Sie sind klein, leicht und stecken voller „Power“: CO2-Kartuschen. In Kombination mit einem entsprechenden Adapter lassen sich Reifen mit wenigen Handgriffen in kürzester Zeit aufpumpen. Die Zeitersparnis gegenüber einer Minipumpe ist enorm, weshalb besonders bei Radrennen eigentlich kein Weg an der CO2-Kartusche vorbeiführt.
Die CO2-Kartusche bietet viele Vorteile, aber auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählen das geringe Gewicht und die kompakte Größe, wodurch die Kartusche überall Platz findet – in der Mini-Satteltasche ebenso wie in der Trikottasche. Während das Aufpumpen eines Fahrradreifens mit einer Minipumpe eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit ist, geschieht dies mit der kleinen Patrone nicht nur extrem schnell, sondern zugleich ohne Kraftaufwand. Wichtige Voraussetzung: der zum Ventil passende Adapter muss natürlich an Bord sein.
Die Frage, ob eine CO2-Patrone bei der Montage eines Tubeless-Reifens einen Kompressor ersetzen kann, würden wir eher mit nein beantworten. Mit Hilfe einiger Tricks kann es unter Umständen möglich sein, aber prinzipiell reicht das Volumen nicht aus. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kommt daher nicht an einem Kompressor oder einem speziellen Booster vorbei. Daher bietet die CO2-Kartusche bei der Montage eines TL-Reifens gegenüber einer Mini-Handpumpe keine Vorteile und ist in diesem Fall eher ein Schuss in den Ofen.
CO2-Kartusche: Viele Vorteile, aber auch Nachteile
Die CO2-Kartusche hat auch Nachteile gegenüber einer Mini-Handpumpe. So begrenzt die Anzahl der mitgeführten Patronen die maximal möglichen Reifenpannen. Eine angestochene Patrone kann zwar weiterverwendet werden, sollte diese aber leer sein, ist natürlich Ende im Gelände. Es macht also durchaus Sinn, mehr als nur eine Kartusche mitzuführen. Das geht wiederum zu Lasten des Gewichts. Bei Verwendung von Dichtmilch sollte zudem eine Freigabe des Herstellers für die Nutzung von CO2-Patronen vorliegen.
Der größte Nachteil ist allerdings der entstehende Müll. Die leeren Kartuschen können zwar als Altmetall entsorgt und hierdurch recycelt werden, aber letztendlich kann dies durch Nutzung einer Handpumpe komplett vermieden werden. Wer sich für CO2-Patronen entscheidet, sollte darauf achten, ob es sich um Ausführungen mit oder ohne Gewinde handelt. Im Fahrradbereich kommen üblicherweise Gewinde-Kartuschen zum Einsatz. Neulinge sollten zudem den Umgang vorher üben. Eine Patronen-Umhüllung und Handschuhe schützen die Finger vor der beim Gebrauch der Kartusche entstehenden Kälte.
CO2-Kartuschen Tabelle: möglicher Reifenluftdruck mit 16 g / 25 g Patrone
Wie hoch der mögliche Reifenluftdruck mit einer CO2-Kartusche ist, hängt natürlich vom Inhalt ab. Im Radbereich kommen meist 16 oder 25 Gramm Kartuschen mit Gewinde zum Einsatz. Bei den in der Tabelle angegebenen Werten handelt es sich nur um ungefähre Angaben. Der mögliche Reifenluftdruck ist auch vom Hersteller, Adapter, der Dichtigkeit der Verbindung, dem Ventil und nicht zuletzt vom Reifen selbst abhängig. Viele Faktoren also, die eine genaue Bestimmung unmöglich machen. Daher sollte bei der Berechnung der benötigten Kartusche(n) immer eine Abweichung berücksichtigt werden.
Die Vorteile eines Fahrrades mit eingebautem Rückenwind liegen auf der Hand. Die Wege lassen sich nicht nur schneller, sondern vor allem kraftsparender zurücklegen. Durchaus verlockend ist natürlich der Gedanke, mit einem entsprechenden Umrüstsatz das eigene Fahrrad in ein E-Bike, genauer gesagt Pedelec, umzuwandeln. Einen besonders unkomplizierten Einbau versprechen Vorderrad-Umrüstsätze, da grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wie der Umbau funktioniert, zeigen wir hier anhand eines Umbausatzes des Kölner Unternehmens GermanXia.
