lassen das Hardtail recht unbeeindruckt, das nahezu behäbige „Flugverhalten“ vermittelt dem Rider Sicherheit und Kontrolle. Das tiefe Tretlager bietet ein sattes Fahrgefühl auf dem Trail, Nachteil ist allerdings der schnellere Bodenkontakt des Pedals beim Pedalieren im unwegsamen Gelände oder in Hanglage.

Die Zuverlässigkeit des Bikes hat uns komplett überzeugt. Trotz der widrigen Bedingungen mit Schnee und Matsch funktionierte das Fuji Beartooth 1.1 ohne Zwischenfälle. Präzise und knackig gehen die Schaltvorgänge von der Hand, der Übersetzungsbereich ist breit angelegt. Steile Rampen stellen ebenso wenig ein Problem dar wie rasante Fahrten bergab – mit geschmeidigen Beinen kann der Rider bis um die 50 km/h pedalieren. Die Bremsleistung der Shimano Scheibenbremse ist gut, könnte für unseren Geschmack allerdings etwas mehr Biss vertragen.

Fazit Fuji Beartooth 1.1

Zuverlässiges und robustes Einsteiger-Hardtail mit soliden Komponenten und einem sehr breiten Einsatzbereich. Weite Touren sind ebenso möglich wie Ausflüge in ruppiges Gelände. Wünschen würden wir uns eine Vario-Sattelstütze und einen Kettenstrebenschutz.

Produktdetails Fuji Beartooth 1.1

  • Erhältlich in den Größen 17″, 19″ und 21″
  • Gewicht ohne Pedale: 13,2 Kilogramm (Größe 17″)
  • Preis: 1.399,00 Euro
  • www.fujibikes.de

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Beartooth 1.1*

(M)17″ (L)19″ (XL)21″
Seat Tube, Center To Top 432 483 533
Top Tube, Effective 590 610 625
Head Tube 130 130 130
Seat Tube Angle 73° 73° 73°
Head Tube Angle 69° 69° 69°
Chainstay 453 453 453
Wheelbase 1122 1142 1157
Fork Offset 60 60 60
Bottom Bracket Drop 51 51 51
Stack 389.4 409.4 424.4
Reach 656.5 656.5 656.5
Standover 810.8 833.5 856.8
Stem 50 60 70
Handlebar Width 760 760 760
Crank 175 175 175
Wheel Size 27.5″ 27.5″ 27.5″
Seat Post Diameter 30.9 30.9 30.9

*Herstellerangaben

BMX Old School Tricks – How To: Trackstand

Vorweg gesagt: Den Trackstand gibt es in zig verschiedenen Ausführungen, weshalb wir uns hier ausdrücklich mit einer speziellen Version beschäftigen wollen. Grundsätzlich geht es bei allen Varianten des BMX Old School Tricks Trackstand im Kern darum, das Bike im Stillstand auszubalancieren. Das kann sowohl im Stehen als auch im Sitzen erfolgen. Ein Trick, der unseren Gleichgewichtssinn spielerisch schult.

Die in diesem Tutorial vorgestellte Ausführung wird im Sitzen und mit 90 Grad eingeschlagenem Lenker ausgeführt, das Ausbalancieren erfolgt mittels der Füße am Vorderrad. Es muss auf jeden Fall sichergestellt sein, dass sich Lenker und Sattel nicht in die Quere kommen. Ausgeführt werden kann der Trackstand auf kleinstem Raum, selbst in der Wohnung – also die ideale Balanceübung bei Regen und Schnee 😉

BMX Old School Tricks – How To: Trackstand

Der Trackstand kann aus sehr langsamer Fahrt oder aus dem Stand begonnen werden – letzteres bietet sich zum Erlernen des Tricks an. Da diese Variante im Sitzen ausgeführt wird, können wir es uns bequem machen. Langsam an einen fiktiven Punkt heranfahren und das Bike ausrollen lassen – wir sitzen zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Sattel. Das Bike mit der Bremse komplett zum Stillstand bringen. Die linke Hand vom Lenker nehmen und mit der rechten Hand den Lenker ruckartig um 90 Grad drehen. Sofort beide Füße auf das Vorderrad absetzen, jeweils links und rechts von der Gabel, und mit dem Ausbalancieren des Bikes beginnen. Zum Ende des Tricks die Füße wieder auf die Pedale stellen, mit der rechten Hand den Lenker in die Gerade bringen und mit der linken Hand nachfassen. Mit kräftigem Pedaldruck losfahren.

