Seit vielen Jahren gilt Tubeless als das Maß aller Dinge für geringen Rollwiderstand und maximalen Pannenschutz. Doch mit dem Aufstieg von TPU (Thermoplastisches Polyurethan) bekommen die klassischen Systeme Butyl und Tubeless jetzt allerdings starke Konkurrenz. Bringt der moderne Hightech-Kunststoff wirklich das Beste aus zwei Welten zusammen?
Der klassische Butylschlauch aus schwarzem Gummi ist seit Jahrzehnten der Standard auf Straßen und Trails. Er ist günstig, robust beim Aufpumpen und überall erhältlich. Allerdings hat er zwei große Nachteile. Der Schlauch hat ein recht hohes Gewicht und erzeugt durch die innere Reibung am Reifen einen spürbar höheren Rollwiderstand. Wer sein Rad tunen möchte, findet im Butylschlauch somit den ersten Verbesserungspunkt.
Schlauchlose Systeme eliminieren die interne Reibung komplett und bieten durch die flüssige Dichtmilch den besten Schutz vor kleinen Durchstichen. Ein Loch verklebt meist, bevor man es überhaupt bemerkt. Der Preis dafür ist jedoch ein erhöhter Aufwand. Die Erstmontage ohne Kompressor oder Air-Booster kann sehr frustrierend sein, die Dichtmilch muss regelmäßig erneuert werden und bei längeren Standzeiten droht das Verkleben der Ventile.
TPU: Leicht, dünn und erstaunlich pannensicher
Das Material des TPU-Schlauchs ist extrem dünn und rückt als Ganzes in Sachen Gewicht und Rollwiderstand extrem nah an Tubeless heran. Entgegen der weitverbreiteten Vermutung ist das dünne Material tatsächlich gar nicht so empfindlich und sogar deutlich pannensicherer als Butyl. Grenzen setzt TPU allerdings beim Aufpumpen außerhalb des Reifens und bei hohen Temperaturen, weshalb beispielsweise bei Felgenbremsen von TPU-Schläuchen abzuraten ist.
Ein defekter TPU-Schlauch lässt sich hervorragend reparieren, allerdings nicht mit dem klassischen Gummiflicken und Vulkanisiermittel. Wichtig für die Werkstatt: TPU-Schläuche dürfen niemals mit Schmirgelpapier angeraut werden, da die dünne Schicht sofort beschädigt würde. Stattdessen nutzt man spezielle, selbstklebende TPU-Patches: Die Stelle einfach mit etwas Alkohol reinigen, Patch aufkleben und andrücken. Das war’s.
Fazit: Schlauchlos oder doch besser mit Schlauch?
Der klassische Butylschlauch hat keineswegs ausgedient: Er bleibt unschlagbar günstig, ist extrem unkompliziert und überall erhältlich. Wer jedoch das Maximum an Pannensicherheit auf Trails sucht und den Pflegeaufwand nicht scheut, greift weiterhin zu Tubeless. TPU schließt die Lücke zwischen den beiden Welten perfekt. Es bietet das ideale Upgrade für alle, die ihr Bike spürbar leichter und schneller machen wollen, ohne sich mit Dichtmilch herumzuärgern.
Entschlossene und auf hochwertige Bikes spezialisierte Diebe lassen sich von mechanischen Schlössern wenig beeindrucken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das hartnäckigste Schloss klein beigibt. Erschreckend ist, wie schnell sich teilweise Schlösser knacken lassen. Wer sein hochwertiges Bike oder E-Bike effektiv absichern möchte, setzt zunehmend auf digitale Spurensucher für die Fahrrad-Ortung. Doch zwischen günstigen Bluetooth-Tags und vollwertigen GPS-Trackern liegen technisch wie praktisch Welten.
Ein unbemerkter Moment vor dem Café oder das gewaltsam geknackte Kellerschloss: Wird ein Fahrrad gestohlen, zählt für die Wiederbeschaffung jede Minute. Die moderne Fahrrad-Ortung bietet gute Voraussetzungen, dem Dieb oder den Dieben schnell auf die Schliche zu kommen. Auf dem Markt haben sich in den letzten Jahren zwei grundlegende Technologien mit völlig unterschiedlichen Ansätzen etabliert. Wir beleuchten die Vor- als auch Nachteile der einzelnen Systeme und deren Funktionsweise.
