Raus aus dem Alltag, rein in die Natur! Hier findest du packende Spots, detaillierte Tourenberichte und Inspirationen für deine nächste Ausfahrt abseits des Asphalts. Ergänzt wird unsere Streckensammlung durch wertvolles Outdoor-Wissen und praktische Guides – von der optimalen Vorbereitung bis hin zu wichtigen Erste-Hilfe-Tipps für die Bike-Saison.
Die Halde Haniel befindet sich in Bottrop direkt an der Grenze zu Oberhausen-Sterkrade. Schon von Weitem ist diese imposante Halde zu sehen. Auch wenn viele Halden im Ruhrgebiet ein Gipfelkreuz aufweisen, auf der Halde Haniel scheint das wirklich berechtigt zu sein. Die künstliche Aufschüttung bietet eine Höhe von fast 120 Metern und ist somit eine der höchsten Halden des Ruhrgebietes. Für uns Biker ergeben sich dadurch natürlich unglaublich gute und vielseitige Trainingsmöglichkeiten.
Das Amphitheater auf der Halde Haniel
Doch nicht nur uns Bikern hat die Halde Haniel viel zu bieten. So findet sich hier ein Amphitheater, in dem regelmäßig Aufführungen stattfinden und man sich kulturell die volle Dröhnung geben kann. Zum Thema Bergbau gibt es hier auch einiges zu entdecken. So findet sich am Kreuzweg viel Sehenswertes zum Thema Kohleabbau und auch mit Informationen wird nicht gegeizt. Direkt neben der Halde Haniel steht das Bergwerk Prosper-Haniel, welches 1987 sogar von Papst Johannes Paul II. besucht wurde. Der Blick nach rechts und links zeigt, dass man hier ohne Problem den ganzen Tag verbringen kann – mit und ohne Bike. Das 1992 aufgestellte Gipfelkreuz erinnert an den Besuch des Papstes und steht am Ende des Kreuzweges.
Auf der Halde finden sich neben den breiten und gut gepflegten Hauptwegen auch viele Querwege, der sich die Natur bereits bemächtigt hat. Eine Halde, die sich zu erkunden lohnt! Diese Halde darf bei unserem Haldencross natürlich nicht fehlen! Wer mehr Zeit zur Verfügung hat, ist hier sicherlich gut aufgehoben.
Skizze Halde Haniel
Somit machen wir uns jetzt auf den Weg nach oben! Wir kurbeln uns auf dem bereits eingeschlagenen Schotterweg immer weiter nach oben bis zum Gipfelkreuz, welches allerdings mit etwa 88 erkämpften Höhenmetern nicht am höchsten Punkt der Halde steht. Wir kurbeln uns natürlich bis zum höchsten Punkt der Halde Haniel, an dem wir auch einen herrlichen Blick auf das Theater haben. Das Theater ist von einem hohen Wall umgeben, auf dem wir uns jetzt auch befinden. Etwa 117 Höhenmeter haben wir uns erarbeitet. Wir genießen eine unglaubliche Aussicht und fahren bis zum Gipfelkreuz. Ab dem Gipfelkreuz folgen wir dem Kreuzweg bergab, der uns in Serpentinen auf Schotter bis zum Fuße der Halde Haniel führt. Da das Radfahren auf der Halde abseits der Wege verboten ist, bleiben wir natürlich auf dem Hauptweg.
Auf den acht Kilometern von der Deponie Hühnerheide bis zur Halde Haniel dürfen wir uns auf die Rotbach-Route und einen schönen Singletrail freuen. Am Ende dieser kurzen Etappe erreichen wir die Halde Haniel.
Singletrailspaß in Oberhausen
Wir folgen der Rotbach-Route durch den Wald. Es ist ein breiter Waldweg, der auf beiden Seiten von einem Rinnsal begleitet wird. Es geht schnurgerade auf ein altes Haus zu. Hier trennt sich der Wanderweg X von der Rotbach-Route. Unser neuer Wegweiser ist jetzt das X und wir biegen, dem X folgend, rechts ab in die Straße „Zum Ravenhorst“. Wir folgen der Anliegerstraße unter der Autobahn A3 hinweg. Das Radeln ist, auf der von Autos wenig genutzten Straße, recht entspannt und auch nach dem Überqueren der Gabelstraße bleiben wir vorerst der X22 bzw. dem O. treu. Gleichzeitig mit dem Erreichen der Gaststätte Hirschkamp und dem dazugehörigen Biergarten stoßen wir auf den Höhenweg (L21). Wir müssen die stark befahrene Straße, der Kennzeichnung X22 entsprechend, überqueren. Wir tauchen jetzt wieder in einen Wald hinein, genauer gesagt der Walsumer Mark. Der sich uns anbietende breite Forstweg trägt uns vom Lärm der Straße weg. Mit der ersten sich anbietenden Möglichkeit, nach rechts abzubiegen, folgen wir dem Wanderweg mit der Kennzeichnung A3, der uns im weiteren Verlauf über einen sehr spaßigen und mit Wurzeln gespickten Singletrail führt. Wir überqueren zwei Holzbrücken und orientieren uns weiterhin an der Kennzeichnung des Wanderweges A3.
