32 Zoll im Weltcup: Läutet Van Rysel mit dem RCR-XC das Ende von 29 Zoll ein?

Die Gerüchteküche brodelte schon länger, jetzt ist es offiziell: Mit dem RCR-XC präsentiert die Performance-Marke Van Rysel ihr erstes Cross-Country-Fully – und setzt direkt auf das hitzig diskutierte Format von 32-Zoll-Laufrädern. Während Decathlon damit ein echtes Ausrufezeichen im Profi-Zirkus setzt, stellt sich für den Fachhandel und Mountainbiker die entscheidende Frage: Läuten die Franzosen hier gerade das Ende von 29 Zoll ein oder sehen wir einen hochspezialisierten Technologieträger für den Weltcup?

Man muss es der Entwicklungsabteilung in Lille lassen: Der Einstieg von Van Rysel in den Mountainbike-Sektor ist marketingtechnisch ein absoluter Schachzug. Nach den Erfolgen im Straßen-World-Tour-Bereich übernimmt die Marke nun das Ruder im XC-Weltcup beim Team Decathlon Ford. Anstatt jedoch ein konventionelles 29er-XC-Bike vorzustellen, springt man direkt auf das Thema 32-Zoll. Das bringt Van Rysel sofort in die weltweiten Schlagzeilen und wäscht das Image der Einsteigermarke endgültig rein. Dass Decathlon Daten seit den Olympischen Spielen 2024 ausgewertet hat und in Sachen Aerodynamik und Kinematik enge Kooperationen nutzt, unterstreicht den enormen Entwicklungsaufwand hinter dem Projekt.

32 Zoll im Weltcup: Läutet Van Rysel das Ende von 29 Zoll ein?
Etablierter Trail-Standard: 29-Zoll-Fullies bieten für die breite Masse nach wie vor das beste Verhältnis aus Überrollverhalten, Agilität und Ergonomie

Was spricht für 32 Zoll auf der Rennstrecke?

Physikalisch bringt das deutlich größere Laufrad auf modernen XC-Kursen unbestreitbare Vorteile mit sich. Durch den spürbar flacheren Anstellwinkel schluckt ein 32-Zoll-Rad Steine, dicke Wurzelteppiche und harte Absätze deutlich geschmeidiger als ein klassisches 29-Zoll-Rad. Ist die rotierende Masse erst einmal auf Renntempo gebracht, hält das Rad den Schwung auf flachen sowie welligen Highspeed-Passagen extrem effizient. Darüber hinaus sorgt die größere Auflagefläche des Reifens für spürbar höhere Traktionsreserven in schnellen Kurven und steilen Uphill-Passagen.

Blick auf die Praxis: Warum 29 Zoll im Breitensport das Maß der Dinge bleibt

Bei aller Faszination für das Weltcup-Konzept lohnt sich der physikalische und ergonomische Realitätscheck für den normalen Biker. Ein 32-Zoll-Laufrad verlangt nach enorm viel Bauraum im Rahmen. Um das Cockpit durch die lange Gabel und den riesigen Raddurchmesser nicht extrem hoch bauen zu müssen, greift Van Rysel zu extremen Mitteln: Das integrierte Monocoque-Cockpit fällt mit einem extrem steilen Negative-Rise drastisch nach unten ab, um die Hände auf eine renntaugliche Griffhöhe zu bringen. Diese gewöhnungsbedürftige Konstruktion erinnert stark an die radikalen Lösungsansätze aus den Anfangstagen der 29er.

Für Fahrerinnen und Fahrer unter etwa 1,80 Metern Körpergröße wird es trotz solcher Kniffe extrem schwer, eine sportlich-effiziente Sitzposition ohne massive Toe-Overlap-Probleme zu realisieren, bei denen der Fuß beim Lenken am Vorderrad anstößt. Zudem fordert die höhere rotierende Masse ihren Tribut im Handling. In sehr engen, verwinkelten Kehren oder bei explosiven Antritten aus Schrittgeschwindigkeit heraus erfordert das große Rad spürbar mehr Körpereinsatz. Hinzu kommt das derzeit noch fehlende Ökosystem am Markt: Passende Reifen herkömmlicher Marken, abgestimmte Federgabeln und Serienfelgen existieren aktuell fast ausschließlich als Spezialanfertigungen oder Prototypen für Werksteams.

