Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB? Der ultimative Bikevergleich für das Prümtal und die Umgebung

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB?

Wer die schöne Westeifel mit dem Rad erkunden möchte, findet in Prüm die perfekte Ausgangsbasis. Von der geschichtsträchtigen Abteistadt aus eröffnen sich Strecken, die gegensätzlicher kaum sein könnten: von flachen, schnellen Ex-Bahntrassen im Tal bis hin zu den rauen, steilen Höhenzügen des Schneifel-Rückens kommt jeder Radfahrer auf seine Kosten. ​Doch wer hier auf Tour geht, steht unweigerlich vor der Frage, ob eher das sportliche, leichte Gravelbike oder das kraftvolle E-MTB die bessere Wahl ist. ​Wir haben den Härtetest rund um unsere Base in Prüm gemacht und zeigen dir, wo welches Bike die Nase vorn hat.

Auf rauen Pisten hoch über dem Prümtal – wie hier von unserer unvergessenen Andrea zelebriert

​1. Das Revier für Gravel-Spezialisten: Bahntrassen-Flug und breite Forstwege

​Das absolute Filetstück der Region Prüm liegt direkt vor der Haustür: ​Das Pronsfelder „Action-Kreuz“ und der Prümtal-Radweg. Von Prüm aus führt der Radweg flussabwärts über das historische Eisenbahnerdorf Pronsfeld. Bis nach Waxweiler ist die ehemalige Bahntrasse komplett asphaltiert und verläuft wunderschön parallel zur Prüm. Hier fliegt das Gravelbike förmlich dahin.

Unsere Gravel-Tipps für dich:

Prümtal-Radweg: Fahr genau bis Waxweiler! Weiter flussabwärts verläuft der Radweg teilweise über die hügelige Landstraße ohne separaten Radweg – das macht mit dem Rad deutlich weniger Spaß.

Abstecher nach Bleialf: Ab Pronsfeld zweigt eine weitere geniale Bahntrasse ab. Der Weg Richtung Bleialf ist ebenfalls komplett asphaltiert, extrem naturnah und bietet Gravel-Genuss pur. Extrem beliebt ist die Fahrt weiter bis ins belgische St. Vith.

Alternative Nimstal: Wer eine Alternative sucht, wechselt ins benachbarte Nimstal. Auch hier verläuft ein hervorragender Radweg, der sich mit seinem Mix aus feinem Asphalt und perfekt gepflegten Schotterabschnitten („Gravel“) ideal für sportliche Runden eignet.

Der sportliche Uphill: Da die Landstraßen auf die Hochebenen oft keinen Radweg haben, nutzen Graveler abseits der Täler die meist breiten und gut ausgebauten Forst- und Wirtschaftswege – es lohnt sich, sowohl landschaftlich als auch fahrtechnisch.

​2. Das E-MTB-Revier rund um Prüm: Wurzeln, Höhenmeter und das Pronsfelder „Action-Kreuz“

​Sobald man den feinen Asphalt der Täler verlässt und die echten Höhenmeter der Eifel bezwingen will, verschieben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten des E-MTBs. Hier knacken die giftigen Rampen locker die 10 % bis 15 % Steigung – perfekt für satten Motor-Support.

Unsere E-MTB-Tipps für dich:

Pronsfeld Pumptrack und Hochbergtrail: Pronsfeld ist nicht nur für Graveler ein Knotenpunkt. ​Richtung Bleialf wartet ein Pumptrack inklusive Jumpline auf euch. In Richtung Waxweiler kommst du am Ziel des Hochbergtrails vorbei. Wer die Herausforderung sucht, folgt der Beschilderung zum Einstieg. Die Abfahrt ist extremst steil und mit engen Kehren gespickt – hier ist eine sehr gute Fahrtechnik Voraussetzung! Für Gravelbike absolut ungeeignet!

Schönecker Schweiz (Nimstal): Dieses Highlight liegt im benachbarten Nimstal! Dort findest du offiziell ausgewiesene Mountainbikerouten durch eine faszinierende Landschaft. Aber Achtung: Die Strecken sind teilweise mit schönen Wurzelpassagen gespickt. Mit dem Gravelbike macht das hier – abgesehen vom unteren, sehr gut ausgebauten Talweg – schlicht keinen Sinn. Für das E-MTB ist die Schönecker Schweiz ein Traumrevier.

