Asphalt-Paradies im Norden, gähnende Leere im Süden: Warum bremst der Süden der Eifel beim Thema Pumptrack?

Wer mit offenen Augen durch die Eifel fährt, sieht es an jeder Ecke: Das Fahrrad ist für Kinder und Jugendliche längst kein reines Fortbewegungsmittel mehr. Es ist Sportgerät, Freiheit und sozialer Treffpunkt zugleich. Ob BMX, Dirtbike oder Mountainbike – gefühlt jedes zweite Kind steht heute auf Stollenreifen oder Rollen. Doch während die Nordeifel diesen Trend erkannt hat und einen Pumptrack nach dem anderen aus dem Boden stampft, herrscht in den Zentren im Süden der Eifel gähnende Leere. Ein kritischer Blick auf eine spürbare regionale Schieflage.

Der Norden macht es vor: Kleine Orte, riesige Wirkung

Man muss kein Städteplaner sein, um zu sehen, wie moderne Jugendsport-Förderung funktioniert. Ein Blick über die Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen reicht völlig aus.

Im beschaulichen Sieberath (Gemeinde Hellenthal) steht ein 1.300 Quadratmeter großer Pumptrack, in Kall rollt die Jugend an der Auelstraße, am Mühlenpark in Mechernich-Kommern findet sich ebenfalls eine hochmoderne Anlage – und auch in Schleiden, Nettersheim oder Blankenheim gehören durchgestaltete Asphalt-Rundkurse längst zum Ortsbild.

Das Erfolgsgeheimnis dieser Anlagen liegt auf der Hand:

  • Allround-Nutzung: Egal ob Bambini auf dem Laufrad, Teenager auf dem Dirtbike, Inliner-Fans oder Skateboarder – Asphalt-Pumptracks bieten Bewegung für jedes Alter und jedes Rollgerät.
  • Wartungsarm & Ganzjährig: Im Gegensatz zu alten Erde-Sprüngen im Wald sind asphaltierte Tracks extrem pflegeleicht und nahezu ganzjährig befahrbar.
  • Sozialer Treffpunkt: Hier kommen Jugendliche ohne Konsumzwang und ohne Vereinsbindung zusammen.
Warum bremst der Süden der Eifel beim Thema Pumptrack?
Dynamik und jede Menge Airtime: So sieht moderner Jugendsport auf einem asphaltierten Pumptrack aus. Im Süden der Eifel sucht man solche Trainingsmöglichkeiten vergebens. (Foto: Ben Lorse)

Der Süden hinkt hinterher: Die weiße Landkarte in den regionalen Zentren

Wer dagegen den Blick in die Südeifel, die Vulkaneifel oder den Raum Wittlich richtet, reibt sich verwundert die Augen. Wo sind die modernen Begegnungsstätten in den regionalen Zentren?

In den großen Kreisstädten und Mittelzentren wie Bitburg, Wittlich, Gerolstein, Daun oder Hillesheim sucht man städtische, asphaltierte Allround-Pumptracks vergebens. Während im Norden selbst kleine Dörfer rollende Infrastruktur bieten, werden Kinder und Jugendliche in den südlichen Zentren vielerorts auf verwaiste Bolzplätze, unbefestigte Wald-Ecken oder im schlimmsten Fall auf die Straße geschickt.

Am Geld liegt es nicht: Töpfe wie EU-LEADER werden nicht genutzt

Dass es sich bei solchen Anlagen keineswegs um unbezahlbare Millionengräber handelt, beweisen nicht nur die Gemeinden im Norden, sondern auch einzelne Positiv-Beispiele aus der Region: Der aus Erde gebaute Pumptrack in Pronsfeld zeigt zumindest, was möglich ist, wenn Förderprogramme wie das EU-Programm LEADER oder Landessportmittel konsequent genutzt werden.

Die Gelder aus Brüssel, Berlin und den Landesregierungen stehen Städten in Rheinland-Pfalz exakt genauso zur Verfügung wie Gemeinden in NRW. Warum also schaffen es kleine Dorfgemeinschaften, sechsstellige Förderquoten abzugreifen, während in den Ratshäusern von Bitburg, Gerolstein oder Wittlich beim Thema Rollsport Stillstand herrscht?