Fazit: Spektakulärer Technologieträger statt Breitensport-Standard

Van Rysel gebührt Respekt für den Mut, das Thema 32 Zoll auf Weltcup-Niveau umzusetzen und die Grenzen des Machbaren auszuloten. Das RCR-XC ist eine faszinierende Rennmaschine, die auf schnellen Kursen unter hochgewachsenen Profis ihre Trümpfe ausspielen wird. Für den Breitenmarkt, den Fachhandel und den Großteil aller Mountainbiker bleibt die Entwarnung jedoch bestehen: 29 Zoll ist nicht über Nacht veraltet. Die physikalischen Gegebenheiten bei Körpergröße, Beschleunigung und Handling machen 29 Zoll nach wie vor zum besten Allround-Kompromiss für die Masse.

Der perfekte Reifen für den Herbst: Schnell und sicher auf wechselhaften Untergründen

Wenn der goldene Herbst einzieht, ändert sich der Waldboden schlagartig. Nasse Wurzeln, schmieriger Lehm und unter Blättern verborgene Steine stellen Mountainbiker vor völlig neue Herausforderungen. Um bei wechselhaften Bodenverhältnissen nicht die Kontrolle zu verlieren, kommt es vor allem auf das Zusammenspiel von Gummimischung, Profilgestaltung und dem passenden Werkstatt-Setup an. Wir zeigen dir, worauf du jetzt achten solltest.

Ob ein Reifen auf feuchten Steinen und schmierigen Wurzeln verlässlich haftet oder schlagartig wegrutscht, entscheidet unter anderem die verwendete Gummimischung. Der Härtegrad des Materials wird technisch in Shore A. Als Grundregel gilt: Je kleiner der Zahlenwert, desto weicher und griffiger ist der Gummi. Diese Elastizität sorgt dafür, dass sich der Reifen buchstäblich an den Untergrund festklebt. Allerdings steigt mit zunehmender Weichheit auch der Rollwiderstand, weshalb die Hersteller auf ausgefeilte Mehrfach-Mischungen setzen. Die Reifenproduzenten verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze.

Der perfekte Reifen für den Herbst: Schnell und sicher auf wechselhaften Untergründen

Die unterschiedlichen Gummimischungen der Reifenhersteller

Maxxis nutzt bei seinen 3C-Technologien drei verschiedene Härtegrade in einem Reifen. Während die extrem weiche MaxxGrip-Mischung an der Front für maximale Dämpfung und Traktion auf nassen Wurzeln sorgt, bietet das etwas härtere MaxxTerra am Hinterrad einen passablen Kompromiss aus Grip und Vortrieb. Schwalbe teilt seine Addix-Mischungen farblich ein: Das violette Addix Ultra Soft richtet sich an Fahrer, die auch bei niedrigen Temperaturen nicht auf Grip verzichten wollen, während das orange Addix Soft als idealer Allrounder für den Herbst gilt.

Continental sorgt mit den gestaffelten Gravity BlackChili-Mischungen wie SuperSoft für Grip auf dem Trail. Hersteller wie Michelin und Goodyear stimmen die Stollenhärten gezielt so ab, dass der Reifen auch bei starker Schräglage im Matsch stabil bleibt. Einen großen Einfluss auf die Gummimischungen hat allerdings die Temperatur. Besonders extrem weiche High-Grip-Mischungen verhärten bei einstelligen Temperaturen und büßen an Elastizität ein. Das liegt an der sogenannten Glass Transition. Die Glasübergangstemperatur dieser Mischungen ist recht hoch, wodurch die Reifen bei Unterschreitung schlagartig ihre Haupteigenschaften verlieren.

Warum die Selbstreinigung des Reifens im Herbst extrem wichtig ist

Die beste und weichste Gummimischung nützt dir jedoch wenig, wenn sich das Profil mit nasser Erde zusetzt und der Reifen innerhalb weniger Meter zum profillosen Slick mutiert. Im Herbst ist deshalb ein ausgeprägtes, offenes Profil wichtig. Große Abstände zwischen den einzelnen Profilblöcken sorgen dafür, dass die Fliehkraft bei steigender Geschwindigkeit den aufgenommenen Matsch effektiv aus den Zwischenräumen schleudert. Durch diesen Selbstreinigungseffekt bleibt der Reifen auch auf feuchten Trails griffig.

Feine Einkerbungen in den Stollen, sogenannte Lamellen oder Sipes, spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Sie verleihen den einzelnen Profilblöcken mehr Flexibilität, wodurch sich das Profil an die kleinsten Unebenheiten glatter Wurzeln anschmiegen kann. Für die nötige Führung in aufgeweichten Kurven und Anliegern sorgen wiederum massiv abgestützte Seitenstollen. Sie verhindern das gefürchtete Wegrutschen des Rades, wenn man mit Schwung in schlammige Streckenabschnitte sticht.

