ROSE THE TUSKER 2 26″ Fatbike im Test

Test: Für nahezu jeden Bereich des Fahrradfahrens gibt es einen speziellen Fahrradtyp, der dem Rider maximale Performance bieten soll. Vor wenigen Jahren erblickten die ersten Fatbikes das Licht der Welt – aus dem anfänglich belächelten Trend entwickelte sich bis heute ein regelrechter Kult. Herausragendes Merkmal sind neben einer fetten Optik die Stärken bei Schnee und Sand. Bedingungen, die für die meisten von uns zugegebenermaßen nicht das ganze Jahr über vorliegen. Vor dem Test des ROSE THE TUSKER haben wir uns daher gefragt: Was kann das Bike – und: Lohnt sich so ein Fatbike wirklich?

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Tusker bezeichnet einen sehr mächtigen Elefanten mit riesigen Stoßzähnen – die traurige Wahrheit ist, dass in Afrika nur noch etwa vierzig dieser stattlichen und stolzen Lebewesen zu finden sind. Stolz und stattlich zeigt sich auch das ROSE THE TUSKER, das wir bei uns im Test hatten. Rose bietet das Fatbike in zwei verschiedenen Ausführungen an, wobei das ROSE THE TUSKER 2 in der Hierarchie oben steht. Erhältlich ist das Fatty in den zwei Größen M und L in jeweils zwei Farbvarianten. Bei unserem Testmodell handelt es sich um das ROSE THE TUSKER 2 in der Größe M und Farbvariante Iron Grey/White Green.

Im Gegensatz zu seinem tierischen Vorbild ist das ROSE THE TUSKER 2 ein regelrechtes Leichtgewicht. Trotz der fetten Optik belastete das Bike unsere Waage ohne montierte Pedale mit nur 13,8 Kilogramm. Die Verarbeitung des Bikes weiß zu überzeugen, die kompakte Bauweise und die Rahmenform gefällt ebenso wie die pausbackige, hauseigene Carbongabel. Die Ausstattung macht nicht nur auf dicke Hose, sondern überzeugt auch durch Funktion und Robustheit – weniger würden wir von einem Bike, das den Namen The Tusker trägt, auch nicht erwarten wollen.

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Für das Rollen über heimische Trails oder auch durch die Steppe wurden dem Tusker ROSE Fatbike 26″ Laufräder und voluminöse Schwalbe Jumbo Jim Evo Snakeskin Reifen in der Dimension 26×4.0 spendiert. Die Frage, die uns direkt ins Hirn schoss: Fette Optik, doch wie sieht es mit der Performance aus? Wer jetzt meint, das Rose Tusker würde wie ein schwerfälliger Elefant über die Trails dümpeln irrt gewaltig. Geradezu leichtfüßig lässt sich das Rose Fatbike beschleunigen und über die Trails jagen – wer hätte das gedacht!?

Die Rahmengeometrie ist der Hammer! Die Agilität und das Handling des Bikes treiben sogar einem Ex-BMX Rider die Freudentränen in die Augen. Das Bike vereint die Spielfreude eines BMX mit den Trail-Genen eines MTB. Wie bei allen Fatbikes steht und fällt der Fahrspaß natürlich mit dem idealen Luftdruck. Im Bereich von um die 0,5 Bar eleminieren die voluminösen Reifen gutmütig Wurzeln und Steine – selbst verborgen unter einer geschlossenen Schneedecke können diese den Fahrspaß nicht bremsen. Anfällig für Platten? Fehlanzeige!

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Nicht nur der niedrige Luftdruck, sondern auch die „Bauhöhe“ der Bereifung sorgt für ein extrem gutes Überrollverhalten. Obwohl das Tusker ein Komplett-Hardtail ist, darf behauptet werden: Es bügelt Unebenheiten einfach weg! Die überzeugende Lenkkontrolle verleiht dem Rider Souveränität, bei hohem Tempo bietet das Rose Fatbike höchste Laufruhe. Dank horizontalem Ausfallende ermöglicht die einstellbare Kettenstrebenlänge zusätzliches Finetuning.

Auch bei den Komponenten gibt sich das ROSE THE TUSKER 2 keine Blöße. Knackige und präzise Gangwechsel ohne wenn und aber garantiert die SRAM X01 Schaltung. Selbst in der Eifel mit ordentlich Höhenmetern reichte uns der Schaltbereich mit 11 Gängen. Ein perfektes und punktgenaues Anbremsen auch bei hohem Tempo ermöglicht die SRAM Guide R Scheibenbremse. Wir hatten das Bike über mehrere Wochen im Einsatz, bei Regen, Trockenheit und Schnee. Allen Witterungsbedingungen trotzte das ROSE THE TUSKER mit einer mächtigen Portion Fahrspaß.

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Bleibt bei dieser überzeugenden Vorstellung noch Platz für Kritik? Kaum! Was wir vermissen ist eine Vario-Sattelstütze, das Nachrüsten stellt natürlich kein Problem dar – für eine interne Zugverlegung ist das Bike vorbereitet. Lediglich eine ganz kleine Sache müssen wir hier leider wirklich kritisieren: Die beiden rostenden Schrauben an der Flaschenhalter-Befestigung. Mit wenigen Cents lässt sich dieser kleine Schönheitsfehler allerdings schnell beseitigen.

Fazit ROSE THE TUSKER 2 26″ Fatbike

Fette Optik, fette Ausstattung und mächtig fetter Fahrspaß! Das ROSE THE TUSKER 2 ist auch ohne Schnee eine Spaßrakete für trailverliebte Rider! Um auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Ja, es lohnt sich!

Produktdetails ROSE THE TUSKER 2 26

  • Erhältlich in zwei Größen
  • Gewicht ohne Pedale: 13,8 Kilogramm in der Größe M
  • Preis: 2.199,00 Euro
  • www.roseversand.de

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Rahmengeometrie ROSE THE TUSKER 2 26 (Herstellerangaben)

Rahmengröße M L
Körpergröße (cm) ca. 160-182 183-200
Laufradgröße 26″ 26″
Sitzrohrlänge 430 470
Oberrohrlänge 595 630
Steuerrohrlänge 125 135
Lenkwinkel 69° 69°
Sitzwinkel 73° 73°
BB Drop -50 -50
Kettenstrebenlänge 444-459 444-459
Radstand 1121-1136 1156-1171
Reach 414 447
Stack 590 600
Tretlagerhöhe 320 320
Überstandshöhe (niedrigste/100 mm vor BB) 677/706 701/712

 

Andreas Waldera
Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

Favorite Bike: Giant Reign X1, SE Quadangle 24"
Musik: Metal (Trash/Death)