Fahrrad-Spikereifen: Grip auf Eis und Schnee – der Winter kann kommen

Bei überfrierendem Regen oder festgefahrenem Schnee stoßen selbst die besten Allwetterreifen an ihre physikalischen Grenzen. Wo normale Fahrradreifen auf spiegelglatter Fläche unkontrolliert wegrutschen, fängt der Einsatzbereich von Fahrrad-Spikereifen an. Doch wie sind diese Spezialreifen technisch aufgebaut, welche rechtlichen Vorgaben gelten auf öffentlichen Straßen und welche Modelle befinden sich in der laufenden Saison aktuell im Handel? Ein redaktioneller Blick auf die Rechtslage, die Technik und das aktuelle Marktangebot.

Die Rechtslage: Warum Spikes am Fahrrad nicht verboten sind

Bei Autofahrern sorgt das Thema Spikereifen am Fahrrad für Erstaunen, denn die harten Metallstifte an Kraftfahrzeugen sind in Deutschland seit Jahrzehnten verboten. Für Radfahrer sieht die rechtliche Situation jedoch anders aus. In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ist das Verbot metallbesetzter Laufflächen explizit für Kraftfahrzeuge geregelt (§ 36 StVZO). Klassische Fahrräder sowie herkömmliche Pedelecs mit einer Tretunterstützung bis 25 km/h gelten rechtlich allerdings nicht als Kraftfahrzeuge.

Grip auf Eis und Schnee: Fahrrad-Spikereifen im Überblick

Im Gegensatz zum Auto verursachen Fahrräder mit Spikes aufgrund ihres geringen Gewichts zudem keine Schäden auf dem Asphalt. Eine wichtige Ausnahme gilt allerdings für Fahrer von schnellen S-Pedelecs bis 45 km/h. Rechtlich eingestuft als Kleinkrafträder der Klasse L1e greift hier wiederum das allgemeine Spike-Verbot für Kraftfahrzeuge. Zudem dürfen an S-Pedelecs ausschließlich Reifen montiert werden, die über eine explizite Bauartgenehmigung nach der Norm ECE-R75 verfügen.

Fast so hart wie Diamant: Wolframcarbid

Der Aufbau von Fahrrad-Spikereifen folgt einem einheitlichen Schema. Der eigentliche Greifkörper – der Spike – besteht in der Regel aus zwei Komponenten. Die äußere Hülle wird meist aus leichtem Aluminium oder robustem Edelstahl gefertigt. Im Zentrum dieser Hülle sitzt ein Stift aus Wolframcarbid. Das Hartmetall erreicht auf der Härteskala beinahe die Werte von Diamanten und ist derart widerstandsfähig, dass sich die Stifte selbst nach vielen Kilometern auf trockenem Asphalt kaum abnutzen.

Bei den Geometrien der Spikes unterscheiden die Hersteller zwischen flachen Rundköpfen und eckigen beziehungsweise konkav geformten Stiften. Flache Pins kommen vorrangig bei Alltags- und Trekkingreifen zum Einsatz, da sie auf schneefreien Straßen vergleichsweise vibrationsarm und leise abrollen. Konkave Spikes mit krallenförmiger Spitze finden sich hingegen bei sportlichen Gravel- und Mountainbike-Reifen, da sie sich noch aggressiver in festgefrorenen Harsch und Klareis beißen.

Mit kälteresistenten Gummi-Mischungen eisigen Temperaturen trotzen

Eine ebenso entscheidende, aber oft übersehene Rolle spielt die Gummimischung. Herkömmliche Sommer- und Standardreifen unterliegen bei sinkenden Temperaturen dem physikalischen Phänomen des sogenannten Glasübergangs. Ab etwa 7 °C verhärtet die Kautschukmischung zusehends. Je weiter die Temperaturen fallen, desto weniger Haftreibung kann das Compound aufbringen. Bei Minusgraden bricht die Haftung drastisch ein und jede Fahrt artet zu einer unkontrollierten Rutschpartie aus.

Hersteller von Fahrrad-Winterreifen setzen deshalb auf spezielle Kautschukmischungen mit höherem Naturkautschuk-Anteil sowie kälteresistenten Polymeren und Weichmacher-Ölen. Diese Mischungen bleiben selbst bei zweistelligen Minustemperaturen geschmeidig und elastisch. Dadurch behält der Reifen seinen Grip auf nassem oder kaltem Asphalt bei, während tief lamellierte Profilblöcke den Schneematsch zur Seite drücken, damit die Wolframcarbid-Spikes ungehindert auf dem darunter liegenden Eis greifen können.

Grip auf Eis und Schnee: Fahrrad-Spikereifen im Überblick
Bewährtes Prinzip im Detail: Schon beim Schwalbe Snow Stud zeigte sich die versetzte Anordnung der Spikes auf der Lauffläche

Fahrrad-Spikereifen mit Schlauch oder schlauchlos (Tubeless)?

Das schlauchlose System hat auch die Welt der Winter- und Spikereifen erobert – vor allem im Gravel- und Mountainbike-Bereich. Ein schlauchloser Aufbau bietet im eisigen Gelände handfeste physikalische Vorteile. Zum einen lässt sich der Reifendruck extrem absenken, damit die Spikes optimal auf dem Eis greifen. Zum anderen entfällt das Risiko, dass die im Reifenunterbau verankerten Metallpins durch ständige Reibung den Schlauch beschädigen oder bei Hindernissen ein Snakebite riskiert wird.

Allerdings stellt die Tubeless-Montage von Fahrrad-Spikereifen im Winter spezifische Anforderungen an das Material. Da die Dichtmilch nicht nur die Felge, sondern auch die feinen Übergänge und Passungen der Spikes im Reifenbett abdichten muss, ist eine sorgfältige Erstmontage Pflicht. Zudem muss zwingend auf eine kälteresistente Dichtmilch geachtet werden. Standard-Dichtmittel können bei zweistelligen Minustemperaturen im Reifeninneren verklumpen oder einfrieren.

Einrollen ist Pflicht: So werden Spikereifen am Fahrrad richtig eingefahren

Damit die Metallstifte zuverlässig im Profil halten, erfordert jeder neue Spikereifen eine gründliche Einfahrphase. Die Spikes werden im Herstellungsprozess mechanisch in die vorgeformten Löcher der Gummi-Profilblöcke eingepresst. Die geschmeidige Gummimischung umschließt die Stifte zwar von Beginn an, doch erst durch die mechanische Walkbewegung unter dem Gewicht des Fahrers betten sich die Spikes endgültig und tief im Reifenunterbau ein.

