Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB? Der ultimative Bikevergleich für das Prümtal und die Umgebung

Prüm als Offroad-Base: Gravelbike oder E-MTB?

Wer die schöne Westeifel mit dem Rad erkunden möchte, findet in Prüm die perfekte Ausgangsbasis. Von der geschichtsträchtigen Abteistadt aus eröffnen sich Strecken, die gegensätzlicher kaum sein könnten: von flachen, schnellen Ex-Bahntrassen im Tal bis hin zu den rauen, steilen Höhenzügen des Schneifel-Rückens kommt jeder Radfahrer auf seine Kosten. ​Doch wer hier auf Tour geht, steht unweigerlich vor der Frage, ob eher das sportliche, leichte Gravelbike oder das kraftvolle E-MTB die bessere Wahl ist. ​Wir haben den Härtetest rund um unsere Base in Prüm gemacht und zeigen dir, wo welches Bike die Nase vorn hat.

Auf rauen Pisten hoch über dem Prümtal – wie hier von unserer unvergessenen Andrea zelebriert

​1. Das Revier für Gravel-Spezialisten: Bahntrassen-Flug und breite Forstwege

​Das absolute Filetstück der Region Prüm liegt direkt vor der Haustür: ​Das Pronsfelder „Action-Kreuz“ und der Prümtal-Radweg. Von Prüm aus führt der Radweg flussabwärts über das historische Eisenbahnerdorf Pronsfeld. Bis nach Waxweiler ist die ehemalige Bahntrasse komplett asphaltiert und verläuft wunderschön parallel zur Prüm. Hier fliegt das Gravelbike förmlich dahin.

Unsere Gravel-Tipps für dich:

Prümtal-Radweg: Fahr genau bis Waxweiler! Weiter flussabwärts verläuft der Radweg teilweise über die hügelige Landstraße ohne separaten Radweg – das macht mit dem Rad deutlich weniger Spaß.

Abstecher nach Bleialf: Ab Pronsfeld zweigt eine weitere geniale Bahntrasse ab. Der Weg Richtung Bleialf ist ebenfalls komplett asphaltiert, extrem naturnah und bietet Gravel-Genuss pur. Extrem beliebt ist die Fahrt weiter bis ins belgische St. Vith.

Alternative Nimstal: Wer eine Alternative sucht, wechselt ins benachbarte Nimstal. Auch hier verläuft ein hervorragender Radweg, der sich mit seinem Mix aus feinem Asphalt und perfekt gepflegten Schotterabschnitten („Gravel“) ideal für sportliche Runden eignet.

Der sportliche Uphill: Da die Landstraßen auf die Hochebenen oft keinen Radweg haben, nutzen Graveler abseits der Täler die meist breiten und gut ausgebauten Forst- und Wirtschaftswege – es lohnt sich, sowohl landschaftlich als auch fahrtechnisch.

​2. Das E-MTB-Revier rund um Prüm: Wurzeln, Höhenmeter und das Pronsfelder „Action-Kreuz“

​Sobald man den feinen Asphalt der Täler verlässt und die echten Höhenmeter der Eifel bezwingen will, verschieben sich die Kräfteverhältnisse zugunsten des E-MTBs. Hier knacken die giftigen Rampen locker die 10 % bis 15 % Steigung – perfekt für satten Motor-Support.

Unsere E-MTB-Tipps für dich:

Pronsfeld Pumptrack und Hochbergtrail: Pronsfeld ist nicht nur für Graveler ein Knotenpunkt. ​Richtung Bleialf wartet ein Pumptrack inklusive Jumpline auf euch. In Richtung Waxweiler kommst du am Ziel des Hochbergtrails vorbei. Wer die Herausforderung sucht, folgt der Beschilderung zum Einstieg. Die Abfahrt ist extremst steil und mit engen Kehren gespickt – hier ist eine sehr gute Fahrtechnik Voraussetzung! Für Gravelbike absolut ungeeignet!