Der Schwarze Mann: Der Höhenzug bei Prüm ist ein Eldorado für Mountainbiker. Wer die breiten, gut ausgebauten Waldwege im Express-Tempo nehmen oder die raueren Naturpfade unter die Stollen nehmen will, ist mit dem E-MTB bestens bedient. Ein beliebtes Ziel ist das Blockhaus oben am Skilift.

Die Wolfsschlucht, der „Hausberg“ direkt vor der Tür: Auf den breiten Waldwegen direkt bei Prüm kann man zwar auch mit dem Gravelbike Spaß haben, aber mit dem Mountainbike erwacht das Gebiet erst richtig zum Leben, weil du spontan jeden Trail links und rechts mitnehmen kannst.

3. Das Angebot für Radfahrer in und um Prüm wächst weiter


​Prüm-Wolfsschlucht: Downhill-Strecke im Bau

In der Wolfsschlucht bei Prüm tut sich was: Hier entsteht aktuell eine offizielle Downhill-Strecke mit Anliegern, Sprüngen und weiteren Spaß-Faktoren. Bis zur Fertigstellung wird es zwar noch etwas dauern, aber Enduro- und Downhill-Fans sollten den Spot definitiv schon jetzt auf dem Schirm haben. Wir bleiben für euch dran!

Radweg-Lückenschluss von Prüm nach Gerolstein im Bau

Neben den bestehenden Routen entsteht gerade ein weiteres Highlight für die Rad-Infrastruktur der Eifel. ​Auf einer Länge von rund 22 Kilometern wird die stillgelegte Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein im Rahmen des Eifel-Ardennen-Radwegs komplett ausgebaut. Nach der geplanten feierlichen Eröffnung im Frühjahr 2028 wird die alte Abteistadt unumstritten DIE Rad-Hauptstadt der Westeifel sein.

4. ​Fazit: Die Base steht – du wählst das Werkzeug

​Rund um Prüm gibt es kein „besser“ oder „schlechter“ zwischen Gravelbike und E-MTB. Wer das entspannte, schnelle Dahingleiten auf den perfekt asphaltierten Ex-Bahntrassen bis Waxweiler oder Bleialf sucht, greift zum Gravelbike. Wer dagegen den Pumptrack testen, sich den extrem steilen Hochbergtrail hinabstürzen, die wurzeligen MTB-Routen der Schönecker Schweiz bezwingen oder die Wolfsschlucht erkunden will, findet im E-MTB die ultimative Allzweckwaffe für die Westeifel.

Respektiere die Natur!

Die Westeifel ist ein sensibler Naturraum. Egal ob mit oder ohne Motor: Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wald-, Forst- und offiziellen Mountainbikewegen, meide illegale Pfade und nimm Rücksicht auf Wanderer und Wildtiere. Das Befahren und die Auswahl der Strecken erfolgt auf eigene Gefahr und sollte immer den persönlichen Grenzen entsprechend angepasst werden.

Eifelgemeinde Pronsfeld startet mit neuem Trail in die Mountainbike-Saison

Nach dem 2019 gebauten Bikepark mit Jumpline und Pumptrack legt die Eifelgemeinde Pronsfeld jetzt mit einem komplett neu gebauten Mountainbike-Trail nach. Der Hochberg-Trail startet vom Aussichtspunkt oberhalb der Prüm und windet sich kurvenreich bergab bis zum Prümtal-Radweg. Realisiert wurde das gesamte Projekt unter Leitung des Ortsbürgermeisters Harald Urfels von vielen freiwilligen Mithelfern.

Wieder einmal beweist die kleine Gemeinde in der Eifel, wie unkompliziert ein zukunftsweisendes Projekt durchgeführt werden kann. Tatsächlich besitzt der neue Hochberg-Trail im Umkreis von 30 bis 40 Kilometern ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Im Fokus steht nämlich nicht das Fahren bergauf, sondern der Spaß bergab. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten richtet sich der Trail an geübte Biker, die ihr Rädchen im Griff haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Das starke Gefälle und die engen Kurven unterstreichen den hohen technischen Anspruch der Strecke. Wer sein Bike also gut unter Kontrolle hat, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten!