Für die Praxis bedeutet das: Die ersten 40 bis 50 Kilometer müssen zwingend auf festem, sauberem Asphalt absolviert werden. Während dieser Einfahrzeit sollte der Reifen mit dem vom Hersteller angegebenen Maximaldruck gefahren werden. Abrupte Vollbremsungen, blockierende Räder sowie starkes Beschleunigen in Schräglage sind während dieser Phase unbedingt zu vermeiden, da unzureichend gesetzte Spikes sonst aus dem Profil gehebelt werden können. Herausgefallene Spikes lassen sich allerdings nachbestücken.

Grenzen der Physik: Ein Fatbike sorgt im tiefen Pulverschnee für Auftrieb – auf vereisten Passagen stoßen Reifen ohne Spikes jedoch auch hier an ihre Grenzen

Marktübersicht: Die aktuellen Modelle der Markenhersteller

Das Angebot an aktuellen Spikereifen im Fachhandel ist klar strukturiert. Die folgende Marktübersicht zeigt die derzeit lieferbaren Modellreihen der führenden Marken, aufgeteilt nach Kategorien und Einsatzzwecken.

Hersteller Modell Typ / Einsatzbereich Verfügbare gängige Größen Spike-Charakteristik Besonderheiten
Schwalbe Marathon Plus Spike City / Trekking / Pendeln 26″ & 28″ (div. Breiten) Vollständige Bestückung (240 Spikes) Der Klassiker mit starkem SmartGuard-Pannenschutz (E-25).
Schwalbe Winter City / Alltags-Pendeln 26″ & 28″ (div. Breiten) 2-reihig versetzte Laufflächen-Spikes Reduzierte Bestückung auf der Lauffläche; Grip steuerbar über den Luftdruck.
Continental Contact Spike Trekking / Alltags-Pendeln 28″ (Standard-Breiten) 240 Spikes Robuster Allrounder mit SafetySystem Breaker.
Suomi Tyres Routa TLR Gravel / Commuting 28″ (Gravel-/Trekking-Breiten) 252 Spikes (auch TLR) Skandinavischer Spezialist mit kälteresistentem Compound.
45NRTH Gravdal Premium Gravel / Bikepacking 28″ (Gravel-Dimensionen) Konkave Carbid-Spikes Hochwertige Ausführung für maximale Haltbarkeit auf Eis.
Kenda Klondike Serie Urban / Trekking 26″ & 28″ Variabel (Standard / XT) Bewährter Preis-Leistungs-Klassiker für den städtischen Winter.
Schwalbe Ice Spiker Pro MTB / Trail 27.5″ & 29″ (MTB-Breiten) Max. Bestückung (bis über 400 Spikes) Leichter Aluminium-Spike-Körper, kompromissloser Offroad-Grip.
Suomi Tyres Piikkisika MTB / Enduro 29″ (Breite Trail-Dimensionen) Aggressive Vollbestückung Maximale Traktion im harten Gelände und Tiefschnee.
Schwalbe Al Mighty Fatbike 26″ (Extra-Breit, z. B. 4.8″) 328 Spikes Brachialer Reifen für extremste Winterbedingungen.
Vee Tire Co. Snow Avalanche Fatbike 26″ (Extra-Breit) 240 Spikes Pure Silica Compound für extreme Kälte.

Redaktioneller Hinweis:

Alle juristischen und technischen Angaben in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen und mit größter Sorgfalt recherchiert. Die rechtlichen Regelungen beziehen sich auf die Rechtslage in Deutschland (StVZO). Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Für die Einhaltung aller verkehrsrechtlichen Vorschriften und Zulassungen im Einzelfall ist stets der jeweilige Fahrzeughalter selbst verantwortlich.

Sind Spikereifen am Fahrrad in Deutschland erlaubt?

Ja, denn das Spike-Verbot in der StVZO gilt nur für Kraftfahrzeuge, weshalb Fahrräder und Pedelecs (bis 25 km/h) problemlos mit Spikes gefahren werden dürfen. Ausnahme bilden S-Pedelecs, da diese rechtlich als Kleinkrafträder gelten.

Wie viele Kilometer müssen neue Spikereifen eingefahren werden?

Neue Spikereifen sollten etwa 40 bis 50 Kilometer auf festem Asphalt eingefahren werden, damit sich die Metallstifte durch den Druck dauerhaft im Gummi verankern.

Warum verlieren normale Fahrradreifen bei Kälte an Haftung?

Unterhalb von etwa 7 °C verhärtet die normale Gummimischung (sogenannter Glasübergang), während spezielle Winter- und Spikereifen auch bei Minustemperaturen elastisch bleiben und Grip bieten.

Trocken ankommen ist keine Glückssache: Die besten Schutzbleche für dein Bike

Sobald der Herbst einzieht, ändern sich die Bedingungen auf den Straßen und Trails schlagartig. Nasskaltes Wetter, nasse Fahrbahnen und aufgeweichter Waldboden gehören ab sofort zur Tagesordnung. Wer jetzt weiter draußen unterwegs ist, dem fliegen zwangsläufig im wahrsten Sinne des Wortes Spritzwasser und Matsch um die Ohren. Hilfe versprechen Schutzbleche, die in unterschiedlichen Ausführungen und mit verschiedensten Montagemöglichkeiten angeboten werden. Wir werfen einen Blick auf aktuelle Modelle und zeigen dir, worauf du beim Kauf achten musst.

Schutzblech ist längst nicht mehr gleich Schutzblech. Während fest verschraubte Bleche für Pendler nach wie vor die erste Wahl sind, verlangen moderne Gravelbikes, Mountainbikes und minimalistische Urban-Bikes nach extrem flexiblen, leichten und werkzeuglosen Lösungen. Bei der Wahl des passenden Spritzschutzes entscheiden daher vor allem drei zentrale Faktoren: die am Rahmen vorhandenen Montageösen, die verfügbare Reifenfreiheit und der persönliche Einsatzzweck.

Trocken ankommen ist keine Glückssache: Die besten Schutzbleche für dein Bike

Schutzbleche für Fahrräder: Welches Modell passt an dein Bike?

