Special Frankencross: Etappe 8 – Von Wettelsheim nach Harburg

Das Ziel ist in Sicht! Die achte Etappe mit 74 Kilometern und 1620 Höhenmetern stellt zum Abschluss unserer Tour nochmal enorme Anforderungen an den Fahrer und das Bike. Diese Etappe besticht, bis auf wenige Ausnahmen, vor allem durch die gute Fahrbarkeit der Wege. Die Highlights sind sicherlich die Steinerne Rinne und das Wahrzeichen des Ziels dieser Tour – das Schloss Harburg. Ein weiteres Highlight ist die Stadt Wemding mit der beeindrucken Stadtpfarrkirche St. Emmeram.

Der Marktplatz in Wemding mit der Stadtpfarrkirche St. Emmeram

Nach einer sehr guten Nacht mit ausreichend Schlaf und dem guten Frühstück im Landgasthaus Zum Hirschen kann die letzte Etappe in Angriff genommen werden. Der Weg von Wettelsheim bis Windischhausen erfolgt fast ausschließlich über breite und gut fahrbare Wirtschaftswege. Wir bewegen uns immer im Bereich des Tals mit Blick auf die bewaldeten Hänge und können kaum Steigungen oder Gefälle ausmachen. Der Frankenweg führt uns direkt nach Windischhausen auf die Straße. Von dort fahren wir auf Asphalt in die Richtung Auernheim. Schnell werden wir wieder von der Straße weggeführt. Der Forstweg am Rande des Tals wird wilder und zugewachsener, bleibt aber durchaus fahrbar.

Wir überqueren im weiteren Verlauf die Straße ST2218 und folgen dem Forstweg bergan. Die Beschilderung des Frankenwegs in diesem Bereich ist gut und man kommt gut vorwärts. Wir begleiten jetzt auch eine Weile den Altmühltal Panoramaweg. Über breite Wege gleiten wir über die Hochebene und genießen den Blick über die Mais- und Rapsfelder.

Der Frankenweg führt uns zu einem weiteren Highlight der Tour, die Steinerne Rinne. Ein schmaler Waldweg führt steil bergab. Wir passieren die Steinerne Rinne – selbstverständlich sollte sein, dass der Bereich der Rinne nicht betreten werden darf! Wir bleiben also unbedingt hinter der Absperrung!

Die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn

Hier im Naturpark Altmühltal bekommen wir ein besonderes Naturschauspiel geboten: Die Steinerne Rinne! Ein kleiner Bach schlängelt sich auf einem Kalksockel über 120 Meter abwärts ins Tal. Der Sockel ist über ein Meter fünfzig hoch und wächst jährlich. Begünstigt wird dieses Schauspiel durch die Kalkabscheidungen des Wassers. Die Rinne bitte nicht berühren!

Auf Asphalt geht es nach Wolfsbronn, um danach auf gut fahrbaren Forstwegen weiter zu radeln. Nicht verpassen darf man die Abzweigung des Frankenweges nach links auf einen schmalen Weg. Wir erreichen abermals eine Steinerne Rinne, wenn auch nicht ganz so beeindruckend wie die Rinne vor Wolfsbronn. Natürlich darf auch hier der Bereich der Rinne nicht betreten werden! Der Frankenweg wird jetzt zu einem Trampelpfad und führt steil bergauf. Fahren ist hier unmöglich! Wir gelangen auf einen breiten Forstweg, dem wir nach rechts folgen und somit direkt zum Gelben Berg gelangen. Wir überqueren die Straße und fahren auf einem Forstweg bis zum Ort Spielberg. Nach etwa 23 Kilometern und 540 Höhenmetern ist ein Wendepunkt unseren Frankencrosses erreicht – wir fahren jetzt nur noch südwärts dem Ziel entgegen.

Der Gelbe Berg gehört zum Hahnenkamm, einem Ausläufer der Fränkischen Alb. In der Vergangenheit diente der Berg, dank seiner drei stark abfallenden Flanken, oftmals als Siedlungsplatz. Die Geschichte reicht zurück bis etwa dem 10. Jahrhundert v. Chr.!

Der Forstweg bietet ein munteres Auf und Ab. Der Frankenweg ist hier sehr gut befahrbar und wir kommen erfreulich gut vorwärts. Am Rechenberg erwartet uns mal wieder eine Wiesenpassage, bevor es auf einem Wirtschaftsweg weiter geht. Es folgt ein Wechselspiel aus Wald- und Wiesenwegen, welche uns letztendlich nach Hohentrüdingen führen. Schnell erreichen wir, am Roten Berg vorbei, den Rand von Hechlingen. Die Fahrt durch den Forst weist stellenweise einen leichten Trail Charakter auf und bereitet mächtig Spaß. Bevor wir den breiten und geschotterten Rad- bzw. Fußweg am Hahnenkammsee genießen dürfen, treibt uns der Frankenweg kurz auf- und direkt wieder abwärts. Nach dem See führt ein Forstweg sehr steil in den Wald hinein. Der Weg bis Ursheim ist zum Teil sehr zugewachsen und trübt daher ein wenig die Freude. Wenig Freude kommt auch in Ursheim selber auf – wir müssen erst eine Treppe und anschließend einen sehr steilen Wiesenhang hinauf. Fahren ist hier unmöglich!