Eifelgemeinde Pronsfeld startet mit neuem Trail in die Mountainbike-Saison 2023

MTB Hochberg-Trail in Pronsfeld: Wie ist der Streckenverlauf?

Nach dem Start am Aussichtspunkt Pronsfeld kann nach wenigen Metern zwischen zwei Lines gewählt werden. Die Hauptlinie führt in engen und steilen Serpentinen ohne Drops oder Sprünge Richtung Tal. Leicht alpines Feeling vermittelt die Alternativ-Linie, die teilweise auf einem steinigen Grat verläuft. Hier sind AM- und Enduro-Biker perfekt aufgehoben. Beide Strecken treffen in einer Senke wieder zusammen. Diese spuckt den Rider dann auf das letzte Teilstück aus. Am Ende kann auf Wunsch noch auf eine Race-Jumpline mit drei Tables abgebogen werden. Zwischen den beiden Lines sorgen zudem feine Kombinationsmöglichkeiten für erhöhten Fahrspaß.

Wie findet man den Mountainbike-Trail?

Der MTB Hochberg-Trail in der Eifelgemeinde Pronsfeld ist Teil eines Rundkurses und führt auch am Bikepark vorbei. Einen guten und einprägsamen Einstieg in die Runde bietet die Kreuzung am Lokdenkmal (Hauptstraße/Prümtal-Radweg). Von hier ist der Hochberg-Trail bereits ausgeschildert. Die erste Station ist schon nach kurzer Zeit erreicht: Der Pumptrack. Nach wenigen hundert Metern führt ein moderat ansteigender Wanderweg in den Wald. Nach knapp 50 Höhenmetern beginnt der Abfahrtsspaß. Unten angekommen und dem Radweg links folgend können so unzählige Runden gedreht werden. Insgesamt hat die komplette MTB-Tour ein Länge von etwa 2,1 Kilometern.

Eifelgemeinde Pronsfeld startet mit neuem Trail in die Mountainbike-Saison 2023

Wo parken, essen und schlafen in der Eifelgemeinde Pronsfeld?

Ausreichend Parkmöglichkeiten gibt es direkt am Bikepark/Pumptrack oder am ehemaligen Bahnhof in Pronsfeld. Hungern muss hier ebenfalls niemand: Direkt an der Lok befindet sich das Café Stullwerk. Egal ob im Biergarten oder im historischen Eisenbahnwaggon, hier gibt es leckere Kuchen, Sandwiches und Getränke in nostalgischer Atmosphäre. Freunde der italienischen Küche mit all ihren Köstlichkeiten kommen im Ristorante Da Mario (Ecke Lünebacher Straße/Hauptstraße) auf ihre Kosten. Übernachtungsmöglichkeiten finden sich bei privaten Anbietern. Der Wohnmobilstellplatz in Pronsfeld bietet zudem Stellplätze für 7,00€ pro Nacht.

Web-Links zum Thema:

www.pronsfeld.de
www.stullwerk.de
https://www.facebook.com/people/Ristorante-Pizzeria-Da-Mario/100063733474387/

Dank an Jan und Paul für das Foto-Shooting 🙂

Eifelgemeinde Pronsfeld legt nach: Arbeiten am MTB Hochberg-Trail laufen auf Hochtouren

In einem für die Region einzigartigen Projekt möchte die Eifelgemeinde Pronsfeld ihr Angebot für Mountainbiker deutlich erweitern. Nach dem 2019 gebauten Bikepark mit Jumpline und Pumptrack gilt das Augenmerk diesmal ambitionierten Mountainbikern, die bergab für jeden Spaß zu haben sind. Oberhalb des Prümtal-Radwegs entsteht im Moment der MTB Hochberg-Trail, an dessen Gestaltung die Fraktur nicht ganz unbeteiligt ist.