Wer auf dem Mountainbike unterwegs ist, greift am besten zu ultraleichten Mudguards. Diese Mini-Fender lassen sich blitzschnell mit Kabelbindern oder Klettstreifen montieren und schützen in erster Linie das Gesicht und den Oberkörper vor direkt aufgewirbeltem Dreck. Einen guten Schutz für Rücken und Beine bei sportlichen Fahrrädern ohne feste Gewindeösen bieten flexible Quick-Release- bzw. Clip-On-Sets. Sie werden über gummierte Riemen oder Klettverbindungen fixiert und lassen sich bei Bedarf schnell anbringen und wieder abnehmen.

Ein besonders ausgeklügeltes System bietet SKS Germany mit der Konus-Befestigung im Schaftrohr der Gabel. Auch hier lässt sich der Front-Spritzschutz in Sekundenschnelle befestigen. Pendler und Vielfahrer kommen an fest montierten Blechen aus Aluminium oder robustem Kunststoff kaum vorbei, da sie die höchste Stabilität und Abdeckung bieten. Als zusätzlicher Geheimtipp für eiskalte Regentage erweist sich hierbei ein flexibler Spritzschutz-Lappen am unteren Ende des Vorderradblechs, der die Schutzwirkung deutlich erhöht.

Der deutsche Markt zeichnet sich durch eine besonders hohe Dichte an spezialisierten Marken aus, die für jeden Einsatzzweck durchdachte Detaillösungen entwickelt haben: vom minimalistischen Steck-Fender über flexible Klettsysteme bis hin zum Spritzschutz für Vielfahrer. Die Modelle unterscheiden sich jedoch spürbar in Handhabung, Befestigung und Gewicht. Die folgende Übersicht zeigt die spannendsten Schutzblech-Lösungen im direkten Detail-Vergleich – stützend auf den technischen Angaben der jeweiligen Hersteller.

Produkt-Vergleich: Lösungen deutscher Hersteller im Überblick

Hersteller & Modell Befestigungssystem Für Radgröße & Reifenbreite Gewicht (ca.) Einsatzbereich & Besonderheit
SKS Germany
Speedrocker
Klettbänder & gummierte Riemen (inkl. Aussparungen für Bremsleitungen) 27,5″ / 28″ (bis 42 mm Reifenbreite) 408 g Gravel & Rennrad: Speziell für Scheibenbremsen entwickelt, sehr stabil auf rauem Untergrund.
SKS Germany
Shockboard (XL) / X-Tra-Dry
Expandersystem für die Gabelkrone (Front) & Quick-Release an der Sattelstütze (Heck) 26″ – 29″ (bis ~2.5″ MTB-Reifen) ~250 g (Set) MTB & Trail: Der Klassiker mit der bekannten Konus-Befestigung im Schaftrohr; schnell de-/montierbar.
Rie:sel Design
Schlamm:PE
Kabelbinder oder wiederverwendbare Klett-Kabelbinder an Gabelbrücke & Tauchrohren 20″ – 29″ (nahezu alle Breiten) 33 g MTB & Gravel: Extrem leichtes, flexibles Kunststoff-Fender; schützt Gesicht und Gabeldichtungen.
Fahrer Berlin
Latz (Spritzschutz)
Edelstahl-Kabelbinder / Klett-Fixierung direkt am unteren Ende des Schutzblechs Universal (für alle gängigen Blechbreiten) ~70 g Pendler & E-Bike: Vergrößert die Schutzfläche nach unten; hält Schuhe, Hosenbeine und Tretlager trocken.
Hebie
Viper T
Festmontage an Rahmenösen / Gabelbohrung oder Clip-On-Halterung 28″ (für City/Trekking bis 45 mm) ~370 g Alltag & Touren: Verstärkter Kunststoff; formstabil und klapperfrei auf Asphalttouren.

Worauf du vor und während der Montage achten solltest

Entscheidend für die optimale Schutzwirkung ist das Zusammenspiel zwischen Reifen- und Schutzblechbreite. Als bewährte Faustregel gilt: Das Blech sollte stets etwa 10 bis 12 Millimeter breiter gewählt werden als der aufgezogene Reifen. Wer beispielsweise auf einem moderaten Gravel-Reifen mit 35 Millimetern Breite unterwegs ist, greift idealerweise zu einer Schutzblechbreite von mindestens 45 Millimetern, da das aufgewirbelte Spritzwasser andernfalls seitlich einfach vorbeifliegt.

Achte zudem auf die Durchlaufhöhe zwischen Reifen und Montageposition des Spritzschutzes, damit das Schutzblech später schleif- und klapperfrei zum Einsatz kommen kann. Schutzbleche für die Festmontage benötigen zwingend entsprechende Rahmen- oder Gabelösen – prüfe daher vor dem Kauf, ob dein Bike diese Voraussetzungen erfüllt. Bei Systemen mit Konus-Befestigung im Gabelschaft muss zudem der Innendurchmesser des Schaftrohrs passen (optional finden sich im Zubehörhandel passende Adapter-Sets für abweichende Durchmesser).

Mit dem richtigen Spritzschutz bist du für die kommenden Dauerregentagen bestens gerüstet

Wer sein Fahrrad vor den ersten Dauerregentagen passend ausrüstet, spart sich nicht nur das aufwendige Putzen nach jeder Fahrt, sondern schützt auch Lager, Kette und Bekleidung vor vorzeitigem Verschleiß. Damit der Spritzschutz nicht schleift oder unangenehm klappert, sollte zwischen Reifen und Rahmen bzw. Gabelbrücke nach der Montage immer ein Mindestabstand von etwa einem bis anderthalb Zentimetern frei bleiben. Das verhindert wirksam, dass sich im Herbst mitgedrehter Matsch oder feuchtes Laub festsetzen.

Herbst-Lichtduell: StVZO-Frontscheinwerfer und das Smart Light System im Check

Die Tage werden zusehends kürzer und die Feierabend-Runden führen unweigerlich immer öfter in die Dämmerung. Spätestens jetzt wird eine leistungsstarke Frontleuchte zum wichtigsten Zubehör am Fahrrad. Neben der reinen Leuchtkraft entscheiden aber auch Lichtfeld, Akkulaufzeit und smarte Dimm-Funktionen über eine sichere Ausleuchtung der Straße oder des Trails. Wir nehmen die modernsten Scheinwerferkonzepte unter die Lupe und beleuchten, welche handfesten Vorteile das erweiterte Smart Light System von Sigma im täglichen Praxiseinsatz bringt.