Der Frankenweg gabelt sich erneut – wir wählen die Umgehung und folgen dem Frankenweg linker Hand. Sehr unterhaltsam und abwechslungsreich gestaltet sich die Fahrt bis Amerbach. Der Frankenweg führt uns über Felder und durch den Wald – zum Teil als Singletrail!

Den Ort Amerbach umgeht der Frankenweg. Über weite Felder gelangen wir, auf angenehm rollenden und leicht schotterigen Untergrund, nach Wemding. Wir passieren die Wallfahrtskirche am Ortsrand und durchqueren den mittelalterlich wirkenden Ort mit der beeindrucken Stadtpfarrkirche St. Emmeram. Der Frankenweg führt uns durch die engen Gassen. Die Stadt verlassend geht es auf einem gut fahrbaren breiten Waldweg wieder bergan. Anschließend erwartet uns bergab ein schöner, aber kurvenarmer Singletrail.

Die Stadt Harburg (Schwaben) mit der Burg Harburg

Auf den letzten Kilometern unseres Frankencrosses bekommen wir nochmal die gesamt Bandbreite des bisher erfahrenen Frankenweges geboten. Es folgen steile Anstiege – wenn auch nicht mehr ganz so steil und langatmig – und Forstwege, die mit Singletrails gewürzt sind. Natürlich fehlen auch nicht die Wiesenwege am Waldesrand, die uns immer wieder einen schönen Blick über das Land bieten. Schon von Weitem sehen wir oberhalb der Stadt Harburg die Burg Harburg. Was für ein Anblick! Wir gelangen nach Ronheim. Von Ronheim aus führt ein Fußweg nach Harburg. Ein steiler Uphill, der uns nochmal gut 30 Höhenmeter machen lässt. Der Frankenweg lotst uns direkt in den Stadtkern, wo man eigentlich die Tour beenden könnte. Doch offiziell sind wir noch nicht am Ende der Tour und des Frankenweges angelangt – dieser ist am Bahnhof von Harburg.

Es wird ein letztes Mal beschwerlich! Über Treppen und somit das Bike tragend gelangen wir direkt zum Fuße der Burg Harburg. Der Frankenweg führt als schmaler Weg am stark abfallenden Hang entlang. Tief unter uns sehen wir die Dächer der Stadt Harburg.

Die Burg Harburg ist die letzte Sehenswürdigkeit des Frankenweges. Die Burg direkt oberhalb der Stadt Harburg stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die Burg ist sehr gut erhalten und der Anblick ist beeindruckend. Natürlich sind auch hier Führungen möglich – ein besonderes Highlight ist sicherlich die zweimal jährlich stattfindende Nachtführung bei Kerzenschein. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite der Stadt Harburg.

Im weiteren Verlauf führt uns der Frankenweg wieder bergab an den Rand der Stadt Harburg. Die letzten Meter zum Bahnhof und zu unserem Ziel legen wir auf der Straße zurück. Ernüchternd ist der letzte Eindruck des Frankenweges – ein Werk und ein wenig ansprechender Bahnhof. Der richtige Ort für den Abschied…

Das Ende – oder der Anfang…

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Special Frankencross: Etappe 7 – Von Thalmässing nach Wettelsheim

Die siebte und vorletzte Etappe (etwa 49 km / 910 Hm) unserer Tour ist zwar kurz, aber die vielen Fahrten über die weichen Wiesenwege kosten dennoch sehr viel Energie. Die Festung Wülzburg oberhalb von Weißenburg ist unbedingt einen Besuch wert. Treuchtlingen liegt zwar nicht direkt am Frankenweg, würde sich aber als Zwischenstopp für die Nacht ebenfalls empfehlen.

Von Thalmässing gelangen wir über einen Wirtschaftsweg leicht bergan in den Wald hinein und im weiteren Verlauf auf einen Hohlweg, der steil bergan führt. In diesem Bereich muss man wieder sehr auf die Beschilderung achten. Immerhin treibt es uns auf dem kurzen Stück über 120 Höhenmeter hinauf. Wir durchstreifen auf breiten Wegen den Wald und gelangen bergab zu einer Straßenkurve, der wir nach rechts ein kurzes Stück bergab folgen. Der Frankenweg zweigt nach links ab und führt uns über eine zugewucherte Wiese – dieses Wegstück kann man wahrlich kaum als Weg bezeichnen!