Bluetooth-Netzwerk-Tracker (Der Schwarm-Ansatz)
Die kompakten Sender senden kontinuierlich ein Bluetooth-Signal aus. Ein eigenes GPS-Modul oder Mobilfunkteil besitzen sie nicht. Die Funktion und der Erfolg der Fahrrad-Ortung basieren auf dem Schwarm-Ansatz. Fährt oder läuft ein Passant mit einem kompatiblen Smartphone an dem versteckten Sender vorbei, erfasst das Handy den Standort passiv und leitet ihn verschlüsselt an eine Server-Cloud weiter. Der erste Schritt für die Tätererfassung und den Rückerhalt des Bikes ist somit getan.
Die Vorteile sind ein sehr geringer Anschaffungspreis, extrem lange Batterielaufzeit (oft über ein Jahr) und winzige Bauformen, die sich leicht im Rahmen oder unter dem Flaschenhalter verbergen lassen. Allerdings funktioniert das Ganze nur in belebten Regionen mit hoher Smartphone-Dichte. Wird das Rad in einem abgelegenen Transporter oder einer Tiefgarage abtransportiert, reißt das Signal ab. Zudem schlagen moderne Smartphones bei fremden Sendern Alarm, was Diebe auf das Versteck aufmerksam machen kann.
Echtzeit-GPS- & LTE-Modul (Der Aktiv-Sender)
Echte Diebstahlschutz-Systeme arbeiten hingegen völlig autark. Sie kombinieren hierfür einen GPS-Empfänger mit einer eigenen SIM-Karte für die Datenübertragung. Sobald das geparkte Rad erschüttert oder aus einem definierten Radius (Geofencing) bewegt wird, schlägt das System sofort Alarm. Das Modul ermittelt per Satellit den genauen Standort und sendet diesen über das Mobilfunknetz direkt auf das Smartphone des Eigentümers. Selbst Live-Tracking in einem fahrenden Fahrzeug ist möglich.
Natürlich gibt es auch bei diesen Systemen Nachteile. Neben höheren Anschaffungskosten fallen zudem laufende Gebühren für die Datenübertragung sowie die Notwendigkeit einer Stromversorgung an. Beim E-Bike wird das System für die Fahrrad-Ortung über den Hauptakku, beim Bio-Bike über integrierte Akkus versorgt – in letzterem Fall mit notwendigen, regelmäßigen Ladezeiten, um das System am Laufen zu halten.
Fazit moderne Fahrrad-Ortung
Bluetooth-Tags eignen sich als günstige Zusatzsicherung für Gelegenheitsfahrten im urbanen Raum. Wer teure Bikes, E-Bikes oder Zubehör wirksam sichern möchte, kommt an einem fest verbauten, stromgespeisten GPS-Modul mit aktiver Alarmfunktion nicht vorbei.
Der Markt an Fahrradträgern für die Anhängerkupplung ist riesig. Besonders zwei Themen bereiten Bikern vor der Anschaffung eines neuen Modells regelrecht Kopfzerbrechen: Das hohe Gewicht von E-Bikes und die Empfindlichkeit moderner Carbonrahmen. Pünktlich zum Ferienstart in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben wir uns vier Top-Modelle für den Transport von zwei Fahrrädern der großen Hersteller Uebler und Thule herausgepickt. Welcher Träger schützt eure teuren Bikes am besten und worauf müsst ihr beim Kauf unbedingt achten?
Die Carbon-Falle: Klemmen vs. Zahnbänder
Carbonrohre sind extrem empfindlich gegen punktuellen Druck (Quetschen). Wer eine klassische Schraub-Klemme ohne Gefühl zuknallt, riskiert unsichtbare Risse im Rahmen. Träger mit normalen Klemmen erfordern bei Carbonrahmen daher zwingend einen speziellen Rahmenschutz. Eine gute Lösung moderner Fahrradträger ist die Fixierung mittels flexibler Zahnbänder mit Ratschenfunktion, die das Rohr gleichmäßig und schonend umschließen. Einen besonders materialschonenden Transport verspricht eine rahmenlose Befestigung beispielsweise an der Sattelstütze.