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Achtung: Der Artikel dient nur zur Erklärung des Tricks und ersetzt weder Fahrlehrer noch Bike-Schule. Das Nachmachen erfolgt daher auf eigenes Risiko!

BMX Old School Tricks – How To: Walkaround / 360 Walkaround

Der BMX Old School Trick Walkaround durfte in den frühen 1980er Jahren in keiner Freestyle Show fehlen. So zeigte Mike Pardon den Walkaround in verschiedensten Varianten und begeisterte damals Judges und Zuschauer gleichermaßen. Beim Walkaround dreht sich das Vorderrad am Boden um die hintere Achse und beschreibt im Falle eines 360 Walkaround einen kompletten Kreis. Die Drehung wird durch das „Laufen“ auf dem Vorderrad vollzogen – daher der Name.

Der Walkaround bietet reichlich Spielraum für Interpretationen. Wir stellen beim Walkaround den rechten Fuß auf das Tretlager, der Fuß kann aber auch auf das Oberrohr gestellt werden. Kombinieren lässt sich der Trick ebenfalls mit Pegs – eigentlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Der Walkaround bedarf zwar einiger Übung, ist dann aber sehr smooth und lässig! Nicht verwechselt werden darf der Trick mit dem späteren Backside Walkaround bzw. Walkover.

BMX Old School Tricks – How To: 360 Walkaround

In leicht gebeugter, aktiver Position mit langsamer Geschwindigkeit an einen fiktiven Punkt heranfahren. Linkes Pedal unten, rechtes Pedal oben – Bike rollen lassen.

Beim Ausrollen rechten Fuß vom Pedal nehmen und über den Sattel führen.

Rechten Fuß linksseitig auf das Tretlager stellen.

Jetzt beide Bremsen ziehen, dabei geschmeidig den Lenker um 90 Grad einschlagen, linken Fuß auf das Vorderrad absetzen und das BMX Rad nach vorne wegdrücken. Mit Verlagerung des Körperschwerpunkts dem kompletten Wegkippen des BMX Rades entgegenwirken.

Wenn der linke Fuß auf dem Vorderrad steht, das Bike mit Hilfe der Vorderradbremse und des Fußes ausbalancieren. Das Halten der Hinterradbremse stabilisiert das Bike.

Um die Front um das Heck kreisen zu lassen, mit leichten Fußbewegungen das Vorderrad drehen. Hierbei ist das Zusammenspiel von Betätigen und Lösen der Bremse mit dem ausgleichenden, balancierenden Fuß ausschlaggebend für das Gelingen des Tricks.

Da wir einen 360 Walkaround machen, müssen wir uns natürlich einmal komplett drehen.

…und wir drehen…

…und wir drehen…

Sobald wir die Drehung komplettiert haben, wird das Bike stabilisiert.

Vorderradbremse ziehen und linken Fuß auf das linke Pedal stellen.

Bremse(n) gezogen lassen und Lenker in Fahrtrichtung drehen. Dabei darauf achten, dass der Körperschwerpunkt nicht nach vorne kippt. Rechten Fuß vom Tretlager nehmen und über den Sattel führen, gleichzeitig Vorderradbremse und – falls noch gezogen – Hinterradbremse lösen.

Rechten Fuß auf das rechte Pedal stellen und mit leichtem Oberkörperschwung weiterfahren.

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Achtung: Der Artikel dient nur zur Erklärung des Tricks und ersetzt weder Fahrlehrer noch Bike-Schule. Das Nachmachen erfolgt daher auf eigenes Risiko!

BMX Old School Tricks – How To: Endo

Der BMX Old School Trick Endo darf in keinem Repertoire fehlen, da auf ihm viele andere Tricks beim Freestyle aufbauen. Auch wenn der Endo von der Ausführung eigentlich sehr simpel ist, verfehlt er bei Außenstehenden nicht seine Wirkung. Schon der legendäre Mike Buff vom BMX Action Trick Team, einer unserer ganz großen Vorbilder, wusste sich in den frühen 1980er Jahren mit dem Endo Trick eindrucksvoll in Szene zu setzen.