Skizze Tourenverlauf Deponie Hühnerheide – Halde Haniel
Erst mit dem Erreichen einer Wegkreuzung, an der die Kennzeichnung A3 nach links abzweigt, folgen wir nach rechts wieder der Kennzeichnung X22 bzw. A6. Wir treffen auf die Pfalzgrafenstraße und rollen nun wieder auf Asphalt der Landstraße „Alter Postweg“ (L621) entgegen und orientieren uns nun nicht mehr an der Kennzeichnung A6. Wir gelangen direkt zur Grafenmühle, ein Treffpunkt für jung und alt, für Auto- und Mopedfahrer gleichermaßen und auch Radfahrer aller Spezies sind hier anzutreffen. Das Angebot an Gastronomie ist unbeschreiblich und hier lockt auf jeden Fall das Verweilen in einem Biergarten. Wir überqueren die Landstraße „Alter Postweg“ und biegen nach wenigen Metern rechts in den Wald ab. Der Wanderweg mit der Kennzeichnung X11/A1 führt uns ein kurzes Stück durch den Wald, bevor wir wieder an den Rand der Landstraße ausgespuckt werden. Nur wenige Meter verbleiben wir auf dem Radweg entlang der Landstraße, dann biegen wir links in die Straße „Am Gutshof“ ab. Der Kennzeichnung X/A1 folgend gelangen wir durch die Haldenlandschaft von Asphalt auf Schotter. Der ausgewiesene Schotterweg beschreibt einen Schlenker. An dieser Stelle führt ein weiterer Schotterweg rechts bergan die Halde hinauf – unser Weg!
Auffallend ist die sehr junge Begrünung der Deponie – die Pflanzen sind noch sehr klein. Kein Wunder, wurde noch bis Ende 2004 diese Halde als Mülldeponie genutzt. Der Weg für uns nach oben lässt sich einfach definieren: Immer den Weg wählen, der nach oben führt! Der Untergrund besteht aus festem Schotter und lässt sich gut fahren.
Skizze Deponie Hühnerheide
Bei knapp 20 Höhenmetern sollten wir unbedingt die Wegkreuzung beachten, da wir hier nachher die Abfahrt nach rechts runter zur Forststraße wählen werden. Nach etwas über 30 Höhenmeter erreicht man das Plateau der Halde mit einem Blick auf die umliegenden Halden und das Ruhrgebiet. Wir erblicken auch die sehr nahe Deponie in Wehhofen und die Halde Lohberg. Auf der Deponie Hühnerheide wurden bis jetzt noch nicht sehr viele Wege angelegt – so geht es, wie wir hoch gefahren sind, auch wieder abwärts – bis zu der besagten Wegkreuzung. Wir biegen jetzt, von oben kommend, links ab und gelangen so zur Forststraße. An der Forststraße angekommen gelangen wir auch wieder auf die Rotbach-Route. Somit steht unser nächstes Ziel bereits fest: Die Halde Haniel im Norden von Bottrop.
Wir folgen dem Radweg stromabwärts und lassen den Alsumer Berg rechts an uns vorbeiziehen. Wir werfen einen letzten Blick über den Rhein auf den linken Niederrhein und die auf dem Rhein fahrenden Schiffe. Die folgenden Kilometer sind vom Blickpunkt eines Mountainbikers zwar wenig erquickend, zeigen aber, wie sehr in dieser Gegend die Schwerindustrie mit den hier lebenden Menschen verknüpft ist. Der Weg an den Industrieanlagen vorbei bestätigt das allgemeine Klischee des Ruhrgebietes, auch deshalb wollen wir diese Strecke in den Haldencross integrieren.