Schönecker Schweiz (Nimstal): Dieses Highlight liegt im benachbarten Nimstal! Dort findest du offiziell ausgewiesene Mountainbikerouten durch eine faszinierende Landschaft. Aber Achtung: Die Strecken sind teilweise mit schönen Wurzelpassagen gespickt. Mit dem Gravelbike macht das hier – abgesehen vom unteren, sehr gut ausgebauten Talweg – schlicht keinen Sinn. Für das E-MTB ist die Schönecker Schweiz ein Traumrevier.

Der Schwarze Mann: Der Höhenzug bei Prüm ist ein Eldorado für Mountainbiker. Wer die breiten, gut ausgebauten Waldwege im Express-Tempo nehmen oder die raueren Naturpfade unter die Stollen nehmen will, ist mit dem E-MTB bestens bedient. Ein beliebtes Ziel ist das Blockhaus oben am Skilift.

Die Wolfsschlucht, der „Hausberg“ direkt vor der Tür: Auf den breiten Waldwegen direkt bei Prüm kann man zwar auch mit dem Gravelbike Spaß haben, aber mit dem Mountainbike erwacht das Gebiet erst richtig zum Leben, weil du spontan jeden Trail links und rechts mitnehmen kannst.

3. Das Angebot für Radfahrer in und um Prüm wächst weiter


​Prüm-Wolfsschlucht: Downhill-Strecke im Bau

In der Wolfsschlucht bei Prüm tut sich was: Hier entsteht aktuell eine offizielle Downhill-Strecke mit Anliegern, Sprüngen und weiteren Spaß-Faktoren. Bis zur Fertigstellung wird es zwar noch etwas dauern, aber Enduro- und Downhill-Fans sollten den Spot definitiv schon jetzt auf dem Schirm haben. Wir bleiben für euch dran!

Radweg-Lückenschluss von Prüm nach Gerolstein im Bau

Neben den bestehenden Routen entsteht gerade ein weiteres Highlight für die Rad-Infrastruktur der Eifel. ​Auf einer Länge von rund 22 Kilometern wird die stillgelegte Bahntrasse zwischen Prüm und Gerolstein im Rahmen des Eifel-Ardennen-Radwegs komplett ausgebaut. Nach der geplanten feierlichen Eröffnung im Frühjahr 2028 wird die alte Abteistadt unumstritten DIE Rad-Hauptstadt der Westeifel sein.

4. ​Fazit: Die Base steht – du wählst das Werkzeug

​Rund um Prüm gibt es kein „besser“ oder „schlechter“ zwischen Gravelbike und E-MTB. Wer das entspannte, schnelle Dahingleiten auf den perfekt asphaltierten Ex-Bahntrassen bis Waxweiler oder Bleialf sucht, greift zum Gravelbike. Wer dagegen den Pumptrack testen, sich den extrem steilen Hochbergtrail hinabstürzen, die wurzeligen MTB-Routen der Schönecker Schweiz bezwingen oder die Wolfsschlucht erkunden will, findet im E-MTB die ultimative Allzweckwaffe für die Westeifel.

Respektiere die Natur!

Die Westeifel ist ein sensibler Naturraum. Egal ob mit oder ohne Motor: Bleibe bitte immer auf den ausgewiesenen Wald-, Forst- und offiziellen Mountainbikewegen, meide illegale Pfade und nimm Rücksicht auf Wanderer und Wildtiere. Das Befahren und die Auswahl der Strecken erfolgt auf eigene Gefahr und sollte immer den persönlichen Grenzen entsprechend angepasst werden.

Uvex Athletic CV Bike: Leichte Downhill-Goggle mit großem Sichtfeld im Test

Die Marke Uvex prägt seit sehr vielen Jahren mit ihren Goggles den Downhill- und MX-Sport. Für die Fraktur ist das Fürther Unternehmen somit natürlich keine unbekannte Größe. Den ersten Test auf der Fraktur musste bereits vor 20 Jahren die Uvex F 501 Supercross MX-Brille über sich ergehen lassen. Weitere Modelle folgten und mit der Uvex Athletic CV Bike hatten wir in den letzten Wochen die aktuelle Downhill-Goggle von Uvex Sports im Test.