Wieso denn jetzt Regen? Kleine Zwangspause…

Wir gelangen in den Wald und das ständige Auf und Ab auf den zum Teil recht matschigen Forstwegen kostet mächtig Körner. Oben angekommen muss man wieder sehr auf die Schilder achten. Der folgende Weg fängt unspektakulär an, entpuppt sich aber als genialer abwärts führender Singletrail. Wir überqueren eine Straße und der Weg wird wilder – sprich zugewachsener. Anschließend geht es über einen breiten und geschotterten Weg abermals aufwärts. Wir befahren die Hochebene entlang der Felder am Rande des Waldes. Abseits sehen wir kleinere Siedlungen. Erst mit Geyern durchqueren wir wieder einen Ort. Dem Frankenweg und der Straße folgend gelangen wir über Wiesen wiederum kurz in den Wald. Franken strotzt vor grünen und saftigen Wiesen – kurz vor Kaltenbuch bekommen wir eine Kostprobe dessen. Die Wiese ist so steil, dass wir absteigen müssen. Die Schafe am Rande des Weges schauen sich dieses Schauspiel nur zu gerne an.

Von Kaltenbuch an geht es unentwegt am Rande des Waldes entlang der Felder. Der Frankenweg führt hier meistens über Wiesenwege, die mal mehr, mal weniger wild ausfallen. Diese Wege kosten sehr viel Kraft. Alsbald führt der Weg steil bergab am Rohrberg zum Rohrberghaus. Man darf nicht die Abzweigung nach links verpassen, die uns nach Gänswirtshaus führt. Erst über Wiesen, dann den Ort Kehl durchquerend, geht es steil bergauf zur Festung Wülzburg. Wir verlassen die Straße schnell und bekommen natürlich mal wieder einen Wiesenweg zur Festung angeboten. Der Frankenweg beschreibt einen Rundgang um die Festung. Die Festung Wülzburg sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen! Im Innern der Burgmauern findet sich ein Gasthaus.

Die Festung Wülzburg oberhalb von Weißenburg war ursprünglich ein Benediktinerkloster. Erst im Jahre 1588 wurde das Kloster zu einer Festung umgewandelt. Der Frankenweg führt uns nicht nur direkt zu der Festung, sondern auch um die Festung herum. Da die Festung auf der höchsten Bergkuppe der südlichen Frankenalb liegt, müssen wir uns den Weg dorthin hart erkämpfen. Das prächtige Tor lädt uns ein, diese Festung zu betreten. Interessant ist die Festung auch aus der Vogelperspektive: Der Grundriss der Festung stellt ein Pentagon dar. Der Innenhof ist tagsüber frei zugänglich. Natürlich werden auch Führungen und Besichtigungen angeboten.

Im Innern der Wülzburg

Der Frankenweg führt uns danach in den Weißenburger Wald. Der breite Forstweg bleibt uns eine Weile erhalten. Wir überqueren die Bundesstraße B13 und jetzt zeigt sich der Forstweg am Anfang sogar asphaltiert. Wir erreichen die Hochebene und müssen wieder mit Wiesenwegen vorlieb nehmen. Ein Teil der Wege ist so dermaßen zugewachsen, dass man meint, man wäre nicht mehr auf dem richtigen Weg! Der nächste Ort, den wir passieren, ist Dettenheim. Hier müssen wir die stark befahrene Bundesstraße B2 überqueren.

Der Frankenweg trägt uns jetzt im weiteren Verlauf über weite Felder den Nagelberg hinauf. Wir passieren einen Parkplatz und auf der Straße geht es bergab nach Graben. Ein breiter Wirtschaftsweg führt uns einen Berg hoch, wo wir ein kleines Waldgebiet umfahren. Die Abfahrt nach Bubenheim auf der schmalen asphaltierten Straße ist zwar unspektakulär, aber dafür schnell. Seitdem wir die Burg Wülzburg verlassen haben, können wir etwa 17 Kilometer und knapp 200 Höhenmeter notieren. Das kleine Örtchen Wettelsheim bietet sich sehr gut für eine Übernachtung an, da hier direkt mehrere Gasthäuser um die Gunst der Reisenden buhlen. Zur Übernachtung können wir das Landgasthof Zum Hirschen (An der Rohrach 46) empfehlen. Hier gibt es neben guten Zimmern zu fairen Preisen ein gutes Frühstück, welches genug Power für die letzte Etappe gibt.

Mit unserer Einkehr bzw. unserem Zwischenstopp in Wettelsheim befinden wir uns nur unweit der Stadt Treuchtlingen. Mit dem Befahren des Frankenweges kommen wir nicht in den direkten Kontakt zu der Stadt. Vom Nagelberg aus sehen wir Treuchtlingen nicht, da der Frankenweg uns zu der gegenüberliegenden Seite des Berges führt. Wer einen Stopp in Treuchtlingen einplant, muss den Frankenweg kurzfristig verlassen. Neben dem Kurpark locken vor allem die Burgruine Obere Veste (Burg Treuchtlingen) sowie das Stadtschloss aus dem 16. Jahrhundert. Treuchtlingen bietet einen Bahnhof, der von Augsburg, Nürnberg, Würzburg und Ingolstadt angefahren wird.

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