Herbst-Lichtduell: StVZO-Frontscheinwerfer und das Smart Light System im Daten-Check
Foto: Jan Kopřiva / Unsplash

Wer Datenblätter von Fahrradbeleuchtungen vergleicht, stößt rasch auf zwei zentrale physikalische Kennzahlen: Lumen und Lux. Während der Wert in Lumen die gesamte, von der LED in alle Richtungen abgestrahlte Lichtmenge angibt, benennt die Angabe in Lux die Beleuchtungsstärke an einem ganz spezifischen Punkt auf der Fahrbahn in zehn Metern Entfernung. Für einen StVZO-konformen Frontscheinwerfer auf öffentlichen Straßen ist die reine Lumen-Zahl also nur die halbe Wahrheit.

So kann ein Scheinwerfer mit beispielsweise nur 100 Lux, aber einer ausgeklügelten optischen Linse, die Fahrbahn wesentlich homogener und blendfreier ausleuchten als ein ungebündelter Lumen-Riese, der zwar die Baumkronen erhellt, den Nahbereich direkt vor dem Vorderrad aber im Dunkeln lässt. Hochwertige Frontscheinwerfer für das Fahrrad zeichnen sich daher durch eine breite Nahfeld-Ausleuchtung und eine klare Fernlichtbündelung aus.

Sigmas Smart Light System: Intelligente Lichtsteuerung am Lenker

Ein technisches Highlight bei den aktuellen Frontleuchten von Sigma ist die konsequente Einbindung smarter Sensorik und Vernetzung. Über einen integrierten Umgebungslichtsensor passt der Scheinwerfer seine Leuchtstärke vollautomatisch an die Lichtverhältnisse an. In der Praxis heißt das: wird beispielsweise aus einem dunklen Waldstück auf eine beleuchtete Ortsdurchfahrt abgebogen, regelt die Leuchte selbstständig runter, um wertvolle Akkukapazität zu sparen.

Über die Sigma Ride App lassen sich zudem individuelle Leuchtprofile konfigurieren. Biker können festlegen, wie viele Dimm-Stufen per Knopfdruck ansteuerbar sind, um auf dem Trail schnell zwischen maximaler Power und einer stromsparenden Auffahrts-Stufe zu wechseln. Hochwertige Einheiten informieren den Fahrer zudem über eine minutengenaue Restlaufzeit-Anzeige auf dem Display, wodurch unliebsame Überraschungen bei Dunkelheit ausgeschlossen werden.

Aktuelle Frontscheinwerfer im herstellerbezogenen Daten-Vergleich

Die folgende Übersicht fasst die exakten technischen Spezifikationen aktueller Frontscheinwerfer namhafter Hersteller zusammen. Sämtliche Angaben entsprechen den offiziellen Herstellerdaten.

Hersteller & Modell Lichtstärke / Lichtstrom Leuchtweite Lademöglichkeit Halterungssystem Besondere Merkmale
Sigma Buster 1700 Link 1.750 Lumen bis zu 210 m USB-C 360° 3D-Schraubhalterung App-Anbindung (Sigma Ride), Remote One Lenkerbedienung, Akkuanzeige
Sigma Aura 100 Link 100 Lux ca. 110 m USB-C Silikon-Halterung (werkzeugfrei) StVZO-zulässig, automatischer Helligkeitssensor, Direkt-Kopplung mit Rücklicht
Busch + Müller Ixon Space 150 Lux ca. 120 m Micro-USB / USB-C Universal-Lenkerhalter StVZO-zulässig, Touch-Sensor-Bedienung, Powerbank-Funktion
Trelock LS 760 I-GO Vision 100 Lux ca. 100 m USB-C ZL 760 Halter (werkzeugfrei) StVZO-zulässig, LCD-Display mit minutengenauer Restlaufzeit, Level-Sensor
Lezyne Hecto Drive 500XL 500 Lumen ca. 85 m Integrated USB Stick (kabellos) Flexibles Silikon-Band Kompaktes Aluminium-Gehäuse, Schnellmontage, mehrere Flash- und Dauer-Modi
Was unterscheidet einen StVZO-Frontscheinwerfer von einer Offroad-Helmlampe?

Ein StVZO-zertifizierter Frontscheinwerfer verfügt über eine scharf abgeschnittene Hell-Dunkel-Grenze (Cut-Off-Linie). Dadurch wird das Licht gezielt auf die Fahrbahn gelenkt, ohne den entgegenkommenden Verkehr zu blenden.

Welche Vorteile bietet eine intelligente Lichtsteuerung (Smartlight) am Fahrrad?

Smartlight-Systeme passen die Leuchtstärke (Lux- und Lumenwerte) automatisch an das Umgebungslicht, die Fahrgeschwindigkeit oder die Akkukapazität an. Das sorgt in dunklen Waldpassagen oder bei hohem Tempo für maximale Sichtweite, spart auf beleuchteten Stadtstraßen Energie und verlängert die effektive Akkulaufzeit im Alltagsbetrieb deutlich.

Wie viel Lux oder Lumen benötigt ein Fahrrad-Frontscheinwerfer im Herbst?

Für gut beleuchtete Stadtfahrten reichen StVZO-Scheinwerfer ab ca. 30 bis 50 Lux völlig aus. Wer im Herbst und Winter regelmäßig auf unbeleuchteten Überlandwegen, Wirtschaftswegen oder Waldstrecken pendelt, sollte zu Modellen mit mindestens 80 bis 100 Lux (oder integrierter Fernlicht-Funktion) greifen.

Werkstatt: Radumfang messen und ETRTO-Tabelle

Wer seinem Bike-Computer zuverlässige Fahrwerte und Tourendaten entlocken möchte, muss vorab den Radumfang abspeichern. Je präziser diese Angabe ist, desto genauer sind natürlich die Fahrdaten. Eine pauschale Antwort gibt es diesbezüglich leider nicht, da verschiedene Faktoren den Reifenumfang maßgeblich beeinflussen. So spielt nicht nur der verwendete Reifen selbst eine große Rolle, sondern auch der Luftdruck sowie das Gewicht des Bikes mit Rider.

reifenumfang-fraktur-magazin

Radumfang präzise selbst messen (Kreide-Trick)

Am genauesten ist die Ermittlung des Radumfangs durch individuelles Nachmessen. Neben dem verwendeten Reifen fließen so auch der Luftdruck und das Gesamtgewicht (Bike und Rider) ins Messergebnis ein. Für die Ermittlung des Reifenumfangs muss auf ebener Strecke eine komplette Radumdrehung zurückgelegt werden. Die „Fahrt“ muss stehend oder sitzend erfolgen, zudem darf hierbei keine Lenkbewegung das Ergebnis verfälschen. Vor der Messung mit Kreide den tiefsten Punkt des Reifens sowie den Boden mit einem Strich markieren, danach genau eine Radumdrehung zurücklegen – die Markierung des Reifens muss wieder am tiefsten Punkt sein. Boden markieren und die Distanz zwischen den Bodenmarkierungen in mm messen. Voila, das war’s!