Entwickelt wurde die Uvex Athletic CV Bike für fette Downhillaction. Dementsprechend verfügt die Goggle über Features, die eine hohe Reaktionsschnelligkeit und somit einen sicheren Ride gewährleisten sollen. So kommt der robuste, aber dennoch anschmiegsame Rahmen für eine bessere Passform mit Outriggers. Wir haben die Athletic CV Bike in Kombination mit zwei unterschiedlichen Downhill-Helmen getestet – und bei beiden Modellen saß die Brille sehr gut. Das weiche und fein strukturierte Polster sorgt seinerseits für ein äußerst angenehmes Tragegefühl. Die Brille vermittelt das Gefühl, als würde die Augenumgebung mitsamt Nasenrücken sanft auf ein Kissen gedrückt werden.

DH-Goggle mit Supravision Anti-Fog-Beschichtung und Colorvision Technologie

Die verspiegelte zylindrische Single-Lens ist sowohl mit Supravision Anti-Fog-Beschichtung als auch kontrastverstärkender Colorvision Technologie ausgestattet. Das Wetter während des Testzeitraums hat es der Brille definitiv nicht leicht gemacht. Nass-kalte Bedingungen und schlechte Sichtverhältnisse lassen Schwächen schnell erkennen. Ein großes Thema ist bei diesen Bedingungen immer ein schnelles Beschlagen der Scheibe. Nicht so bei der Uvex. Die Supravision Anti-Fog-Beschichtung funktioniert in Kombination mit der Gestaltung des Rahmens hervorragend. Ein unter sehr schlechten Bedingungen seitliches leichtes Beschlagen löst sich bei Fahrtwind schnell wieder auf. Wir hatten bei allen Abfahrten somit immer freie Sicht.

Uvex Athlectic CV Bike Google im Test

Ebenfalls überzeugend präsentiert sich die Colorvision Technologie. Die Kontrastwahrnehmung lässt keine Wünsche offen und die gelbe Tönung des Testmodells unterstützt das Kontrastsehen zusätzlich. Auch oder besonders in dunkleren Waldpassagen kann diese Kombi ihre Stärken voll ausspielen. Hindernisse und tiefhängende Äste lassen sich schnell erkennen, wodurch jeder Run sicherer wird. Sicherheit, die sich natürlich bei Bedarf in schnellere Zeiten umwandeln lässt. Nicht unerwähnt soll und darf in diesem Zusammenhang das große und verzerrungsfreie Sichtfeld bleiben. Ebenso wie der Schutz vor schädlichen UVA-, UVB- und UVC-Strahlen. Aber das setzen wir bei Uvex Produkten sowieso voraus.

Ist die Uvex Athletic CV Bike Goggle Korrekturbrillen-tauglich?

Laut Uvex kann die Athletic CV Bike aufgrund ihrer Form auch über eine Korrekturbrille getragen werden. So pauschal würden wir das allerdings nicht unterschreiben. Es kommt natürlich ganz stark auf die Größe und Form der Korrekturbrille an. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass das Carrera-Modell 8862 passt. Die Carrera-Korrekturbrille hat eine Breite von 132 mm und eine Höhe von 45 mm. Clever: für die Brillenbügel weist der Rahmen der Athletic CV Bike auf der Innenseite eine spezielle Aussparung auf. Wer wirklich sicher sein möchte, sollte vorab testen, ob seine Korrekturbrille zur oder genauer gesagt in die Goggle passt.