Der Werkstatt-Hack: Luftdruck und Reifensetup anpassen

Neben der Wahl des richtigen Reifens lässt sich auch über das Setup in der eigenen Werkstatt enorm viel Traktion herausholen. Der einfachste Kniff besteht darin, den Reifendruck gegenüber dem Sommer-Setup um etwa 0,2 bis 0,3 bar zu senken. Durch den geringeren Luftdruck in den Mountainbike-Reifen vergrößert sich die Auflagefläche des Gummis auf dem Boden spürbar, was wiederum zu deutlich mehr Traktion und Dämpfung auf wechselhaften Untergründen führt.

Um bei niedrigerem Luftdruck Beschädigungen an der Felge durch harte Durchschläge auf Wurzeln oder Steinen zu vermeiden, empfiehlt sich am Hinterrad der Einsatz von Tubeless-Inserts aus Schaumstoff. Als bewährte Daumenregel für die kühle Jahreszeit gilt zudem: Vorne wird auf maximale Klebewirkung und Führung gesetzt, während hinten eine etwas schneller rollende Variante für den nötigen Vortrieb sorgt. Mit diesem abgestimmten Setup lässt sich die Mountainbike-Saison ohne Rutschpartien bis in den Winter verlängern.

Schlauchlos oder doch besser mit Schlauch? Tubeless, Butyl und TPU im Vergleich

Seit vielen Jahren gilt Tubeless als das Maß aller Dinge für geringen Rollwiderstand und maximalen Pannenschutz. Doch mit dem Aufstieg von TPU (Thermoplastisches Polyurethan) bekommen die klassischen Systeme Butyl und Tubeless jetzt allerdings starke Konkurrenz. Bringt der moderne Hightech-Kunststoff wirklich das Beste aus zwei Welten zusammen?

Schlauchlos oder doch besser mit Schlauch? Tubeless, Butyl und TPU im Vergleich

Der klassische Butylschlauch aus schwarzem Gummi ist seit Jahrzehnten der Standard auf Straßen und Trails. Er ist günstig, robust beim Aufpumpen und überall erhältlich. Allerdings hat er zwei große Nachteile. Der Schlauch hat ein recht hohes Gewicht und erzeugt durch die innere Reibung am Reifen einen spürbar höheren Rollwiderstand. Wer sein Rad tunen möchte, findet im Butylschlauch somit den ersten Verbesserungspunkt.

Schlauchlose Systeme eliminieren die interne Reibung komplett und bieten durch die flüssige Dichtmilch den besten Schutz vor kleinen Durchstichen. Ein Loch verklebt meist, bevor man es überhaupt bemerkt. Der Preis dafür ist jedoch ein erhöhter Aufwand. Die Erstmontage ohne Kompressor oder Air-Booster kann sehr frustrierend sein, die Dichtmilch muss regelmäßig erneuert werden und bei längeren Standzeiten droht das Verkleben der Ventile.

TPU: Leicht, dünn und erstaunlich pannensicher

Das Material des TPU-Schlauchs ist extrem dünn und rückt als Ganzes in Sachen Gewicht und Rollwiderstand extrem nah an Tubeless heran. Entgegen der weitverbreiteten Vermutung ist das dünne Material tatsächlich gar nicht so empfindlich und sogar deutlich pannensicherer als Butyl. Grenzen setzt TPU allerdings beim Aufpumpen außerhalb des Reifens und bei hohen Temperaturen, weshalb beispielsweise bei Felgenbremsen von TPU-Schläuchen abzuraten ist.

Ein defekter TPU-Schlauch lässt sich hervorragend reparieren, allerdings nicht mit dem klassischen Gummiflicken und Vulkanisiermittel. Wichtig für die Werkstatt: TPU-Schläuche dürfen niemals mit Schmirgelpapier angeraut werden, da die dünne Schicht sofort beschädigt würde. Stattdessen nutzt man spezielle, selbstklebende TPU-Patches: Die Stelle einfach mit etwas Alkohol reinigen, Patch aufkleben und andrücken. Das war’s.

Fazit: Schlauchlos oder doch besser mit Schlauch?

Der klassische Butylschlauch hat keineswegs ausgedient: Er bleibt unschlagbar günstig, ist extrem unkompliziert und überall erhältlich. Wer jedoch das Maximum an Pannensicherheit auf Trails sucht und den Pflegeaufwand nicht scheut, greift weiterhin zu Tubeless. TPU schließt die Lücke zwischen den beiden Welten perfekt. Es bietet das ideale Upgrade für alle, die ihr Bike spürbar leichter und schneller machen wollen, ohne sich mit Dichtmilch herumzuärgern.

Moderne Fahrrad-Ortung: Welches System bietet die beste Absicherung?