Nord vs. Süd im Eifel-Vergleich

Ein Blick auf die regionale Infrastruktur verdeutlicht das Gefälle auf zwei Rädern:

RegionOrt / GemeindeStatus & Anlagentyp
Nordeifel (NRW)Sieberath (Hellenthal)✅ 1.300 m² Asphalt-Pumptrack
Nordeifel (NRW)Mechernich / Kommern✅ Moderner Asphalt-Pumptrack (Mühlenpark)
Nordeifel (NRW)Kall✅ Moderner Asphalt-Pumptrack (Auelstraße)
Nordeifel (NRW)Schleiden✅ Sportpark-Pumptrack & Dirtjump-Line
Nordeifel (NRW)Nettersheim✅ 1.200 m² Asphalt-Track
Nordeifel (NRW)Blankenheim✅ 145 Meter Asphalt-Pumptrack
Südeifel (RLP)Bitburg❌ Keine städtische Asphalt-Pumptrack-Anlage
Moseleifel (RLP)Wittlich❌ Keine städtische Asphalt-Pumptrack-Anlage
Vulkaneifel (RLP)Gerolstein / Daun / Hillesheim❌ Keine städtische Asphalt-Pumptrack-Anlage
Westeifel (RLP)Prüm❌ Keine städtische Asphalt-Pumptrack-Anlage

Kein Luxus, sondern Bewegungskultur: Ein Appell an die Kommunen

Ein Pumptrack ist längst kein „Trend-Gag“ für eine kleine Nische mehr. Durch das ständige Abdrücken („Pumpen“) über Wellen und Anlieger schulen Kinder spielerisch ihre Motorik, Balance und Radbeherrschung – Fähigkeiten, die ihnen auch im Straßenverkehr die nötige Sicherheit auf dem Fahrrad geben.

Dass es im Süden der Eifel an engagierten Bikern und Eltern fehlt, darf bezweifelt werden. Was fehlt, ist der Mut und der politische Wille in den Ratshäusern und Verwaltungen, das Thema Rollsport endlich als festen Bestandteil moderner Jugendarbeit zu begreifen.

Liebe Lokalpolitiker, Bürgermeister und Räte in Bitburg, Wittlich, Gerolstein und Co.: Schaut in den Norden der Eifel! Die Fördergelder liegen bereit – es braucht nur den Willen, der Jugend im Süden endlich den Raum zu geben, den sie längst verdient hat.

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB? Der ultimative Bikevergleich für das Prümtal und die Umgebung

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB?

Wer die schöne Westeifel mit dem Rad erkunden möchte, findet in Prüm die perfekte Ausgangsbasis. Von der geschichtsträchtigen Abteistadt aus eröffnen sich Strecken, die gegensätzlicher kaum sein könnten: von flachen, schnellen Ex-Bahntrassen im Tal bis hin zu den rauen, steilen Höhenzügen des Schneifel-Rückens kommt jeder Radfahrer auf seine Kosten. ​Doch wer hier auf Tour geht, steht unweigerlich vor der Frage, ob eher das sportliche, leichte Gravelbike oder das kraftvolle E-MTB die bessere Wahl ist. ​Wir haben den Härtetest rund um unsere Base in Prüm gemacht und zeigen dir, wo welches Bike die Nase vorn hat.

Auf rauen Pisten hoch über dem Prümtal – wie hier von unserer unvergessenen Andrea zelebriert

​1. Das Revier für Gravel-Spezialisten: Bahntrassen-Flug und breite Forstwege

​Das absolute Filetstück der Region Prüm liegt direkt vor der Haustür: ​Das Pronsfelder „Action-Kreuz“ und der Prümtal-Radweg. Von Prüm aus führt der Radweg flussabwärts über das historische Eisenbahnerdorf Pronsfeld. Bis nach Waxweiler ist die ehemalige Bahntrasse komplett asphaltiert und verläuft wunderschön parallel zur Prüm. Hier fliegt das Gravelbike förmlich dahin.

Unsere Gravel-Tipps für dich:

Prümtal-Radweg: Fahr genau bis Waxweiler! Weiter flussabwärts verläuft der Radweg teilweise über die hügelige Landstraße ohne separaten Radweg – das macht mit dem Rad deutlich weniger Spaß.

Abstecher nach Bleialf: Ab Pronsfeld zweigt eine weitere geniale Bahntrasse ab. Der Weg Richtung Bleialf ist ebenfalls komplett asphaltiert, extrem naturnah und bietet Gravel-Genuss pur. Extrem beliebt ist die Fahrt weiter bis ins belgische St. Vith.

Alternative Nimstal: Wer eine Alternative sucht, wechselt ins benachbarte Nimstal. Auch hier verläuft ein hervorragender Radweg, der sich mit seinem Mix aus feinem Asphalt und perfekt gepflegten Schotterabschnitten („Gravel“) ideal für sportliche Runden eignet.

Der sportliche Uphill: Da die Landstraßen auf die Hochebenen oft keinen Radweg haben, nutzen Graveler abseits der Täler die meist breiten und gut ausgebauten Forst- und Wirtschaftswege – es lohnt sich, sowohl landschaftlich als auch fahrtechnisch.