Uvex Athlectic CV Bike Google im Test

Die Verarbeitung der gesamten Goggle ist auf sehr hohem Niveau. Die Kanten sind alle leicht abgerundet und der Schaumstoff schmiegt sich angenehm der Haut an. Das einstellbare und flexible Band weist auf der Innenseite zwei Silikonstreifen auf, wodurch die Brille auch bei ruppigen Aktionen immer gut fixiert ist. Die Scheibe ist relativ kratzfest und verspricht somit selbst über einen längeren Zeitraum eine einwandfreie Sicht. Punkten kann die Athletic CV Bike ebenso mit ihrem Gewicht. Unsere Waage verharrte bei leichten 119 Gramm. Das ist sogar weniger als vom Hersteller angegeben, der das Gewicht der Brille mit 130 Gramm beziffert.

Fazit

Für 99,50 Euro erhält der Käufer eine hochwertig verarbeitete Downhill-Goggle, die nicht mit Features geizt. Ausgestattet mit einem durchdachten Rahmen, Outriggers und einer verspiegelten Scheibe mit Supravision Anti-Fog-Beschichtung sowie kontrastverstärkender Colorvision Technologie kann die Uvex auch mit wesentlich teureren Goggles mithalten. Das niedrige Gewicht und der hohe Tragekomfort sprechen ebenso für sich.

Uvex Athletic CV Bike Details

  • Rahmenfarbe (im Test): black matt
  • Scheibe (im Test): mirror gold S1 / Basis: colorvision yellow (single lens cyl.)
  • Gewicht: 119 Gramm
  • Preis: 99,50 Euro (UVP)

Web: www.uvex.de

XLC Shorts für Gravity-Rider im Test

XLC Shorts

Für den Gravity-Bereich hält XLC zwei MTB-Shorts bereit, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während sich die XLC Flowby Short Enduro der Artikelbezeichnung entsprechend an den Enduro-Rider richtet, stellt die XLC DH-Short die Alternative für Downhiller dar. Wir hatten beide Shorts im Test und können Euch somit nicht nur die Schwächen und Stärken aufzählen, sondern auch die expliziten Unterschiede zwischen den beiden Modellen.

XLC Shorts

XLC Flowby Short Enduro Men TR-S24: Leichte MTB-Short für Gravity-Rider

Bei der XLC Flowby Short Enduro Men TR-S24 handelt es sich um eine leichte und bequeme Radhose für Enduro-Fahrer. Der Preis von 90,00 Euro scheint auf den ersten Blick ein wenig hoch angesetzt zu sein, allerdings sollte hierbei beachtet werden, dass eine herausnehmbare Polster-Innenhose zum Lieferumfang gehört. Diese lässt sich mit zwei kleinen Schlaufen schnell und unkompliziert in der Radhose fixieren bzw. wieder entnehmen. Damit eignet sich die Flowby Short Enduro Men sowohl für Action im Bikepark als auch lange Touren im Sattel.

XLC Shorts

Die Enduro-Radhose fällt durch ihren lässigen Schnitt und den soften Stoff auf, der nicht nur für eine coole Optik sorgt, sondern auch entscheidend zum hohen Tragekomfort beiträgt. Zwischen den Beinen und am Gesäß ist zudem elastischer Stoff eingearbeitet. Die Bewegungsfreiheit wird somit weder auf der Abfahrt noch bei schweißtreibenden Uphills eingeschränkt. Selbst beim Tragen von Knieschonern bleibt der Bewegungsablauf unbeeinträchtigt. Wer weitere Touren einplant, findet mit der mitgelieferten Innenhose ein ebenfalls hochwertiges Produkt. Die 3D bi-elastische Polsterung ist den Anforderungen entsprechend in verschiedene Bereiche unterteilt und nimmt langen Strecken den Schrecken. Silikonstraps an den Beinen verhindern ein Verrutschen der Innenhose.