E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile
Im Internet finden sich verschiedenste E-Bike Umbaukits von unterschiedlichsten Herstellern – darunter auch GermanXia. In diesem Werkstatt-Special greifen wir auf ein fertig eingespeichtes Vorderrad mit 250 Watt Nabenmotor mit 100 mm Einbaubreite und Scheibenbremsaufnahme des Kölner Unternehmens zurück. Unsere Wahl fiel zudem auf das Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Beim Akku haben wir uns aufgrund der universellen Verwendbarkeit für einen Trinkflaschen-Akku entschieden. Die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile sind tatsächlich sehr überschaubar. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht. Ein großer Unterschied zu Umbausätzen aus dubiosen Quellen.
Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers
Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der von uns verwendete Trinkflaschen-Akku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.
Für ein gutes Handling auf ein ausbalanciertes Gewichtsverhältnis achten
Durch den verbauten Antrieb fällt das Gesamtgewicht des Bikes natürlich höher aus. Beim Umbau sollte daher immer das zulässige Systemgewicht des Fahrrades beachtet werden. Bemerkbar macht sich das Mehrgewicht in erster Linie beim Tragen und beim Rangieren. Die Lage des Akkus sollte für ein besseres Handling daher möglichst tief und zentral gewählt werden, zum Beispiel am Sattelrohr. Am oder besser auf dem Gepäckträger macht die Platzierung ebenfalls durchaus Sinn. Für diesen Fall bietet GermanXia spezielle Gepäckträger-Akkus an. Wenig sinnvoll ist die Montage des knapp 3 Kilogramm wiegenden Akkus an der Front des Bikes wie zum Beispiel am Lenker oder in einer Lenkertasche. Hierdurch würde zu viel Gewicht auf dem Vorderrad lasten und somit die Fahreigenschaften äußerst negativ beeinflussen.
E-Bike Umrüstsatz: Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden
Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte, großdimensionierte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann eines individuellen Lösungsansatzes.
Umrüstsatz: Funktionsweise des PAS-Sensors
Mittels des PAS-Sensors registriert das System eine Tretbewegung. Der komplette Sensor besteht aus einer fest an der Kurbel montierten Scheibe mit integrierten Magneten sowie einem am Tretlagergehäuse befestigten Sensor, der beim Passieren der einzelnen Magnete einen elektrischen Impuls sendet. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor wird dem System nur signalisiert, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da ab setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit also nicht dynamisch zur einsetzenden Kraft. Das heißt im Klartext: Selbst bei einer abgesprungenen Kette sorgt der Antrieb für Fortbewegung – solange in die Pedale getreten wird.
Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung des Umrüstsatzes
Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Aufgrund des Nachlaufs des Motors trägt das nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.
Das war es schon!
Nach dem E-Bike Umbau kann der Vorderrad-Antrieb in Betrieb genommen werden. Da im Falle des GermanXia Umrüstsatzes eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Unabdingbar ist natürlich ein vorheriger gründlicher Sicherheits- und Funktionscheck des Bikes sowie des Antriebs. Funktionieren die Bremsen, sind alle Schrauben fest angezogen und lassen sich der Akku sowie das Display einschalten? Die Kabel dürfen weder die Lenkung einschränken noch zu stramm verlegt sein. Besteht die Gefahr, dass die Isolierung der Kabel im Fahrbetrieb Schaden nimmt? Auf den ersten Metern ist zudem das Ansprechverhalten des PAS-Sensors zu prüfen und bei Bedarf die Position zu korrigieren. Wichtig: Am Besten mit keiner oder nur schwacher Unterstützung anfahren und danach erst die Unterstützung stufenweise erhöhen.
Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden! Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Herstellervorgaben müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.
Plagende Rückenschmerzen, ein steifer Nacken oder ein schmerzendes Gesäß können selbst bei epischsten Ausfahrten das Fahrvergnügen ordentlich ausbremsen. Um langfristig mit dem Gravel- oder CX-Bike Spaß zu haben, sollte daher der Komfort nicht zu kurz kommen. Mit dem Lenker, dem Sattel und den Pedalen hat der Biker lediglich drei Kontaktpunkte zum Fahrrad. Wir wollen uns die „Problemstellen“ genauer anschauen und zeigen, wie Ihr an Eurem Gravel- und CX-Bike die Ergonomie für ein Plus an Fahrkomfort verbessern könnt.