Der Ruhrpott…so wie man ihn sich vorstellt
Die Schwerindustrie ist allgegenwärtig, die Straßen sind mit Industriestaub benetzt und die Luft ist alles andere als frisch und sauber. Außenstehende und Fremde mögen kaum glauben wollen, dass hier Menschen wohnen können. Wir folgen dem Radweg an der Straße und kommen am Schwelgernpark vorbei. Wer sich einen Teil der Straße ersparen will, kann auch parallel zur Straße ein Stück durch den Schwelgernpark fahren. Interessant ist der Schwelgernpark nicht nur für Erholungssuchende, sondern auch für sportlich aktive Menschen. Kaum zu glauben, dass hier im Park ein großer und sehr gepflegter Dirtspot zu finden ist! Uns zieht es aber weiter. Wir erreichen die Weseler Straße, die links nach Walsum und rechts nach Marxloh führt. Nach dem Überqueren der stark befahrenen Straße fahren wir wenige Meter nach rechts, also Richtung Marxloh und nicht Richtung Walsum! Vielleicht 20 Meter, dann biegen wir links in einen kleinen Weg ab. Vor uns eröffnet sich ein Park, der uns fernab von Autos durch diesen Duisburger Stadtteil führen wird. Parallel zu den Bahnschienen – zu unserer linken Seite – durchqueren wir den Park und zwischendurch auch einen kleinen Wendehammer. Wir halten uns in diesem Park immer links – linker Hand ist immer ein Zaun – und passieren die größte Moschee Deutschlands, das Wunder von Duisburg-Marxloh.
Beim Vorbeifahren ist man erstaunt, wie hell, freundlich und – durch die vielen Fenster – offen diese Moschee gestaltet ist. Die folgende Prinz-Eugen-Straße wird überquert und entlang einer ehemaligen Bahntrasse folgen wir weiter dem befestigten Radweg. So unterqueren wir die Autobahn A59 – ansonsten haben wir auch weiterhin mit Autos nichts zu tun. An der Abzweigung folgen wir dem Radweg Richtung Oberhausen-Sterkrade bzw. Mattlerbusch. Wir befinden uns auf dem Wanderweg DU und folgen diesem – auch dort, wo wir auf die Straße treffen und den Kanal überqueren. Wir bleiben auf dem Wanderweg DU, der uns zum Freizeitpark Hamborn und Revierpark Mattlerbusch bringt. Sobald der Radweg auf die Richtung Oberhausen-Sterkrade/Holten hinweist, folgen wir diesem. Wir passieren das Schwimm-und Freizeitbad Niederrhein-Therme. Am Ende des Mattlerbuschs folgen wir dem Radweg an der Straße Richtung Sterkrade/Schmachtendorf. Am Marktplatz angekommen fahren wir den Radweg nach links zum Kastell Holten.
Die Holtener Burg in Oberhausen
Durch eine kleine Anliegerstraße gelangen wir zu der mittelalterlichen ehemaligen Wasserburg, die gerne auch Holtener Burg genannt wird Im Jahre 1307 wurde die Burg als Grenzwehranlage errichtet, heute ist nur noch der wiedererrichtete Ostflügel erhalten. Durch den Park fahrend umrunden wir die Holtener Burg und gelangen wieder zum eben schon passierten Gasthof „Alt Holten“ zurück. Hier bietet sich ein Biergarten zur Einkehr und in der Pension ein Bett für die Nacht an. Weiter geht es auf der Wasser Straße nach links. Zur Orientierung: Wenn man von der Wasser Straße aus in Richtung des Kastells schaut, befindet sich der Gasthof auf der rechten Seite gegenüber. Wir fahren also zwischen dem Gasthof und der Kirche hindurch. An der Abbiegung der Wasser Straße in die Elisenstraße fahren wir geradeaus auf den kleinen Weg. Unbedingt auf entgegenkommende Fußgänger und Radfahrer achten, da der Weg eng und winkelig ist! Der Wanderweg O. bleibt erstmal unser Wegweiser und bringt uns direkt zur Emscher, der wir kanalabwärts nach links folgen.