Überhaupt punktet die XLC Flowby Short Enduro Men TR-S24 durch eine gute Verarbeitung und viele Detaillösungen. An Gürtelschlaufen wurde ebenso gedacht wie an eine zusätzliche Schlaufe im Rückenbereich zum Aufhängen der Hose. Eine individuelle Anpassung erlauben zwei seitlich innen im Bund angebrachte Klettstreifen. Verschlossen wird die Shorts mittels eines Reißverschlusses mit abschließendem Klett. Zwei zusätzliche Knöpfe gewährleisten auch bei ruppigen Aktionen einen sicheren Sitz. Ferner finden sich noch zwei seitliche Einschubtaschen und eine mit einem Reißverschluss verschließbare Tasche am linken Oberschenkel. Feine Prints, denen auch mehrmalige Waschgänge nichts anhaben konnten, sorgen für den optischen Feinschliff.

Produktdetails XLC Flowby Short Enduro Men TR-S24

  • Farben: Schwarz/grau
  • Erhältliche Größen: M bis XXL
  • Preis: 90,00 Euro
  • Ebenfalls verfügbar als Damen-Version (Flowby Short Enduro Women TR-S26 – Preis: 85,00 Euro)

XLC DH-Short: Die Alternative für grobe Action

Für grobe Action bietet sich die XLC Downhill Short TR-S23 zum Preis von 60,00 Euro an. Der im Vergleich zur Flowby Short Enduro Men TR-S24 viel dickere Stoff ist nicht nur extrem robust, sondern auch wasserabweisend. Obwohl die Hose innen über atmungsaktiven Netzstoff verfügt, können wir nur sagen: Im Sommer wird es verdammt muckelig warm. Trotz der sehr robusten Ausführung bietet die XLC DH-Short ungeachtet dessen überraschend hohen Komfort. Damit die Hose optimal sitzt, kommt auf der Rückseite ein elastischer Webstoffstreifen zum Einsatz. Zwei verstellbare Hüftgurte mit Klettverschluss erlauben eine individuelle Anpassung. Das Tragen von Knieschonern bereitet auch bei diesem Modell natürlich keine Schwierigkeiten.

Verschließbaren Stauraum bietet die XLC Downhill Short TR-S23 direkt in dreifacher Form: Zwei Fronthosentaschen und eine Hosentasche auf der Rückseite bieten Platz für das Smartphone, die Liftkarte, den Autoschlüssel etc. Verschlossen wird die Shorts mittels eines Reißverschlusses und zwei zusätzlichen Knöpfen mit Gummiüberzug. Auf optischen Schnickschnack wurde bei der ausschließlich in grau erhältlichen Downhill-Hose komplett verzichtet. Für ein lockereres Erscheinungsbild sorgen die Marken-Prints außen an den Oberschenkeln und zwei vertikale Print-Streifen. Diese zeigten nach längerem Gebrauch der Shorts allerdings Abnutzungsspuren.

Produktdetails XLC Downhill Short TR-S23

  • Farben: Grau
  • Erhältliche Größen: M bis XXXL
  • Preis: 60,00 Euro

Fazit XLC Shorts für Gravity-Rider

Vergleichen lassen sich die beiden XLC Shorts für Gravity-Rider nicht wirklich. Die leichte XLC Flowby Short Enduro Men TR-S24 besticht durch eine coole Optik, hohen Tragekomfort und viele Detaillösungen. Das Modell XLC DH-Short TR-S23 ist für das Grobe gedacht – und präsentiert sich dementsprechend robust. Wenn wir uns festlegen müssten, dann wäre unser Favorit ganz klar die XLC Flowby Short Enduro Men TR-S24.

Web: www.xlc-parts.com

ZANIER Downhill Gloves: Mountainbike Handschuhe Test

Test: Das für hochwertige Wintersport-Handschuhe bekannte österreichische Familienunternehmen ZANIER dringt jetzt mit drei Handschuh-Modellen in den MTB Bereich vor. Speziell für den Abfahrtssport und den Einsatz in Bikeparks wurde der ZANIER Downhill Mountainbike-Handschuh entwickelt, der dem Rider in allen Fahrsituationen ein Plus an Sicherheit bieten soll.

