Fuji Altamira CX 1.3 Cyclocross im Test

Abseits von asphaltierten Strecken sind dem klassischen Rennrad schnell Grenzen gesetzt. Schon die Fahrt auf grobem Schotter wird zur Herausforderung für Fahrer und Material, das im Vergleich eher schwerfällige Mountainbike hingegen wird gnadenlos unterfordert. Welche Perspektiven bietet hier ein Cyclocrosser – und vor allem, wie hoch ist der Spaßfaktor? Wir haben das Fuji Altamira CX 1.3 getestet und über Stock und Stein der Eifel gejagt.

Cyclocross – Basics

Was macht eigentlich einen Cyclocrosser aus? Die Geometrie ist ähnlich der eines Rennrads, jedoch sind zum Beispiel die Reifen breiter und profilierter, der Rahmen wesentlich robuster und dennoch leicht. Das höhere Tretlager sorgt für mehr Bodenfreiheit, Scheibenbremsen für die nötige Bremskraft. Die Bikes sind, wie der Name sagt, für den Querfeldein-Einsatz abseits von befestigten Wegen ausgelegt – ermöglichen aber dank Anlehnung an die Rennrad-Geometrie auch auf Asphalt hohe Geschwindigkeiten. Ein Universal-Talent für alle Untergrund- und Wetterbedingungen also. Oder?

Cyclocross Fuji Altamira CX 1.3 – technische Daten

Das Fuji Altamira CX 1.3 wartet mit ultraleichtem C10 High Modulus Carbonrahmen auf, womit das Bike nur knapp über 8 Kilogramm auf die Waage bringt. Das abgeflachte Oberrohr soll das Schultern erleichtern. Die FC-330 Carbongabel ist vorne mit einer 12mm Steckachse versehen, hinten kommt ein Schnellspanner zum Einsatz. Die solide Sram Rival Schaltung (22 Gänge) und Sram Rival Scheibenbremsen versprechen zuverlässige Performance. Die Challenge Grifo 700 x 32c Bereifung auf Oval Concepts 723CX Laufrädern runden die attraktive Ausstattung ab.

Cyclocross Fuji Altamira CX 1.3 – Praxistest

Optisch kommt das Altamira CX 1.3 des US-amerikanischen Unternehmens mit japanischen Wurzeln, das nach dem höchsten japanischen Berg benannt wurde, eher unaufgeregt und schlicht daher. Außen verlaufende Bremsleitungen sind Geschmacksache, erleichtern aber immerhin die Wartung. Optische Überzeugungsarbeit ist aber bereits nach den ersten Touren nicht mehr notwendig. Das Rädchen bereitete uns absoluten Fahrspaß, und das auf fast jedem Untergrund. Leichtfüßig und wendig sowohl auf Asphalt als auch steinigen Waldpassagen, punktet das Bike mit extrem hoher Fahrstabilität, bestem Lenkverhalten und effizienter Kraftübertragung.

Die SRAM Bremsen lassen sich wie erwartet leicht und genau dosieren, packen ordentlich zu. Auch die Challenge Grifo Reifen wissen zu überzeugen und sorgen für ausreichend Grip bei gutem Rollverhalten – wir sind übrigens pannenfrei durch den gesamten Test gefahren! Insgesamt bietet die Geometrie hohen Fahrkomfort, selbst auf ausgedehnten Touren durch verschiedenste Gelände – wir haben uns im Sattel schon nach wenigen Tagen „wie zuhause“ gefühlt.

Für 2018 lautet das Motto übrigens „leichter, steifer, schneller“: Fuji spendiert dem Altamira CX in der kommenden Saison Flatmount Scheibenbremsen und eine 12mm Steckachse auch am hinteren Laufrad. Der Rahmen wurde um 200 Gramm erleichtert und wird nur noch bei 950 Gramm (raw) liegen, das höhere Tretlager sorgt für noch mehr Bodenfreiheit. 2 Varianten sollen zur Auswahl stehen, das Altamira CX 1.1 mit SRAM Force hydr. und das Altamira CX 1.3 mit SRAM Rival.

Fazit Fuji Altamira CX 1.3

Da passt einfach alles: Robustes, zuverlässiges Universaltalent mit solider Ausstattung, gutem Preis-Leistungsverhältnis – und nicht zuletzt ultrahohem Spaßfaktor.

Datenblatt / Rahmengeometrie Fuji Altamira CX 1.3*

Size S

(49cm)

S/M

(52cm)

M

(54cm)

M/L

(56cm)

L

(58cm)

XL

(60cm)

Seat Tube Center To Top 490 520 540 560 580 600
Seat Tube Effective 490 520 540 560 580 610
Top Tube Effective 520 535 545 560 575 590
Head Tube Length 110 130 140 160 180 200
Seat Tube Angle 75° 74.5° 73° 73° 73° 73°
Headtube Angle 71 71.5 72 72 72 72
Chainstay Length 425 425 425 425 425 425
Wheelbase 1005 1010 1001 1016 1032 1047
Bottom Bracket Drop 67 67 67 67 67 67
Fork Offset 48 48 48 48 48 48
Trail 67.7 64.5 61.3 61.3 61.3 61.3
Stack 531 552 563 582 601 620
Reach 378 382 373 382 391 401
Standover 760 784 798 815 837 856
Stem 90 90 100 100 120 120
Handlebar Width 400 400 420 420 440 440
Crank 170 170 172.5 172.5 175 175
Wheel Size 700 700 700 700 700 700
Seat Post Diameter 31.6 31.6 31.6 31.6 31.6 31.6

*Herstellerangaben

Web

http://www.fujibikes.com/usa/

 

Fuji Altamira 2.2 – Der Carbon Roadracer im Test

Mit dem Fuji Altamira 2.2 erwartete uns ein schicker Carbon Racer in geschmeidiger Carbon-Optik mit weiß/roten Absetzungen. Das Gewicht des Fuji Altamira 2.2 in der Größe 50 beträgt komplett aufgebaut, allerdings ohne montierte Pedale, 7,7 Kilogramm. Irgendwie fühlt sich das Altamira in der Hand leichter an, doch die Waage lügt nicht. Ein Wert der zwar nicht zu den absoluten Leichtgewichten zuzuordnen ist, aber dennoch als gut angesehen werden kann.