Eifelgemeinde Pronsfeld legt nach: Arbeiten am Hochberg-Trail laufen auf Hochtouren

Wie unkompliziert ein derartiges Projekt durchgeführt werden kann, beweist mit Bravour die Gemeinde Pronsfeld. Treibende Kraft ist hierbei Ortsbürgermeister Harald Urfeld, der mit seinen Ideen dem Ort definitiv neue Perspektiven eröffnet. Natürlich geht auch hier nichts ohne die Bürger und den Ortsgemeinderat, die tatkräftig hinter den Projekten stehen. Wo anderswo um Entscheidungen gerungen wird, werden in Pronsfeld schon längst die Ärmel hochgekrempelt. Die Pläne für den Hochberg-Trail liegen tatsächlich schon länger auf dem Tisch, doch Corona zwang alle Beteiligten immer wieder zur Zwangspause. Darunter auch die Fraktur. Zusammen mit dem Bürgermeister haben wir am Design der Strecke gefeilt. Seit dem Frühjahr laufen endlich die Arbeiten am Hochberg.

Eifelgemeinde Pronsfeld legt nach: Arbeiten am Hochberg-Trail laufen auf Hochtouren

Projekt basiert ohne Ausnahme auf ehrenamtlicher Mitarbeit

Die Planung der Strecke war nicht ganz so einfach. Wir mussten uns auf das Gelände der Ortsgemeinde beschränken, Gespräche mit dem Eigentümer des benachbarten Grundstücks verliefen leider ohne positives Ergebnis. Der Hang ist nicht nur relativ schmal, sondern vor allem im mittleren Bereich sehr steil. Noch schwieriger ist somit die Umsetzung in die Realität. Die Befestigung der Strecke ist äußerst zeitintensiv und kraftraubend. Unermüdlich graben, hacken und schaufeln die Pronsfelder den Trail in den Hang. Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass das gesamte Projekt ohne Ausnahme auf ehrenamtlicher Mitarbeit basiert. Dadurch zieht sich die Fertigstellung noch etwas hin.

Pronsfeld Hochberg-Trail: Fahrtechnik dringend erforderlich

Um es auf den Punkt zu bringen: Der Pronsfeld Hochberg-Trail wird nicht für Anfänger geeignet sein. In diesem Fall empfehlen wir den Besuch des Bikeparks mit dem Pumptrack, um die eigenen Skills zu verbessern. Wer sein Rädchen gut unter Kontrolle hat, wird am Hochberg-Trail auf seine Kosten kommen. Nach dem Start am Aussichtspunkt Pronsfeld kann nach wenigen Metern zwischen zwei Linien gewählt werden. Die eine Linie führt in engen und steilen Serpentinen Richtung Tal, die andere führt über einen teilweise steinigen Grat und vermittelt ein leicht alpines Feeling. Beide Strecken treffen in einer Senke wieder zusammen. Diese spuckt den Rider dann auf das letzte, etwas ruppigere Teilstück aus. Am Ende kann auf Wunsch noch auf eine von uns geshapte Race-Jumpline abgebogen werden.

Arbeiten am Hochberg-Trail dauern noch etwas an

Wie bereits erwähnt laufen die Arbeiten am Hochberg-Trail derzeit auf Hochtouren. Die Strecke ist noch nicht fertiggestellt und somit auch noch nicht freigegeben. Einige Passagen auf den etwa 50 Höhenmetern müssen noch ausgebaut, befestigt und überarbeitet werden. Sobald der Trail am Hochberg offiziell befahren werden darf, wird das hier auf der Fraktur natürlich sofort kommuniziert. Eine Anreise nach Pronsfeld lohnt sich aber dennoch. Der Bikepark Pronsfeld erfreut sich großer Beliebtheit und im unweit frisch eröffneten Waggon-Cafe an der Lok wartet leckerer Kaffee und Kuchen auf Euch. Stay tuned!

Turbomatik Bikeparks: Die bauen Spaß! Neuer MTB Spot in der Eifelgemeide Pronsfeld

Unermüdlich gräbt sich die Schaufel des Baggers in die weiche Erde. Mit gezielten Schaufelbewegungen nehmen die vielen Erdhaufen langsam erkennbare Formen an. Aus einem brachliegenden Gelände entsteht in der Eifelgemeinde Pronsfeld ein neuer MTB Spot mit Startberg, Tables, Anliegern und Wellen. Wir hatten das große Vergnügen, den Gestaltern von Turbomatik Bikeparks bei der Arbeit über die Baggerschaufel zu schauen.