zanier-02-fraktur-magazin

Erhältlich sind die ZANIER Downhill Gloves in den Farben schwarz, weiß und – unübersehbar – neon-gelb. Wie auf den Bildern ersichtlich haben wir uns beim Testmodell für die krasse Ausführung in neon-gelb entschieden. Das Obermaterial des Handschuhs besteht aus einem weichen 4-Wege-Stretch Material, welches die Hand geschmeidig umgibt und somit für eine optimale Passform sorgt. Auf Polsterungen und Protektoren verzichtet das Lienzer Unternehmen zugunsten einer besseren Belüftung. Die gute Belüftung des Handrückens gewährleistet selbst bei sommerlich-heißen Temperaturen einen hohen Tragekomfort.

zanier-01-fraktur-magazin

Die Innenhand des ZANIER Downhill Mountainbike-Handschuhs besteht aus dem Kunst-Wildleder Amara, welches nicht nur extrem robust ist, sondern auch mit hoher Griffigkeit besticht. Der Halt am Lenker überzeugt ebenso wie das Griffgefühl, welches dem Rider vermittelt wird. Das Fingerspitzengefühl ist top, Brems- und Schaltaktionen gehen feinfühlig von der Hand.  Die aufgedruckten Silikonprints sorgen für zusätzlichen Grip. Wie beim Handrücken konzentriert sich ZANIER bei der Innenhand auf das Wesentliche: Zusätzliche Polsterungen oder eine Verdoppelung des Materials sind nicht vorhanden, wurden aber auch während des Tests nicht vermisst!

zanier-04-fraktur-magazin

Eine individuelle Anpassung erlaubt der Klettverschluss am Abschluss des Handrückens. Der Handschuh schließt direkt unterhalb des Handgelenks ab und beschränkt somit in keiner Weise die Bewegungsfreiheit. Die angenähte Zunge am Abschluss der Innenhand erleichtert das Anziehen des Handschuhs. Die Verarbeitung des ZANIER Downhill Handschuhs verdient das Prädikat erstklassig! Saubere Nähte, die doppelt ausgeführt sind, überzeugen ebenso wie der feine Schnitt des Handschuhs. Selbst nach dem Test zeigten sich die Nähte unbeeindruckt der hinter ihnen liegenden Strapazen.

zanier-03-fraktur-magazin

Fazit ZANIER Downhill Gloves

Konzentration auf das Wesentliche, Top-Materialien und erstklassige Verarbeitung sind das Erfolgsrezept der ZANIER Downhill Gloves. Sehr empfehlenswert!

Produktdetails ZANIER Downhill Gloves

  • Größen: XS bis XXL
  • Verfügbare Farben: Weiß, schwarz und neon-gelb
  • Preis: 34,95 Euro
  • www.zaniergloves.com

Spot-Check Willingen – Zwischen Himmel und Hölle

Willingen engagiert sich schon seit langer Zeit für die Mountainbiker. Bereits vor vielen Jahren lockte die damalige Freeridestrecke, welche früher sehr schöne Wurzelpassagen aufwies, die Biker in die Nähe des Sauerlandsterns. Der Sessellift befördert seit je her die Biker zuverlässig auf den Ettelsberg, und im Gegenzug die fußlahmen Partypeople runter zur Talstation. Die blöden Sprüche, der zum Teil leicht aggressiven Artgenossen, haben sich übrigens in den letzten Jahren nicht geändert. Diese darf man denn auf der etwas längeren Auffahrt, der Lift benögt etwa 15 Minuten, in aller Ruhe genießen.