Das Problem mit dem Schienenabstand
Ein schweres E-MTB wiegt ohne Akku meist immer noch 22 bis 25 kg. Der Träger muss daher eine Zuladung von 60 kg insgesamt (30 kg pro Schiene) stemmen können. Doch Hand aufs Herz: Habt ihr beim Kauf schon mal auf den Schienenabstand geachtet? Liegt dieser unter 22 cm, wird es bei modernen, bulligen Boost-Hinterbauten und fetten Federgabeln verdammt eng. Unser Redaktions-Bike zeigt es schmerzhaft: Fette Scheuerstellen an der Kettenstrebe, nur weil die Räder auf einem zu schmalen Träger zu eng beieinanderstanden. Achtet also penibel auf den Abstand!
Lackabplatzer und Scheuerstellen durch zu geringen Schienenabstand
Blindflug mit der Rückfahrkamera
Ein Problem, das fast alle Kupplungsträger teilen: Sobald Fahrräder montiert sind, ist die werksseitige Rückfahrkamera des Autos im Grunde blind. Doch auch im leeren Zustand gibt es massive Unterschiede, je nachdem, wie kompakt oder offen ein Träger gebaut ist. Einen besonders innovativen Weg beschreitet Uebler bei der i-Serie, die als spezielle „DC“-Version (Distance Control) angeboten wird. Hier ist eine eigene Einparkhilfe mit Warnsensoren direkt im Kennzeichenhalter des Trägers integriert.
Die Kandidaten im Detail
Uebler – Die Leichtbau-Könige
Uebler i21 (Modelle: S / Z60 / Z90)
Das absolute Flaggschiff von Uebler besticht durch die patentierte, hebellose IQ-Kupplung: Der Träger wird einfach gerade aufgesteckt, nach unten geklappt – fest. Mit nur rund 13 kg Eigengewicht ist er ein Traum beim Handling.
Carbon-Check: Vorsicht beim i21 S (nutzt klassische Klemmen). Die moderneren Versionen i21 Z60 und Z90 setzen auf die materialschonenden Zahnbänder mit Ratschenfunktion – absolut ideal für Carbon! Zudem bieten die Z-Modelle satte 24 cm Schienenabstand – damit ist die Gefahr von Scheuerstellen gebannt. Die numerische Bezeichnung bei den Z-Varianten steht übrigens für den Abklappwinkel (60 Grad für normale Heckklappen, 90 Grad für tief reichende Heckklappen bei Vans / Bussen).
Kamera-Check: Durch die extrem filigrane, offene Bauweise bleibt die Sicht der Autokamera im leeren Zustand meist frei. Uebler bietet die i-Serie zudem als „DC“-Version (Distance Control) mit integrierten Warnsensoren im Kennzeichenhalter des Trägers an – so piept es auch dann zuverlässig, wenn Fahrräder die Sicht des Autos blockieren.
Uebler X21 S
Der bewährte, faltbare Klassiker im Sortiment. Er wird im Gegensatz zur i-Serie mit einem klassischen, großen Spannhebel auf der Kupplung fixiert.
Carbon-Check: Der X21 S nutzt die bekannten, abnehmbaren Abstandshalter mit Schraub-Klemmen. Wer hier ein Carbonbike transportiert, sollte unbedingt den optionalen Uebler-Rahmenschutz verwenden.
E-Bike- & Kamera-Check: Voll E-Bike-tauglich (60 kg Zuladung). Er lässt sich extrem kompakt zusammenfalten, verdeckt im zusammengeklappten Zustand am Heck die Rückfahrkamera des Autos im Leerlauf jedoch deutlicher als die i-Serie.