Ein Pumptrack entsteht

Radfahren steht im Eifelkreis Bitburg-Prüm hoch im Kurs. Viele gut ausgebaute Radwege ziehen sich durch das gesamte Kreisgebiet, begleiten idyllische Flüsschen oder verlaufen auf ehemaligen Bahntrassen. Mountainbiker mit dicken Waden erfreuen sich an den unzähligen Forstwegen, die fernab von Städten und Menschen bis nach Luxemburg, Belgien oder an die Mosel führen. Eine große Lücke klaffte hingegen bei den Spots, egal ob Dirt, Flowtrail oder Pumptrack. Für spaß-orientiertes Biken mussten die Rider im Eifelkreis Bitburg-Prüm bisher die Fahrt zu dem Trail-Technik-Parcours Koulshore bei Daun oder dem Bikepark in St. Vith in Kauf nehmen. Die unweit von Prüm gelegene Gemeinde Pronsfeld hat jetzt allerdings mit einem für den Kreis einmaligen Projekt ordentlich nachgelegt. Nach etwa drei Jahren Vorlaufzeit und Planung begannen im Juni 2019 die finalen Arbeiten für den Bikepark Pronsfeld. Verantwortlich für die Gestaltung und Umsetzung des Bikeparks war Günter von Turbomatik Bikeparks.

Der Chef des sauerländischen Unternehmens ist allerdings nicht nur der kreative Kopf, sondern sitzt zudem selbst im Bagger. So wie auch an dem Tag, als wir uns mit ihm in Pronsfeld auf dem neuen Spot trafen. Wir wollten wissen, wie genau ein Bikepark dieser Größe entsteht. Erstaunt waren wir von dem Fingerspitzengefühl beim Führen des doch recht imposanten Baggers. Mit gezielten Schaufelbewegungen nahmen die Erdhaufen, die vorab von einem Radlader an die vorgesehenen Stellen aufgeschüttet wurden, bekannte Formen an – Wellen, Anlieger und Tables. Auch der Starthügel musste geformt werden. Für die Arbeiten mit dem Bagger werden definitiv ein gutes Auge, ein ruhiges Händchen und vertrauen in die Gravitation benötigt. Letzteres bereitete uns beim Zuschauen ein doch etwas mulmiges Gefühl: Öfters stand der Bagger so schief, dass das Schild zur Stabilisation ausgefahren werden musste. Der Kerl im Bagger hat echt Nerven wie Drahtseile! Die Frage, ob er schon mal mit einem Bagger umgekippt wäre, beneinte Günter lächelnd.

Ortsbürgermeister Harald Urfels, Günter Bracht von Turbomatik Bikeparks und Trail-Dog Spliff

Nach der schweißtreibenden Arbeit des Gestaltens kam uns eine große Ehre zu: Wir durften die Strecke erstmals abrollen. Obwohl die Strecke mitsamt der Jumps und Wellen noch komprimiert werden musste, rollte es sich schon verdammt geschmeidig. Die Erfahrung von Turbomatik Bikeparks zeigt sich im Detail. Alles passt, die einzelnen Elemente sind perfekt angeordnet. Die Wellen und Landungen sowie die Abstände ermöglichen ein ideales Pushen und somit auch mächtig Flow. Wir hatten Spaß, doch Günter musste nochmal ran! Der letzte Schritt war das Komprimieren der Strecke mit einer Rüttelplatte. Ganz fertig war der Bikepark Pronsfeld dann noch immer nicht. Die Balken für die Wippe und die North Shore Elemente lagen schon bereit. Innerhalb eines Tages standen auch diese. Feierabend und Abschluss des Projektes. Für uns begann jetzt der Spaß, Günter machte sich indes auf den Weg nach Hause ins Sauerland. Dort ist er aufgrund seiner Tätigkeit von Frühjahr bis Herbst nur noch selten. Das nächste Projekt wartet schon.