Beim Endo wird durch einen abrupten Stopp das Hinterrad in die Höhe gezogen, das BMX steht somit nur auf dem Vorderrad. Den Stopp bzw. das Blockieren des Vorderrades kann der Rider mit drei unterschiedlichen Mitteln herbeiführen: Mit der Vorderradbremse, durch das Fahren vor einen Gegenstand (Curb Endo) oder mit dem Fuß in der Gabel. Wie in den frühen 1980er Jahren üblich machen wir den Endo Trick (die Erklärung des Curb Endo erfolgt an anderer Stelle) mit der Vorderradbremse. Wir wollen uns hier auch auf ebenen Untergrund beschränken, weitere Spielarten wären zum Beispiel der Ramp Endo auf der Rampe.

BMX Old School Tricks – How To: Endo

endo_01_fraktur-magazin

In leicht gebeugter, aktiver Position mit langsamer Geschwindigkeit an einen fiktiven Punkt heranfahren. Kurbel waagerecht zum Boden halten, Bike rollen lassen.

endo_02_fraktur-magazin

Geduckte Stellung annehmen, Beine und Arme sind leicht angewinkelt.

endo_03_fraktur-magazin

Vorderradbremse mit voller Kraft ziehen und Körper strecken, dabei das Körpergewicht auf die Front des BMX verlagern. Das Hinterrad hebt vom Boden ab.

endo_04_fraktur-magazin

Parallel zum steigenden Hinterrad das Gesäß hinter den Sattel in Richtung des Hinterrades bringen, die Arme bleiben gestreckt.

endo_05_fraktur-magazin

Kurz vorm Kipppunkt das BMX ausbalancieren. Beim perfekten Endo „knutscht“ das Hinterrad den Allerwertesten. Während des gesamten Tricks bleibt die Vorderradbremse gezogen!

endo_06_fraktur-magazin

Zum kontrollierten Absetzen des Hinterrades Körpergewicht leicht nach hinten und unten drücken.

endo_07_fraktur-magazin

Sobald das Hinterrad den Boden berührt die Bremse lösen.

endo_08_fraktur-magazin

Mit kräftigem Pedaldruck losfahren.

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Achtung: Der Artikel dient nur zur Erklärung des Tricks und ersetzt weder Fahrlehrer noch Bike-Schule. Das Nachmachen erfolgt daher auf eigenes Risiko!

BMX Old School Tricks – How To: Front Wheel Hop

Der Front Wheel Hop ist im Grunde genommen eine Steigerung des Endo. Wie beim Endo wird durch das plötzliche Blockieren des Vorderrades das Hinterrad angehoben, kurz vor dem Kipppunkt beginnt das Hüpfen auf dem Vorderrad. Oftmals wird der Front Wheel Hop auch als Front Pogo bezeichnet, der heutzutage allerdings meistens auf Axle Pegs stehend ausgeführt wird.

Der Trick ist ziemlich lässig, bedarf allerdings – wie immer – etwas Übung. Für diesen Old School BMX Trick aus den frühen 1980er Jahren benötigen wir eine zuverlässig packende Vorderradbremse und Vertrauen zum Material – die auf das Steuerrohr und die Gabel wirkenden Kräfte sollten nicht unterschätzt werden.

BMX Old School Tricks – How To: Front Wheel Hop

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Mit langsamer Geschwindigkeit an einen fiktiven Punkt heranfahren. Leicht gebeugte, aktive Position auf dem Bike annehmen. Kurbel etwa waagerecht zum Boden halten. Bike rollen lassen.

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Geduckte Stellung annehmen, Beine und Arme sind leicht gebeugt. Vorderradbremse mit voller Kraft ziehen und das Körpergewicht auf die Front des Bikes verlagern. Achtung: Während der Durchführung des Tricks bleibt die Vorderradbremse die ganze Zeit gezogen! Bei dieser Aktion natürlich unbedingt darauf achten, dass man nicht vorne überkippt.