Wir fädeln uns jetzt in die Rotbach-Route ein, ein ausgeschilderter Radweg dem wir jetzt öfters begegnen werden. So gelangen wir zur Graßhofstraße. Geradeaus führt der Weg der HOAG-Bahn, eine stillgelegte und umgebaute Bahntrasse. Ungeachtet dessen folgen wir allerdings links der Rotbach-Route. Nach kurzer Zeit ist die kleine Anliegerstraße „Brusbachstraße“ erreicht, in die wir nach rechts abbiegen. Kaum zu glauben, wie ländlich es auf einmal zu sein scheint. Aber auch diese Idylle hat schnell ein Ende und wir folgen wieder der Rotbach-Route und dem Radweg R21. Wir überqueren die Schienen und an der Straßenecke „Genterstraße/Hühnerstraße“ widmen wir uns der kleinen Halde zu unserer linken Seite. Wir fahren auf die kleine Halde zu und nehmen den linken Weg, der uns um die kleine Halde herum und direkt zur Deponie Hühnerheide führt, welche direkt dahinter liegt. Die kleine Halde kann übrigens auch mit dem Weg nach rechts oben erklommen werden – so können zusätzlich 25 Höhenmeter gemacht werden. Allerdings ist der weiterführende Weg von der kleinen Halde abwärts sehr schmal und dornig.
Viele kennen den Alsumer Berg unter dem Namen Beecker Halde. Die ehemalige Schutthalde ist vollständig renaturiert und der Öffentlichkeit zugänglich. Wir folgen am Fuße der Halde dem ausgeschilderten Radweg „Alsumer Berg“. Verfahren kann man sich kaum! Es gibt nur einen Weg bergauf – und runter.
Blick vom Alsumer Berg auf die Kokerei
Der Hauptweg ist asphaltiert und wir schrauben uns etwa 44 Höhenmeter bis an den höchsten Punkt. Der Weg teilt sich und wir fahren die Halde rechter Hand weiter bis zum Gipfelkreuz. Wir schauen direkt in den Schlund einer Kokerei. Passend hierzu darf man sich an der Luft erfreuen. Ein Ausblick der dennoch lohnt! Welcher Alpencrosser kann von sich behaupten, solch einen Ausblick schon mal erlebt zu haben?! In der Ferne erblicken wir die Umrisse der Halde Haniel – ein weiteres Etappenziel unseres Haldencrosses, aber nicht das nächste Ziel. Unsere nächsten Ziele sind erstmal das Kastell Holten in Oberhausen-Holten und die Deponie Hühnerheide in Oberhausen-Schmachtendorf. Wie schon erwähnt wurde, müssen wir für die Abfahrt der Halde den gleichen Weg wählen, den wir auch für die Auffahrt genutzt haben. Wir befinden uns wieder am Fuße der Halde mit dem Blick auf den Rhein und den linken Niederrhein.
Die Fahrt von der Halde Rheinpreußen bis zum Alsumer Berg ist eine Visitenkarte für den Rhein. Es geht über eine gigantische Rheinbrücke, womit wir auch dem linken Niederrhein entgültig den Rücken kehren. Der weitere Verlauf führt entlang saftiger Wiesen.
Fahrt von der Rheinbrücke bis zum Alsumer Berg
Wir befinden uns wieder an der Stelle, wo der Weg zur Halde Rheinpreußen hoch führt, also der Verlängerung der kleinen Anliegerstraße „Im Rehwinkel“. Diesmal folgen wir dem kleinen Weg weiter, fahren also die Halde herunter kommend links. Nach wenigen Metern stehen wir direkt vor dem Waldsee und damit auf dem Hauptwanderweg A7 und A9. Diesem folgen wir nach rechts und überqueren, auf dem Wanderweg A7 bleibend, die Autobahn A42 und die Verbandsstraße.
Wir folgen dem Wanderweg A7. Etwa 100 Meter, bevor der Waldweg auf eine asphaltierte Straße trifft (Schlagbaum), biegen wir rechts in einen ungekennzeichneten Wanderweg ab. Wir befinden uns jetzt parallel zur Autobahn bzw. der Verbandsstraße. Wir gelangen zur Jakob-Schroer-Straße und halten uns links. Nach etwa 100 Metern treffen wir auf die Heinrich-Kerlen-Straße. Auf der linken Seite befindet sich der Baerler Bahnhof, eine nette Kneipe und ein schöner Biergarten. Wir biegen nach rechts auf die Heinrich-Kerlen-Straße ab und folgen dieser bis zur Grafschafter Straße, auf die wir nach links abbiegen.