Viele Radfahrer plagt das Problem, dass auf längeren Touren irgendwann das Gesäß bzw. der Genitalbereich taub wird oder gar schmerzt. Abhilfe schafft hier oftmals ein ergonomisch angepasster Sattel. Wichtig sind grundsätzlich – und das gilt für alle Fahrrad-Sättel – der angedachte Einsatzbereich und die optimale Größe. Die benötigte Sattelbreite ist wiederum abhängig von den Sitzknochen. Anhand der Körperstatur lässt sich die ideale Breite des Sattels allerdings nicht festlegen. Für Online-Shopper besteht bei den Versendern meist die Möglichkeit, Sattelbreite und Modell aufgrund der Körpermaße und des Fahrstils unkompliziert berechnen zu lassen. Eine noch komfortablere Bestimmung des Sitzknochenabstandes bietet der Sattelspezialist Ergon an: Im Laden können Kunden hierfür auf die Messung mit einem digitalen Messgerät zurückgreifen. Fachhändler vor Ort sind ebenfalls eine sehr gute Anlaufstelle für den Kauf eines Sattels – inklusive einer ordentlichen Beratung. Ist der Abstand bekannt, kann basierend darauf schnell der individuell passende Sattel ermittelt werden. Bei der nachfolgenden Montage des neuen Sattels ist unbedingt auf die richtige Einstellung zu achten.
Ergonomischer Rennradsattel der Marke Ergon
Faustregel:Je aufrechter die Sitzhaltung, desto stärker liegen die Probleme im Sitzbereich. Je geneigter die Sitzposition, desto mehr verlagern sich die Schmerzen nach vorne in Richtung Genitalbereich. Rennradsättel sind aufgrund der geneigteren Sitzhaltung schmaler ausgeführt, der Sattel am Touren-MTB muss wegen der aufrechteren Sitzposition mehr Körpergewicht tragen und deshalb mehr Fläche bieten.
Der Lenker
Einschlafende Hände oder kribbelnde Finger sind ebenfalls häufig beklagte Probleme. Der Lenker und sogar das Lenkerband haben einen entscheidenden Einfluss auf den Fahrkomfort. Bei körperlichen Problemen gilt es daher, die Handgelenke und Karpaltunnel zu entlasten. Wenn das Handgelenk abknickt, steigt das Risiko für einschlafende Hände. Die richtige Sitz- und Griffposition entlastet Arme, Nacken und Schulterbereich gleichermaßen. Die meisten Gravel-Bikes kommen bereits serienmäßig mit einem sogenannten Gravel Lenker. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Rennradlenker verfügen Gravel Lenker über einen ausgestellten Unterlenker. Diese Ausstellung wird im Fachjargon „Flare“ genannt und fällt je nach Modell und Hersteller mehr oder weniger ausgeprägt aus. Lenker mit Flare bieten eine weitaus angenehmere Griffhaltung und entlasten die Handgelenke. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Lenker neben dem Plus an Komfort auch wesentlich mehr Kontrolle auf ruppigeren Wegstrecken bieten.
Der „nackte“ Rose Race Attack Gravel-R Lenker mit großer Auflagefläche am Oberlenker (noch) ohne Lenkerband
Wie unterschiedlich die Gravel Lenker ausfallen können, zeigt ein Blick auf drei Modelle – im Handel sind natürlich viele weitere Modelle und Ausführungen verfügbar. Einen besonders preiswerten Gravel Lenker bietet die Decathlon Eigenmarke B’Twin an. Der Flare des 440 mm breiten Lenkers beträgt 16°, weitere Ausstattungsmerkmale sind 70 mm Reach und 130 mm Drop. Der kurze Reach sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, Drop gibt den Abstand zwischen Oberlenker und Unterlenker an. Extrem breit aufgestellt ist der Acros Gravel Lenker mit 25° Flare. Am Oberlenker misst der Lenker ebenfalls 440 mm, der Reach fällt mit 55 mm noch kürzer aus. Der Abstand zwischen Ober- und Unterlenker beträgt 129 mm. Die goldene Mitte zwischen den beiden genannten Modellen – auch preislich – trifft der Rose Race Attack Gravel-R Lenker. Die technischen Daten des Lenkers lassen sich wie folgt zusammenfassen: 440 mm Breite, 21° Flare, 138 mm Drop und 87 mm Reach. Der Lenker verfügt zudem über eine große Auflagefläche am Oberlenker, eine 10° Kröpfung nach vorne (Frontsweep) sowie eine 5° Kröpfung nach unten (Downsweep) – wertvolle Eigenschaften, die den Griffkomfort zusätzlich steigern.
Lenker mit ergonomischer Handauflage, das Gel-Komfort-Lenkerband minimiert Vibrationen
Faustregel: Je kürzer der Reach, desto aufrechter die Sitzposition.