Radumfang schnell per ETRTO-Tabelle bestimmen

Wer keine Lust, Zeit oder Kreide hat, den Reifenumfang zu messen, kann auch auf die Werte in unserer Tabelle zurückgreifen. Hierzu wird lediglich die ETRTO Angabe auf der Reifenflanke benötigt. Die Bezeichnung beinhaltet die Breite (erster Wert) und den Innendurchmesser (zweiter Wert) des Reifens. Auch so lässt sich der Reifenumfang bestimmen. Allerdings handelt es sich nur um ungefähre Werte, die in der Praxis abweichen können.

ETRTO-CodeReifengrößeEmpfohlener Umfang (mm)
26 Zoll
35-55926 x 1.351.990 mm
47-55926 x 1.752.050 mm
50-55926 x 1.902.075 mm
54-55926 x 2.102.100 mm
57-55926 x 2.252.120 mm
60-55926 x 2.352.160 mm
110-55926 x 4.00 (Fatbike)2.320 mm
27,5 Zoll (650B)
54-58427.5 x 2.102.195 mm
57-58427.5 x 2.252.215 mm
60-58427.5 x 2.352.240 mm
28 Zoll (Gravel & Rennrad)
23-622700 x 23C2.125 mm
28-622700 x 28C2.150 mm
35-622700 x 35C (Gravel)2.185 mm
40-622700 x 40C (Gravel)2.220 mm
47-62228 x 1.752.250 mm
29 Zoll (MTB)
54-62229 x 2.102.310 mm
57-62229 x 2.252.330 mm
60-62229 x 2.352.340 mm

Du suchst eine seltene Sondergröße oder ein historisches Zoll-Maß? Nutze dafür am einfachsten die Faustformel: Raddurchmesser inkl. Reifen in mm × 3,1416 = Abrollumfang

Warum ist der Reifenumfang für den Tacho genauer als die Zollangabe?

Je nach Reifenbreite, Profiltiefe und Luftdruck unterscheidet sich der tatsächliche Abrollumfang bei gleicher Zollgröße spürbar. Wer den exakten Wert im Fahrradcomputer hinterlegt, verhindert Abweichungen bei der Strecken- und Geschwindigkeitsmessung.

Was bedeutet die ETRTO-Nummer auf dem Fahrradreifen?

Die ETRTO-Bezeichnung ist die einzig genormte Maßangabe für Fahrradreifen. Eine Angabe wie beispielswiese 37-622 steht für eine Reifenbreite von 37 Millimetern und einen Felgeninnendurchmesser von 622 Millimetern.

Wie messe ich den Abrollumfang des Fahrradreifens am exaktesten nach?

Das Ventil wird unten am Boden ausgerichtet, eine Markierung gesetzt und das Fahrrad mit aufgesessenem Fahrer exakt eine Radumdrehung nach vorne geschoben. Der Abstand zwischen Start- und Endmarkierung ergibt den individuellen Abrollumfang.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Die Vorteile eines Fahrrades mit eingebautem Rückenwind liegen auf der Hand. Die Wege lassen sich nicht nur schneller, sondern vor allem kraftsparender zurücklegen. Durchaus verlockend ist natürlich der Gedanke, mit einem entsprechenden Umrüstsatz das eigene Fahrrad in ein E-Bike, genauer gesagt Pedelec, umzuwandeln. Einen besonders unkomplizierten Einbau versprechen Vorderrad-Umrüstsätze, da grob umrissen lediglich das Vorderrad getauscht und wenige elektronische Elemente montiert werden müssen. Wie der Umbau funktioniert, zeigen wir hier anhand eines Umbausatzes des Kölner Unternehmens GermanXia.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

E-Bike Umrüstsatz: Erstaunlich wenig Teile

Im Internet finden sich verschiedenste E-Bike Umbaukits von unterschiedlichsten Herstellern – darunter auch GermanXia. In diesem Werkstatt-Special greifen wir auf ein fertig eingespeichtes Vorderrad mit 250 Watt Nabenmotor mit 100 mm Einbaubreite und Scheibenbremsaufnahme des Kölner Unternehmens zurück. Unsere Wahl fiel zudem auf das Standardpaket mit LED Display und PAS-Sensor. Beim Akku haben wir uns aufgrund der universellen Verwendbarkeit für einen Trinkflaschen-Akku entschieden. Die für den Umbau zum E-Bike benötigten Teile sind tatsächlich sehr überschaubar. Der Umrüstsatz besteht lediglich aus Akku, Laufrad, zwei Bremshebeln, Display, Controller, TF-Sensor und Kabeln. Sowohl der Controller als auch der Akku und der Motor weisen eine CE-Kennzeichnung auf. Nicht unwichtig, da der Hersteller damit erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht. Ein großer Unterschied zu Umbausätzen aus dubiosen Quellen.

Montage des Vorderrades, des Akkus und des Controllers

Der Einbau des Vorderrades ist selbsterklärend. Das Motorkabel muss sich an der linken Seite befinden und nach dem Einbau nach hinten zeigen. Die mitgelieferten Nasenscheiben verhindern ein Verdrehen des Antriebs im Betrieb. Laut Hersteller sollte die Gabel vorzugsweise aus Stahl bestehen. Bei Federgabeln und Aluminiumgabeln darf der Einbau nur nach Rücksprache mit dem Hersteller oder Fachhändler erfolgen. Der von uns verwendete Trinkflaschen-Akku wird mit der mitgelieferten Halteschiene am Flaschenhalter des Rahmens befestigt, lässt sich aber ebenso in der Seitentasche platzieren. Beim Controller empfiehlt der Hersteller die Unterbringung in einer wasserdichten Tasche unterhalb des Sattels, aber auch hier gibt es verschiedene, individuell passende Lösungsoptionen.