Wegen des hochsommerlichen Wetters mit knackigen Temperaturen und ausbleibendem Regen musste die Strecke allerdings erst mal gesperrt werden. Um die unerträgliche Wartezeit für die Biker zu verkürzen, setzte sich Ortsbürgermeister Harald Urfeld mit der ortsansässigen Feuerwehr in Verbindung. Im Rahmen einer Feuerwehrübung rückte wenige Tage später die Feuerwehr Pronsfeld mit der Jugendfeuerwehr an. Mit gezielten Anweisungen wurde die Wasserentnahme aus dem benachbarten Bach geübt, Schläuche verbunden und der Track ausgiebig gewässert. Natürlich durfte auch das Kommando „Wasser marsch“ nicht fehlen. Der Ortsbürgermeister, selbst begeisterter Mountainbiker, machte sich vor Ort höchstpersönlich ein Bild vom Schaffen der Jugend. Auch für uns interessant, so etwas mal live zu sehen. Noch weitere Tage vergingen, am 23. Juli war es dann aber endlich so weit: Nach dem Aufstellen der Schilder wurde die Absperrung entfernt. Der Bikepark Pronsfeld ist jetzt für alle Biker frei zugänglich.

Mehr Infos zu den Bikepark Bau-Profis findet ihr unter https://www.bikepark-bau.de/

Die Bikepark Bau Profis von Turbomatik im Interview: „Traumberuf, aber nichts für Träumer“

Das Team von Turbomatik aus dem sauerländischen Warstein macht genau das, wovon viele Biker träumen: Professionell Bikeparks planen und bauen. Die Streckenbau-Profis decken mit ihrem Angebot die gesamte Bandbreite des Radsports ab, vom Flowtrail über Dirt und BMX bis zum Downhill. Aber ist dieser Beruf wirklich ein Traumberuf oder am Ende doch nur harte Arbeit? Wir hatten den Günter von Turbomatik Bikeparks im Interview – und haben einiges über den Bau von professionellen Anlagen erfahren.

Foto: Turbomatik

Ihr seid ja schwer aktiv im Bau von Bikeparks. Seit wann baut Ihr professionelle Anlagen und wie kam es zu der Idee?

Inspiriert von Events wie dem „Münster Monster Mastership“- Skatecontest und den BMX- Contests im Kölner Jugendpark haben wir uns bereits 1988 eine eigene Quarter Pipe und verschiedene Streetramps für Skateboard & BMX gebaut. 1992 stand unser erster, kleiner BMX- Dirtspot. 1995 habe ich mir vom Azubi-Gehalt ein GT Mountainbike gekauft, und war dann schnell vom MTB Fieber infiziert. Da es zu der Zeit nur wenige Angebote in Sachen Trails, Skate- & Bikeparks gab, haben wir einfach selbst zu Werkzeug und Schaufel gegriffen.

Skate- & BMX Parks bauen wir professionell seit 2002 – Am Parkbau der BMX Worlds Köln, COS Cup Splash Festival, Skate & BMX Park Zeche Amalie Essen etc. waren wir beteiligt, Skate & BMX Park Wermelskirchen und Warstein waren beispielsweise eigene Projekte.

Outdoor- Bikeparks, Dirtparks, Tracks und Trails bauen wir seit 2008, da fiel der Startschuss für unseren eigenen Bikepark mit Lift – der „Warsteiner Bikepark“. Diesen haben wir dann ca. zwei Jahre lang selbst betrieben und dann an die jetzigen Betreiber weitergegeben.

Beim Bau unseres Parks sind glücklicherweise dann auch noch viele nette Leute aus der Szene zu uns gestoßen, unter anderem auch Felix Rosendahl und Mike Born. Vor allem Mike – er hat die längste Erfahrung im Bau von großen Slopestyle- Elementen und dicken Kickern – konnte dem ganzen Team gute Tipps beim Trailbau vermitteln.

Parallel zu den Bauprojekten haben wir auch viele „DIY“ Events und Contests organisiert und waren auch beispielsweise beim Dirtmasters Festival in Winterberg ab 2007 von Anfang an aktiv dabei.

Durch die gute Resonanz des Warsteiner Bikeparks kamen die ersten Aufträge dann quasi automatisch – wir wurden von verschiedenen Vereinen, Kommunen und Mountainbiker_innen angesprochen, ob wir auch woanders Parks & Pumptracks bauen würden.