Der Vorbau
Zu den elementaren Bestandteilen der Lenkzentrale gehört natürlich auch der Vorbau. Bedarf der Umbau eines Lenkers noch ein wenig Zeit und Hingabe, kann der Austausch des Vorbaus mit nur wenigen Handgriffen erfolgen. Im Handel finden sich eine Vielzahl an unterschiedlichsten Modellen und Ausführungen. Wer lediglich die Höhe des Lenkers ändern möchte, kann dies eventuell sogar mit dem am Fahrrad verbauten Spacern (die „Platzhalter“ unter und/oder über dem Vorbau). Sollte dies nicht möglich sein oder weiterreichende Eingriffe bezüglich der Sitzposition gewünscht werden, kommt nur ein anderer Vorbau in Frage. Doch auch hier kann eventuell die bereits verbaute Komponente verwendet werden. Sollte es sich nicht um eine 0° Ausführung handeln und der Vorbau zudem negativ montiert sein (also nach unten zeigen), kann dieser natürlich umgedreht montiert werden. Beachtet werden sollte unbedingt, dass jegliche Änderungen an der Lenkzentrale auch Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben.
Kürzerer und steilerer Vorbau mit unten liegenden Spacern
Faustregel: Ein kürzerer und/oder höherer Vorbau sorgt für eine aufrechtere Sitzhaltung.
Lenkerband und Reifen
Es hört sich fast marginal an, doch auch mit dem Lenkerband könnt Ihr Einfluss auf den Fahrkomfort nehmen. Gel-Komfort-Lenkerbänder reduzieren die auf Finger und Handgelenk wirkenden Vibrationen und dämpfen leichte Stöße. Nebenbei bieten Lenkerbänder aufgrund der vielen erhältlichen Farbvariationen und Designs eine preisgünstige Möglichkeit der optischen Individualisierung des Bikes. Ein Blick lohnt auch auf die Reifen. Die am Gravel-Bike verbauten breiteren Reifen gewährleisten nicht nur mehr Grip und Traktion, sondern auch eine verbesserte Dämpfung gegenüber herkömmlichen Rennrad- und CX-Reifen. Wer auf einen breiteren Reifen umsteigen möchte, sollte natürlich nicht die Reifenfreiheit des Rahmens aus den Augen verlieren. Während Gravel-Bikes von Haus aus bereits für breitere Reifen ausgelegt sind, kommen CX-Bikes oftmals noch mit schmalem Hinterbau. Bei den Gabeln gibt es meist weniger Probleme.
Breitere Gravel Reifen wie hier der Maxxis Ravager (700x40c) sorgen für ein Plus an Dämpfung
Faustregel: Eine voluminöse Bereifung bietet mehr Komfort, allerdings müssen die Gabel bzw. der Rahmen für die Verwendung eines breiteren Reifens vorgesehen sein.
Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!
Scheibenbremsen sind aus dem modernen Mountainbike Sport ebenso wenig wegzudenken wie Federgabeln, selbst bei Rennrädern kommen die Disc-Stopper immer mehr zum Einsatz. Die Scheibenbremsbeläge gehören zu den stark beanspruchten Verschleißteilen und müssen daher im Laufe der Zeit ersetzt werden.
Welches Material wird benötigt?
Für das Wechseln der MTB Scheibenbremsbeläge werden abhängig vom Modell entweder Innensechskant- oder Torxschlüssel benötigt, desweiteren muss noch eine Spitzzange und ein Bremskolbenrücksteller vorhanden sein. Ein Montageständer ist Gold wert und erleichtert das Arbeiten immens. Zum Säubern und Pflegen kann ein weicher Lappen und vom Bremsen-Hersteller freigegebene Bremsflüssigkeit nicht schaden.
Preiswerte Alternative zum Original: XLC Scheibenbremsbeläge
Im Handel finden sich, neben den Bremsbelägen des Bremsenherstellers, eine Vielzahl an Alternativen zum Original. Machen wir uns nichts vor: Nicht immer ist der Griff zur preiswerteren Nachbildung die bessere Entscheidung! Die Scheibenbremsbeläge von XLC gehören zu denen, die allerdings bedenklos empfohlen werden können. Alle XLC Scheibenbremsbeläge sind selbstverständlich nach EN-Standard geprüft. Angeboten werden abhängig vom Bremsenmodell sowohl organische als auch gesinterte Bremsbeläge. Wir haben uns – bei XLC an der orange lackierten Bremsbelagrückseite erkennbar – für organische Bremsbeläge entschieden, die für alle Witterungsverhältnisse geeignet sind und sich durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen guter Bremsleistung und niedrigem Verschleiß auszeichnen. Neben den einzelnen Belägen sind von XLC auch Brakepads in einer 25er-Box erhältlich – ideal für Werkstätten, Teams oder Vereine. Mehr Infos hierzu unter www.bike-parts.de
MTB Scheibenbremsbeläge wechseln: Die ersten Schritte
Am einfachsten und sichersten gestalten sich die Arbeiten an der Bremsanlage mit Hilfe eines Montageständers. Der Montageständer gewährleistet auch bei ruppigeren Arbeiten einen festen Stand des Fahrrades. Der Wechsel der Bremsbeläge kann nicht mit einem eingebauten Laufrad erfolgen, daher: Das Laufrad muss raus! Dank Schnellspanner bzw. Schraubachse zum Glück eine schnelle und unkomplizierte Geschichte.