Thule – Die robusten Allrounder
Thule EasyFold XT 2
Der absolute Bestseller von Thule ist extrem robust gebaut, bringt dafür mit knapp 17 bis 18 kg aber auch deutlich mehr Gewicht auf die Waage als die Uebler-Konkurrenz. Er bietet 22 cm Schienenabstand und 60 kg Zuladung.
Carbon-Check: Die Haltearme verfügen über die AcuTight-Knöpfe, die beim Erreichen des maximalen Drehmoments „klicken“. Für Carbonrahmen schreibt Thule dennoch den Einsatz des Carbon Frame Protector (Zubehör) vor.
Kamera-Check: Der EasyFold klappt sich wie ein geschlossener Koffer zusammen. Dadurch blockiert er die Rückfahrkamera im leeren Zustand am Auto fast vollständig.
Hinweis: Aufgepasst bei Bezeichnungen wie EasyFold XT F 2. Das „F“ steht für das spezielle Fix4Bike-System. Diese Träger passen ausschließlich auf spezielle Anhängerkupplungen, die zwei zusätzliche Zapfen am Kupplungshals besitzen!
Thule Epos 2
Das innovative High-End-Modell von Thule und der absolute Champion für Carbonrahmen. Thule verzichtet hier auf starre Haltearme und nutzt stattdessen teleskopierbare Arme mit verstärkten, flexiblen Riemen.
Carbon-Check: Perfekt gelöst. Ihr müsst den empfindlichen Rahmen überhaupt nicht mehr einspannen. Der Arm kann vollkommen frei und materialschonend an der Sattelstütze oder einfach am Hinterrad fixiert werden. Dazu kommt ein gigantischer Schienenabstand von 25 cm – ideal für die fettesten E-MTBs.
Kamera-Check: Da die Haltearme flach umgeklappt werden können, steht im leeren Zustand weniger im Weg, was natürlich der Rückfahrkamera zugutekommt.
Gute Nachrichten für alle Radler in der Eifel: Der langersehnte Lückenschluss des beliebten Enzradwegs entlang der L 4 zwischen Neuerburg und dem Ortsteil Daudistel wird endlich Realität. Die Bauarbeiten für den rund 1,2 Kilometer langen neuen Abschnitt haben begonnen.
Der Enzradweg führt durch Neuerburg
Wer auf dem Enzradweg unterwegs ist, kennt das Problem: Während von Prüm über Pronsfeld und Arzfeld bis Neuerburg seit zwei Jahrzehnten entspannt auf einer alten Bahntrasse geradelt werden kann, endete der Komfort bisher in Neuerburg abrupt. Radfahrer mussten auf die kurvige und stark frequentierte L 4 ausweichen, um weiter Richtung Mettendorf zu gelangen. Erst ab Daudistel ging es wieder auf einem echten Radweg weiter. Diese gefährliche Lücke wird nun geschlossen.
Das sind die Details zum Bauprojekt:
Der Streckenabschnitt: Der neue, rund 1,2 Kilometer lange Radweg wird parallel zur L 4 in einer Breite von 2,50 Metern komplett asphaltiert und erhält beidseitig 0,5 Meter breite Bankette.
Erster Bauabschnitt läuft: Aktuell wird die Enz am Bauanfang verlegt und die ersten 425 Meter des Radwegs hergestellt.
Zeitplan: Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für Anfang 2027 geplant. Die darauffolgenden Bauabschnitte werden vom LBM Gerolstein rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Kosten: Der erste Bauabschnitt schlägt mit rund 875.000 Euro zu Buche, die komplett vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden. Im Zuge der Gesamtmaßnahme wird außerdem die sanierungsbedürftige Stützwand sowie die L 4 selbst erneuert.
Für den Radtourismus in der Westeifel und die beliebte, 280 Kilometer lange Venn-Eifel-Mosel-Route ist dieser Ausbau ein riesiger Meilenstein, der die Strecke nicht nur attraktiver, sondern vor allem um ein Vielfaches sicherer macht.