Der Blick nach rechts gleitet über schöne und saftige grüne Wiesen, auf denen Kühe weiden. Zu sehr sollte man sich aber nicht an diesem Anblick erfreuen, da wir uns auf der Hauptstraße durch den Duisburger Stadtteil Baerl befinden und angesichts der Autos etwas wachsamer sein sollten. Wir bleiben bis zum Niederhalener Dorfweg auf der Hauptstraße und biegen, dem Niederhalener Dorfweg folgend, rechts ab in Richtung des Rheins. An diesem Punkt bietet sich die Gelegenheit zur Einkehr im Restaurant Bellini – falls man sich stärken möchte. Der Niederhalener Dorfweg bietet uns vom Untergrund zwar auch nur Asphalt, allerdings handelt es sich hier wenigstens um eine Fahrradstraße – so manchen Autofahrer scheint es leider nicht weiter zu interessieren.
Der Alsumer Berg in Duisburg
Am Rhein angekommen werden wir aber endlich auch von diesen letzten Nervensägen erlöst – ab hier fahren keine Autos mehr. Im Sommer steht an dieser Stelle übrigens ein kleiner Eiswagen mit ganz hervorragendem Eis. Rechter Hand befindet sich ein Speiselokal mit angeschlossenem Biergarten. Wir folgen der Rheinstraße auf dem Wanderweg DU nach rechts und der Rhein schwimmt uns quasi entgegen. Der Blick gleitet auf die Brücke der A42, die den Rhein überspannt und die Duisburger Stadtteile Baerl und Beeckerwerth verbindet. Die Brücke, eine sogenannte Schrägseilbrücke, stammt übrigens aus dem Jahre 1990. Unzählige Autos überqueren hier den Rhein und genau das werden wir gleich auch machen! Doch erstmal werden wir diese Brücke unterqueren. Wir folgen nach der Brücke dem Radweg nach rechts mit der treffenden und einprägsamen Kennzeichnung: Brücke. So einfach und eindeutig können Kennzeichnungen sein!
Wir befinden uns jetzt auf der NiederRheinroute und folgen dem Radwanderweg. Ziemlich unspektakulär wird der Rhein überquert. Man ist erstaunt, wie sehr sich diese Brücke in die Länge zieht. Unser Ausflug am linken Niederrhein ist somit beendet. Bis zum Ende unseres Haldencrosses werden wir nun auf der rechten Rheinseite bleiben. Wir folgen dem Radweg die Brücke herunter und schauen direkt auf den Rhein. Der Alsumer Berg ist bereits ausgeschildert und wir folgen der Beschilderung. Stromabwärts an Thyssen Krupp Steel vorbei nähern wir uns immer mehr der Halde. Außer dem Rauschen der Autobahn vernehmen wir nichts, was irgendwie von einer Straße oder Autos herrühren könnte. Der Radweg ist ein breiter und befestigter Weg und auf diesem rollt es sich verdammt gut. Schnell erreichen wir die kleine Halde.
Skizze Tourenverlauf Halde Rheinpreußen – Alsumer Berg
Unübersehbares Merkmal der Halde Rheinpreußen in Moers ist eine Grubenlampe. Wer jetzt meint, hier wäre eine kleine Funzel gemeint, der irrt gewaltig. Der etwa 30 Meter hohe Turm befindet sich fast am höchsten Punkt der Halde und ziert diese seit dem Herbst 2007. Das Kunstwerk namens Geleucht soll an das erinnern, was die Umgebung wirtschaftlich so emporstiegen ließ: Die Zechen und die Hütten.
Das weithin sichtbare Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers
Emporsteigen kann man übrigens auch mit Hilfe des Geleuchts. Im Innern des roten Turms befindet sich eine Treppe, die zur Aussichtsplattform führt. Der Blick von der Halde zeigt den angrenzenden Ruhrpott und zur anderen Seite den ländlichen Niederrhein. Bei Dunkelheit taucht das Geleucht und die unterhalb am Hang angebrachten Scheinwerfer den Hang der Halde in ein faszinierendes rot. Dieses Schauspiel kann man auch auf der A42 von Duisburg aus kommend in Richtung Kamp-Lintfort bewundern. Wir bevorzugen für unseren Haldencross natürlich das Tageslicht. Da die Halde verkehrstechnisch sehr gut in die Tour integriert werden konnte, obwohl sie linksrheinisch liegt, darf die Halde Rheinpreußen natürlich nicht bei unserem Haldencross fehlen.