Führungsbolzen bzw. Halterungsschraube entfernen
Gesichert und gehalten werden die Bremsbeläge von einem Führungsbolzen bzw. der Halterungsschraube. Auch wenn die Hersteller hierbei mit eigenen Lösungen aufwarten, das Prinzip bleibt immer das gleiche. Gesichert werden der Bolzen bzw. die Schraube durch einen Splint oder Sicherungsclip. Im Gegensatz zum Sicherungsclip müssen bei einem Splint zunächst die umgebogenen Enden gerade ausgerichtet werden. Jetzt mit einer Spitzzange den Splint herausziehen bzw. den Sicherungsclip entfernen. Erst dann kann der Führungsbolzen bzw. die Halterungsschraube mit einem Innensechskant- oder Torx-Schlüssel herausgedreht werden.
MTB Scheibenbremsbeläge entnehmen
Die Scheibenbremsbeläge können nun zusammen mit der Spreizklammer aus dem Bremssattel herausgezogen werden. Ein Blick auf die Bremsbeläge gibt darüber Aufschluss, ob die Bremse ordnungsgemäß funktioniert oder ein Fehler vorliegt. Beide Bremsbeläge sollten gleich und plan abgenutzt sein. Einseitig abgenutzte Bremsbeläge können auf einen klemmenden Kolben hinweisen. Bei Unregelmäßigkeiten also ab in die Fachwerkstatt! Nach der Entnahme der MTB Scheibenbremsbeläge kann ein vorsichtiges Säubern der Bremskolben mit einem weichen Lappen nicht schaden. Zur Pflege der Dichtungen vorsichtig etwas (!) Bremsflüssigkeit auftragen, allerdings unbedingt darauf achten, nur vom Hersteller freigegebene Bremsflüssigkeit zu verwenden. Überschüssige Bremsflüssigkeit entfernen – logisch, sie darf später natürlich nicht auf die Bremsfläche der Beläge gelangen!
Bremskolben zurückdrücken
Jetzt wird’s ein bisschen kniffelig: Bei hydraulischen Scheibenbremsen müssen die Bremskolben zurück gedrückt werden. Durch die automatische Belagnachstellung haben sich die Kolben im Laufe der Zeit immer weiter aufeinander zubewegt. Mit dem Zurückdrücken der Kolben schaffen wir Platz für die neuen, unverschlissenen Beläge. Im Handel gibt es für diese Arbeit, die bei unsachgemäßer Durchführung erhebliche Schäden an der Bremse verursachen kann, spezielles Werkzeug, den sogenannten Bremskolbenrücksteller. Zur Not kann aber auch mit einem Reifenheber aus stabilem Kunststoff gearbeitet werden, nur sollte keinesfalls ein Schraubendreher zum Einsatz kommen. Bremskolben so weit zurück drücken, bis diese mit dem Gehäuse abschließen.
Einsetzen der neuen Mountainbike Bremsbeläge
Die neuen Bremsbeläge werden mitsamt der Spreizklammer in den Bremssattel eingesetzt. Achtung: Bei asymetrischen Belägen unbedingt darauf achten, dass diese richtig ausgerichtet sind! Sonst passen die Halteschenkel für den Führungsbolzen nicht zu den Bohrungen im Gehäuse. Sobald die Bremsbeläge ausgerichtet sind muss der Führungsbolzen bzw. die Halterungsschraube eingesetzt und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment verschraubt werden. Danach NICHT den Sicherungssplint bzw. den Sicherungsclip vergessen! Splint umbiegen und somit gegen herausrutschen sichern. Bei Verwendung eines Sicherungsclips daurauf achten, dass dieser sitzt! Danach Laufrad einbauen und Probe fahren! Nochmal Achtung: Neue Bremsbeläge müssen eingebremst werden!
Die Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!