Für ein gutes Handling auf ein ausbalanciertes Gewichtsverhältnis achten

Durch den verbauten Antrieb fällt das Gesamtgewicht des Bikes natürlich höher aus. Beim Umbau sollte daher immer das zulässige Systemgewicht des Fahrrades beachtet werden. Bemerkbar macht sich das Mehrgewicht in erster Linie beim Tragen und beim Rangieren. Die Lage des Akkus sollte für ein besseres Handling daher möglichst tief und zentral gewählt werden, zum Beispiel am Sattelrohr. Am oder besser auf dem Gepäckträger macht die Platzierung ebenfalls durchaus Sinn. Für diesen Fall bietet GermanXia spezielle Gepäckträger-Akkus an. Wenig sinnvoll ist die Montage des knapp 3 Kilogramm wiegenden Akkus an der Front des Bikes wie zum Beispiel am Lenker oder in einer Lenkertasche. Hierdurch würde zu viel Gewicht auf dem Vorderrad lasten und somit die Fahreigenschaften äußerst negativ beeinflussen.

E-Bike Umrüstsatz: Trittsensor und Magnetscheibe montieren kann kniffelig werden

Komplizierter gestaltet sich hingegen der Einbau des Trittsensors und der Magnetscheibe. Für die Arbeit am Tretlager wird spezielles Werkzeug benötigt – und Erfahrung beim Schrauben. Der Trittsensor muss mittels des Anschlagbunds auf der rechten Seite des Tretlagers montiert werden. Hierfür ist es erforderlich sowohl die Kurbel als auch das Innenlager zu demontieren. Nicht vergessen werden darf die Magnetscheibe, die vor der Montage der Kurbel auf die Tretlagerwelle geschoben werden muss. Ausgelegt sind der PAS-Sensor und die Magnetscheibe für gängige Tretlagergehäuse, nicht aber für US BB. Das vom BMX bekannte, großdimensionierte 51 mm Tretlager findet sich oft an Cruisern. Hier bedarf es dann eines individuellen Lösungsansatzes.

Werkstatt: Fahrrad zum E-Bike umbauen mit einem Vorderrad-Umrüstsatz

Umrüstsatz: Funktionsweise des PAS-Sensors

Mittels des PAS-Sensors registriert das System eine Tretbewegung. Der komplette Sensor besteht aus einer fest an der Kurbel montierten Scheibe mit integrierten Magneten sowie einem am Tretlagergehäuse befestigten Sensor, der beim Passieren der einzelnen Magnete einen elektrischen Impuls sendet. Im Gegensatz zum Drehmomentsensor wird dem System nur signalisiert, dass eine Tretbewegung (in die richtige Richtung) stattgefunden hat. Von da ab setzt die Unterstützung gemäß des eingestellten Modi ein. Das System agiert somit also nicht dynamisch zur einsetzenden Kraft. Das heißt im Klartext: Selbst bei einer abgesprungenen Kette sorgt der Antrieb für Fortbewegung – solange in die Pedale getreten wird.

Austausch der Bremshebel und anschließende Verkabelung des Umrüstsatzes

Die Montage der mitgelieferten Bremshebel macht absolut Sinn: Bei Betätigung des Hebels wird das E-Bike System vom Bremsvorgang unterrichtet, wodurch der Antrieb unmittelbar unterbrochen wird. Aufgrund des Nachlaufs des Motors trägt das nicht nur enorm zur Fahrsicherheit bei, sondern schont gleichzeitig die Energiereserven. Die Bremshebel sind für Cantilever-Bremsen ausgelegt und lassen sich somit auch bei mechanischen Scheibenbremsen verwenden. Für den Betrieb des Motors ist der Austausch nicht zwingend erforderlich. Das Display wird gut erreichbar am Lenker befestigt. Die anschließende Verkabelung kann selbst ohne elektrische Vorkenntnisse in Angriff genommen. Dank der farbcodierten wasserdichten Stecker und Buchsen ist ein falsches Anschließen nahezu unmöglich. Die Pfeilmarkierungen auf den Steckern und Buchsen erleichtern die korrekte Ausrichtung.

Das war es schon!

Nach dem E-Bike Umbau kann der Vorderrad-Antrieb in Betrieb genommen werden. Da im Falle des GermanXia Umrüstsatzes eine Konfiguration des Systems mit dem LED Display weder nötig noch möglich ist, steht dem sofortigen Einsatz nichts im Wege – vorausgesetzt der Akku ist geladen. Unabdingbar ist natürlich ein vorheriger gründlicher Sicherheits- und Funktionscheck des Bikes sowie des Antriebs. Funktionieren die Bremsen, sind alle Schrauben fest angezogen und lassen sich der Akku sowie das Display einschalten? Die Kabel dürfen weder die Lenkung einschränken noch zu stramm verlegt sein. Besteht die Gefahr, dass die Isolierung der Kabel im Fahrbetrieb Schaden nimmt? Auf den ersten Metern ist zudem das Ansprechverhalten des PAS-Sensors zu prüfen und bei Bedarf die Position zu korrigieren. Wichtig: Am Besten mit keiner oder nur schwacher Unterstützung anfahren und danach erst die Unterstützung stufenweise erhöhen.

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen nicht die Fach-Werkstatt! Aus diesem Grund übernehmen wir keine Haftung für Personen- oder Sachschäden!
Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie die Herstellervorgaben müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Der Gedanke, das eigene Fahrrad durch entsprechende Anbauten zum E-Bike werden zu lassen, klingt durchaus verlockend. Rein theoretisch kann jedes Fahrrad mit einem E-Bike Umbausatz zum Pedelec umgebaut werden. Das Angebot an entsprechenden E-Bike Umrüstsätzen ist auf jeden Fall riesig. In der Praxis sind allerdings einige Punkte – auch aus rechtlicher Sicht – zu beachten. Unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org haben sich ausgiebig mit dem Thema befasst.

Was spricht für den Umbau eines Fahrrades zum E-Bike? Lohnt sich das überhaupt?