Möglichkeiten diese Halde zu erklimmen gibt es mehrere. Abfahrten gibt es noch mehr. Wir fahren allerdings nicht den Hauptweg zur Halde hoch, sondern einen Seitenweg, da wir uns so die Fahrt durch das Gewerbegebiet ersparen können. Etwa 74 Höhenmeter sind zu absolvieren. Der Weg ist leicht verwildert, lässt sich aber dennoch sehr gut befahren. Wie bereits beschrieben folgen wir nicht dem Rechtsknick der kleinen Straße „Im Rehwinkel“, sondern fahren weiter geradeaus in den Wald hinein. Die Halde liegt links neben uns. Nach kurzer Zeit erreichen wir eine kleine Lichtung – im Sommer finden sich hier Autos von Badegästen des angrenzenden Waldsees. Hier führt ein Weg die Halde hinauf, den wir gerne in Anspruch nehmen.
Skizze Halde Rheinpreußen
Ein kleiner Hinweis: Wer auf einen See blickt, schaut direkt auf den Waldsee. In diesem Moment ist man dann leider ein kleines Stück zu weit geradelt! Wir folgen dem kleinen Wanderweg bergan, gelangen auf den ersten Querweg und halten uns rechts. Kurze Zeit später folgt links die Fortsetzung des Weges nach oben, um etwa 180 Grad versetzt. Nach einer Rechtskurve gelangen wir auf einen weiteren Querweg. Hier halten wir uns links und befahren am Rande der Halde den breiten Weg, mit dem Blick nach rechts oben zum Geleucht. Wir folgen den nächsten Weg, der nach oben führt und gelangen auf den breiten Hauptweg. Dem Hauptweg folgend gelangen wir direkt zum Geleucht.
Das Geleucht und das große flache Top der Halde Rheinpreußen locken viele Menschen. Die Wiese bietet einen idealen Platz für ein Picknick und von hier oben kann man herrlich auf den angrenzenden Niederrhein und das Ruhrgebiet blicken. Hier bietet sich auch für uns eine gute Möglichkeit für eine Rast – einen Biergarten oder Kiosk gibt es aber nicht – noch nicht, aber man weiß ja nie! Wir folgen dem Weg weiter am oberen Rand der Halde entlang und wählen an der folgenden Abzweigung den linken Weg, der mit einer weiteren Linkskehre nach unten abzweigt. Wir fahren die Serpentinen bis zu dem Hauptweg und überqueren diesen. An diesem Punkt waren wir schon bei der Auffahrt.
Jetzt fahren wir die Halde so herunter, wie wir gerade hochgefahren sind. Somit gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt der Verlängerung „Im Rehwinkel“. Von hier aus setzen wir unseren Haldencross fort. Als Alternative bzw. als Erweiterung des Haldencrosses bietet sich, von dieser Stelle ausgehend, die Niederrhein Haldenrunde an. Der Niederrhein Haldenrunde ist ein eigenes Kapitel gewidmet.
Der Startpunkt in Duisburg bestätigt viele Gerüchte und Vorurteile, die sich um diese Stadt ranken. Mit über einer halben Millionen Einwohner darf sich Duisburg zu Recht als Großstadt betiteln – mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Vorteil ist die sehr gute Erreichbarkeit mit der Bahn. Egal ob von München, Hannover, Dortmund oder Düsseldorf kommend, Duisburg ist ohne Probleme und zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Der Nachteil Duisburgs ist natürlich der Großstadtverkehr, den wir am Anfang dieser Tour kurz ertragen müssen.
Winterliche Idylle: Der zugefrorene Waldsee im Baerler Busch / Moers
Duisburg ist eine Industriestadt, aber ganz so dramatisch und grau wie in den Tatort Krimis mit Schimanski ist es zum Glück nicht mehr. Duisburg mausert sich immer mehr zu einer ansehnlichen Stadt – nicht nur die Restaurant- und Kneipenmeile Innenhafen trägt ihren Teil dazu bei. Duisburg liegt aber nicht nur am Rhein, sondern auch an der Ruhr und kennzeichnet sogar das Ende des Ruhrtal-Radweges. Von Duisburg aus lassen sich viele Radtouren starten und auch unser Haldencross startet in dieser Stadt. Da wir den Stadtteil Ruhrort passieren werden, kann auch eine Anreise mit der Bahn bis zur Bahnhaltestelle Duisburg-Ruhrort erfolgen. Dieser Zug verkehrt allerdings nur von Oberhausen aus kommend.