Foto: Turbomatik

Ein Traumberuf – oder doch einfach nur verdammt harte Arbeit und viel Stress?

Definitiv ein Traumberuf, aber nichts für Träumer. Es steckt schon ein bisschen Organisation und Verantwortung dahinter.

Da wir häufig öffentliche Parks bauen, müssen natürlich alle Regularien beachtet werden. Zudem ist unser Ziel, möglichst viele Biker_innen glücklich zu machen, und dabei ist die Schwierigkeit, dass die kleinen Obstacles auch den Geübten noch Spaß machen sollen und die großen Kicker nicht gleich den Tod für die Anfänger und Normalos bedeuten. 🙂

Welches Projekt war für Euch die größte Herausforderung – und warum?

Auha – schwierig zu beantworten – vielleicht war es unser eigener Park (Warsteiner Bikepark), da der Bau relativ umfangreich war – mit Strecken für fast alle „Gravity- Disziplinen“. Zudem wurde das komplette Genehmigungsverfahren mit allen behördlichen Belangen und der gesamte Betrieb inkl. Lift, Hüttengastronomie etc. von uns abgewickelt.

Eigentlich liegt die größte Herausforderung jedoch darin, dass jeder einzelne Park richtig gut wird – auch der kleinste Spielplatz- Pumptrack. Auch wenn die Gegebenheiten mal nicht so optimal sind, z.B.: schwierige Gelände- und Bodenverhältnisse, Sauwetter, Termindruck etc., muss man die Gelassenheit bewahren und solange baggern, schaufeln und festklopfen, bis der Flow passt. Wenn das aktuelle Projekt genau so gut oder auch ein klitzekleines bisschen besser wird als das vorherige, haben wir unser Ziel erreicht! 😉

Im Frühjahr 2019 werdet Ihr in der Eifel-Gemeinde Pronsfeld einen neuen Bikepark aus dem Boden stampfen. Was macht das Projekt dort für Euch interessant?

Die Planungsphase für Pronsfeld ist quasi durch, allerdings sind noch einige behördliche Schritte abzuwarten. Der Park wird ein kleiner Übungsparcours mit Dirtline, Techniktrail & Pumptrack.

Wegen Naturschutzvorgaben ist nicht das komplette Gelände freigegeben, was jedoch in diesem Fall kein Nachteil ist.

Das Schöne am Park in Pronsfeld ist das leicht abschüssige Gelände für die Dirtjumps und den Trail und die relativ flache Ebene am Ende der Lines für den Pumptrack. Damit lässt sich die ganze Geschichte optimal kombinieren. Dadurch das der Techniktrail auch als Backtrack zum Starthügel genutzt werden kann, ist die ganze Zeit Bike-Action ohne Leerlauf angesagt.

Foto: Turbomatik

Viele Biker versuchen sich ja selbst im Bau von Pumptracks, Dirts und Flowlines. Was unterscheidet einen professionell gebauten Bikepark von einem mit Spaten und Schaufel selbst angelegten Home-Spot?

Privater Homespot, Bikeparks & Kicker für Events, Contests und Shows und die öffentliche Anlage als Trailpark oder Dirtspot sind mitunter komplett unterschiedliche Kisten mit teilweise komplett unterschiedlichen Vorgaben und Zielen.

Ein geil gebauter Homespot, der über Jahre mit viel Schaufelpower & Herzblut gewachsen ist, kann man nur schwer mit einem Spot vergleichen, welcher in 2-3 Wochen mit Bagger & Rüttelplatte entsteht.

Einer der besten „handshaped“ Dirtspots steht in der Nähe von Augsburg. Hier sind unsere Freunde vom Leafcycles Team seit nun fast 20 Jahren aktiv am buddeln. Da ist jeder Millimeter perfekt ausgenutzt – die perfekte Dirtjump-Pumptrack-Achterbahn.

Für einen handgebauten Homespot müssen ein paar glückliche Gegebenheiten passen, z.B.: die richtige Crew, das passende Gelände, guter Boden, der sich per Hand shapen lässt etc. Mit Maschinen kann man auch mit steinigem Material gute Ergebnisse erzielen, mit der Hand wird es da schwierig.