Ende 2007 wird alles anders. Dann soll eine Gondel die Menschen in nur fünf Minuten nach oben schaffen. Netter Nebeneffekt: Das Gegröle würde man sich zumindest während der Auffahrt ersparen. Die Preise für den Sessellift halten wir für fair. Eine Zehnerkarte kostet zur Zeit 25 Euro, eine Tageskarte 19,50 Euro. Da man allerdings recht lange mit dem Sessellift unterwegs ist, lohnt sich unseres Erachtens eher die Zehnerkarte. Der Sessellift hat während der Bikesaison täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt, den Strecken. Hier bieten sich ein Freeride, der Übungsparcours an der Eishalle, der Worldcup-BikerX und der Worldcup-Downhill an. Der Übungsparcours lockt mit kleineren Sprüngen und Anliegern. Der Parcours ist durch den Brechsand recht rutschig und kostet jede Menge Körner. Phatte Sprünge gibt es dagegen auf dem BikerX. Hier finden sich sogar drei Linien: Männer, Damen und Downhill. Die Worldcupfahrer zeigten, wie man schnell und spektakulär diesen Kurs rockt. Leider sah die Strecke, als wir da waren, sehr mitgenommen aus.

Der „neue“ Freeride besteht seit wenigen Jahren und hat die damalige Freeridestrecke abgelöst. Mit Anliegern und weichen Sprüngen kann man sich hier in BikerX-Manier den Berg runterschießen. Gut gefallen uns die Northshores, die man mit der Strecke kombinieren kann. Es sind zwar nicht besonders viele Northshores vorhanden und diese weisen zudem nicht sonderlich einfallsreiche Bauformen auf, aber immerhin. Wir würden uns hier mehr Hühnerleitern wünschen. Dass die Northshores älteren Baujahres sind, sieht man am zum Teil schlechten Zustand. Hier sollte vom Verantwortlichen Abhilfe geschaffen werden!

Der Zustand des Freerides, der sich ausschließlich durch den Wald schlängelt, ist im oberen Bereich akzeptabel, im unteren Bereich durch Bodenerosion und Bremslöcher ziemlich ruppig. Hardtailfahrer werden hier mächtig durchgeschüttelt. Als Downhiller gefällt uns natürlich, entgegen der Ansicht der meisten Besucher des Freerides, der untere Teil deshalb besonders gut. Die Wurzelpassagen längst vergangener Tage sind auf dem Freeride leider Geschichte. Das Ziel des Freerides ist recht weit von der Talsstation des Sesselliftes entfernt. Schön wäre es, die letzten Höhenmeter sinnvoller zu Tal zu bringen als über Straße.

Die zweite Strecke ist nicht EIN Downhill, sondern DER Downhill. Bereits der Startberg zeigt, dass es auf der folgenden Strecke richtig abgehen wird. Es folgt ein höllenschneller Kurs, zumindest für die Cracks. Diese haben beim Worldcup gezeigt, wie man in Willingen den Downhill abrocken muss. Besonders im oberen Teil befinden sich phatte und weite Sprünge über dicke Steine und Kanten. Wer hier fahren will, sollte sich unbedingt die Strecke vorher anschauen! Zu oft erwarten einen nach den Sprüngen und Kanten Überraschungen.

Im unteren Bereich des Waldes folgt ein Gap, bevor es dann letztendlich über bzw. neben dem BikerX des Worldcups geht. Der Downhill in Willingen ist nicht sonderlich lang, aber ziemlich heftig! Vor allem die dicken Steine und die phatten Jumps dominieren auf dieser Abfahrt. Wer hier schnell runterkommt, dem gebührt definitiv einiges an Respekt! Nicht umsonst ein Worldcup-Kurs vom Streckenbauer Didi Schneider himself. Die Abfahrt ist übrigens fahrbar und nicht abgesperrt. Leider ist auch hier das Ziel der Abfahrt recht weit vom Sessellift entfernt.

Da lediglich an den Samstagen und wenigen Feiertagen auf dem Ettelsberg Volksfest herrscht, ist es ratsamer, an anderen Tagen die Strecken in Willingen zu besuchen. An den anderen Tagen fallen die hier mitunter langen Wartezeiten und „Begegnungen der anderen Art“ weg und jeder Biker hat mehr von seinem Tag und seinem Ticket. Übrigens: Zur Zeit wird ein Konzept zur effektiven Streckenpflege und kontinuierlichen Streckenverbesserung erarbeitet. Wenn alles gut läuft, kann auch Willingen bald mit einem dauerhaft besseren Streckenniveau aufwarten!