Entschlossene und auf hochwertige Bikes spezialisierte Diebe lassen sich von mechanischen Schlössern wenig beeindrucken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das hartnäckigste Schloss klein beigibt. Erschreckend ist, wie schnell sich teilweise Schlösser knacken lassen. Wer sein hochwertiges Bike oder E-Bike effektiv absichern möchte, setzt zunehmend auf digitale Spurensucher für die Fahrrad-Ortung. Doch zwischen günstigen Bluetooth-Tags und vollwertigen GPS-Trackern liegen technisch wie praktisch Welten.

Ein unbemerkter Moment vor dem Café oder das gewaltsam geknackte Kellerschloss: Wird ein Fahrrad gestohlen, zählt für die Wiederbeschaffung jede Minute. Die moderne Fahrrad-Ortung bietet gute Voraussetzungen, dem Dieb oder den Dieben schnell auf die Schliche zu kommen. Auf dem Markt haben sich in den letzten Jahren zwei grundlegende Technologien mit völlig unterschiedlichen Ansätzen etabliert. Wir beleuchten die Vor- als auch Nachteile der einzelnen Systeme und deren Funktionsweise.

Moderne Fahrrad-Ortung: Welches System bietet die beste Absicherung?

Bluetooth-Netzwerk-Tracker (Der Schwarm-Ansatz)

Die kompakten Sender senden kontinuierlich ein Bluetooth-Signal aus. Ein eigenes GPS-Modul oder Mobilfunkteil besitzen sie nicht. Die Funktion und der Erfolg der Fahrrad-Ortung basieren auf dem Schwarm-Ansatz. Fährt oder läuft ein Passant mit einem kompatiblen Smartphone an dem versteckten Sender vorbei, erfasst das Handy den Standort passiv und leitet ihn verschlüsselt an eine Server-Cloud weiter. Der erste Schritt für die Tätererfassung und den Rückerhalt des Bikes ist somit getan.

Die Vorteile sind ein sehr geringer Anschaffungspreis, extrem lange Batterielaufzeit (oft über ein Jahr) und winzige Bauformen, die sich leicht im Rahmen oder unter dem Flaschenhalter verbergen lassen. Allerdings funktioniert das Ganze nur in belebten Regionen mit hoher Smartphone-Dichte. Wird das Rad in einem abgelegenen Transporter oder einer Tiefgarage abtransportiert, reißt das Signal ab. Zudem schlagen moderne Smartphones bei fremden Sendern Alarm, was Diebe auf das Versteck aufmerksam machen kann.

Echtzeit-GPS- & LTE-Modul (Der Aktiv-Sender)

Echte Diebstahlschutz-Systeme arbeiten hingegen völlig autark. Sie kombinieren hierfür einen GPS-Empfänger mit einer eigenen SIM-Karte für die Datenübertragung. Sobald das geparkte Rad erschüttert oder aus einem definierten Radius (Geofencing) bewegt wird, schlägt das System sofort Alarm. Das Modul ermittelt per Satellit den genauen Standort und sendet diesen über das Mobilfunknetz direkt auf das Smartphone des Eigentümers. Selbst Live-Tracking in einem fahrenden Fahrzeug ist möglich.

Natürlich gibt es auch bei diesen Systemen Nachteile. Neben höheren Anschaffungskosten fallen zudem laufende Gebühren für die Datenübertragung sowie die Notwendigkeit einer Stromversorgung an. Beim E-Bike wird das System für die Fahrrad-Ortung über den Hauptakku, beim Bio-Bike über integrierte Akkus versorgt – in letzterem Fall mit notwendigen, regelmäßigen Ladezeiten, um das System am Laufen zu halten.

Fazit moderne Fahrrad-Ortung

Bluetooth-Tags eignen sich als günstige Zusatzsicherung für Gelegenheitsfahrten im urbanen Raum. Wer teure Bikes, E-Bikes oder Zubehör wirksam sichern möchte, kommt an einem fest verbauten, stromgespeisten GPS-Modul mit aktiver Alarmfunktion nicht vorbei.

Fahrradträger für die Anhängerkupplung: Uebler und Thule im Vergleich

Der Markt an Fahrradträgern für die Anhängerkupplung ist riesig. Besonders zwei Themen bereiten Bikern vor der Anschaffung eines neuen Modells regelrecht Kopfzerbrechen: Das hohe Gewicht von E-Bikes und die Empfindlichkeit moderner Carbonrahmen. Pünktlich zum Ferienstart in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben wir uns vier Top-Modelle für den Transport von zwei Fahrrädern der großen Hersteller Uebler und Thule herausgepickt. Welcher Träger schützt eure teuren Bikes am besten und worauf müsst ihr beim Kauf unbedingt achten?