Wer sich heute ein neues E-Mountainbike in der gehobenen Klasse zulegt, steht vor einer gewaltigen Entscheidung. Der Markt wird nicht mehr nur von einem einzigen Platzhirsch dominiert, sondern hat sich zu einem echten Dreikampf entwickelt. Auf der einen Seite steht die Evolution des unangefochtenen Marktführers, auf der anderen der ewige, sportliche Jäger – und ganz neu im Ring der E-Bike Top-Antriebe mischt ein wilder Tech-Rebell die Szene auf.
Wenn man die aktuellen E-Bike Top-Systeme vergleicht, sieht man eine extrem spannende Entwicklung: Auf der einen Seite steht die etablierte Evolution mit immer feinerer Sensorik, auf der anderen Seite brachiale Kraftpakete von Quereinsteigern. Gerade weil Bosch für die Saison 2026 mit dem großen „Performance Upgrade 2.0“ per Software-Update mächtig nachgelegt hat, brennt E-Bikern eine Frage unter den Nägeln: „Brauche ich überhaupt den Newcomer, wenn die Platzhirsche so aufrüsten?“
Wir schauen uns bewusst nur die drei allgegenwärtigen Kraftpakete von Bosch, Shimano und DJI an, welche die Oberklasse aktuell bestimmen. Yamaha baut zwar technisch hervorragende, extrem langlebige Motoren (wie den PW-X3), aber auf dem europäischen Markt spielen sie im High-End-E-MTB-Bereich eher eine weniger dominante Rolle. Abseits von Giant (die den Motor als Basis für ihren eigenen „SyncDrive“ nutzen) oder Marken wie Raymon sieht man sie deutlich seltener als Bosch oder Shimano.
Die drei Kontrahenten im Überblick
Triebwerk
Max. Drehmoment
Spitzenleistung
Charakter & Fokus
Bosch Performance Line CX (Gen 5)
85 Nm(bis 120 Nm via Update)
~750 W
Der Marktführer: Das smarte, extrem feinfühlige Rundum-sorglos-Paket.
Shimano EP801
85 Nm
~600 W
Der ewige Jäger: Die sportliche, natürliche Alternative für hohe Trittfrequenzen.
DJI Avinox M2S
130 Nm(150 Nm im Boost)
1500 W
Der wilde Newcomer: Brachiale Power und Smartphone-Tech aus der Drohnenwelt.
Echte Praxis statt cleaner Hochglanz-Prospekte: Die modernen E-Bike Kraftpakete müssen auf dem Trail abliefern – und genau da fühlen sie sich auch am wohlsten.
1. Der Marktführer: Bosch Performance Line CX (Gen 5)
Bosch baut keine Motoren für Nischen, sondern liefert den absoluten Standard für die Masse auf allerhöchstem Niveau.
Der Charakter: Das sprichwörtliche „Rundum-sorglos-Paket“. In der neuesten Generation glänzt der CX vor allem durch seine sensorische Intelligenz. Der Motor liest das Gelände und den Fahrerwunsch so präzise aus, dass er quasi die Gedanken erahnt. Er schiebt extrem kraftvoll, überrascht den Fahrer aber nie mit unkontrollierten Ausbrüchen.
Die Akku-Philosophie: Striktes, geschlossenes System. Bosch setzt voll auf „Alles aus einer Hand“ mit den neuen, leichten PowerTubes (z. B. 600 oder 800 Wh). Das System läuft absolut stabil, zwingt die Bike-Hersteller aber, ihre Rahmen millimetergenau um die Bosch-Maße herumzubauen.
Der Service-Faktor: Unschlagbar. Wer im Urlaub ein Problem hat, findet an fast jeder Ecke in Europa einen Bosch-zertifizierten Händler mit passendem Diagnosegerät.
2. Der ewige Jäger: Shimano EP801
Shimano will das klassische, mechanische Mountainbike-Gefühl nicht durch reine Moped-Power ersetzen, sondern sportlich unterstützen. (Wichtig für Kenner: Die Power-Daten gelten eins zu eins auch für den etwas schwereren Aluminium-Bruder EP6!).