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Simultan zum Aufsteigen des Hinterrades das Gesäß leicht nach hinten bewegen. Kurz vorm Kipppunkt das Bike auf dem Vorderrad ausbalancieren und das Hüpfen einleiten. Hierfür Arme und Beine anwinkeln, Füße in die Pedale pressen und leicht hochspringen. Beim Hochhüpfen Arme und Beine simultan strecken.

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Beim Front Wheel Hop kommt es nicht auf die Höhe der Hops an! Ziel ist es, eine Folge von mehreren Hops hintereinander auszuführen. Beim Landen des Vorderrades Arme und Beine wieder anwinkeln. Jetzt können weitere Hops folgen oder aber der Trick beendet werden.

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Gewicht leicht nach hinten und unten drücken, das Hinterrad so kontrolliert absenken.

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Jetzt erst die Vorderradbremse lösen und mit kräftigem Pedaldruck losfahren.

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Achtung: Der Artikel dient nur zur Erklärung des Tricks und ersetzt weder Fahrlehrer noch Bike-Schule. Das Nachmachen erfolgt daher auf eigenes Risiko!

BMX Old School Tricks – How To: Bunny Hop

Der Bunny Hop ist der wichtigste BMX Trick überhaupt, da viele andere Tricks auf ihn aufbauen. Mit Hilfe dieses Basic Tricks, der oftmals auch als American Bunny Hop bezeichnet wird, kann der Rider ohne Rampe oder bauliche Gegebenheiten Objekte überspringen oder Ebenen überbrücken. Ein Muss für jeden Trickser!

Beim Bunny Hop wird mit einer schwungvollen Bewegung das Vorderrad hochgerissen, danach folgt das Nachziehen des Hinterrades. Der Bunny Hop kann bei jeder Geschwindigkeit und in jedem Gelände angewandt werden, zum Erlernen bietet sich aber das Ausführen des Tricks bei mittlerer Geschwindigkeit an. Anfänglich sollte der Trick zudem in ebenem Gelände ohne Hindernisse ausgeführt werden. Sobald der Bunny Hop perfekt sitzt können je nach Fahrlevel Bordsteine, Treppen oder was auch immer übersprungen werden.

BMX Old School Tricks – How To: Bunny Hop

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Anfahrt in stehender Haltung mit mittlerer Geschwindigkeit. Bike rollen lassen, Kurbel in waagerechter Stellung halten.

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Geduckte Haltung annehmen mit gebeugten Ellbogen. Blick nach vorne.

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Den Lenker mit leicht nach hinten geneigter Haltung zum Körper ziehen, dabei das Vorderrad hochziehen. Die Kurbel bleibt weiterhin waagerecht ohne zu Pedalieren.

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Am vermeintlich höchsten Punkt des Vorderrades (nicht zu hoch ziehen!) den Lenker mit einer fließenden Bewegung nach vorne drücken, die Beine strecken und nachfolgend das Hinterrad mit anwinkelnden Beinen nachziehen. Die Füße müssen hierfür sinnbildlich in die Pedale gekrallt werden.

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In der Luft das Bike in eine waagerechte Position bringen. Landung vorbereiten.

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Die Landung geschieht im Normalfall mit beiden Rädern gleichzeitig. Wer etwas die Knochen schonen möchte, kann auch mit dem Hinterrad zuerst landen.

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Die geduckte Haltung aufgeben und Fahrt fortsetzen. Erst jetzt wieder in die Pedale treten 😉

American Bunny Hop vs. English Bunny Hop

Der Bunny Hop darf nicht mit dem einfacheren Hop bzw. English Bunny Hop verwechselt werden. Besonders für Einsteiger bietet sich oftmals zuerst das Erlernen des English Bunny Hop an. Hierbei wird im Gegensatz zum American Bunny Hop mit beiden Rädern gleichzeitig vom Boden abgesprungen. Mit einer geschmeidigen Aufwärtsbewegung wird das komplette Fahrrad hochgezogen. Dieser Trick lässt sich mit nahezu jedem Fahrrad durchführen, vom Klapprad bis zum Hollandrad – wovon wir aus Stabilitätsgründen allerdings absehen würden.

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Achtung: Der Artikel dient nur zur Erklärung des Tricks und ersetzt weder Fahrlehrer noch Bike-Schule. Das Nachmachen erfolgt daher auf eigenes Risiko!