Fahrradträgern für die Anhängerkupplung

Die Carbon-Falle: Klemmen vs. Zahnbänder

Carbonrohre sind extrem empfindlich gegen punktuellen Druck (Quetschen). Wer eine klassische Schraub-Klemme ohne Gefühl zuknallt, riskiert unsichtbare Risse im Rahmen. Träger mit normalen Klemmen erfordern bei Carbonrahmen daher zwingend einen speziellen Rahmenschutz. Eine gute Lösung moderner Fahrradträger ist die Fixierung mittels flexibler Zahnbänder mit Ratschenfunktion, die das Rohr gleichmäßig und schonend umschließen. Einen besonders materialschonenden Transport verspricht eine rahmenlose Befestigung beispielsweise an der Sattelstütze.

Das Problem mit dem Schienenabstand

Ein schweres E-MTB wiegt ohne Akku meist immer noch 22 bis 25 kg. Der Träger muss daher eine Zuladung von 60 kg insgesamt (30 kg pro Schiene) stemmen können. Doch Hand aufs Herz: Habt ihr beim Kauf schon mal auf den Schienenabstand geachtet? Liegt dieser unter 22 cm, wird es bei modernen, bulligen Boost-Hinterbauten und fetten Federgabeln verdammt eng. Unser Redaktions-Bike zeigt es schmerzhaft: Fette Scheuerstellen an der Kettenstrebe, nur weil die Räder auf einem zu schmalen Träger zu eng beieinanderstanden. Achtet also penibel auf den Abstand!

Fahrradträgern für die Anhängerkupplung
Lackabplatzer und Scheuerstellen durch zu geringen Schienenabstand

Blindflug mit der Rückfahrkamera

Ein Problem, das fast alle Kupplungsträger teilen: Sobald Fahrräder montiert sind, ist die werksseitige Rückfahrkamera des Autos im Grunde blind. Doch auch im leeren Zustand gibt es massive Unterschiede, je nachdem, wie kompakt oder offen ein Träger gebaut ist. Einen besonders innovativen Weg beschreitet Uebler bei der i-Serie, die als spezielle „DC“-Version (Distance Control) angeboten wird. Hier ist eine eigene Einparkhilfe mit Warnsensoren direkt im Kennzeichenhalter des Trägers integriert.

Die Kandidaten im Detail

Uebler – Die Leichtbau-Könige

Uebler i21 (Modelle: S / Z60 / Z90)

Das absolute Flaggschiff von Uebler besticht durch die patentierte, hebellose IQ-Kupplung: Der Träger wird einfach gerade aufgesteckt, nach unten geklappt – fest. Mit nur rund 13 kg Eigengewicht ist er ein Traum beim Handling.

  • Carbon-Check: Vorsicht beim i21 S (nutzt klassische Klemmen). Die moderneren Versionen i21 Z60 und Z90 setzen auf die materialschonenden Zahnbänder mit Ratschenfunktion – absolut ideal für Carbon! Zudem bieten die Z-Modelle satte 24 cm Schienenabstand – damit ist die Gefahr von Scheuerstellen gebannt. Die numerische Bezeichnung bei den Z-Varianten steht übrigens für den Abklappwinkel (60 Grad für normale Heckklappen, 90 Grad für tief reichende Heckklappen bei Vans / Bussen).
  • Kamera-Check: Durch die extrem filigrane, offene Bauweise bleibt die Sicht der Autokamera im leeren Zustand meist frei. Uebler bietet die i-Serie zudem als „DC“-Version (Distance Control) mit integrierten Warnsensoren im Kennzeichenhalter des Trägers an – so piept es auch dann zuverlässig, wenn Fahrräder die Sicht des Autos blockieren.

Uebler X21 S

Der bewährte, faltbare Klassiker im Sortiment. Er wird im Gegensatz zur i-Serie mit einem klassischen, großen Spannhebel auf der Kupplung fixiert.

  • Carbon-Check: Der X21 S nutzt die bekannten, abnehmbaren Abstandshalter mit Schraub-Klemmen. Wer hier ein Carbonbike transportiert, sollte unbedingt den optionalen Uebler-Rahmenschutz verwenden.
  • E-Bike- & Kamera-Check: Voll E-Bike-tauglich (60 kg Zuladung). Er lässt sich extrem kompakt zusammenfalten, verdeckt im zusammengeklappten Zustand am Heck die Rückfahrkamera des Autos im Leerlauf jedoch deutlicher als die i-Serie.

Thule – Die robusten Allrounder

Thule EasyFold XT 2

Der absolute Bestseller von Thule ist extrem robust gebaut, bringt dafür mit knapp 17 bis 18 kg aber auch deutlich mehr Gewicht auf die Waage als die Uebler-Konkurrenz. Er bietet 22 cm Schienenabstand und 60 kg Zuladung.