Vom Bahnhof aus orientieren wir uns in Richtung der Duisburger City. Wir folgen dem ausgewiesenen Fahrradweg in Richtung Moers durch die Fußgängerzone. Wir bleiben auf dem Fahrradweg bis zum Schwanentor. Der Fahrradweg nach Moers biegt im weiteren Verlauf nach links ab, wir fahren allerdings auf dem Fahrradweg geradeaus weiter und folgen somit der Ruhrorter Straße bis zum Kreisverkehr. Wir verlassen den Kreisverkehr geradeaus und überqueren in Folge die Oberbürgermeister-Lehr-Brücke und die Brücke über den Vincke-Kanal. Nach dem Vincke-Kanal biegen wir links in die Krausstraße ab und fahren durch das Hafengebiet des Ruhrgebietes. Wir folgen der Dammstraße, unterqueren die Rheindeichstraße und fahren rechts die Brücke hoch, um zur Rheindeichstraße zu gelangen. Mit der Friedrich-Ebert-Brücke überqueren wir den Rhein. Beeindruckend sind die Brückentürme der Friedrich-Ebert-Brücke, wo in der Vergangenheit ein Brückenzoll erhoben wurde. Diese Abgabe bleibt den Reisenden heutzutage zum Glück erspart und wir können mit vollem Geldbeutel weiterfahren. Hinter der Brücke führt ein schmaler Weg rechts bergab, dem wir folgen. Wir gelangen zum Fuße der Brücke und folgen jetzt dem Wanderweg mit der Kennzeichnung <.
Stromabwärts folgen wir dem Rhein. Die Fahrt über den Deich führt uns in Richtung Duisburg-Baerl. Auf der anderen Seite des Rheins erstreckt sich Thyssen-Krupp-Stahl. Vor uns erkennen wir die alte mächtige Eisenbahnbrücke, die sich über den Rhein spannt. Hinter der Eisenbahnbrücke sehen wir die moderne Autobahnbrücke der A42, welche uns nach dem Besuch der Halde Rheinpreußen wieder über den Rhein führen wird. Der Weg auf dem Deich ist sehr gut befestigt und wird am Wochenende von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt. Der Weg bleibt allerdings nicht auf dem Damm, sondern führt im weiteren Verlauf rechts den Damm hinunter und begleitet den Rhein in unmittelbarer Nähe – immer noch der Kennzeichnung < folgend. Auf den Rheinwiesen tummeln sich bei schönem Wetter unzählige Erholungssuchende. Der Weg bleibt gut befestigt, nur bei Überschwemmung kann der Weg unpassierbar sein – kommt nicht oft vor, aber hin und wieder muss man dem Rhein weichen. Dann bleibt leider nur der Weg an der Rheindeichstraße entlang. Noch bevor wir die alte Eisenbahnbrücke erreichen, gelangen wir von dem Wanderweg auf die kleine asphaltierte Rheinstraße, die für den Autoverkehr gesperrt ist. Wir biegen links ab und fahren einige wenige Meter hoch zur Rheindeichstraße. Gegenüber liegt die Kohlenstraße, die für kurze Zeit unser Begleiter sein wird. Wir folgen der Kohlenstraße und biegen vor den Bahnschienen rechts ab. Der Sackgasse wird bis zum Ende gefolgt.
Wir überqueren die Bahnschienen und folgen dem Weg in Richtung der Eisenbahnbrücke. Rechts orientierend folgen wir den Schienen bis zum Ende des Weges. Wir treffen auf einen asphaltieren Rad- und Fußgängerweg und biegen links ab. Wir überqueren nach wenigen hundert Metern die Grafschafter Straße, die Verbindungsstraße zwischen Moers-Meerbeck und Duisburg-Baerl. Wir tauchen, den Radweg nutzend, in das gegenüberliegende kleine Gewerbegebiet ein. Vor uns eröffnet sich langsam der Blick auf die Halde Rheinpreußen. Kurz vor der Halde biegen wir rechts in die kleine Anliegerstraße „Im Rehwinkel“ ab. Die kleine Straße biegt im weiteren Verlauf rechts ab, wir fahren aber weiter in den Wald hinein, genauer gesagt in den Baerler Busch Richtung Waldsee. Die Halde Rheinpreußen liegt direkt links neben uns und so langsam müssen wir uns seelisch auf die Auffahrt vorbereiten.