Fazit:

Leider lässt der Zustand der einen oder anderen Strecke zu wünschen übrig. Fun ist allerdings garantiert und eine Herausforderung ist mit dem Worldcup-Downhill auch gegeben! Sollte das geplante Konzept aufgehen, dann darf man sicherlich sehr gespannt sein.

Mehr Infos unter www.ettelsberg-seilbahn.de

Seraign in Belgien – Une question de temps

Eigentlich erwartet uns in Seraign immer das gleiche Schicksal. Von der Innenstadt aus muss man sich im Grunde nur an den Hochhäusern auf dem Berg orientieren. Doch irgendwie verfehlen wir immer das Ziel. Knapp, aber sicher. Neben der Orientierung an den Hochhäusern sollte man sich zum Sportzentrum an der „Avenue des Puddleurs“ navigieren lassen. Voila. Ein kleiner Weg zum „Square des Marteleurs“ ebnet den Einstieg zu dem uns bekannten Downhill.

Seraign ist für uns eine altbekannte Strecke. Seit einigen Jahren kennen wir schon den Trail in Seraign in der Nähe von Liege (französisch: Liège). Bereits im Jahre 1999 fuhren wir dort einen Lauf zur Belgischen Downhill-Meisterschaft. Da wir seit geraumer Zeit nicht mehr vor Ort waren und sich Strecken im Laufe der Zeit zum Teil enorm verändern, wollten wir wissen, ob auch in Seraign der Zahn der Zeit nagt. Wie hat sich der Trail mit dem freeridelastigen Charakter in den letzten Jahren entwickelt?

Die erste Abfahrt bringt direkt die erste Überraschung. Mehrere Jahre Abstinenz verstrichen ohne große Änderungen der ehemaligen Meisterschaftsstrecke. Die Downhillpiste hat sich im groben, bis auf einen Table am Anfang, nicht verändert und selbst die Streckenführung wurde beibehalten. Somit ist die Strecke, wie gewohnt, sehr flüssig fahrbar und die etwas über 90 Höhenmeter lassen sich aufgrund fehlender Wurzeln und Steinpassagen flott zurücklegen. Die Streckenführung mit den flowigen Kurven auf dem Waldboden kann nach wie vor überzeugen. Gaps und Kanten sucht man in Seraign allerdings vergeblich. Da es sich um normale Wanderwege handelt, kann es natürlich zu Begegnungen mit Wanderern kommen. Die Belgier sehen das allerdings sehr locker und so kann weiter Gas gegeben werden.

Es gibt allerdings auch Neuerungen in Seraign. Neuerungen, die den Abfahrtsspaß in Seraign enorm steigern. Die bestehende Abfahrt lässt sich im oberen Teil wunderbar mit Northshore-Elementen kombinieren. Diese kannten wir bis dato noch nicht. Fleißige Bastler haben in den Wald kleine, aber feine Northshores gebaut, die für Abwechslung sorgen. Gleichfalls Abwechslung bringt der am Sportplatz befindliche BMX bzw. Dualkurs mit mehreren Doubles, Tables und Anliegern. Die BMX-Bahn zeigte sich, anders als in der Vergangenheit, in einem überraschend guten Zustand.

Die angrenzenden Straßen lassen ein Shuttlen mit dem Auto zu…wenn man denn den Weg kennt! Ansonsten lassen sich die etwa 90 Höhenmeter der Abfahrt recht schnell hochschieben bzw. sogar hochfahren. Einen Sessellift oder dergleichen gibt es in Seraign „natürlich“ nicht.

Fazit:

Seraign glänzt nicht mit krassen oder gigantischen Highlights, sondern eher mit den abwechslungsreichen Beschäftigungsmöglichkeiten. Durch die Kombination dieser Möglichkeiten kann man einen sehr schönen Tag in Seraign verleben. Manchmal sind es eben doch die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten 😉