  • Carbon-Check: Die Haltearme verfügen über die AcuTight-Knöpfe, die beim Erreichen des maximalen Drehmoments „klicken“. Für Carbonrahmen schreibt Thule dennoch den Einsatz des Carbon Frame Protector (Zubehör) vor.
  • Kamera-Check: Der EasyFold klappt sich wie ein geschlossener Koffer zusammen. Dadurch blockiert er die Rückfahrkamera im leeren Zustand am Auto fast vollständig.

Hinweis: Aufgepasst bei Bezeichnungen wie EasyFold XT F 2. Das „F“ steht für das spezielle Fix4Bike-System. Diese Träger passen ausschließlich auf spezielle Anhängerkupplungen, die zwei zusätzliche Zapfen am Kupplungshals besitzen!

Thule Epos 2

Das innovative High-End-Modell von Thule und der absolute Champion für Carbonrahmen. Thule verzichtet hier auf starre Haltearme und nutzt stattdessen teleskopierbare Arme mit verstärkten, flexiblen Riemen.

  • Carbon-Check: Perfekt gelöst. Ihr müsst den empfindlichen Rahmen überhaupt nicht mehr einspannen. Der Arm kann vollkommen frei und materialschonend an der Sattelstütze oder einfach am Hinterrad fixiert werden. Dazu kommt ein gigantischer Schienenabstand von 25 cm – ideal für die fettesten E-MTBs.
  • Kamera-Check: Da die Haltearme flach umgeklappt werden können, steht im leeren Zustand weniger im Weg, was natürlich der Rückfahrkamera zugutekommt.

Übersicht Fahrradträger für die Anhängerkupplung

KriteriumUebler i21 (Z-Serie)Uebler X21 SThule EasyFold XT 2Thule Epos 2
Max. Zuladung60 kg (E-Bike-ready)60 kg (E-Bike-ready)60 kg (E-Bike-ready)60 kg (E-Bike-ready)
Schienenabstand24 cm (sehr groß)22 cm22 cm25 cm (maximal)
KupplungssystemIQ-Kupplung (hebellos)SpannhebelSpannhebel (auch als Fix4Bike „F“)Spannhebel
Carbon-EignungSehr gut (Zahnbänder)Nur mit ProtektorNur mit ProtektorHervorragend (Rahmenlos)
RückfahrkameraSehr gut / Option auf eigene Sensoren (DC)Befriedigend (im Leerbetrieb)Eingeschränkt (Kofferform)Gut (Arme klappbar)

Lückenschluss am Enzradweg – Bauarbeiten bei Neuerburg gestartet

Lückenschluss am Enzradweg - Bauarbeiten bei Neuerburg gestartet!

Gute Nachrichten für alle Radler in der Eifel: Der langersehnte Lückenschluss des beliebten Enzradwegs entlang der L 4 zwischen Neuerburg und dem Ortsteil Daudistel wird endlich Realität. Die Bauarbeiten für den rund 1,2 Kilometer langen neuen Abschnitt haben begonnen.

Lückenschluss am Enzradweg - Bauarbeiten bei Neuerburg gestartet!
Der Enzradweg führt durch Neuerburg

Wer auf dem Enzradweg unterwegs ist, kennt das Problem: Während von Prüm über Pronsfeld und Arzfeld bis Neuerburg seit zwei Jahrzehnten entspannt auf einer alten Bahntrasse geradelt werden kann, endete der Komfort bisher in Neuerburg abrupt. Radfahrer mussten auf die kurvige und stark frequentierte L 4 ausweichen, um weiter Richtung Mettendorf zu gelangen. Erst ab Daudistel ging es wieder auf einem echten Radweg weiter. Diese gefährliche Lücke wird nun geschlossen.

Das sind die Details zum Bauprojekt:

  • Der Streckenabschnitt: Der neue, rund 1,2 Kilometer lange Radweg wird parallel zur L 4 in einer Breite von 2,50 Metern komplett asphaltiert und erhält beidseitig 0,5 Meter breite Bankette.
  • Erster Bauabschnitt läuft: Aktuell wird die Enz am Bauanfang verlegt und die ersten 425 Meter des Radwegs hergestellt.
  • Zeitplan: Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für Anfang 2027 geplant. Die darauffolgenden Bauabschnitte werden vom LBM Gerolstein rechtzeitig bekannt gegeben.
  • Die Kosten: Der erste Bauabschnitt schlägt mit rund 875.000 Euro zu Buche, die komplett vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden. Im Zuge der Gesamtmaßnahme wird außerdem die sanierungsbedürftige Stützwand sowie die L 4 selbst erneuert.