Der Charakter: Der „Sportler für Selbermacher“. Der EP801 belohnt eine aktive Fahrweise und hohe Trittfrequenzen. Die mechanische Integration ist phänomenal: Der Motor baut extrem kompakt, was den Herstellern erlaubt, E-MTBs mit einer verdammt schlanken, agilen Silhouette zu bauen.
Die Akku-Philosophie: Die totale Freiheit (Open Source). Shimano erlaubt den Herstellern explizit, zertifizierte Akkus von Drittanbietern zu verbauen. Dadurch gibt es am Markt Shimano-Bikes mit gewaltigen 750-Wh- oder sogar über 800-Wh-Akkus. Wer maximalen Spielraum oder optionale Range Extender (Zusatz-Akkus für die Trinkflaschenhalterung) sucht, wird hier fündig.
Der Service-Faktor: Extrem stark. Da fast jeder Radladen ohnehin Shimano-Komponenten repariert, ist die Hemmschwelle und die Ersatzteilversorgung im Fachhandel gigantisch hoch.
3. Der wilde Newcomer: DJI Avinox M2S
DJI kommt aus der Drohnenwelt, schert sich nicht um die alten Gesetze der Bike-Branche und wirbelt den Markt aktuell mächtig auf.
Der Charakter: Der „Tech-Rebell“. Wer auf nackte Zahlen steht, kriegt hier feuchte Augen. 150 Nm Drehmoment im Boost und bis zu 1500 Watt Spitzenleistung lassen die Konkurrenz auf dem Papier alt aussehen. Gesteuert wird das Ganze über ein knallhartes Smartphone-Display im Oberrohr. Ein Motor für die „Ich will das Neueste und Schnellste“-Fraktion.
Die Akku-Philosophie: Das Power-Ökosystem. Um diese brutale Leistung überhaupt abrufen zu können, benötigt das System spezielle Hochleistungszellen. DJI liefert hier hauseigene 700- oder 800-Wh-Akkus, die perfekt auf den enormen Durst des Triebwerks abgestimmt sind.
Der Service-Faktor: Das aktuelle Fragezeichen. DJI hat kein gewachsenes, flächendeckendes Händlernetz im Fahrradbereich. Im Servicefall läuft vieles noch direkt über den jeweiligen Bike-Hersteller. Hier bezahlt man den technischen Hype mit dem Risiko von längeren Wartezeiten im Ernstfall.
Fazit für den Kaufentscheid
Es gibt heute nicht mehr den einen besten Motor, sondern das passende System für das eigene Fahrprofil. Bosch bleibt die sicherste Bank für die breite Masse mit perfektem Service. Shimano ist die erste Wahl für sportliche Fahrer, die maximale Flexibilität bei der Akku-Größe und ein natürliches Fahrverhalten suchen. DJI ist das unvernünftige, faszinierende Kraftpaket für absolute Tech-Nerds, die den Status Quo auf den Trails brechen wollen.
Der Sommer läuft auf Hochtouren, die Bikes stehen bereit und ein Blick in unsere aktuellen Fraktur Leser-Charts zeigt: Ihr seid mitten in den Vorbereitungen für die nächste große Runde. Egal ob Trail oder schneller Check in der heimischen Werkstatt – diese Themen stehen bei der Fraktur-Communitygerade ganz oben auf der Liste. Hier ist unser schneller Samstags-Wegweiser zu euren aktuellen Lieblings-Beiträgen.
1. Im Werkstatt-Visier: Luftdruck und Radumfang
Bevor es auf den Trail geht, wird anscheinend noch ordentlich optimiert. Besonders heiß begehrt sind aktuell unsere praktischen Spickzettel aus der Fraktur-Werkstatt. Habt ihr euren Druck für die nächste Ausfahrt schon gecheckt?
Der schnelle Luft-Auszug: Wer für den Notfall unterwegs auf die schnellen Patronen setzt, wirft vorher einen Blick in unsere CO2-Kartuschen Reifenluftdruck-Tabelle.
Tacho-Feintuning: Damit die Kilometer auf der Tour auch exakt stimmen, hilft euch unsere Übersicht zum Radumfang messen (Tabelle).
