Joachim Witt: Rübezahl – Review

In wenigen Tagen erscheint mit Rübezahl der neueste Streich des Altmeisters Joachim Witt. Wir hatten das große Vergnügen, noch vor der offiziellen Veröffentlichung ausgiebig in das Werk reinhören zu dürfen. Das Album Rübezahl entlädt sich wie ein fulminantes Gewitter, das mit voller Wucht auf den Zuhörer niedergeht. Launisch, temperamentvoll und tiefsinnig blickt der Künstler einmal mehr in die Untiefen des menschlichen Daseins.

Jetzt kommt es also endlich, das neue Werk von Joachim Witt! Seit 1980 hat der gebürtige Hamburger 16 Alben veröffentlicht, auf denen sich unvergessliche Songs wie „Der goldene Reiter“ oder „Die Flut“ finden. Alleine diese beiden Songs zeugen von der außergewöhnlichen Wandlungsfähigkeit des Künstlers. Eine Fähigkeit, die es den Fans zugegebenermaßen nicht immer leicht macht. Surft ein Teil der Fans noch auf der Neuen Deutschen Welle, geht anderen Fans bei den Bayreuth-Werken das Herz auf. Trotz der scheinbaren Gegensätze bleibt sich Joachim Witt immer treu. Kritisch und zum Teil auch selbstironisch nimmt der Altmeister kein Blatt vor den Mund. Nicht immer ist die Message sofort offensichtlich, vielmehr muss der Zuhörer die Songs auf sich wirken lassen. Mit dem Album Rübezahl kredenzt Joachim Witt erneut einen heftigen, vor Energie und Temperament strotzenden musikalischen Brocken.

Finster begibt sich der 69-jährige auf die Spuren des Berggeistes Rübezahl. In Zusammenarbeit mit dem Produzenten Chris Harms ist ein sehr tiefsinniges und episches Meisterwerk entstanden, welches durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert wurde. Bedrohlich, düster und emotional blickt Joachim Witt erneut in die Untiefen der menschlichen Seele. Das Album Rübezahl ist getrieben von Wut, Wehmut und Sehnsucht. Direkt der Opener „Herr der Berge“ transferiert den Zuhörer in eine Welt mit Stürmen und sich lösenden Felsen. Die düstere Stimmung wird durch den Einsatz von aggressiven Gitarren und Synthesizer auf den Höhepunkt gebracht. Stimmgewaltig schreitet der Künstler bei den Songs voran, mal martialisch, mal ruhig. Begleitet von Orchester und Chören geht das Album mächtig unter die Haut.

Joachim Witt / Foto (c) Franz Scheppers

Das Album dürfte vor allem die Fans der Bayreuth-Werke ansprechen. Joachim Witt kombiniert bei dem vielleicht eindeutigsten Album nach „Bayreuth1“ und „Dom“ bekannte Stil-Elemente mit neuen Facetten. Trotz der Komplexität wirkt Rübezahl jedoch nicht sperrig und eröffnet sich somit auch einer neuen Hörerschicht. Erscheinen wird Rübezahl am 23. März 2018 auf Joachim Witts eigenem Label Ventil in Zusammenarbeit mit Believe / Soulfood. Parallel zum neuen Album geht der Meister ab dem 10. April auf große Rübezahl-Tour. Mit dem neuen Werk im Gepäck stehen zwölf Konzerte in der gesamten Bundesrepublik auf dem Programm.

Joachim Witt: Rübezahl – Fazit

Ein absolutes Meisterwerk! Über weite Strecken ist das Album „Rübezahl“ sicherlich keine leichte Kost, aber das würde dem Altmeister auch nicht gerecht werden. Ganz klarer Kauftipp!

Joachim Witt: Rübezahl – Tracks

  1. Herr der Berge
  2. Ich will leben
  3. Dämon
  4. Goldrausch
  5. Mein Diamant
  6. Wofür Du stehst
  7. Quo Vadis (feat. U96)
  8. 1000 Seelen
  9. Eis und Schnee
  10. Agonie
  11. Wenn der Winter kommt
  12. Leben und Tod
  13. Wiedersehen woanders

Joachim Witt: Rübezahl – Details

  • Label/Vertrieb: Ventil Records/Believe / Soulfood
  • VÖ: 23.03.2018

Joachim Witt Rübezahl-Tour: Die Termine

  • 20.04.2018: Erfurt – Stadtgarten
  • 21.04.2018: Bremen – Tivoli
  • 27.04.2018: Osnabrück – Rosenhof
  • 28.04.2018: Bochum – Matrix
  • 29.04.2018: Köln – Luxor
  • 30.04.2018: Frankfurt – Das Bett
  • 04.05.2018: Berlin – Columbia Theater
  • 05.05.2018: Hamburg – Mojo
  • 09.05.2018: Hannover – Musikzentrum
  • 10.05.2018: Rostock – MAU Club
  • 11.05.2018: Dresden – Beatpol
  • 12.05.2018: München – Backstage Halle

Web

joachimwitt.de

Andreas Waldera

Andreas Waldera

Das Urgestein der Fraktur! Bereits im Jahre 1996 stößt Andreas als Team-Fahrer und Texter zur Fraktur, damals ein Fanzine ausschließlich für Downhill Biker. Nach vier Jahren ruft er das MTB/Lifestyle Onlinemagazin "Fraktur - Das Magazin" ins Leben – bis heute eine Herausforderung, die dem begeisterten Fahrradfahrer geradezu auf den Leib geschrieben ist.

Weitere Artikel