Für den Radtourismus in der Westeifel und die beliebte, 280 Kilometer lange Venn-Eifel-Mosel-Route ist dieser Ausbau ein riesiger Meilenstein, der die Strecke nicht nur attraktiver, sondern vor allem um ein Vielfaches sicherer macht.

Moderner E-MTB-Dreikampf: Die E-Bike Top-Antriebe der Oberklasse im System-Check

Die E-Bike Top-Antriebe der Oberklasse im System-Check

Wer sich heute ein neues E-Mountainbike in der gehobenen Klasse zulegt, steht vor einer gewaltigen Entscheidung. Der Markt wird nicht mehr nur von einem einzigen Platzhirsch dominiert, sondern hat sich zu einem echten Dreikampf entwickelt. Auf der einen Seite steht die Evolution des unangefochtenen Marktführers, auf der anderen der ewige, sportliche Jäger – und ganz neu im Ring der E-Bike Top-Antriebe mischt ein wilder Tech-Rebell die Szene auf.

Wenn man die aktuellen E-Bike Top-Systeme vergleicht, sieht man eine extrem spannende Entwicklung: Auf der einen Seite steht die etablierte Evolution mit immer feinerer Sensorik, auf der anderen Seite brachiale Kraftpakete von Quereinsteigern. Gerade weil Bosch für die Saison 2026 mit dem großen „Performance Upgrade 2.0“ per Software-Update mächtig nachgelegt hat, brennt E-Bikern eine Frage unter den Nägeln: „Brauche ich überhaupt den Newcomer, wenn die Platzhirsche so aufrüsten?“  

Wir schauen uns bewusst nur die drei allgegenwärtigen Kraftpakete von Bosch, Shimano und DJI an, welche die Oberklasse aktuell bestimmen. Yamaha baut zwar technisch hervorragende, extrem langlebige Motoren (wie den PW-X3), aber auf dem europäischen Markt spielen sie im High-End-E-MTB-Bereich eher eine weniger dominante Rolle. Abseits von Giant (die den Motor als Basis für ihren eigenen „SyncDrive“ nutzen) oder Marken wie Raymon sieht man sie deutlich seltener als Bosch oder Shimano.

Die drei Kontrahenten im Überblick

TriebwerkMax. DrehmomentSpitzenleistungCharakter & Fokus
Bosch Performance Line CX (Gen 5)85 Nm (bis 120 Nm via Update)~750 WDer Marktführer: Das smarte, extrem feinfühlige Rundum-sorglos-Paket.
Shimano EP80185 Nm~600 WDer ewige Jäger: Die sportliche, natürliche Alternative für hohe Trittfrequenzen.
DJI Avinox M2S130 Nm (150 Nm im Boost)1500 WDer wilde Newcomer: Brachiale Power und Smartphone-Tech aus der Drohnenwelt.
Die E-Bike Top-Antriebe der Oberklasse im System-Check
Echte Praxis statt cleaner Hochglanz-Prospekte: Die modernen E-Bike Kraftpakete müssen auf dem Trail abliefern – und genau da fühlen sie sich auch am wohlsten.

1. Der Marktführer: Bosch Performance Line CX (Gen 5)

Bosch baut keine Motoren für Nischen, sondern liefert den absoluten Standard für die Masse auf allerhöchstem Niveau.

  • Der Charakter: Das sprichwörtliche „Rundum-sorglos-Paket“. In der neuesten Generation glänzt der CX vor allem durch seine sensorische Intelligenz. Der Motor liest das Gelände und den Fahrerwunsch so präzise aus, dass er quasi die Gedanken erahnt. Er schiebt extrem kraftvoll, überrascht den Fahrer aber nie mit unkontrollierten Ausbrüchen.
  • Die Akku-Philosophie: Striktes, geschlossenes System. Bosch setzt voll auf „Alles aus einer Hand“ mit den neuen, leichten PowerTubes (z. B. 600 oder 800 Wh). Das System läuft absolut stabil, zwingt die Bike-Hersteller aber, ihre Rahmen millimetergenau um die Bosch-Maße herumzubauen.
  • Der Service-Faktor: Unschlagbar. Wer im Urlaub ein Problem hat, findet an fast jeder Ecke in Europa einen Bosch-zertifizierten Händler mit passendem Diagnosegerät.

2. Der ewige Jäger: Shimano EP801

Shimano will das klassische, mechanische Mountainbike-Gefühl nicht durch reine Moped-Power ersetzen, sondern sportlich unterstützen. (Wichtig für Kenner: Die Power-Daten gelten eins zu eins auch für den etwas schwereren Aluminium-Bruder EP6!).