Ausgestattet ist das Altamira mit sehr feinen Komponenten, wobei sicherlich der Shimano Ultegra Di2 Schaltung das Hauptaugenmerk gilt. Zwanzig schaltfreudige Gänge stehen dem Racer zur Verfügung. Bei den Bremsen greift Fuji ebenfalls auf die Ultegra Gruppe zurück. Auf den Oval 327 aero Laufrädern sind die Slickreifen Vittoria Zaffiro Pro Slick in der Dimension 700cx23 aufgezogen. Ebenfalls von Oval stammen die Carbon-Sattelstütze, der Sattel, der Vorbau, der Lenker und das Tape. Sehr fein! Der Steuersatz von FSA und die Kurbeln von Rotor runden das gute Bild des Racers ab. Wir konnten es kaum abwarten endlich den Asphalt unter uns zu spüren.

Das Fuji Altamira 2.2 ist sehr wendig und agil. Die Sitzposition ist natürlich sportlich geduckt, lässt aber auch eine aufrechtere Sitzhaltung bei längeren Touren zu. Die seitliche Belastung des Rahmens weist zwar ein leichtes Flexen auf, was sich aber im Fahrbetrieb nicht negativ bemerkbar macht. Im Gegensatz zu komplett harten „Böcken“ bietet das Fuji einen recht hohen Dämpfungskomfort, was uns besonders bei langen Strecken sehr entgegen kam. Wir haben das Fuji Altamira 2.2 quer durch die Eifel gehetzt. Sei es von der Nordeifel bis in die Südeifel oder über den Islek nach Belgien und Luxemburg.

Das Altamira ist sprintstark und zeigt auch bei hohem Tempo keine Nervosität. Die Stärken des Bikes sind nicht nur beim Klettern zu finden, sondern auch bei schnellen Serpentinenabfahrten mit häufigen Lastwechseln und harten Bremsmanövern. Wobei wir hier schon beim Thema Bremsen sind. Die als Standard eingestuften Ultegra Bremsen verrichten zuverlässig ihre Arbeit, wobei wir den Biss, den wir von Bremsen am MTB gewohnt sind, allerdings auch hier vermissen.

Dennoch geht man auch im Rennradsport einen (mächtigen) technischen Schritt nach vorne: Stichwort Schaltung! Als wahr gewordener Traum darf sicherlich die verbaute Schaltgruppe Shimano Ultegra Di2 bezeichnet werden. Unglaublich leise und präzise gestalten sich die Gangwechsel – und das mit minimalsten Kraftaufwand. Hier wird schnell klar, dass der elektronischen Schaltung die Zukunft gehört. Nach der anfänglichen Skepsis möchte man auf diese Schaltung nicht mehr verzichten.

Überrascht waren wir auch von der hohen Laufzeit des Akkus. Angst vor Nässe bzw. Regen muss man auch nicht haben, die Shimano Ultegra Di2 ließ uns während des Tests zu keiner Zeit im Stich. Der Akku soll mindestens 1000 Kilometer halten, wobei dies natürlich stark von den Schaltgewohnheiten bzw. den Schaltvorgängen abhängig ist. Wir haben für die ausgedehnten Fahrten am Wochenende den Akku immer frisch geladen und konnten somit stets ohne Bedenken unsere Kilometer runterspulen. Einen Ausfall der Schaltung konnten wir nicht verzeichnen. Technik die begeistert!

Mit dem Fuji Altamira 2.2 erwartet den Käufer ein schicker Allrounder mit vielen Stärken. Das Altamira überzeugt auf langer Strecke ebenso wie auf kurzen sprintstarken Etappen. Das von Werk bevorzugte Einsatzgebiet des Uphills kann man getrost auch auf die Abfahrt und lange Touren erweitern. Der Racer liegt sehr gut in der Hand und überzeugt durch ein sehr gutes Handling, jede Lenkbewegung wird sofort umgesetzt. Kurz gesagt, nicht nur für Uphiller eine sehr gute Wahl! Neben den sehr guten Fahreigenschaften gefällt uns ebenso die Verarbeitung des Bikes, da gibt es nichts zu Meckern.

Der Rahmen aus C5 Ultra Hochmodulfasern ist nicht nur optisch gelungen, sondern auch auf dem aktuellen Stand der Dinge. So ist beispielsweise das Steuerrohr konisch ausgeführt und natürlich ist auch das Schaltauge austauschbar. Das Fuji Altamira 2.2 ist in den Größen S (44 cm) bis L/XL (58 cm) erhältlich. Dementsprechend angepasst sind natürlich auch die Lenkerbreite, die Vorbaulänge und die Kurbellänge. Top, ohne Einschränkungen empfehlenswert!

Größen: S (44 cm), S/M (47 cm), M (50 cm), M/L (53 cm), L (55 cm), L/XL (58 cm)
Preis: 3499 Euro