​2. Das E-MTB-Revier rund um Prüm: Wurzeln, Höhenmeter und das Pronsfelder „Action-Kreuz“

​Sobald man den feinen Asphalt der Täler verlässt und die echten Höhenmeter der Eifel bezwingen will, verschieben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten des E-MTBs. Hier knacken die giftigen Rampen locker die 10 % bis 15 % Steigung – perfekt für satten Motor-Support.

Unsere E-MTB-Tipps für dich:

Pronsfeld Pumptrack und Hochbergtrail: Pronsfeld ist nicht nur für Graveler ein Knotenpunkt. ​Richtung Bleialf wartet ein Pumptrack inklusive Jumpline auf euch. In Richtung Waxweiler kommst du am Ziel des Hochbergtrails vorbei. Wer die Herausforderung sucht, folgt der Beschilderung zum Einstieg. Die Abfahrt ist extremst steil und mit engen Kehren gespickt – hier ist eine sehr gute Fahrtechnik Voraussetzung! Für Gravelbike absolut ungeeignet!

Schönecker Schweiz (Nimstal): Dieses Highlight liegt im benachbarten Nimstal! Dort findest du offiziell ausgewiesene Mountainbikerouten durch eine faszinierende Landschaft. Aber Achtung: Die Strecken sind teilweise mit schönen Wurzelpassagen gespickt. Mit dem Gravelbike macht das hier – abgesehen vom unteren, sehr gut ausgebauten Talweg – schlicht keinen Sinn. Für das E-MTB ist die Schönecker Schweiz ein Traumrevier.

Der Schwarze Mann: Der Höhenzug bei Prüm ist ein Eldorado für Mountainbiker. Wer die breiten, gut ausgebauten Waldwege im Express-Tempo nehmen oder die raueren Naturpfade unter die Stollen nehmen will, ist mit dem E-MTB bestens bedient. Ein beliebtes Ziel ist das Blockhaus oben am Skilift.

Die Wolfsschlucht, der „Hausberg“ direkt vor der Tür: Auf den breiten Waldwegen direkt bei Prüm kann man zwar auch mit dem Gravelbike Spaß haben, aber mit dem Mountainbike erwacht das Gebiet erst richtig zum Leben, weil du spontan jeden Trail links und rechts mitnehmen kannst.

3. Das Angebot für Radfahrer in und um Prüm wächst weiter


​Prüm-Wolfsschlucht: Downhill-Strecke im Bau

In der Wolfsschlucht bei Prüm tut sich was: Hier entsteht aktuell eine offizielle Downhill-Strecke mit Anliegern, Sprüngen und weiteren Spaß-Faktoren. Bis zur Fertigstellung wird es zwar noch etwas dauern, aber Enduro- und Downhill-Fans sollten den Spot definitiv schon jetzt auf dem Schirm haben. Wir bleiben für euch dran!

Radweg-Lückenschluss von Prüm nach Gerolstein im Bau

Neben den bestehenden Routen entsteht gerade ein weiteres Highlight für die Rad-Infrastruktur der Eifel. ​Auf einer Länge von rund 22 Kilometern wird die stillgelegte Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein im Rahmen des Eifel-Ardennen-Radwegs komplett ausgebaut. Nach der geplanten feierlichen Eröffnung im Frühjahr 2028 wird die alte Abteistadt unumstritten DIE Rad-Hauptstadt der Westeifel sein.

4. ​Fazit: Die Base steht – du wählst das Werkzeug

​Rund um Prüm gibt es kein „besser“ oder „schlechter“ zwischen Gravelbike und E-MTB. Wer das entspannte, schnelle Dahingleiten auf den perfekt asphaltierten Ex-Bahntrassen bis Waxweiler oder Bleialf sucht, greift zum Gravelbike. Wer dagegen den Pumptrack testen, sich den extrem steilen Hochbergtrail hinabstürzen, die wurzeligen MTB-Routen der Schönecker Schweiz bezwingen oder die Wolfsschlucht erkunden will, findet im E-MTB die ultimative Allzweckwaffe für die Westeifel.

Respektiere die Natur!

Die Westeifel ist ein sensibler Naturraum. Egal ob mit oder ohne Motor: Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wald-, Forst- und offiziellen Mountainbikewegen, meide illegale Pfade und nimm Rücksicht auf Wanderer und Wildtiere. Das Befahren und die Auswahl der Strecken erfolgt auf eigene Gefahr und sollte immer den persönlichen Grenzen entsprechend angepasst werden.