Zunächst ist die finanzielle Einsparung mehr als verlockend. Wer die Nachrüstung selbst vornimmt, wird mit einigen Hundert Euro auskommen. Soll die Nachrüstung vom Fachmann durchgeführt werden, können die Kosten schnell ansteigen und das Vorhaben damit vermutlich unrentabel werden. Ob das Fahrrad umgerüstet werden kann und sollte, hängt vorrangig mit der Qualität des Rades und dem aktuellen Zustand zusammen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, wer mit dem nachgerüsteten E-Bike letztlich in welchem Rahmen unterwegs sein wird. Dabei ist auch das Gewicht des Fahrers zu berücksichtigen. Ob das potenzielle E-Bike für kurze Wegstrecken oder ausgiebige Touren genutzt werden soll, ist ebenfalls für die Entscheidungsfindung relevant.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, im Fachhandel die Meinung eines Experten einzuholen. Dieser kann am besten erkennen, ob sich der Umbau rentiert. Viele Händler scheuen sich allerdings vor definitiven Zusagen. Der Grund: Gibst Du die Umrüstung bei ihnen daraufhin in Auftrag, müssen die Händler die vollständige Haftung für das Produkt übernehmen. Zusammengefasst sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Alter, Zeitwert, Fahrleistung: Für die Nachrüstung eignen sich Räder, die nicht älter als fünf Jahre sind. Der Zeitwert sollte bei 500 Euro oder darüber liegen. Aluminium-Fahrräder sollten noch nicht mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt haben. Stark verschlissene Räder eignen sich generell nicht für eine Umrüstung zum E-Bike.
  • Stabilität: Nur ein intaktes Rad wird den Belastungen als E-Bike standhalten. Wenn der Nachrüstsatz verbaut ist, nimmt das Rad an Gewicht zu. Abhängig vom jeweiligen Modell können Motor und Akku bis zu zehn Kilogramm wiegen. Nur stabile Räder werden dieser Mehrbelastung gerecht.
  • Bremsen: E-Bikes sind mit hochwertigen hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen ausgestattet. Dies ist wichtig, denn die schweren Räder, die mit entsprechend hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, verlangen nach einer zuverlässigen Bremsleistung. Ist das Rad nicht mit Scheibenbremsen ausgerüstet, sollten die Bremsen ebenfalls umgerüstet werden.
  • Rahmenbeschaffenheit: Der Motor muss am Rahmen verbaut werden. Nicht jede Rahmengeometrie ist mit jedem Nachbausatz kompatibel. Vor der Kaufentscheidung sollte nachgeprüft werden, ob sich der Motor am Fahrradrahmen verbauen lässt.

Welche Bauteile beinhaltet ein E-Bike Umbausatz?

Ein E-Bike-Nachrüstsatz besteht aus folgenden Einzelteilen:

  • Motor: Die Vorgehensweise ist abhängig von der Art des Motors. Das Vorder- oder Hinterrad muss dabei durch ein Rad mit Motor ersetzt werden. Alternativ wird das Innenlager durch ein Motor-Innenlager ausgetauscht.
  • Akku: Der Akku ist unerlässlich und wird zusätzlich verbaut. Akkus dienen dazu, den Motor mit Strom zu versorgen.
  • Steuertechnik: Der Controller übernimmt die Steuerung der Energieleistung, die an den Motor weitergegeben wird und gibt damit auch die Drehzahl vor. Der Trittfrequenzsensor dient der Aktivierung des Motors, wenn dieser die Tretbewegungen registriert.

Die Kaufentscheidung sollte nicht vorschnell getroffen werden. Wer selbst nachrüsten möchte, sollte genau auf die Bauteile achten, denn sie müssen zum Fahrrad passen. Besitzt das Fahrrad beispielsweise eine Nabenschaltung, lassen sich Hinterrad-Nabenmotoren nicht einbauen. Ein Mittelmotor lässt sich nur dann nachrüsten, wenn nur ein Kettenblatt vorhanden ist. Auch die Befestigung des Akkus muss berücksichtigt werden. Für die Anbringung am Unterrohr sind Flaschenhaltergewinde geeignet. Soll der Akku am Heck angebracht werden, sind passende Systemträger notwendig. Diese müssen in der Regel zugekauft werden und sind nicht im Nachrüst-Set enthalten. Während der Umbauarbeiten sind häufig auch die Rücklichter neu anzubringen und Kabelverbindungen müssen angepasst werden. Für die Sicherung der Verbindungen lassen sich Kabelbinder nutzen.

Fahrrad zum E-Bike umrüsten: Was muss beachtet werden?

Gibt es verschiedene Möglichkeiten und Varianten?

Die Nachrüst-Sets unterscheiden sich in der Art des Motors. Am häufigsten werden Heckmotoren verwendet. Die meisten Bikes sind so konstruiert, dass eine Mehrbelastung der Nabe keine Probleme mit sich bringt. Heckmotoren lassen sich allerdings nicht verbauen, wenn eine Rücktrittbremse vorhanden ist. Mittelmotoren können bei Ketten- und Nabenschaltungen verwendet werden und sind auch mit Rücktrittbremsen kompatibel. Die Möglichkeit, Frontmotoren nachzurüsten, ist allgemein weniger beliebt. In der Praxis zeigt sich, dass durch das Gewicht der Motoren der Schwerpunkt sich nach vorn verlagert und damit das Fahrgefühl negativ beeinflussen kann. Frontmotoren sind allerdings mit Naben- und Kettenschaltung wie auch mit einer Rücktrittbremse kompatibel.

Wichtig: E-Bike Umbausatz ist nicht gleich E-Bike Umbausatz!

Damit das E-Bike wirklich als Pedelec und damit als rechtlich normales Fahrrad gilt, müssen wichtige Parameter eingehalten werden. So darf der Motor eine Nennleistung von 250 Watt nicht überschreiten. Der Antrieb darf zudem nur beim Treten aktiv unterstützen. Die Tretunterstützung ist ferner auf maximal 25 km/h begrenzt. Daumenschalter oder ähnliches, die einen Vortrieb ohne Tretbewegung ermöglichen, sind am Pedelec nicht erlaubt – Ausnahme bildet hier lediglich die Schiebehilfe bis max. 6 km/h. Es empfiehlt sich zudem unbedingt auf eine CE Kennzeichnung zu achten. Von Billigangeboten aus dubiosen Quellen ist dringend abzuraten!

Wann ergibt das Umrüsten Sinn?

Der Umbau des Fahrrades zum E-Bike erscheint wirtschaftlich, schließlich kann das gewohnte Bike weiterhin genutzt werden und die Anschaffung eines weiteren Rades wird überflüssig. Zu bedenken gilt es die Kosten für den Umbausatz und den Aufwand für die Umbaumaßnahme. Wer sich den Umbau selbst nicht zutraut, muss einen Fachhändler finden. Dieser befindet sich dann auch in der Produkthaftung. Wer sein Bike selbst umbaut, verliert die Gewährleistung für das Rad durch den Hersteller. Der Versicherungsschutz durch die private Haftpflichtversicherung erlischt laut bussgeldkatalog.org bei leichten Modifikationen nicht. Kommt es mit einem umgebauten Rad zu einem Unfall und Dritte kommen zu Schaden, zahlt der Versicherer – so unsere Kollegen von bussgeldkatalog.org weiter. Das Umrüsten ergibt Sinn, wenn es sich um ein stabiles Rad neueren Datums handelt und der Nachrüst-Satz zum Bike passt. Kosten lassen sich einsparen, wenn die notwendigen Kenntnisse vorhanden sind, um den Umbau fachgerecht selbst vornehmen zu können.