2. Ausrüstung im Fokus: Fahrrad-Brillen und Grip am Lenker
Die staubigen Trails verlangen dem Material gerade alles ab. In unseren Testberichten klickt ihr euch besonders stark durch die Themen Bekleidung, Brillen und Protektoren. Hoch im Kurs stehen dabei diese Praxischecks:
3. Kostengünstiger und schneller Reifen (nicht nur) für Eifel-Trails
Auch unser ganz frischer Test zum Schwalbe X-One Speed schießt in den Charts direkt nach oben. Wer sein Gravelbike für die anspruchsvollen Wege der Region kostengünstig und schnell aufrüsten will, sollte sich den Express-Check auf der Startseite nicht entgehen lassen!
Und jetzt: Helm auf und ab auf die Trails – wir sehen uns irgendwo da draußen!
Der Hitzesommer 2026 läuft auf Hochtouren, und die Eifel kocht – nicht nur auf den Gravel- und MTB-Tracks der Region, sondern auch im Rahmen der Open-Air-Rockfestivals. Wenn du Bock hast, in dieser Saison ein Bikepacking-Abenteuer der besonderen Art zu erleben, kommt hier dein chronologischer Fahrplan für den perfekten Festival-Sommer.
Symbolbild / Foto: Pixabay – Pexels
1. Tollrock Festival (Schmidt / Nideggen)
Wann: 10. + 11. Juli 2026 Stil: Rock & Alternative (Mit Highlights wie Accept, H-Blockx und Life of Agony)
Das Tollrock Festival in Schmidt (bei Nideggen) steigt auf den Eifel-Höhen direkt an der Rurtalsperre. Du kannst den Tag perfekt mit einer fordernden Runde um den See oder durch die tiefen Wälder der Rureifel beginnen und pünktlich zu den Headlinern in die Festival-Atmosphäre eintauchen.
Tickets: Tages-Ticket ab 60,50 €
2. Krawall’o’Rock Open Air (Büdesheim)
Wann: 07. + 08. August 2026 Stil: Hard Rock & Heavy Metal (Line-up u. a.: Destruction, Grave Digger, Tankard, Motorjesus)
Veranstaltet wird das Event auf dem Sportplatz in Büdesheim vom Eifelkrawallos Heavy Metal Club e.V. . Hier gibt es ehrlichen, harten Sound auf die Ohren. Wichtige Zeltplatz-Regel: Laut AGB ist elektronische Musik auf dem Campingplatz verboten – hier regiert die Gitarre! Perfekt für ein langes Wochenende im Vulkaneifel-Sattel.
Tickets: Festivalticket ca. 99,90 € (inkl. Camping), Tagestickets ab ca. 59,90 €.
3. Thunder Rail Tribute Festival (Arzfeld)
Wann: 13. – 15. August 2026 Stil: Rock & Metal Tribute-Acts (Die besten Cover-Bands Europas für Rammstein, Iron Maiden, System of a Down etc.)
Das Festival steigt auf dem alten Ausstellungsgelände „Zum Bahnhof“ in Arzfeld. Und hier kommt der absolute Bikepacking-Tipp: Der wunderschöne Enz-Radweg führt direkt an Arzfeld vorbei! Schnapp dir dein Gravelbike, mach eine geniale Genusstour entlang der alten Bahntrasse und lass den Abend mit den größten Rock-Hymnen der Geschichte ausklingen.
Tickets: Wochenend-Ticket 73,44 €, Camping-Zusatz ca. 11,34 €.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache (Disclaimer):
Alle Angaben sind ohne Gewähr, Irrtümer und Änderungen bleiben ausdrücklich vorbehalten. Bevor du dich aufs Bike schwingst, checke bitte zur absoluten Sicherheit noch einmal die offiziellen Kanäle und Webseiten der jeweiligen Veranstalter.
Wer sein Gravelbike für die anspruchsvollen Wege der Eifel rüstet, muss nicht immer tief in die Tasche greifen und das neueste High-End-Material kaufen. Im Online-Handel und bei Restposten-Händlern taucht aktuell immer wieder ein alter Bekannter zu echten Kampfpreisen auf: der Schwalbe X-One Speed mit dem bewährten Profil HS 483. Wir haben den Reifen in unserem Archiv – gefahren von unserer unvergessenen Gravelspezialistin Andrea (Kimpi), hat dieses Modell nichts geschenkt bekommen.