Ein weiterer grundlegender Unterschied ist die Sicherheit. Beim privaten Hometrail entstehen die Obstacles intuitiv, da kennen alle Ihren eigenen Spot, da darf und soll es komplett verspielt sein und zickzackmäßig abgehen – gerne mit technisch höherem Anspruch und vielen Kreuzungen, kleinen und großen Doubles, Drops, tricky North Shore Kram etc.

Beim öffentlichen, professionell gebauten Park achten wir z.B. sehr auf die Übersichtlichkeit. Beispielsweise keine Doubles in der Table Line oder umgekehrt. Auch technisch anspruchsvollere Klamotten findest Du bei uns nicht direkt nach Anliegern oder an unübersichtlichen Stellen.

Wie läuft ein Bikepark-Projekt eigentlich im Allgemeinen ab – von der ersten Idee über die Planung bis zur „Schlüsselübergabe“?

Meistens melden sich die interessierten Biker_innen bei uns, häufig auch Leute vom Jugendzentrum, Vereinen oder Verwaltung. Erste Ideen und Skizzen werden dann direkt per mail und Telefon hin- und hergeschickt.

Der nächste Schritt ist dann der Planungsworkshop vor Ort mit allen Interessierten und Beteiligten. Bei größeren Projekten auch mit mehreren Terminen. Hier greifen wir die Ideen der Locals auf und erarbeiten gemeinsam die ersten Entwurfskizzen für das Projekt.

Auf dieser Basis zeichnen wir dann die nötigen Bau- und Streckenpläne und erstellen für jedes Projekt ein passendes Konzept, sprich ein mehrseitigen Infoflyer mit Bildern und Beschreibungstexten, damit auch die beteiligten Fußgänger_innen verstehen, was wir da fahrradmäßig vorhaben.

Wenn nötig, holen wir noch Fachleute mit ins Boot – Stichworte Naturschutz, Lärmschutz, Baurecht etc.

Wenn dann die Pläne von den Biker_innen und allen Beteiligten abgesegnet wurden, setzen wir uns hin und machen die Kostenaufstellung und schauen, was die Leute vor Ort ggf. selbst vorbereiten können.

Sofern dann alles gut läuft, müssen sich dann alle noch etwas gedulden bis alle Angebotsverfahren, Genehmigungen und Vorbereitungen durch sind, was leider auch mitunter noch viele Monate dauern kann.

Sobald dann Bautermin und Wetter passt, stellen wir das passende Team zusammen und legen los.

Gibt es seitens der Auftraggeber manchmal auch Ideen oder Vorgaben, die so nicht realisierbar sind?

Fast immer, aber oft sind es nur Details, die wir dann gemeinsam beim Workshop passend machen.

Wenn ihr die freie Wahl hättet: In welchen Regionen oder Ländern würdet ihr gerne unbedingt mal einen Spot aufziehen?

Jamaika & die Karibik wäre evtl. ganz nett, hahaha … Vielleicht klappt`s ja mal.

Wir haben in diesem Jahr 2 Planungen für Parks in Rumänien gemacht. Leider ist noch nicht klar, ob die Projekte realisiert werden.

Wir haben aber schon öfter die Erfahrung gemacht, dass die Leute in Gegenden, wo es noch nicht so viele Skatehallen, Betonparks oder Bikeparks gibt etwas engagierter sind und richtig Bock haben, hier etwas entstehen zu lassen. Solche Projekte sind natürlich für uns dann auch immer etwas Besonderes.

Was macht ihr eigentlich im Winter? Outdoor ist ja zumindest in Deutschland wahrscheinlich nicht viel machbar, oder?

Enduro fahren, Bier trinken und ausschlafen!

Aber leider nur manchmal, denn wir haben auch noch einen kleinen Bikeshop und der Winter ist natürlich die beste Zeit für die Bikepark-Planungen! 🙂

Vielen Dank für das Interview!

Danke Dir und der Fraktur Crew!
Rock’n’Roll!

Mehr Infos zu den Bikepark Bau Profis von Turbomatik und deren Projekte findet ihr unter www.bikepark-bau.de