Mehr Infos zum Thema: www.bussgeldkatalog.org/e-bike-nachruesten/

Alle Angaben dienen nur als Information und ersetzen keine Rechtsberatung! Die aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen müssen vorab eingeholt und dementsprechend eingehalten werden. Gleiches gilt für den Versicherungsschutz.

Decathlon Triban Fahrrad-Handschuhe Rennrad RC 900 im Test

Fahrrad-Handschuhe

Nach 4 Jahren im sommerlichen Dauereinsatz mussten wir unsere Decathlon B’TWIN Fahrrad-Handschuhe 500, die wir 2017 im Test bewerten durften, schweren Herzens in ihren wohlverdienten Ruhestand schicken. Auf der Suche nach Ersatz fielen uns die Decathlon Triban Fahrrad-Handschuhe Rennrad RC 900 in die Hände. Sie mussten in den vergangenen 4 Monaten auf 2000 Gravel- und Mountainbike-Kilometern bei sehr viel Regen und leider nur wenig Sonne zeigen, was in ihnen steckt.

Durchdachte Details & gute Verarbeitung

Der Triban Fahrrad-Handschuhe Rennrad RC 900 macht optisch den von Decathlon gewohnt guten Eindruck. Der Handrücken besteht aus luftig leichtem Meshgewebe, welches nicht nur die Luftzirkulation unterstützt, sondern durch hohen Elastananteil für guten Sitz sorgen soll. Die Handinnenseite besteht aus einem eher gummiartigen Material, mit mehreren dämpfenden Polsterbereichen. Diese enthalten das sogenannte Poron XRD-Gewebe – ein von der Roger Corporation entwickeltes, leichtes und weiches Material zur Stoßdämpfung, das bei dynamischer Beanspruchung mehr als 90 % der Energie absorbieren kann. Zudem sorgen Klettverschluss und Verstärkungen an Mittel- und Ringfinger für einfaches und fixes An- und Ausziehen. Praktisch finden wir die kleinen Laschen, an denen sich die Handschuhe prima zum Trocknen aufhängen lassen. Apropos Trocknen: An weiches und saugstarkes Material am äußeren Daumenbereich zur Schweißaufnahme ist natürlich ebenfalls gedacht worden.

Nicht nur für den Rennrad-Einsatz

Bezüglich des Tragekomforts der Triban Fahrrad-Handschuhe Rennrad RC 900 waren wir zunächst skeptisch. Die Passform ist perfekt, es entstehen keinerlei Falten, aber der Innenbereich ist zunächst recht unflexibel, fast ein bisschen steif. Dieses Thema hat sich allerdings nach ein paar Stunden im Einsatz auch schon wieder erledigt: Das Material wird mit der Zeit viel weicher und anschmiegsamer. Der für den Sommer konzipierte Handschuh sorgt für gute Belüftung und Luftzirkulation, und auch die Dämpfung und der Grip überzeugen uns – sowohl bei längeren Graveltouren als auch technischeren MTB Runden. Keine Blasen, kein Taubheitsgefühl, tiptop. Einziger Punktabzug: Im triefend nassen Zustand nach einem richtig ordentlichen Regenguss gibt’s statt Grip am Mountainbike-Lenker eher eine Rutsch-Partie, aber das ist ja glücklicherweise eher ein Ausnahmezustand. Einige Wochen und diverse Runden in der Waschmaschine später hat der Decathlon Triban Fahrrad-Handschuhe Rennrad RC 900 übrigens nichts von seiner Funktionaltät, Farbe oder Passform eingebüsst – und wir hoffen auf eine ähnlich lange Lebensdauer wie sein Vorgänger.

Fahrrad-Handschuhe

Fazit Triban Fahrrad-Handschuhe Rennrad RC 900:

Leichter Sommerhandschuh mit hohem Tragekomfort, gutem Grip und top Belüftung.
Nicht nur für den Rennrad Einsatz geeignet.
Sehr faires Preis-Leistungsverhältnis.

Produktdetails:

  • Größe XS – 3XL
  • 5 Farben
  • Preis 19,99

www.decathlon.de/

B’Twin Fahrrad-Shorts 700 XC: Man(n) zeigt Bein!

btwinshorts700xc_02

Test: Angesichts des herannahenden Winters ist sicherlich die Frage berechtigt, wann die Saison für kurze Hosen für beendet erklärt werden muss. Nach dem Test der B’Twin Fahrrad-Shorts 700 XC können wir nur sagen: Zumindest jetzt noch nicht!

Die B’Twin Fahrrad-Shorts 700 XC richtet sich in erster Linie an Biker, denen Tight Hosen zu eng und MX-Shorts zu schwer oder zu unluftig sind. Aus atmungsaktivem und schnelltrocknendem Material gefertigt, weiß die Hose von B’Twin mit einer sehr guten Passform und vielen durchdachten Detaillösungen zu begeistern. So lässt sie sich beispielsweise für eine perfekte Anpassung rechts und links per Klett in der Taille verstellen. Durch das leicht elastische Material und den bequemen Schnitt wird die Bewegungsfreiheit in keinster Weise eingeschränkt.

btwinshorts700xc_03

btwinshorts700xc_01

Im Gegensatz zu vielen anderen Fahrrad-Shorts wird die Hose ohne Sitzpolster ausgeliefert, doch auch hier steckt die Lösung im Detail: Für knöpfbare Undershorts sind innen am Bund spezielle Schlaufen angebracht. Die beidseitig vorhandenen, innenliegenden Taschen sorgen für Stauraum. Verschließen lassen sich diese Taschen mit flachen Reißverschlüssen, deren Nähte zudem verschweißt sind. Erhältlich ist die Shorts in mehreren Größen für 39,90 Euro bei Decathlon.

Tipp: Für eine Verlängerung der Shorts-Saison bieten sich Knie- und Beinlinge an!

Fazit 

Die B’Twin Fahrrad-Shorts 700 XC zeichnet sich durch einen hohen Tragekomfort und eine gute Qualität aus. Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis!

Produktdetails