Schwalbe X-One Speed: wenig Widerstand, überraschender Grip
Schaut man sich das HS 483 Profil aus der Nähe an, fällt sofort die flache, runde Anordnung der Profilblöcke auf der Lauffläche auf. Schwalbe setzt hier auf flache Multi-Rip-Blöcke, die auf hartem Untergrund und trockenem Schotter für einen extrem geringen Rollwiderstand sorgen. Man fliegt förmlich über die Waldwege. Für die nötige Sicherheit in den Kurven sorgen die etwas ausgeprägteren Stollen an den Reifenflanken. Gerade auf losem Untergrund krallen sich diese Stollen in den Boden, sobald man das Bike in die Kurve legt. Dass es sich beim X-One Speed um einen reinrassigen Rennreifen handelt, spürt man, sobald sich das Wetter ändert. Solange es trocken ist, glänzt das feine Profil. Sobald aber Regen einsetzt und die tiefen Waldböden in matschige Rutschbahnen verwandelt, schwindet der Grip im Gelände spürbar. Die flach profilierte Lauffläche bietet dann kaum noch Führung.
Der Schlüssel zum Erfolg: der richtige Luftdruck
Als waschechter Cross-Reifen ist der X-One Speed traditionell in der schmalen Wettkampfbreite von 33 mm (33-622) erhältlich. Wer den Komfort eines fetten 45 mm Gravelreifens sucht, wird daher definitiv Dämpfung vermissen. Der Reifen will aktiv und präzise gefahren werden. Weil der Reifen recht schmal ausfällt, ist der richtige Luftdruck extrem wichtig. Schwalbe gibt hier einen Bereich von 2,8 bis 4,8 Bar an. Wer den Reifen mit Schlauch fährt, sollte sich eher im mittleren bis oberen Bereich bewegen, um Durchschläge (Snakebites) auf groben Wegstrecken zu vermeiden. Seine wahre Stärke spielt der Reifen aus, wenn er tubeless gefahren wird. In dem Fall kann der Druck im Gelände getrost bei 3 Bar oder sogar knapp darunter liegen. Das erhöht die Reifenauflagefläche massiv, bringt den nötigen Komfort zurück ins Cockpit und bietet auch auf feuchtem Untergrund mehr Grip.
Schwalbe X-One RS Evolution Super Race: Der Nachfolger
Auf der Waage kann der Pneu seine Herkunft aus dem Rennsport nicht verleugnen: In der klassischen Evolution-Variante wiegt der Reifen gerade einmal schlanke ca. 380 Gramm. Das ist im Vergleich zu typischen, schweren Gravel-Reifen (die oft bei 450 bis 550 Gramm liegen) eine echte Ansage und sorgt für eine spürbar agilere Beschleunigung am Berg. Wer den Reifen heute nicht mehr als Restposten ergattern kann, findet die moderne Weiterentwicklung dieses Konzepts unter neuem Namen im Laden: Schwalbe X-One RS Evolution Super Race. Er setzt auf eine nochmals überarbeitete, schuppenartige Lauffläche und die modernere Addix-Race-Gummimischung samt „Super Race“-Karkasse für ein noch geschmeidigeres Abrollverhalten. Das extrem niedrige Gewicht von rund 380 Gramm ist geblieben.
Fazit Schwalbe X-One Speed (HS 483)
Wer den Schwalbe X-One Speed (HS 483) als günstiges Schnäppchen im Netz entdeckt, kann für die trockene Saison, das späte Frühjahr und den goldenen Herbst bedenkenlos zugreifen. Kein Reifen für den tiefen Wintermatsch, aber eine absolute Rakete für schnelle, sportliche Runden in Mittelgebirgen wie der Eifel – und der Beweis, dass man nicht immer das teuerste und neueste Modell braucht, um brutalen Vortrieb und ordentlich Grip zu haben.