  • Der Charakter: Der „Sportler für Selbermacher“. Der EP801 belohnt eine aktive Fahrweise und hohe Trittfrequenzen. Die mechanische Integration ist phänomenal: Der Motor baut extrem kompakt, was den Herstellern erlaubt, E-MTBs mit einer verdammt schlanken, agilen Silhouette zu bauen.
  • Die Akku-Philosophie: Die totale Freiheit (Open Source). Shimano erlaubt den Herstellern explizit, zertifizierte Akkus von Drittanbietern zu verbauen. Dadurch gibt es am Markt Shimano-Bikes mit gewaltigen 750-Wh- oder sogar über 800-Wh-Akkus. Wer maximalen Spielraum oder optionale Range Extender (Zusatz-Akkus für die Trinkflaschenhalterung) sucht, wird hier fündig.
  • Der Service-Faktor: Extrem stark. Da fast jeder Radladen ohnehin Shimano-Komponenten repariert, ist die Hemmschwelle und die Ersatzteilversorgung im Fachhandel gigantisch hoch.

3. Der wilde Newcomer: DJI Avinox M2S

DJI kommt aus der Drohnenwelt, schert sich nicht um die alten Gesetze der Bike-Branche und wirbelt den Markt aktuell mächtig auf.

  • Der Charakter: Der „Tech-Rebell“. Wer auf nackte Zahlen steht, kriegt hier feuchte Augen. 150 Nm Drehmoment im Boost und bis zu 1500 Watt Spitzenleistung lassen die Konkurrenz auf dem Papier alt aussehen. Gesteuert wird das Ganze über ein knallhartes Smartphone-Display im Oberrohr. Ein Motor für die „Ich will das Neueste und Schnellste“-Fraktion.
  • Die Akku-Philosophie: Das Power-Ökosystem. Um diese brutale Leistung überhaupt abrufen zu können, benötigt das System spezielle Hochleistungszellen. DJI liefert hier hauseigene 700- oder 800-Wh-Akkus, die perfekt auf den enormen Durst des Triebwerks abgestimmt sind.
  • Der Service-Faktor: Das aktuelle Fragezeichen. DJI hat kein gewachsenes, flächendeckendes Händlernetz im Fahrradbereich. Im Servicefall läuft vieles noch direkt über den jeweiligen Bike-Hersteller. Hier bezahlt man den technischen Hype mit dem Risiko von längeren Wartezeiten im Ernstfall.

Fazit für den Kaufentscheid

Es gibt heute nicht mehr den einen besten Motor, sondern das passende System für das eigene Fahrprofil. Bosch bleibt die sicherste Bank für die breite Masse mit perfektem Service. Shimano ist die erste Wahl für sportliche Fahrer, die maximale Flexibilität bei der Akku-Größe und ein natürliches Fahrverhalten suchen. DJI ist das unvernünftige, faszinierende Kraftpaket für absolute Tech-Nerds, die den Status Quo auf den Trails brechen wollen.

Special: Euer Klick-Barometer – Was die Fraktur-Community dieses Wochenende bewegt

Der Sommer läuft auf Hochtouren, die Bikes stehen bereit und ein Blick in unsere aktuellen Fraktur Leser-Charts zeigt: Ihr seid mitten in den Vorbereitungen für die nächste große Runde. Egal ob Trail oder schneller Check in der heimischen Werkstatt – diese Themen stehen bei der Fraktur-Community gerade ganz oben auf der Liste. Hier ist unser schneller Samstags-Wegweiser zu euren aktuellen Lieblings-Beiträgen.

1. Im Werkstatt-Visier: Luftdruck und Radumfang

Bevor es auf den Trail geht, wird anscheinend noch ordentlich optimiert. Besonders heiß begehrt sind aktuell unsere praktischen Spickzettel aus der Fraktur-Werkstatt. Habt ihr euren Druck für die nächste Ausfahrt schon gecheckt?

2. Ausrüstung im Fokus: Fahrrad-Brillen und Grip am Lenker

Die staubigen Trails verlangen dem Material gerade alles ab. In unseren Testberichten klickt ihr euch besonders stark durch die Themen Bekleidung, Brillen und Protektoren. Hoch im Kurs stehen dabei diese Praxischecks:

3. Kostengünstiger und schneller Reifen (nicht nur) für Eifel-Trails

Auch unser ganz frischer Test zum Schwalbe X-One Speed schießt in den Charts direkt nach oben. Wer sein Gravelbike für die anspruchsvollen Wege der Region kostengünstig und schnell aufrüsten will, sollte sich den Express-Check auf der Startseite nicht entgehen lassen!

Und jetzt: Helm auf und ab auf die Trails – wir sehen uns irgendwo da draußen!